Ein warmherziges, zart-witziges und ehrliches Buch über Momente am Boden und den langen Weg zur Verarbeitung von Schicksalsschlägen.
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Pause
Nach einem einschneidenden Erlebnis zieht Hanna Hals über Kopf von Berlin in ihre alte Heimat Lüneburg zurück – zu ihren Eltern, in ihr altes Kinderzimmer, das mittlerweile das Büro ihres Vaters ist, samt Drucker, elektrischen Rollos und 90 cm Gästebett. Doch wie soll das funktionieren: ein Familienalltag von null auf hundert mit drei erwachsenen Menschen, die seit jeher Konflikte lieber unter den Teppich kehren, als sie zu klären? Zwischen alten und frischen Wunden muss Hanna lernen, sich selbst zu heilen und ihre Familie mit anderen Augen zu sehen. Und sie entdeckt, dass einen die Liebe auch in den in den hilflosesten Momenten findet …
Ein warmherziges, zart-witziges und ehrliches Buch über Momente am Boden und den langen Weg zur Verarbeitung von Schicksalsschlägen.
Bibliografische Daten
1. Auflage
Lena Kupke
Lena Kupke, geboren 1986, hat English Studies und Geschichte in Bonn studiert. Sie ist Autorin und Stand-up-Comedian. 2021 erschien ihr Stand-up Comedy Special im ZDF sowie ihr Sachbuch ›Wahrheit oder Pflicht‹. Sie ist häufig zu sehen bei Till Reiners´ ›Happy Hour‹ auf 3Sat und bei ›Falsch, aber anders lustig‹ in der ARD Mediathek. ›Pause‹ ist ihr Debütroman.
6 - 10 von 163 Leserstimme
Wie das Leben so spielt
Nachdem Hannas Leben so arg aus den Fugen geraten ist, dass plötzlich nichts mehr geht und sie sich schließlich im Krankenhaus wiederfindet, muss sie, mit ihren 36 Jahren, zurück ins Haus ihrer Eltern ziehen. Von Berlin nach Lüneburg und dann auch noch mitten hinein ins elterliche Familienleben - für Hanna nicht nur eine Niederlage, sondern der reinste Alptraum. Lena Kupke erzählt in ihrem Roman „Pause“ die Geschichte vom langen und schmerzhaften Weg der Selbstfindung. Sie erzählt von Familie, von Verlust, Liebe und der Verarbeitung von Schicksalsschlägen, sowie von Zusammenbruch und Neubeginn. Vielleicht war ich im ersten Moment vom schonungslos offenen Schreibstil und der, teils überaus humorvollen, Ehrlichkeit der Autorin etwas „schockiert“. Allerdings habe ich diese dann auch ebenso schnell lieben gelernt. Rückblickend betrachtet würde ich sagen, macht genau diese das Buch nicht nur aus, sondern trägt auch dazu bei, dass die Passagen nicht langatmig erscheinen. Auch die Charaktere finde ich großartig gezeichnet und dargestellt. Manchmal vielleicht etwas „drüber“, doch genau deshalb fühlen sie sich auch so ECHT an.Ja, im Buch werden allerhand Klischees bedient, allerdings möchte ich mich nicht davon freisprechen, dass ich diese, genauso wie Hannas gelegentlich doch recht „unpassenden“ Gedanken, nicht manchmal auch genau so in meinem Kopf habe. Auch kenne ich das Gefühl der Hauptprotagonistin nur allzu gut, wenn das Leben plötzlich über einem zusammenbricht, man Schicksalsschläge erleidet, ohne Plan dasteht, das Umfeld mit Schweigen reagiert und man als logische Konsequenz Panikattacken entwickelt. Sich nur noch nach einer PAUSE sehnt. Daher ist die Erzählung aus meiner Sicht absolut authentisch, nachvollziehbar und dabei auch noch herrlich ehrlich, teilweise „rotzig“ und ebenso mutig. Mich hat das Buch jedenfalls komplett abgeholt und auch sehr berührt. Ich habe übrigens das Hörbuch gehört und war bei der Auswahl zunächst etwas skeptisch, da es sich um eine Autorenlesung handeln sollte. Völlig unbegründet, denn wie sich schnell herausstellte, lag ich mit meinen Befürchtungen völlig falsch! Ich glaube sogar, dass erst das gesprochene, eigene Wort von Lena Kupke der Geschichte so richtig Leben und Tiefgang eingehaucht hat. Durch ihren lebhaften, akzentuierten Vortrag hat sie nicht nur die jeweils vorherrschenden Stimmungen lebensecht transportiert, sondern auch die Einzigartigkeit der jeweiligen Charaktere. Insbesondere die Darstellung der Mutter - ich kenne diese Art von Menschen und konnte sie 1:1 wiedererkennen - ist grandios! Fazit: Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht diesem Hörbuch zu lauschen! Es hat mich sowohl zum Lachen und Erröten, als auch zum Nachdenken und Weinen gebracht. Aufgrund eigener, ähnlicher Erfahrungen hat es mich darüber hinaus auch sehr berührt, ja, vielleicht sogar Trost und Hoffnung gespendet. Für mich auf jeden Fall ein nachhallendes Jahreshighlight, das ich wärmstens empfehlen kann!
