Wenn die Bienen schweigen
Ein packender Roman über den langsamen Untergang der Gesellschaft nach dem Aussterben der Bienen, über die große Bedeutung vermeintlich kleiner Dinge und die Auflehnung gegen ein patriarchales System
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Wenn die Bienen schweigen
Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken.
»Eine packende Handlung und eine poetische Erzählstimme machen dieses Buch zu etwas Besonderem.« – Kirkus Reviews, starred review
»Kunst und Literatur als Mittel zum Überleben und zur Veränderung … Kraftvoll zurückhaltend und beunruhigend.« – Horn Book
»Ein kluges und dunkles Leseerlebnis, das an Margaret Atwoods ›Der Report der Magd‹ und Ray Bradburys ›Fahrenheit 451‹ erinnert, mit einer Umweltkrise als Hintergrundfolie und voller wichtiger Themen.« – School Library Journal
- Ein bewegendes Ausgangsszenario: die Welt nach dem Aussterben der Bienen
- Der Roman verbindet die Belastung der Ökosysteme und die Sorge darum mit einer emotionalen Freundschaftsgeschichte und gesellschaftlichen Fragen
- Vom inneren Widerstand zum offenen Aufruhr – über den Kampf gegen ein autoritäres System
- Eine Liebeserklärung an die Kunst, die Fantasie und das Erzählen von Geschichten
- Mit einer feministischen Botschaft
Bibliografische Daten
2. Auflage
Caryl Lewis
Caryl Lewis, geboren 1978, ist eine preisgekrönte walisische Autorin, Dramatikerin und Drehbuchautorin. Sie schreibt für Kinder und Erwachsene und ist Gastdozentin für Kreatives Schreiben an der Cardiff University. Caryl Lewis lebt mit ihrer Familie auf einer Farm in der Nähe von Aberystwyth in Wales.
Anu Stohner
Anu Stohner, geboren 1952 in Helsinki, lebt als Übersetzerin und Autorin in Altlußheim am Rhein. Für ihre Übersetzungen aus dem Englischen, Finnischen und Schwedischen wurde sie unter anderem mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis für ÜbersetzerInnen und dem Finnischen Staatspreis ausgezeichnet.
6 - 10 von 132 Leserstimme
Mehr als nur eine Dystopie
Wenn die Bienen schweigen ist für mich nicht nur eine spannende Dystopie, sondern vor allem ein Buch mit einer klaren Botschaft. Die Geschichte zeigt eine Welt, in der die Bienen ausgestorben sind und junge Mädchen die Pflanzen von Hand bestäuben müssen, damit überhaupt noch Nahrung produziert werden kann. Allein diese Vorstellung ist erschreckend und macht deutlich, welche Folgen der Umgang des Menschen mit der Natur haben kann.Besonders gefallen hat mir, dass das Buch den Klimawandel nicht nur als Hintergrund für die Handlung nutzt. Stattdessen zeigt es auf eindringliche Weise, wie eng Umwelt und Gesellschaft miteinander verbunden sind. Die zerstörte Natur verändert nicht nur die Landschaft, sondern auch das Leben der Menschen. Dadurch regt die Geschichte immer wieder zum Nachdenken an, ohne sich dabei in langen Erklärungen zu verlieren.Gleichzeitig spielt das Thema Frauenrechte eine große Rolle. Es sind vor allem die Mädchen, die die Folgen dieser Welt tragen müssen. Sie verlieren ihre Freiheit, ihr Leben wird von anderen bestimmt und sie werden in Rollen gedrängt, aus denen es kaum einen Ausweg gibt. Diese Verbindung aus Umweltzerstörung und gesellschaftlicher Unterdrückung fand ich besonders gelungen, weil sie zeigt, dass Krisen oft diejenigen am stärksten treffen, die ohnehin wenig Macht haben.Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen. Durch die kurzen Kapitel entwickelt die Geschichte ein gutes Tempo, sodass ich das Buch schnell durchgelesen habe. Gleichzeitig schafft es die Autorin, eine bedrückende Atmosphäre aufzubauen, die lange im Gedächtnis bleibt. Das Ende lässt zwar einige Fragen offen, trotzdem passt dieser Abschluss für mich gut zur Botschaft des Romans.Wenn die Bienen schweigen ist ein Buch, das nicht nur unterhalten möchte, sondern auch zum Nachdenken anregt. Gerade die Verbindung von Klimawandel und Frauenrechten macht die Geschichte besonders aktuell und sorgt dafür, dass sie auch nach dem Lesen noch nachwirkt. Dafür vergebe ich 4 von 5 Sternen.
