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Stadt des Glanzes, Stadt des Elends

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein ewiger Traum

Berlin, 1920: Nach den dunklen Kriegsjahren zieht der Glanz der Metropole Menschen aus aller Welt an. Auch Magda Fuchs hofft nach einem schweren Schicksalsschlag hier auf einen Neubeginn. Doch als Polizeiärztin lernt sie schon bald die Schattenseiten der schillernden Großstadt kennen. Vor allem die Schicksale der zahllosen verwahrlosten Kinder halten sie nachts wach. Sie werden skrupellos verkauft, aber die Polizei unternimmt nichts dagegen.

Unerwartete Unterstützung erhält Magda von der sich zunächst ruppig gebenden Fürsorgerin Ina und dem etwas fahrigen, aber engagierten jungen Kommissar Kuno Mehring.

Mutig bewegt sich Magda in einer Welt aus Korruption und Verbrechen. Doch dann bietet sich ihr die Chance ihres Lebens, von der sie nicht einmal zu träumen gewagt hatte …


Polizeiärztinnen gab es ab 1900 in Berlin. Diese standen zwar im Dienst der Polizei, führten jedoch keine polizeilichen Arbeiten aus, sondern waren zuständig für die medizinische Betreuung der Opfer von Gewaltverbrechen, insbesondere an Frauen und Kindern. Zusätzlich kümmerten sie sich um die gesundheitliche Versorgung der zahlreichen Prostituierten in den Zwanzigerjahren. Das Amt einer Polizeiärztin wurde für eine geringe Entlohnung nur nebenberuflich bekleidet.

»›Die Polizeiärztin‹ entführt einen in die 1920er Jahre nach Berlin. Man spürt die Atmosphäre, ist mittendrin im Geschehen. Gierig saugt man das Leben und die spannende Geschichte auf.«
Alex Dengler denglers-buchkritik.de 28.06.2021

»Fesselnder Auftakt einer spannenden historischen Trilogie mit starken Charakteren.«
Mainhattan Kurier, 21/2021

Bibliografische Daten

EUR 9,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-43890-2
Erscheinungsdatum: 02.03.2021
2. Auflage
544 Seiten
Sprache: Deutsch
Autor*innenporträt

Helene Sommerfeld

Helene Sommerfeld ist das Pseudonym eines in Berlin lebenden Autoren-Ehepaars. Ihre Trilogie um die Ärztin Ricarda Thomasius hat ihre Leser mitten ins Herz getroffen und erreichte Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste.

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132 von 132 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.68 von 5 Sternen


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5 - 10 von 132 Leserstimme

bücherliebende10 am 13.04.2021 11:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ein gelungener Auftakt

