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1.700 Kilometer – Lachen, Tränen, Wut und Liebe

Das Verhalten ziemlich normaler Menschen

Asher Hunter will Rache. Er will sich an dem Mann rächen, der betrunken seine Mutter totgefahren hat und vor Gericht durch einen Formfehler ungestraft davongekommen ist. Asher besucht gleich mehrere Trauergruppen, und er findet dort unerwartet Freunde: Da sind Sloane und Will, die etwa so alt sind wie er, und da ist der 80-jährige Henry. Sie alle verbindet, dass sie ihren liebsten Menschen verloren haben. Gemeinsam begeben sie sich auf einen Roadtrip von New Jersey nach Memphis, Tennessee. Was Asher den anderen verschweigt: Er will dort den Mörder seiner Mutter töten. Tausende Kilometer, jede Menge Caesar Salads und einen filmreifen Kuss später steht er vor der Entscheidung seines Lebens. Und wählt: das Leben.

Bibliografische Daten

EUR 16,00 [DE] – EUR 16,50 [AT]
ISBN : 978-3-423-65040-3
Erscheinungsdatum: 17.10.2024
2. Auflage
352 Seiten
Format : 13,6 x 21,0 cm
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Englischen von Ute Mihr
Lesealter ab 14
Autor*innenporträt

K. J. Reilly

 K. J. Reilly schloss ihr Psychologiestudium an der Boston University mit einem BA ab und ging dann nach New York, um in den Marktforschungsabteilungen mehrerer der größten Werbeagenturen der Welt zu arbeiten. Sie liebt Lesen, Schreiben, Hunde, Segelboote, Radfahren, Kinder in allen Formen und Größen und den Anbau eigener Lebensmittel. 
KJReillyAuthor.com 
Instagram
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Übersetzer*innenporträt

Ute Mihr

Ute Mihr, geboren 1959, studierte Anglistik, Slavistik und Philosophie in Tübingen, St. Paul/Minneapolis und Moskau. Sie leitete eine Agentur für literarische Übersetzungen und übersetzt selbst unter anderem die Bücher von Michael G. Bauer, Eoin Colfer, Neal Shusterman und Gary Paulsen. Ute Mihr lebt in Tübingen.

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121 von 121 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.57 von 5 Sternen


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2 - 10 von 121 Leserstimme

lisbethsalander am 02.01.2025 10:01 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Unterhaltsam und gleichzeitig sehr berührend

An "Das Verhalten ziemlich normaler Menschen" von K.J. Reilly hatte ich zugegebenermaßen gar nicht so hohe Erwartungen, da mir der Name der Autorin bisher gar nichts sagte. Um so mehr war ich überrascht, dass ich von der ersten Seite an sofort gepackt war und gleich in der Geschichte dran. Zum einen lag das natürlich am tollen, flüssigen Schreibstil, aber auch die einzelnen Charaktere sind so authentisch skizziert, dass man meint, jeden einzelnen bereits zu kennen. Die Situation des Protagonisten Asher, eines Jungen, der durch einen Unfall seine Mutter verloren hat, ist von der Autorin so empathisch und berührend, jedoch nie kitschig, sondern sogar mit einem stellenweise humorvollen Ton zwischen den Zeilen geschrieben, dass die Lektüre extrem leicht fällt, auch wenn das Thema eigentlich ein trauriges ist. Das Buch lässt sich nur schwer aus der Hand legen und bekommt deshalb von mir die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung! Das liebevoll gestaltete Cover, das mich ebenfalls sehr angesprochen hat, tat sein Übriges. Die Autorin werde ich auf jeden Fall im Auge behalten!

wusl am 01.01.2025 17:01 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Leseempfehlung

