Alena Schröder erzählt, was in ihrem gefeierten Debütroman ›Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid‹ im Dunkeln blieb.
14,00 €
(0,00 € / )
lieferbar
- Versandkostenfreiin Deutschland
- Schneller VersandLieferung 3-5 Werktage
- Sichere ZahlungSSL-verschlüsselt
Bei euch ist es immer so unheimlich still
Ildingen, 1950er Jahre. Evelyn Borowski hat alles, was sie sich je erträumt hat: Ein Eigenheim mit Garten, einen fürsorglichen Mann und das lang erwartete Töchterchen Silvia. Trotzdem ist sie nicht glücklich: Sie vermisst ihren Beruf als Ärztin und fühlt sich fremd und allein in dieser süddeutschen Kleinstadt. Betti, Ihre Freundin und Schwägerin, ist unverheiratet und kümmert sich deshalb um die Eltern. Mit losem Mundwerk und rasantem Fahrstil sorgt sie für reichlich Ärger.
Ein außergewöhnlicher Familienroman, der einen Bogen von der Nachkriegszeit bis zur Wende spannt.
1989, in Berlin liegt Aufbruch in der Luft. Silvia Borowski aber macht einen Schritt zurück. In einem geklauten Polo fährt sie Hals über Kopf Richtung Süden. Neben ihr die erst wenige Wochen alte Tochter Hannah. Was erwartet sie in ihrem Heimatort, aus dem Silvia vor vielen Jahren überstürzt geflohen ist? Ist sie stark genug, sich der Vergangenheit zu stellen?
Eine berührende Mutter-Tochter-Geschichte, die von der Last jahrzehntelangen Schweigens erzählt, und von dem Mut, es zu brechen.
»Auf dem IIldinger Friedhof hinter der gotischen Kirche aus hellem Sandstein ging Silvia die sauber geharkten Kiesreihen ab. Am Familiengrab der Borowskis setzte ihr Herzschlag einen Moment aus, als ihr auffiel, dass ein Stein fehlte. Ein Stein, der eine Frage beantwortet hätte, die sie nie gestellt hatte, weil sie sicher war, die Antwort zu kennen. Es gab keinen Stein für Tante Betti.« Wer Alena Schröder liest, begreift, nicht nur Aufbruch kostet Mut, sondern auch Heimkehr.
Jetzt erzählt die Autorin, was in ihrem gefeierten Bestsellerroman ›Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid‹ im Dunklen blieb.
- »Alena Schröder hat eine dichte, emotionale Geschichte gewoben, genauso spannend wie zum Nachdenken anregend.« Donna
- »Ein Starker Familienroman, in dem es auch darum geht, wie Frauen aller Generationen mit dem Muttersein hadern.« Freundin
- »Atmosphärisch dicht, die Rückblenden so mitreißend wie Babylon Berlin.« flow
- »Hoppla, Alena Schröder ist eine echte Entdeckung.« Denis Scheck, ARD Druckfrisch
Bibliografische Daten
5. Auflage
Alena Schröder
Alena Schröder, geboren 1979, arbeitet als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie hat Geschichte, Politikwissenschaft und Lateinamerikanistik in Berlin und San Diego studiert und die Henri-Nannen-Schule besucht. Nach einigen Jahren in der ›Brigitte‹-Redaktion arbeitet sie heute frei u.a. als ›Brigitte‹-Kolumnistin. Gemeinsam mit Till Raether spricht sie in ihrem Podcast »sexy und bodenständig« über das Schreiben.
6 - 10 von 163 Leserstimme
Ich bin genau wie sie
„Ich bin genau wie sie“ ist die Zusammenfassung eines schmerzvollen Annäherungsversuchs der pensionierten Ärztin Evelyn an die Vergangenheit. Sie konnte kein vertrautes Verhältnis zu ihrer Mutter aufbauen, und genau so erging es ihr mit ihrer eigenen Tochter. Als diese Tochter Silvia samt Enkeltochter Hannah plötzlich vor ihrer Tür steht, beginnt ein Versuch des gegenseitigen Kennenlernens. Die Autorin verknüpft meisterhaft Gegenwart und Vergangenheit und baut so ein Haus, in dessen Fenster man schauen und die Bewohner kennenlernen kann. Jede Person wird durch ihr Handeln facettenreich beschrieben, die Charaktere sind vielfältig, die Handlungen immer nachvollziehbar. Es wird ein stimmiges Bild der 50er und der Ende 80er Jahre erzeugt.Insgesamt ein Roman, der sich flüssig lesen lässt und der sich dem ernsten Thema des Schweigens unterhaltsam annähert. Begeisterung pur!
