Wenn die Bienen schweigen
Ein packender Roman über den langsamen Untergang der Gesellschaft nach dem Aussterben der Bienen, über die große Bedeutung vermeintlich kleiner Dinge und die Auflehnung gegen ein patriarchales System
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Wenn die Bienen schweigen
Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken.
»Eine packende Handlung und eine poetische Erzählstimme machen dieses Buch zu etwas Besonderem.« – Kirkus Reviews, starred review
»Kunst und Literatur als Mittel zum Überleben und zur Veränderung … Kraftvoll zurückhaltend und beunruhigend.« – Horn Book
»Ein kluges und dunkles Leseerlebnis, das an Margaret Atwoods ›Der Report der Magd‹ und Ray Bradburys ›Fahrenheit 451‹ erinnert, mit einer Umweltkrise als Hintergrundfolie und voller wichtiger Themen.« – School Library Journal
- Ein bewegendes Ausgangsszenario: die Welt nach dem Aussterben der Bienen
- Der Roman verbindet die Belastung der Ökosysteme und die Sorge darum mit einer emotionalen Freundschaftsgeschichte und gesellschaftlichen Fragen
- Vom inneren Widerstand zum offenen Aufruhr – über den Kampf gegen ein autoritäres System
- Eine Liebeserklärung an die Kunst, die Fantasie und das Erzählen von Geschichten
- Mit einer feministischen Botschaft
Bibliografische Daten
2. Auflage
Caryl Lewis
Caryl Lewis, geboren 1978, ist eine preisgekrönte walisische Autorin, Dramatikerin und Drehbuchautorin. Sie schreibt für Kinder und Erwachsene und ist Gastdozentin für Kreatives Schreiben an der Cardiff University. Caryl Lewis lebt mit ihrer Familie auf einer Farm in der Nähe von Aberystwyth in Wales.
Anu Stohner
Anu Stohner, geboren 1952 in Helsinki, lebt als Übersetzerin und Autorin in Altlußheim am Rhein. Für ihre Übersetzungen aus dem Englischen, Finnischen und Schwedischen wurde sie unter anderem mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis für ÜbersetzerInnen und dem Finnischen Staatspreis ausgezeichnet.
9 - 10 von 132 Leserstimme
So eine Welt will man sich nicht vorstellen, also aufwachen!
Dieser sehr tief gehende Roman von Caryl Lewis zeigt uns eine Zukunft, in der sicherlich niemand leben möchte. Und doch hat man beim Lesen das Gefühl, es könnte so ähnlich passieren. Eine feine Dystopie, die aufwecken will, die zeigen möchte, wozu Freundschaft und Zusammenhalt fähig, sind. Die aber auch den eigenen Blick schärfen möchte und die eigenen Gedanken ins Rollen bringt. Was passiert wenn die letzte Biene verschwunden ist? Steuern wir auf so eine Zukunft zu? Die Protagonistin Jess ist ein junges Mädchen mit den Träumen der Jugend. Sie will frei sein und kämpft dafür. Ihre Figur ist sehr sympathisch. Sie sehnt sich nach Freundschaft, will sich nicht mit diesem System zufrieden geben. Sie kämpft aber auch mit Selbstzweifel und Angst. Manchmal wirkt sie mit ihren Gedankenschlüssen etwas zu erwachsen. Doch das ist auch der einzige, kleine Kritikpunkt an dieser Geschichte. In unserer lauten Welt vergisst man oft, was es heißen wird, „Wenn die Bienen schweigen“. Hier zeigt uns die Autorin eindringlich eine Welt, in der man nicht leben will. Sie schreibt und beschreibt eine düstere Zukunft in bunten Farben. Bildhaft tauchen die Szenen vor dem inneren Auge auf und lassen den Leser nachdenklich zurück. Hoffentlich. Von mir gibt es eine Leseempfehlung in der Hoffnung auf viele nachdenkliche Leser und nicht nur unter Jugendlichen.