Durch Zufall und vorablesen bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Und Cover und Klappentext haben mich sehr angesprochen auch wenn das Thema manchem vielleicht zu depressiv vorkommt. So sind die Hauptpersonen dieses Romans allesamt mehr oder weniger vom Leben gebeutelt, haben große Schicksalsschläge und Verluste erlitten und suchen in einer Therapie Halt und Heilung unter Gleichgesinnten.Auch wenn das vielleicht etwas schräg klingt, so mag ich doch Figuren, die sich aus einer schweren Krise versuchen herauszukämpfen. Und wenn sie das Schaffen natürlich. Dieses Buch hier erfüllt im besten Sinne alle von mir gewünschten Kriterien.Die Darsteller sind glaubwürdig, liebenswert und machen eine Entwicklung durch. Die Dialoge sind sehr klug und realistisch. Der Plot hat ein paar Überraschungen auf vor allem auch ein positives Ende.Ein Buch, dass ich wärmstens empfehlen möchte.

tinstamp am 22.12.2024 10:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Roadtrip zur Selbstfindung

Der 17jährige Asher hat seine Mutter vor zwölf Monate, drei Wochen und einem Tag verloren. Sie wurde bei einem Autounfall getötet, als sie für ihn neue Fußballschuhe kaufen wollte. Seitdem quält ihn nicht nur die endlose Trauer, sondern auch Schuldgefühle. Der betrunkene Fahrer des Sattelschleppers, der das Auto seiner Mutter gerammt und zertrümmert hat, wurde vom Gericht frei gesprochen, was Asher nur umso wütender macht. Die Trauer frisst ihn auf und es erscheint ihm unmöglich in den normalen Alltag zurückzukehren. Zurück blieben außerdem sein Vater und die vierjährige Schwester Chloe. Trotzdem fühlt sich Asher alleine und die Angst, dass seiner kleinen Schwester etwas passieren könnte, wächst umso mehr. Das Urvertrauen, dass man ewig lebt, ist verschwunden und wird durch Angst ersetzt. Ashers Vater schickt ihn deshalb in eine Trauergruppe. Asher landet jedoch in einer Seniorengruppe. Dort lernt er Henry kennen, der seine Frau verloren hat und ebenfalls nicht wieder ins Leben zurückfindet. Zusätzlich schließt sich Asher einer zweiten Trauergruppe in seinem Alter an. Dort trifft er auf Sloane, die ihren Vater an den Krebs verloren hat und Will, dessen kleiner Bruder ebenfalls am Krebs verstorben ist. Asher schmiedet den Plan, sich an den Fahrer des Sattelschleppers zu rächen und ihn zu töten. Er plant eine Reise nach Memphis und wird von Henry, Sloane und Will begleitet, die keine Ahnung haben, was Asher vor hat. Und so begeben sich die vier, gemeinsam mit der Urne von Henrys Frau Evelyne, auf einen Roadtrip quer durch die USA....Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn Probleme hatte in die Geschichte zu kommen. Die Sätze sind teilweise sehr lang und es gibt sehr viele Wiederholungen. Manche dienen aber auch dazu Ashers Trauer wirklich begreiflich zu machen. Wir bekommen seine Gedanken schonungslos vorgesetzt und sind immer dabei, wenn er zur Trauertherapie geht. Mich zog die Handlung jedoch richtig hinab, bis etwas Humor in die Geschichte kommt, als der Roadtrip beginnt. Bis dahin spürt man allerdings keinerlei Optimismus und versinkt in die schier endlose Trauer von Asher und seinen Freunden.„Akzeptiere, dass das Leben nur rückwärts verstanden werden kann, leben muss man es aber vorwärts.“ (S. 333, frei nach Søren Kierkegaard)Dabei gelingt es aber der Autorin wahnsinnig gut, diese Verzweiflung darzustellen. In jugendlicher Sprache und mit der Aussage, dass jeder anders trauert und alles erlaubt ist, gibt sie ihren Lesern Hoffnung, denn jede Trauer ist individuell. Sie hat kein Ablaufdatum, sondern verändert sich.Der Vergleich von trauernden Menschen mit einem Löwenzahn, der sich einen Riss durch den Beton sucht und langsam ans Licht findet, während andere unter dem Beton vergraben bleiben, fand ich großartig und berührend. Als der eigentliche Roadtrip beginnt, schlägt die Stimmung etwas um. Die lange Reise lässt die Vier zusammenwachsen und einen Weg aus der Trauer finden. Dies geht eher langsam vonstatten, ist aber sehr authentisch dargestellt. Dabei muss man das eine oder andere Mal auch richtig schmunzeln.Nur zum Ende hin, fand ich die Geschichte dann doch etwas zu überspitzt. Der Roman hat Jugendliche als Zielpublikum, ist jedoch auch für Erwachsene sehr gut geeignet. Denn irgendwann kommt jeder zu diesem Punkt, wo er einen geliebten Menschen verliert.Fazit:Ein hochemotionaler Jugendroman, der aber auch für Erwachsene gut geeignet ist und viel über Trauerbewältigung erzählt. Denn diese ist individuell und hat kein fixes Ablaufdatum.

