Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Im Hintergrund ein Gemälde einer Landschaft, links das 3D-Cover des Buchs "Und mittendrin der Birnbaum" von Ute Mank, rechts daneben der Text: "Ein Dorf in dunklen Zeiten. Ein Mädchen, dessen Spur sich verliert. Eine Freundin, die sich erinnert."
Im Hintergrund ein Gemälde einer Landschaft, links das 3D-Cover des Buchs "Und mittendrin der Birnbaum" von Ute Mank, rechts daneben der Text: "Ein Dorf in dunklen Zeiten. Ein Mädchen, dessen Spur sich verliert. Eine Freundin, die sich erinnert."

Details

Ein Dorf in dunklen Zeiten. Ein Mädchen, dessen Spur sich verliert. Eine Freundin, die sich erinnert.

Und mittendrin der Birnbaum

Es ist ein milder Frühsommer, als Dora nach vielen Jahrzehnten in ihren Heimatort Hausen zurückkehrt. Stundenlang wandert sie durch die fremd-vertrauten Straßen – zu ihrem Elternhaus, aber auch zu dem Fachwerkhaus, in dem einst ihre beste Freundin wohnte.

Vom Wissen und Wegschauen: Ein berührender Roman über Zerbrechlichkeit und Hoffnung in dunklen Zeiten.

Als sie entdeckt, dass vor diesem Haus Stolpersteine verlegt wurden, ist Dora fassungslos. Denn dort liegen nur vier Steine, sie weiß aber genau, dass es fünf sein müssten. Einer fehlt, nämlich der ihrer ehemals besten Freundin Fanny. Was ist damals mit ihr geschehen?

Die Dorfgemeinschaft in Zeiten der Judenverfolgung: ein neuer, spannender Blick auf die düstere deutsche Geschichte. Emotional, glänzend recherchiert und mitreißend erzählt.


Dora ging auf das Haus zu. Mit jedem Schritt wurde sie ein bisschen langsamer. Mit jedem Schritt sank ihr Kopf ein bisschen tiefer. Noch konnte sie nicht hingucken. Ob das Haus ihrer Freundin wohl entstellt worden war wie so manch anderes im Dorf? Ob sie es wiedererkennen würde? 

Als sie endlich den Kopf hob, wäre sie fast in Tränen ausgebrochen. Es war ganz und gar unglaublich. Es sah genauso aus wie damals. Als wäre die Zeit nicht vergangen. Dora stand und stand, konnte sich gar nicht sattsehen. Gleich musste die Freundin aus dem Haus kommen. Oder aus dem Fenster gucken. Oben links. Und rufen: »Ich komme.«

Bibliografische Daten

EUR 23,00 [DE] – EUR 23,70 [AT]
ISBN : 978-3-423-28492-9
Erscheinungsdatum: 17.09.2026
1. Auflage
336 Seiten
Format : 12,8 x 21,0 cm
Sprache: Deutsch

Autor*innen

Autor*innenporträt

Ute Mank

Ute Mank wurde in Marburg geboren. Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Töchtern, lernte einen Gesundheitsberuf, studierte Erziehungswissenschaften und promovierte später nebenberuflich. Ihr erster Roman ›Wildtriebe‹ erschien 2021 und war für den Klaus-Michael-Kühne-Preis nominiert. Sie lebt mit ihrer Familie in Hessen.

zur Autor*innen Seite

Pressematerialien

Bei unserer Presseabteilung können Sie unter Angabe des Verwendungszwecks Autor*innenfotos anfordern.

Leserstimmen

80 von 80 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.69 von 5 Sternen


69%

31%

0%

0%

0%


Geben Sie eine Leserstimme ab!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Kunden.