Fesselnde Near Future Dystopie
"Wenn die Bienen schweigen" ist ein dystopischer Roman, der sich wie eine Mischung aus "Die Geschichte der Bienen" und "Der Report der Magd" liest.Nach einem massiven Klimawandel und dessen weitreichenden Folgen wurden für die Bevölkerung extreme Maßnahmen getroffen. Im Alter von 11 Jahren werden junge Mädchen ihren Familien entrissen und müssen in Camps zunächst das Bestäuben für die ausgestorbenen Bienen übernehmen, bevor sie mit passenden Männern zwangsverheiratet werden. Alles, um das Fortbestehen der Menschheit zu sichern. Doch zu welchem Preis?Die junge Jess will die Machtlosigkeit und Fremdbestimmung nicht hinnehmen und zettelt mithilfe eines Kunstwerks eine stille Revolution an. Doch haben ein paar Mädchen die Macht, ein ganzes System zu stürzen?Der Inhalt des Buches ist aktueller denn je, denn auch bei uns schreiten Klimawandel und Artensterben weiter voran. Und genau das macht die Geschichte so greifbar und mitreißend! Das Thema Umwelt bildet zwar den Rahmen, im Fokus stehen aber auch Themen wie Zusammenhalt und Freundschaft, Hoffnung in Zeiten der Hoffnungslosigkeit und Mut, gegen Unterdrückung aufzustehen.Das abrupte und offene Ende hat mich jedoch ein wenig unbefriedigt zurück gelassen, deswegen gibt es von mir einen kleinen Punktabzug.Fazit: das Buch ist wie ein kleiner Weckruf, der zum Nachdenken anregt!
Aufwühlend. Aufrüttelnd. Tief bewegend.
In „Wenn die Bienen schweigen“ lädt uns Carly Lewis in eine Welt ein, in der die letzte Biene längst verstummt ist.Der große Zusammenbruch ist bereits einige Jahrzehnte her: Das Klima ist außer Kontrolle geraten, das Militär hat die Regierung übernommen, Bücher wurden verbrannt und Selbstbestimmung gleicht, ebenso wie Nahrung und sauberes Wasser, einer Rarität. Die Menschen hungern und leiden, kämpfen um ihr (Über)Leben, während die Kinder, bar jeglicher Bildung, früh aus ihrem Elternhaus gerissen werden. Jungs werden zu den Waffen gerufen und die Mädchen in Camps gesteckt, in denen sie bis zu ihrer Periode – nur mit einem Pinsel ausgestattet – Blüten von Hand bestäuben müssen. Sobald sie den physiologischen Pfad zur Frau bestreiten, werden sie gedemütigt und verheiratet. Mit dem Ziel, schnell und viele Kinder zu gebären.Statt sich mit den Fehlern ihresgleichen aus der Vergangenheit zu beschäftigen, aus diesen zu lernen, haben sich Wissenschaftler darauf fokussiert, perfekte Matches zu prognostizieren. Und so ist diese Welt, nachdem die Natur bis zum Grund ausgebeutet wurde, leer gesaugt von Gier und Konsumdrang, von immer mehr wollen, (wieder) zu einer verkommen, in der der Mann die Gewalt an sich gerissen hat und die Frau zum Objekt degradierte, zu etwas, das früh Nutzen bringt – oder aussortiert wird … „Wenn die Bienen schweigen“ wird aus der Perspektive der dreizehnjährigen Jess erzählt, die aus ganz bestimmten Gründen nicht die beliebteste unter den Mädchen, den „Müttern“ & Wärtern im Camp ist. Aber Jess schert sich nicht darum, denn seit ihrem ersten Tag hat sie Cass an ihrer Seite. Cass, die ihren Geschichten lauscht, die ihre Hand hält und sich gemeinsam mit ihr den Mobberinnen stellt.Schon früh hat Jess die Liebe zur Kunst in sich gefunden – und dann in all dem Wahnsinn, dem Aufbruch, der Anstrengung vergessen. Bis sie in die Pinselwerkstatt eingeteilt wird. Nicht mal das traurige Geheimnis dieser sanften Waffe hält ihre glücklichen, sie erfüllenden Erinnerungen davon ab, zu fließen. Und dann bekommt Jess einen unerwarteten Verbündeten und ein Geschenk, so wertvoll wie ein Sack reifer Äpfel.Ein Streichholz, mit dem sie den Funken der Rebellion auf ihre eigene Weise entzündet. Mit dem sie einen Flächenbrand schürt. Vor dem niemand, kein eisiges Kinderherz, kein müdes Mädchen, sicher ist … Denn Zuri, Deva, Emily und all die anderen jungen, mutigen, tapferen Arbeiterinnen, die nie Freiheit schmecken durften, haben so viel mehr verdient als ein Leben als Vieh – als Arbeitstier, als Rammbock, als Zuchtstute … »Wir sind hier die Ernte (...) Sie pflücken und gebrauchen uns, dann werfen sie uns weg.