Wenn die Bienen schweigen
Ein packender Roman über den langsamen Untergang der Gesellschaft nach dem Aussterben der Bienen, über die große Bedeutung vermeintlich kleiner Dinge und die Auflehnung gegen ein patriarchales System
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Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken.
»Eine packende Handlung und eine poetische Erzählstimme machen dieses Buch zu etwas Besonderem.« – Kirkus Reviews, starred review
»Kunst und Literatur als Mittel zum Überleben und zur Veränderung … Kraftvoll zurückhaltend und beunruhigend.« – Horn Book
»Ein kluges und dunkles Leseerlebnis, das an Margaret Atwoods ›Der Report der Magd‹ und Ray Bradburys ›Fahrenheit 451‹ erinnert, mit einer Umweltkrise als Hintergrundfolie und voller wichtiger Themen.« – School Library Journal
- Ein bewegendes Ausgangsszenario: die Welt nach dem Aussterben der Bienen
- Der Roman verbindet die Belastung der Ökosysteme und die Sorge darum mit einer emotionalen Freundschaftsgeschichte und gesellschaftlichen Fragen
- Vom inneren Widerstand zum offenen Aufruhr – über den Kampf gegen ein autoritäres System
- Eine Liebeserklärung an die Kunst, die Fantasie und das Erzählen von Geschichten
- Mit einer feministischen Botschaft
1. Auflage
Caryl Lewis, geboren 1978, ist eine preisgekrönte walisische Autorin, Dramatikerin und Drehbuchautorin. Sie schreibt für Kinder und Erwachsene und ist Gastdozentin für Kreatives Schreiben an der Cardiff University. Caryl Lewis lebt mit ihrer Familie auf einer Farm in der Nähe von Aberystwyth in Wales.
Anu Stohner, geboren 1952 in Helsinki, lebt als Übersetzerin und Autorin in Altlußheim am Rhein. Für ihre Übersetzungen aus dem Englischen, Finnischen und Schwedischen wurde sie unter anderem mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis für ÜbersetzerInnen und dem Finnischen Staatspreis ausgezeichnet.
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Herzergreifend, tiefgründiger Roman mit Appell an die Welt
...der Zusammenbruch, hier beginnt die Geschichte, nachdem die letzte Biene ihre Flügel schlug.Eine neu, aufgestellte Gesellschaft, Kinderarbeit, Zwangsheirat, Unterdrückung und Gewalt, vorbei mit der Freiheit und einem selbstbestimmten Leben.Mittendrin Jess, unsere starke Hauptprotagonistin mit Cass als Freundin an ihrer Seite kämpfen sie gemeinsam um Freiheit, welches sie als Zeichen ihrer Rebellion zum Ausdruck bringen mit einem Ende das mich tief berührt hat.Mich hat das Buch ab der ersten Seite gefesselt. Ihr außergewöhnlicher Schreibstil mit Liebe zum Detail hat mich begeistert und fasziniert. Wir sollten wieder lernen mehr zu schätzen was wir haben und nicht alles als selbstverständlich ansehen.Ich kann das Buch jeden wärmstens ans Herz legen, mich hat es zutiefst berührt. Für mich war es ein absolutes Highlight
Aufwühlend. Aufrüttelnd. Tief bewegend.
