Buch The Artist und Text Sie tritt aus dem Schatten, auch wenn es bedeutet, ihre Welt in Flammen zu setzen
Buch The Artist und Text Sie tritt aus dem Schatten, auch wenn es bedeutet, ihre Welt in Flammen zu setzen
Sie malt sich ins Licht, auch wenn das bedeutet, ihre Welt in Flammen zu setzen.
The Artist

Die mitreißende Geschichte einer begabten jungen Malerin, die sich, allen Widerständen zum Trotz, Zutritt zur Kunstwelt verschafft. Ein Debüt wie ein mehrschichtiges Gemälde: sinnlich erfahrbar, voller Düfte, Farben, Tiefe, Licht und Schatten. 

Provence, um 1920. Venez. Kommen Sie. Mehr steht nicht in dem Brief. Und doch sieht sich Joseph Adelaide am Ziel seiner Träume: Er, ein noch völlig unbekannter Journalist, darf den weltberühmten Maler Édouard Tartuffe interviewen, der sich seit Jahren der Öffentlichkeit entzieht.

In dem abgelegenen Landhaus in der französischen Provinz erwartet Joseph dann allerdings eine Überraschung. Nur wenn er Tartuffe Modell sitzt, darf er über ihn schreiben.

In der flirrenden Sommerhitze erkennt Joseph bald, dass das größte Rätsel jedoch nicht der »Meister des Lichts« ist, sondern Tartuffes Nichte. Ettie kocht, putzt, wäscht Pinsel und erträgt Tartuffes Launen mit unergründlicher Hingabe. Doch etwas brodelt in ihr. Joseph fühlt sich immer mehr zu ihr hingezogen. Und langsam, Schicht für Schicht wie in einem Gemälde, kommt ihr Geheimnis ans Licht ...

»Ein äußerst gelungenes Porträt von Ehrgeiz und Selbstverwirklichung.« The Guardian

Ein wunderbar atmosphärischer Sommerroman über Authentizität, künstlerische Selbstermächtigung und Leidenschaft und ein Leseerlebnis für die Sinne: Man kann die Pfirsiche und den Honig fast schmecken, die satten Farben sehen und die sengende Hitze der Provence spüren.

Preisgekrönt ...

  • Nominiert für den British Book Award 2026
  • Wochenlang auf der Sunday Times-Bestsellerliste
  • Waterstones Debut Prize 2025 
  • Waterstones Book of the Year 2025
  • Nominiert für The Women's Prize for Fiction 2025 


»Ein fulminantes Buch, poetisch, leidenschaftlich und mit sanfter Kraft erzählt.« Daily Mail

»Ein sinnlich-opulentes, beeindruckendes Debüt.« The Times


Als Joseph die Steinterrasse betritt, gerät sein Herz aus dem Takt. Zurückgelehnt in einem alten Korbsessel sitzt da ein Mann, eine Zigarre in der Hand. Dies also ist der Mann, für den Joseph meilenweit gereist ist. Der Meister. Éduard Tartuffe.

Tartuffe blickt hoch.

»Wer sind Sie?«

»Mein Name ist Joseph Adelaide«, sagt Joseph hastig und streckt ihm das Telegramm entgegen. »Ich bin Journalist. Sie haben mich eingeladen.« Plötzlich ist es, als wäre ein Damm gebrochen.

»Sylvette!«, brüllt der Maler und fuchtelt wild mit seiner Zigarre. »Sylvette!«

Joseph weicht einen Schritt zurück. Stolpert über seinen Rucksack. Und plötzlich steht da eine junge Frau. Sie ist am anderen Ende der Terrasse aufgetaucht und trocknet ihre Hände an einer Baumwollschürze ab. Tartuffe reicht ihr das Schreiben. »Erklär mir das!«

Sylvette betrachtet es prüfend. Ihr Gesicht wirkt mädchenhaft, doch ihre Hände sind rau und von harter Arbeit gezeichnet. Dann schaut sie auf und sagt nur: »Das hier ist dein Junger Mann mit Orange.«

Bibliografische Daten
EUR 18,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-44924-3
Erscheinungsdatum: 01.05.2026
1. Auflage
384 Seiten
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem britischen Englisch
Autor*innenporträt
Lucy Steeds

