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Es ist nie zu spät für die Liebe. Aber manchmal zu früh.

Man sieht sich

Sommer 1988. Friederika hat große Füße und nennt sich Frie. Robert, neu an der Schule und schüchtern, verliebt sich sofort, aber zeigt es nicht. Vielleicht flirtet sie nur zum Spaß mit ihm?

Winter 2002. Frie ist Mutter einer kleinen Tochter, Robert ist Musiker. Nach Jahren der Funkstille und einer zufälligen Begegnung bestätigt sich: Wann immer die beiden aufeinandertreffen, wird es kompliziert.

Sommer 2022. Frie, inzwischen fünfzig und seit dem Ende ihrer letzten Beziehung wieder Single, fährt zum Abitreffen. Mit dabei: all die Erinnerungen an Robert, den sie seit einer halben Ewigkeit nicht gesehen hat. Was wird diesmal zwischen ihnen passieren?

Ein mitreißend und liebevoll erzählter Roman übers Jungsein und Erwachsenwerden in den Neunzigern, über gelebte Träume und verpasste Gelegenheiten – und über eine neue Chance im Hier und Jetzt.

Nach ihrem erfolgreichen Debüt ›Am liebsten sitzen alle in der Küche‹ – der neue, eindringliche und sympathisch ehrliche Roman von Julia Karnick. Eine mit Feingefühl und Humor erzählte Geschichte über eine große Liebe und falsche Momente.

Bibliografische Daten

EUR 10,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-44389-0
Erscheinungsdatum: 13.06.2024
2. Auflage
480 Seiten
Sprache: Deutsch
Autor*innenporträt

Julia Karnick

Julia Karnick lebt und schreibt in Hamburg – unter anderem Kolumnen in der ›FÜR SIE‹ und den Bestseller übers Hausbauen ›Ich glaube, der Fliesenleger ist tot!‹. Mittlerweile hat sie auch Geschmack am Romanschreiben gefunden: Nach ihrem erfolgreichen Debüt ›Am liebsten sitzen alle in der Küche‹ erzählt sie in ihrem SPIEGEL-Bestseller ›Man sieht sich‹ klug und warmherzig von zwei Liebenden, die Jahrzehnte und viele Umwege brauchen, um zueinanderzufinden.

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146 von 146 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.64 von 5 Sternen


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4 - 10 von 146 Leserstimme

nessabo am 05.07.2024 11:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein unglaublich emotionales Werk mit viel Feingefühl für die Ambivalenzen des Lebens

Ganz ehrlich hätte ich nicht gedacht, dass das Buch mich so mitreißen würde. Ich hatte die Befürchtung, dass ich mit den älteren Protagonist*innen nicht so gut mitfühlen kann. Aber Julia Karnick hat hier vielmehr einen Coming-of-Age-Roman mit einem unglaublichen Talent für emotionale Szenen ohne Pathos geschrieben.„Man sieht sich“, gleichzeitig auch die Catchphrase der beiden Hauptfiguren, begleitet Robert und Frie abwechselnd über einen Zeitraum von 1988 bis 2023. Es geht um die Freund*innenschaft und Beziehung der beiden, die mal näher und mal distanzierter ist. Zwischen den beiden ist viel Liebe, die aber scheinbar nie gleichzeitig gleich stark zu sein scheint, weshalb sie einfach nie den richtigen Zeitpunkt für eine romantische Beziehung erwischen. Diese Beschreibung legt irgendwie eine große Portion Pathos nahe, was dem Roman aber überhaupt nicht gerecht wird.Stattdessen ist die Geschichte lebensnah, emotional extrem aufwühlend und politisch. So webt Karnick subtil Themen wie Beziehungsgewalt, mentale Gesundheit, chronische Erkrankungen, Klassen- sowie Ost-West-Unterschiede nach der Wende und patriarchale Unterdrückung in die Handlung ein. Besonders beeindruckend finde ich die jeweiligen Reflektionsprozesse der Figuren, die je nach Alter unterschiedlich ausgeprägt stattfinden - auch hier zeigt sich Karnicks Talent, die Lebensrealitäten verschiedener Altersstufen authentisch zeichnen zu können. Im Verlauf der Zeit entwickeln sich die Charaktere mal gemeinsam, mal getrennt voneinander weiter. Dabei regt die Geschichte eigene Überlegungen zu Privilegien an und dazu, wie schnell sie sich auch umkehren können. Verschiedene Lebensrealitäten reiben sich aneinander, ohne zu viel Drama zu verursachen.Die Handlung spielt zu großen Teilen in den 80er/90ern, was mich neben dem Fakt, dass auch dieses Buch emotional enorm herausfordernd ist, sehr an „Morgen, morgen und wieder morgen“ von Gabrielle Zevin erinnert. Und das ist meinerseits das größtmögliche Kompliment!Ein herausragender Beziehungsroman, in dem es um so viel mehr geht als romantische Liebe. Herzzerreißend, lebensnah und mit viel Tiefgang. ?