Regt zum Nachdenken an
Der dystopische Roman „Wenn die Bienen schweigen“ von Caryl Lewis umfasst 300 Seiten, die sich auf 42 unterschiedlich lange Kapitel verteilen. Die Geschichte spielt in einer erschreckenden Zukunft, in der die Bienen ausgestorben sind und sich dadurch das Leben der Menschen grundlegend verändert hat. Schon diese Idee wirkt erschreckend realistisch und regt zum Nachdenken über Umwelt- und Naturschutz an.Das Buchcover passt hervorragend zum Inhalt des Buches.Die Hauptprotagonistin Jess ist ein mutiges und kluges Mädchen, das sich nicht mit den ungerechten Regeln ihrer Welt abfinden möchte. Gemeinsam mit ihrer Freundin Cass entwickelt sie den Wunsch nach Freiheit und beginnt, das bestehende System zu hinterfragen. Jess ist eine sympathische Figur, mit der man schnell mitfühlt und deren Entwicklung im Laufe der Handlung glaubwürdig dargestellt wird.Die Handlung spielt hauptsächlich in einem streng überwachten Bestäubungslager sowie in einer zerstörten und von Kontrolle geprägten Welt. Die bedrückende Atmosphäre wird sehr anschaulich beschrieben und sorgt dafür, dass man sich die Schauplätze gut vorstellen kann. Gleichzeitig baut die Autorin immer wieder Spannung auf, sodass man wissen möchte, wie Jess und ihre Freundinnen mit den gefährlichen Situationen umgehen. Besonders im letzten Drittel nimmt die Spannung deutlich zu, ohne dabei zu viel vorhersehbar zu sein.Der Schreibstil von Caryl Lewis ist flüssig, bildhaft und leicht verständlich. Die Kapitel sind meist recht kurz, wodurch sich das Buch schnell lesen lässt. Trotz der einfachen Sprache vermittelt die Autorin viele Gefühle und wichtige Botschaften über Freiheit, Mut, Freundschaft und den Schutz der Natur. Die Geschichte wirkt dadurch sowohl spannend als auch emotional.Insgesamt ist „Wenn die Bienen schweigen“ ein eindrucksvoller dystopischer Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Fazit : Wer spannende Zukunftsgeschichten mit starken Figuren und einer wichtigen Botschaft mag, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Besonders Jugendlichen ab etwa 14 Jahren bietet der Roman eine fesselnde und zugleich erschreckend glaubwürdige Zukunftsvision. Aber auch für Erwachsene eine spannende Lektüre.
Interessant
Dieses Buch ist eine eindrucksvolle Mischung aus Dystopie, Gesellschaftskritik und einer Liebeserklärung an die Natur\. Die Frage, was passieren würde, wenn es keine Bienen mehr gäbe, bildet die Grundlage für eine Geschichte, die erschreckend realistisch wirkt. Im Mittelpunkt steht Jess, die in einer Welt aufwächst, in der die Folgen des Bienensterbens längst Realität geworden sind\. Nahrung wird knapp, die Gesellschaft verändert sich und Angst bestimmt den Alltag\. Besonders beeindruckend fand ich, wie Caryl Lewis die Stimmung dieser Welt einfängt: düster, bedrückend und gleichzeitig voller kleiner Momente, die zeigen, dass Hoffnung möglich ist. Das Cover mit der Biene ist ebenfalls gelungen.Ein bewegender Roman, der spannend unterhält und gleichzeitig wichtige Fragen über Natur, Gesellschaft und unsere Zukunft stellt.