Berlin 1920. Die 30-jährige Ärztin Magda Fuchs lässt nach einem schweren Schicksalsschlag ihre Heimat Hildesheim hinter sich und startet als Polizeiärztin einen Neuanfang in Berlin. Schon sehr schnell wird sie mit den Schattenseiten der glitzernden Metropole bekannt gemacht. Gleich bei ihrem ersten Einsatz wird Magda mit einem Mord konfrontiert. Es sieht aus wie ein Familiendrama. Ein alkoholisierter Mann hat seine streitsüchtige Frau getötet und die einzige Zeugin ist die sechsjährige Tochter. Obendrein ist der kleine Sohn unauffindbar. Gemeinsam mit der ruppig gebenden Fürsorgerin Ina und dem engagierten jungen Kommissar Kuno Mehring kommt Magda bald einem schrecklichen Verbrechen auf die Spur…. Das Autorenduo Helene Sommerfeld hat mit diesem Buch einen sehr gelungenen Auftakt zu ihrer neuen Reihe rund um die Polizeiärztin Magda Fuchs vorgelegt. Magda Fuchs ist eine Figur, die mir sofort ans Herz gewachsen ist. Mit dem Herz am richtigen Fleck, viel Feingefühl und sturer Hartnäckigkeit nimmt sie sich den Sorgen und Ungerechtigkeiten der Menschen an. Vor allem die der Kinder. Denn diese scheinen zu diesen Zeiten niemanden zu interessieren. Womit Magda, Ina und Kommissar Kuno hier konfrontiert werden und was für Abgründe sich auftun, damit hätte die junge Ärztin niemals gerechnet. Und auch mich haben die Schicksale der Kinder nicht kalt gelassen und sehr betroffen.Die Stimmung ist dazu sehr düster und etwas drückend. Aber auch, durch die vielen Krimi-Elemente, sehr spannend. Für mich die perfekte Mischung. Das einzige mit dem ich zunächst ein wenig überfordert war, waren die vielen Charaktere. Denn neben Magda, Ina und Kuno, begleiten wir auch noch Celia, die sich aus ihrer Ehe befreien möchte, Doris, eine junge Frau die sich ihren Traum als großen Star verwirklichen möchte, Ruth, eine Rechtsanwältin die sich wenig um Konventionen schert und Erika, die sich als Polizeireporterin behaupten möchte. Diese ganzen Figuren überzeugen alle auf ihre eigene interessante Art und sind gut in den Roman eingebaut.Allerdings braucht man ein wenig Zeit um alle kennenzulernen. Aber wenn man sich dann ein wenig eingelesen und den roten Faden gefunden hat, ist es ein sehr spannendes und unterhaltsames Leseerlebnis.Mir hat dieser Ausflug in die zwanziger Jahre wieder sehr gut gefallen. Auch wenn ich schon viele Romane mit starken Frauen, zu dieser Zeit gelesen habe, so kann ich trotzdem nicht genug davon bekommen. Daher wird die Fortsetzung auf jeden Fall bei mir einziehen. Denn ich bin so gespannt, wie es nach diesem Ende weitergeht

monal am 13.04.2021 10:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Großartiger Roman über Berlin vor 100 Jahren

Wieder ein großartiger Roman des Autorenduo, Helen Sommerfeld. Aufgrund der früheren Romane hatte ich an diesen neuen Serienauftakt sehr hohe Erwartungen!Und: ich wurde nicht enttäuscht! Man nimmt uns mit in eine Geschichte, des Berlin der 20iger Jahre. Die Schere zwischen arm und reich klafft sehr weit auf, viele leben nach dem Krieg von der Hand in den Mund, die anderen lassen es sich im wahrsten sinne des Wortes gut gehen. Unsere tolle Protagonistin, die Polizeiärztin Magda, ist neu in der Großstadt und stellt sich all diesen neuen und schweren Herausforderungen (beruflich und privat). Ich muss sagen, mich hat nicht nur die Geschichte überzeugt! Das ganze Buch ist gekonnt gestaltet, vom Titel, der nicht viel über die Handlung verrät, bis zum Klappentext, der neugierig auf die Geschichte macht, über das toll gestaltete Cover.Meiner Wahrnehmung nach, würde ich das Buch mit großer Wahrscheinlichkeit in der Buchhandlung zur Hand nehmen und kaufen. Der Schreibstil des Autorenduos, fesselte mich ab der ersten Zeile. Toll finde ich auch die einzelnen Charaktere, denn sie sind unglaublich authentisch geschildert und ausgeschmückt. Ich konnte diese Geschichte kaum aus der Hand legen und fiebere bereits jetzt dem nächsten Teil entgegen.Von meiner Seite, eine absolute Leseempfehlung an dieser Stelle und verdiente fünf Sterne für den ersten Teil der >Polizeiärztin<

duenefi am 12.04.2021 16:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ein Roman über starke Frauen im Berlin der 1920er Jahre - sehr lesenswert!!

