Drei Frauen auf einem Hof – im Kampf um Selbstbestimmung, Anerkennung und Freiheit
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Wildtriebe
Für die alte Großbäuerin Lisbeth gibt es nichts Wichtigeres als den Hof, sein Erhalt ist ihr Lebenssinn. Nie hat sie die damit verbundenen Pflichten hinterfragt.
Doch mit Schwiegertochter Marlies kommt eine neue Frau ins Haus, die keineswegs klaglos und ohne eigene Wünsche das Leben einer Bäuerin führen will. Das Kaufhaus in der nächsten Stadt wird für Marlies zum Sehnsuchtsort im Wirtschaftswunderdeutschland, arbeiten möchte sie dort, einen Jagd- und Traktorführerschein machen, das Leben soll doch mehr zu bieten haben.
Die beiden Frauen tragen fortan stille Kämpfe aus, um Haushaltsführung, um Kindererziehung. Doch eigentlich werden viel größere Dinge verhandelt: Lebensmodelle, Vorstellungen vom Frausein, vom Muttersein. Und doch ist da ein verbindendes Element: Marlies’ Tochter Joanna, die ihren ganz eigenen Weg geht und nach dem Abitur nach Uganda aufbricht …
Bibliografische Daten
3. Auflage
7 - 10 von 122 Leserstimme
Drei Frauen - drei Generationen!
Der Roman "Wildtriebe" beschreibt die Geschichte dreier Frauen und gibt damit Einblick in drei unterschiedliche Generationen. Während Lisbeth eine Großbäuerin mit Leib und Seele ist und sich ausschließlich um Haus und Hof kümmert, kann ihre Schwiegertochter Marlies sich nur schwer mit dieser konservativen Lebensweise abfinden. Sie möchte ein emanzipierteres Leben führen, einen Beruf ausüben und darüber hinaus interessiert sie sich sogar für die Jägerei. Dass es zwischen den beiden Frauen immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten kommt, ist darum sehr nachvollziehbar. Ute Mank gelingt es aber, beide Sichtweisen anschaulich darzustellen, sodass man für keine der Frauen Partei ergreifen, sondern sich durchweg in die jeweilige Situation hineinversetzen und jeweils das nötige Verständnis aufbringen kann. Dass schließlich die Enkeltochter Joanna ein besseres und wesentlich harmonischeres. Verhältnis zur Großmutter aufbauen kann und dadurch Jung und Alt voneinander lernen können, macht die Geschichte sehr besonders.
Drei Generationen von Frauen
Die Schriftstellerin Ute Mank beschreibt in ihrem Roman „Wildtriebe“ das Verhältnis einer eingeheirateten Frau und ihrer Schwiegermutter und deren Tochter. Lisbeth und ihr Mann Karl sind Großbauern. Sie arbeitet für den Hof. Ihre Gedanken gehen in die Zeit, als sie geheiratet hat und das Dorf immer auf ihren Bauch gesehen haben, ob nicht bald ein Kind kommt.Als Marlies als Schwiegertochter auf den Hof kommt, wird es schwierig, denn Marlies hat als Verkäuferin gearbeitet. Sie fühlt sich nicht angenommen, denn es wird weiter alles so gemacht, wie Lisbeth es gewohnt ist.Als Joanna geboren wird will Lisbeth auch immer gute Ratschläge geben.Das erinnerte mich an meine Freundin, deren Mutter musste auch machen was die Oma wollte. Das ist nicht besonders schön. Dann wird Joannas Zeit wieder ganz anders, sie war der Liebling der Oma, so das Marlies wieder außen vor war.Diese Geschichte ist gut nach vollziehbar und echt. Die Autorin hat das mit ruhigem Ton wunderbar hinbekommen.
Familien in der Landwirtschaft
Wildtriebe ist ein Buch über das Leben mit mehreren Generationen unter einem Dach. Familien sind an sich schon immer kompliziert, aber wenn dann alle noch mit der Landwirtschaft in Verbindung stehen, wird es noch komplizierter. Die ältere Generation ist der Meinung es müsse alles nach ihrer Wünschen weitergehen, aber nicht alles ist immer gut und richtig so wie es ist.Das müssen auch alle Beteiligten in diesem Buch feststellen. Es ist aus dem Leben einer Landwirtsfamilie geschrieben und sehr authentisch, da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen.Das Cover gefällt mir sehr gut, da es passender nicht sein könnte. Eine Pflanze hält sich auch nie an die Vorgaben von uns Menschen, sie wächst wie es ihr gefällt.Wer schon immer mal wissen wollte wie sich das Landleben auf einem Bauernhof entwickeln kann, aber nicht muss. Sollte sich dieses Buch kaufen und genießen.
