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Buch Verbrenn all meine Briefe, Foto von Autor Alex Schulman und Text Über die Macht der Erinnerung und das, was wir Familie nennen.
Buch Verbrenn all meine Briefe, Foto von Autor Alex Schulman und Text Über die Macht der Erinnerung und das, was wir Familie nennen.
»Intensiv und mitreißend.« Mirjam Marits, Die Presse

Verbrenn all meine Briefe

Drei Menschen. Zwei Generationen. Ein Geheimnis.

Woher kommt diese tiefe Wut, die Alex in sich trägt? Auf der Suche nach Antworten stößt er auf die Geschichte seiner Großmutter, die zeigt, wie sich Leidenschaft und Eifersucht über Jahrzehnte und Generationen hinweg in eine Familie graben können.

Sommer 1932: Die 24-jährige Karin verliebt sich in den jungen Schriftsteller Olof. Aber es gibt ein Problem: Karin ist mit Sven verheiratet, einem stürmischen, hochrangigen Schriftsteller mit einer grausamen Ader. Wird sie es wagen, ihren Mann verlassen und ein anderes Leben mit ihrer neu entdeckten Liebe beginnen? 68 Jahre später fragt sich Karins Enkel Alex, Autor und dreifacher Vater, warum er eine solche Wut in sich trägt; eine Wut, die seinen Kindern Angst macht und eine Kluft zwischen ihm und seiner Frau schafft. Er stößt auf die Geschichte zweier unglücklich Liebender, deren Wogen bis zu ihm reichen. 

»Sein Buch ist kein Krimi und könnte doch aufregender nicht sein.« Christine Westermann, Stern

»Ein wahnsinnig klug gebauter, faszinierender, erschütternder Roman.« Frank Dietschreit, rbb Kultur


Ebenfalls von Alex Schulman bei dtv erschienen sind:

›Die Überlebenden‹

›Endstation Malma‹

Bibliografische Daten

EUR 9,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-44610-5
Erscheinungsdatum: 21.09.2022
1. Auflage
304 Seiten
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Schwedischen von Hanna Granz
Autor*innenporträt

Alex Schulman

Alex Schulman, geboren 1976, ist einer der populärsten schwedischen Schriftsteller. Sein Roman ›Die Überlebenden‹, 2021 bei dtv erschienen, wurde in 30 Sprachen übersetzt. Mit ›Verbrenn all meine Briefe‹, bei dtv 2022, gelang ihm in Schweden 2018 der Durchbruch als literarischer Autor.

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Übersetzer*innenporträt

Hanna Granz

Hanna Granz, geboren 1977, hat unter anderem Werke von Patrik Svensson, Tove Alsterdal, Johanne Lykke Holm und Tone Schunnesson ins Deutsche übersetzt.

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Bei unserer Presseabteilung können Sie unter Angabe des Verwendungszwecks Autor*innenfotos anfordern.

117 von 117 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.85 von 5 Sternen


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6 - 10 von 117 Leserstimme

soulfire am 07.10.2022 19:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein Buch mit viel Wucht

Alex Schulmann erzählt mit diesem Roman aus eigener Perspektive. Er möchte dem Ursprung seiner Wut auf die Spur kommen, die seine Ehe und Familie gefährdet.Auf dieser Suche gelangt er zu der Geschichte über das Beziehungsleben seiner Großeltern mütterlicherseits und erfährt durch Briefe und Recherche welche Tragik und Katastrophe in dieser Geschichte steckt.Alex Schulmann nimmt den Leser mit in die Vergangenheitsgeschichte und gleichzeitig in seine Recherchearbeit und sein Gefühlsleben.Mit sanftem und sehr flüssigem Erzählstil packt der Autor den Leser. Mit einem interessantem Spannungsbogen bleibt man als Leser in der Geschichte und ist emotional in der Geschichte verhaftet. Unbewusst steuert man immer mehr in eine Katastrophe und kann sich dem nicht entziehen. Die ganze Geschichte erwischt den Leser mit einer Wucht die auch noch nach Beenden des Buches lange nachwirkt.

kaha38 am 07.10.2022 19:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Eine traurige Geschichte...