lisbethsalander am 04.07.2024 11:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein absoluter Volltreffer

Die Geschichte, die Julia Karnick hier erzählt, klingt eigentlich relativ einfach: Robert und Friederika, genannt Frie, lernen sich als Teenager in der Schule kennen. Von Beginn an besteht eine starke Anziehungskraft zwischen den beiden. Dem Leser ist von vornherein klar, dass es sich um die große Liebe handeln muss, doch die beiden Protagonisten kommen über eine gute Freundschaft nicht hinaus. Sie wechseln die Wohnorte, unterbrechen den Kontakt, haben jeweils andere Partner. Doch sie verlieren sich nie wirklich dauerhaft aus den Augen, sondern stolpern immer wieder übereinander. Wir als Leser leiden mit den beiden, man möchte sie am liebsten schütteln, da so offensichtlich ist, was den beiden nie bis zur letzten Konsequenz klar wird, bzw sie nie in der Lage sind, es umzusetzen: es ist die eine große Liebe! Die Autorin hat mit "Man sieht sich" einen mehr als bezaubernden Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen hat. Der Schreibstil ist einfach wunderbar und einzigartig, immer mit einer Prise Humor, wenn es passt, zärtlich und romantisch und doch niemals kitschig. Alle Charaktere bis zur kleinsten Nebenrolle sind so authentisch und detailliert skizziert, man meint, sie gehören alle zum eigenen Freundes- bzw Bekanntenkreis. Der Titel ist originell und zieht sich wie ein Mantra durch die Beziehung und die Begegnungen von Robert und Frie. Selten war ich derart traurig als ich ein Buch beendet hatte. Hier wird es die nachfolgende Lektüre schwer haben. Selbstverständlich habe ich mir bereits den Vorgängerroman von Julia Karnick besorgt, bin sehr gespannt darauf und freue mich, ihn zeitnah zu lesen! An dieser Stelle gibt es erstmal die volle Punktzahl, die mir eigentlich viel zu gering erscheint und natürlich eine absolute Leseempfehlung!

castilleja am 04.07.2024 10:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Frie und Robert

Katrin Daliot hat dieses Buch sehr gefühlvoll eingesprochen und mich gut durch die Geschichte von Frie und Robert begleitet.Es beginnt mit einem kurzen Prolog in der Gegenwart: das 30jährige Klassentreffen steht an und Frie hat eigentlich gar keine Lust, dorthin zu gehen, denn der Einzige, den sie treffen möchte, hat sich nicht angemeldet. Da hat sie sich extra erkundigt.Doch dann ist Robert doch da und schon begeben wir uns auf eine Zeitreise zurück in die 1980er, als die beiden sich kennen gelernt haben.Robert hat die Schule gewechselt und Frie zeigt ihm den Weg zu seinem Klassenraum. Sofort fühlen sie sich zueinander hingezogen, wagen das aber nicht dem anderen zu zeigen. Besonders die Passagen aus der Sicht von Robert zeigen, dass er Frie so gerne wiedersehen möchte und dabei aber auch cool erscheinen möchte.Robert lebt mit seiner kranken Mutter in einer kleinen Wohnung und muss viele Aufgaben übernehmen, Frie lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder in einer Villa. Allerdings ist der Vater jähzornig und unberechenbar.Nach dem Abi verlieren sie sich aus den Augen, treffen sich aber immer wieder - Man sieht sicht, das ist die Standardverabschiedung. Aber wird es mehr als Freundschaft zwischen ihnen geben?Ein unterhaltsames Buch, das uns auf eine Zeitreise schickt und das von (verpassten) Chancen handelt und immer emotional ist, aber nicht in den Kitsch abrutscht.

annamagareta am 03.07.2024 17:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Über verpasste Chancen und das Leben

