Die faszinierende Geschichte einer begabten jungen Frau, die sich ihren Weg in die männliche Kunstwelt bahnt, allen Widerständen zum Trotz.
Wochenlang auf der Sunday Times-Bestsellerliste
WATERSTONES DEBUT PRIZE 2025
Nominiert für THE WOMEN'S PRIZE FOR FICTION 2025
WATERSTONES BOOK OF THE YEAR 2025
BARNES & NOBLE BOOK OF THE YEAR 2025 (Shortlist)
Nominiert für den BRITISH BOOK AWARD 2026
Provence, um 1920. Venez. Kommen Sie. Mehr steht nicht in dem Brief. Und doch sieht sich Joseph Adelaide am Ziel seiner Träume: Er, ein noch völlig unbekannter Journalist, darf Édouard Tartuffe interviewen, der sich seit Jahren der Öffentlichkeit entzieht.
In dem abgelegenen Landhaus in der französischen Provinz erwartet Joseph jedoch eine Überraschung. Nur wenn er dem weltberühmten Maler Modell sitzt, darf er über ihn schreiben.
»Ein fulminantes Buch, poetisch, leidenschaftlich und mit sanfter Kraft erzählt.« Daily Mail
In der flirrenden Sommerhitze erkennt Joseph bald, dass das größte Rätsel nicht der »Meister des Lichts« ist, sondern Tartuffes Nichte. Ettie kocht, putzt, wäscht Pinsel und erträgt Tartuffes Launen mit unergründlicher Hingabe. Doch etwas brodelt in ihr. Joseph fühlt sich immer mehr zu ihr hingezogen. Und langsam, Schicht für Schicht wie in einem Gemälde, kommt ihr Geheimnis ans Licht ...
»Ein äußerst gelungenes Porträt von Ehrgeiz und Selbstverwirklichung.« The Guardian
»Das sinnliche, berauschende Porträt eines männlichen Egos und einer übersehenen Frau.« The Telegraph
Als Joseph die Steinterrasse betritt, gerät sein Herz aus dem Takt. Zurückgelehnt in einem alten Korbsessel sitzt da ein Mann, eine Zigarre in der Hand. Dies also ist der Mann, für den Joseph meilenweit gereist ist. Der Meister. Éduard Tartuffe.
Tartuffe blickt hoch.
»Wer sind Sie?«
»Mein Name ist Joseph Adelaide«, sagt Joseph hastig und streckt ihm das Telegramm entgegen. »Ich bin Journalist. Sie haben mich eingeladen.« Plötzlich ist es, als wäre ein Damm gebrochen.
»Sylvette!«, brüllt der Maler und fuchtelt wild mit seiner Zigarre. »Sylvette!«
Joseph weicht einen Schritt zurück. Stolpert über seinen Rucksack. Und plötzlich steht da eine junge Frau. Sie ist am anderen Ende der Terrasse aufgetaucht und trocknet ihre Hände an einer Baumwollschürze ab. Tartuffe reicht ihr das Schreiben. »Erklär mir das!«
Sylvette betrachtet es prüfend. Ihr Gesicht wirkt mädchenhaft, doch ihre Hände sind rau und von harter Arbeit gezeichnet. Dann schaut sie auf und sagt nur: »Das hier ist dein Junger Mann mit Orange.«
1. Auflage
Lucy Steeds hat nach ihrem Literaturstudium an der Universität Oxford in Frankreich und Singapur gelebt und pendelt derzeit zwischen London und Amsterdam. Als eines der meistgelobten Debüts des Jahres stand ›The Artist‹ 2025 auf der Longlist für den renommierten Women’s Prize for Fiction, wurde mit dem Waterstones Debut Fiction Prize ausgezeichnet und zum Waterstones Book of the Year gekürt. 2026 folgten Nominierungen für den British Book Award und den Walter Scott Prize for Historical Fiction. Seit seinem Erscheinen entfaltet der Roman eine stetig wachsende Anziehungskraft und erscheint demnächst in zweiundzwanzig weiteren Ländern.
