Auf der Suche nach Antworten für seine tiefe Wut stößt Alex auf die Geschichte seiner Großmutter, die zeigt, wie Leidenschaft, Eifersucht und Wut über Jahrzehnte und Generationen hinweg Wogen schlagen können.
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Verbrenn all meine Briefe
Drei Menschen. Zwei Generationen. Ein Geheimnis.
Woher kommt diese tiefe Wut, die Alex in sich trägt? Auf der Suche nach Antworten stößt er auf die Geschichte seiner Großmutter, die zeigt, wie sich Leidenschaft und Eifersucht über Jahrzehnte und Generationen hinweg in eine Familie graben können.
Sommer 1932: Die 24-jährige Karin verliebt sich in den jungen Schriftsteller Olof. Aber es gibt ein Problem: Karin ist mit Sven verheiratet, einem stürmischen, hochrangigen Schriftsteller mit einer grausamen Ader. Wird sie es wagen, ihren Mann verlassen und ein anderes Leben mit ihrer neu entdeckten Liebe beginnen? 68 Jahre später fragt sich Karins Enkel Alex, Autor und dreifacher Vater, warum er eine solche Wut in sich trägt; eine Wut, die seinen Kindern Angst macht und eine Kluft zwischen ihm und seiner Frau schafft. Er stößt auf die Geschichte zweier unglücklich Liebender, deren Wogen bis zu ihm reichen.
»Sein Buch ist kein Krimi und könnte doch aufregender nicht sein.« Christine Westermann, Stern
»Ein wahnsinnig klug gebauter, faszinierender, erschütternder Roman.« Frank Dietschreit, rbb Kultur
Ebenfalls von Alex Schulman bei dtv erschienen sind:
›Die Überlebenden‹
›Endstation Malma‹
Bibliografische Daten
1. Auflage
Alex Schulman
Alex Schulman, geboren 1976, ist einer der populärsten schwedischen Schriftsteller. Sein Roman ›Die Überlebenden‹, 2021 bei dtv erschienen, wurde in 30 Sprachen übersetzt. Mit ›Verbrenn all meine Briefe‹, bei dtv 2022, gelang ihm in Schweden 2018 der Durchbruch als literarischer Autor.
Hanna Granz
Hanna Granz, geboren 1977, hat unter anderem Werke von Patrik Svensson, Tove Alsterdal, Johanne Lykke Holm und Tone Schunnesson ins Deutsche übersetzt.
1 - 10 von 117 Leserstimme
Highlight
Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, denn bereits das erste Buch des Autors habe ich mit großer Begeisterung gelesen. Der Schreibstil ist besonders und ich finde ihn immer wieder erfrischend und auch sehr detailgetreu. Ich habe direkt wieder den Einstieg in das Buch gefunden.Karin ist 24 und wir begegnen ihr im Jahr 1932. Sie verliebt sich in den jungen Schriftsteller Olof. Doch so einfach ist das nicht mit den Beiden, denn Karin ist verheiratet. Sven, ihr Mann, ist nicht gerade der Mann, den man sich wünscht. Doch die Frage ist, ob Karin den Schritt wagt und ihren Mann verlässt um neu anzufangen?Viele Jahre später lernen wir Karins Enkel kennen, der eine tiefe Wunde in sich trägt. Er weiß nicht warum und stellt sich daher diese Frage. Als er sich auf die Suche zu seiner Frage macht stößt er auf eine Geschichte, die ihn berühren wird und ihm auch die Augen öffnet.Für mich hat der Autor es wieder einmal geschafft und mich voll in den Bann gezogen mit seinen Worten und Ereignissen. Für mich mich ist dieses Buch wieder ein Highlight. Ich vergebe 5 Sterne.