Authentischer Generationenroman
In ihrem Roman „Wildtriebe“ schreibt Ute Mank über drei ganz unterschiedliche Frauen aus verschiedenen Generationen auf einem Hof: Lisbeth, die den Hof von ihren Eltern geerbt hat und seitdem führt; Marlies, Lisbeths Schwiegertochter, die eigentlich ganz andere Vorstellungen vom Leben hat und Joanna, die als Bindeglied zwischen ihrer Mutter Marlies und ihrer Großmutter Lisbeth selbstbewusst ihren eigenen Weg geht. Es geht um entgegenstehende Lebenswünsche, -ziele und deren Verwirklichung. Die drei Frauen, vor allem Lisbeth und Marlies, tragen stille Kämpfe aus und es steht viel Unausgesprochenes im Raum. Eine weitere Rolle spielen auch die Erwartungen der Gesellschaft, die unter anderem durch den Klatsch und Tratsch der Dorfbewohner sichtbar werden. Das Buch ist wunderbar geschrieben und die Charaktere sind sehr lebendig und haben Tiefe. Ich konnte mich gut in die drei Frauen hineinversetzen und deren Perspektiven, Positionen und Verhalten nachvollziehen. Auch die Thematik des Hofsterbens und der damit verbundenen Auswirkungen für die Betroffenen fand ich sehr interessant. Insgesamt ein großartiges und lesenswertes Buch!
Romantisches Landleben?
Der Roman „Wildtriebe“ von Ute Mank erzählt die Geschichte von drei Frauen aus drei Generationen, die auf dem Bethches-Hof leben. Lisbeth, die den großen Bauernhof von ihren Eltern geerbt hat, kennt nur das Leben als Bäuerin und die unglaublich viele Arbeit, die jeden Tag anfällt. Sie hinterfragt nichts und arbeitet zusammen mit ihrem Mann Karl und dem Sohn Konrad von morgens bis abends auf dem Hof. Als die emanzipierte Marlies in die Familie einheiratet, treffen zwei Welten aufeinander. Von ihr wird erwartet, möglichst bald Kinder zu bekommen, um die weitere Nachfolge zu sichern, sie dagegen möchte sich mit der Mutterrolle noch etwas Zeit lassen und erst noch ein bisschen das Leben zusammen mit Konrad genießen. Marlies versucht von Anfang an, sich auf dem Hof einzugewöhnen und es ihrer Schwiegermutter recht zu machen, doch sie vermisst die Stadt und ihre Arbeit als Verkäuferin für Damenmoden immer mehr. Mit Erlaubnis ihres Mannes geht sie wieder halbtags arbeiten, um wenigstens ein Stückchen Freiheit wiederzubekommen. Außerdem lernt sie Traktor fahren und jagen, was auf großes Unverständnis seitens ihrer Schwiegermutter stößt aber trotzdem von ihr geduldet wird. Joanna, Konrad und Marlies‘ Tochter, geht noch einen Schritt weiter Richtung Selbstverwirklichung, bricht gleich nach ihrem Abitur in Richtung Afrika auf und lässt sich die Reise auch von niemandem ausreden.Das traumhaft romantische Buchcover mit den drei unterschiedlichen Rosen passt hervorragend zum Inhalt der Geschichte. Schon allein der edle Bucheinband fühlt sich mit der erhabenen rauen, glänzenden Schrift und den Rosen unglaublich gut an. Wer allerdings ein romantisches Buch erwartet, wird enttäuscht, denn das Leben auf dem Bethches-Hof ist alles andere als romantisch. Ute Mank beschreibt sehr einfühlsam und spannend die völlig unterschiedlichen Lebensgeschichten der drei Frauen. Jede ist einzigartig, ehrlich und authentisch und die Charaktere werden sehr gut beschrieben. Manchmal habe ich mir gewünscht, dass die Frauen mehr miteinander reden, denn viele Probleme wären erst gar nicht entstanden, wenn es öfter einmal zur Aussprache gekommen wäre. Ich habe den Roman mit all seinen Höhen und Tiefen sehr gerne gelesen und kann ihn nur wärmstens weiterempfehlen. Ein wirklich gutes Romandebut von Ute Mank!