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Das Cover von Lucy Steeds` “The Artist” ist wunderschön! Ich liebe die Gestaltung, die aus dem impressionistisch anmutenden Lavendelfeld, der Farbschicht mit den Pinselspuren und dem Text besteht. Für meinen Geschmack harmoniert sie wunderbar miteinander und passt auch ausgesprochen gut zur Geschichte. Zudem wirkt die Farbgestaltung real zum Glück überhaupt nicht so grell wie am Bildschirm.Erzählt wird die Geschichte von dem jungen Journalisten Joseph, der die Möglichkeit erhält den zurückgezogen lebenden und abweisenden Künstler Edouard Tartuffe zu interviewen. Als er bei ihm eintrifft, ist der jedoch wenig begeistert und alles entwickelt sich anders als gedacht, doch Joseph bleibt und lernt auch Ettie, die Nichte des Künstlers kennen, die noch weit mehr Geheimnisse birgt und bewahrt als das eigentliche Objekt seiner Recherche. Immer tiefer taucht er in dieses ganz andere Leben ein und legt Schicht um Schicht aus Geheimnissen und Verständnis frei…„The Artist“ ist Lucy Steeds` Debüt und das ist wirklich fulminant und absolut einnehmend – mich hat es jedenfalls rundum begeistert! Schon der Einstieg ins Buch aus dem Jahr 1957 hat mich so neugierig gemacht und gefangen genommen, dass ich das Buch danach gar nicht mehr gerne aus der Hand legen wollte. Die Autorin erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und so können wir LeserInnen sowohl Joseph, als auch Ettie wunderbar nah kommen, mit ihnen fühlen und ihre Beweggründe verstehen. Dabei gelingt es der Autorin meisterhaft im Laufe der Geschichte eine unterschwellige aber zunehmende Spannung aufzubauen, die mich wirklich durch die Seiten gezogen hat, da ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht und was geschieht. Doch im Grunde ist es eine leise und feine Geschichte. Wer „Action“ sucht ist hier an der falschen Adresse, doch wer den gleißend heißen Sommer auf der Terrasse und im Atelier eines begnadeten Künstlers in Frankreich verbringen möchte, der ist hier an genau richtig. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich schon einmal ein Buch gelesen hätte, das eine Geschichte so sinnlich und so intensiv erzählt hätte, wie es in „The Artist“ der Fall ist. Die Beschreibungen der entstehenden Bilder sind so gut, dass ich das Gefühl hatte, die Farbschichten sehen, das Terpentin riechen und den Pinsel über die Leinwand kratzen hören zu können. Genau so verhielt es sich mit der flirrenden Hitze über den Feldern Frankreichs und den Lebensmitteln, die Lucy Steeds in Haptik, Geruch und Geschmack lebendig werden lässt – unglaublich toll! Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto besser dürfen wir die beiden Hauptcharaktere kennen lernen und erfahren in Rückblicken auch immer mehr aus ihrem Leben, was ihre Verhaltensweisen und Gefühle so nachvollziehbar macht, dass ich ganz eintauchen konnte. Die beiden sind sehr unterschiedlich, aber individuell und stimmig gezeichnet und ich habe sie beide schnell ins Herz geschlossen. Der Künstler Edouard Tartuffe ist unglaublich präsent und er beherrscht die Geschichte in weiten Teilen, was wunderbar zu seiner Charakterdarstellung und der Atmosphäre der Geschichte passt. Es gibt so viele Besonderheiten und wundervolle Momente in der Geschichte, dass ich am liebsten von ihnen allen erzählen möchte, aber ich will natürlich nicht zu viel vorweg nehmen, sondern lieber dazu ermutigen, diese Geschichte selber zu entdecken – es lohnt sich absolut!Denn „The Artist“ ist eine wundervolle und außergewöhnliche Geschichte, die mich sehr beeindruckt und tief berührt hat. Künstlerisches Genie, Grausamkeit, Liebe, Natur, menschliche Stärken und Schwächen, Freiheit und Sehnsucht bilden hier eine Symbiose, die den Weg mehrere Leben nachzeichnen und uns LeserInnen mitnehmen, in einen ganz eigenen Kosmos. Ich bin wirklich Fan und empfehle das Buch von Herzen gerne weiter!