In „Wenn die Bienen schweigen“ lädt uns Carly Lewis in eine Welt ein, in der die letzte Biene längst verstummt ist.Der große Zusammenbruch ist bereits einige Jahrzehnte her: Das Klima ist außer Kontrolle geraten, das Militär hat die Regierung übernommen, Bücher wurden verbrannt und Selbstbestimmung gleicht, ebenso wie Nahrung und sauberes Wasser, einer Rarität. Die Menschen hungern und leiden, kämpfen um ihr (Über)Leben, während die Kinder, bar jeglicher Bildung, früh aus ihrem Elternhaus gerissen werden. Jungs werden zu den Waffen gerufen und die Mädchen in Camps gesteckt, in denen sie bis zu ihrer Periode – nur mit einem Pinsel ausgestattet – Blüten von Hand bestäuben müssen. Sobald sie den physiologischen Pfad zur Frau bestreiten, werden sie gedemütigt und verheiratet. Mit dem Ziel, schnell und viele Kinder zu gebären.Statt sich mit den Fehlern ihresgleichen aus der Vergangenheit zu beschäftigen, aus diesen zu lernen, haben sich Wissenschaftler darauf fokussiert, perfekte Matches zu prognostizieren. Und so ist diese Welt, nachdem die Natur bis zum Grund ausgebeutet wurde, leer gesaugt von Gier und Konsumdrang, von immer mehr wollen, (wieder) zu einer verkommen, in der der Mann die Gewalt an sich gerissen hat und die Frau zum Objekt degradierte, zu etwas, das früh Nutzen bringt – oder aussortiert wird … „Wenn die Bienen schweigen“ wird aus der Perspektive der dreizehnjährigen Jess erzählt, die aus ganz bestimmten Gründen nicht die beliebteste unter den Mädchen, den „Müttern“ & Wärtern im Camp ist. Aber Jess schert sich nicht darum, denn seit ihrem ersten Tag hat sie Cass an ihrer Seite. Cass, die ihren Geschichten lauscht, die ihre Hand hält und sich gemeinsam mit ihr den Mobberinnen stellt.Schon früh hat Jess die Liebe zur Kunst in sich gefunden – und dann in all dem Wahnsinn, dem Aufbruch, der Anstrengung vergessen. Bis sie in die Pinselwerkstatt eingeteilt wird. Nicht mal das traurige Geheimnis dieser sanften Waffe hält ihre glücklichen, sie erfüllenden Erinnerungen davon ab, zu fließen. Und dann bekommt Jess einen unerwarteten Verbündeten und ein Geschenk, so wertvoll wie ein Sack reifer Äpfel.Ein Streichholz, mit dem sie den Funken der Rebellion auf ihre eigene Weise entzündet. Mit dem sie einen Flächenbrand schürt. Vor dem niemand, kein eisiges Kinderherz, kein müdes Mädchen, sicher ist … Denn Zuri, Deva, Emily und all die anderen jungen, mutigen, tapferen Arbeiterinnen, die nie Freiheit schmecken durften, haben so viel mehr verdient als ein Leben als Vieh – als Arbeitstier, als Rammbock, als Zuchtstute … »Wir sind hier die Ernte (...) Sie pflücken und gebrauchen uns, dann werfen sie uns weg.«Lewis schuf ein bedrückendes, schwermütiges Szenario, das von ebensolcher Atmosphäre ummantelt, von einer Dringlichkeit durchzogen wird. Der Stil ist hierbei vorstellbar und ausdrucksstark, zugleich flüssig-leicht, was dem Charakter des Buches Authentizität verleiht, erleben wir das Geschehen doch aus einer kindlichen Sicht, teils unbedarft, teils zu erwachsen. Zu hart.Werden zu Beginn die Umstände dargelegt, dominieren Verzweiflung und Erschöpfung, der fragile Funken Hoffnung, wächst im fortschreitenden Verlauf die Wut. Die Gleichgültigkeit ob der Konsequenzen. Der Drang, etwas, irgendetwas – die Mädchenschar – zu bewegen. Die Autorin lässt herzzerreißende Missstände aufleben, Ungerechtigkeiten und das Patriarchat; den Widerwillen des Menschen, reflektiert und nachhaltig