Tragische Familiengeschichte
MEINUNG:Nachdem ich von Die Überlebenden ziemlich beeindruckt war, stand für mich sofort fest, dass ich auch Verbrenn all meine Briefe von Alex Schulman lesen möchte. Auf Schwedisch ist dieses Buch noch vor Die Überlebenden erschienen und ist auf Grund des Erfolges nun auch auf Deutsch übersetzt worden.Bei Beginnen der Geschichte war mir nicht sofort klar, dass es sich hier um einen autofiktionalen Roman handelt, denn den hier beschriebene Großvater Sven und natürlich auch die Großmutter gab es wirklich und es zu großen Teilen die reale Familiengeschichte von Alex Schulman. Alles beginnt damit, dass Alex Schulman sich mit seiner Wut auseinander setzen möchte, die er auch gegenüber seiner Frau und seinen Kindern zeigt, so dass teilweise verängstigt reagieren. Auf der Suche nach Antworten stößt er auf die Geschichte von seinem Großvater Sven Stolpe, der ein angesehener Schriftsteller war und seiner Frau, Alex' Großmutter Karin. Die Geschichte der beiden beginnt ungefähr in den 1930er Jahren. Beide haben jung geheiratet, doch um die Ehe ist es nicht gut bestellt, denn Sven ist ein sehr impulsiver Mann, der schnell sehr grausam werden kann. Stellenweise habe ich mich gefragt, wieso Karin ihn geheiratet hat, aber Sven hat auch ein einnehmende, charismatische Seite, zumindest gegenüber einigen Fremden. Wenn man einen Fehler begangen hat, dann lässt Sven andere dafür grausam leiden.Einen großen "Fehler" begeht Karin als sie sich im Sommer 1932 in Olof verliebt und zwar in Olof Lagercrantz. Ich muss wirklich zweimal lesen und habe mir gedacht Lagercrantz sei einfach ein weit verbreiteter schwedischer Name, aber Olof Lagercrantz ist tatsächlich der Großvater von David Lagercrantz, der ebenfalls Schriftsteller ist. Ihn kenne ich natürlich von der Fortführung der Millenium-Reihe von Stieg Larsson. Die ganze Geschichte erfährt Alex als er Briefe von Olof an Karin findet und auch als er sich mit David Lagercrantz in Verbindung setzt. Der berichtet ihm, dass diese Liebesgeschichte auch ihre Familiengeschichte "überschattet" hat. Die Briefe sind sehr schön zu lesen und so voller Liebe und Hoffnung, besonders auf der Seite von Olof, der auf eine Zukunft mit Karin hofft. In einer Rückblende erfährt, wie Karin und Olof sich kennen und lieben gelernt haben und von allem ahnte Sven zunächst nichts. Dennoch las ich die Entwicklung mit großem Unbehagen, stets auf der Hut, wann und ob Sven es heraus bekommen könnte.Das Unbehagen hatte ich auch als es immer wieder Rückblicke hatte ich auch als Szenen aus Alex' Kindheit geschildert werden, aus denen leider auch eindeutig hervor geht, dass Karin sich nicht von Olof getrennt hat und bei ihm geblieben ist. Alex' lernt seinen Großvater nochmal von einer anderen Seite kennen bzw. versteht langsam dessen Charakter und warum Karin in seiner Kindheit häufig sich häufig entschuldigt hat oder versucht hat gar nicht erst die Wut des Ehemannes zu entbrennen. Schulman findet eine möglich Erklärung für seine eigene Wut - nämlich, dass diese sich von seinem Großvater an ihn übertragen hat, obwohl es den Grund gar nicht mehr gibt. Die Geschichte liest sich sehr soghaft - fast wie ein Krimi. Ich wollte unbedingt erfahren, was aus Karin und Olof geworden ist und über allem schwebte unbändige Wut von Sven Stolpe, der zu allem fähig war. FAZIT:Verbrenn all meine Briefe ist eine soghafte, tragische Liebesgeschichte, die zeigt wozu die Wut einer einzelnen Person führen kann und sich auch auf die Gegenwart und die nächsten Angehörigen auswirkt. Eine wirklich gut erzählte und geschriebene Geschichte mit biographischen Zügen. Freue mich auf weitere Romane von dem Autor.
Auf der Suche nach der Wut
Die Suche nach seiner wiederkehrenden Wut führt ihn zu seiner Familie, zu der Familiengeschichte der Familie seiner Mutter, der Geschichte seiner Großeltern. Er vermutet, dass sein Großvater Sven Stolpe die Quelle seiner Wut ist. Sven Stolpe war Schriftsteller und Alex stellt im Laufe seiner Recherchen fest, dass in der Vergangenheit etwas passiert sein muss, dass die Beziehung seiner Großeltern und seinen Großvater hat anders werden lassen.Alex Schulman hat eine Art, mit wenigen, klaren Worten Situationen und Gefühle zu beschreiben, dass sie beim Lesen bis in Mark gehen.Er erzählt zwei Geschichten oder vielleicht sogar drei, seine Suche nach der Quelle seiner Wut, die Geschichte seiner Großmutter und die Geschichte seines Großvaters. Er rekonstruiert vieles aufgrund der Bücher von Sven Stolpe und Olof Lagercrantz, der der Mann war, mit dem seine Großmutter Karin eine Liebesbeziehung hatte und aufgrund der Briefe, die ihm der Enkel von Olof Lagercrantz gegeben hat.Er rollt die Geschichte wie einen Kriminalroman auf, setzt Puzzleteil an Puzzleteil, nimmt zwischendurch ein Teil weg und setzt es an eine andere Stelle. Gleichzeitig setzt er sein eigenes Puzzle zusammen und findet langsam einen Weg zum Ursprung seiner Wut.„Verbrenn all meine Briefe“ ist alles in allem ein Buch, das einen Sog ausübt und ganz tief mit in die Geschichte nimmt und berührt.
