Die faszinierende Geschichte einer begabten jungen Frau, die sich ihren Weg in die männliche Kunstwelt bahnt, allen Widerständen zum Trotz.
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Die mitreißende Geschichte einer begabten jungen Malerin, die sich, allen Widerständen zum Trotz, Zutritt zur Kunstwelt verschafft. Ein Debüt wie ein mehrschichtiges Gemälde: sinnlich erfahrbar, voller Düfte, Farben, Tiefe, Licht und Schatten.
Provence, um 1920. Venez. Kommen Sie. Mehr steht nicht in dem Brief. Und doch sieht sich Joseph Adelaide am Ziel seiner Träume: Er, ein noch völlig unbekannter Journalist, darf den weltberühmten Maler Édouard Tartuffe interviewen, der sich seit Jahren der Öffentlichkeit entzieht.
In dem abgelegenen Landhaus in der französischen Provinz erwartet Joseph dann allerdings eine Überraschung. Nur wenn er Tartuffe Modell sitzt, darf er über ihn schreiben.
In der flirrenden Sommerhitze erkennt Joseph bald, dass das größte Rätsel jedoch nicht der »Meister des Lichts« ist, sondern Tartuffes Nichte. Ettie kocht, putzt, wäscht Pinsel und erträgt Tartuffes Launen mit unergründlicher Hingabe. Doch etwas brodelt in ihr. Joseph fühlt sich immer mehr zu ihr hingezogen. Und langsam, Schicht für Schicht wie in einem Gemälde, kommt ihr Geheimnis ans Licht ...
»Ein äußerst gelungenes Porträt von Ehrgeiz und Selbstverwirklichung.« The Guardian
Ein wunderbar atmosphärischer Sommerroman über Authentizität, künstlerische Selbstermächtigung und Leidenschaft und ein Leseerlebnis für die Sinne: Man kann die Pfirsiche und den Honig fast schmecken, die satten Farben sehen und die sengende Hitze der Provence spüren.
Preisgekrönt ...
- Nominiert für den British Book Award 2026
- Wochenlang auf der Sunday Times-Bestsellerliste
- Waterstones Debut Prize 2025
- Waterstones Book of the Year 2025
- Nominiert für The Women's Prize for Fiction 2025
»Ein fulminantes Buch, poetisch, leidenschaftlich und mit sanfter Kraft erzählt.« Daily Mail
»Ein sinnlich-opulentes, beeindruckendes Debüt.« The Times
Als Joseph die Steinterrasse betritt, gerät sein Herz aus dem Takt. Zurückgelehnt in einem alten Korbsessel sitzt da ein Mann, eine Zigarre in der Hand. Dies also ist der Mann, für den Joseph meilenweit gereist ist. Der Meister. Éduard Tartuffe.
Tartuffe blickt hoch.
»Wer sind Sie?«
»Mein Name ist Joseph Adelaide«, sagt Joseph hastig und streckt ihm das Telegramm entgegen. »Ich bin Journalist. Sie haben mich eingeladen.« Plötzlich ist es, als wäre ein Damm gebrochen.
»Sylvette!«, brüllt der Maler und fuchtelt wild mit seiner Zigarre. »Sylvette!«
Joseph weicht einen Schritt zurück. Stolpert über seinen Rucksack. Und plötzlich steht da eine junge Frau. Sie ist am anderen Ende der Terrasse aufgetaucht und trocknet ihre Hände an einer Baumwollschürze ab. Tartuffe reicht ihr das Schreiben. »Erklär mir das!«
Sylvette betrachtet es prüfend. Ihr Gesicht wirkt mädchenhaft, doch ihre Hände sind rau und von harter Arbeit gezeichnet. Dann schaut sie auf und sagt nur: »Das hier ist dein Junger Mann mit Orange.«
1. Auflage
Lucy Steeds hat nach ihrem Literaturstudium an der Universität Oxford in Frankreich und Singapur gelebt und pendelt derzeit zwischen London und Amsterdam. Als eines der meistgelobten Debüts des Jahres stand ›The Artist‹ 2025 auf der Longlist für den renommierten Women’s Prize for Fiction, wurde mit dem Waterstones Debut Fiction Prize ausgezeichnet und zum Waterstones Book of the Year gekürt. 2026 folgten Nominierungen für den British Book Award und den Walter Scott Prize for Historical Fiction. Seit seinem Erscheinen entfaltet der Roman eine stetig wachsende Anziehungskraft und erscheint demnächst in zweiundzwanzig weiteren Ländern.