Lucy Steeds hat nach ihrem Literaturstudium an der Universität Oxford in Frankreich und Singapur gelebt und pendelt derzeit zwischen London und Amsterdam. Als eines der meistgelobten Debüts des Jahres stand ›The Artist‹ 2025 auf der Longlist für den renommierten Women’s Prize for Fiction, wurde mit dem Waterstones Debut Fiction Prize ausgezeichnet und zum Waterstones Book of the Year gekürt. 2026 folgten Nominierungen für den British Book Award und den Walter Scott Prize for Historical Fiction. Seit seinem Erscheinen entfaltet der Roman eine stetig wachsende Anziehungskraft und erscheint demnächst in zweiundzwanzig weiteren Ländern.

zur Autor*innen Seite
Bei unserer Presseabteilung können Sie unter Angabe des Verwendungszwecks Autor*innenfotos anfordern.

10 von 143 Leserstimmen

4.67 von 5 Sternen


67%

33%

0%

0%

0%


Geben Sie eine Leserstimme ab!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Kunden.


catwoman am 04.05.2026 21:05 Uhr

ein beeindruckendes Debüt

Was für ein wunderbares Buch. Dass es ein Debüt ist, haut mich wirklich um.Überhaupt habe ich das Gefühl, dass in der letzten Zeit wirklich sensationelle Debüts geschrieben wurden.Dieses Buch ist ein Gesamtkunstwerk. Angefangen bei der Umschlaggestaltung, über den Stil und den Inhalt ist es wirklich eine runde Sache. Wenn man das Buch oberflächlich betrachtet, dann ist das Hauptthema ein zurückgezogen lebender Maler und ein Journalist, der diesen zu porträtieren versucht.Wenn man das Buch jedoch gelesen hat, dann geht es um so viel mehr, dass es wirklich erstaunlich ist. Was dieses Buch jedoch wirklich herausragend macht, ist, dass der Stil der Geschichte entspricht. Die Art wie Lucy Steeds erzählt kommt einem Gemälde gleich. Die Beschreibungen der Lebensmittel, der Natur, des Lichts, man hat beim Lesen das Gefühl die Farben vor sich zu sehen und zu erleben. Ich habe mich wirklich in eine andere Welt entführt gefühlt, habe die Menschen vor mir gesehen, habe die Empfindungen, die Leidenschaft und die heftigen Emotionen die so typisch für Künstler sind, wahrhaft miterleben.Für mich war dieses Buch ein echtes Erlebnis. Dass es auch noch ein echtes Geheimnis gibt und außerdem die Figuren eine wirkliche Entwicklung durchmachen, macht dieses Buch außergewöhnlich.Eine absolute Leseempfehlung, wirklich genial.

bezel64 am 01.05.2026 19:05 Uhr

Im Schatten des Genies

Als der Journalist Joseph seine Reise nach Südfrankreich antritt, ahnt er nicht im entferntesten, was ihn dort erwartet. Er soll den berühmten Maler Edouard Tartuffe interviewen und einen Artikel über ihn schreiben. Aber er wird alles andere als freundlich empfangen. Der Künstler stellt Bedingungen! Und da ist dann auch noch seine Nichte!Schon das Cover des Buches ist sehr ansprechend und lässt mich den sonnigen Süden Frankreichs spüren. Die Lektüre selbst hat mich dann wirklich umgehauen! Das liegt zum einen am angenehm flüssigen Schreibstil und zum anderen an den schillernden Charakteren. Im wesentlichen dreht sich alles um drei Persönlichkeiten, die faszinierender nicht sein könnten und die ausgesprochen gut gezeichnet sind. Die Handlung selber hat etwas klaustrophobisches, wie in einem sehr gelungenen Kammerspiel. Der Romanverlauf selber nimmt Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte und die mich immer wieder aufs Neue überraschten. Hier ist alles anders, als ich es je zuvor gelesen habe.Ich kann dieses faszinierende Buch jedem weiterempfehlen, der Überraschungen liebt und sich gerne auf anspruchsvolle Weise unterhalten lassen möchte!