⭐️⭐️⭐️⭐️
Was wäre, wenn die Bienen verschwinden?Diese Frage bildet den Ausgangspunkt einer erschreckend realistischen Dystopie, die zeigt, wie eng das Schicksal der Menschheit mit der Natur verbunden ist. Caryl Lewis erzählt jedoch nicht nur vom ökologischen Kollaps, sondern auch von Unterdrückung, Hoffnung und dem Mut, für Freiheit einzustehenNachdem die letzte Biene ausgestorben ist, hat sich die Welt grundlegend verändert. Mädchen werden bereits mit elf Jahren in bewachte Camps gebracht, wo sie Tag für Tag Obstbäume von Hand bestäuben, eine Aufgabe, die einst Millionen Bienen übernommen haben. Freizeit, Privatsphäre oder eine unbeschwerte Kindheit gibt es nicht. Sobald die Mädchen ihre erste Periode bekommen, werden sie zwangsverheiratet und dienen nur noch einem Zweck: Kinder zu bekommenIm Mittelpunkt steht Jess, die sich mit dieser Welt nicht abfinden kann. Sie liebt Bücher, interessiert sich für die Natur und hinterfragt Dinge, die für alle anderen längst selbstverständlich geworden sind. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gelangt, beginnt sie zu malen und entfacht damit den Funken einer Rebellion. Denn manchmal reicht schon ein kleines Zeichen, um Menschen daran zu erinnern, dass Freiheit möglich istSchon der Klappentext hat mich sofort angesprochen, denn Dystopien gehören zu meinen liebsten Genres. Besonders beeindruckt hat mich, wie glaubwürdig diese Zukunft wirkt. Das Aussterben der Bienen ist kein unrealistisches Gedankenspiel, sondern eine reale Gefahr, über die heute bereits viel gesprochen wird. Gerade deshalb wirkt die Geschichte so beklemmendDie Atmosphäre ist durchgehend düster und bedrückend. Der Alltag im Camp besteht aus harter Arbeit, strengen Regeln und ständiger Kontrolle. Die Handlung entwickelt sich eher ruhig und lebt weniger von spektakulären Ereignissen als von den kleinen Momenten, in denen Hoffnung aufkeimt oder neue erschreckende Wahrheiten ans Licht kommen. Caryl Lewis beweist dabei, dass eine Geschichte nicht laut sein muss, um tief zu berührenJess ist eine wunderbare Protagonistin. Ihr Mut, ihre Neugier und ihr Wunsch nach Freiheit machen sie sofort sympathisch. Auch ihre Freundinnen wachsen einem ans Herz. Besonders schön fand ich, dass der Roman zeigt, wie Widerstand entstehen kann: nicht durch eine einzelne Heldin, sondern dadurch, dass immer mehr Menschen beginnen, Fragen zu stellen und sich gegenseitig Mut machenSehr gelungen fand ich außerdem die vielen literarischen Bezüge. Bücher stehen in dieser Geschichte für Erinnerung, Wissen und Freiheit. Besonders dieser Satz hat mich tief berührt:„Unsere Mutter meinte, dass die Welt am Ende ist, hätte sie nicht daran gemerkt, dass es immer mehr Hungersnöte und Flüchtlingsbewegungen gab – das hätte sie erst begriffen, als man anfing, Bücher zu verbrennen.“Er macht deutlich, dass nicht nur die Natur zerstört wurde, sondern auch Bildung, Geschichte und freies DenkenEin weiteres Zitat, das für mich den Kern des Romans trifft, lautet:„Die Biene bekam für ihre Arbeit etwas zurück. Es war eine Beziehung von Geben und Nehmen. Ich weiß nicht, was unser Lohn sein soll.“Dieser Vergleich zeigt auf erschütternde Weise, dass die Mädchen schlechter behandelt werden als die Bienen, deren Arbeit sie ersetzen müssen. Die Natur war einst ein Kreislauf des Gebens und Nehmens, die Menschen hingegen kennen nur noch AusbeutungMein persönliches Lieblingszitat ist jedoch:„Ich habe Angst, weil die Wahrheit schmerzhaft ist, schmerzhafter als all die Lügen, die sie uns erzählt haben.“Dieser Satz fasst die gesamte Botschaft des Romans für mich sehr gut zusammenDie Wahrheit kann wehtun, aber sie ist gleichzeitig der erste Schritt in die Freiheit. Solange Menschen den Lügen eines Systems glauben, bleibt Veränderung unmöglichAuch dieser Satz hat mich nachhaltig beeindruckt:„Wir sind hier die Ernte, Jess. Sie pflücken und gebrauchen uns, dann werfen sie uns weg.