1 - 10 von 80 Leserstimme

brijo am 13.10.2026 13:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Heimat

Dora kehrt nach vielen Jahren in ihren Heimatort zurück. Sie geht durch den Ort und kommt an das Haus wo ihre beste Freundin damals wohnte. Vor dem Haus wurden Stolpersteine verlegt, doch der ihrer Freundin fehlt – aber warum.Dora kehrt nach Hausen, ihren Heimatort, zurück, wo sie in ihrer Kindheit gewohnt hat und schnell merkt sie das bei den Stolpersteinen der Stein von Funny fehlt und nun möchte sie wissen was mit Funny passiert ist. Wir lesen eine wunderbares Buch, das zwar sehr leise daher kommt, aber es fasziniert den Leser. Ute Mank hat einen wunderbaren Schreibstil, der den Leser mitnimmt ins Geschehen. Die Geschichte spielt in der Gegenwart, aber durch die tollen Rückblicke weiß man, was für eine enge Freundschaft die beiden Frauen verbunden hat. Aber sie fragt sich warum habe ich mich nicht mehr um Funny gekümmert, zumal sie Jüdin war. Aber nun ist sie alt und kann sie es wieder gut machen? Es ist schwer, aber sie hat bei der Suche Hilfe. Eine wunderbare Geschichte, die einen auch ein wenig mitnimmt. Aber ich habe das Buch mit einem, zufriedenen Gefühl geschlossen. Und wie ein roter Faden zieht sich der Birnbaum durch diese wunderbare Geschichte.

tinstamp am 09.10.2026 13:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Berührend

Eigentlich will ich schon länger ein Buch der Autorin lesen, weil ihr Nachname wie mein Geburtsort lautet. Zuvor hat mich aber noch kein Buch so richtig angesprochen, was bei "Und mittendrin der Birnbaum" von Beginn an anders war. Auch die Leseprobe (noch vor meiner Augen-OP) hat mich sofort gefangen genommen.Die Geschichte wird in der Gegenwart mit vielen Rückblicken in die Vergangenheit vor und während des Zweiten Weltkrieges erzählt.Dora ist bereits Mitte achtzig, als sie in ihrem Heimatort Hausen zurückkehrt. Nachdem ihr Mann verstorben ist und sie sich nicht mehr alleine in ihrem Haus in der Stadt versorgen kann, entscheidet sie sich ins Seniorenheim zu gehen. In dem kleinen Ort, in den sie eigentlich nie wieder zurückkehren wollte, lebt noch ihr Bruder Heini und ihre Schwägerin Gretel, die sie gerne besucht. Auf ihren Streifzügen durch den Ort steht sie plötzlich vor dem Haus, in dem ihre jüdische Freundin Fanny lebte. Sie entdeckt davor vier Stolpersteine und ist verwirrt. Es müssten doch eigentlich fünf sein, denn Fanny lebte dort mit ihren Eltern und den beiden Geschwistern. Was ist geschehen? Und warum weiß niemand, was mit Fanny geschehen ist?Dora erinnert sich und fühlt eine tiefe Schuld in sich. Warum hat sie sich mehr für ihre eigene Zukunft interessiert, als für die jüdischen Familien in Hausen, die später abtransportiert wurden? Und natürlich ganz besonders für Fanny, ihre beste Freundin.Vor dem Fachwerkhaus trifft sie erstmal auf Pina, die mehr über die Stolpersteine wissen möchte. Ihre Urgroßeltern haben damals das Haus der Jokops "für einen Apfel und ein Ei" gekauft, als Fannys Familie abtransportiert wurde. Sie möchte mehr wissen und Dora muss sich mehr und mehr ihrer Vergangenheit stellen. Insgeheim möchte sie ebenfalls wissen, ob Fanny noch lebt. Zwischen Pina und Dora entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, die im Dorf eher missbilligt wird. Die Vergangenheit soll auch heute noch ruhen.Als Dora schließlich beginnt, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, tauchen wir tief in ihre Erinnerungen ein und erleben diese mit viel Empathie mit.Dora und Fanny sind während der Schulzeit beste Freundinnen. Mit dem beginnenden Judenhass wird es jedoch für die beiden Mädchen immer schwieriger, denn Fanny ist Jüdin und Dora hat dem Nationalsozialismus nicht wirklich etwas entgegen zu setzen. Während sich für Dora neue Zukunftspläne eröffnen, erfährt Fanny immer mehr Schikanen - bis sie nicht mehr am Unterricht teilnehmen darf. Dora beginnt sich daraufhin immer mehr zurückzuziehen und verlässt schlussendlich das Dorf, um eine Lehrerausbildung zu machen. Während des Studiums verliert sie immer mehr den Bezug zu ihrem Heimatort und konzentriert sich auf ihre Ausbildung und ihre eigene Zukunft. Als das Naziregime zusammenbricht, ist auch Doras Studienzeit vorbei. Sie versucht sich in der Stadt über Wasser zu halten, bis sie ihr Studium erst Jahre später beendet. Nach Hausen kommt sie nie wieder - bis sie ins Seniorenheim einzieht.Nach und nach erfährt man einiges über das damalige Leben im Dorf und den Menschen in Zeiten der Judenverfolgungen. Als Leser erfahren wir erst nach und nach was mit Fanny passiert ist.Ute Mank erzählt sehr warmherzig und sehr authentisch, wie Doras Vergangenheit sie immer mehr aufwühlt und von ihren Schuldgefühlen beinahe erdrückt wird und dennoch nicht den Mut findet reinen Tisch zu machen. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als dass alles damals anders gekommen wäre - wohl wissend, dass sie die Vergangenheit nicht mehr ändern kann.Die Charaktere sind sehr authentisch gezeichnet und der Schreibstil angenehm. Gegenwart und Vergangenheit werden gekonnt verbunden.Die Autorin stellt uns Leser:innen die Frage, wie man selbst zu dieser Zeit gehandelt hätte? Wo beginnt Schuld? Jahrzehnte später lässt sich leicht sagen, dass man sich gegen alles aufgelehnt hätte, doch was wäre die Wahrheit? Der Birnbaum, der im Titel erwähnt wird, hat seine eigene Geschichte im Buch.Fazit:Eine sehr berührende und tiefgründige Geschichte über Freundschaft, Schuldgefühle, Ausgrenzung, den Mut sich der Vergangenheit zu stellen und um Vergebung. Mich hat dieser Roman sehr berührt, den ich auf jeden Fall weiter empfehle!