noiram am 02.05.2026 18:05 Uhr

Beeindruckendes Debüt

„The Artist – Die Farben des Lichts“ von Lucy Steeds ist ein Buch über Kunst, Krieg, Sehnsüchte, Liebe, Kontrolle, Emanzipation, Abhängigkeit und Freiheit.​Inhaltlich führt uns die Reise nach St. Auguste, wo der junge Journalist Joseph ein Porträt über den berühmten, völlig zurückgezogen lebenden Künstler Edouard Tartuffe – genannt „Tata“ – schreiben soll. In dessen abgelegenem Haus trifft er neben dem Maler auch auf dessen Nichte Ettie. Tartuffe entpuppt sich als cholerisch mürrisch und kontrollsüchtig. Joseph, gefühlvoll und unsicher, der die Ungerechtigkeiten der Welt sieht, wirkt oft etwas verloren. Hinter Ettie, die sich im Zusammenleben mit ihrem Onkel fast unsichtbar durch das Haus bewegt, verbirgt sich eine sehr kluge Frau, deren Weg in diesem Buch zeigt, dass Freiheit nicht immer einfach ist, wenn man sie nie kennengelernt hat.Lucy Steeds schreibt wunderbar, teils fast poetisch. Man hat die Landschaften direkt vor Augen und möchte die Bilder, die im Buch entstehen, am liebsten selbst sehen. Die Geschichte schrammt manchmal ganz leicht am Kitsch vorbei, aber damit kann man in der Gesamtgeschichte gut leben.​Es ist ein eher leiser Roman, der zum Ende etwas Fahrt aufnimmt, ein Roman mit schöner Sprache und sehr bildlicher Darstellung.

signalhill am 02.05.2026 11:05 Uhr

Ein Roman wie ein Kunstwerk

Sofort wäre mir "The Artist - Die Farben des Lichts" von Lucy Steeds in der Buchhandlung aufgefallen mit seinem prägnanten, wunderschönen Cover und dem dazu passenden Titel. Das Buch selbst ist insgesamt schon optisch ein Kunstwerk und kommt sogar mit passendem Lesebändchen. Immer mehr gewinnt bei mir auch die Optik eines Buches an Bedeutung. Der Plot steht dem Äußeren aber in nichts nach. Schon der Klappentext lässt ahnen, dass im Hause Tartuffe nicht alles so ist, wie es scheint. Und dass der englische Journalist Joseph Adelaide überhaupt Einlass in das Reich des Künstlers Èdouard Tartuffe bekommt, ist fast schon ein Wunder. Dabei beginnt der Roman sanft, unspektakulär und atmosphärisch, was sicher nicht alle Lesenden überzeugen wird, was mir aber gut gefiel, da die Landschaft gut vorstellbar ist und die Schreibweise gut passt. Dabei bewegt sich die Handlung stets am gleichen Ort, dem Haus des Künstlers, und zwischen den drei dort anwesenden Personen, Tartuffe (Tata), Joseph und Ettie, auch, wenn einige Nebenfiguren ebenso eine Rolle spielen. Später nimmt das Buch an Fahrt auf, man merkt bald, dass nicht Tata, sondern seine Nichte Ettie, die bei ihm aufgewachsen ist, den Mittelpunkt des Romans darstellt. Auch die Beschreibung der Gemälde, die man sich bildlich vorstellen kann, nehmen einen großen Raum ein, und dies sicher nicht ohne Grund, denn die Malerei mit ihrer Farbe, die sich immer neu mischen lässt, der Farbauftrag, unter dem andere Farben verborgen sind, schlägt den poetischen Bogen zur Handlung, in deren Verlauf immer mehr Verborgenes zum Vorschein kommt. Das Ende finde ich schlüssig, passend und gut. Auch die Anmerkungen der Autorin gefallen mir gut und runden den Roman schön ab. Schade, dass man die Gemälde der Tartuffes nur auf den Seiten des Romans selbst findet, aber es ist eben Fiktion. Vorstellen konnte ich sie mir dennoch sehr gut. "The Artist" ist ein wunderschöner, bildhafter, poetischer Roman für Lesende, die eine schöne Sprache und atmosphärische Darstellung über den schnellen Handlungsfortgang eines Romans stellen. Wer auch die leisen Töne mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Für mich war "The Artist" eines der Lesehighlights dieses Frühjahrs.