“Mit wenigen Worten macht die Autorin deutlich, wie die Mädchen in dieser Gesellschaft nicht mehr als Menschen gesehen werden, sondern lediglich als eine weitere Ressource, die ausgebeutet wirdTrotz aller Begeisterung gibt es für mich auch Kritikpunkte. Da die Geschichte ausschließlich aus Jess’ Perspektive erzählt wird, bleibt die Welt außerhalb des Camps oft nur angedeutet. Ich hätte gerne mehr darüber erfahren, wie das Leben in den Städten aussieht oder wie Jungen und Männer diese Gesellschaft erleben. Dadurch hätte die Welt noch greifbarer und vielschichtiger gewirktMein größter Kritikpunkt ist jedoch das Ende. Es eröffnet verschiedene Möglichkeiten und vermittelt Hoffnung, beantwortet aber viele Fragen nicht. Für einen Auftakt einer Reihe wäre das ein gelungener Abschluss gewesen. Da der Roman jedoch wie ein Einzelband wirkt, hätte ich mir deutlich mehr Antworten und einen runderen Abschluss gewünschtDennoch überwiegen für mich ganz klar die positiven EindrückeWenn die Bienen schweigen ist eine ruhige, eindringliche und erschreckend realistische Dystopie über Umweltzerstörung, Machtmissbrauch und den Wert von Freiheit. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie gefährlich es ist, wenn Wissen verloren geht, Menschen unterdrückt werden und die Natur zerstört wird. Gleichzeitig macht sie Hoffnung, dass selbst kleine Gesten den Beginn einer großen Veränderung auslösen könnenKurz: Eine bewegende, nachdenkliche Dystopie mit starken Figuren, eindrucksvollen Zitaten und einer wichtigen Botschaft. Das offene Ende und das etwas knappe Worldbuilding verhindern zwar die volle Punktzahl, dennoch hat mich der Roman nachhaltig beeindruckt und noch lange nach der letzten Seite beschäftigt⭐️⭐️⭐️⭐️
Eine schreckliche Vorstellung
Was für ein schreckliches Szenario. Kinder werden mit 11 Jahren in ein bewachtes Champ geschickt, um dort täglich viele Stunden lang die Blüten von Obstbäumen zu bestäuben. Sie haben kaum Freizeit, keine Privatsphäre und bekommen nur das nötigste zu essen. Sobald sie ihre Periode bekommen, werden sie zwangsverheiratet, um Kinder in die Welt zu setzen. Wie die Welt außerhalb des Champs aussieht, erfährt man nicht, man kann es nur erahnen. Es gibt aber das Gerücht, dass es im Norden einen besseren Platz zum Leben gibt. Jeff mit ihrem Mut zum Aufbegehren habe ich besonders gemocht. Aber auch ihre Freundinnen sind starke Charaktere, die zeigen das Resignation keine Option ist. Ein erschreckender, düsterer Roman, der eine unheilvolle Zukunft aufzeigt, die nicht unrealistisch erscheint. Mich hat das Buch jedenfalls sehr nachdenklich gemacht.
Erschreckend reale Dystopie
Mein Mann sollte für mich das Buch lesen, er brach nach 50 Seiten ab, weil es ihm schlechte Laune bereitete. Diese „schlechte Laune“ kann man als erschreckendes mögliches Szenario einer Welt beschreiben, in der es keine Bienen mehr gibt, keine Jahreszeiten und wo Bäume und Pflanzen von Mädchen per Hand bestäubt werden müssen.Die Mädchen leben in Camps, wo sie tagein, tagaus diese harte Arbeit verrichten. Mit den Protagonisten Jess und Cass erlebt man als Leser einen trostlosen Alltag und es wird deutlich, dass die vorangegangenen Generationen die Erde kaputt gemacht haben. Dieses Szenario einer Welt wie sie aufgrund des fortgeschrittenen Klimawandels aussehen könnte ist äußerst bedrückend und das Buch schafft es, dass es sehr lange nachhallt und zum Nachdenken anregt. Auch wenn es am Ende zu einem kleinen, feinen Lichtblick kommt.
Sehr bedrückend und überzeugend, aber das Ende ist viel zu offen!