nil am 19.12.2024 12:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Tod bringt Wut

K.J. Reillys Das Verhalten ziemlich normaler Menschen ist ein Roman, der in seiner Mischung aus Trauer, Wut, Hoffnung und Humor eindrucksvoll berührt. Ein Roman, der genau das richtige ist für Jugendliche und hier super für Jungs ab 14 Jahren, die sich ohnehin einigeln und abkapseln.Es geht um Asher Hunter und seine Wut, denn seine Mutter wurde durch einen Betrunkenen überfahren. Seine Wut ist unermesslich, denn nicht mal eine Strafe muss der Mann absitzen durch ein Verfahrensfehler! Diese tiefen Wut, die Asher antreibt und ihn wie einen Gefangenen seiner eigenen Gedankenwelt erscheinen lässt, ist sein Feuer. Doch auf dem Weg zur Rache wird aus Ashers Plan ein Roadtrip, der alles verändert. Denn er geht zu einer Trauergruppen, um seinen Schmerz zu verarbeiten, dort trifft er auf eine ungewöhnliche Gruppe von Wegbegleitern. Sloane und Will, zwei Jugendliche, die selbst Verluste erlitten haben, sowie der 80-jährige Henry, witzig und mit Lebenserfahrung ausgestattet. Diese Gruppe nimmt eine besondere Rolle ein, denn sie geben Asher: Gemeinschaft und Verständnis.Der Roadtrip von New Jersey nach Memphis wird zu einer Reise, die weit über geographische Kilometer hinausgeht. K.J. Reilly erzählt von tiefen Gesprächen, albernen Momenten und den kleinen Dingen, die den Schmerz für einen Augenblick erträglicher machen – wie unzählige Caesar Salads und ein filmreifer Kuss. Die Dynamik zwischen den Charakteren ist herzerwärmend und lebendig. Sie streiten, lachen, unterstützen sich und geben einander das, was jede:r von ihnen braucht, um den eigenen Verlust zu bewältigen.Was die Geschichte so besonders macht, ist, wie sie die Wut und Trauer, die Asher antreiben, glaubhaft und greifbar darstellt. Seine Gedanken, die oft zwischen Rachegelüsten und dem Wunsch nach Frieden schwanken, sind nachvollziehbar und tief menschlich. Der Roman zeigt, wie Schmerz und Verlust Menschen verändern können, aber auch, wie Beziehungen und Hoffnung sie wieder zurück ins Leben bringen.Das Alter ab 14 Jahre laut Verlag passt gut und ist wirklich ein tolles Buch für dieses Alter, in dem so viel aus den Fugen gerät, auch wenn es (zum Glück!) oft sehr viel weniger dramatisch ist wie in dieser Geschichte. Das Verhalten ziemlich normaler Menschen ist eine bewegende Geschichte über Verlust, Wut und die Kraft von Freundschaft. K.J. Reilly schafft es, schwere Themen mit einer feinen Prise Humor und viel Mitgefühl zu erzählen. Der Roadtrip ist eine Metapher für das Leben: chaotisch, unvorhersehbar, aber voller Möglichkeiten, zu wachsen und sich selbst zu finden.Ein herzerwärmender Roman, der nachdenklich stimmt und zeigt, dass selbst in den dunkelsten Momenten Hoffnung zu finden ist.