Zusammenbrechen, Innehalten und wieder Aufstehen
Pause ist ein ehrliches, warmes und stellenweise überraschend lustiges Buch über einen Moment im Leben, in dem einfach nichts mehr geht.Im Mittelpunkt steht Hanna, 36, die nach einem Zusammenbruch zurück zu ihren Eltern nach Lüneburg zieht. Nicht freiwillig, nicht geplant und ganz sicher nicht begeistert. Plötzlich liegt sie wieder in ihrem alten Kinderzimmer, das inzwischen eher Büro als Rückzugsort ist, und muss sich mit ihrer Familie, ihrer Vergangenheit und sich selbst auseinandersetzen.Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch schwere Themen behandelt, ohne dabei dauerhaft schwer zu sein. Es geht um Überforderung, alte Wunden, Familie, Schicksalsschläge und darum, Hilfe überhaupt erst annehmen zu können. Gleichzeitig gibt es immer wieder trockenen Humor und sehr echte, unangenehm-witzige Alltagssituationen.Hanna wirkt nicht perfekt, sondern oft erschöpft, überfordert und manchmal auch trotzig. Genau dadurch fühlt sie sich sehr nahbar an.Der Schreibstil ist leicht, direkt und emotional, ohne kitschig zu werden. Man kommt schnell in die Geschichte rein und bleibt nah an Hanna dran.Insgesamt ein berührendes Buch über Zusammenbrechen, Innehalten und langsam wieder Aufstehen.
Fallen & Aufstehen
"Pause" von Lena Kupke ist ein Debüt, dass mir ausgesprochen gut gefallen hat, weil es so ehrlich & so real ist.Hannah ist 36 und im Ausnahmezustand. Sie kann die Last ihres Lebens nicht mehr tragen. Sie will alles mit sich selbst ausmachen.Sie will niemandem zur Last fallen.Sie ist auf der Flucht vor sich selbst.Sie fühlt sich nicht gesehen & nicht verstanden.Sie ist hilflos & wütend.Gebannt bin ich Hanna gefolgt, habe mitgelitten und mich in manchen Siuationen wiedererkannt. Konnte die Gefühle von Hanna nachvollziehen, dass sich manchmal alles falsch anfühlt, man von sich selbst genervt ist, man irgendwie immer auf der Suche ist & doch nirgendwo ankommt - und das Schweigen manchmal einfacher ist, weil die richtigen Worte fehlen, obwohl man weiß: Reden hilft."Du weißt nicht, wie stark Du bist, bis Du stark sein musst."Eine Geschichte vom Fallen, Aufstehen, Neusortieren & Weitermachen. Eine Geschichte, die aufwühlt und darüber nachdenken lässt, ob man selbst immer gut für sich sorgt.
emotional
Hanna erleidet einen Zusammenbruch und landet somit unerwartet wieder zu Hause in ihrem Kinderzimmer. Das wirbelt nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Eltern, der Schwester, vom Freund .... durcheinander. Viel hat sich in den letzten Jahren bei Hanna aufgestaut und zwar nicht nur aus der kurzfristigen Vergangenheit, sondern auch schon aus der Kindheit. Mir gefällt dieser Roman so gut, weil ich ihn für sehr authentisch halte und weil er in mir sehr viele Emotionen hervorgerufen hat. Ich habe laut gelacht, mitgefühlt, ungläubig den Kopf geschüttelt und Trauer nachempfunden. Das Schlagwort "Pause" hat mich sofort getriggert, weil ich es persönlich ganz oft verwende, wenn ich denke, dass Menschen in meinem Umfeld, bzw. ich selbst, diese nötig haben. Selbstfürsorge ist ein großes Thema, das leider oft vernachlässigt wird. Ich habe das Buch nicht nur gelesen, sondern auch als Hörbuch genossen. Die Autorin ist eine fabelhafte Sprecherin.