Das Cover, der Titel, Die Farben des Lichts- das alles sieht vielversprechend aus, zieht den Blick des interessierten Lesers an. Es geht um Kunst, Künstler- es geht um die Geschichte der Menschen : Jospeph , der kunstbegeisterte Journalist, Tartuffe, der cholerische, sensible, geniale, aber auch gebrochene, Maler und um Ettie, seine Nichte, auf der Suche nach ihren Wurzeln, der Herkunft ihres künstlerischen Talents.Blldhaft und detailreich werden die einzelnen Kapitel jeweils aus Sicht der Protagonisten erzählt. Wir erfahren, warum sich Joseph für Kunst und insbesondere für Tartuffe interessiert und begleiten ihn auf dem Weg von England nach Frankriech, um sein Interview zu bekommen, und geraten mit ihm in das abgeschiedene Leben um Tartuffe, seine Kunst , seine inneren Dämonen- eine starke Geschichte, in die der Leser eintaucht. Spannende Wendungen und Entwicklngen der Charaktere machen süchtig, und es fällt schwer, das Buch aus den Händen zu legen. Anfang und Ende bilden den Rahmen, wie passend zur Kunst, um diese ausssergewöhnlich schöne Geschichte.
In Lucy Steeds Roman “The Artist“ reist der Journalist Joseph Adelaide im Jahr 1920 in die Provence, um den berühmten Maler Edouard Tartuffe zu treffen. Er will einen Artikel für die Zeitung “The Inkling“ schreiben. Doch der Maler weiß nichts von einer Einladung und beantwortet keine Fragen. Dafür darf Joseph eine Weile bleiben, um für das Gemälde “Junger Mann mit Orange“ Modell zu sitzen. Joseph schaut sich die Gemälde des Meisters an und beobachtet ihn bei der Arbeit. So sammelt er Material für mehrere Artikel. Allmählich kommen sich die beiden näher, und Joseph darf den Maler Tata nennen. Im Haus lebt auch Ettie, die junge Nichte des Malers, die alle anfallenden Arbeiten erledigt und den Meister schon seit ihrer Kindheit versorgt. Joseph erfährt ihre tragische Geschichte. Ettie und Joseph verlieben sich in einander, aber davon darf der Onkel nichts wissen. Dies ist nicht das einzige Geheimnis, das Ettie verbirgt.Steeds bringt dem Leser in einer sehr poetischen Sprache die Welt der Malerei näher, vor allem die Rolle von Licht und Farben, und sie macht das so gut, dass ich kaum glauben konnte, dass dies ihr Debütroman ist. Sie kann sich in den Künstler hineinversetzen und macht deutlich, unter welchem Druck er steht, welchen Preis er für seinen Ruhm zahlt. Dabei kommen auch einige kuriose Details ans Licht. Für Tartuffe spielt grundsätzlich beim Essen nicht der Geschmack die wichtigste Rolle, sondern die äußere Gestalt. Für seine Gemälde wählt er zum Beispiel nicht perfekte Früchte aus, sondern solche, die bereits ihre Form verlieren, weil sie verfaulen. Jede Mahlzeit auf den Tellern der drei kann eine Inspiration für ein neues Bild werden, und Tata nimmt ihnen öfter die halbvollen Teller weg, um ein Kunstwerk zu schaffen. Mich hat das Buch begeistert, und ich habe mich keinen Augenblick gelangweilt. Daher spreche ich eine absolute Leseempfehlung aus.