Der junge Autor Alex Schulman schreibt über das (Ehe)Leben seiner Großeltern Sven Stolpe, einem berühmten schwedischen Autor und seiner Großmutter, Karin Stolpe. Der Autor versucht zu ergründen, warum er seit jeher eine unterschwelliger Wut in sich spürt, die Familie seiner Mutter von Konflikten geprägt ist und die Beziehung seiner Großeltern oft kalte und grausame Züge erkennen lässt. Er macht sich auf die Reise, in die Vergangenheit seiner Großeltern und kommt dem Geheimnis auf die Spur. Karin Stople, sie seit jeher unter dem Jähzorn ihres Gatten gelitten hat, verliebt sich in einen jungen Autor und auch für diesen Mann, Olof Lagercrantz, ist die Liebe zu Karin eine ganz Besondere. Alex Schulman hat die Möglichkeit, Olof"s Tagebücher und seine Briefe an Karin zu lesen und kommt dadurch einer besonders starken Liebe auf die Spur. Doch Sven Stolpe lässt Karin nicht so einfach gehen...

bjoernandbooks am 07.10.2022 16:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Familiäre Abgründe

Furcht liegt in der Familie, ein niederschmetterndes Gefühl, und Alex ahnt, dass es Gründe dafür gibt, Gründe, die in der Vergangenheit liegen, denen er auf den Grund gehen muss, um seinen Kindern diese diffuse Angst zu nehmen. Er begibt sich auf die Suche und gelangt schnell zu seinem Großvater, dem großen schwedischen Autoren Sven Stolpe, ein Unikat, meinungsstark, mit aller Heftigkeit, drängend. Seine Recherchen führen ihn zurück in das Jahr 1932, kurz nachdem Sven Alex' Großmutter kennenlernte und bald heiratete. In diesem Jahr verliebt sich Karin, eine Liebe, die nicht nur so gegensätzlich zu ihrer Beziehung mit Sven ist, sondern die auch Befreiung verspricht, die Karin die Möglichkeit offeriert, wieder die zu werden, die sie einmal war. Denn die Beziehung mit Sven hat sie verändert, hat sie in sich verschlossen, unsicher und zögerlich werden lassen. Alex taucht immer tiefer in diese Zeit ein, sichtet Briefe und Tagebücher der Beteiligten, und nach und nach sickern die eigenen Erinnerungen an seine Großeltern in sein Gedächtnis. Ein Bild vervollständigt sich... „Es bin nur ich, die manchmal darüber nachdenkt, wie das Leben geworden ist, wie ich hier gelandet bin, und über Dinge, die nie geschehen sind“ (S. 261) Seinen endgültigen Durchbruch als Autor erreichte Alex Schulman, dessen Debüt „Die Überlebenden“ im vergangenen Jahr auf Deutsch erschien, mit „Verbrenn all meine Briefe“, ein Roman, der die Schwelle zwischen Biographischem und Fiktionalem mit großer Leichtigkeit hin und her überschreitet. Hier wird der Blick auf eine Familie in all ihrer Brüchigkeit geworfen, eine Familie voller Geheimnisse, transgenerationaler Traumata und narzisstischer Toxizität. Es gelingt Alex Schulman bravourös, die eigene Involviertheit zu Beginn deutlich herauszustellen, um sie im Laufe der Narration gekonnt hintanzustellen. Nie verfällt er in einen larmoyanten oder Mitleid heischenden Tonfall, sondern fokussiert sich in seiner Erzählung voll und ganz auf das Triumvirat Sven, Karin und Olof Lagercrantz. Die Mechanismen vollziehen sich in diesem Dreieck aus Lust und Hass, aus Wut und Zuneigung, aus unbeschwerter Freiheit und zum Bersten gespanntem Druck – und die Traumata entblättern sich in all ihrer Unfassbarkeit, je mehr Quellen Alex inhaliert. Die chronologischen Sprünge zwischen auf der einen Seite 1932, dem Jahr des „sexuellen Attentats“, wie es Sven Stolpe in all seiner Theatralik beschreibt, auf der anderen Seite 1988, aus der Vergessenheit aufsteigende Kindheitserinnerungen, und der gegenwärtigen Recherche ziehen die Narration mit großer Cleverness immer mehr zusammen, verdichten die Ereignisse, dampfen die Erinnerungen zur großen Conclusio ein. Es fällt schwer, Sven Stolpe nach all diesen Berichten noch auf sein literarisches Schaffen zu reduzieren, auf seine Arbeit als schwedischer Erfolgsautor. Zu groß sind die Vergehen, die er sich seiner Frau gegenüber geleistet hat, zu groß seine narzisstischen Ausprägungen, die Gift in die Familie geleitet haben. Schulman gelingt es jedoch, die Distanz zu wahren, seine Reflexionen auf Abstand zu halten. Diese Nüchternheit und Sachlichkeit ist wichtig für die Romanhandlung und schafft gerade dadurch die Option zur eigenen Bewertung. „Verbrenn all meine Briefe“ ist persönliches Statement und kammerspielartiger Roman, ist Abrechnung ohne Wertung und spannende Familien- und Liebesgeschichte. Schulman hält sich sprachlich zurück, lässt mit einem sehr ruhigen, manchmal vielleicht etwas zu deskriptiv-harmlosen Stil der Geschichte jeglichen Raum. Schier fassungslos blickt man darauf, welche Strapazen und Herabwürdigungen Karin zu ertragen im Stande ist, wie die Machtlosigkeit von ihr Besitz ergreift. Und doch: Die eine oder andere Ecke und Kante hätte sich Schulman erlauben können, um bei allem Zurückstellen seiner eigenen Person doch etwas nahbarer als handelnder Ich-Erzähler zu werden. Aber auch so: ein beeindruckend dichtes und emotional gefangen nehmendes Buch eines autofiktional schreibenden Autoren mit Weitsicht!