"Das Leben, ein ewiger Traum" von Helene Sommerfeld ist im März 2021 als Taschenbuch mit 544 Seiten bei dtv erschienen. Es handelt sich um den Auftakt einer Trilogie.Helene Sommerfed ist das Pseudonym eines Berliner Autoren-Ehepaares, das bereits sehr erfolgreich z.B. mit der "Die Ärztin"-Serie war.Schon die Aufmachung des Romans ist sehr gelungen und liebevoll gestaltet mit dem Stadtplan Berlins aus jener Zeit zu Beginn und des durchaus bisweilen hilfreichen Personenverzeichnisses am Schluß.Magda Fuchs fängt nach dem schmerzhaften Verlust ihres Mannes ein ganz neues Leben an. Sie lässt ihre Heimat und alles Bisherige hinter sich und nimmt in Berlin den Posten einer Polizeiärztin an. Magda findet ein Zimmer in einer kleinen Pension für alleinstehende, ehrbare Frauen und dort sowie bei ihrer Arbeit im Gefängnis kreuzen einige Frauen ihren Weg, die sich ebenfalls durchs Leben kämpfen müssen, dies aber mit Ehrgeiz und Stärke zu tun vermögen!Mit Celia verbindet Magda bald eine Menge, und bei ihrer Arbeit engagiert sie sich enorm, da ihr die ärmlichen Verhältnisse und die Schicksale der Insassinnen sehr nahe gehen und am Herzen liegen.Das Autorenduo hat einen detailliert recherchierten historischen Roman aus dem Nachkriegsberlin der 20er Jahre geschrieben, der wirklich abwechslungsreiche und tolle Lesestunden bereitet.Die Erzählperspektive wechselt sich ab, die Hauptprotagonistinnen haben jede für sich eine schicksalhafte Geschichte und ihre ganz eigenen Probleme zu stemmen. Dabei sind sie ganz unterschiedlich, was den Plot sehr unterhaltsam macht.Die damaligen Zeiten, kurz nach dem Krieg, als auf der einen Seite Armut und Hunger dominierten, auf der anderen Seite aber Vergnügungen, Alkohol und ein leichtes Lotterleben nicht unüblich waren, wurden hier aussagekräftig dargestellt haben mich schon immer fasziniert.Kombiniert mit viel Lokalkolorit und dem unverkennbaren Dialekt, der sich vor allem in den niederen Gesellschaftsshchichten widerspiegelt, hat das Ehepaar einen wirklich sehr lesenswerten historischen Roman geschrieben, den ich absolut empfehlen kann.Ich freue mich schon auf den zweiten Band um Magda Fuchs!

recensio am 12.04.2021 13:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Historisch, spannend, lesenswert

Ich lese gerne hin und wieder Romane mit historischen Settings. Darum möchte ich aktuell unter dem Motto #malwasanderes unbedingt jedem „Das Leben, ein ewiger Traum“ ans Herz legen. Das Autorenehepaar hinter dem Pseudonym Helene Sommerfeld setzt die Handlung ins Berlin der zwanziger Jahre und trifft damit bei mir voll ins Schwarze.Nach dem Tod ihres Mannes, verlässt Magda Fuchs ihr ländliches Zuhause und fängt in Berlin ein aufregendes Leben als Polizeiärztin an. Gerade dort angekommen, wird sie zu ihrem ersten Fall gerufen. Neben der Polizeiarbeit steht aber ein weiteres großes Thema im Mittelpunkt der Handlung: die Frauenbewegung.Neben Magda müssen sich auch Ina und Ruth im rauen Berlin behaupten und für ihre Rechte als Frauen eintreten. Der gemeinsame Kampf für die Emanzipation bringt die Lebenswege der drei Frauen zusammen. Die Autoren verstehen es, Magda, Ruth und Ina zu den großen Sympathieträgerinnen der Story zu machen. Alle drei sind realistisch und glaubwürdig gezeichnet. Ich habe mit jeder von ihnen mitgefiebert.In zwar recht langen, aber wirklich spannend erzählten und gut lesbaren Kapiteln schildert das Autorenpaar das Berliner Leben mit all seinen Vorzügen und Schattenseiten zu dieser Zeit. Mir persönlich hat dabei der chronologisch nachvollziehbare Ablauf der Handlung sehr gut gefallen. Dabei wechselt die Perspektive häufig. In sehr bildgewaltigen Beschreibungen taucht man als Leser immer wieder in die verschiedenen Welten der drei Frauen ein, wobei sie nie das ausgewogene Verhältnis zwischen Kriminalgeschichte und historischer Betrachtung der Frauenbewegung aus den Augen verlieren. Persönliches Fazit: Mit „Das Leben, ein ewiger Traum“ hat mich das Autorenduo um Helene Sommerfeld total in den Bann gezogen. Ich warte schon jetzt gespannt auf den nächsten Teil, da mich die Story um das Berlin der zwanziger Jahre total fasziniert hat. Fans von historischen Romanen kann ich dieses Buch deshalb nur empfehlen.