mianna am 03.05.2026 21:05 Uhr

Farbe mit allen Sinnen erleben oder "Ein Knall aus Leichtigkeit"

Als Joseph vor den Folgen des Krieges flieht, findet er in der französischen Einsamkeit einen Ort, der ihn förmlich einsaugt und aus ihm einen neuen Menschen macht. Und nicht nur aus ihm. Er erlebt, wie Edouard Tartuffes ("Tata") Kunstwerke entstehen und welche Bedeutung die unsichtbare Ettie dabei hat. Joseph, Ettie und Tata sind komplexe Charaktere, die viel Charme haben und sich erst nach und nach zeigen. Die Entwicklung der Personen die durch eine unaufhaltsame Dynamik entsteht, ist bemerkenswert und tiefgreifend. Emotional geschrieben, ist die Erzählung tief berührend. Zeitweise habe ich die Luft angehalten, so sehr hat es mich ergriffen. Die Erzählung ist ebenso zart wie schmerzhaft, brachial und bestimmt. Mir ist, als stehe ich in dem Haus neben Ettie mit Blick in die Landschaft und bange mit Joseph und Ettie, aus deren Perspektive die Erzählung geschrieben ist. Es werden große Themen aufgeworfen: wie ein Leben nach dem Krieg möglich ist; wie gefangen man in Beziehungen sein kann; welche Spuren Leid hinterlässt; welcher Schmerz aus Liebe entsteht; welche Chancen Frauen in einer Zeit haben, in der Männer mehr Rechte haben; was Kunst ausmacht und wie es möglich ist, Farbe nicht nur zu sehen, sondern sie mit allen Sinnen zu erfahren; wie es möglich ist in Bilder wie in Welten einzutauchen; welche Kraft Kunst und Liebe aber auch Wut und Einsamkeit haben. Die Geschichte hat mich in eine andere Welt und Zeit eintauchen lassen und mich tief gerührt. Sie hält noch lange nach. Dies ist die Geschichte einer Frau, die sich aus einem Machtgefälle erhebt und davon, was Krieg in den Menschen zerstört.

michaelah am 03.05.2026 14:05 Uhr

ein beeindruckendes Kunstwerk

Ich war wirklich skeptisch dem Buch gegenüber: Es wurde mir bereits letztes Jahr von einer Mitarbeiterin von Waterstones wärmstens empfohlen. Da jedoch mit Frankreich, Kunst und einer historischen Geschichte 3 Themen zusammenkommen, die mich allesamt nicht begeistern, konnte ich mir nicht so recht vorstellen, dass mir dieses Buch gefällt - ich wurde jedoch eines besseren belehrt. Ich war von Anfang an gefesselt von der bildlichen Sprache und der Vorstellung der Charaktere. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, was weiter passiert. Durch die relativ kurzen Kapitel, jeweils von unterschiedlichen Protagonisten, lässt sich das Buch sehr schnell lesen. Ich konnte das Haus, die Landschaft, die Gemälde vor meinem inneren Auge sehen, es wird alles so schön beschrieben. Man bekommt richtig Lust, in ein Museum zu gehen und Gemälde zu betrachten! Es hat mich sehr berührt, einzig das Ende war für mich leider zu abrupt und offen. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch absolut empfehlen.

pk_buchliebhaber am 03.05.2026 11:05 Uhr

Überzeugendes Debüt

Der angehende Journalist Joseph möchte den bekannten, aber zurückgezogen lebenden Maler Édouard Tartuffe näher kennen lernen, um sein Interesse an Kunst, insbesondere Malerei, in den Mittelpunkt seiner Arbeit zu ziehen. Er erhält eine Einladung und lernt neben dem Maler seine bei ihm lebende Nichte kennen. Es dauert sehr lange, bis er Zugang zu den beiden findet und sich seiner Arbeit widmen kann. Mit ihrer fast poetischen Sprache schafft die Autorin eine interessantes Bild von zwischenmenschlichen Problemen und einer unkonventionellen Arbeit an verschiedenen Gemälden.Wer Kunst mag, sollte sich diesem Buch widmen. Es zeigt nicht nur was Malerei bedeuten und bewirken kann, sondern auch die Besonderheit hinter den Künstlern mit all ihren Eigenheiten. Die Autorin schafft eine tolle Atmosphäre in einer engen Umgebung innerhalb der Provence. Mit raffinierten Perspektivwechseln werden die unterschiedlichsten Aspekte eines Lebens in Zurückgezogenheit und mit einem eingeschränkten Lebensinhalt aufgezeigt und mit Tiefgang wieder gegeben. Die vielen Wendungen sind beeindruckend. Das Buch hat mich total überzeugt und in seinen Bann gezogen. Wer sprachlich interessante und tiefgründige Lektüre mag, ist hier genau richtig und sollte dieses Buch nicht verpassen. Es erhält meine uneingeschränkte Leseempfehlung.