Familiengeschichte
Nach jahrelanger Sendepause macht sich Silvia auf in die Heimat. Zwischenzeitlich sie Mutter geworden. Doch der Vater möchte vom Kind nichts wissen und auch ihr Hausbesetzerleben in der DDR schien plötzlich unpassend. Sie schnappt sich das Auto ihres Mitbewohner und fährt. Fährt bis ins schwäbische Ildingen.Ihre Mutter Evelyn nimmt sie tatsächlich mit offenen Armen auf. Doch vieles bleibt ungesagt. Alte Abgründe und Probleme tun sich auf und dennoch tut beiden die Gegenwart des anderen gut. Ein verarbeiten beginnt. Ich bin beeindruckt wie bildlich mir hier die Geschichte dieser Familie geschildert wird. Das dörfliche Leben, die Ablehnung. Die Rolle der Frau und wie Evelyn gefangen zwischen dieser und die ihres Beruf ist. Vieles ist mir selbst vertraut, anderes sehr gut nachzuvollziehen. Auch wenn mir die ältere Evelyn in ihrer Art recht unfreundlich erschien, konnte ich mit der jüngeren Version von ihr mit empfinden und durch ihrer Vergangenheit erklärt sich auch ihr heutiges Verhalten. Silvia ist so ganz anders als ihre Mutter, und auch ihr Charakter gefällt mir sehr gut. Es ist schön zu lesen, wie beide Frauen sich während der Handlung weiter entwickeln und alte Wunden sich beginnen zu schließen. Ein tolles Buch, das ich nur empfehlen kann! Es verbirgt sich zwischen den Buchrücken so viel mehr als Titel und Buchbeschreibung erahnen lassen.
tolles Buch
Die Autorin Alena Schröder hat mit ihrem zweiten Buch wieder einen sehr überzeugenden Roman vorgelegt. Schon ihr erstes Buch " Junge Frau, Am Fenster stehend,....." hatte mir ausgesprochen gut gefallen.Im neuen Buch treffen wir wieder auf einige schon bekannte Personen; Evelyn als Großmutter, Sylvia als Tochter und Hannah , diesmal jedoch noch als Säugling. Vom zeitlichen Ablauf her spielt diese Erzählung sozusagen in der Zwischenzeit im Bezug auf das erste Buch. Beide Bücher sind jedoch, auch ohne das andere zu kennen, gut verständlich.Die Handlung spielt wieder in zwei verschieden Zeitebenen, sodass wir die Personen aus unterschiedlichen Perspektiven kennen und verstehen lernen.Als die enttäuschte Sylvia samt unehelichem Säugling aus dem quirligen Berlin aufs Land zu ihrer unnahbaren und steifen Mutter zurück aufs Land flüchtet, sind die Komplikationen vorhersehbar. Die Autorin beschreibt überzeugend wie sich die beiden ziemlich sprachlosen Frauen einander annähern und schließlich zueienander finden. Starke Charaktere prägen die Handlung, ein flotter und schnörkelloser Schreibstil erlaubt flüssiges Lesen.Ein toller Familienroman, der zu Recht seinen Platz auf den Bestsellerlisten schon gefunden hat.