Generationenkonflikt
Der Roman „Wildtriebe“ von Ute Mank ist im dtv Verlag erschienen und erzählt die Geschichte von drei Frauen aus drei Generationen und ihrem gemeinsamen Leben auf dem „Bethches“ Hof. Da ist die Großmutter Lisbeth, die den Hof schon früh übernehmen musste, weil ihre Brüder im Krieg gefallen sind. Da ist Marlies die Schwiegertochter, die sich vom Leben auf dem Hof eingeengt fühlt und ihrer Schwiegermutter nichts Recht machen kann. Und da ist deren Tochter Joanna, die ihre ganz eigene Vorstellung vom Leben hat und immer zwischen ihrer Mutter und ihrer Großmutter steht.Der Schreibstil der Autorin hat mich gefesselt. Ganz eindrücklich schreibt Ute Mank über die Konflikte am Bethches Hof, die nie offensichtlich sondern immer im Stillen ausgetragen werden und ich konnte mir die bedrückende Atmosphäre richtig vorstellen.„Wildtriebe“ ist kein Guter-Laune-Roman sondern versprüht eine melancholische Grundstimmung und doch habe ich das Buch regelrecht verschlungen.
3 Frauen - 3 Generationen
Ein kleines Dorf, in dem man sich seit Ewigkeiten kennt. Mittendrin der Bethches-Hof, auf dem drei Generationen die Geschicke lenken. Lisbeth und Karl, die Großeltern. Ihr Sohn Konrad und Marlies, die zugezogene Städterin, die sich leidlich Mühe gibt, es ihrer strengen Schwiegermutter recht zu tun. Und Joanna, die Gymnasiastin, die hochfliegende Träume hat und von den alten Traditionen nicht viel hält. Sie ist die Erste, die es in die Ferne zieht - für ein Jahr nach Afrika, weit weg vom Hof und ihrer Familie. Für die Zurückbleibenden ist es ein Anlass, ihre eigene Geschichte zu reflektieren ...Kaum zu glauben, dass Ute Mank nach einer langen beruflichen Karriere im Gesundheitswesen hiermit ihr literarisches Debüt feiert. Das poetische Generationendrama "Wildtriebe" ist ein bäuerlicher Landroman, robust und zart zugleich, voller Leben und trotzdem einer gewissen Melancholie ergeben, die alle Seiten der Geschichte durchdringt. "Wildtriebe" ist keine oberflächliche Feel-Good-Unterhaltung, die heutzutage allzuoft die Spiegel-Bestsellerlisten dominiert, sondern schildert in präzisem Detail den oft harten Alltag einer traditionellen dörflichen Gesellschaft, deren starre Normen der vergangenen Tage sich langsam dem progressiveren Gedankengut des Hier und Jetzt öffnet. Jeder muss sich dieser Wandlung selbst auf individuelle Art und Weise stellen, und Ute Mank gelingt es hier gänzlich unaufgeregt, jeden einzelnen Charakter zu einer Veränderung zu bringen, die dennoch keinen Verrat an den eigenen, über ein Leben lang erworbenen Traditionen und Werten begeht. Damit baut sie ein tiefes Verständnis zwischen Leser*innen und Figuren auf, das sich über den Lauf der Handlung zu tiefer Zuneigung verdichtet. Für die störrische Lisbeth, für die der Hof an erster Stelle steht und Familie Pflichterfüllung und Tradition bedeutet. Für Marlies, die sich ein Leben lang angepasst hat und manchen Traum hat ziehen lassen. Und für Joanna, die jung ist und lebensfroh, und für die persönliche Freiheit an erster Stelle steht."Wildtriebe" ist ein großartig geschriebenes Romandebüt für anspruchsvolle Leser, die tief in den Seiten einer melancholischen Familiensaga versinken möchten, und gleichzeitig ein starkes Porträt dreier Frauengenerationen auf der Suche nach der Vereinbarkeit von Glück und ihrem persönlichen Platz in einer sich langsam verändernden Gesellschaft. Ein Volltreffer, der darauf hoffen lässt, schon bald mehr von Ute Mank zu lesen. Unbedingte Empfehlung!