„Man sieht sich“ ist ein lebensnaher Roman der in Hamburg lebenden Autorin Julia Karnick.Der Prolog beginnt im Jahr 2022 und Friederike ist gerade dabei sich auf ihr 30-jähriges Abitreffen vorzubereiten. Im Anschluß geht es in die Vergangenheit. Robert wechselt die Schule und trifft dort auf Frie. Er ist direkt verliebt, verrät dies aber nicht und Friederike bleibt für ihn unerreichbar. Die beiden sind lediglich gute Freunde. Ihre Wege trennen sich, die beiden verändern sich und treffen sich in verschiedenen Lebensphasen wieder.Der Schreibstil von Julia Karnick gefällt mir gut. Die Dialoge sind lebendig und die Charaktere werden bildhaft beschrieben. Ihre Protagonisten sind authentisch und man begleitet sie beim Erwachsenwerden – mal zusammen, mal getrennt. Dabei fängt sie das Lebensgefühl der jeweiligen Zeit gelungen ein. Ich bin in etwa zeitgleich mit Robert und Frie erwachen geworden und habe mich beim Lesen direkt zurückversetzt gefühlt. Wer die Atmosphäre der Zeit noch deutlicher spüren möchte, kann sich die Tracklist im hinteren Innencover anschauen oder auch anhören.Sehr gelungen finde ich den Titel des Buches, da er sich durch das Buch durchzieht und immer wieder auftaucht. Ebenso stimmig ist das Cover, das zwei Menschen Hand in Hand in unterschiedlichen (Lebens-)Abschnitten zeigt – genau wie Robert und Frie.Insgesamt ist es eine schöne Liebesgeschichte, die zeigt wie kompliziert es sein kann, dass der richtige Zeitpunkt eine wichtige Rolle spielt, aber letztendlich doch zusammenkommt, was zusammengehört.

galaxaura am 02.07.2024 23:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Wo sind die 6 Sterne, wenn mensch sie braucht?

Achtung: Dieses Buch macht lesende Menschen erst unendlich glücklich und stürzt sie dann in eine tiefe Depression, denn leider ist es endlich und nach der letzten Seite stellt sich drängend die Frage: Was nun? Wie kann es ein lesendes Leben nach diesem Buch geben?„Man sieht sich“ von Julia Karnick ist seltenes Leseereignis, ein Buch, das sich von der ersten Seite an anfühlt wie diese eine Person, die mensch so unglaublich liebt, und von der doch klar ist, dass sie nicht für immer leben wird, weshalb die Angst verlassen zu werden jede Sekunde mitschwebt. Ein Buch so intensiv, wie ich lange keines gelesen habe, so ehrlich, so berührend, so klar und brutal realistisch, so liebend, so voller Sehnsucht und einfach so gigantisch toll geschrieben, dass ich wirklich in eine Leere gestürzt bin nach der letzten Seite und bis dahin wie in einem Rausch durchgeflogen bin. Karnick ist hier dieser Wurf gelungen, an dem ich einfach nichts zu kritisieren finde. Könnte ich mein Gehirn resetten, ich würde es sofort tun, um noch einmal von vorn beginnen zu können. Die Geschichte, um die es geht, ist schnell umrissen: Robert und Frie lernen sich im Teenageralter kennen und von Anfang an haben sie eine ganz besondere Beziehung zueinander. Über ein Leben lang ist diese geprägt von einer großen Anziehung und doch finden diese zwei Seelen einfach nicht in Ruhe zueinander. Das Erwachsenwerden führt beide immer wieder aneinander vorbei – und dennoch reißt das Band nie ab. Das klingt profan, das klingt nach einem Buch, das mensch schon tausend Mal in den Händen hatte – aber weit gefehlt. Karnick schreibt emotional stark, sie ist sehr gut darin, Momenten mit viel Gefühl eine Sprache zu geben, die berührt, aber nie kitschig oder überfrachtet wird. Sowieso beweist sie ein gutes Gefühl für Schlüsselmomente und Dramaturgie, wählt auch ihre szenischen Orte sehr klug aus. Sie ist Meisterin der gut gewählten Auslassung, vieles wird nicht erzählt, genau dort, wo die Neugier auf dem Höhepunkt ist, vieles erzählt sich eher durch gelebte Konsequenz im nächsten Lebensabschnitt. Die Figuren sind bis in die Nebenfiguren toll gezeichnet. Eine ebensolche, der Herr Selk, hat mir zutiefst das Herz gebrochen, und ich werde ihn nie vergessen. Die Figuren rücken einem so nahe, dass es sich anfühlt, als wären sie Teil des eigenen Lebens. Keine Ahnung, wie Karnick das macht, aber sie macht es! Immer wieder findet Karnick ganz tolle Formulierungen: „Man flog nicht ans Ende der Welt, um in Gedanken ständig zu Hause zu sein“, „Er kriegte nie genug von Frie und hatte sie deswegen so satt“. Und, ohne inhaltlich zu spoilern: Der vierte Abschnitt des Buches hat mich einfach vernichtet. Dabei bleibt Karnick immer ehrlich, immer real, auf eine schonungslose Art erzählt sie das Leben, wie das Leben ist und das lässt die Lesenden verzweifeln. Wie sehr wollte ich die Figuren schütteln und zueinander schieben. Einmal Gott spielen dürfen. Sie ins Glück zwingen. Es war kaum auszuhalten. Aber auf die bestmögliche Art.Also wo sind die 6 Sterne, wenn mensch sie braucht? Diesem Buch nur 5 geben zu können, fühlt sich völlig falsch an. Ganz schnell in den Buchladen rennen. Am besten gleich drei mitnehmen. Eure Freund:innen müssen das auch lesen. Ich muss jetzt noch ein bisschen den Trennungsschmerz verarbeiten und weinen. Dann geh ich mal auf Buchtinder schauen, ob es doch noch ein neues Match geben kann. Wird schwierig.