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Atmosphärisch dichte Erzählung
The Artist ist ein Roman, der sich langsam aufbaut und entwickelt, dann aber seine eigene Dynamik herauskehrt und den Leser tief eintauchen lässt in die Künstlerwelt des Malers Tartuffe, seiner Nichte Ettie und Joseph, der über den exzentrischen Künstler schreiben möchte. Die Spannung zwischen dem eigenwilligen Maler und den ihn umgebenden Menschen ist greifbar und baut sich im Laufe der Geschichte weiter auf. Die Launen und Attitüden des Künstlers werden toleriert, von denen, die sich in seinem Schatten bewegen. Der Roman wirkt mit seinen leisen Tönen und seinen bildreichen Erläuterungen wie eine Hommage an die Kulisse, in der sich seine Handlung bewegt. Die Sprachlosigkeit der handelnden Personen so in Worte zu fassen, dass sie greifbar wird, ist der Autorin gelungen. Dies macht den Reiz dieses Romans aus. Der Titel hätte mir in einer Übersetzung besser gefallen. Das ist jedoch der einzige Makel dieses Romans. Eine ungeingeschränkte Leseempfehlung für künstlerisch interessierte Leser, die genügend Ausdauer mitbringen, sich auf die besondere Atmosphäre einzulassen.
ein wunderbares Buch
„The Artist – Die Farben des Lichts“ von Lucy Steeds ist ein Buch, das mich auf eine ganz besondere Weise berührt und nachhaltig beeindruckt hat. Zwar habe ich zu Beginn ein wenig Zeit gebraucht, um vollständig in die Geschichte hineinzufinden und mich mit dem Erzähltempo sowie den Figuren vertraut zu machen, doch genau dieses langsame Eintauchen hat sich letztlich als große Stärke des Romans erwiesen.Nach und nach entfaltet sich eine unglaublich atmosphärische und feinfühlige Geschichte, die von der ersten leisen Ahnung bis hin zu ihrer vollen emotionalen Tiefe immer intensiver wird. Lucy Steeds schreibt mit einer eindringlichen, beinahe poetischen Sprache, die es schafft, Bilder im Kopf entstehen zu lassen und Emotionen greifbar zu machen. Man spürt förmlich die Farben, das Licht und die Stimmungen, die den Roman durchziehen ,genau das macht den besonderen Zauber dieses Buches aus.Die Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig gezeichnet, sodass man schnell eine Verbindung zu ihnen aufbaut. Ihre Entwicklungen wirken authentisch und nachvollziehbar, was dazu führt, dass man mit ihnen mitfühlt, hofft und leidet. Gerade diese emotionale Nähe hat mich immer tiefer in die Geschichte hineingezogen, bis ich das Gefühl hatte, ein Teil davon zu sein.Besonders beeindruckt hat mich, wie die Autorin es schafft, Themen wie Kunst, Wahrnehmung und persönliche Entwicklung miteinander zu verweben, ohne dass es jemals überladen wirkt. Stattdessen entsteht eine harmonische Erzählung, die zum Nachdenken anregt und gleichzeitig wunderbar unterhält.Als ich einmal richtig in die Geschichte eingetaucht war, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Seite für Seite wurde ich stärker gefesselt, und am Ende fiel es mir schwer, Abschied zu nehmen. Tatsächlich war ich ein wenig traurig, als ich die letzte Seite gelesen hatte, ein Gefühl, das für mich immer ein Zeichen dafür ist, dass ein Buch etwas ganz Besonderes ist.Für mich ist „The Artist – Die Farben des Lichts“ ganz klar ein Lese-Highlight dieses Jahres. Ein Roman, der nicht nur erzählt, sondern spüren lässt und der noch lange nach dem Lesen nachwirkt.