zu handeln. Und ja, auch mich als Leserin machten diese Zustände zornig, verursachten sie Gänsehaut. Ein flaues, aus Angst geborenes Gefühl.Wir sehen Männer, die ihre Position ausnutzen, ihre Überlegenheit auf grausame Art demonstrieren, Träume und Freude im Keim ersticken. Mächtige, die sich mit Manipulation, Drohung, Gewalt und Gewehren Gehör verschaffen.Einige Momente erinnerten mich an Atwoods „The Handmaid's Tale“, machten das Atmen schwer, erweckten Mitgefühl.Neben den verheerenden Auswirkungen, die das Bienensterben über kurz oder lang nach sich ziehen kann, fließt stets auch die Kunst mit. Deren Relevanz und die Vielfalt, mit der sie ausdrückt, ermahnt, das Vergessen verhindert. Diese Komponente gab der Dystopie etwas Zartes, wie es nur die bedingungslosen Freundschaften, der erstarkende Zusammenhalt vermochten. Wie das Brechen ihrer Herzen, als die Mädchen die Wahrheit des Systems, all die Lügen, die leeren Worte sahen. VERSTANDEN.Obgleich vieles lediglich Andeutung ist, Ahnung bleibt, reicht die oft subtile Bedrohung, die hintergründig greifbare Gefahr, die erschaffene Atmosphäre, um gemeinsam mit diesen verlorenen Kindern weinen zu wollen.„Wenn die Bienen schweigen“ ist ein tief berührender, eindringlich erzählter Roman, der nachhallt und warnt. Ich empfehle einen Blick in das Nachwort, das das Gelesene abrundet und ihm noch mehr Gewicht, mehr Bedeutung verleiht.
Bedrückend, zart und voller Hoffnung
Hoffnung und Hoffnungslosigkeit stehen manchmal so dicht beieinander…Die Welt hat sich verändert seit die Bienen ausgestorben sind. Um die Blüten zu bestäuben, werden junge Mädchen im Alter von 11 Jahren gezwungen, dies zu tun. Es wird ihnen vorgegaukelt, sie wären eine große Familie, die einen wichtigen Beitrag leistet. Sie bekommen Nahrung und eine sichere Unterkunft. Doch das Essen ist eher dürftig und die Bedingungen und Regeln sind hart in den Camps. Jess, die Hauptprotagonistin, kennt das Leben wie es früher war noch aus Büchern. Sie ist eine der Wenigen die noch lesen gelernt hat. In Jess brodelt es zunehmend. Sie spürt, dass dieses Leben falsch ist. Jeder Mensch hat ein recht auf Freiheit und Selbstbestimmung. Jess hat vor der Zeit im Camp gerne gemalt und sie weiß, ein Pinsel ist nicht zum Bestäuben gedacht. Als sie durch einen Aufseher, dem sie zunächst nicht traut, an Farben kommt, entwickelt sich in ihr ein großer Drang diese zu benutzen. Sie will nicht nur einfach etwas für sich malen, sie will, dass es alle sehen können. Sie will mit ihrem Bild etwas bewirken. Sie hat keinen genauen Plan, aber Jess weiß, dass sie handeln muss um frei sein zu können. Ihr großes Bild, welches sie auf die Mauer des Camps malt, verändert alles in den Köpfen der Mädchen und langsam beginnt sich Widerstand zu regen. Diese Geschichte ist so wunderschön geschrieben. Auch wenn es eine Dystopie ist, welche oft düster und bedrückend ist, ist sie doch gleichzeitig zart, leise und voller Hoffnung. Freundschaft und Zusammenhalt zeigen, welche Kraft man entwickeln und Dinge zum Positiven wenden kann. Die Autorin regt den Leser an, aufmerksamer zu werden, auf die Kleinigkeiten um uns herum zu achten. Das in China, wie im Anhang geschrieben, bereits in einer Region Bäume von Hand bestäubt werden müssen, ist erschreckend. Lest dieses Buch und lasst in euren Gärten oder auf euren Balkonen Blumen blühen für die Bienen und all die anderen Insekten, denn ohne sie sind wir nichts.