«Lewis schuf ein bedrückendes, schwermütiges Szenario, das von ebensolcher Atmosphäre ummantelt, von einer Dringlichkeit durchzogen wird. Der Stil ist hierbei vorstellbar und ausdrucksstark, zugleich flüssig-leicht, was dem Charakter des Buches Authentizität verleiht, erleben wir das Geschehen doch aus einer kindlichen Sicht, teils unbedarft, teils zu erwachsen. Zu hart.Werden zu Beginn die Umstände dargelegt, dominieren Verzweiflung und Erschöpfung, der fragile Funken Hoffnung, wächst im fortschreitenden Verlauf die Wut. Die Gleichgültigkeit ob der Konsequenzen. Der Drang, etwas, irgendetwas – die Mädchenschar – zu bewegen. Die Autorin lässt herzzerreißende Missstände aufleben, Ungerechtigkeiten und das Patriarchat; den Widerwillen des Menschen, reflektiert und nachhaltig zu handeln. Und ja, auch mich als Leserin machten diese Zustände zornig, verursachten sie Gänsehaut. Ein flaues, aus Angst geborenes Gefühl.Wir sehen Männer, die ihre Position ausnutzen, ihre Überlegenheit auf grausame Art demonstrieren, Träume und Freude im Keim ersticken. Mächtige, die sich mit Manipulation, Drohung, Gewalt und Gewehren Gehör verschaffen.Einige Momente erinnerten mich an Atwoods „The Handmaid's Tale“, machten das Atmen schwer, erweckten Mitgefühl.Neben den verheerenden Auswirkungen, die das Bienensterben über kurz oder lang nach sich ziehen kann, fließt stets auch die Kunst mit. Deren Relevanz und die Vielfalt, mit der sie ausdrückt, ermahnt, das Vergessen verhindert. Diese Komponente gab der Dystopie etwas Zartes, wie es nur die bedingungslosen Freundschaften, der erstarkende Zusammenhalt vermochten. Wie das Brechen ihrer Herzen, als die Mädchen die Wahrheit des Systems, all die Lügen, die leeren Worte sahen. VERSTANDEN.Obgleich vieles lediglich Andeutung ist, Ahnung bleibt, reicht die oft subtile Bedrohung, die hintergründig greifbare Gefahr, die erschaffene Atmosphäre, um gemeinsam mit diesen verlorenen Kindern weinen zu wollen.„Wenn die Bienen schweigen“ ist ein tief berührender, eindringlich erzählter Roman, der nachhallt und warnt. Ich empfehle einen Blick in das Nachwort, das das Gelesene abrundet und ihm noch mehr Gewicht, mehr Bedeutung verleiht.
Beängstigend
Die Bienen sind ausgestorben und nun müssen junge Mädchen, die Bäume per Pinsel bestäuben, bevor sie zur Frau werden und für Nachwuchs sorgen sollen. Doch plötzlich ist da ein Bild und die Liebe zur Kunst und dass es vielleicht ein Entkommen aus dieser Welt gibt. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, da er sehr bildlich war und kurze, prägnante Sätze hatte. Man merkt daran auch, dass das Buch ein Jugendbuch ist, was mich aber nicht weiter gestört hat. Die Figuren haben mir gut gefallen und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Man merkt den jungen Figuren keine Naivität an, was mich angesprochen hat. Ich kann das Buch Dystopie-Fans empfehlen, da hier teilweise eine beängstigende Zukunftsaussicht dargestellt wird. Ich bin selbst kein großer Dystopie-Fan, fand das Buch, vor allem aufgrund der jungen Figuren, jedoch gut.