Pause bei der Familie
„Pause“ von Lena Kupke fühlt sich beim Lesen unglaublich nahbar und lebensnah an. Im Zentrum der Geschichte steht die 36-jährige Hanna, die an einen Punkt kommt, an dem ihr Körper nicht mehr kann und sie deshalb wieder bei ihren Eltern in ihr altes Kinderzimmer einzieht. Gerade diese Situation wirkte auf mich sehr authentisch, weil nicht nur Hanna mit allem überfordert ist, sondern auch ihre Eltern, die sich längst an ihren eigenen Alltag gewöhnt haben. Plötzlich müssen alle wieder miteinander klarkommen, was natürlich Spannungen mit sich bringt. Daraus entstehen viele unterschwellige Konflikte, Reibereien und dieses permanente Gefühl, dass vieles unausgesprochen bleibt.Besonders überzeugt hat mich die Darstellung der Familienbeziehungen. Die Figuren reden selten offen miteinander, vieles wird eher verdrängt oder nur angedeutet. Das zeigt sich auch in Hannas Beziehung zu Paul, in der ehrliche Kommunikation ebenfalls oft fehlt. Gleichzeitig haben alle Charaktere ihre ganz eigenen Eigenheiten. Ich habe oft mitgelitten, war wütend oder sprachlos. Genau dadurch wirken die Figuren glaubwürdig und keineswegs künstlich.Obwohl der Roman ernste Themen behandelt, gibt es immer wieder humorvolle Momente, die die Geschichte angenehm auflockern. Sehr ans Herz gewachsen ist mir außerdem die Nachbarin Helen. Sie scheint die erste Person zu sein, die Hanna wirklich zuhört und ihre Gefühle ernst nimmt, ohne sie klein zureden.An einigen Stellen bleibt der Roman allerdings eher vage. Vor allem bei Hannas Fehlgeburt und den Umständen, die letztlich zu ihrem Krankenhausaufenthalt führen, hätte ich mir teilweise mehr Hintergrund gewünscht. Vieles wird nur angerissen. Gleichzeitig passt genau das vielleicht auch zur Geschichte, weil das echte Leben eben oft keine eindeutigen Antworten liefert.Insgesamt ist „Pause“ ein emotionaler, ehrlicher und zugleich humorvoller Roman über Überforderung, familiäre Beziehungen und den Wunsch, endlich wirklich gesehen zu werden.
Neuanfang
Mit Pause erzählt Lena Kupke eine sehr ehrliche und emotionale Geschichte über Überforderung, Trauma und den schwierigen Versuch, im Erwachsenenalter noch einmal neu anzufangen. Die Hauptfigur Hannah kehrt nach einem Zusammenbruch zurück zu ihren Eltern nach Lüneburg. Eigentlich ist die Umgebung vertraut, doch gleichzeitig fühlt sie sich wieder wie ein Teenager, der sich in alte Familienstrukturen einfügen muss. Genau dieses Gefühl macht das Buch für mich so authentisch und nahbar.Besonders gelungen fand ich die vielen kleinen Alltagssituationen zwischen Hannah und ihren Eltern. Themen wie Hausschuhe, unterschiedliche Vorstellungen vom Zusammenleben oder das unangenehme Gefühl, vor den Eltern nicht einfach entspannt sein zu können, wirkten unglaublich echt. Gerade diese Kleinigkeiten haben mich oft an meine eigene Familie erinnert. Das Buch beschreibt sehr gut, wie schnell man sich im Elternhaus wieder in alte Rollen zurückversetzt fühlt, selbst wenn man längst erwachsen ist. Auch Hannahs Gedanke, dass bei den Eltern und allen im Umkreis immer alles mühelos und organisiert wirkt, während man selbst mit dem eigenen Leben kämpft, konnte ich sehr gut nachvollziehen.Hannahs innere Unsicherheit und ihre Schwierigkeiten, wieder Halt im Leben zu finden, wurden sehr nachvollziehbar beschrieben.Der Schreibstil hat mir insgesamt gut gefallen. Er ist ruhig, direkt und angenehm zu lesen. Allerdings hat mich das Buch nicht komplett in einen Lesefluss gezogen. Manche Stellen wirkten auf mich etwas langsam, wodurch mich die Geschichte emotional nicht immer vollständig mitgerissen hat. Trotzdem blieb das Buch durch seine Ehrlichkeit und die authentischen Familiendynamiken durchgehend interessant.Insgesamt ist Pause ein sehr realistischer Roman über mentale Gesundheit, familiäre Beziehungen und das Gefühl, in den Dreißigern noch einmal von vorne anfangen zu müssen. Für mich deshalb eine klare Empfehlung und verdiente 4 von 5 Sterne.