martinabade am 07.10.2022 16:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Für Karin

Endlich! Da ist sie wieder: die Literatur. Keine Autofiktion von jemandem, der denkt: Das ist ja MEIN Leben, natürlich kann ich das aufschreiben. Literatur wird das dann schon von selbst. Denkste.Literatur wird ein solcher Stoff, wenn der Autor alle Figuren, Handlungen und Zusammenhänge von der Metaebene aus betrachtet und in den Erzählfluss einwebt. Das kann Alex Schulman perfekt. In „Verbrenn all meine Briefe“ deckt er Schicht für Schicht, verwöhnt von einer umfangreichen Quellenlage, die Tragödie seiner eigenen Großmutter auf. Warum die Kritik vereinzelt zu dem Ergebnis kommt: „Sein Buch ist kein Krimi und könnte doch aufregender nicht sein.“ erschließt sich mir nicht. Dieses Buch ist Vieles und natürlich auch ein Krimi.Anfang der 30er Jahre begegnen wir dieser Großmutter Karin als junge Frau. Als lebenslustige, kluge und berufstätige Ehefrau, verheiratet mit Sven Stolpe, für den kleinen Alex: Großvater. Der war zu diesem Zeitpunkt schon ein bekannter Schriftsteller in Schweden. Heute ist sein Wikipedia-Eintrag eher schmal. Doch was an der Oberfläche so traut und liebevoll scheint, ist die blanke Ehehölle. Sven, der sein Leben lang ein kompliziertes Verhältnis zum Christentum hatte, ist hinter den Türen ein zynischer Despot, ein grausamer Narzisst, ein riesiges selbstverliebtes theatralisches Mistvieh. Ein weißglühender Wütiger, ein Hater (wie man heute sagen würde), ein Histrioniker, der auch selbst ins Risiko geht, wenn er seiner Ehefrau damit Schmerzen bereiten kann. Karin kann ihm bis ins hohe Alter nicht entfliehen, sie bleibt bei ihm, er „liebt“ sie förmlich zu Tode. Und dies mit einer stets überschäumenden Wut, die ständige Kränkung des Narzissten wie im Bauchladen vor sich hertragend. Aber auch mit kalter Berechnung: seit jungen Jahren leidet er unter Tuberkulose, und mit großem Verve gibt er den Todgeweihten. Karin hat ihm vor der Heirat gebeichtet, dass sie bereits einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich hat, der Selbstgerechte jubiliert. Als sie den Schriftsteller Olof Lagercrantz kennenlernt und eine Affäre mit ihm beginnt, spitzen sich die Dinge zu.Das ist alles nichts für schwache Gemüter und aus der heutigen Perspektive schwierig nachzuvollziehen. Aber auch ich kenne in meiner Familie so einen großen und brutalen Despoten, Jahrgang 1934. Bis vor zwei Jahren hat er sein Unwesen unter uns getrieben. Schulman wird in seinen Schilderungen zum einen der Liebe zwischen Karin und Olof nie kitschig. Dabei helfen ihm die erhalten gebliebenen Briefe der Beiden. Auch in der Betrachtung seiner gegenwärtigen Situation und des eigenen Wütens hält er immer gesunden Abstand zur Rührseligkeit. Ich wünsche mir eine Fortsetzung, die den Großvater und sein Wesen genauer betrachtet und untersucht, denn: Diese Figur hat uns viel mehr zu sagen als im vorliegenden Band.