Wildtriebe sind Störenfriede!
!ein Lesehighlight! Klappentext:„Für die alte Großbäuerin Lisbeth gibt es nichts Wichtigeres als den Hof, sein Erhalt ist ihr Lebenssinn. Nie hat sie die damit verbundenen Pflichten hinterfragt.Doch mit Schwiegertochter Marlies kommt eine neue Frau ins Haus, die keineswegs klaglos und ohne eigene Wünsche das Leben einer Bäuerin führen will. Das Kaufhaus in der nächsten Stadt wird für Marlies zum Sehnsuchtsort im Wirtschaftswunderdeutschland, arbeiten möchte sie dort, einen Jagd- und Traktorführerschein machen, das Leben soll doch mehr zu bieten haben.Die beiden Frauen tragen fortan stille Kämpfe aus, um Haushaltsführung, um Kindererziehung. Doch eigentlich werden viel größere Dinge verhandelt: Lebensmodelle, Vorstellungen vom Frausein, vom Muttersein. Und doch ist da ein verbindendes Element: Marlies’ Tochter Joanna, die ihren ganz eigenen Weg geht und nach dem Abitur nach Namibia aufbricht …“„Wildtriebe“ von Ute Mank - ein extrem leises und dennoch gewaltiges Buch mit besonderen Protagonisten, die einen einnehmen, wenn man die Dornen vorher abstreift. Wildtriebe muss man radikal bei Rosen bekämpfen. Warum? Die Hauptpflanze setzt enorm viel Energie dort hinein, Blüten werden nur spärlich gebildet, Krankheiten können sich schneller breit machen und der generelle Rest wird weniger „ernährt“. Kurzum: Wildtriebe gehören abgetrennt/abgerissen….und das nicht nur an Rosen. Wobei deren Dornen es einen manchmal sowieso schon nicht leicht machen.Was hat das alles mit dem Buch zu tun? Eine ganze Menge! Dieser kleine botanische Ausflug spiegelt im Detail auch die Protagonisten wieder. Lisbeth ist der Hauptpunkt/ die Hauptschlagader auf dem Hof und es ist ihr das Wichtigste, das es alles rund läuft - der Ton, der für die „Dame“ hier gewählt wurde, war perfekt getroffen und hätte besser nicht sein können! Mit Schwiegertochter Marlies entsteht aber eine neue Generation im Haus, ein Wildtrieb wenn man so will, und nun ist es an Lisbeth, diesen entweder zu akzeptieren oder zu „entfernen“. Als Marlies dann noch Tochter Joanna das Leben schenkt, werden es viele Wildtriebe und ein gewisser Kampf der Frauen entpuppt sich leise aber manchmal auch mit einem lauten Knall. Die Parts, die Mank hier anspricht, sind genial aus der Realität gegriffen und beleuchten auf leisen Sohlen und feinem Sinn drei Damen mit völlig unterschiedlichen Lebensansichten, Lebensweisen und Zukunftsvorstellungen. Schnell wird deutlich, welcher Konflikt sich hier auftut und wie weit er gehen könnte, wenn der Anstand sich nicht einschalten würde. Ute Mank hat hiermit ein extrem feines Gespür bewiesen Menschen zu beobachten und ihre „Unarten“ einzufangen und einen fein abgestimmten Roman mit noch ruhigerer Note verfasst, der beim „genießen“ des Inhalts explodiert, wie ein großes Feuerwerk - großartig von der ersten bis zur letzten Seite! 5 von 5 Sterne!
Ausbruch.