Dieses Buch ist ein Schatz, der den Leser in die wunderbare Landschaft Südfrankreichs in das Jahr 1920 führt. Der Kunst-Journalist Joseph begibt sich in einen kleinen, verschlafenen Ort in der Provence, um ein Interview mit dem zurückgezogen lebenden Künstler Tartuffe zu führen. Der abweisende Maler lässt Joseph widerstrebend bei sich wohnen, allerdings nur, weil dieser ihm Modell für sein nächstes Bild sitzen soll. Joseph ist überwältigt, dem mysteriösen Meister, der sich vor vielen Jahren aus der Kunstwelt zurückgezogen hat, näher zu kommen. Doch Tartuffe ist unberechenbar. Mal herrisch, mal in sich gekehrt, mal überraschend zugänglich und dann wieder egozentrisch, gelangweilt und verschlossen wie eine Auster. Der Maler teilt sich das Haus mit seiner Nichte Ettie. Die junge Frau ist ebenso verschlossen, beinahe abweisend und doch sehr sensibel. Wie ein Geist bewegt sie sich durch das Haus, beschafft Pinsel, arrangiert die Motive, bestellt die Farben, liest Briefe vor, ist das Mädchen für alles. Die Beziehung zwischen Onkel und Nichte ist besonders. Nähe, Wut, Liebe und Abhängigkeit auf beiden Seiten prägen das Zusammenleben. Joseph fühlt sich anfangs wie ein Eindringling in diesem eingespielten Beziehungsgeflecht, in dem jeder Schritt, jeder Handgriff zu einer festgelegten Choreografie zu gehören scheint. Erst nach und nach kommt er Ettie näher. Zwischen den beiden entwickelt sich ein zartes Band. Vertrautheit, so etwas wie Freundschaft und letztlich sogar eine erotische Anziehung. Das kommt für den Leser nicht wirklich überraschend, beinah scheint es so, als würde die Handlung unausweichlich darauf zu steuern. Es passiert nicht viel in dem alten Haus in diesem heißen Sommer. Joseph sitzt Modell, schreibt fleißig Artikel für die Kunstzeitung und beobachtet den Maler und seine Nichte. Dabei offenbart Ettie nach und nach ihr Geheimnis. Dieses kommt für mich nicht wirklich überraschend, was aber nicht schlimm ist, da es in diesem wundervoll berührenden Roman um viel mehr geht. In ständigen Perspektivwechseln erlebt man aus Josephs und aus Etties Sicht, wie sich die Ereignisse in diesem heißen Sommer unwiederbringlich zuspitzen. Lediglich der große Meister Tartuffe scheint von dem, was um ihn herum passiert, nichts zu bemerken. Das mag daran liegen, dass er sich nur für sich selbst interessiert. Besonders berührt haben mich die Rückblicke in Josephs und Etties Vergangenheit. Das, was sie in den Kriegsjahren erlebt haben, Etties erste Liebe, Josephs Verlust von Mutter und Bruder, das alles ist so wunderbar einfühlsam geschildert, dass man sich beinah als stiller Beobachter der jeweiligen Szenen fühlt. Man spürt die flirrende Hitze, das Summen der Zikaden, den Geruch von Lavendel. Der Schreibstil ist äußerst bildhaft, satt und voll. Man sieht die üppigen Kulissen der Bilder, Zitronen, Auberginen, Pfirsiche. Am meisten begeistert mich aber die Hauptfigur, Ettie. Nicht etwa der große Maler oder Joseph, der auch äußerst liebenswert gezeichnet ist, sondern die verschlossene mysteriöse, aber unglaublich starke Ettie. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt von einer so tollen Frauenfigur gelesen habe. Ihr Schicksal, ihre innere Zerrissenheit, ihre Angst, aber auch ihr Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Leidenschaft zur Kunst beeindrucken mich sehr. Ettie schleicht sich in mein Herz. Besonders passend finde ich, dass der Titel des Romans The Artist auch für die deutsche Fassung übernommen wurde. Das wunderbar farbenfroh gestaltete Cover, die zu erahnenden Pinselstriche und die üppige Farbgebung des Lavendels passen wunderbar zur Handlung. Für mich ist dieses Buch ein absolutes Leseerlebnis, das sich langsam aufbaut, aber umso mehr berührt.
Das Cover ist ein Eyecatcher - wie ein Gemälde - und passt perfekt zu dem Roman.Lucy Steeds hat einen flüssigen packenden Schreibstil. Ihr Erzählstil ist bildlich, mitreißend und angenehm zu lesen.Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt.Der junge Reporter Joseph Adelaide hat eine Einladung bekommen mit zwei Worten: 'Kommen Sie'. Er macht sich von England auf die Reise in die Provence, um den weltberühmten Maler Edouard Tartuffe zu interviewen. Doch dieser hat ihn nicht eingeladen, sondern seine Nichte Ettie Tartuffe, die mit dem Maler in dem abgeschiedenen Haus lebt. Ettie ist 27 Jahre und kümmert sich um alles für den Maler, Haushalt, Malutensilien waschen, einkaufen und muss seine Wutausbrüche ertragen.Um zu bleiben, muss Joseph dem Maler Modell sitzen. Er verbringt auch mit Ettie viel Zeit, da der Maler zu keinen Antworten bereit ist. Schicht um Schicht wie bei einem Gemälde kommt das Geheimnis von Ettie ans Licht.Der Roman hat mich von Beginn an in den Bann gezogen. Ich mochte das Buch gar nicht weglegen. Die Autorin ist für mich die Meisterin der Literatur.