Die Geschichte hinter der Wut
Als seine Kinder vor ihm zurückzucken, beginnt der Familienvater Alex sich Gedanken zu machen – und erkennt, dass er eine große Wut in sich trägt. Er macht sich auf die Suche nach dem Ursprung seiner Wut und landet in der Geschichte seiner Familie, bei zwei unglücklich Liebenden.Die Geschichte beginnt eher harmlos, doch je mehr ich mich in sie hineinlas, umso mehr hat sie mich berührt. Es ist die Geschichte einer Wut über mehrere Generationen, und Alex macht es sich zur Aufgabe, die wahre Geschichte hinter all den Erzählungen in seiner Familie herauszufiltern. Er findet eine Leidenschaft, die nicht sein durfte, und Eifersucht, gepaart mit psychischer Gewalt in großer Ausprägung. Die Geschichte der Großmutter ist ergreifend und liest sich äußerst realistisch. Ich habe mit ihr mitgefiebert: Der Autor Alex Schulmann schafft es sehr eindrücklich, ihre Erlebnisse, ihre Hoffnungen, ihre Demütigungen in Worte umzusetzen. Dieses Buch beschreibt sehr eindrücklich die Geschichte, die hinter der Wut einer Familie steckt. Mich hat das Buch so beeindruckt, dass ich es sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe alle 5 möglichen Sterne.
eine ergreifende, wahre Liebesgeschichte, die beinahe eine ganze Familie spaltet und deren Wut Generationen überdauert
Ich bin ja kein großer Fan von Liebesromanen und hätte ich nur den Titel "Verbrenn all meine Briefe" gelesen, wäre dieser Roman wahrscheinlich auch an mir vorbei gegangen, aber Alex Schulman verbinde ich seit "Die Überlebenden" mit einer sehr starken, intensiven Geschichte und einer ganz besonderen Art des Erzählens, sodass ich diesem Buch zumindest eine Chance geben wollte. Ein Glück, denn was sich mir bot war kein einfacher, schnulziger Liebesroman, sondern die sehr aufwühlende und mitreißende Geschichte einer Frau, die ihr Leben nach ihrem narzisstischen und egomanischen Mann ausrichtete, sich neu verliebte, sich befreien wollte und doch gefangen blieb. Ausgangspunkt dieses Romans ist allerdings ein ganz anderer. Eines Tages spürte Schulman ein gewisses, stetes Unbehagen, wenn seine Tochter etwas anstellte oder der Meinung war, ihrem Vater etwas nicht recht zu machen. Sie entschuldigte sich häufig, schreckte zurück oder hatte gar Angst vor ihm. Und auch seine Frau wies ihn hin und wieder auf seine wütenden Ausfälle hin, sie litt mehr oder weniger unter seinem Verhalten. Doch woher kommt diese Wut und Aggression, die seine Familie schon sein Generationen nicht mehr loslässt? Schulman begibt sich in Therapie und setzt sich mit seiner Familiengeschichte auseinander. Auffällig ist vor allem, dass väterlicherseits stets alles sehr harmonisch und ausgeglichen wirkt, aber die Beziehungen mütterlicherseits eher wie ein großes Schlachtfeld aus Trennungen, Streitigkeiten und Auseinandersetzungen, gar Hass daherkommen. Umso mehr er sich nun damit beschäftigt umso eher glaubt Schulman, dass sein Großvater, der bekannte Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und -kritiker, Übersetzer, Journalist... einer der gebildetsten Schweden Sven Stolpe Ausgangspunkt für alles ist. ">Papas auffälligster Charakterzug war die Wut<, sagte Mama. >Er wollte leben und erscheinen wie ein guter Christ. Aber in Wahrheit war es kein Glaube und keine Ideologie, die ihn antrieb, sondern Wut.<Aus unterschiedliche Weise zerstörte Stolpe das Leben seiner Kinder. Und das Gift wirkte über Generationen fort. Wir lernten alle, einander und die Welt zu hassen."Bei seiner Recherche - und da gibt es tatsächlich viel, denn von Sven Stolpe existieren sehr viele Romane, zwischen 1929 und 1959 erschienen ganze fünfzehn Stück, auch Briefe und andere Schriftstücke wurden eingelagert und aufbewahrt - kehrt Schulman immer wieder auf den Sommer 1932 zurück. Stolpe schreibt in seinen Memoiren über einen Sommer, in dem er "den Glauben an die Menschheit verlor", auch seine plötzlich schicksalsschweren, sentimentalen