bezel64 am 11.04.2021 20:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Starke Frauen !

Das Buch "Das Leben ein ewiger Traum" von Helene Sommerfeld ist sehr ansprechend und liebevoll gestaltet. Zu Beginn ein Stadtplan von Berlin des Jahres 1921 und am Ende des Buches eine Übersicht über die im Roman vorkommenden Personen und dann nochmal eine bildhafte Darstellung der weiblichen Protaginistinnen. Auch das Cover, in harmonischen Farben gestaltet, gefällt mir sehr. Das Autorenehepaar hat sich hier sehr viel Mühe gegeben. In Anbetracht der Vielzahl der Personen war die Aufstellung für mich aber auch durchaus hilfreich.Die Handlung des Romans entführt uns in das skandalumwitterte Berlin der zwanziger Jahre.Celia von Liebenau, Magda Fuchs, Ina Dietrich, Ruth Jessen sind nur einige von vielen starken und mutigen Frauenfiguren dieser Zeit. Jede verfolgt ihren eigenen Plan und ist auf der Suche nach ihrem persönlichen Liebesglück. Die Geschichten haben mich gefesselt und ich konnte mich sehr gut in die Lage dieser Frauen hineinversetzen. Das Buch zeigt aber auch die Schattenseiten dieser Zeit.Das Schicksal der vielen kranken, hungernden und alleingelassenen Kinder hat mich sehr betroffen gemacht. Gewinner und Verlierer dieser Zeit sind erschreckend deutlich spürbar. Alle Figuren sind authentisch und wie aus dem wirklichen Leben. Eine Lektion in Sachen "Berliner Slang" ist auch noch gratis mit dabei.Insgesamt gesehen kann ich die Lektüre dieses vielschichtigen Buches sehr empfehlen. Ich warte schon gespannt auf die Fortsetzung!

akr am 11.04.2021 18:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Eine Frau geht ihren Weg

Im Jahr 1920 begleite ich Magda Fuchs von Hildesheim nach Berlin. Sie war mit dem Staatsanwalt Bertram verheiratet. Nach einem Schicksalsschlag will sie in Berlin einen Neuanfang wagen und hat sich dort als Polizeiärztin beworben. Eine Unterkunft findet sie in der Pension von Agnes Fahrland. Da die Wohnung zu groß war, vermietet die Pensionswirtin einzelne Zimmer an alleinstehende Damen. In der Pension und bei ihrer Arbeit lernt Magda Fuchs unterschiedliche Frauen kennen, die auf den ersten Blick bei ihrem Auftreten unnahbar wirken, da sie sich in einer Welt behaupten müssen, in der Männer das Sagen haben. Magda Fuchs war es am Anfang nicht bewusst, dass sie es bei ihrer Tätigkeit mit schweren Verbrechen zu tun haben wird. Als Polizeiärztin versucht sie denen zu helfen, die überwiegend Männern schutzlos ausgeliefert sind und hat es mit Schicksalen zu tun, die man nicht so schnell vergisst.Von dem Autorenduo habe ich bereits die Reihe um „Die Ärztin“ gelesen und war begeistert. Auch hier ist spürbar, dass die Autoren die medizinischen sowie die gesellschaftlichen Probleme der damaligen Zeit, gerade im Hinblick auf die Frauen, den Leserinnen näher bringen. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Der Schreibstil ist flüssig und entwickelt sich schnell zum Pageturner. Das Buch umfasst die Jahre 1920 – 1922, in denen wir Magda Fuchs begleiten. Als Leserin kann man schnell mit der Ärztin Magda warm werden, da sie eine sympathische Ausstrahlung hat.Das Autorenduo brilliert mit viel Atmosphäre. Die historische Kulisse von Berlin wird sehr anschaulich und authentisch beschrieben. Unterstrichen wird dieses noch durch die eingestreuten Wörter und Sätze im Berliner Dialekt. Durch die bildhaften Beschreibungen sah ich nicht nur die großen Villen und mondänen Lokalitäten, sondern auch die Armenviertel mit ihren dunklen Hinterhöfen. Zur besseren Orientierung ist im Buch noch ein Stadtplan von 1921 abgebildet.Die Handlung hat mich von Beginn an gefesselt. Da das Ende mit einem Cilffhanger aufwartet, darf man auf die Fortsetzung gespannt sein.