Martina am 07.10.2022 14:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Für Karin

Endlich! Da ist sie wieder: die Literatur. Keine Autofiktion von jemandem, der denkt: Das ist ja MEIN Leben, natürlich kann ich das aufschreiben. Literatur wird das dann schon von selbst. Denkste.

Literatur wird ein solcher Stoff, wenn der Autor alle Figuren, Handlungen und Zusammenhänge von der Metaebene aus betrachtet und in den Erzählfluss einwebt. Das kann Alex Schulman perfekt. In „Verbrenn all meine Briefe“ deckt er Schicht für Schicht, verwöhnt von einer umfangreichen Quellenlage, die Tragödie seiner eigenen Großmutter auf. Warum die Kritik vereinzelt zu dem Ergebnis kommt: „Sein Buch ist kein Krimi und könnte doch aufregender nicht sein.“ erschließt sich mir nicht. Dieses Buch ist Vieles und natürlich auch ein Krimi.

Anfang der 30er Jahre begegnen wir dieser Großmutter Karin als junge Frau. Als lebenslustige, kluge und berufstätige Ehefrau, verheiratet mit Sven Stolpe, für den kleinen Alex: Großvater. Der war zu diesem Zeitpunkt schon ein bekannter Schriftsteller in Schweden. Heute ist sein Wikipedia-Eintrag eher schmal. Doch was an der Oberfläche so traut und liebevoll scheint, ist die blanke Ehehölle. Sven, der sein Leben lang ein kompliziertes Verhältnis zum Christentum hatte, ist hinter den Türen ein zynischer Despot, ein grausamer Narzisst, ein riesiges selbstverliebtes theatralisches Mistvieh. Ein weißglühender Wütiger, ein Hater (wie man heute sagen würde), ein Histrioniker, der auch selbst ins Risiko geht, wenn er seiner Ehefrau damit Schmerzen bereiten kann. Karin kann ihm bis ins hohe Alter nicht entfliehen, sie bleibt bei ihm, er „liebt“ sie förmlich zu Tode. Und dies mit einer stets überschäumenden Wut, die ständige Kränkung des Narzissten wie im Bauchladen vor sich hertragend. Aber auch mit kalter Berechnung: seit jungen Jahren leidet er unter Tuberkulose, und mit großem Verve gibt er den Todgeweihten. Karin hat ihm vor der Heirat gebeichtet, dass sie bereits einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich hat, der Selbstgerechte jubiliert. Als sie den Schriftsteller Olof Lagercrantz kennenlernt und eine Affäre mit ihm beginnt, spitzen sich die Dinge zu.

Das ist alles nichts für schwache Gemüter und aus der heutigen Perspektive schwierig nachzuvollziehen. Aber auch ich kenne in meiner Familie so einen großen und brutalen Despoten, Jahrgang 1934. Bis vor zwei Jahren hat er sein Unwesen unter uns getrieben.

Schulman wird in seinen Schilderungen zum einen der Liebe zwischen Karin und Olof nie kitschig. Dabei helfen ihm die erhalten gebliebenen Briefe der Beiden. Auch in der Betrachtung seiner gegenwärtigen Situation und des eigenen Wütens hält er immer gesunden Abstand zur Rührseligkeit.

Ich wünsche mir eine Fortsetzung, die den Großvater und sein Wesen genauer betrachtet und untersucht, denn: Diese Figur hat uns viel mehr zu sagen als im vorliegenden Band.