lamen am 10.12.2024 10:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Berührende Trauerbewältigung

In "Das Verhalten ziemlich normaler Menschen" schafft die Autorin es auf berührende Art und Weise sich dem schweren Thema, den Tod eines geliebten Menschen zu näheren und mit einem hoffnungsvollen Ende abzuschließen.Vier ungleiche Mitglieder einer Trauergruppe eines Krankenhauses beschließen, einen Road Trip nach Memphis zu machen.Geschrieben ist der Roman aus Sicht einer dieser, und zwar aus der Sicht von Asher in Form eines Bewusstseinsstroms, wodurch man direkt mit Ashers Gedanken- und Gefühlswelt konfrontiert wird und sich gut in ihn hineinversetzen kann.Asher will den Unfalltod seiner Mutter rächen, indem er den dafür verantwortlichen LKW-Fahrer ermorden will. Der 80-jährige Henry will Graceland besuchen, Sloane will mit einer Harley die Beale Street hinunterfahren und Will sich der Willkür des Krebses, der ihm seinen Bruder genommen hat, stellen.Auf dem Weg dorthin lernt die Gruppe, einander zu vertrauen, sich gegenseitig zu helfen und dabei den Schmerz zu überwinden, den sie erleben.Lustige und unterhaltsame Charaktere, die einem das Herz aufgehen lassen, das sind Asher, Henry, Will und Sloane.Gut gefallen hat mir im Roman vor allem die taktvolle und liebenswürdige Art und Weise, wie mit der Trauer der Charaktere, allen voran der Hauptperson Asher, umgegangen wurde, und wie die verschiedenen Perspektiven der Charaktere und ihre Art, sie zu verarbeiten, gezeigt wurden."Das Verhalten ziemlich normaler Menschen" von K. J. Reilly ist ein berührendes Jugendbuch, an dem auch Erwachsene Gefallen finden werden!Es ist eine Geschichte voller Empathie, aufzeigt wie man anderen vergibt und für sich selbst Hoffnung nach dem Tod eines geliebten Menschen gibt.

challenger am 29.11.2024 23:11 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Betroffen und berührt

Asher hat seine Mutter durch einen betrunkenen LKW Fahrer verloren. Fast zerbricht er an dem Schmerz. Bis er Sloane, Will und Henry in seiner Trauergruppe kennenlernt. Alle haben sie eins gemeinsam: sie haben einen sehr wichtigen Menschen verloren. Asher nimmt alle mit auf eine Reise an deren Ende eigentlich nur blinde Rache und Hass steht, doch dann kommen ihm die schönen Gefühle und Seiten des Lebens in die Quere. Dieses Buch ist nicht nur vom Cover sondern auch von der Beschreibung der Charaktere sehr schlicht gehalten was mir gefällt. Die Story ist außergewöhnlich, oft traurig aber auch heiter und komisch. Sie zeigt die vielen Facetten von Trauer. Dieses Buch gehört mit zu den besten in diesem Jahr. So ein emotionales Thema gut und schlüssig zu verpacken ist nicht einfach, doch es ist gelungen. Moral: Eine gute Freundschaft kann viele Wunden heilen.

ellinorliest am 29.11.2024 08:11 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Trauerbewältigung