meinekleinebüchersucht68 am 11.04.2021 16:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein spannnender Auftakt

Inhaltsangabe:Berlin 1920Nach dem frühen Tod ihres Mannes beschließt die junge Ärztin Magda Fuchs ihre Heimat Hildesheim zu verlassen und zieht in die Metropole Berlin. Dort findet sie eine Anstellung als Polizeiärztin, aber die Arbeit ist keineswegs eine leichte. Prostitution, eheliche Gewalt und Kindesmisshandlung stehen auf der Tagesordnung. Wird sie den Schicksalsschlägen gewachsen sein oder kehrt sie bald wieder zu ihrer Familie zurück?Die junge Arzttochter Celia von Liebenau hat einen großen Traum: sie möchte in die Fuß-stapfen ihres Vaters treten und Medizin studieren. Dies allerdings missfällt ihrem Ehemann, der sie lieber als Hausfrau und Mutter sieht. Zwischen den beiden gibt es Differenzen und die letzte Distanz ist die Scheidung. Das dieser Weg kein einfacher sein wird, wird ihr nach einem tragischen Unglück mehr als nur bewusst. Wird sich ihr Traum dennoch erfüllen?Nach dem großen Erfolg ihrer Trilogie „Die Ärztin“ legt das Autorenpaar mit dem Auftakt-band Die Polizeiärztin „Das Leben ein ewiger Traum“ einen weiteren Meilenstein vor. Ich muss gestehen, dass ich zwar die erste Bücherreihe besitze, aber sie aus Zeitgründen noch nicht gelesen habe. So durfte ich mit dem neuen Werk mein Debüt feiern. Das Cover und auch der dazugehörige Klapptext haben sofort meine Neugierde geweckt. Ich liebe histori-sche Romane und wenn sie zudem auch noch in Berlin spielen, bin ich sofort Feuer und Flamme. Bereits ab der ersten Seite verliebte ich mich in den flüssigen und bildhaften Schreibstil von Helene Sommerfeld. Dank der detailgetreuen und faszinierenden Kulissenbeschreibung durfte ich die zwanziger Jahre ein und abtauchen. Man nannte diese Zeit auch die goldenen 20er Jahre. Allerdings war die Bezeichnung mehr Schein als Sein, denn es herrschte Nach-kriegszeit. Wie in den allermeisten Großstädten beherrscht Hunger, Armut und Arbeitslosig-keit auch das Berliner Stadtbild. Die meisten Männer kamen als Kriegsverwundete nach Hause, Kinder wurden zum Betteln auf die Straße geschickt und die Prostitution florierte und genau diese Atmosphäre hat das Autorenpaar so brillant eingefangen, dass es mir ein herrliches Kopfkino beschert hat. Nicht nur das ich mich in diese Zeit zurückversetzt fühlte, ich hatte das Gefühl ein Teil des Geschehens zu sein. Die Charaktere wurden ausdruckstark, facettenreich und lebendig gezeichnet und durch die Einstreuung des Berliner Dialektes er-hielt das Gesamtbild seine Authentizität. Die beiden Hauptprotagonistinnen Magda Fuchs und Celia von Liebenau gefielen mir sehr gut. Beide Frauen sind so unterschiedlich, aber haben dennoch sehr viel gemeinsam: sie müssen ihr Schicksal meistern. Dem Autorenpaar ist es hier mehr als nur gelungen, dass der Leser den beiden über die Schultern schauen und sie auf ihren Weg begleiten darf. Ich war erschrocken, über das, was den Kindern angetan worden ist. Nicht nur, dass sie zum Betteln geschickt worden sind, sondern auch von der häuslichen Gewalt oder gar von dem Verkauf der Kinder. Einfach grausam!Schade nur, dass dieses Buch mit seinen 539 Seiten so schnell ausgelesen war und zudem auch noch mit einem Cliffhanger enden musste. Jetzt heißt es bis Herbst 2021 warten und ich hoffe, dass der zweite Band genauso historisch und spannungsgeladen ist wie dieser hier.Was mir auch sehr gut gefallen hat, war am Ende dieses Romanes das Personalregister und wer mag, kann sich noch einmal informieren, wer mit wem in welchem Verhältnis steht.Ich kann nur eins schreiben: ein historischer und spannungsvoller Roman, der den Leser in die Goldenen Jahre nach Berlin entführt. Für mich ein wahrer Lesegenuss und deshalb 5 von 5 Sternen. Wer historische Romane liebt, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen.