Diana am 07.10.2022 07:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Lesehighlight 2022

Schon "Die Überlebenden" von Alex Schulman war für mich ein 5-Sterne-Buch und meine Erwartung an "Verbrenn all meine Briefe" war hoch - und wurde übertroffen. Dieses Buch ist noch großartiger und ich müsste 6 Sterne vergeben.

Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und bin in die Geschichte um Karin, Sven, Olaf & Alex eingetaucht, habe mitgefühlt und konnte am Ende die Tränen nicht zurückhalten. Es ist trotz der überfüllten Liebe & der Familientragödie ein wunderschönes Buch: emotional, menschlich & intensiv. Alex Schulman findet die richtigen Worte (vielleicht, weil es um seine Familiengeschichte geht) und drückt mit wenigen Worten so viel aus:

"Sie schaut zu Olof. Da steht er mit seinem schönen Blick und sieht sie mit sanftem Lächeln an. Sie bemerkt, dass er weint. Lautlos und still. Und erst da, als ihr klar wird, dass er für sie weint, kann sie endlich Selbstmitleid empfinden." (Seite 199)

Ein sehr berührendes Buch, dass nachwirkt. Unbedingt lesen.

si_liest am 06.10.2022 20:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Vererbte Wut

Der schwedische Autor Alex Schulman möchte seiner unterschwellig vorhandenen, immer wieder aufwallenden Wut, für die er keine rationale Erklärung findet, auf die Spur kommen – und deckt Stück für Stück eine tragische Liebesgeschichte, die sich in seiner Familie abgespielt hat, auf. Im Sommer 1932 lernt Karin Stolpe, Ehefrau des bekannten Autors Sven Stolpe, den jungen angehenden Schriftsteller Olof Lagercrantz kennen. Sie verlieben sich heftig ineinander und Karin ist kurz davor, Sven zu verlassen. Mittels psychischer und physischer Grausamkeiten kann dieser jedoch das für ihn Unaussprechliche, nämlich eine Trennung, verhindern und Karin bricht den Kontakt zu Olof ab. 1988: Der zwölfjährige Alex, Enkel von Sven und Karin, findet in Karins Schrank ein Bündel Briefe; es sind die Liebesbriefe von Olof, die Karin entgegen aller Behauptungen aufbewahrt hat. Als Sven dies mitbekommt, werden alte Wunden aufgerissen und ein blinder Hass, der für die Familie schon davor immer wieder sichtbar war, kommt zum Vorschein.Gefühlvoll, differenziert und – vor allem seinem Großvater gegenüber – auch schonungslos zeichnet Alex Schulman ein Bild dieser toxischen Verhältnisse. Er begibt sich auf die Spuren einer dramatischen Liebesgeschichte, möchte genau verstehen, wie dies seine Familie nachhaltig beeinflusst hat. Immer wieder springt er zwischen den Zeiten und gerade das macht den Roman spannend bis zum Schluss. Er versucht sowohl für die Großmutter als auch für den Großvater Verständnis aufzubringen, wobei er am Schluss des Buches relativ hart mit Sven Stolpe ins Gericht geht. Er schreibt aber auch, dass er diese Beschäftigung mit der dunklen Seite seiner Familie als Chance sieht, es besser zu machen, und genau diese Aussage macht das Ende so stimmig und für mich das Buch zu einer wertvollen Lektüre.Traurig, tragisch, toxisch – so negativ diese dramatische Liebesgeschichte auch sein mag, hat sie mir doch am Schluss gezeigt, dass es von großer menschlicher Kraft und einem gewissen Mut zeugt, diese Umstände auszuhalten. Was aber natürlich nicht die unglaublich toxische Beziehung und das Mittragen der Wut in die nachkommenden Generationen relativieren soll.Ich habe das Buch wahnsinnig gerne gelesen, es gehört definitiv zu meinen Jahreshighlights. Eine kraftvolle Geschichte, die entgegen aller Grausamkeiten auch einen Funken Hoffnung in sich trägt.

igirl am 06.10.2022 16:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein gnadenloser Narzisst