Texte umschwirren immer eine ähnliche Situation und später heißt es "Im Sommer 1932 wurde ich Opfer eines sexuellen Attentats.". Das ist es also, ein Trauma, das sich seitdem seine Wege bahnt und anscheinend mehr mit seiner Großmutter Karin zutun hat, als ihm lieb ist. Doch was ist, wenn das Opfer, eigentlich der Täter der ganzen Misere ist? Denn Stolpe war es scheinbar, der seine Frau erpresste bei ihm zu bleiben und ihr damit drohte sich selbst, Katrin und ihre große Liebe, den ebenso bekannten Schriftsteller Olof Lagercrantz zu erschießen, sobald sie sich von ihm lossagt. "Es scheint einen Punkt in Sven Stolpes Leben zu geben, an dem das Dunkle seinen Anfang nahm. Ein banaler Gedanke, kindisch sogar, aber mir gefällt die Idee, dass die dunkle Seite, die ich geerbt habe, von diesem Ereignis herrührt, das vor langer Zeit im Leben meines Großvaters stattgefunden hat."Und damit, mit dieser Faszination, beginnt eine sehr erdrückende und faszinierende Reise durch die Zeit. Schulman schafft es mit einer Kombination aus Tagebucheinträgen, Briefen, Rückblenden und eigenen Gedanken ein sehr persönliche und aufwühlende, sowie auf wahren Gegebenheiten beruhende Geschichte zu erzählen, die einen als Leser*in komplett in den Bann zieht. Teilweise war es für mich spannender als jeder Krimi, sodass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Ohne nun zu viel vorweg zu nehmen, ist es ein Roman, bei dem man schnell weiß, dass nichts auf ein Happy End hinausläuft und dennoch gibt es einige überraschende Wendungen, bei denen man immer noch hofft, dass alles ein gutes Ende nehmen wird. Ich habe dieses Buch auf so vielen Ebenen geliebt, bin durch die Zeilen und Zeiten gerast und stelle nun erneut fest, dass Schulman einfach ein großartiger Erzähler von menschlichen Abgründen, Traumata und deren Auswirkungen ist. Und das in einer Form, die nie niederschmetternd, aber sehr mitreißend und aufwühlend ist. Auch die Auseinandersetzung mit der Wut, seiner eigenen Geschichte und die Recherchearbeit, fand ich in diesem Fall wahnsinnig spannend. Für mich ein ganz besonderer Roman und ich freue mich schon jetzt darauf, dass diese erschütternde Geschichte bereits den Weg in die schwedischen Kinos geschafft hat und hoffe nun natürlich auch da auf eine eine deutsche Version."Ich habe Wut immer als etwas Offensichtliches, Physisches, Lautstarkes gedacht. Man brüllt und schreit, und die Menschen um einen herum bekommen Angst. So habe ich mich selbst nie gesehen. Ich bin meinen Kindern gegenüber nie laut geworden. Ich habe sie nie geschlagen, sie nicht einmal hart am Arm gefasst. Vielleicht hat es deshalb so lange gedauert, weil ich erst begreifen musste, dass es nicht so einfach ist, dass man gar nicht laut zu werden braucht, um jemanden Angst zu machen."
Eine tragische Familiengeschichte
Zum Buch: Karin verbringt 1932 den Sommer in einer Stiftung für Autoren. Dort lernt sie den jüngeren Olof kennen und verliebt sich. Aber da ist ihr Mann, der exzentrische Autor Sven, den sie nicht verlassen kann.Knapp 70 Jahre später hat der Enkel von Sven und Karin Probleme mit sich und seiner Wut die er in sich trägt und versucht mit einer Famillenaufstellung eine Lösung zu finden. Er rollt das Leben seiner Großmutter nochmal auf und findet viele Geheimnisse um eine große Liebe.Meine Meinung: Ich hatte anhand des Klappentextes eine andere Vorstellung des Buches, tat mich auch zu Beginn etwas schwer. Aber nach und nach wurde die Story, die wohl die wahre Geschichte des Autors ist, immer interessanter und langsam kam auch Licht in eine große Liebesgeschichte mit einem traurigen Ausgang. Was das alles mit Alex Wut zu tun hat, konnte ich zwar nicht ganz nachvollziehen, aber Familien und vor allem Charakterzüge sind unterschiedlich. Alles in allem fand ich es eine ganz gelungene Geschichte, auch wenn mir die vielen, für mich etwas fremden Namen zu schaffen machten.