Dieses Buch ist für mich ein Kunstwerk
Dieses Buch ist für mich ein Kunstwerk.Nie zuvor hat eine Autorin für mich mit so viel Liebe zur Sprache ein Buch in diesem Format geschrieben.Nach den ersten Seiten bin ich verblüfft da es in der Vergangenheit weitergeht, ist der Anfang das Ende ?Als erstes gefiel mir das Cover, ich liebe Malerei und in diesem Bild liegt für mich soviel Wärme.Neugierig las ich weiter, die Hauptpersonen sind der Maler ,seine bei ihm lebende Nichte und der Journalist der eigentlich einen Artikel über den Maler schreiben will und dann zeitweise zum Modell wird.Jede Szene wird detailliert beschrieben, jedes Teil, Nahrungsmittel etc. das der Maler vom Tisch mit in sein Atelier nimmt bekommt einen Platz in seinen Bildern, manche direkt manche erst später im Zustand des Vergehens.Es gibt für ihn nur ihn selbst als Künstler andere lässt er nicht zu, er ist der Alleinschaffende. Und doch malt eine Person im Hintergrund, in welcher Position darf der interessierte Leser gerne selbst herausfinden.Es lohnt sich dieses Buch zu lesen.
Was im Verborgenen wächst
In „The Artist – Die Farben des Lichts“ erzählt Lucy Steeds von Joseph, der für ein englisches Kunstmagazin schreibt und in die Provence reist, um einen Artikel über den bekannten und erfolgreichen Maler Édouard Tartuffe zu verfassen. Tartuffe ist ein egozentrischer Künstler, der mit seiner Nichte Sylvette – genannt Ettie – zusammenlebt, die ihm den Haushalt führt und ihm bei seiner Arbeit zur Hand geht. Joseph darf für ein Gemälde Modell stehen und den Maler bei seiner Arbeit beobachten. Sein Aufenthalt bei „Tata“, wie Tartuffe genannt wird, bildet dabei ebenso wie das, was sich zwischen ihm und Ettie entwickelt, den Rahmen der Handlung. Dabei lebt Ettie scheinbar unauffällig im Schatten ihres dominanten Onkels – doch schnell wird deutlich, dass mehr in ihr steckt, als es auf den ersten Blick scheint.Der Einstieg in den Roman fiel mir nicht ganz leicht, doch mit der Zeit entwickelt die Geschichte eine immer stärkere Sogwirkung. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Perspektive von Joseph und Ettie erzählt. Sie sind meist eher kurz gehalten, wodurch sich die Geschichte gut lesen lässt. Dazwischen finden sich jedoch auch längere Abschnitte, in denen beide auf ihr früheres Leben zurückblicken und ihre Hintergründe ausführlicher beleuchtet werden.Die Atmosphäre ist dabei von Anfang an etwas eigenwillig und spiegelt die exzentrischen Künstlerkreise der 1920er Jahre wider. Im Verlauf der Geschichte verschiebt sich der Fokus zunehmend: Während Tartuffe anfangs klar im Mittelpunkt steht, rückt Ettie immer stärker in den Vordergrund, bis sich die Handlung schließlich fast ganz auf sie konzentriert. Gleichzeitig zeigt Ettie Seiten, die zunächst kaum zu dem Bild passen, das man von ihr hat. Diese Momente wirken fast wie ein Gegenentwurf zu ihrer sonst so zurückgenommenen Art und verleihen ihrer Figur eine überraschende, stellenweise auch irritierende Spannung.Durch die Perspektivwechsel zwischen Joseph und Ettie entsteht nach und nach ein vielschichtiges Bild von Abhängigkeit, Selbstbestimmung und künstlerischem Ausdruck. Ohne zu viel vorwegzunehmen, entwickelt sich die Geschichte in eine klare Richtung, deren Konsequenzen sich im Verlauf immer deutlicher zeigen und gerade dadurch ihren Reiz ausmachen.Auch der Titel „The Artist“ erweist sich dabei als treffend gewählt, da er bewusst offen bleibt und verschiedene Deutungen zulässt.Insgesamt ist es ein Roman, der sich Zeit nimmt, seine Figuren auszuleuchten und dessen Wirkung sich erst allmählich erschließt – am Ende jedoch umso deutlicher. Lucy Steeds hat mich damit sehr überzeugt und mir ein besonderes Leseerlebnis beschert.
Fesselnde Entwicklung - intensiv und poetisch!