Jugendbücher lese ich inzwischen nur noch selten. Wenn ich es doch tue, sind es in der Regel Bücher zu anspruchsvollen Themen. Das Verhalten ziemlich normaler Menschen von KJ Reilly ist eines davon. Es geht um das Thema Trauer und den Umgang damit. Während manche Menschen nach dem Verlust eines geliebten Menschen nach einer kurzen Trauerphase ihr Leben scheinbar ganz normal weiterleben, gibt es auch andere, die diesen Verlust nur sehr schwer verarbeiten und für die ein normales Weiterleben nicht mehr möglich zu sein scheint. Von letzteren handelt dieses Buch.Vor zwölf Monaten, drei Wochen, einem Tag, sechs Stunden und vierzehn Minuten starb Ashers Mum bei einem Autounfall. Wegen eines Formfehlers konnte der betrunkene Unfallverursacher nicht verurteilt werden. Gleichzeitig gibt Asher sich die Schuld an dem Unglück, da seine Mum wegen einer Besorgung für ihn unterwegs war. Seitdem lebt Asher vor sich hin und sinnt auf Rache. Er besucht viermal die Woche Trauergruppen und lernt dabei andere kennen, die in einer ähnlichen Situation sind: in der Teenagergruppe kämpft Sloane mit dem Verlust ihres Vaters und Will versucht den Tod seines kleinen Bruders zu verarbeiten. Bei den Erwachsenen kommt der achtzigjährige Henry nur schwer über den Tod seiner Frau hinweg. Gemeinsam machen sich die vier auf zu einem Roadtrip der anderen Art: Asher möchte den Mörder seiner Mutter finden und töten.Das Verhalten ziemlich normaler Menschen ist ein außergewöhnliches Buch. Die Autorin schafft es, sehr einfühlsam, ohne Kitsch und ohne Lebensweisheiten vermitteln zu wollen, über Tod und Trauer und den Umgang damit zu erzählen. Besonders die Schicksale der Jugendlichen gingen mir sehr nahe. Auch die Rolle von Peter Pan, wie Asher die Leiterin der Trauergruppen nennt, war sehr geschickt angelegt, ihre Methoden gefielen mir. Vor dem letzten Drittel nimmt das Buch eine dramatische Wendung, die ich so nicht kommen sah, die aber vieles klarstellt. Für mich ein sehr gelungenes Buch, das unbedingt mehr Leser*innen verdient.

silke2207 am 27.11.2024 12:11 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Unheimlich intensive Geschichte

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass der siebzehnjährige Asher Hunter seine Mutter bei einem Verkehrsunfall verloren hat. Der Fahrer des Trucks, der sogar betrunken war, wurde für sein Vergehen nicht belangt, was nochmal mehr an Asher nagt. Auch das ihm jeder sagt, er solle sich endlich normal verhalten stört ihn, denn wie genau ist man denn normal, wenn um einen herum alles falsch ist? Um ihm zu helfen, hat sein Vater ihn zu einer therapeutischen Sitzung angemeldet. Hier lernt er nicht nur den achtzigjährigen Henry, sondern auch die Teenager Sloane und Will und alle haben eins gemeinsam, sie alle haben einen geliebten Menschen verloren. Doch in Asher wächst der Wunsch nach Rache und irgendwie beschließen diese vier, einen Roadtrip zu wagen, bei dem Asher besondere Pläne hat, doch dass dieser Trip ihr Leben verändern könnte, hat keiner erwartet.Das Cover, aber auch der Titel, haben mich absolut neugierig gemacht, denn irgendwie konnte ich mir so gar nicht vorstellen, worum es hier ging. Der Klappentext versprach dann eine hoch emotionale Geschichte und genau die ist hier auch verborgen.Autorin K. J. Reilly nimmt den Leser hier mit auf eine hoch emotionale Reise. Sie schafft es unheimlich gut Ashers Gedanken zu transportieren und den Leser dadurch ganz besonders zu berühren.Es war gar nicht so leicht, nicht gemeinsam mit Asher in das Loch der Trauer zu fallen. Seine Gedanken konnte ich so unglaublich gut nachempfinden, ebenso wie die Gedanken, wem und was er alles die Schuld geben kann am Tod der Mutter, unter anderem sich selber, denn ihre Mutter war für ihn zum Einkaufszentrum unterwegs, um neue Sportschuhe zu kaufen, die ihm in der Schule gestohlen worden sind.Das Thema ist sehr intensiv und mit Sicherheit auch keine leichte Kost. Trauerbewältigung, die Phasen dahin, bis es sich etwas besser anfühlt, alles ist ein harter Weg und das wird unglaublich gut gezeichnet. Aus einer Mischung aus schonungsloser Darstellung, da wir ja permanent Ashers Gedanken lesen, bis hin zur Selbstironie und ganz feinem Humor finden wir in diesem Buch alles.Asher ist ein sehr intensiver Protagonist, dessen Gedanken ich wirklich gut nachempfinden konnte. Allein ein ganz bestimmter Moment im Buch, als er aufzählt, wem er alles die Schuld am Tod der Mutter geben könnte, hat mich auf eine ganz tiefe Art berührt. Es ist so unheimlich menschlich erzählt, die Suche nach einem Schuldigen, an den man den ganzen Schmerz loswerden könnte, aber auch die Gespräche während der Trauertherapie fand ich unglaublich.Dadurch lernen wir nämlich nicht nur Asher kennen, sondern auch seine drei Reisebegleiter, Henry, Sloane und Will. Jeder von ihnen hat einen lieben Menschen auf eine andere Art verloren und jeder geht mit dem Verlust anders um. Diese feinen Unterschiede wurden ebenfalls unheimlich gut dargestellt und man spürt einfach, dass die Autorin selber Psychologie studiert hat.Mein Fazit: Das Buch ist ein sehr emotionaler und auch schwerer Roman, der den Leser absolut intensiv mitfühlen und mitdenken lässt. Dabei gibt es hier noch eine unheimlich wichtige Botschaft, denn jeder Mensch ist anders, jeder geht anders mit Trauer und Verlust um und niemand kann beurteilen, wie sich ein anderer zu fühlen hat. Wer mit diesem harten Thema umgehen kann, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