Zutiefst berührender und beeindruckender Roman
Der dtv Verlag hat "Verbrenn all meine Briefe", den neuen Roman des schwedischen Autors Alex Schulman, veröffentlicht. Nach der Lektüre seines ersten in deutscher Sprache erschienenen Buches "Die Überlebenden" war ich sehr neugierig auf sein neues Werk - und ich wurde nicht enttäuscht! Der Autor Alex Schulman erkennt eines Tages, dass seine Frau Amanda und seine Tochter Frances Angst vor ihm haben. Er ist unbeherrscht und trägt eine Wut in sich, gegen die er etwas unternehmen muss. Alex beginnt mit einer Therapie und stellt dabei fest, dass es in der Verwandtschaft seiner Mutter stets viele Zerwürfnisse gegeben hat. Seine Recherchen ergeben, dass sein Großvater mütterlicherseits sehr aufbrausend war und diese Wut über Generationen hinweg auch an ihn vererbt hat. Alex befasst sich daraufhin intensiv mit der Lebensgeschichte seines Großvaters. Sven Stolpe war ein sehr erfolgreicher und bekannter Schriftsteller, dessen literarischen Nachlass Alex akribisch sichtet. Mit Hilfe der Tagebücher und zahlreicher Briefe setzt er das Puzzle zusammen und erfährt, dass seine Großmutter Karin sich im Sommer des Jahres 1932 in den jungen Geschichtsstudenten Olof Lagercrantz verliebte .... Die Geschichte, die der Autor seiner Großmutter widmet, wird auf drei Zeitebenen erzählt.Der Ich-Erzähler Alex erzählt auf der Gegenwartsebene aus dem Hier und Jetzt und erinnert sich auf der zweiten Zeitebene an die späten achtziger Jahre, als er als 12jähriger regelmäßig einmal im Monat mit dem Bus zu seinen Großeltern fuhr.Auf der dritten Zeitebene steht das Leben der Großeltern im Mittelpunkt, hier ganz besonders der Sommer 1932. Dem Autor ist es gelungen, in großartiger und intelligenter Sprache die drei Perspektiven zu einer spannenden und berührenden Geschichte zu verweben. Ich habe die Offenheit bewundert, mit der er seine Familiengeschichte erzählt. Mit viel Einfühlungsvermögen hat er nicht nur die tragische Liebe zwischen Karin und Olof beschrieben, sondern auch die Grausamkeiten, Demütigungen und die Eifersucht des cholerischen Großvaters. Die schmerzhafte und ergreifende Dreiecksgeschichte, die der Autor so intensiv und voller Mitgefühl für seine Großmutter erzählt, hat mich mitgerissen und zutiefst berührt. Seine Suche nach der Wahrheit hat der Autor faszinierend und fesselnd beschrieben, ebenso die toxische Beziehung der beiden, die von psychischer Gewalt geprägt war. Die Charaktere sind ganz wunderbar und intensiv gezeichnet. Ich habe mit Karin und Olof mitgelitten und Sven aufs Tiefste verachtet. Selbst am Ende, als sich der Grund offenbarte, weshalb Sven zu dem Mann geworden war, der er war, konnte ich keinerlei Sympathie für ihn empfinden. Das außergewöhnliche Buch, das mich noch lange beschäftigen wird, gehört für mich zu den Highlights dieses Jahres.Von mir absolute Leseempfehlung und 5 Sterne!