Eine Dystopie, die unter die Haut geht
Dieses Buch hat mich echt überrascht. Es war unglaublich bedrückend und gleichzeitig einfach großartig. Die Vorstellung, dass die Bienen ausgestorben sind und sich dadurch die ganze Welt so verändert, fand ich erschreckend und leider gar nicht so unrealistisch.Jess war für mich eine starke Protagonistin. Ich habe die ganze Zeit mit ihr mitgefiebert und gehofft, dass sie ihren eigenen Weg gehen kann. Gerade ihre Sehnsucht nach Freiheit und ihre Liebe zur Natur haben mich sehr berührt.Die Geschichte hat mich oft nachdenklich gemacht und an manchen Stellen richtig traurig gestimmt. Trotzdem gibt sie einem auch Hoffnung, dass selbst kleine Taten etwas verändern können.Für mich war es ein Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde. Düster, emotional und mit einer wichtigen Botschaft. Ich kann es wirklich jedem empfehlen, der gerne Dystopien liest und Geschichten mag, die einen auch nach dem Zuklappen noch beschäftigen.
Vorherbestimmtes Leben statt Freiheit und Bienensummen
Eine Welt, in der ein Pinsel zum Überleben statt zum Malen und Geschichtenerzählen gedacht ist. In dieser traurigen Welt lebt Jess. Die ersten Seiten haben mich gleich fesseln können und eine Welt aufgezeigt, welche man lieber nie erfahren möchte. Eine längst geschehene stille Tragödie, die Jess ganzes Leben bestimmt und auf welches sie keinen Einfluss hat. Oder könnte sie an ihrem Schicksal etwas ändern? Vielleicht sogar zuliebe ihrer Freundin Cass? Das Buch zeigt eine dystopische Welt auf, in der Mädchen keinerlei Mitspracherecht an ihrem Leben erhalten. Es zeigt, wie ein Funke Hoffnung Träume zum Leben erwecken kann. Die Feundschaft, die Jess und Cass teilen ist stark und etwas besonderes in dem tristen Camp, wo sich unter den Mädchen dauernd Gruppen bilden. Die Geschichte regt zum Nachdenken an, wie man auf die kleinen Wunder im Leben blickt. Besonders die Charaktere und die zwischenmenschlichen Beziehungen wurden gut dargestellt. Jeder Charakter hat seine eigenen Entscheidungen getroffen, um an diesem Ort bestehen zu können. Themen wie Selbstbestimmung, Freiheit und Träume nehmen eine große Rolle in der Geschichte ein. Doch es braucht einen guten Zusammenhalt und Vertrauen, um der Wahrheit begegnen zu können, die hinter dem System steckt. Das Buch hallt noch lange nach und passt gut in das Genre Jugendbuch, da die aufgegriffenen Themen in einem angemessenen und nicht zu düsteren Rahmen dargestellt werden.
Packender, dystopischer Roman, der nachdenklich stimmt!