nislin am 26.11.2024 14:11 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Zusammenkunft von Trauernden

In diesem Jugendroman geht es um Asher, dessen Mutter nach einem tragischen Unfall verstirbt. Er ist ergriffen von Wut und Zorn, sodass ihm nichts wichtiger erscheint, als Rache an dem unfallverursachenden LKW-Fahrer zu verüben. Er besucht verschiedene Selbsthilfegruppen und trifft dabei auf die unterschiedlichsten Leute, die ebenfalls mit einem Verlust zu kämpfen haben und ihn im Gegensatz zum eigenen Umfeld besser verstehen können. Asher begibt sich auf den Weg nach Memphis, um seinen Plan zu verfolgen und den Mörder seiner Mutter zu stellen. Dabei begleiten ihn der 80-jährige Henry sowie die zwei Jugendlichen Sloane und Will, die von dessen Absicht erst einmal nichts wissen. Die Reise ist sehr emotional und geht mit vielen Veränderungen und Entscheidungen einher. Auch die Bindung zwischen den vier Trauernden wird inniger und es entwickelt sich eine Freundschaft. K. J. Reilly schreibt über ein doch sehr trauriges Thema, das keine leichte Kost ist. Hierbei schafft sie es dennoch durch Humor ein Lächeln beim Lesen herbeizuzaubern. Neben der Düsterkeit gibt es auch Schönheit und Heilung, was die Lektüre so wertvoll macht.

sansol am 20.11.2024 20:11 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Roadtrip mit Message

Asher hat eine Mission. Er will Rache, den Tod des Mannes der am Tod seiner Mutter schuld ist und damit sein Leben und das seiner Familie zerstört hat. Nur dafür existiert er noch und erträgt die Trauergruppe zu der er gehen muss. In dieser Selbsthilfegruppe für Hinterbliebene lernt er andere Menschen kennen die ebenfalls die verschiedensten Bewältigungsstrategien entwickelt haben.Unter Vortäuschung einiger Halbwahrheiten machen sie sich gemeinsam auf den Weg nach Memphis.Ja, die Thematik war mir aufgrund einer Leseprobe bewusst aber wie intensiv dieses Buch dann tatsächlich war hat mich regelrecht umgehauen. Verdammt heftig bezüglich dessen was passiert war und sehr schlüssig mit den Folgen daraus. Asher leidet unter u.a. an Alpträumen, Amnesie und Verlustängsten und die Entwicklung die er und seine Freunde durchlaufen ist so emotional und berührend. Gefühlt habe ich es fast ohne Pause durchgelesen und brauchte etwas Abstand um die Rezension schreiben zu können. Für mich eine positive Überraschung und wegen der intensiven, berührenden Story eines der besten Bücher des Jahres. Voller Trauer und voller Wärme, Freundschaft und Hoffnung.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Migros Magazin
Ein trostreicher Roman, der das schwere Thema Trauer mit viel Herz und Situationskomik anpackt.