Der Preis des Lebens
Alex lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Stockholm. Immer wieder kommt es zu Wutausbrüchen und Ausfällen gegenüber seiner Familie, bis die Situation zu eskalieren droht und er, um sich und seine Familie zu retten, professionelle Hilfe sucht.Die Analyse seiner dunklen Charakterseite führt ihn bald zu seinem Großvater, dem bedeutenden Schriftsteller Sven Stolpe, dessen auffälligster Charakterzug die Wut war. Er war ein Mann, der das Leben seiner Ehefrau und Kinder zerstörte und mit seinem Gift, das er reichlich und oft versprühte, dafür sorgte, dass auch die nachkommenden Generationen darunter litten.Während des Studiums des großväterlichen Nachlasses stößt Alex auf einen Vorfall, der sich 1932 ereignete. In einem Schreiben nennt sich Stolpe „Opfer eines sexuellen Attentats“. Es ist der Beginn einer legendären Feindschaft mit dem berühmten Olof Lagercrantz, die so extreme Ausmaße annimmt und die einem solchen Hass entspringt, dass das Leben seiner Großmutter, um die sich die beiden Männer bis aufs Blut bekämpften, in große Gefahr gerät. Langsam arbeitet sich Alex durch die etwa 7.000 Briefe und lernt seine Großeltern neu kennen.Meine persönlichen LeseeindrückeIn „Verbrenn meine Briefe“ geht es um Wut und psychische Gewalt in der Familie und die Frage, ob Wut vererbbar ist. Dieser Frage widmet sich Alex Schulman mit diesem Buch und nimmt mich als Leserin mit auf Ahnenforschung. Zentrale Figuren in dieser Tragödie sind sein Großvater Sven Stolpe, seine Großmutter Karin Stolpe und Olof Lagercrantz, der wie sein Großvater ein bedeutender schwedischer Literat seiner Zeit war. Zufällig lernen sich Karin und Olof 1932 kennen und verlieben sich ineinander. Es entbrennt eine Leidenschaft, die Karin bald in Lebensgefahr bringt. Ich kann nicht anders, als mich auf Karins Seite zu stellen. Wie Alex wünsche ich mir, dass sie es schafft, diesem Widerling zu entfliehen, der sie mit seinem Hass bewusst und gewollt zerstört. Das Erschreckende dabei ist mitanzusehen, wie sich Karin ihrem Schicksal fügt, ja sich sogar am Vorbild ihrer Mutter, die ständig alles tat um das Risiko, dass der Vater wütend wurde, zu minimieren, orientiert. Dass sie schlussendlich aufgibt, um am Leben zu bleiben, auf ihr Glück und Wohlergehen verzichtet, wühlt mich sehr auf und beschäftigt mich, auch nachdem ich den Roman beendet habe.Sven Stolpe hat bewusst seine Frau vernichtet. Er hat dies auf eine teuflische, durchtriebene, manisch abartige und brutale Art gemacht und seine Herrschaft über ihr Leben auf perfide Weise tagtäglich demonstriert. Wie Alex Schulman das literarisch einfängt und mir die familiären Abgründe präsentiert, ist eine Klasse für sich. FazitMit Verbrenn all meine Briefe setzt sich Alex Schulman mit dem Thema Wut auseinander und versucht an seiner Familiengeschichte zu verstehen, ob Wut vererbbar ist. Er macht dies anfangs nicht freiwillig, sondern erst als seine unbeherrschten Gefühlsausbrüche drohen seine Familie zu zerstören.
Wie kam der Schmerz in die Familie?
Alex Schulman ist einer DER schwedischen Autoren, die momentan große Aufmerksamkeit genießen. Im vergangenen Jahr erschien ins Deutsche übersetzt der Roman „Die Überlebenden“ und nun ist sein eigentliches Debüt übersetzt von Hanna Granz auch bei uns zu haben. Im Original ist diese autofiktionale Geschichte bereits 2018 erschienen und gibt uns einen intimen Einblick ins Schulmans Leben. Drei Ebene hat der Roman und alle greifen ineinander und sind doch grundsätzlich verschieden. Sein Schreibstil entspannt wieder eine Sogwirkung in dem er sein eigenes psychologisches Familiendrama skizziert: Analyse. Denn der erste Faden spielt in der Gegenwart und zeichnet ein von unvorhersehbarer Wut und vom Zorn gepackten Mann in Mitten seiner Familie. Alex Schulman schildert seine psychotherapeutischen Aufarbeitungen und macht sich auf die innere und äußere Spurensuche was ihn zu solch einem Verhalten leiten lässt. Schnell wird klar: Es liegt in der Familiengeschichte seiner Mutter begraben und er recherchiert.Rekonstruktion. Strang Nummer 2 spielt im Jahr 1932, in dem seine Großmutter Karin (der auch das Buch gewidmet ist) ihrer großen Liebe Olof Lagercrantz begegnet, nur leider ist sie bereits verheiratet mit Sven Stolpe. Und dieses Drama entspinnt sich jahrzehntelang. Sven Stolpe macht seiner Frau das Leben zur Hölle und liefert sich einen erbitterten literarischen Kampf mit seinem Nebenbuhler. Olof und Karin lieben sich und doch kann es nicht sein und wird nie gelebt. Erinnerung. Schulman taucht in seine eigene Kindheit ab und reflektiert wie er den narzisstischen, frauenverachtenden Mann, seinen Großvater, wahrgenommen hat. Mit Kinderaugen verfolgen wir die unheilvolle und kalte Stimmung im Hause der Großeltern.Auch wenn hier viel vom Autor und all den bekannten schwedischen Literaten in seinem Umfeld enthalten ist, (Auch Karin war im Literaturbetrieb tätig als Übersetzerin ins Schwedische aus 4 Sprachen!) ist und bleibt es ein Roman, da ja doch viel unklar bleibt im Rückblick.Schulman hat ein besonders ergreifenden Roman geschrieben, der mich noch lange nach der Lektüre beschäftigt hat. Er hat die Gabe in seinen Texten die Beklemmung einer ganzen Familie darzustellen und zeigt uns wie weit das Unglück dreier Personen noch sehr lange nachhallen kann in den kommenden Generationen. Wirklich ein Stück gute Literatur!