magdas_buecherwelt am 02.07.2024 17:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Frie und Robert, Harry & Sally :-;

Der Roman spielt im Zeitraum von dreißig Jahren, von den 1990ern bis in die Gegenwart. Es geht um Frie und Robert, die sich seit ihrer gemeinsamen Schulzeit kennen und mögen. Es soll jedoch dreißig Jahre dauern, bis sie ein Liebespaar werden - Harry und Sally lassen grüßen :-;Ende der 1980er in einer westdeutschen Kleinstadt: Robert ist in der Schule der Neue, Friederika kümmert sich um ihn, er wird Teil ihrer Clique. Er verliebt sich in sie, sie merkt es nicht. Nach dem Abitur geht Frie für ein Jahr nach Australien, Robert macht Zivildienst in Hamburg und versucht, Frie zu vergessen, was ihm auch gut gelingt. Als Frie ihn nach ihrem Auslandsaufenthalt wiedersieht, wäre sie an einer Beziehung interessiert, diesmal will Robert aber nicht.Frie studiert Jura in Hamburg, Robert Musik in Dresden. Sie bekommt ein Kind, er führt ein Leben als Mitglied einer recht erfolgreichen Band.Eine große Rolle in Roberts Leben spielt Herr Selk, ein pensionierter Generalmajor, den Robert als Zivildienstleistender kennengelernt hatte. Auch nach seinem Umzug nach Dresden besucht er Herrn Selk regemäßig in Hamburg. Die beiden freunden sich an und frönen gemeinsam Herrn Selks Leidenschaft, dem Roulette-Spiel, wobei Herrn Selks Spieleinsatz niemals mehr als zweihundert Euro beträgt.Beim 30jährigen Abiturtreffen sehen Frie und Robert sich wieder.„Wir verpassen immer den richtigen Zeitpunkt, sagte er. Wer weiß, sagte Frie, wenn wir fünfzig sind und alt und grau und immer noch beide allein, vielleicht ja dann.“Eine Geschichte, wie das Leben sie schreibt. Robert mochte ich sehr, ich habe mich so für ihn gefreut, als seine Geldsorgen ein Ende hatten. Ein paar Längen gab es, einiges, insbesondere aus Fries Leben, war sehr ausführlich geschildert. Das Ende hat mir sehr gut gefallen, von mir eine Leseempfehlung vor allem für die, die eine nostalgische Reise in die 1990er und 2000er machen möchten. Hilfreich ist dabei die Tracklist hinten im Buch, die mich in meine Jugend versetzt hat.

puschel1304 am 01.07.2024 21:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Über das Leben, die Freundschaft und die Liebe!