Der Roman spielt 1920. Es gibt drei Hauptakteure; Edouard Tartuffe, der berühmte Maler, der „Meister des Lichts“, genannt Tata, zurückgezogen in der Provence, seine Nichte Sylvette, Ettie, und der junge Journalist Joseph, der über Tartuffe berichten will und eine Einladung erhält, diesen zu besuchen.Doch es läuft anders als Joseph gedacht hatte. Tartuffe weiß nichts von der Einladung; Joseph wird jedoch Tata Modell sitzen, auch darf er über seine Beobachtungen schreiben, „denn so wie Tata ein Porträt von Joseph malt, will Joseph eines von Tata erschaffen.“Es entwickelt sich langsam eine neue Dreierbeziehung. Charaktere entwickeln sich und geben Erfahrungen und Erlebnisse frei, die zu diesem Zusammensein geführt haben. Jeder möchte etwas ergründen.Joseph möchte das Geheimnis von Tartuffes Rückzug in die Provence erfahren.Ettie möchte das Geheimnis um ihren unbekannten Vater lüften.Tartuffe arbeitet an dem Geheimnis mit Licht und Farben das perfekte Bild zu erschaffen.Wie Ettie fordert: Die genaue Betrachtung ihrer selbst, so betrachtet Tartuffe und kreiert seine Motive. Joseph ist, da Tata schweigt, herausgefordert, Tartuffes Malerei zu betrachten und ebenso bei Ettie genau hinzusehen. Nach und nach entblättert sich Etties ureigene Geschichte und auch Josephs Einblick in die Malerei. Ettie lehrt ihn, das Bild „Junger Mann mit Orange“ zu sehen und zu erkennen. Aufgrund Josephs Artikel wird das Bild über den Kunsthändler sofort verkauft und Tartuffe bekommt Medienaufmerksamkeit. Es kommen überraschende, vom Kunsthändler eingeladene, Gäste aus New York, die einen Eindruck der Welt außerhalb ihres provenzalischen Lebens hinterlassen. Dies regt Ettie an, über ihr Leben nachzudenken, sie spürt ihre Begrenzung, denn Tata will nicht nur das Licht kontrollieren. Sie wagt einen mutigen Schritt. Die gemeinsame Erfahrung in dem Haus ist entscheidend. Es ist die Kraft, die Ettie wachsen lässt.Abwechselnde Kapitel beschreiben Joseph und Ettie. Der Roman ist in der Gegenwart geschrieben, was einen direkten Zugang ermöglicht. Beide entwickeln sich. Ihre Vergangenheit ist genauso sensibel und intensiv beschrieben wie ihre Gegenwart. Dort ist man mitten im Geschehen, im Jahr 1920, im Haus der Provence, spürt die die warme flirrende Landschaft, das Zirpen der Zikaden, die Farben, die zubereiteten Mahlzeiten und ist aufmerksam jeder Regung gegenüber, die die Geschichte vorantreibt. Dies geschieht nicht in schnellen Schritten sondern behutsam. Das Geschehen ist gegenwärtig und fügt sich aufgrund der Vergangenheit von Ettie und Joseph sanft zusammen und gestaltet sich. Nach und nach verweben sich unabänderlich die Personen und lassen sie neu agieren. Die Ereignisse fangen an sich zu entwickeln. Joseph ist ein Katalysator, ein auslösendes Ereignis, die festgefahrene Situation und eingefahrene Lebenssituation von Ettie langsam in Gang zu setzen. Doch auch er verändert sich, hat Hoffnung. Während sie ihr durch den exzentrischen und kontrollierenden Onkel eingeengtes Leben infrage stellt, reift der junge Journalist durch die neuen Herausforderungen und vor allem durch die Liebe zu Ettie.Die Konsequenz, die Ettie aufgrund ihres eingeengten Daseins zieht, versucht Joseph aufzulösen. Die Situation eskaliert. Es kommt zum dramatischen Höhepunkt bevor die Szene ins Jahr 1957 wechselt.Der Roman geht weit über eine Liebesgeschichte hinaus. Er zeigt den Weg der Selbstermächtigung von Ettie. Auch zeigt er eine Zeit, in der Frauen wenig Möglichkeiten hatten, selbstbestimmt in der Gesellschaft zu agieren. Lucy Steeds lässt im letzten Kapitel weg, was nicht mehr interessiert, nämlich, wie es Tata oder Joseph später ergangen ist. Sie fokussiert auf Ettie und auf die Gegenwart und ihren ureigenen Werdegang.Der Roman ist sehr berührend, tiefgehend und sehr fesselnd. Sprachgewaltig und poetisch geschrieben und beeindruckend aufgebaut, wie sich die Geschehnisse ineinander verweben und neue Möglichkeiten herausfordern! Ein großartiges Buch mit vielen Facetten, die nachwirken!