ann-liest am 04.06.2026 20:06 Uhr

Ein Erlebnis für alle Sinne

Die Autorin legt mit „The Artist“ ein beeindruckendes und lebendiges Debüt vor. Der junge Journalist Joseph reist nach Südfrankreich, um dort auf den großen Künstler Édouard Tartuffe zu treffen und ein Porträt über ihn zu verfassen. Dort lernt er dessen Nichte Ettie kennen, welche sich um den Haushalt und den exzentrischen Künstler kümmert.Alle drei Charaktere sind sehr vielschichtig gezeichnet und ihr Zusammenspiel miteinander und auch die Auseinandersetzung mit Tartuffe, seinen Eigenheiten und seinen Wutausbrüchen werden sehr intensiv und spannend erzählt. Ob der Verlust der Mutter, das „nicht gesehen werden“ oder die Auseinandersetzung mit der Kunst - Joseph und Ettie verbindet so einiges.Neben den Schilderungen der Schrecken des ersten Weltkrieges, geht es hier auch um Rollenbilder, um Selbstbestimmung und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.Besonders fasziniert hat mich der Schreibstil der Autorin. Sie versteht es auf eine ganz besondere Art, ihre Geschichte zu einem intensiven Erlebnis für alle Sinne zu machen. Die Beschreibung der Bilder und der Farben, die Gerüche auf dem Markt, die Geräusche beim Essen oder die der Nacht, die Haptik der Lebensmittel - all dies beschreibt sie auf eine Weise, die einem das Gefühl geben mitten drin zu sein, zu hören, zu riechen, zu sehen, zu fühlen. In dieser Intensität habe ich das zuvor noch nicht erlebt.So ist Lucy Steeds aus meiner Sicht ein bildstarkes, poetisches Meisterwerk gelungen, das ich gerne empfehle.

davina am 05.05.2026 10:05 Uhr

Ein Buch für alle die Kunst lieben oder lieben wollen

Die Geschichte folgt dem jungem ambitionierten und idealistischen Journalisten Joseph, der tief in die gnadenlose Kunstszene eintaucht. Er hat die Gelegenheit nach Frankreich zu reisen und dort ein Porträt über den großen Maler seiner Zeit Tartuffe zu schreiben und ihn besser kennenzulernen. Dabei geht es nicht nur um das bloße Malen von Bildern, sondern vielmehr um das komplizierte Geflecht aus Galeristen, Kritikern und welchen Preis kreative Arbeit fordern kann. 

Das Cover besticht durch eine ausdrucksstarke Ästhetik. Es fängt den Kern des Buches gut ein: Es wirkt modern und gibt trotzdem schon einen Hinweis auf den Impressionismus und auf einen warmen Sommer in Frankreich des frühen 20. Jahrhunderts. Die Typografie ist klar gewählt und unterstreicht den anspruchsvollen Charakter des Inhalts. So bildet sich ein spannender Kontrast auf dem Cover, der heraussticht und das Buch sehr anziehend und ästhetisch ansprechend wirken lässt.

Steeds gelingt es hervorragend, das oft abstrakte Thema „Kunst“ greifbar zu machen. Die Umsetzung ist intelligent gewählt, da sie die Ambivalenz der Szene zeigt, einerseits die Suche nach wahrhaftigem Ausdruck, andererseits die knallharte Kommerzialisierung und wie Moral darüber verloren gehen kann und wie viel Seele in jedem Kunstwerk steckt oder dafür geopfert wurde. 