Vorherbestimmtes Leben statt Freiheit und Bienensummen
Eine Welt, in der ein Pinsel zum Überleben statt zum Malen und Geschichtenerzählen gedacht ist. In dieser traurigen Welt lebt Jess. Die ersten Seiten haben mich gleich fesseln können und eine Welt aufgezeigt, welche man lieber nie erfahren möchte. Eine längst geschehene stille Tragödie, die Jess ganzes Leben bestimmt und auf welches sie keinen Einfluss hat. Oder könnte sie an ihrem Schicksal etwas ändern? Vielleicht sogar zuliebe ihrer Freundin Cass? Das Buch zeigt eine dystopische Welt auf, in der Mädchen keinerlei Mitspracherecht an ihrem Leben erhalten. Es zeigt, wie ein Funke Hoffnung Träume zum Leben erwecken kann. Die Feundschaft, die Jess und Cass teilen ist stark und etwas besonderes in dem tristen Camp, wo sich unter den Mädchen dauernd Gruppen bilden. Die Geschichte regt zum Nachdenken an, wie man auf die kleinen Wunder im Leben blickt. Besonders die Charaktere und die zwischenmenschlichen Beziehungen wurden gut dargestellt. Jeder Charakter hat seine eigenen Entscheidungen getroffen, um an diesem Ort bestehen zu können. Themen wie Selbstbestimmung, Freiheit und Träume nehmen eine große Rolle in der Geschichte ein. Doch es braucht einen guten Zusammenhalt und Vertrauen, um der Wahrheit begegnen zu können, die hinter dem System steckt. Das Buch hallt noch lange nach und passt gut in das Genre Jugendbuch, da die aufgegriffenen Themen in einem angemessenen und nicht zu düsteren Rahmen dargestellt werden.
Eine Dystopie, die unter die Haut geht
Dieses Buch hat mich echt überrascht. Es war unglaublich bedrückend und gleichzeitig einfach großartig. Die Vorstellung, dass die Bienen ausgestorben sind und sich dadurch die ganze Welt so verändert, fand ich erschreckend und leider gar nicht so unrealistisch.Jess war für mich eine starke Protagonistin. Ich habe die ganze Zeit mit ihr mitgefiebert und gehofft, dass sie ihren eigenen Weg gehen kann. Gerade ihre Sehnsucht nach Freiheit und ihre Liebe zur Natur haben mich sehr berührt.Die Geschichte hat mich oft nachdenklich gemacht und an manchen Stellen richtig traurig gestimmt. Trotzdem gibt sie einem auch Hoffnung, dass selbst kleine Taten etwas verändern können.Für mich war es ein Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde. Düster, emotional und mit einer wichtigen Botschaft. Ich kann es wirklich jedem empfehlen, der gerne Dystopien liest und Geschichten mag, die einen auch nach dem Zuklappen noch beschäftigen.
Bedrückend, zart und voller Hoffnung
Hoffnung und Hoffnungslosigkeit stehen manchmal so dicht beieinander…Die Welt hat sich verändert seit die Bienen ausgestorben sind. Um die Blüten zu bestäuben, werden junge Mädchen im Alter von 11 Jahren gezwungen, dies zu tun. Es wird ihnen vorgegaukelt, sie wären eine große Familie, die einen wichtigen Beitrag leistet. Sie bekommen Nahrung und eine sichere Unterkunft. Doch das Essen ist eher dürftig und die Bedingungen und Regeln sind hart in den Camps. Jess, die Hauptprotagonistin, kennt das Leben wie es früher war noch aus Büchern. Sie ist eine der Wenigen die noch lesen gelernt hat. In Jess brodelt es zunehmend. Sie spürt, dass dieses Leben falsch ist. Jeder Mensch hat ein recht auf Freiheit und Selbstbestimmung. Jess hat vor der Zeit im Camp gerne gemalt und sie weiß, ein Pinsel ist nicht zum Bestäuben gedacht. Als sie durch einen Aufseher, dem sie zunächst nicht traut, an Farben kommt, entwickelt sich in ihr ein großer Drang diese zu benutzen. Sie will nicht nur einfach etwas für sich malen, sie will, dass es alle sehen können. Sie will mit ihrem Bild etwas bewirken. Sie hat keinen genauen Plan, aber Jess weiß, dass sie handeln muss um frei sein zu können. Ihr großes Bild, welches sie auf die Mauer des Camps malt, verändert alles in den Köpfen der Mädchen und langsam beginnt sich Widerstand zu regen. Diese Geschichte ist so wunderschön geschrieben. Auch wenn es eine Dystopie ist, welche oft düster und bedrückend ist, ist sie doch gleichzeitig zart, leise und voller Hoffnung. Freundschaft und Zusammenhalt zeigen, welche Kraft man entwickeln und Dinge zum Positiven wenden kann. Die Autorin regt den Leser an, aufmerksamer zu werden, auf die Kleinigkeiten um uns herum zu achten. Das in China, wie im Anhang geschrieben, bereits in einer Region Bäume von Hand bestäubt werden müssen, ist erschreckend. Lest dieses Buch und lasst in euren Gärten oder auf euren Balkonen Blumen blühen für die Bienen und all die anderen Insekten, denn ohne sie sind wir nichts.