Es hätte eine große Liebe werden können. Karin, die Frau des erfolgreichen Schriftstellers Sven Stolpe verliebt sich in den Studenten Olov. Doch Sven weiß das durch Unterdrückung, Erpressung und Bedrohung zu verhindern. So dauert ein jahrzehntelanges Martyrium an, das seine negative Strahlkraft auf alle Nachkommen des Paares wirft. Als Alex, ein Enkel, bemerkt, dass sein eigenes Verhalten nun auch bei seiner Familie zunehmend Angst hervorruft, begibt er sich auf die Suche nach der Ursach, woher die Beziehungsstörungen innerhalb der großen Familie Stolpe rühren. Er entdeckt eine unglaubliche Geschichte, die er Stück für Stück, anhand von Briefen und Nachlässen an verschiedenen Orten, zu einem Gesamtbild zusammenfügt.Unglaublich berührend und nachhallend ist diese Geschichte geschrieben. Sehr schnell habe ich Sven Stolpe wirklich gehasst, der seinen pathologischen Narzissmus ungefiltert an seiner Frau auslebte. Es kam mir vor, dass er wie eine Krake seine Frau Karin umschließt und jeglichen eigenen Willen, Tropfen für Tropfen, aus ihr heraussaugt. Doch damit nicht genug, er schlachtet Karins eigene grausame Erfahrungen, während einer Abtreibung in den 20er-Jahren und einer vorehelichen Affäre, auch noch publikumswirksam in seinen erfolgreichen Romanen aus. Selten, dass ich mit einer Romanfigur so mitfühlen konnte – bei Karin war das so.Mein Fazit: Ein hervorragend geschriebener Roman über dunkle Familiengeheimnisse und unerfüllte Liebe. Er ist zwar kein Krimi, aber doch mindestens genauso spannend.

bücherfreund54 am 05.10.2022 19:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Berührende Liebesgeschichte

Berührende LiebesgeschichteAlex Schuman beschreibt in seinem Roman „Verbrenn all meine Briefe“ die problematische Beziehung. seiner Großeltern. Der Roman ist eine Mischung von Realität und Fiktion. Die auftretenden Figuren haben eine realen Hintergrund, ebenso die Konfliktlinien. Der genaue Hergang der Handlung allerdings ist von Schuman konstruiert. Der Großvater ist der Schweden bekannte Schriftsteller und Literaturkritiker Sven Stolpe.Der Roman spielt auf drei zeitlichen Ebenen. In der Jetztzeit ist der Ich-Erzähler, unschwer als Alex Schuman zu erkennen, auf der Suche nach der Ursache für die in ihm steckende Wut, vor der sich seine Familie fürchtet. Er beginnt zu recherchieren und stößt dabei auf seinen Großvater, einem Tyrannen wie er im Buche steht. Auf der zweiten Ebene erinnert sich der Ich-Erzähler an seine Begegnungen mit seinen Großeltern, als er acht Jahre alt war. Auf der dritten Ebene werden die Ereignisse um das Jahr 1932, als sich die gerade erst verlobte Karin, die Großmutter des Ich-Erzählers, unsterblich in einen Schriftsteller verliebt. Es ist ungemein spannend zu lesen, wie sich die nur kurz dauernde, aber ungemein intensive Liebesbeziehung auf die Beziehung der Großeltern auswirkt, mit welchen unglaublichen Mitteln es der Großvater schafft, seine Frau an sich zu binden und sie letztlich psychisch zu zerstören. Die Leserin/der Leser steht ebenso wie der Ich-Erzähler auf der Seite der Großmutter und leidet mit ihr mit. Schuman gelingt dies durch präzise Beobachtungen und eine klare, unprätentiöse Sprache, die der Leserschaft genügend Raum lässt, sich eigene Vorstellungen zu bilden.Unbedingte Leseempfehlung!