sultaninchen am 11.04.2021 11:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Toller Auftakt zu einer Serie über starke Frauen

Magda Fuchs zieht nach dem Tod ihres Mannes und des gemeinsamen Kindes für einen Neuanfang von Hildesheim nach Berlin. Als Polizeiärztin möchte sie helfen und selbst dabei vergessen. Doch der Start in der strahlenden Metropole gestaltet sich alles andere als einfach. Sie hat es vom ersten Tag an mit Mord, Armut und vergessenen Kindern zu tun. Ebenso wird sie als Polizeiärztin von den Kollegen nicht ernst genommen und hat viele Kämpfe auszutragen. In der Pension, in der sie wohnt ist sie allerdings nicht die Einzige Frau, die mit ihrem Los kämpft. Auch Celia, die Tochter der Besitzerin der Pension steckt in einem Leben, welches sie so nie wollte. Verheiratet mit einem älteren Mann wohnt sie einer prunkvollen Villa, in der sie sich nicht wohlfühlt – obwohl sie eigentlich nichts anderes lieber tun würde als Medizin zu studieren. Beide Charaktere haben viele Gemeinsamkeiten – sie kämpfen für ein selbstbestimmtes Leben in den 20er Jahren. Die Zeiten in der Großstadt sind geprägt von Armut, Gewalt, Tradition und der Suche eines Volkes. Der Krieg ist vorbei und die Nation muss sich selbst erst wieder finden und neu definieren. Und vor allem die Frauen wollen nun mehr vom Leben.Das Buch hat mir sehr gut gefallen, die Charaktere sind sympathisch und die Situation ist vielschichtig und schnell erklärt. Am Anfang hatte ich mit den vielen Namen noch Probleme, aber das hat sich schnell gelegt. Ein wunderbarer Auftakt für eine tolle Serie.

hennie am 10.04.2021 16:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Lebendige Geschichte aus dem Berlin von 1920