"Wenn die Bienen schweigen" von Caryl Lewis ist ein aufwühlender und absolut lesenswerter Jugendroman, der das Bienensterben mit all seinen weitreichenden katastrophalen Folgen für die menschliche Zivilisation, zum Thema hat. Das Buch ist im dtv-Verlag erschienen und wurde von Anu Stohner ins Deutsche übersetzt. Der Roman liest sich trotz seiner 304 Seiten, die in 42 kurze Kapitel aufgeteilt sind, sehr schnell und flüssig. Mich haben das Bienencover des Buches sowie der Inhalt des Klapptextes sofort angesprochen. Der Einstieg in den Roman gestaltet sich ruhig und unaufgeregt, ohne jedoch langweilig zu sein. Der sehr bildhafte und emotionale Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass der Leser sofort in die Geschichte eintaucht. Die sanft anmutende, unaufgeregte Sprache der Autorin steht im Kontrast zu den Grausamkeiten, die im Buch beschrieben werden.Die sehr aufwühlende Geschichte ist aus der Perspektive der 13-jährigen Jess geschrieben, einem Mädchen, dass in der Zeit nach dem Bienensterben aufwächst und die Welt davor nur aus den Erzählungen ihrer Mutter kennt. Sie schildert sehr abgeklärt und nüchtern wie sich die Welt nach dem ökologischen Kollaps negativ verändert hat. Es herrscht nun eine graumsame Militärdiktatur, die Mädchen und Frauen jeglicher Grundrechte beraubt und sie als Arbeitssklaven für die manuelle Bestäubung von Pflanzen mißbraucht. Sehr beklemmend fand ich die Stelle im Buch als Jess bei ihrer Ankunft im Arbeitscamp resigniert feststellt, sie habe nun verstanden, dass ihr Körper und ihr Leben nicht mehr ihr gehören. Man kann die Verzweiflung von Jess förmlich spüren als sie sich zu Recht fragt wie es denn nur so weit hat kommen können? Warum denn niemand rechtzeitg etwas dagegen unternommen hat? Jess, hat mich beim Lesen sehr beeindruckt. Sie macht im Laufe der Geschichte eine innere Entwicklung durch: Vom resignierten Mädchen reift sie zur rebellischen Widerstandskämpferin die einen stillen Protest anführt. Als sie eines Tages verbotene Farben findet und damit ein ausdrucksstarkes Bild an die Campmauer malt, entfacht sie so auch den Kampfgeist der anderen.Die Kunst steht symbolisch für die Hoffnung auf eine bessere Zeit.Auch die Darstellung der anderen Charaktere des Buches fand ich sehr gelungen:Da ist zum einen die fiese und intrigante Charmian, die Jess und den anderen Mädchen im Camp das Leben schwer macht. Oder die sensible Cass. Sie ist Jess beste Freundin und droht unter dem Druck des Arbeitscamps zusammenzubrechen. Der empathische Wärter Eliot wird zu Jess`wichtigstem Helfer bei ihrer heimlichen Kunstaktion.Alles in allem ein sprachlich und inhaltlich sehr gelungenes Werk der Autorin!Dieser tiefgründige Jugendroman regt zum Nachdenken an und wirkt lange nach dem Lesen nach. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!
Ein Weckruf an die heutige Bevölkerung
Die walisische Autorin, Caryl Lewis, selbst Imkerin, liefert uns mit einem schlichten Cover, auf dem eine Biene in Großformat abgebildet ist, und einem bedrohlich klingenden Titel, eine Einleitung zu ihrem dystophischen Roman, der in einer Zeit der Zukunft spielt, nach der Zerstörung der Umwelt durch die Klimakatastrophe und dem Sterben der Bienen. Ein brutales Militärsystem hat die Macht übernommen. Die Bevölkerung lebt in Bevormundung, wird dumm gehalten, denn die meisten Personen lernen weder Lesen noch Schreiben, sondern werden indoktriniert und ausgenutzt.Besonders schlimm ist das Schicksal der Mädchen und Frauen,. Ab dem Alter von 11 Jahren werden die Mädchen in Camps kaserniert, wo sie bei erbarmungsloser Hitze, mit wenig Essen, die Obstbäume per Hand , bis zur Erschöpfung, bestäuben müssen. Sobald sie zur