Angelockt durch das wunderschöne, sehr romantische Cover in grau - rosa Tönen, und den verwirrenden Titel “Wildtriebe” wurde mein Interesse an diesem Roman geweckt. Außerdem hat mich die Schwiegermutter/ Schwiegertochterproblematik angesprochen. Wildtriebe sind etwas Negatives, und der Titel soll möglicherweise den Ausbruch (Austrieb) aus dem Althergebrachten symbolisieren, denn die Großbäuerin Lisbeth hat sehr festgefügte Vorstellungen von Haushaltsführung, Frausein und Hofmanagement. Marlies, ihre Schwiegertochter hingegen, die circa in den 60er Jahren in den Hof einheiratet, versucht, aus ihrem strengen Regiment auszubrechen, indem sie auf einer Teilzeitarbeit beharrt, Treckerfahren lernt und den Jagdschein macht. Weder von Lisbeth noch von ihrem Ehemann wird sie dafür gelobt. Es wird kommentarlos akzeptiert, dass Marlies am Nachmittag sich sehr intensiv an der Stall- und Feldarbeit beteiligt.Marlies schafft es aber nicht, sich eine ebenbürtige Stufe mit ihrer Schwiegermutter zu erkämpfen. Ihre Ehe läuft freudlos, das Leben wird bestimmt durch die schwere Arbeit auf dem Hof. Amüsements wie Tanzen, Kino, Essengehen, Shoppen.... finden nicht statt.Vieles bleibt unausgesprochen, da es von Marlies akzeptiert werden muss. Eine offene Konfrontation zur Klärung aber findet nicht statt. Niemand traut sich, Wut, Frust, Ärger und Hoffnungen auszusprechen. Alles wird heruntergeschluckt und bleibt im Inneren verborgen. Ute Mank hat es sehr gut verstanden, diese Sprach- und Trostlosigkeit in halben Sätzen anzudeuten. Ihr beschreibender, gefühlvoller Schreibstil setzt diese Ausweglosigkeit sehr gut in Szene.Als Charakter erscheint mir Lisbeth am authentischsten, denn sie wurde als sehr junge Hoferbin und die schwere Kriegszeit nur zum Durchhalten und Hoferhalt gezwungen. Sie lernt aber nichts dazu, was das Zwischenmenschliche zwischen Ihr und Marlies anbelangt.Marlis erscheint mir zu unterwürfig, aber ihre einzige Tochter, Joanna, soll quasi als Stellvertreterin das erreichen, was ihr nicht möglich war. Dabei macht sie viele Erziehungsfehler, genau wie Lisbeth, denn Joanna wird sehr verwöhnt, muss nicht bei der Hofarbeit mithelfen, darf Abitur machen, ins Ausland gehen, studieren und ihren Neigungen nachkommen. Aber Johanna verhält sich ihrer Mutter gegenüber rücksichtslos und lässt sich gehen, denn zum Schluss wird sehr deutlich, dass sie sich als Hoferbin sieht, der nichts passieren kann. Sie ist, meiner Meinung nach, übertrieben gezeichnet. Ihre Entscheidungen und ihr Verhalten am Romanende sind für mich nicht nachvollziehbar, aber sie wird von Lisbeth voll unterstützt, der es, egoistisch wie sie ist, nur darum geht, dass die Blutlinie weitergeführt wird und der Hof vererbt werden kann. Daher Punkteabzug! Marlies hingegen, gibt die Situation Auftrieb und Mut für ein selbstbestimmtes Leben.Zwar enthält der Roman Längen, jedoch hat er mir gut gefallen, da ich mich in eine unbekannte Situation hineindenken musste. Er dürfte aber besonders interessant sein für Personen, die Ähnliches auf einem Bauernhof erlebt haben, denn die Atmosphäre und die Probleme auf einem Hof sind sehr eindrücklich beschrieben. 4 Punkte.