Kunstgeschichte als Roman
The Artist ist der Debütroman von Lucy Steeds einer noch sehr jungen Schriftstellerin aus Großbritannien. Der Roman handelt von einem jungen Kulturjournalistrn, der in die Provence reist, um über einen sagenumwobenen Künstler - Tartuffe- zu schreiben. Tartuffe ist für seine großflächigen Malereien bekannt, aber lässt niemanden an sich heran. In Joseph sieht er ein Model, er darf bleiben, solange er sich ruhig verhält und Tartuffe ihn malen kann. Aus ein paar Tagen, werden Wochen und schließlich Monate. Tartuffe und Joseph lernen sich kennen und auch Etti - die Nichte - scheint Gefallen am Besuch aus London zu finden.Der Roman hat mich sehr berührt, der Schreibstil hat mich in direkt in die Welt der Kunst aus dem Jahr 1920 eintauchen lassen. Der Autorin gelingt ein unglaublich lebendiger und plastischer Roman, die Farben auf der Leinwand hatte ich direkt vor Augen. Es hat mich besonders fasziniert, dass dies der erste Roman ist. Das Cover ist ebenso einladend, es macht direkt Lust auf Literatur und Kunst und natürlich die Provence. Wunderschön und daher voll verdiente 5 Sterne für gelungenen Auftakt, der zu Recht bereits Preise gewonnen hat.
Der Maler und sein Modell
Was für ein schöner Roman. Er begann eigentlich ganz harmlos. Der gescheiterteKünstler Joseph soll im Jahr 1920 von England nach Frankreich in dieProvence reisen, um den scheuen Maler Edouard Tartuffe zu interviewen, TartuLebt dort schon seit Jahren in einem alten Bauernhaus. Er lebt total zurückgezogenund weigert sich seit Jahren, Interviews zu geben. Joseph muss als Bedingung fürden Artikel dem Maler als Modell zur Verfügung stehen. Im Haus wohnt nochEtti, die Nichte von Tartu, die ihm den Haushalt führt und eigentlich von ihmwie eine Leibeigene behandelt wird.Joseph fühlt sich anfangs sehr einsam in dem Haus. Tartu ist ein egozentrischerKünstler und lässt keinen Menschen an sich heran. Auch Etti ist fürJoseph einRätsel. Sie kocht, putzt, arbeitet den ganzen Tag für ihren Onkel und ist nochnicht aus ihrem Heimatdorf herausgekommen. Nach und nach nähern sich diebeiden jedoch an. Etti hat ein großes Geheimnis, das Joseph ergründet.Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Man ist immer mitten im Geschehen.Etti und Joseph fand ich sehr sympathisch. Beide tragen eine große Last mitsich herum.