girdin am 05.10.2026 23:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ein ein ruhig erzählter, berührender Roman über Erinnerung, Schuld und Verantwortung

Dora ist die Protagonistin des Romans „Und mittendrin der Birnbaum“ von Ute Mank. Sie ist Mitte achtzig, seit einiger Zeit verwitwet, nachdem sie sechzig Jahre an der Seite ihres Mannes gelebt hat. Eines Tages beschließt sie, von ihrer jetzigen Heimat Bielefeld nach Hausen, dem Ort ihrer Kindheit und Jugend in Hessen, zu ziehen und dort in einem Seniorenheim zu leben. Ihr Bruder und seine Frau wohnen zeitlebens im Ort. Dora hat sich stets darangehalten, immer nur nach vorne zu schauen und die Vergangenheit ruhen zu lassen. Doch in Hausen wird sie von ihren Erinnerungen eingeholt, vor allem an das letzte Jahr des Zweiten Weltkriegs. Damals war sie mit Fanny befreundet, einem jüdischen Mädchen. Doras Spaziergänge führen sie zum Haus der Familie von Fanny, vor dem erst vor Kurzem Stolpersteine verlegt wurden, erschrickt sie darüber, dass einer für ihre Freundin fehlt. Die Enkelin früherer Nachbarn zeigt großes Interesse an den Geschichten aus der Vergangenheit. Dora stellt sich der Herausforderung und beginnt mit der Aufarbeitung der vielen Fragen, die in ihrer Freundschaft mit Fanny offen blieben.Ute Mank erzählt eine realistische Geschichte, die weder etwas beschönigt noch übertrieben dramatisiert. Während die Handlung in der Gegenwart in 2011 spielt, schildert sie durch Doras Erinnerungen und die einiger anderer Dorfbewohner das Leben zur Zeit des Nationalsozialismus und geht der Frage nach, wie es dazu kommen konnte, dass sich so viele Menschen der Ideologie der Partei anschlossen, sie mittrugen oder zumindest stillschweigend hinnahmen. Dora gehörte zu jenen, die von den Veränderungen profitierten, während ihre Freundin zunehmend ausgegrenzt wurde. Die Autorin lässt Dora sich in ihren Gedanken mit ihrem damaligen Handeln auseinandersetzen. Lange bleibt offen, ob sie sich dafür entscheiden wird, den Verbleib von Fanny aufzuklären oder weiterhin ihren Blick ausschließlich auf die Zukunft richtet. Es ist schön, dass Ute Mank einiges an Lokalkolorit einbindet wie beispielsweise die Namen, die die Dorfbewohner den Häusern nach ihren Erstbesitzern geben. „Und mittendrin der Birnbaum“ von Ute Mank ist ein ruhig erzählter, berührender Roman über Erinnerung, Schuld und die Verantwortung des Einzelnen. Eine nachdenklich stimmende Geschichte, die dazu anregt, die aktuellen Entwicklungen mit wachem Blick zu betrachten. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