Meinung:Da mich Dystopien ja schon immer ansprechen, hat mich auch dieser Klappentext sofort gefesselt. Und erneut ist es eine düstere Zukunftsszenerie, die durchaus im Bereich des Möglichen liegt und gerade dadurch so erschreckend und realistisch wirkt.Die Autorin stellt am Beispiel von Protagonistin Jess sehr eindrucksvoll dar, wie schrecklich sich die Zukunft verändert hat. Es herrscht das Militär - Macht und Unterdrückung sind an der Tagesordnung. Die Stimmung im Camp ist sehr gedrückt und belastend, der Plot eher ruhig und von viel harter Arbeit und Routine geprägt. Routine, die immer mal wieder durch neue, erschreckende Erkenntnisse und Entwicklungen durchbrochen wird. Es gibt auch ein paar Lichtblicke, diese sind aber auch eher klein gehalten und durchbrechen die bedrückende Atmosphäre immer nur partiell. Dennoch schafft es die Autorin wirklich, mit scheinbar kleinen Mitteln Akzente zu setzen und zum Nachdenken anzuregen. Die Entwicklungen erfahren wir alle nur aus der Sicht von Protagonistin Jess. Sie erzählt, was ihr erzählt worden ist, wie es früher war und wie es eben jetzt ist. So bekommt man schon einen guten Einblick, was sich alles getan hat und eben auch, wie schrecklich es jetzt ist. Und mit der Zeit wird da immer mehr drauf gesetzt, auch wenn es eher kindgerecht dargestellt und auf Details verzichtet wird. Dennoch machen die Schilderungen auch so wirklich betroffen.Die Geschichte funktioniert so wirklich ganz gut, aber um für mich perfekt zu sein, hätte ich doch noch etwas mehr Einblick in andere Sichten gebraucht. z. B. auch in die Sicht der Jungen/Männer, die auch zum Militär beordert werden, ohne dass sie es wollen. Oder eben auch, in das Leben/ die Aufruhren in der Stadt, ohne, dass nur aus der Ferne und vom Hörensagen davon berichtet wird. Also einfach noch mehr Worldbuilding und mehr Tiefe. Und ich hätte mir definitiv ein Ende gewünscht, dass nicht nur grobe Richtungen/Möglichkeiten vorgibt, sondern mehr konkrete Antworten liefert.So ist es zwar auf vielen Ebenen zufriedenstellend und für einen Auftakt fände ich es echt passend, aber ich habe das Gefühl, dass es die Autorin als Gesamtende so stehen lassen möchte und dafür ist es mir einfach viel zu offen. Nachdem ich die Figuren so intensiv begleitet habe, möchte ich schon Wissen, woran sie jetzt sind und da ist mir das doch definitiv zu wenig. Fazit:„Wenn die Bienen schweigen“ ist eine sehr bedrückende und gleichzeitig wieder erschreckend greifbare Dystopie, die es schafft, mit vielen leisen Tönen zu erschrecken und zu überzeugen und auch für jüngere Leser geeignet ist. Dennoch hätte ich gerne noch mehr Tiefe/ andere Einblicke gehabt und auch wenn das Ende auf vielen Ebenen zufriedenstellend ist, ist es mir als Gesamtende leider viel zu offen. Sollte noch eine Fortsetzung kommen, ist es gut, aber ich habe das Gefühl, dass es das war und dann fehlen mir einfach konkretere Antworten. In der Hoffnung, dass mich mein Gefühl trügt und es vielleicht doch noch eine Fortsetzung gibt und da der Rest wirklich gut gemacht ist, würde ich das offene Ende mal nicht so stark bewerten und noch 4 Sterne vergeben.
Zukunftsroman der nachdenklich macht
Wenn die Bienen schweigen von Caryl Lewis ist ein nachdenklicher Roman, der einen in eine Zukunft entführt, in der es keine Bienen mehr gibt. Dadurch wird einem noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie wichtig diese kleinen Tierchen für unsere Umwelt und unser Leben sind.Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt. Auch die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte.Besonders beeindruckend fand ich die düstere Zukunftsvision, die zum Nachdenken anregt und erschreckend realistisch wirkt. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, welche Folgen das Verschwinden der Bienen haben könnte.Das Ende bleibt allerdings relativ offen. Einerseits passt das gut zur Geschichte, andererseits hätte ich mir gewünscht, noch mehr über das Schicksal der Figuren und ihrer Welt zu erfahren.Insgesamt ist Wenn die Bienen schweigen ein bewegendes und lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Eine Zukunft, die unter die Haut geht!