Unsre Zukunft?
Die Leseprobe hatte mir sehr gefallen , und auch das Cover , auch wenn es nicht „reißerisch“ ist , wie man es von einem Jugendbuch vielleicht erwartet. Ich finde es sehr gelungen. Die große Biene auf dem Cover hat eine Art schwarzer Umhang, als ob sie einen Trauerflor trüge. Im Buch wird klar , warum sie den trägt.Bienen und andere Insekten und ihr Gesumme sind für mich schon immer ein Zeichen für Leben gewesen. Mit Bestürzung stelle ich seit Jahren bereits fest , dass es immer weniger Insekten gibt. Es ist bekannt , dass das Sterben der Insekten , darunter auch der Bienen katastrophale Auswirkungen auf unsere Erde und uns Menschen haben wird.Die beschriebene Realität , ganz ohne Bienen, ist schon beängstigend, die Atmosphäre deshalb bedrückend.Junge Mädchen werden unter entwürdigenden Bedingungen in Lagern gehalten , werden ihren Familien entrissen; angeblich im Dienste für die Gemeinschaft zu leisten Blüten zu bestäuben.. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Jess, die von ihrer Mutter noch das Lesen gelernt hat. Dadurch konnte sie ihr eigenes Denken und ihre Kreativität schon als Kind entwickeln. Davon kann sie nun profitieren. In Jess wächst immer mehr die Wut über diese Zustände und der Drang, aus dem Camp auszubrechen. Ihr selbstständiges Denken verhilft ihr zu Mut und Zuversicht.Das Jugendbuch , das auch viele Erwachsene lesen sollten, macht nachdenklich. Es gibt im Roman viele Parallelen zu bereits bestehenden Missständen in Natur und Gesellschaft . Es ist auch eine Warnung an uns als Leser , dass es kaum möglich sein wird , entstandene Defizite in der Artenvielfalt auszugleichen.
Bienen sind wertvoll und wichtig
Wenn Bienen schweigen ist eine Dystopie, die mich bewegt und zum Nachdenken gebracht hat, weil das Thema erschreckend realistisch wirkt.Das weltweite Bienensterben ist inzwischen Realität und was für verheerende Auswirkungen es auf die Menschheit und die Natur haben würde, das mag man sich gar nicht ausmalen. Der Schreibstil der Autorin ist dabei flüssig und leicht verständlich. Ich war sofort in der Geschichte drin und bin nur so durch die Seiten geflogen.Die bedrückende Atmosphäre und die Hoffnungslosigkeit war geradezu spürbar und die Unterdrückung der Mädchen regelrecht erschreckend. Allerdings fehlte es mir gerade im späteren Verlauf an Tiefgang und das Ende war mir leider viel zu kurz und zu plötzlich. Ich blieb mit offenen Fragen zurück und hatte das Gefühl, dass da einfach etwas fehlen würde.Fazit: Eine eindringliche Dystopie über ein wichtiges Thema und ein Weckruf an die Menschheit. Ein Buch, das mich bewegt und zum Nachdenken gebracht hat. Nur das Ende kam mir leider zu abrupt.