booksandbudgies am 05.10.2026 00:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Warmherzig, ruhig und ganz nah am echten Leben

"Und mittendrin der Birnbaum" ist so ein Roman, der nicht durch großes Drama auffällt, sondern durch die vielen kleinen Dinge, die zwischen Menschen passieren. Gerade diese ruhige Art mochte ich sehr, weil sich vieles nahbar und echt anfühlt.Im Mittelpunkt stehen Familie, Erinnerungen, alte Verletzungen und die Frage, wie man mit Veränderungen umgeht, wenn das Leben plötzlich nicht mehr so weiterläuft wie bisher. Der Birnbaum wird dabei zu etwas, das viel mehr ist als nur ein Baum im Garten. Er verbindet Vergangenheit und Gegenwart und steht für all das, was bleibt, auch wenn sich um einen herum vieles verändert.Besonders gefallen hat mir, dass die Figuren nicht perfekt sind. Es gibt Missverständnisse, unausgesprochene Dinge und Entscheidungen, die man vielleicht selbst anders getroffen hätte. Genau dadurch wirken sie aber glaubwürdig.Ein stilles, warmes Buch über Familie, Heimat und darüber, wie sehr Orte und Erinnerungen uns prägen können.

manjula am 03.10.2026 17:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Interessante Perspektive

Das Buch liest sich prima und beleuchtet Geschichte nochmal aus einem anderen Blickwinkel. Dora gehört zur Generation unserer Großmütter, Urgroßmütter oder Mütter. Und wahrscheinlich haben wir alle inzwischen unsere Erklärungen für das (nicht durchgängige, aber sehr verbreitete) Schweigen dieser Generation über die Nazizeit. Ute Mank liefert in diesem Buch nochmal einen weiteren Erklärungsansatz: Ohne gleich selbst Verbrechen begangen zu haben, ohne selbst überzeugte Nazis und Antisemiten gewesen zu sein, aber auch ohne, dass sie „nur“ Rädchen im System waren, von dem sie profitierten, haben viele Menschen in ihrem Umfeld sehenden Auges, einfach nur, weil es für sie etwas komfortabler war, schleichend im Stich gelassen. Es war sehr spannend, Dora bei ihrer Auseinandersetzung damit zu betrachten. Ein paar Sätze aus dem Buch von einem Protagonisten und einer Autorin, die, soweit ich erkennen kann, den Nationalsozialismus nicht beschönigen: „Wie viel Tapferkeit dazugehörte, sich ehrlich zu fragen, wo man schuldig geworden war, ohne daran noch etwas ändern zu können. Nicht viele Menschen brachten das fertig am Ende ihres Lebens.“ Interessant fand ich außerdem (gerade vor dem Hintergrund, in Dora meine älteren Verwandten zu sehen) die Schilderungen zu Beginn des Buchs: Wie Dora mit dem Verlust ihres langjährigen Partners umgeht und (eben nicht gut) klarkommt. Wie sie spontan ihr Lebensumfeld aufgibt, um es dann aber sofort zu bereuen, weil sie nicht vorausbedacht hat, was das System „Heim“ bedeutet (noch bevor ihr klar wird, wie sie mit der Vergangenheit konfrontiert wird). Das Buch hat mM ein paar Längen bei der Schilderung von Doras Wegen durch den Ort, deshalb möchte ich nicht gleich 5 Sterne vergeben. Aber: Von mir eine klare Leseempfehlung!