Ich kannte Helene Sommerfeld noch nicht. Das Autorenduo mit dem Frauennamen hat mich von der ersten Zeile an mitgenommen. Beide haben einen wunderbaren unterhaltenden Schreibstil. Die Charaktere sind authentisch, wie aus dem Leben gegriffen, sowohl die sympathischen als auch die unsympathischen.Um die Polizeiärztin Magda herum entwickelt das Ehepaar eine lebendige Geschichte, die mir die harte Realität im Berlin Anfang der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts recht nah brachte.Die 30jährige Magda Fuchs verläßt ihren etwas verschlafen wirkenden Heimatort Hildesheim nach schweren Schicksalsschlägen. In der Hauptstadt möchte sie einen kompletten Neuanfang wagen. Sie will sich als ausgebildete Frauenärztin um Frauen und Kinder in Notlagen kümmern. Das ist sehr mutig. Gleich bei der Ankunft in Berlin schlagen ihr die rauen, sozialen Verhältnisse entgegen. Nachdem ihr der Koffer am Bahnhof gestohlen wurde, beschließt sie recht pragmatisch, nun ohne Gepäck sofort zur Arbeitsstelle zu fahren. Im Polizeipräsidium angekommen, wird sie direkt an einen Tatort gerufen. So erfährt sie recht schnell die düstere Realität, von der Armut, dem Elend, der Mangelernährung, den gesundheitlichen Zuständen der Kinder in den erbärmlichen Behausungen. Doch die ganze, unvorstellbare Katastrophe, die Alltag ist, wird sie nach und nach erfahren...Ich las sehr erwartungsvoll weiter über die Entwicklung Magdas und die der anderen weiblichen Personen: Doris, Ina, Celia, Erika. Auch die Männer erhalten Profil, aber das entwickelt sich langsamer im Verlauf der Geschichte. Am besten gefiel mir der junge Kommissar Kuno Mehring, der genau wie Magda leidenschaftlich, engagiert und mit Erfolgswillen in seinem Beruf agierte. Die Verhältnisse in dem widersprüchlichen Berlin Anfang der 20er Jahre lösen bei mir Assoziationen aus. Ich fühlte mich besonders, wenn es um Prostituierte, schwangere, junge Frauen oder um die bedauernswerten Kinder ging, an die Illustrationen Heinrich Zilles erinnert. Sein Milieu und die Berliner Schnauze findet man hier eindrücklich repräsentiert.Es ist auch ein Buch über starke Frauen, über ihren Aufbruch in eine andere Zeit, eine Zeit, in denen ihnen das erste Mal in der Geschichte die Verfassung weitgehend die gleichen Rechte einräumte wie den Männern. S. 298 „Dies ist unsere Zeit, die Zeit der neuen Frau. Einer Frau, die für ihre Interessen selbst eintritt.“Die Aufbruchstimmung für die Rechte der Frauen kommt in dem Kapitel „Frauen, die sichtbar werden“ sehr gut zum Ausdruck, ist gut zu spüren. Berühmte Frauen werden angeführt, die bekannte Bildhauerin Renée Sintenis, Frieda Riess, die erfolgreichste Fotografin der Weimarer Republik.„Das Leben, ein ewiger Traum“ ist ein gut gewählter Titel. Träumen kann man immer, aber wohl für die allerwenigsten werden sie wahr werden. Für die meisten Menschen war das Leben in dieser Zeit eher ein Alptraum.Das Jahr 1920, um das es im Buch hauptsächlich geht, gehörte keinesfalls zu den goldenen Zwanzigern. Berlins Schattenseiten stehen im Vordergrund, die grausamen Schicksale von Frauen und Kindern, der Kinderhandel. Die gesellschaftlichen Umstände sind weder glamourös, noch glänzend und auf keinen Fall golden. Es lohnt sich sehr, diesen Auftaktband zu einer Trilogie zu lesen. Ich fühlte mich bestens unterhalten. Helene Sommerfeld gelangen umfassende Einblicke in einen Teil der deutschen Geschichte, die den wenigsten von uns bekannt sein dürfte! Diesen Roman fand ich spannender als viele Krimis! Mit der Anzahl an Toten kann er es auf jeden Fall aufnehmen!Ich bin sehr neugierig auf den Fortsetzungsroman, der im Herbst 2021 erscheint. Von mir gibt es die Höchstbewertung und eine dringende Kauf-/Leseempfehlung.

vo.nicole am 10.04.2021 14:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Spannender historischer Roman