Michael am 05.10.2022 17:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Berührende Liebesgeschichte


Alex Schuman beschreibt in seinem Roman „Verbrenn all meine Briefe“ die problematische Beziehung. seiner Großeltern. Der Roman ist eine Mischung von Realität und Fiktion. Die auftretenden Figuren haben eine realen Hintergrund, ebenso die Konfliktlinien. Der genaue Hergang der Handlung allerdings ist von Schuman konstruiert.
Der Roman spielt auf drei zeitlichen Ebenen. In der Jetztzeit ist der Ich-Erzähler, unschwer als Alex Schuman zu erkennen, auf der Suche nach der Ursache für die in ihm steckende Wut, vor der sich seine Familie fürchtet. Er beginnt zu recherchieren und stößt dabei auf seinen Großvater, einem Tyrannen wie er im Buche steht. Auf der zweiten Ebene erinnert sich der Ich-Erzähler an seine Begegnungen mit seinen Großeltern, als er acht Jahre alt war. Auf der dritten Ebene werden die Ereignisse um das Jahr 1932, als sich die gerade erst verlobte Karin, die Großmutter des Ich-Erzählers, unsterblich in einen Schriftsteller verliebt. Es ist ungemein spannend zu lesen, wie sich die nur kurz dauernde, aber ungemein intensive Liebesbeziehung auf die Beziehung der Großeltern auswirkt, mit welchen unglaublichen Mitteln es der Großvater schafft, seine Frau an sich zu binden und sie letztlich psychisch zu zerstören.
Die Leserin/der Leser steht ebenso wie der Ich-Erzähler auf der Seite der Großmutter und leidet mit ihr mit. Schuman gelingt dies durch präzise Beobachtungen und eine klare, unprätentiöse Sprache, die der Leserschaft genügend Raum lässt, sich eigene Vorstellungen zu bilden.
Unbedingte Leseempfehlung!

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Brigitte Wir
Schulman schreibt grandios und bewegend über Unaussprechliches.

01.11.2022

ZDF, Das Literarische Quartett
Die Rekonstruktion der Dreiecksgeschichte entwickelt einen immensen Sog. Schulman beherrscht sein er...zählerisches Handwerk. mehr weniger

Thea Dorn, 14.10.2022

ZDF, Das Literarische Quartett
Schon der Titel ist eine Sensation. Was hier passiert, hat mich atemlos gemacht. Man wird völlig bes...etzt und besessen von diesen Figuren. Ein sehr feinsinnig geschriebener Roman. mehr weniger

Joachim Meyerhoff, 14.10.2022

Kölnische Rundschau
Schulman ist ein Schriftsteller, über den man auch nach Monaten noch nachdenkt, eine Entdeckung.

28.09.2022

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Schulman gelingt ein fesselndes Buch – das Familienporträt, Liebesroman, Psychogramm und Detektivges...chichte zugleich ist. mehr weniger

25.09.2022

WDR 5, Bücher
Je tiefer man in diese Dreiecksgeschichte auf dem Weg in die Katastrophe eintaucht, desto beklemmend...er wird sie. Auch weil sie eine Mischung zwischen Wahrheit und Fiktion ist. mehr weniger

24.09.2022

Focus
Der Schwede Schulman erzählt von den Lebensenttäuschungen seiner Familie und wie er eine besondere S...ensibilität für Wut entwickelte. mehr weniger

23.09.2022

Stern
Sein Buch ist kein Krimi und könnte doch aufregender nicht sein.

Christine Westermann, 22.09.2022

WDR 3, Lesestoff
Mit "Verbrenn all meine Briefe" ist Alex Schulman ein ergreifendes Buch gelungen, das nicht nur fess...elnd erzählt ist, sondern auch zeigt, wie tief sich ein Unglück über Generationen fortschreiben kann und dass es Wege gibt, es hinter sich zu lassen. mehr weniger

06.09.2022

Donna Buchclub
Alex Schulmann schreibt furios und beklemmend über seine eigene Familie.

01.01.2023

General-Anzeiger
Schön, traurig und atemberaubend zugleich ist die Liebe zwischen Karin und Olof.

02.12.2022

Saale Zeitung
Meisterhaft ist diese Geschichte erzählt.

26.11.2022

Die Rheinpfalz
Ein herzzerreißender Roman!

15.11.2022

rbb Radio 3
Ein wahnsinnig klug gebauter, faszinierender, erschütternder Roman.

Frank Dietschreit, 11.11.2022

Stuttgarter Zeitung
Der Schwede Alex Schulman setzt in seinem Roman „verbrenn all meine Briefe" unerschrocken ein dunkle...s Familiengeheimnis in loderndes Licht. mehr weniger

Stefan Kister, 04.11.2022

Nordis
Spannender zu lesen als jeder Krimi.