letterfriend am 01.10.2026 01:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Bewegender Einblick in die dunkle Geschichte

Das Cover wurde klassisch, aber passend gewählt. Sich in die Figuren hineinzuversetzen fiel leicht. Mehr noch, man wurde auch schnell auf Gefühlsebene abgeholt. Die Entscheidungen oder Gefühle mancher Charaktere ließen einen unruhig werden. Alles in Allem ein guter Spannungsbogen, der Lust auf mehr Seiten machte. Mein einziges Manko: Manche Satzbildung stoppte meinen Lesefluss. Schachtelsätze mussten zwei Mal gelesen werden, um die richtige Betonung zu treffen. Die Geschichte ist absolut authentisch geschrieben. Mehr als einmal war ich selbst zu Tränen gerührt. Wie sehr einen Geschichte und Vergangenheit begleitet und wie sehr diese Erlebnisse Menschen prägen, wird mehr als einmal deutlich. Mir gefielen außerdem die neuen Blickwinkel auf bestimmte Ereignisse. Ein Plädoyer an Freundschaft und Menschlichkeit.

caro1893 am 28.09.2026 22:09 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ein Birnbaum, eine Freundschaft und das dunkelste Kapitel unserer Geschichte

Dora und Fanny sind beste Freundinnen. Sie verbringen viel Zeit miteinander, sitzen auch in der Schule nebeneinander. Doch dann kommt das Jahr 1933 und die Nazis werden immer lauter. Juden werden immer unerwünschter. Zunächst nur von ihren angestammten Plätzen verbannt, geraten sie später in Lebensgefahr. Und auch die Freundschaft von Dora und Fanny wird jäh auseinander gerissen, als die Nazis an die Macht kommen. Denn Fanny ist Jüdin und Dora hat dem Nationalsozialismus nichts entgegen zu setzen. Als alte Frau kehrt sie in ihren Heimatort zurück und stellt fest, dass vor dem Haus ihrer Freundin nur vier Stolpersteine liegen. Fannys scheint zu fehlen. Und so begibt sich Dora auf eine Spurensuche, die schmerzhafter ist, als sie sich je hätte vorstellen können.Ich habe nun schon wirklich so einige Bücher gelesen, die zur Zeit des Nationalsozialismus spielen. Und doch schafft es jedes weitere Buch mich wieder aufs Neue zu begeistern, zu berühren und zum Nachdenken zu bringen.Ich muss zugeben, dass ich mich bei diesem Buch zu Beginn recht schwer getan habe. Mir fiel es nicht so leicht Doras Gedankensprüngen zu folgen und die Geschichte zog mich auch nicht so sehr in ihren Bann, sodass ich sie stellenweise sogar etwas zäh fand. Als Dora dann aber anfängt, sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen, wird die Geschichte richtig packend. Auf berührende Art und Weise reist man als Leser durch Doras Erinnerungen in die Vergangenheit. In das schwärzeste Kapitel unserer Geschichte.Der Schreibstil ist tatsächlich recht angenehm zu lesen. Vor allem nachdem ich mich daran gewöhnt hatte. Nachdem ich meine Anfangsschwierigkeiten überwunden hatte und mir klar war, wie die Geschichte erzählt wird. Als ich mich so richtig darauf einlassen konnte, bin ich richtig schnell durch die Geschichte geflogen.Selten habe ich Geschichte so persönlich, so nah erlebt, denn alles baut auf Doras und Fannys gemeinsamer Geschichte und Freundschaft auf. Erschreckend und realistisch wird anhand derer gezeigt, wie die Nazis an die Macht kommen und wie das das Leben der Menschen verändert hat. Wie Juden gelitten und die, die keine Juden waren, häufig davon profitiert haben. Natürlich weiß ich um die Geschichte. Trotz allem bin ich jedes Mal aufs Neue schockiert und fassungslos. Niemals wird es mir irgendwie in den Kopf gehen, wie die Menschen es soweit haben kommen lassen.Dora ist eine sehr spezielle Protagonistin, der man ihre Vergangenheit sehr deutlich anmerkt. Vor allem, als sie sich immer mehr damit beschäftigt. Eine Frau, deren Schuldgefühle sie zu erdrücken drohen und die trotzdem nicht reinen Tisch machen kann. Eine Frau, die sich sichtlich wünscht, dass die Dinge anders gelaufen wären, dies aber nicht mehr ändern kann. Ein stückweit auch eine gebrochene Frau, die versucht Frieden mit ihrer Vergangenheit zu schließen, was ihr gar nicht so leicht fällt.Auf besondere Art und Weise greift dieses Buch Geschichte auf und macht sie sehr nahbar und auf erschreckende Art und Weise erlebbar. Das Ende ist dann ebenso auf eine ganz spezielle Art und Weise sehr berührend und ich musste sogar etwas schlucken. Auch wenn das Ende zur Geschichte passt, so endet es doch ein wenig trauriger, als ich erwartet und gehofft hatte.Ein erschreckendes, irgendwie trauriges, aber zugleich auch hoffnungsvolles Buch. Ein Buch über Schuld und Schuldeingeständnis und den Mut am Ende des Lebens zu den eigenen Fehlern zu stehen und das Bedauern darüber einzuräumen.