Der erste Band der neuen Reihe um die Polizeiärztin Magda Fuchs „Das Leben ein ewiger Traum“ wurde von Helene Sommerfeld, dem Pseudonym eines Berliner Autoren-Ehepaars, geschrieben. Es beschreibt den mutigen Weg einer jungen Witwe und Ärztin in einer von Männern dominierten Gesellschaft. Der Roman spielt in den „Goldenen Zwanziger“ des 20. Jahrhunderts in der Großstadt Berlin. Eingebettet in historische Ereignisse erlebt der Leser hautnah, dass der Begriff „Goldenen Zwanziger“ oft eine Beschönigung für eine Zeit darstellt, die von vielem Elend und der noch lange nicht erreichten Gleichberechtigung von Mann und Frau geprägt ist. In dieser Zeit wagt Magda Fuchs nach dem Tod ihres Mannes einen Neuanfang in Berlin als Polizeiärztin und hat es gleich mit vielen grausamen Verbrechen zu tun. In dem Kriminalkommissar Kuno Mehring findet sie einen Verbündeten, der sie unterstützt. Neben dem Weg von Magda werden noch weitere Frauen mit ihrer individuellen Lebensgeschichte in dem Roman verknüpft. So kämpft sich die junge Celia von Liebenau mit Hilfe der emanzipierten Juristin Ruth Jessen aus einer arrangierten Ehe in die Freiheit und das wahre Leben. Die junge Doris möchte ihren großen Traum in Berlin verwirklichen und berühmt werden. Und die Fürsorgerin Ina Dietrich wird zur Verbündeten von Magda im Kampf gegen die Ungerechtigkeiten gegenüber Kindern in den heruntergekommenen Vierteln von Berlin. Leserinnen und Leser, die bereits die Bestseller-Reihe „Die Ärztin“ von Helene Sommerfeld gelesen haben, werden dieses Buch ebenfalls verschlingen und sich über die kleinen Verknüpfungen zu Ricarda Thomasius freuen. Auch in diesem Buch schafft es Sommerfeld wieder, die Leserschaft direkt in ihren Bann zu ziehen durch den flüssigen und kurzweiligen Schreibstil, als auch durch den durchweg hohen Spannungsbogen. Vor allem hervorzuheben sind erneut die Charaktere. Mit viel Liebe zum Detail skizziert Sommerfeld die Protagonisten, die einem sehr ans Herz wachsen und mitfühlen lassen. Vor allem die zarte Liebesgeschichte zwischen Magda und Kuno wird durch kokette Dialoge wunderbar dargestellt und hinterlässt ein Lächeln auf den Lippen. Alles in allem eine große Empfehlung für Liebhaberinnen und -liebhaber historischer Romane. Ich freue mich bereits jetzt auf Band 2, der im Oktober 2021 erhältlich sein wird.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Freundin, Leseträume
Liebe und Hass, Armut und Glamour, Auffstieg und Fall: Die große Berlin-Saga versetzt uns in die gol...denen Zwanziger und in die aufregende Welt einer frischgebackenen Polizeiärztin. mehr weniger

mobil - Das Magazin der Deutschen Bahn
›Polizeiärztin Magda Fuchs‹ist die spannende neue Serie der Autorin von ›Die Ärztin‹.

01.10.2021

Passauer Neue Presse
›Das Leben, ein ewiger Traum‹ ist ein tolles Porträt einer Stadt zwischen Glanz und Elend und der in... ihr lebenden Frauen, die beginnen, sich ihre Welt zu erobern. mehr weniger

Carolin Federl, 10.06.2021

Mainhattan Kurier
Fesselnder Auftakt einer spannenden historischen Trilogie mit starken Charakteren.

denglers-buchkritik.de
›Die Polizeiärztin‹ entführt einen in die 1920er Jahre nach Berlin. Man spürt die Atmosphäre, ist mi...ttendrin im Geschehen. Gierig saugt man das Leben und die spannende Geschichte auf. mehr weniger

Alex Dengler, 28.06.2021

Buchjournal extra
[E]in gelungener Mix aus Milieustudie, Spannung und 20er-Jahre-Flair.

01.05.2021

Das BLV
Das Buch ist sehr emotional.

Nadine Döring, 28.04.2021