Über die Kunst und die, die sie erschaffen
"The Artist", das Debüt von Lucy Steeds, hat in der deutschsprachigen Ausgabe ein sehr ansprechendes und wunderschönes Cover . Allerdings finden sich unter ähnlichen Covers oft seichte Liebesromanzen, marketingtechnisch könnte dies also leider in die Irre führen (zum Vergleich: die englischsprachige Ausgabe hat ein Cover, das völlig anders wirkt).Deshalb sei schon an dieser Stelle gesagt: es handelt sich durchaus um ein anspruchsvolles und tiefgründiges Werk, mit gut gezeichneten Charakteren, viel Wissen über Kunst und spannenden Plottwists. Die Autorin hat dafür mehrere renommierte Preise gewonnen und war unter anderem für den Women's Prize for Fiction nominiert.Es ist ein Buch, das ganz langsam und atmosphärisch startet und dessen Handlung erst später beginnt, Fahrt aufzunehmen. Die ersten ca. 100 Seiten war ich mir deshalb nicht so sicher, ob es ein Buch für mich sein würde, doch bald darauf hat es mich sehr gefesselt und in die Atmosphäre und Handlung hineingezogen.Fast das ganze Buch spielt an einem einzigen Schauplatz: rund um ein altes Bauernhaus in Südfrankreich, in das sich ein berühmter Künstler Édouard Tartuffe mit seiner Nichte Sylvette, genannt Etti, zurückgezogen hat. Der junge Mann Joseph, selbst an der Kunstakademie gescheitert und nun angehender Journalist, möchte den Künstler kennen lernen, um über ihn zu berichten. Der alte Künstler ist erst einmal misstrauisch und verschlossen, doch er lässt sich auf einen Handel ein: wenn Joseph zustimmt, ihm für ein Gemälde Modell zu sitzen, dann darf er bis zu dessen Fertigstellung dort wohnen, alles beobachten und darüber schreiben. Darauf lässt Joseph sich ein, und lernt den alten Künstler "Tata" und die junge Frau näher kennen. Mit der Zeit zeigt sich, dass so einiges nicht so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.Historisch befinden wir uns in der Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg, was auch an verschiedenen Stellen im Buch eine Rolle spielt. Etti hat eine Zeit lang als Krankenschwester Kriegsversehrte betreut, Joseph selbst hat sich dem Kriegsdienst verweigert, sein älterer Bruder wurde durch diesen schwer traumatisiert. Gleichzeitig ist es eine Zeit, in der die Kunst noch stärker als heute männlich dominiert ist und erst seit kurzem Frauen als Studentinnen an ersten Kunsthochschulen zugelassen wurden.Was ist von dem großen, bewunderten, aber eigenwilligen Künstler Édouard Tartuffe zu halten? Welche Gründe haben ihn dazu bewogen, sich in so einen entlegenen Flecken Erde zurückzuziehen? Und was hat es mit seiner Nichte auf sich, einer mittlerweile erwachsenen jungen Frau, die nach dem Tod der Mutter in ihrer Kindheit alleine bei "Tata" aufgewachsen ist?Man merkt beim Lesen, wie sehr der Autorin die Kunst als Weg zu den eigenen Emotionen und als Spiegel des Selbst am Herzen liegt. Wie sie am Nachwort beschreibt, haben ihre Eltern sie gelehrt, Kunst auf sich wirken zu lassen und das mitzunehmen, was einem selbst etwas bedeutet. Diesen erfrischenden, offenen Zugang zur Kunst vermittelt sie auch über ihr Schreiben... wer Kunst liebt, wird seine Freude haben an den ausführlichen Beschreibungen der Verbindungen zwischen Landschaft, Natur, Farben und Licht, aber auch an den tiefgründigen Ideen darüber, was Kunst sein und zum Ausdruck bringen kann. Aber auch Themen wie die Kunstfertigkeit der Kunstfälschung und die Frage, was einen wahren Künstler oder eine wahre Künstlerin ausmacht, und vieles mehr, finden Raum in diesem vielschichtigen Buch.Ich empfehle allen Interessierten, sich für das Lesen Zeit zu nehmen, um die inneren Bilder auf sich wirken zu lassen und sich von der anfangs nur sehr langsam fortschreitenden Handlung nicht entmutigen zulassen. Es lohnt sich, dranzubleiben, und man wird insgesamt mit einem ganz besonderen Leseerlebnis belohnt, das das Potential hat, das eigene Kunstverständnis zu erweitern.
Einfühlsam und bezaubernd
Das Cover vermittelt das Gefühl, in Frankreich zu sein und fängt die Atmosphäre gut ein. Es passt perfekt zur Geschichte. Joseph ist ein junger Journalist mit abgebrochenem Kunststudium und bekommt die Chance, den berühmten Künstler Tartuffe persönlich kennenzulernen. Dieser sieht in ihm sein neues Modell und so darf Joseph bei Tartuffe bleiben. Er lernt dessen Nichte Ettie kennen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickeln sich besondere Beziehungen. Der unaufdringliche, leuchtende und lebendige Schreibstil sorgt dafür, dass man gerne Seite um Seite liest. Der Schreibstil ist mitreißend und zieht die Leser in die Geschichte. Abwechselnd wird aus Josephs und Etties Perspektive geschrieben, wodurch die Leser eine Fülle an Informationen haben. Die Figuren sind sehr authentisch und gut vorstellbar, auch die Nebenpersonen. Diese Art und Weise, das Künstlerische mit dem Menschlichen zu verbinden, ist sehr interessant.