Frau geworden sind, werden sie zwangsverheiratet mit Männern, die nach biologischen Kriterien, am geeignetsten sind, um gesunde Kinder zu produzieren. Die Jungen müssen zum Militärdienst. Über die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe erfahren wir wenig, nur, dass die erzeugten Früchte als Tauschmittel gegen Waffen, technische Geräte und Medikamente, zum Beispiel, dienen.Das Werk erinnert mich sehr an Margaret Atwoods „The Handmaid's Tale“.Auf alle Fälle werden wir auf schon heute bestehende Missstände in der Natur hingewiesen, und immer wieder wird Exkurs auf die “frühere“ Welt genommen, also unsere heutige zeit, als mit den Ressourcen geast wurde und die Menschen ihr schönes Leben durch Egoismus und Unachtsamkeit selbst zerstört haben.Jess, die Protagonistin des Werkes, hat von ihrer Mutter, einer Aktivistin, durch Erzählungen, Informationen über die frühere Welt bekommen, in der es noch Freiheit, Kunst und Kreativität, Bücher und Bienen gab. Jess lernt durch sie Lesen und durchlebt im Camp einen Selbstfindungsprozess, der sie ermuntert, eine Rebellion gegen das totalitäre System anzuzetteln. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sympathisch rüberkommt, hat künstlerische Fähigkeiten, die sie einsetzt, um ein Umdenken bei den anderen Mädchen zu erzeugen, durch ein Naturbild auf dem Ausgangstor.Als sie schon aufgeben will, wird ihr gesagt „ Du hast ein Streichholz angezündet, und das Feuer brennt schon. Jetzt müssen wir nur noch in die Flammen blasen( S,221)“.Wird ihr die Flucht aus dem Camp in den Norden gelingen, denn dort soll es eine neu auferstandene Zivilisation geben?Die Autorin versteht es, in philosophisch angehauchter, poetischer Sprache, mit viel Liebe für die kleinen Dinge des Lebens, Mut zu machen. Das Werk soll ein Weckruf an uns sein, umzudenken. Deshalb ist es nicht nur für die junge Generation, sondern auch für uns Erwachsene sehr geeignet. Mich hat es sehr zum Nachdenken angeregt, und deshalb vergebe ich 5 Punkte.
Ein bewegender Roman
Ein düsteres Szenario, wie sich die Welt nach dem Aussterben der Bienen entwickeln könnte, regt zum Nachdenken an. Die Protagonistin Jess ist in diese Welt hinein geboren und kennt die heutige Welt, in der wir leben, nur aus Erzählungen der Älteren und aus Büchern. Die Autorin versteht es durch ihren einfühlsame Schreibstil den Charakteren Tiefe zu verleihen und zu sensibilisieren, wie gut es uns jetzt noch geht und wie wenig wir das manchmal zu schätzen wissen. Die Zustände in dem Camp, die Freundschaften der Mädchen untereinander und die Ausbeutung der Schwächeren haben mich sehr berührt. Es gibt nachdenkliche, erschreckende aber auch viele schöne und Mut machende Momente in der Geschichte, die den Roman zu etwas ganz Besonderem machen. Mich hat das Buch aufgerüttelt, mich noch intensiver mit den Lebensräumen der Bienen und dem was wir selber dafür tun können auseinanderzusetzen und meine Lebensumstände viel mehr zu wertschätzen.
Intensive, anregende Dystopie für Jugendliche
Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt immer weiter aus dem Gleichgewicht. Um die Obstplantagen überhaupt noch bewirtschaften zu können, werden Mädchen bereits im Kindesalter in Camps gebracht und dazu gezwungen, Blüten per Hand zu bestäuben. Bildung, Kunst und Selbstbestimmung spielen längst keine Rolle mehr. Auch Jess lebt in einem dieser Lager. Doch sie erinnert sich an die Geschichten ihrer Mutter und weiß, dass ein Pinsel für weit mehr geschaffen wurde, als Blüten zu bestäuben. Als sie beginnt, ihre Kreativität auszuleben, setzt sie ungewollt etwas in Bewegung, das sich schon bald nicht mehr aufhalten lässt."Wenn die Bienen schweigen" greift eine