Ein gelungenes Debüt
Hanna kann nicht mehr. Seit einem Zusammenbruch auf der Arbeit wohnt sie vorübergehend bei ihren Eltern. Zurück ins ehemalige Kinderzimmer, was nun Papas Arbeitszimmer ist; zurück in die Kinderrolle, die so leicht einzunehmen ist. Als wäre sie eine auferlegte Regel innerhalb des Familienbundes. Generell ist jedes Familienmitglied danach bestrebt, die zugeschriebene Rolle einzuhalten. Mama sitzt nie still für mehr als 5 Minuten, Papa hält seinen wohlverdienten Mittagsschlaf, Sara ist die kleine Schwester die stets nach Unterstützung fragt und alle zusammen halten daran fest nie über die wirklich schlimmen Dinge zu sprechen, nie wird etwas aufgearbeitet es wird einfach immer weitergemacht. Bis man nicht mehr "einfach so weitermachen" kann, wie Hanna schmerzlich feststellen muss.Auch wenn es jetzt danach klingt, als wäre "Pause" schwere Kost, habe ich es so gerne gelesen und viel gelacht. Lena Kupke schafft mit ihrer besonderen Art und ihrem Humor, auch auf die schwierigen Themen im Leben hinzuweisen. Hanna und ihre Familie werden so herzerwärmend schrullig dargestellt, dass es sich schon fast beruhigend anfühlt, diese Familie und ihre Dynamiken zu beobachten. Mehr als einmal fühlt sich vermutlich jede*r Lesende ertappt, denn hier wird ein bemerkenswert breites Spektrum menschlicher Verhaltensweisen abgebildet. "Pause" schafft die Balance zwischen unterhaltsamer Sommerroman und Mental-Health-Check.Den einzigen Minuspunkt muss ich leider für die Auflösung am Ende vergeben. Das war mir dann doch ein bisschen zu sehr "the easy way out".Alles in allem ist "Pause" ein gelungener Debütroman und ich freue mich schon darauf, noch mehr von Lena Kupke zu lesen.
Zwangspause
Lena Kupke erzählt hier die Geschichte von Hanna aus Berlin, die in Magdeburg zusammenbricht und in die Notaufnahme kommt. Ihr Lebensgefährte hat keine Zeit und Lust, sie abzuholen, so landet sie bei ihren Eltern im Kinderzimmer in Lüneburg, wo sie auch aufgewachsen ist. Dort ist sie eigentlich ein bisschen übrig und möchte gerne wieder nach Hause, doch ihr Körper spielt einfach nicht mit. Immer wieder hat sie Panikattacken und Weinkrämpfe. Das Leben im Elternhaus katapultiert sie wieder zurück in die Kindheit, viele alte Muster sind plötzlich wieder da. Hannas Körper verlangt eine Pause und sie muss dem nachgeben. Sie hat Zeit nachzudenken und vieles zu hinterfragen. Ihre Eltern und die Schwester sind nicht wirklich herzlich, wobei man nicht weiß, ob das schon immer so war, oder sie mit dieser Situation auch überfordert sind.Wir erleben den Alltag mit dieser Familie, die sich ausschweigt und nicht auf Spurensuche geht, was mit Hanna geschehen ist, oder wie man ihr wirklich helfen kann. Eine Nachbarin und ein neuer, einfühlsamer Freund einer Dating App schaffen es aber zu Hanna durchzudringen. Bei diesen Menschen kann sie das Unaussprechliche endlich in Worte fassen, dies geschieht, ohne dass man dies mitlesen kann. Hannas Probleme werden während des ganzen Buches nur angedeutet. Lange habe ich etwas damit gehadert. Warum dies nicht wirklich auf den Punkt gebracht wird, sondern es ausschließlich bei Andeutungen bleibt. Letztendlich ist dieses Schweigen aber konsequent, denn Hannas Problem wird in unserer Gesellschaft gerne verschwiegen. Derartige Verluste können Frauen alleine bewältigen, Neuversuche starten oder sich einfach nicht so anstellen.Hanna versucht bei ihrem Arzt Hilfe für die Bewältigung ihrer Verluste zu bekommen. Als die Familie durch den Tod eines Angehörigen einen gemeinsamen Verlust erleidet, brechen einige Verhärtung auf.Die Autorin hat die Problematik gut aufgegriffen und erzählt. Durch verschiedene Wendung gelingt es, ihr Dynamik in die Familie zu bringen und Verhärtung aufzubrechen. Sie zeigt auf, dass solche Anfänge schmerzhaft sind und einen Weg bedeuten. Lena Kupke hat ihr Buch selbst eingelesen, das ist ihr gut gelungen.