" Man sieht sich" von Julia KarnickTitel und Cover: Der Titel ist immer wieder bedeutender Inhalt in diesem Buch und daher mehr als perfekt gewählt. Ich hätte mir keinen schöneren vorstellen können und habe mich immer wieder gefreut, sobald ich ihn wieder lesen durfte, weil er einfach an jeder Stelle sehr passend war. Das Cover finde ich super anziehend, auch wenn es in seiner Form absolut schlicht ist. Die Gradlinigkeit, die Menschen auf dem Bild, die Farbe... alles sehr weise und gut gewählt worden.Schreibstil und Inhalt: Julia Karnick schreibt ihr Buch auf 474 Seiten und bietet dem Leser eine Geschichte, die sich über Jahrzehnte hinweg zieht. Der Leser taucht ein in die Welt von Frie, die bereits in jungen Jahren Robert kennenlernt und ihn als guten Freund an ihrer Seite weiß. Was sie jedoch erst zu spät versteht ist, dass Robert mehr als nur Freundschaft sieht. Es beginnt eine Geschichte über die Liebe, die über Jahre hinweg überdauert aber immer wieder Hindernisse findet. Werden Frie und Robert irgendwann zueinander finden können? Lest gerne selbst!Dieses Buch hat einen angenehm schönen Schreibstil, der sich ganz wunderbar liest und wechselt zwischen den Perspektiven von Frie und Robert. Der Leser wird von der ersten Seite abgeholt und mit der letzten definitiv nicht losgelassen.Fazit: Dieses Buch hat mich schier zerrissen. Ich habe selten so ein perfektes Buch gelesen, bei dem jede Handlung, jede Seite, jedes Wort und jeder Gedanke perfekt gewählt waren. Die Charakter waren allesamt bis ins Detail ausgearbeitet und vollkommen authentisch und schlüssig. Die Grundhandlung ließ nie an Spannung nach und ich konnte und wollte dieses Buch nicht aus der Hand legen. Es hat sich super flüssig gelesen und hat so wunderbare Momente inne, die den Leser verzaubern werden. Zeitgleich bietet es aber auch viele nachdenkliche Anekdoten und bewegende Momente, die den Leser nachdenklich stimmen. Ich kann dieses Buch aus tiefstem Herzen empfehlen und würde es so gerne noch einmal "zum ersten Mal" lesen. Ich kann hierfür nur schwärmen!

kristina_al am 01.07.2024 20:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Wunderschöne und kluge Geschichte über Freundschaft, Liebe und den richtigen Zeitpunkt im Leben

Im Jahr 1988 lernen sich Robert und Friedericke kennen. Er ist gerade erst mit seiner Mutter in die Stadt gezogen und neu an der Schule und schon bald entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Doch irgendwann merkt Robert, dass er mehr für Frie empfindet, traut sich allerdings nicht, es zu zeigen. Zwar verlieren sie sich immer wieder aus den Augen, doch ihre Lebenswege kreuzen sich von Zeit zu Zeit. Beide sind wie stille Begleiter füreinander, können scheinbar nicht ganz ohne wenigstens den Gedanken an den anderen; doch für ein gemeinsames Leben reicht es einfach nicht. Bei jedem Treffen liegt ein Knistern in der Luft und scheinbar mühelos knüpfen sie an ihre alte Freundschaft an. Dieses Hörbuch hat mich jetzt eine Weile begleitet, mit knapp 15 Stunden Spielzeit gehört es schon zu den längeren Exemplaren. Die Sprecherin Katrin Daliot hat mir sehr gut gefallen, sie hat genau den richtigen Ton für diese Geschichte getroffen.Wir begleiten Robert und Frie von der Schulzeit bis zu dem Zeitpunkt, wo beide 50 Jahre alt sind. Abwechselnd erzählt die Autorin von Frie, die es kaum erwarten kann, ihr Elternhaus zu verlassen und von Robert, der mithilfe seiner Musik, kleinere und größere Schwierigkeiten verarbeitet. Beide Lebenswege habe ich sehr gern verfolgt. Frie, die einen ausgeprägten Drang nach Selbstbestimmung und Freiheit hat, ist mir genauso sehr ans Herz gewachsen wie Robert mit seiner verlässlichen und sensiblen Art. Auch die Nebenfiguren haben zu der guten Unterhaltung beigetragen, allen voran Generalmajor Selk, der in Roberts Leben eine wichtige Rolle spielt. Die vielen Stationen eines Lebens werden ebenso klar wie feinfühlig erzählt, sodass sich wahrscheinlich jeder in der ein oder anderen Szene wiederfinden wird. Manches ging mir zwar ein wenig zu sehr ins Detail, wodurch sich die Handlung ab und zu etwas in die Länge zog, doch das hat mich gar nicht wirklich gestört. Dafür mochte ich die Geschichte einfach zu sehr. Beeindruckend fand ich, dass der Roman völlig ohne Kitsch auskommt, obwohl es eigentlich ständig um Gefühle geht. „Man sieht sich“ ist eine wunderschöne, kluge Geschichte über die manchmal „maßlose Anstrengung des Jungseins“, das Erwachsenwerden und die Frage, ob es für alles im Leben den richtigen Zeitpunkt braucht.