Wie kam der Schmerz in die Familie?
Alex Schulman ist einer DER schwedischen Autoren, die momentan große Aufmerksamkeit genießen. Im vergangenen Jahr erschien ins Deutsche übersetzt der Roman „Die Überlebenden“ und nun ist sein eigentliches Debüt übersetzt von Hanna Granz auch bei uns zu haben. Im Original ist diese autofiktionale Geschichte bereits 2018 erschienen und gibt uns einen intimen Einblick ins Schulmans Leben.
Drei Ebene hat der Roman und alle greifen ineinander und sind doch grundsätzlich verschieden. Sein Schreibstil entspannt wieder eine Sogwirkung in dem er sein eigenes psychologisches Familiendrama skizziert:
Analyse. Denn der erste Faden spielt in der Gegenwart und zeichnet ein von unvorhersehbarer Wut und vom Zorn gepackten Mann in Mitten seiner Familie. Alex Schulman schildert seine psychotherapeutischen Aufarbeitungen und macht sich auf die innere und äußere Spurensuche was ihn zu solch einem Verhalten leiten lässt. Schnell wird klar: Es liegt in der Familiengeschichte seiner Mutter begraben und er recherchiert.
Rekonstruktion. Strang Nummer 2 spielt im Jahr 1932, in dem seine Großmutter Karin (der auch das Buch gewidmet ist) ihrer großen Liebe Olof Lagercrantz begegnet, nur leider ist sie bereits verheiratet mit Sven Stolpe. Und dieses Drama entspinnt sich jahrzehntelang. Sven Stolpe macht seiner Frau das Leben zur Hölle und liefert sich einen erbitterten literarischen Kampf mit seinem Nebenbuhler. Olof und Karin lieben sich und doch kann es nicht sein und wird nie gelebt.
Erinnerung. Schulman taucht in seine eigene Kindheit ab und reflektiert wie er den narzisstischen, frauenverachtenden Mann, seinen Großvater, wahrgenommen hat. Mit Kinderaugen verfolgen wir die unheilvolle und kalte Stimmung im Hause der Großeltern.
Auch wenn hier viel vom Autor und all den bekannten schwedischen Literaten in seinem Umfeld enthalten ist, (Auch Karin war im Literaturbetrieb tätig als Übersetzerin ins Schwedische aus 4 Sprachen!) ist und bleibt es ein Roman, da ja doch viel unklar bleibt im Rückblick.
Schulman hat ein besonders ergreifenden Roman geschrieben, der mich noch lange nach der Lektüre beschäftigt hat. Er hat die Gabe in seinen Texten die Beklemmung einer ganzen Familie darzustellen und zeigt uns wie weit das Unglück dreier Personen noch sehr lange nachhallen kann in den kommenden Generationen. Wirklich ein Stück gute Literatur!
Pressestimmen
Schulman schreibt grandios und bewegend über Unaussprechliches.
01.11.2022
Die Rekonstruktion der Dreiecksgeschichte entwickelt einen immensen Sog. Schulman beherrscht sein er...zählerisches Handwerk. mehr weniger
Thea Dorn, 14.10.2022
Schon der Titel ist eine Sensation. Was hier passiert, hat mich atemlos gemacht. Man wird völlig bes...etzt und besessen von diesen Figuren. Ein sehr feinsinnig geschriebener Roman. mehr weniger
Joachim Meyerhoff, 14.10.2022
Schulman ist ein Schriftsteller, über den man auch nach Monaten noch nachdenkt, eine Entdeckung.