Stark erzählte Familiengeschichte
Wir schreiben das Jahr 1989, kurz vor der Wende in Berlin verlässt Silvia Borowski mit ihrer nur wenige Wochen alten Tochter Hannah Berlin in Richtung ihrer Heimat, ins schwäbische Dörfchen Ildingen. Viele Jahre ist es her, dass sie Hals über Kopf fortging und sie hat keine Ahnung, wie ihre Mutter Evelyn auf sie reagieren wird. Diese jedoch nimmt Silvia und Hannah einfach auf, ohne groß Fragen zu stellen. Denn seit dem Tod ihres Mannes Karl ist Evelyn einsam. Denn auch wenn sie seit den fünfziger Jahren hier lebt, gilt sie immer noch als Hinzugezogene.Bei euch ist es immer so unheimlich still ist ein Familienroman, der aus wechselnden Perspektiven zwischen Mutter Evelyn und Tochter Silvia Borowski auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass diese Geschichte im Bezug zu Alena Schröders erstem Buch – Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid, steht. Allerdings kann man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen. Der Einstieg in den Roman fällt leicht, denn Alena Schröder hat einen absolut flüssigen Schreibstil, dabei gelingt es ihr sehr gut Gefühle zu transportieren, ohne viel zu schreiben oder zu sagen. Der Titel des Buches ist hier nämlich Programm, denn den Charakteren fällt es so unheimlich schwer, miteinander über wichtige Themen zu sprechen. Oft hat man den Eindruck, sie leben stoisch nebeneinander her, dabei hätten sie sich unheimlich viel zu sagen.Was mir besonders gut gefallen hat, sind die zwei Zeitebenen, denn die Vergangenheit lässt in der Gegenwart so manches verständlicher erscheinen. Evelyn stammt aus dem Osten und ist nach Baden-Württemberg gezogen und lernt hier Karl, den Bruder ihrer Freundin Betti kennen. Genauso wie Evelyn studiert er Medizin, doch als Tochter Silvia geboren wird, bleibt Evelyn zu Hause. Doch die Hausfrau und Mutterrolle fällt ihr schwer und die kleine Silvia kann es ihr nie rechtmachen und leider zeigt sie ihr das auch. Kein Wunder also, dass Silvia gleich die erste Gelegenheit ausnutzt, um fortzulaufen und den Kontakt über viele Jahre weitestgehend abzubrechen.Doch auch wenn Evelyn auf den ersten Blick kalt und hartherzig wirkt, steckt auch hinter ihrer Geschichte mehr. Beide Frauen müssen lernen, aufeinander zuzugehen, sich gegenseitig Fehler einzugestehen und ein Gespräch zu suchen. Natürlich gestaltet sich das nicht immer als leicht und es dauert eine ganze Weile, bis sie sich annähern, aber die Autorin bringt all das so gut rüber, dass man wirklich die Handlungen ihrer Charaktere nachempfinden kann.Die Geschichte lebt allerdings nicht nur von den Protagonistinnen, sondern auch von den Nebencharakteren, die ebenfalls nötigen Raum erhalten und klar vorstellbar werden. So hat man das Gefühl, Nachbarssohn Rüdiger mit seinem Walkman in der Werkstatt zu beobachten oder Monika im roten Minikleid auf der Tanzfläche stehen zu sehen. Man hat hier durchaus das Gefühl, dass man den kleinen Ort Ildingen mit all seinen Bewohnern direkt vor sich sieht. Spannend ist hier auch, die Darstellung rund um das Gerede im Ort, dem einen ist es egal, der andere versucht alles, um nach außen perfekt zu wirken. Ganz genau so ist es halt auch einfach im wahren Leben.Was mir übrigens richtig gut gefallen hat, war nicht nur die Atmosphäre des Ortes, sondern auch die kleinen Anmerkungen der Autorin bezüglich Fernsehsendungen oder Musik aus der Zeit. Dadurch wurde das Geschehen einfach nochmal lebendiger. Mein Fazit: bei diesem Buch ist der Titel einfach Programm, denn Alena Schröder gelingt es unheimlich gut, ihre Charaktere ins rechte Licht zu setzen. Man spürt die Probleme der einzelnen und kann sie einfach nachvollziehen. Sie trifft nicht nur den Zeitgeist der Geschichte, sondern schafft auch eine besondere Atmosphäre. Ein toller Familienroman, der absolut lesenswert ist.