Ein Buch wie ein Kammerspiel
Intensiv wird das Leben von Ettie, Tata und Joseph geschildert, ihr Zusammenspiel, die Konflikte, Geheimnisse und Emotionen. Verdichtet auf das Bauernhaus in Frankreich entsteht vor den Augen der Lesenden dennoch eine ganze Welt, in die man beim Lesen ab- und eintaucht. Jeweils abwechselnd aus der Perspektive von Joseph und Ettie beschrieben, offenbart sich die Komplexität und der Facettenreichtum der Erzählung nach und nach den Lesenden, wie einzelne Farbschichten eines Kunstwerks, die freigelegt werden, je genauer man hinschaut. Verstärkt wirkt die Sogkraft des Debütromans von Lucy Steeds noch durch ihre bildhafte, fast schon poetische Sprache, die der im Buch beschriebenen Kunst in Nichts nachsteht.„The Artist“ ist eine Erzählung über das Leben, in all seiner Komplexität, vom Loslassen, sich finden, der Liebe, der Emanzipation, der Kunst und der Leidenschaft für das Leben selbst – Lucy Steeds versteht sich all dies ganz natürlich und in einer bildgewaltigen Sprache in 370 Seiten einzufangen und fast schon wünscht man sich die Geschichte ist keine reine Fiktion, sondern dem echten Leben entsprungen.Mehr will ich gar nicht schreiben oder eventuell sogar vorwegnehmen, dieses Buch muss man einfach gelesen haben!Dies ist eine uneingeschränkte Leseempfehlung (und auch Geschenkempfehlung), denn durch das Facettenreichtum der Geschichte, findet nahezu jede Person Zugang zur Erzählung und den Protagonist:innen des Buches, egal ob das Interesse auf der Kunst, starken Frauen, der Liebe oder der Komplexität menschlicher Beziehungen liegt.
Kommen Sie mit uns in die Provence
Eine Welt voller Düfte, Farben, Licht und Schatten - so fühlt sich die sommerliche Provence und auch Lucy Steeds' Roman ›The Artist‹ an. Wenn Sie sich mit diesem Debüt in die Provence entführen lassen wollen, sollten Sie sich dieses Gewinnspiel nicht entgehen lassen!
1. Preis: Ein ArtNight Gutschein im Wert von 98€, ein Exemplar des Romans ›The Artist‹ sowie ein provence-Paket
2. - 5. Preis: Ein Exemplar des Romans ›The Artist‹ sowie ein Provence-Paket
Um am Gewinnspiel teilzunehmen, füllen Sie das untenstehende Formular aus und beantworten folgende Frage: Haben Sie ein Lieblingsgemälde und wenn ja, welches ist es?
Das Gewinnspiel endet am 30.06.2026 um 23:59 Uhr. Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier.
Das sagt die internationale Presse
Ein fulminantes Buch, poetisch, leidenschaftlich und mit sanfter, tiefer Kraft erzählt.
Daily Mail
Ein kraftvollles, alle Sinne anregendes Debüt. Lucy Steeds ist eine Autorin, die man im Auge behalten muss.
The Times
Die am meisten gelobte Debütautorin des Jahres […] Das sinnliche, berauschend duftende Porträt eines monströsen männlichen Egos und einer übersehenen Frau.
Telegraph
Ich habe jedes einzlene Wort dieses Romans geliebt … Steeds Sprache ist wunderschön, die Beschreibung der Kunst unheimlich fesselnd. Ich konnte die Farben förmlich riechen, die Textur der Leinwände fühlen, das Licht im Atelier sehen.
Deborah Joseph, Begründung für die Nominierung zum Women's Prize for Fiction 2025
Raffiniert und kraftvoll erzählt […] Ein äußerst gelungenes Porträt von Ehrgeiz und Selbstverwirklichung.
The Guardian