Mit Wenn die Bienen schweigen hat Caryl Lewis eine eindringliche Dystopie geschaffen, die vor allem durch ihre bedrückende Atmosphäre und ihre wichtige Botschaft überzeugt. Die Grundidee einer Welt ohne Bienen, in der Mädchen die Bestäubung von Hand übernehmen müssen und dabei jeglicher Selbstbestimmung beraubt werden, hat mich von Anfang an gefesselt.Besonders gelungen fand ich die gesellschaftskritischen Themen. Klimawandel, Machtstrukturen, Unterdrückung und der Wert von Freiheit werden auf eine Weise verarbeitet, die zum Nachdenken anregt und lange im Kopf bleibt. Jess war dabei eine sympathische Protagonistin, mit der ich gerne mitgefiebert habe. Ihr Mut und ihre Hoffnung bilden einen schönen Gegenpol zu der düsteren Welt.Der Schreibstil ließ sich angenehm lesen und die Geschichte entwickelte schnell eine bedrückende Stimmung. Allerdings hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefgang gewünscht. Manche Themen werden angerissen, aber nicht so ausführlich behandelt, wie ich es mir erhofft hatte. Auch der Wechsel zum Ende kam für meinen Geschmack etwas plötzlich, sodass einige Entwicklungen nicht die Wirkung entfalten konnten, die sie eigentlich verdient hätten.Trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist Wenn die Bienen schweigen ein bewegender Roman mit einer starken Botschaft und einer erschreckend glaubwürdigen Zukunftsvision. Wer dystopische Geschichten mit gesellschaftlicher Relevanz mag, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben.
Krasse Dystopie
Die letzte Biene starb vor einigen Jahrzehnten und danach blieben die Ernten aus, viele Blütenpflanzen verschwanden für immer und schnell zerbrach jede Illusion von Stabilität. Hungersnöte verwüsteten die Welt, Staaten zerfielen und machten Platz für streng kontrollierte Militärregime.In Klaras Welt leben Mädchen ab ihrem elften Lebensjahr in Lagern - ihr wichtigstes Werkzeug ist ein Pinsel. Blüte für Blüte bestäuben sie von Hand täglich viele Stunden und übernehmen die Arbeit, die einst Milliarden Bienen verrichteten. Sobald Mädchen aber gebärfähig sind, werden sie genetisch mit einem Mann gematched. Sie bekommen Kinder, ziehen sie einige Jahre groß – und gelten danach als nutzlos.Dieses Buch ist ein unglaubliches Schreckensszenario. Nicht nur wegen des Hungers oder des ökologischen Kollapses, sondern noch mal mehr weil es zeigt, wie erschreckend verlässlich patriarchale Machtstrukturen funktionieren. Selbst wenn die Welt untergeht, bleibt eines offenbar bestehen: Frauen und Kinder sind Ressourcen. Ihre Körper werden verwaltet, ihre Arbeit ausgebeutet, ihr Wert an ihrer Nützlichkeit bemessen.Ich war beim Lesen immer wieder so sooo wütend. Hsb so eine tiefe, ohnmächtige Wut gefühlt, wie plausibel sich all das liest. Das eigentlich Verstörende ist nicht die Dystopie. Verstörend ist, dass dieses System keine monströse Ausnahme wirkt, sondern wie die konsequente Zuspitzung historischer und gegenwärtiger patriarchaler Verhältnisse.Genau darin liegt die Wucht dieses Romans. Er erzählt nicht einfach von einer Welt ohne Bienen. Er fragt, was von einer Gesellschaft übrig bleibt, wenn alles zusammenbricht – und wer den Preis dafür bezahlt. Die Antwort ist erschreckend vertraut. Und gerade deshalb lässt einen dieses Buch lange nach der letzten Seite nicht mehr los. Lest es!!!!
Pressestimmen
Mehr als eine Dystopie: eine eindrucksvolle Hommage an die Kraft von Kunst, Fantasie und Geschichte.
01.09.2026
Caryl Lewis hat ein geschicktes Händchen für die Dramaturgie. Und die Figuren sind (…) stimmig und ...vielschichtig angelegt. mehr weniger
Ulf Cronenberg, 28.08.2026
Ein spannendes Buch, das einiges Nachdenken in Gang setzt.
Birgit Müller-Bardorff, 11.08.2026
Eine Dystopie über den Wert der Freiheit – und den der Natur.
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Das Buch liest sich schnell und einfach und stellt die richtigen Fragen. Obwohl unsere Welt mögliche...rweise untergehen wird, wenn wir nichts gegen das Bienensterben tun, so weckt dieser Roman Hoffnung, wo vielleicht sonst keiner mehr suchen würde. Wie in jedem Jugendroman fehlt es selbstverständlich nicht an den Themen Freundschaft, Pubertät und erste (queere) Liebe. mehr weniger
Theresa Krien, 01.08.2026