28.09.2022
Schulman gelingt ein fesselndes Buch – das Familienporträt, Liebesroman, Psychogramm und Detektivges...chichte zugleich ist. mehr weniger
25.09.2022
Je tiefer man in diese Dreiecksgeschichte auf dem Weg in die Katastrophe eintaucht, desto beklemmend...er wird sie. Auch weil sie eine Mischung zwischen Wahrheit und Fiktion ist. mehr weniger
24.09.2022
Der Schwede Schulman erzählt von den Lebensenttäuschungen seiner Familie und wie er eine besondere S...ensibilität für Wut entwickelte. mehr weniger
23.09.2022
Sein Buch ist kein Krimi und könnte doch aufregender nicht sein.
Christine Westermann, 22.09.2022
Mit "Verbrenn all meine Briefe" ist Alex Schulman ein ergreifendes Buch gelungen, das nicht nur fess...elnd erzählt ist, sondern auch zeigt, wie tief sich ein Unglück über Generationen fortschreiben kann und dass es Wege gibt, es hinter sich zu lassen. mehr weniger
06.09.2022
Alex Schulmann schreibt furios und beklemmend über seine eigene Familie.
01.01.2023
Schön, traurig und atemberaubend zugleich ist die Liebe zwischen Karin und Olof.
02.12.2022
Meisterhaft ist diese Geschichte erzählt.
26.11.2022
Ein herzzerreißender Roman!
15.11.2022
Ein wahnsinnig klug gebauter, faszinierender, erschütternder Roman.
Frank Dietschreit, 11.11.2022
Der Schwede Alex Schulman setzt in seinem Roman „verbrenn all meine Briefe" unerschrocken ein dunkle...s Familiengeheimnis in loderndes Licht. mehr weniger
Stefan Kister, 04.11.2022
Spannender zu lesen als jeder Krimi.
01.11.2022
Ein intensives und bestürzendes Buch.
26.10.2022
In dem brennend interessanten, irre gut kombinierten Roman „Verbrenn all meine Briefe“ erzählt er (A...lex Schulman) die Geschichte von zwei skandinavischen Geistesgrößen, die einst die gleiche Frau liebten. mehr weniger
19.10.2022
Die allmähliche, verspätete Aufarbeitung der verderblichen Beziehungen über mehrere Ebenen und Schic...hten hinweg macht diesen einfühlsamen Roman zu einem hochspannenden Leseerlebnis. mehr weniger
19.10.2022
Schulman erweckt diese so kurze wie tragische Liebesgeschichte in seiner Imagination zum Leben – fei...nfühlig und behutsam. mehr weniger
Lilo Solcher, 18.10.2022
Schulman kreist feinfühlig seine literarisch prominenten Vorfahren Sven und Karin Stolpe und deren ...Kontakt zu dem renommierten Autor, Kritiker und Journalisten Olav Lagercrantz ein. mehr weniger
13.10.2022
Großartiges Drama!
12.10.2022
Intensiv und mitreißend.
Mirjam Marits, 09.10.2022
So ist „Verbrenn all meine Briefe“ nicht nur ein ergreifender Familienroman, sondern auch das Porträ...t einer verzweifelten jungen Frau, die nur eine Möglichkeit sieht um zu überleben. mehr weniger
07.10.2022
Nach "Die Überlebenden" der neue packende Schulman; beeindruckend und emotional. Lesen!
04.10.2022
Dieses Buch liest man nicht einfach, man verschlingt es.
Ute Krebs, 01.10.2022
Zu tragisch-schön ist die (wahre) Liebesgeschichte zwischen Karin Stolpe und Olof Lagercrantz, die a...m Ende nicht zueinander kommen konnten, aber einander bis zuletzt geliebt heben. mehr weniger
Petra Berkenbusch, 01.10.2022
Ein Text wie eine therapeutische Familienaufstellung, verletzlich, verstörend, großartig erzählt.
Dagmar Kaindl, 01.10.2022
Die Intensität, welche durch das Verweben der Ebenen entsteht, gehört zu den vielen Stärken dieser R...omanbiografie in einer feinfühligen deutschen Übersetzung. mehr weniger
26.09.2022
Wie er Realität und Fiktion gekonnt ineinander verwebt - das ist großartig komponiert.
Walter Bau, 25.09.2022
Liebe und Leid liegen untrennbar nah beieinander in dieser dichten, sehr spannenden Geschichte.
24.09.2022
Alex Schulman hat ein starkes sehr sehr persönliches Buch über die Gratwanderung zwischen Gefühl und... Konvention geschrieben. mehr weniger
22.09.2022