Der Schreibstil ist präzise, fast schon sezierend. Er sorgt dafür, dass der oder die Leser*in sofort in den Bann gezogen wird. Man spürt, dass die Autorin eine tiefe Fachkenntnis besitzt; sie schreibt über Kunst nicht als Laie, sondern mit einer analytischen Tiefe, die den Leser fordert, ohne ihn zu überfordern.

Die Charaktere sind keine klassischen Sympathieträger, und genau das macht sie so authentisch. Auch wenn Joseph einem ans Herz wächst, fordern seine Naivität und Ehrfurcht der oder die Leser*in oft heraus. Besonders Sylvette, die im Haus des Künstlers Tartuffe arbeitet, wirkt in ihrem Ehrgeiz und ihren Selbstzweifeln sehr menschlich.
Was mir an „The Artist“ besonders gut gefällt, ist die Schonungslosigkeit. Das Buch romantisiert das Künstlerleben nicht. Es kritisiert den Markt, dessen einziger Fokus oft auf der Marke und auf dem Werk legt. Dies fordert nicht nur den oder die Künstler*in , sondern auch seine unmittelbare Umgebung. Bereits die ersten Seiten halten den oder Leser*in gefangen und ich habe sie gerade im Rückblick nach Lektüre des Buches geliebt. Spannend fand ich, dass trotz des kühlen Schreibstils und den nicht immer sympathisch dargestellten Charakteren, ich trotzdem schnell eine Bindung zu den Schicksalen der Figuren aufzubauen konnte und ich so gefangen von dem Buch war, dass ich es innerhalb von zwei Tagen gelesen habe.

Lucy Steeds wagt mit „The Artist“ einen tiefen Blick in die Mechanismen der zeitgenössischen Kunstwelt. Es ist ein Buch, das Fragen nach Identität, Wertschöpfung und der Grenze zwischen Genie, Wahnsinn und Inszenierung aufwirft. Damit ist „The Artist“ ein intellektuelles Vergnügen für alle Kunstbegeisterte und solche, die hinter die Kulissen des Kulturbetriebs blicken wollen. Es ist ein Roman über die Macht der Ästhetik und die Zerbrechlichkeit der menschlichen Psyche und hat damit das Potenzial zu einem absoluten Lieblingsbuch zu werden. Ein großes Dankeschön an die unbekannte Mitarbeiterin bei Waterstones, die es mir ans Herz gelegt hat.

Dieses Buch ist ideal für:
• Kunstinteressierte, die wissen wollen, wie der „Hype“ um ein Werk entsteht.
• Leser von anspruchsvoller Gegenwartsliteratur, die einen kühlen, präzisen Stil schätzen.

martinchen am 02.06.2026 14:06 Uhr

Gesehen werden

Grundsätzlich gefallen mir englische Titel auf deutschen Übersetzungen nicht, hier wird jedoch sehr schnell sehr deutlich, auch anhand des Klappentextes, warum dieser Titel beibehalten wurde. Ein Wort, eine Unterschrift. „Kommen Sie“ liest Joseph Adelaide, als er den Brief aus der Provence erhält. Natürlich ergreift er die einmalige Chance, den legendären Maler Édouard Tartuffe zu interviewen. Interessanter als Tartuffe, den alle nur Tata nennen, ist für Joseph Ettie, Tatas Nichte, die sich um alles kümmert.In einem ausgesprochen bildhaften Stil beschreibt die Autorin das Zusammenleben dieser drei Protagonisten, die so abgeschieden von der Welt die Sommermonate des Jahres 1920 verbringen. Die Menschen, die Landschaft, die Farben und die Gemälde entstehen beim Lesen. In der Begründung für die Nominierung zum Women's Prize for Fiction 2025 schreibt Deborah Joseph: „Ich konnte die Farben förmlich riechen, die Textur der Leinwände fühlen, das Licht im Atelier sehen.“Der Prolog wirft Fragen auf und beantwortet eine, die gar nicht gestellt wurde. Die Geheimnisse werden aufgedeckt, aber erst später im Roman. Joseph geht mit einer gewissen Naivität an seine Aufgabe, die er erst erfüllen kann, wenn er dem berühmten Maler Modell gestanden hat. Ganz erfüllt von der großen Gelegenheit braucht es einige Zeit, bevor Joseph beginnt, das Leben auf dem abgelegenen Anwesen zu durchschauen. Der Leser begleitet ihn dabei, sitzt mit ihm Modell, beobachtet Tata, beobachtet Ettie und erkennt nach und nach die komplizierten Verbindungen und Abhängigkeiten zwischen den beiden. Dabei werden die drei Protagonisten gut erkennbar: der große Künstler, der unsicher und abhängig ist und sich wie ein Tyrann aufführt, die stille und beinahe unsichtbare Ettie und Joseph, der die hohen Erwartungen seines Vaters an ihn nicht erfüllen kann und seinen Platz im Leben sucht.Die Machtstrukturen scheinen klar: die Männer haben sie und nutzen sie aus. Ist es wirklich so? Denn die stille Ettie hat jedoch eine große Kraft, die sie dazu befähigt, das ihr aufgezwungene Leben von Grund auf zu verändern. Und sie tut es auf eine sehr dramatische Weise, die den Roman (fast) abschließt. In einem kurzen Epilog schließt sich der Kreis zum Prolog.Fazit: ein sehr berührender, poetischer und großartiger Debüt-Roman, ein Lesehighlight 2026