Gar nicht so unrealistische Dystopie
"Fantasie ist die einzige Waffe im Kampf gegen die Realität"– mit diesem Zitat beginnt „Wenn die Bienen schweigen“ von Caryl Lewis und genau das fasst die Botschaft des Buches für mich gut zusammen.Das Buch ist ein dystopischer Jugendroman, der die fragile Abhängigkeit der menschlichen Zivilisation von der Natur – insbesondere von Bienen – thematisiert. Die Geschichte beginnt mit der Erkenntnis, dass die Welt bereits vor Jahren endete, bevor es irgendjemand bemerkte – nicht mit einem lauten Knall, sondern in völliger Stille. Die letzte Biene stirbt, und mit ihr bricht das Gleichgewicht der Natur zusammen. Hauptcharakter der Erzählung ist Jess, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. Die Welt vor dem Zusammenbruch kennt sie nur aus mittlerweile verbotenen Büchern und den Erzählungen einer Nachbarin, aus der Zeit, bevor sie ihre Mutter verlassen musste um in einem Mädchenlager Obstbäume mit Pinseln zu bestäuben, um die Lebensmittelversorgung aufrechtzuerhalten.Jess hat durch ihre Mutter Lesen und Zeichnen gelernt und hält an der Erinnerung an die Welt vor dem Zusammenbruch fest. Sie erinnert sich an Bücher, Farben, Musik und die Schönheit der Natur. Diese Erinnerungen sind ihr einziger Halt. Als sie in der Werkstatt für die Bürsten arbeitet, entdeckt sie, dass die Bürsten aus den Haaren der Mädchen hergestellt werden – ein weiteres Symbol der Ausbeutung. Doch sie entdeckt auch, dass sie mit den verbotenen Farben, die ihr ein Wachmann organisiert, etwas Neues schaffen kann – und dass Pinsel nicht zum Bestäuben gedacht sind, sondern zum Malen.Mit einer im geheimen angefertigten Wandmalerei weckt sie auch den Widerstandsgeist der anderen Mädchen und löst einen Aufstand aus, auch dies ein Symbol dafür, dass kleine Dinge Großes bewirken können.Die Geschichte zeigt, wie die Machtstrukturen die Freiheit und Individualität von Frauen untergraben. Die Mädchen werden mit 11 Jahren in die Arbeitslager gesperrt und sobald sie die Pubertät hinter sich lassen, werden sie verheiratet um Kinder zu gebären und so der Gesellschaft zu dienen. Da das Buch aus der Perspektive eines Mädchens geschildert wird, fehlt für mich ein wenig der Blick auf die Jungen und Männer in dieser Gesellschaft, denn natürlich gibt es in den Lagern die „Mütter“, Aufseherinnen, die den Tagesablauf der Mädchen kontrollieren und damit also auch Teil des Machtapparates sind. Aber was geschieht mit den Jungen in dieser Dystopie, die werden ja auch verheiratet ohne Mitspracherecht, oder sie werden Soldaten, ob sie wollen oder nicht. Diese Seite der Gesellschaft fehlt mir ein wenig, ansonsten finde ich den Roman durchaus gelungen, denn er zeigt, dass die Existenz der Menschheit von der Vielfalt der Natur abhängt und diese von den Bienen, die für die Bestäubung von Pflanzen verantwortlich sind. Ihr Verschwinden führt zu einer Kettenreaktion: Hunger, Kriege, Zerstörung der Ökosysteme.Wie weit wir von einer solchen Zukunft entfernt sind, ist einen Gedanken wert.
Pressestimmen
Mehr als eine Dystopie: eine eindrucksvolle Hommage an die Kraft von Kunst, Fantasie und Geschichte.
01.09.2026
Caryl Lewis hat ein geschicktes Händchen für die Dramaturgie. Und die Figuren sind (…) stimmig und ...vielschichtig angelegt. mehr weniger
Ulf Cronenberg, 28.08.2026
Ein spannendes Buch, das einiges Nachdenken in Gang setzt.
Birgit Müller-Bardorff, 11.08.2026
Eine Dystopie über den Wert der Freiheit – und den der Natur.
06.08.2026
Das Buch liest sich schnell und einfach und stellt die richtigen Fragen. Obwohl unsere Welt mögliche...rweise untergehen wird, wenn wir nichts gegen das Bienensterben tun, so weckt dieser Roman Hoffnung, wo vielleicht sonst keiner mehr suchen würde. Wie in jedem Jugendroman fehlt es selbstverständlich nicht an den Themen Freundschaft, Pubertät und erste (queere) Liebe. mehr weniger
Theresa Krien, 01.08.2026