fantasia am 28.09.2026 19:09 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Erinnerungen, die bleiben

Die Protagonistin Dora Jansen kehrt in ihr Heimatdorf zurück, um dort in einem Alters-/Pflegeheim ihre letzten Lebensjahre zu verbringen. Als sie entdeckt, dass mit Stolpersteinen an die Familie ihrer jüdischen Freundin Fanny, aber nicht an diese, erinnert wird, macht sie sich auf die Suche nach dem Warum. „ …flüchtige Bilder, aus denen einige seltsam scharf und wie hinterleuchtet herausstachen“ (S.80) erscheinen vor ihrem inneren Auge: Szenen in der Schule, beim Spielen, die geliebten Birnen von einem Baum aus der Nachbarschaft… Mit einer jungen Frau erfährt sie nach und nach, was geschehen ist. Fanny hat als einzige in der Familie überlebt. Dora ist von Schuldgefühlen geplagt, weil sie sich in der Hitlerjugend wohl gefühlt hatte – nach Kriegsende hatte sie sich dann gefühlt, „als wäre sie etwa auf einen Heiratsschwindler hereingefallen“ (S.253) - welch seltsamer Vergleich. Überhaupt findet sie nur sehr langsam dazu der jungen Frau zu erzählen, in welcher Beziehung sie zu Fanny stand. Ganz anders dagegen der alte Schomer, dessen Familie in den schrecklichen Zeiten Mut zeigte.Bewegt hat mich vor allem der letzte Satz des Romans: „Warum weiß man immer erst hinterher, dass man jemanden zum letzten Mal gesehen hat.“

s.fischer79 am 28.09.2026 19:09 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Eine leise Geschichte