Alte Traditionen gerne bewahren
Aufmerksam geworden war ich auf dieses Buch durch das mehr als schön , detailliert und liebevoll gestaltete Cover mit zart gemalten Blüten, von dem ich ganz sicher bin, dass es auf jeden Fall dazu geführt hätte, dass ich es auch in der Buchhandlung angesehen hätte! Im Zentrum steht die ältere Bäuerin Lisbeth vom sogenannten Bethches-Hof, die Anwesen werden nach den Namen der Familien benannt, diesen Brauch kannte ich bereits aus der Heimat meines Mannes in der Eifel. Fehlenden männlichen Erben geschuldet liegt die gesamte Verantwortung für den elterlichen Hof auf unserer Protagonistin, Bethches Lisbeth, die die Hoffnung hegt, dass ihre Schwiegertochter, die ihr Sohn zur Frau nimmt, eine Hilfe sein wird. Eine Hilfe in Haus und Hof bei der unsäglich vielen Arbeit. Doch Marlies, eben einer anderen viel moderneren Generation angehörend, erfüllt das traditionelle Rollenbild nicht, sondern möchte, als unweiblich angesehen, nicht nur in der Stadt arbeiten gehen, statt in der Landwirtschaft zu schuften. Außerdem Neues ausprobieren, etwa einen Jagd- und Traktorenschein machen, Fertigkeiten, die bisher eine Männerdomäne waren. Die beiden Frauen liefern sich stille Kämpfe, weniger durch laute Worte oder Diskussionen, denn durch leise spitze Bemerkungen und böse Blicke. Auch nach der Geburt von Enkelin Joanna wird all dies nicht besser, denn auch die unterschiedliche Kindererziehung stellt einen erheblichen Streitpunkt dar. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm. Ich mochte die unaufgeregte leise Art und die Zwischentöne, mit der die Autorin die einerseits engstirnige, andererseits durch vorgegebene Traditionen und Strukturen Geborgenheit gebende Dorfgemeinschaft schildert. Klatsch und Tratsch, der sich schwer tut mit jedem uns allem abseits der Norm, aber auch sich aufeinander verlassen können, all das kennzeichnet die Menschen auf ihren Höfen. Ich konnte Marlies verstehen, dass sie sich mit all dem schwer getan hat, aber ich hatte durchaus auch große Sympathie für die alte Lisbeth, die durch das Beharren auf alt eingefahrenen Rollenbildern das Bewährte erhalten möchte. Ich glaube, dass uns allen ein "Stück Lisbeth", ein sich Abfinden mit dem zugewiesenen Platz in der Gesellschaft manchmal gar nicht schlecht täte. Ute Mank zeichnet ihre Charaktere und deren innere Dialoge auf eine extrem empathische Art, man flog als Leser nur so über die Seiten hinweg und war allen handelnden Personen trotz ihrer Unterschiedlichkeit extrem und gleich nah. Für mich ein sehr gekonntes und gelungenes Gesellschafts- und Personenportrait, und eine absolute Leseempfehlung!
Pressestimmen
Tradition, Rebellion, Rückbesinnung: An Bäuerin Lisbeth, Schwiegertocher Marlies und Enkelin Joanna ...zeigt Mank in ihrem Debüt den Wandel von Lebensentwürfen und Frauenbildern. Mitreißend. mehr weniger
06.09.2021
Ute Mank weiß aus eigenem Erleben, wie sehr ›Wildtriebe‹ auf einem hessischen Dorf beäugt werden – u...nd widmet ihr einfühlsames Debüt einem Drei-Frauen-Haus, in dem fast geräuschlos Fragen von Emanzipation verhandelt werden. mehr weniger
22.07.2021
Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Ute Mank in ihrem beeindruckenden Debüt ›Wildtriebe‹ die F...rauen aus drei Generationen mit ihren Ecken und Kanten, ihren Geheimnissen und Lieben. mehr weniger
22.07.2021
Ute Mank beschreibt das Leben auf einem hessischen Bauernhof mit kenntnisreichem Blick.
Meike Schnitzler, 01.07.2021
›Wildtriebe‹ ist ein starker Roman über die Sehnsucht nach Freiheit und Anerkennung, über Mut und sp...äte Erkenntnisse. mehr weniger
Ein sehr besonderer Generationenroman, der berührt und in dessen Figuren man sich ganz wunderbar ver...lieren kann. mehr weniger
Jaqueline Lenz, 08.12.2021
Ein bemerkenswertes Romandebüt!
11.11.2021
Eine tolle Lektüre – ein Lesevergnügen der Extraklasse.
Sonja Werkowski, 12.10.2021
Ein sehr lesenswertes Generationen-Porträt!
Carolin Federl, 08.09.2021
Ute Mank macht aus dem „einfachen“ Leben auf einem Bauernhof eine absolut ansprechende literarische ...Geschichte! mehr weniger
Alex Dengler, 30.08.2021
Ein leiser, gerade deshalb so emotionaler Generationenroman, der den Titel zu Recht trägt. Lesen!
24.08.2021
Drinnen schön, draußen schön, braucht jedes Haus, dieses Buch!
Ulrike Katrin Peters, 15.08.2021