Etwas wenig Handlung
In dem Buch passiert eigentlich ziemlich viel...nix. Das macht es nicht unbedingt zu einem schlechten Buch, es liest sich z.B. sehr angenehm und ich hab die 300 Seiten an einem Tag gelesen, was auch dafür spricht, dass es einen bei der Stange hält. Aber wenn man dann darüber nachdenkt, was eigentlich passiert, dann gibt es eben nicht so viel Handlung und das muss man mögen. Als Ostkind fand ich das Setting Westberlin und Westdeutschland kurz vor der Wende spannend und hätte gerne auch noch mehr darüber erfahren, insbesondere dann mit Hinblick auf die tatsächlich eintretende Wende und den Mauerfall. Einige Figuren blieben leider extrem klischeehaft, der ewig bei seiner Mutter im Dorf wohnende Automechaniker, die Multilevelmarkerting-Mutti, die karriereorientierte kühle Ärztin, die für ihren Job ihre Familie hinten runter fallen lässt. Ich habe außerdem immer noch keinen guten Weg gefunden, wie man bei Literatur mit Triggerwarnungen umgeht ohne zu spoilern, aber auch damit hätte sich das Buch bzw. der Verlag auseinander setzen müssen.
Große Alena-Schröder-Liebe!
Alena Schröders Debüt-Roman “Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid” war im letzten Jahr mein absolutes Lieblingsbuch. Wievielen Menschen ich das Buch schon empfohlen habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Als dann die Ankündigung zu “Bei euch ist es immer so unheimlich still” kam, war klar: Das ist die Neuerscheinung, auf die ich mich in diesem Jahr am meisten freue! Ich gebe aber zu: ein kleines bisschen Angst hatte ich davor, dieses Buch zu lesen, zu oft schon war ich von einem Buch begeistert und der Nachfolger konnte an diese Begeisterung nicht anknüpfen. Hier war die Sorge allerdings unbegründet, Alena Schröder hat mich wieder komplett abgeholt, ich habe es doll geliebt - auch wenn das Buch nicht gaaaaaanz an “Junge Frau…” hereingereicht hat. Das lag aber auch dran, dass “Junge Frau…” von der Handlung her einen stärkeren Spannungsbogen besitzt, wie “Bei euch…”. Was Alena Schröder aber einfach so gut kann, wie kaum jemand anderes: Zum einen liebenswerte, interessante und multidimensionale Charaktere schreiben und zum anderen mehrere Handlungs- und Zeitstränge miteinander verknüpfen. Hoffe auf ganz schnellen Alena-Schröder-Nachschub, werde auf jeden Fall alles lesen, was sie veröffentlicht, und wenn es nur ihr Einkaufszettel ist #ultra <3
Spannende Familiengeschichte
Da ich vor kurzem erst das Buch „Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ von derselben Autorin gelesen habe, hatte ich totale Vorfreude dieses Buch zu lesen. Vor allem, da es hier um die Vorgeschichte von ausgewählten Protagonisten geht. Dadurch ergibt sich insgesamt für mich ein noch dichteres Bild und das Eintauchen in die Geschichte war für mich von Anfang an problemlos. Trotzdem könnte man auch „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ unabhängig ob man das Vorgängerbuch bereits kennt oder nicht lesen, da das Buch einfach für sich steht. Man kommt sehr schnell in die Geschichte rein und fiebert mit. Die Zeitsprünge zwischen dem Jahr 1989 und den Rückblenden in die 1950er Jahre sind sehr abwechslungsreich und man möchte immer mehr erfahren, weswegen ich sehr schnell durch das Buch geflogen bin. Da es sich um eine Familiengeschichte handelt, in der die fehlende Kommunikation, unterschiedliche Perspektiven und Ebenen und weiteres herausgestellt werden, kann man gut mit den Personen mitfühlen.