christine.stratmann am 01.07.2024 18:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Komplizierte Beziehung

Das Cover passt sehr gut zum Buch. Die 3 roten Balken für die 3 beschriebenen Lebensabschnitte und das Pärchen dazwischen.Das Buch hat mich von Anfang an sehr gefesselt. Es ist leicht und flüssig zu lesen und beschreibt abwechselnd aus der Sicht von Frie und Robert die jeweilige Lebensphase. Zunächst die Zeit des Schulendes mit der Leichtigkeit der Jugend auch in Bezug auf die Liebe, dann die Zeit 14 Jahre später, in der die Verpflichtungen der Mutterschaft und des Arbeitslebens alles beeinflussen und die Leichtigkeit der Jugend verdrängt haben und dann 20 Jahre später, als diese Verpflichtungen keine so wesentliche Rolle mehr spielen. Das Leben der beiden Protagonisten ist so unterschiedlich und sie finden immer wieder für einige Zeit zueinander. Mir ist es, vielleicht auch aus Altersgründen, sehr leicht gefallen mich in diese Zeiten und Verwirrungen zu versetzten. Ich empfehle das Buch daher besonders für Personen Ü50.

kwinsu am 01.07.2024 00:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Beziehungsstatus: kompliziert

Frie und Robert werden in den späten 1980er Jahren an der Oberstufe beste Freunde. Doch während sie ihre Freundschaft genießt, ist Robert heimlich in Frie verliebt. Im Laufe der Jahre verlieren sie sich immer wieder aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn. Immer wieder kommt es bei verschiedenen Wiedersehen zu intimen Momenten, aber der Zeitpunkt ist nie der richtige, um sich ganz aufeinander einzulassen. Doch ohne einander geht es irgendwie auch nicht...Julia Karnick nimmt uns in "Man sieht sich" in einen ganz besonderen Mikrokosmos mit - den einer innigen und komplizierten Freundschaft. Frie ist abenteuerlustig, unbedarft und geht offen, aber auch ein wenig naiv in die Welt. Robert ist ernst, weiß was er will und was nicht und hat konkrete Ziele vor Augen. Beide scheinen grundverschieden, haben aber gegenseitiges Vertrauen zueinander. Auch wenn sie sich Jahre nicht sehen, keimt zwischen ihnen sofort wieder das vertraute Gefühl der Geborgenheit auf. Frie ist ab und an schwer von Begriff, kompliziert und sehr selbstfokussiert, ich empfand sie teilweise als sehr nervig, wollte sie packen und schütteln. Oft hat sie Angst vor dem Leben und steht sich selbst dabei im Weg. Robert ist der ruhende, unprätentiöser Pol, der sich aber nicht alles gefallen lässt und gut weiß auf sich selbst zu schauen. Wie ein Magnet ziehen sie sich an und können doch nicht miteinander. Was ich sehr wunderbar an dem Buch fand, ist, dass es um Liebe geht, ohne dabei kitschig und romantisch zu sein. Die Beobachtungen, die die Autorin über ihre Protagonist:innen anstellt, sind unaufgeregt und etwas distanziert, was die Charaktere sehr authentisch wirken lässt. Speziell Roberts Charakter ist für mich besonders geglückt. Er ist vielseitig aber doch sehr klar. Er leidet unter seiner (psychisch) erkrankten Mutter, ohne ihr dafür einen Vorwurf zu machen, was von einer tiefen Reife zeugt. Besonders schön fand ich das immer wieder stattfindende Aufeinandertreffen von Robert und Herrn Selk, einer Freundschaft, bei der Robert die Regeln dieser akzeptiert wie sie sind und sich nichts von ihr erwartet, sondern einfach seine Zeit zur Verfügung stellt. Speziell ist in "Man sieht sich" auch das immer wiederkehrende Thema der Popmusik, was nicht nur daran liegt, dass Robert Musiker ist. Stets begleitet einen ein Soundtrack, Musik hat einen festen Platz im Leben der Protagonist:innen. Schließlich gibt es auch einen gemeinsamen Song, der vielleicht das einzig kitschige Element an der Geschichte ist. Besonders schön finde ich, dass am Ende des Buchs eine Tracklist mit allen relevanten Songs der Story aufgeführt sind - für meinen Geschmack eine hervorragende Compilation! Die Geschichte der beiden wird chronologisch erzählt, wobei immer wieder größere Zeitspannen übersprungen werden. Gekonnt webt die Autorin das zwischenzeitlich Geschehene in die weitererzählte Story ein, sodass ich nie den Eindruck hatte, etwas verpasst zu haben. Trotzdem der Roman fast 500 Seiten umfasst, liest er sich aufgrund des angenehmen und kurzweiligen Erzählstils wie ein dünnes Büchlein. Die Autorin schafft es Bilder zu zeichnen, die einem lang in Erinnerung bleiben.Mein Fazit: "Man sieht sich" ist ein großartiger Roman über Freundschaft und Liebe, der beinahe ohne Kitsch auskommt. Die Charaktere sind vielfältig und authentisch gezeichnet und der ansprechende Erzählstil lässt einen nur so durch die Seiten rasen. Eine perfekte Sommerlektüre, die lange in Erinnerung bleibt.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