Manchmal sind es gerade die leisen Geschichten, die besonders lange nachwirken – und genau so ein Buch ist dieses für mich.Schon das wunderschöne, harmonische Cover mit dem Birnbaum hat mich angesprochen. Welche Bedeutung dieser Baum für die Geschichte hat, erfährt man bereits im Prolog und damit bekommt auch die Gestaltung des Covers noch einmal eine ganz andere Bedeutung.Im Mittelpunkt steht die über 80-jährige Dora, die nach dem Tod ihres Mannes Paul in ihr Heimatdorf Hausen bei Gießen zurückkehrt. Doch mit ihrer Rückkehr kommen auch Erinnerungen zurück, die sie über Jahrzehnte verdrängt hat. Schuld, Verlust und die Vergangenheit sind plötzlich wieder ganz nah.Besonders berührt hat mich die Begegnung zwischen Dora und der deutlich jüngeren Pina. Pina hat erfahren, dass ihr Elternhaus früher einer jüdischen Familie gehörte. Gemeinsam beginnen die beiden, sich mit der Geschichte des Hauses und den davor verlegten Stolpersteinen auseinanderzusetzen. Nach und nach gelingt es Dora dadurch auch, sich ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen.Ute Mank erzählt diese Geschichte sehr ruhig und einfühlsam. Sie schreibt über Schuld und Verantwortung, aber ebenso über Vergebung, Loslassen und die Möglichkeit, sich auch nach vielen Jahrzehnten noch mit dem auseinanderzusetzen, was gewesen ist. Dabei verurteilt sie ihre Figuren nicht, sondern lässt ihnen und ihrer Geschichte den nötigen Raum.Für mich ist es ein sehr berührendes und gleichzeitig kluges Buch über Erinnerungen, die nicht einfach verschwinden, nur weil man sie lange verdrängt. Wer sich für Geschichten vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus interessiert und dabei keine laute, dramatische Erzählung sucht, sondern ein Buch, das ganz leise unter die Haut geht, sollte sich dieses unbedingt anschauen.

lisa31 am 28.09.2026 14:09 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Schmerzhafte Erinnerung

Das Buch "Und mittendrin der Birnbaum" von Ute Mank spricht mich auf den ersten Blick an. Sowohl die ansprechende Gestaltung des Covers, als auch die Handlung der Geschichte. Eine Junge Frau die sich für die Geschichte ihres Wohnhauses interessiert. Sie lernt eine Alte Dame kennen die in das Dorf ihrer Kindheit zurück gezogen ist. Die Dame erinnert sich schmerzlich an die Zeit zurück. Sie erinnert sich an ihr Verhalten und das Verhalten der Dorfbewohner gegenüber jüdischen Dorfbewohnern. Bis diese eines Tages weg gebracht werden und ihr Hab und Gut an die zurück bleibenden Dorfbewohner zum Höchstgebot versteigert wird. Sie schämt sich über ihr Verhalten Gegenüber ihrer besten Freundin und versucht mit der Jungen Frau herauszufinden, was mit ihrer Freundin passiert ist. Sie ist überrascht über das, was sie herausfinden.

Veranstaltungen & Medientermine

Veranstaltung
Ute Mank liest aus ›Und mittendrin der Birnbaum‹
20.10.2026
19:00 Uhr (CEST)
Aula der Albert-Schweitzer-Schule
Schillerstraße 1
36304 Alsfeld
Veranstaltung
Ute Mank liest aus ›Und mittendrin der Birnbaum‹
30.10.2026
19:00 Uhr (CEST)
Schloss Langenselbold - Stucksaal
Schloss Langenselbold
63505 Langenselbold
Veranstaltung
Ute Mank liest aus ›Und mittendrin der Birnbaum‹
06.11.2026
19:00 Uhr (CEST)
Michaelis Kirche
Kirchstraße
37520 Osterode am Harz
Veranstaltung
Ute Mank liest aus ›Und mittendrin der Birnbaum‹
12.11.2026
19:00 Uhr (CEST)
Die Gute Stube
Petrusstr. 1
59929 Brilon
Veranstaltung
Ute Mank liest aus ›Und mittendrin der Birnbaum‹
26.01.2027
19:30 Uhr (CEST)
Literaturmuseum
Am Berge 2
37308 Heilbad Heiligenstadt
Veranstaltung
Ute Mank liest aus ›Und mittendrin der Birnbaum‹
14.03.2027
12:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung Das Buchkabinett – Schmitt & Hahn
Römerstraße 7
63785 Obernburg
Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Münchner Merkur
Sie erzählt von dem Mut, den es braucht, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen.

Johanna Schultheiss, 17.09.2026