Mehr als eine Pause
Hanna macht eine Pause, das stimmt, aber nicht wie man sich das vorstellt: Geplant, gewollt, gekonnt und danach gut erholt in den Alltag zurück. Stattdessen wird sie vom Schicksal dazu gezwungen, das es ohnehin nicht besonders gut mit ihr meint.Vielleicht ist diese erzwungene Unterbrechung am Ende gar nicht das Schlechteste, denn von sich aus hätte Hanna sie vermutlich nie eingeleitet. Auch wenn die Auszeit bei ihren Eltern alles andere als wohltuend wirkt.Ein Buch, in dem viel aktuelle Welt und Alltäglichkeit einfach und ohne große Inszenierung erzählt wird. Menschen, die ständig sagen "Das ist mir jetzt aber zu viel", es nicht böse meinen, aber bei lauter Selfcare gar nicht merken, wer denn wirklich mal diese Grenze setzten sollte. Zum Beispiel Hannas Freund Paul, "Ne, Hanna, das kann ich jetzt wirklich nicht", Hannas Mutter "Also jetzt wirklich, das bringt mir zu viel Unruhe rein". Überhaupt ist die Rückkehr ins Elternhaus ambivalent: einerseits vertraut, fast heimisch, und zugleich befremdlich, den alten Alltag noch einmal mitzuerleben.Für mich schwingt in dem Buch die Frage mit, ob wir uns vor lauter Selfcare und „Me-Time“ nicht manchmal aus den Augen verlieren, wer uns gerade wirklich braucht, und ob wir uns durch ständige Abgrenzung nicht ein Stück Gemeinschaft verbauen.Reden hilft, auch Hanna. (Auch wenn ich beim Lesen mehr als einmal stellvertretend für sie innerlich an die Decke gegangen bin.) Und Lesen hilft eben auch: zum Beispiel dieses Buch.
Zusammenbruch, Sprachlosigkeit, Neuanfang
In Lena Kupkes Roman „Pause” erzählt die Autorin mit einer schonungslosen Ehrlichkeit, wie es ist, wenn einem der eigene Körper signalisiert, dass es so nicht mehr weitergeht.Hanna ist 36 Jahre alt, arbeitet selbstständig als Illustratorin und lebt mit ihrem festen Freund in Berlin, weit weg von ihren Eltern und der jüngeren Schwester in Lüneburg. Als sie eines Tages mitten in einer Präsentation plötzlich zusammenbricht und in der Notaufnahme aufwacht, nimmt ihr bisher so scheinbar geregeltes Leben eine Wendung ein.Zurück im Elternhaus versucht Hanna gleichermaßen ihren Verpflichtungen in Job und Beziehung nachzukommen und ihr Leben zusammenzuhalten, als auch, sich diesem zu entziehen. Nur nach und nach werden den Leser:innen Puzzlestücke vorgelegt, aus denen sich ein bruchstückhaftes Gesamtbild zusammensetzen und vage erahnen lässt, welche traumatischen Erlebnisse zu Hannas Zusammenbruch geführt haben.Doch den Rückhalt, den sie sich so sehnlichst von den Eltern und der Schwester wünscht, erfährt sie vorerst nicht und auch ihre Beziehung scheint den gemeinsamen Schicksalsschlägen nicht standhalten zu können.Einfühlsam, ungeschönt und mit der richtigen Portion Humor erzählt Kupke hier von Niederschlägen, Neuanfängen und dem schwierigen Weg dazwischen.Ich denke, dass die Autorin mit dieser Geschichte einen Nerv trifft und viele Leser:innen sich in Hanna oder zumindest in ihrer Familiendynamik wiederfinden können. Die unausgesprochenen Konflikte und die Probleme innerhalb der Familie wirken von außen fast harmlos, können aber tiefe Wunden und toxische Muster und damit den Wunsch nach echter Verbundenheit hinterlassen, der es manchmal schwierig macht zu erkennen, welche Menschen einem wirklich guttun. Der Bruch mit ihrem Partner und die Konfrontation mit ihrer Familie am Ende runden die Geschichte damit für mich perfekt ab.Ein absolut empfehlenswertes Buch, dass sich anfühlt wie eine Umarmung, wenn man einfach nur den Pause-Knopf im Leben drücken möchte.