Sprachlosigkeit zwischen Mutter und Tochter
Als alleinerziehende Mutter in einer chaotischen Berlin Wohngemeinschaft fühlt sich die 33-jährige Silvia Borowski nicht mehr wohl. Sie packt ihr Baby Hannah in das entwendete Auto ihres Mitbewohners und fährt, nach vielen Jahren Abwesenheit, zu ihrer Mutter Evelyn in die schwäbische Kleinstadt Ildingen. Wir erleben die Fahrt im Sommer 1989 über die Transitstrecke mit all ihren Schwierigkeiten. Zuhause findet sie eine verwahrloste Mutter und Wohnung vor. Ausgerechnet ihre Mutter, die immer Wert auf ihr Äußeres und darauf, was die Leute sagen, gelegt hat. Sie selbst hatte nie ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter, kann es nun durch die kleine Enkelin besser werden?Neben der Handlung aus dem Jahr 1989 gibt es immer wieder Rückblenden in die 1950er Jahre, als Evelyn mit ihrem abgeschlossenen Medizinstudium in Ildingen Fuß fassen wollte. Karl, ihr Mann war ebenfalls Arzt und selbstverständlich wurde er immer bevorzugt. Als Silvia zur Welt kam war ein weiteres arbeiten im Krankenhaus für Evelyn unmöglich und obwohl sie ihre Tochter liebte, war sie ihr auch eine Last. Der Arzthaushalt war immer von Ruhe geprägt, erfolgreich zu sein wurde auch von der lernschwachen Silvia erwartet, die den Tag lieber träumend verbrachte oder bei der Nachbarsfamilie, die arm und kinderreich war, bei denen jedoch immer ein Platz für sie war. Nun, 1989, wird es endlich Zeit für eine Aussprache.Die Handlung ist lebhaft und spannend, die Personen so gut beschrieben, dass man sich in jede hineinversetzen kann, es gibt kein schwarz-weiß, alles hat zwei Seiten. Es werden Ereignisse erzählt, die man selbst so oder ähnlich auch hätte erleben können.
Familienverhältnisse
" Bei euch ist es immer so unheimlich still ", ist die Vorgeschichte zu Alena Schröders Roman " Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid ".Das Cover ist schön gestaltet, erinnert an den Erstlingsroman.Alena Schröder hat eine ganz besondere Art, ihre Protagonisten differenziert und liebevoll zu beschreiben. Die Geschichte wirkt authentisch und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. In verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven werden die Handlungsstränge erörtert und schnell wird klar, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt um zu verstehen, was in der Vergangenheit geschah.Evelyn findet nach dem Krieg Aufnahme in der gutbürgerlichen Familie ihrer Freundin, heiratet deren Bruder, beendet ihr Medizinstudium und bekommt Silvia, die Tochter, die das Glück komplett machen sollte. Aber Evelyn findet keine Erfüllung als Hausfrau und Mutter, das Verhältnis zu ihrer Tochter ist unterkühlt und angespannt. Nach Jahren im Internat flüchtet Silvia nach Westberlin und lebt dort in einer alternativen WG, bis sie selbst Mutter wird. Ohne emotionale und finanzielle Unterstützung kommt sie schnell an ihre Grenzen und wagt die Rückkehr in den spießigen, provinziellen Ort ihrer Kindheit. Ohne Hast wird die Annäherung an die Mutter und die Rolle der kleinen Hannah erzählt.Am Ende wird nicht alles gut, aber hoffnungsvoll.Unbedingte Leseempfehlung!
Schöner Roman einer Familiengeschichte
Als ich gesehen habe, dass es einen neuen Roman von Alena Schröder gibt, musste ich sofort zugreifen, da ich bereits ihren Vorgängerroman "Junge Frau, am Fenster stehend, blaues Kleid" sehr gerne gelesen. Positiv ist dabei auf jeden Fall zu bemerken, dass die Covergestaltung dieses neuen Romans sehr an den ersten erinnert, sodass man die Handschrift der Autorin auch bereits dort schon erkennt. "Bei euch ist es immer so unheimlich still" knüpft inhaltlich aber nicht an den anderen Roman an und steht für sich.Die gesamte Handlung dreht sich um eine Mutter (Evelyn) und ihre Tochter (Silvia), deren Leben aus verschiedenen Zeitperspektiven, abwechselnd nach Kapiteln, erzählt wird.Man lernt so das aktuelle Verhältnis kennen und erfährt im anderen Handlungsstrang die Hintergründe bzw. wie es zur aktuellen Situation gekommen ist.Zur Handlung möchte ich gar nicht mehr verraten außer, dass auf den Leser auf jeden Fall einige Überraschungen warten. Der Schreibstil ist mitreißend geschrieben, sodass man gespannt der Handlung folgt und sich mitten in der Geschichte fühlt. Dabei sind die Charaktere so gut gezeichnet, dass man sie sich wahrlich bildlich vorstellen kann.