Thematik auf, die erschreckend aktuell wirkt. Das Aussterben der Bienen bildet dabei zwar den Ausgangspunkt der Geschichte, doch schnell wird deutlich, dass der Roman weit mehr erzählen möchte als eine klassische Klimadystopie. Vielmehr beschäftigt er sich mit den Folgen gesellschaftlicher Rückschritte, mit Unterdrückung, Machtmissbrauch und der Frage, wie viel Freiheit Menschen bereit sind aufzugeben, wenn Angst ihren Alltag bestimmt. Gerade diese Verbindung aus Umweltkrise und gesellschaftlicher Entwicklung empfand ich als ausgesprochen gelungen, weil sie niemals konstruiert wirkt, sondern eine bedrückende Konsequenz des geschilderten Szenarios darstellt.Dabei schlägt Caryl Lewis überraschend ruhige Töne an. Wer eine actionreiche Dystopie erwartet, dürfte zunächst etwas Geduld brauchen. Die Geschichte entwickelt sich behutsam und setzt weniger auf spektakuläre Wendungen als auf ihre Atmosphäre und die schleichende Erkenntnis, wie tief sich das System bereits in das Leben der Menschen eingegraben hat. Genau darin liegt für mich allerdings eine der größten Stärken des Romans. Die sanfte, stellenweise fast melancholische Erzählweise entfaltet ihre volle Wirkung erst nach und nach. Je weiter ich gelesen habe, desto beklemmender wurde die Geschichte und desto häufiger habe ich mich dabei ertappt, einzelne Szenen noch lange nachwirken zu lassen.Besonders überzeugt hat mich Jess als Protagonistin. Obwohl sie erst dreizehn Jahre alt ist, wirkt sie erstaunlich reflektiert, ohne dabei überzogen erwachsen zu erscheinen. Ihre Neugier und ihre kreative Art machen sie zu einer Figur, mit der ich gerne Zeit verbracht habe. Vor allem mochte ich, dass ihr Widerstand nicht aus blinder Rebellion entsteht, sondern aus dem Wunsch heraus, sich ihre Menschlichkeit zu bewahren. Gerade die kleinen Momente, in denen sie sich an Geschichten, Farben oder die Natur erinnert, verleihen ihr eine inspirierende Stärke, die nie aufgesetzt wirkt.Auch die übrigen Figuren fügen sich stimmig in die Geschichte ein. Freundschaften, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung spielen eine wichtige Rolle, ohne dabei den ernsten Grundton des Romans aufzuweichen. Gleichzeitig wird immer wieder deutlich, wie sehr Angst und Kontrolle das Verhalten der Menschen bestimmen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, in der selbst kleine Gesten der Menschlichkeit plötzlich eine enorme Bedeutung bekommen.Insgesamt ist "Wenn die Bienen schweigen" eine eindringliche Dystopie, die weniger durch große Action als durch ihre Atmosphäre, ihre wichtigen Themen und ihre kluge Protagonistin überzeugt. Wer Geschichten schätzt, die zum Nachdenken anregen, dabei aber dennoch durchgehend spannend bleiben und lange nach dem Zuklappen des Buches im Kopf nachhallen, sollte sich diesen Roman unbedingt näher ansehen.5/5 Sterne
Krass
Was für eine krasse Geschichte, die uns als Leser in diesem besonderen Buch hier erwartet. Sowohl der Titel als auch das Cover sind schön, aber auch irhendwie harmlos. Natürlich verrät schon der Klappentext, dass es hier um mehr geht als Bienchen und ihr Schweigen.Was für eine schreckliche Vorstellung, in so einer grausamen Welt leben zu müssen. Mich hat das Buch gut mitgenommen und es hat mich regelrecht mitgerissen und hat einem Lesesog entwickelt.Ich konnte Jess und ihre Wünsche so gut verstehen, da ich selbst male und dabei ganz wunderbar Raum und Zeit, Probleme und grauen Alltag vergessen kann. Dass so ein klitzekleiner Anfang eine ganze Rebellion auslösen kann und dass es manchmal nur so extrem wenig braucht, um viel zu erreichen, hat mich sehr berührt. Und auch sehr nachdenklich gemacht. Was wäre, wenn wir nehr wie Jess wären?