Pressestimmen
Ein warmherziger Debütroman über Selbstfindung, Familie und die Verarbeitung von Schicksalsschlägen.
01.09.2026
Das perfekte Buch für den Urlaub. Denn wer sich endlich eine Auszeit vom Alltag gönnt, versteht sofo...rt, worum es hier geht. mehr weniger
10.08.2026
Ein warmherziges, sehr ehrliches Buch über Überforderung, familiäre Sprachlosigkeit und den langsame...n Weg zurück ins eigene Leben. mehr weniger
Sandra Belschner, 25.07.2026
Süffige Zeitgeistprosa.
Denis Scheck, 01.07.2026
Mein Rat: Pause machen und den Debütroman von Comedian Lane Kupke lesen.
Angela Wittmann, 17.06.2026
›Pause‹ ist verschriftlicht das, was Lena Kupke beherrscht: eine dunkelbunt selbstironische Stand-up...-Comedy-Performance mit rotem Faden, verteilt auf 24 Auftritte, nur diesmal eben in Kapiteln. mehr weniger
Edda Bauer, 12.06.2026
Lena Kupke erzählt in ihrem Debütroman eine Geschichte mitten aus dem Leben. Ihre Figuren sind sehr ...authentisch gezeichnet und man findet alles, was das Herz berührt. Gleichzeitig ist immer viel Humor im Spiel, Selbstironie und Protagonisten, die man liebgewinnt. Für alle, die skurrile Geschichten mögen, die so nur das Leben schreiben kann. mehr weniger
Sabine Abel, 10.06.2026
Der Debütroman von Autorin und Stand-up-Comedian Lena Kupke ist eines dieser Bücher, bei dem man sic...h am liebsten jeden Satz anstreichen möchte. mehr weniger
Palina Dautfest, 09.06.2026
Lena Kupke beschreibt realistisch, eindringlich und zum Teil komisch, was passiert, wenn einem Mensc...hen plötzlich der Boden unter den Füßen wegzogen wird. mehr weniger
Maren Ahring, 08.06.2026
Ihr Blick auf das moderne Leben – auf Erschöpfung, Erwartungsdruck und die Sehnsucht nach einem Mome...nt der Stille – ist so präzise, dass man beim Lesen unwillkürlich innehält. ›Pause‹ ist kein Wellness-Roman und kein Selbsthilfebuch. Es ist Literatur, die uns beim Atemholen zusieht. mehr weniger
Sven Trautwein, 03.06.2026
Es ist ein Buch, das berührt und auch mal traurig ist, doch der schräge Humor sorgt für gelungenen A...usgleich. Man taucht wunderbar in die Geschichte ein und lässt diese auch nicht so leicht los. Ein ganz wunderbares Debüt! mehr weniger
Pia Patt, 02.06.2026
Ein Debüt, das lange nachhallt.
01.06.2026
›Pause‹ ist teilweise extrem lustig, und beschäftigt sich dennoch mit ernsten Problemen.
Eleni Efthimiou, 01.06.2026
Lena Kupke erzählt warmherzig, ehrlich und mit feinem Humor von einem erzwungenen Stillstand, der sc...hmerzhaft ist, aber auch etwas in Bewegung bringt. Ein Roman über Schwäche, Selbstfindung und die Liebe, die manchmal gerade dann auftaucht, wenn nichts mehr geht. mehr weniger
Katrin Jokic, 29.05.2026
Das perfekte Buch für den Moment.
Lydia Herms, 22.05.2026
Die Dramatik dieses Buches liegt im Kleinen und im Realen. Ein echter Page-Turner.
Anna Ostrowski, 16.05.2026