01.11.2022

Hallo München
Ein intensives und bestürzendes Buch.

26.10.2022

Hamburger Abendblatt
In dem brennend interessanten, irre gut kombinierten Roman „Verbrenn all meine Briefe“ erzählt er (A...lex Schulman) die Geschichte von zwei skandinavischen Geistesgrößen, die einst die gleiche Frau liebten. mehr weniger

19.10.2022

Badische Neueste Nachrichten
Die allmähliche, verspätete Aufarbeitung der verderblichen Beziehungen über mehrere Ebenen und Schic...hten hinweg macht diesen einfühlsamen Roman zu einem hochspannenden Leseerlebnis. mehr weniger

19.10.2022

Augsburger Allgemeine
Schulman erweckt diese so kurze wie tragische Liebesgeschichte in seiner Imagination zum Leben – fei...nfühlig und behutsam. mehr weniger

Lilo Solcher, 18.10.2022

nordbayern.de
Schulman kreist feinfühlig seine literarisch prominenten Vorfahren Sven und Karin Stolpe und deren ...Kontakt zu dem renommierten Autor, Kritiker und Journalisten Olav Lagercrantz ein. mehr weniger

13.10.2022

Für Sie
Großartiges Drama!

12.10.2022

Die Presse am Sonntag
Intensiv und mitreißend.

Mirjam Marits, 09.10.2022

Kölner Stadt-Anzeiger
So ist „Verbrenn all meine Briefe“ nicht nur ein ergreifender Familienroman, sondern auch das Porträ...t einer verzweifelten jungen Frau, die nur eine Möglichkeit sieht um zu überleben. mehr weniger

07.10.2022

Mainhattan Kurier
Nach "Die Überlebenden" der neue packende Schulman; beeindruckend und emotional. Lesen!

04.10.2022

Neue Presse
Dieses Buch liest man nicht einfach, man verschlingt es.

Ute Krebs, 01.10.2022

Hellweger Anzeiger
Zu tragisch-schön ist die (wahre) Liebesgeschichte zwischen Karin Stolpe und Olof Lagercrantz, die a...m Ende nicht zueinander kommen konnten, aber einander bis zuletzt geliebt heben. mehr weniger

Petra Berkenbusch, 01.10.2022

Buchkultur
Ein Text wie eine therapeutische Familienaufstellung, verletzlich, verstörend, großartig erzählt.

Dagmar Kaindl, 01.10.2022

Aachener Nachrichten
Die Intensität, welche durch das Verweben der Ebenen entsteht, gehört zu den vielen Stärken dieser R...omanbiografie in einer feinfühligen deutschen Übersetzung. mehr weniger

26.09.2022

Westdeutsche Allgemeine am Sonntag
Wie er Realität und Fiktion gekonnt ineinander verwebt - das ist großartig komponiert.

Walter Bau, 25.09.2022

Heilbronner Stimme
Liebe und Leid liegen untrennbar nah beieinander in dieser dichten, sehr spannenden Geschichte.

24.09.2022

Nürnberger Nachrichten
Alex Schulman hat ein starkes sehr sehr persönliches Buch über die Gratwanderung zwischen Gefühl und... Konvention geschrieben. mehr weniger

22.09.2022

Kleine Zeitung
Geschrieben voll Mitgefühl und Zärtlichkeit für seine Großmutter ist diese leidenschaftliche Lovesto...ry einfach eine berührende, schön zu lesende, wahre Geschichte. mehr weniger

Werner Krause, 19.09.2022

Kieler Magazin
Niemand außer Alex Schulman schafft es, so leidenschaftlich und ehrlich über Gefühle zu schreiben. H...ochemotional, sensibel und beseelt. Ein wunderbares Buch. mehr weniger

13.09.2022

»Sein Buch ist kein Krimi und könnte doch aufregender nicht sein.« 
  Christine Westermann

»Es ist wunderschön, es ist todtraurig, aber vor allem fühlt es sich unglaublich wahrhaftig an.«  
Sveriges Radio Kulturnytt 
 
 »Eine unglaubliche Geschichte. Diese Leidenschaft! Ein großes Lesevergnügen.«  
Dagens Nyheter