Ich hatte mir das Buch ausgesucht, weil mich Kunst sehr interessiert und das Cover und der Titel mein Interesse geweckt hatte.die Autorin Lucy Steeds schreibt in der Gegenwart-Version, was ich für die Geschichte recht gut gelungen finde.Die Hauptfiguren sind der Künstler Edouard Tartuffe, der quasi ein Einsiedlerleben in der Provence führt. Nur seine Nichte Ettie, die für ihn den kompletten Haushalt führt und für ihn einkauft, ist auch auf dem verlassenen Hof.Diese Einsamkeit strahlen auch die neuesten Bilder von Tata (dem Maler) aus, Bilder mit verlassenen Räumen und verfaultem Obst.Im Jahr 1920 wird der Journalist Joseph Adelaide auf den Hof eingeladen, um eigentlich einen lang gehegten Wunsch erfüllt zu bekommen: Ein Interview mit dem Meistermaler persönlich.Doch Joseph wird als Modell für das neueste Kunstwerk erwählt, wobei Ettie hier im Hintergrund die Fäden dafür gesponnen hatte.Joseph und Dettie kommen sich langsam näher in dieser Einöde, was ihrem Onkel so gar nicht passt. Und Joseph kommt auch langsam dem Geheimnis von Dettie auf die Spur. Das Ganze endet denn in einem Finale, das sich durch die ersten Seiten im Buch schon ankündigt.Bekommt von mir eine Kaufempfehlung für alle, die sich für die vergangene Epoche und die Rolle der Frau Anfang des 20. Jahrhunderts interessieren.
In nur wenigen Büchern sagt das Cover so viel über den Inhalt aus wie in diesem Buch. Eine Landschaft voller Farbe, Licht und Duft entsteht nicht nur auf dem Bild des Einbandes, sondern auch in dem Buch.Der berühmte Maler Edouard Tartuffe lebt abgeschieden in der Provence, nur seine Nichte Ettie darf für ihn sorgen. Sie führt seinen Haushalt, kauft seine Farben und Leinwände und hält die Welt außen vor. Als der junge englische Journalist Joseph die seltene Gelegenheit zu einem Interview bekommt, darf er ein wenig hinter das Geheimnis des Malers schauen und verliebt sich in Ettie. Das Buch hat mich von Anfang an mitgerissen. Man glaubt beim Lesen den Duft des Lavendels einzusaugen, den Staub zu schmecken, die Farben und das Terpentin zu riechen. Selten taucht man so tief in eine fremde Welt ein. Man sieht die berühmten Bilder aus der Provence vor sich, die Cézannes, die van Goghs. Dazu kommt die behutsam erzählte Annäherung zwischen Ettie und Joseph, die ganz besondere Geheimnisse offenlegt.Das Buch ist nie kitschig, sondern poetisch und kraftvoll und es hat mich sehr beeindruckt.
Ein Künstlerinterview führen zu können, in der Provence, um 1920, einer Zeit, in der Meisterwerke entstanden, um die sich die bekanntesten Museen der Welt bis heute reißen...mit jemandem, der solche Meisterwerke schafft. Diesen Traum hegt Joseph, junger Autor eines britischen Kunstmagazins, der nach Monaten auf seine Anfrage eine knappe Antwort und Einladung erhält. Er fährt in einer mehrtägigen Reise in den Süden Frankreichs und wird t eher zugelassen als eingeladen, denn er bleibt und schreibt unter der Bedingung, dass er dem Künstler Modell sitzt. Mindestens so spannend wie die Kunst dieses brillanten Außenseiters ist bei näherem Hinsehen dessen Nichte Ettie. Sie wirft den Haushalt ihres Onkels, sorgt aber auch mit ihren Einkäufen und Essensarrangements dafür, dass präsentable und malbare Stillleben im Alltag entstehen. Die künstlerische Zwiebeziehung wird über die immer präsentere Ettie dynamisiert und erhält einen neuen Zuschnitt. Und am Ende ist nichts mehr so, wie es anfangs schien. "The Artist" ist ein absolut lesbares, manchmal eine Spur ktischiges, aber insgesamt sehr gelungenes und rundes Buch über Kunst und Selbstverwirklichung.