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Für Sie

Sommervergnügen pur!

03.06.2026

NDR Kultur, Neue Bücher

Dieser Roman ist die perfekte Sommer-Lektüre für alle, die sich für Kunst und Künstler*innen-Biograf...ien interessieren, die Sonne und Südfrankreich mögen und eine überraschende und fesselnde Geschichte lesen möchten. (...) Ein beeindruckend gutes Debüt und ein lesenswerter Schmöker! mehr weniger

22.05.2026

Hörzu

Ein virtuoses Debüt, so unwiderstehlich wie ein warmer Sommerwind.

22.05.2026

Brigitte

Jetzt erscheint ›The Artist‹ gleich in 22 weiteren Ländern und wird überall mit dem Leuchten der Pro...vence betören, das um 1920 die Nichte eines großen Malers ebenfalls über sich hinauswachsen lässt. mehr weniger

20.05.2026

TV Hören und Sehen

Fantastisch geschrieben! Mit Tiefe.

15.05.2026

Kommen Sie mit uns in die Provence

Eine Welt voller Düfte, Farben, Licht und Schatten - so fühlt sich die sommerliche Provence und auch Lucy Steeds' Roman ›The Artist‹ an. Wenn Sie sich mit diesem Debüt in die Provence entführen lassen wollen, sollten Sie sich dieses Gewinnspiel nicht entgehen lassen!


1. Preis: Ein ArtNight Gutschein im Wert von 98€, ein Exemplar des Romans ›The Artist‹ sowie ein provence-Paket

2. - 5. Preis: Ein Exemplar des Romans ›The Artist‹ sowie ein Provence-Paket


Um am Gewinnspiel teilzunehmen, füllen Sie das untenstehende Formular aus und beantworten folgende Frage: Haben Sie ein Lieblingsgemälde und wenn ja, welches ist es?

Das Gewinnspiel endet am 30.06.2026 um 23:59 Uhr. Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier

Das sagt die internationale Presse

Ein fulminantes Buch, poetisch, leidenschaftlich und mit sanfter, tiefer Kraft erzählt.


Daily Mail

Ein kraftvollles, alle Sinne anregendes Debüt. Lucy Steeds ist eine Autorin, die man im Auge behalten muss.


The Times

Die am meisten gelobte Debütautorin des Jahres […] Das sinnliche, berauschend duftende Porträt eines monströsen männlichen Egos und einer übersehenen Frau.


Telegraph

Ich habe jedes einzlene Wort dieses Romans geliebt … Steeds Sprache ist wunderschön, die Beschreibung der Kunst unheimlich fesselnd. Ich konnte die Farben förmlich riechen, die Textur der Leinwände fühlen, das Licht im Atelier sehen.


Deborah Joseph, Begründung für die Nominierung zum Women's Prize for Fiction 2025

Raffiniert und kraftvoll erzählt […] Ein äußerst gelungenes Porträt von Ehrgeiz und Selbstverwirklichung.


The Guardian