bild.de
Einer der liebevollsten Romane dieses Sommers

14.08.2024

WDR 4, Buchtipps
Ein großartiger Roman über zwei Menschen, die füreinander bestimmt zu sein scheinen und alles tun, u...m dem Glück im Weg zu stehen. Einfühlsam und voller Witz und Esprit erzählt die Autorin über Frie und Robert und greift nebenbei noch die großen Lebensfragen auf. mehr weniger

Mike Altwicker, 30.03.2025

denglers buchkritik
Ohhh, wie schööön ist dieser Roman! (…) Eine Zeitreise der ganz besonderen Art.

05.08.2024

Hamburger Abendblatt
So ein Buch muss ein Hit werden, und es hat auch einfach viele Leserinnen und Leser verdient. Es dür...fte längst besonders ein Liebling der Buchhändlerinnen sein. mehr weniger

Thomas Andre, 05.08.2024

Donna Buchclub
Julia Karnicks Roman über zwei, die sich immer wieder verknallen und verlieren kann man kaum weglege...n. mehr weniger

01.08.2024

Münchner Merkur
Julia Karnick, ansonsten als Journalistin tätig, erzählt einfühlsam, lebensnah und sehr erfrischend.... mehr weniger

31.07.2024

Laura
Feinfühlig und mit viel Humor.

17.07.2024

Brigitte
Julia Karnick erzählt hinreißend frisch von einer hartnäckigen Sehnsucht, die uns in jedem Alter aus... der Bahn zu werfen vermag. mehr weniger

Angela Wittmann, 03.07.2024

Emotion
Einfühlsam erzählt Julia Karnick von den Gefühlen und der Zerrissenheit der beiden, die sich Jahrzeh...nte schwertun werden, in ihren bewegten Leben zueinanderzufinden. Klar, schwingt da „Zwei an einem Tag“ mit und für mich auch mein eigenes Erwachsenwerden in den 90ern – das macht es ja so wunderbar! mehr weniger

02.07.2024

Frau im Leben
Perfekte Sommer-Lektüre!

Isabella Huber, 01.07.2024

TV Hören und Sehen
Tolle Figuren, sehr lebensnah – mitreißend!

28.06.2024

Main Post
Ein mitreißend und liebevoll erzählter Roman übers Jungsein und Erwachsenwerden in den Neunzigern, ü...ber gelebte Träume und verpasste Gelegenheiten – und über eine neue Chance im Hier und Jetzt. mehr weniger

20.06.2024

Für Sie
Ein wunderbarer Roman, der ganz lässig auch große Lebensfragen verhandelt.

Annette Schroeder, 19.06.2024

Der Hamburger Newsletter
Wer ›Zwei an einen Tag‹ von David Nicholls geliebt hat, wird dieses Buch auch nicht mehr aus der Han...d legen. mehr weniger

06.06.2024

Der Soundtrack zum Roman


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