Man könnte meinen, der Roman schildert das Leben eines großartigen Malers seiner Zeit um 1920, den Edouard Tartuffe oder den Besucher des Malers und Reporters für Kunst Joseph. Ich bin dagegen der Meinung, hier geht es um die Nichte des Malers, Ettie.Ettie ist Tartuffes Gefangene. Sie führt ihm das Haus, kocht, wäscht, kauft ein und erledigt seine Korrespondenz. Tartuffe malt, malt und malt und ist überaus erfolgreich. Aber ist es tatsächlich Tartuffes Erfolg?Tartuffe ist ein furchtbarer Mensch. Ohne Ettie wäre er wohl kaum lebensfähig. Dann kommt Joseph ins Haus, weil er den Maler interviewen will für ein Journal, dass sich mit Kunst befasst. Ettie spielt eine Nebenrolle, aber Stück für Stück kommen sich die beiden jungen Menschen näher. Ettie hat ein großes Geheimnis und Joseph kommt dahinter. Er bestärkt sie, fortzulaufen. Wird sie sich frei machen können von ihrem Onkel?Ich mochte Ettie am meisten. Man kann gut nachvollziehen, warum sie immer noch bei dem alten Kauz das Haus führt, ihre Flügel wurden gestutzt, aber nicht gebrochen. Jeden Tag ein wenig mehr kann der Leser erleben, wie Ettie sich frei macht, wie aus ihr eine Frau wird, die ihr Leben selbst bestimmt in die eigenen Hände nimmt, die der eigenen Kraft vertraut. Ich mochte diesen Roman sehr gern. Einziger Kritikpunkt an die Korrekturleser. Mehrere Male sind mir doppelte Worte oder Buchstaben aufgefallen, kein Beinbruch, aber diesem Roman eben nicht würdig.
In Lucy Steeds Debütroman “The Artist“ bittet der junge Journalist Joseph Adelaide im Jahr 1920 den seit vielen Jahren zurückgezogen in einem alten Haus in der Nähe von Saint-Auguste in der Provence lebenden berühmten Maler Edouard Tartuffe um ein Interview und erhält die Erlaubnis zu einem Besuch. Vor Ort erlebt er einige Überraschungen. Der Maler, der sich Tata nennen lässt, duldet ihn nur im Haus, wenn er ihm Modell sitzt, beantwortet jedoch keine Fragen. Die zweite Überraschung ist Sylvette genannt Ettie, die junge Nichte des Malers, die alle Pflichten einer Haushälterin erfüllt. Edouard hatte seine von einem verheirateten Mann schwangere Schwester bei sich aufgenommen und die Nichte allein aufgezogen, nachdem seine Schwester ihn wegen eines neuen Partners verlassen hatte. Tatsächlich verhält sich der Onkel jedoch nicht wie ein Ersatzvater, sondern erlaubt Sylvette kein selbstbestimmtes Leben, schon gar nicht, dass sie auch malt und eine künstlerische Karriere anstrebt. Er verhält sich wie ein Tyrann und zerstört gern mal, was Ettie liebt. Im Lauf seines mehr als dreimonatigen Aufenthalts bekommt Joseph Einblick in Edouards künstlerisches Schaffen und schreibt Artikel für seine Zeitung “The Inkling“ auch ohne ein einziges Interview. Außerdem erfährt er Etties Lebensgeschichte und ihr streng vor Tata gehütetes Geheimnis, und die beiden jungen Leute kommen sich näher.Der Roman führt den Leser sprachgewaltig an die Welt der Malerei heran, lässt die entstehenden Gemälde mit den Mitteln der Sprache lebendig werden. Sehr eindrucksvoll beschreibt er den für Frauen damals generell schwierigen Weg zu einem selbstbestimmten Leben und zur Verwirklichung der eigenen Ambitionen. Ich habe den Roman sehr gern gelesen. Er ist allerdings ziemlich handlungsarm, weil die stimmungsvollen Ausführungen über die Entstehung von Kunstwerken doch einen sehr breiten Raum einnehmen. Ein Spannungsaufbau wird auch dadurch weitgehend verhindert, dass der im Jahr 1957 angesiedelte Prolog das zentrale Geheimnis um Ettie enthüllt. Dennoch ist dieses Buch schon wegen seiner poetischen Sprache und dem Einblick in künstlerisches Schaffen sehr empfehlenswert.