Jörg Marquardt, 01.12.2025

Lesen in Tirol
K. J. Reilly gelingt es mit viel Einfühlungsvermögen das emotionale und psychische Trauma, das ein t...ragischer Verlust auslösen kann, zum zentralen Thema eines überaus spannenden und unterhaltsamen Jugendromans zu machen. mehr weniger

Andreas Markt-Huter, 22.04.2025

Deutschlandfunk, Büchermarkt
Um Verlusterfahrung geht es auch im neuen Jugendroman von K.J. Reilly. Ihr Buch ragt heraus aus der ...Fülle der Titel durch seine emotionale Tiefe, seine pointierte Sprache und seinen Humor mehr weniger

Svenja Kretschmer, 25.01.2025

Die Zeit
Ein berührend schräger Roadtrip zum Lachen und Weinen.

09.01.2025

Zeit Online
Das ist toll: Wie akribisch Asher seinen Rachefeldzug plant, um die Verzweiflung über die eigenen Sc...huldgefühle niederzukämpfen, und wie man als Leser und Leserin bei dieser abgrundtief grausamen Geschichte trotz allem immer wieder mit Asher lachen kann und darf – und manchmal auch ein wenig weinen. mehr weniger

Katrin Hörnlein, 12.12.2024

Rheinische Post
Wunderbar einfühlsam geschrieben.

Rena Müller, 12.12.2024

Buch & Maus
Reilly gelingt es meisterhaft, Asher als komplexen Charakter zu zeichnen. (…) Reilly verbindet die S...chwere der Themen Verlust und Rache gekonnt mit unerwartetem Humor und skurrilem Witz, ohne die emotionale Tiefe der Figuren zu mindern. mehr weniger

Alice Werner, 01.12.2024

Thüringer Allgemeine
K. J. Reillys Buch über Lebende und Tote ist so bizarr wie urkomisch, so erschreckend wie herzergrei...fend – und beste Unterhaltung in allen Lebenssituationen. mehr weniger

Anette Elsner, 30.11.2024

FAZ
Reillys Roman findet für junge und alte Leser eine Reihe wohldosierter Trostworte. Es ist ein Plädoy...er für beschützende Freunde als Geburtsrecht und die Vielfalt der Arten des Loslassens und Abschiednehmens. mehr weniger

Steffen Gnam, 25.11.2024

Badisches Tagblatt
Ein Buch über das Weiterleben nach lebensverändernden Verlusten, über Schmerz und Trauer, über Freun...dschaft und vor allem über das Lebenswerte am Leben. Lachen, Tränen und Romantik inklusive. mehr weniger

Tanja Egger, 08.11.2024

Fritz und Fränzi – Das Schweizer Elternmagazin
Die emotional mitreissende Reise ist mit viel Feingefühl für Trauergefühle und kleine Schrulligkeite...n geschildert und lässt Asher mit dem Ausblick auf einen Neubeginn nach Hause zurückkehren. mehr weniger

Aleta-Amiree von Holzen, 08.11.2024

Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V.
Der Roman zeichnet einfühlsame Charaktere und erzählt auf ungewöhnliche Weise von Trauerbewältigung,... Leben, Tod und der Kraft der Literatur. Dabei wechseln sich berührende und humorvolle Elemente ab. mehr weniger

01.11.2024

Bücherschau (Österreichischer Gewerkschaftsbund)
Das Buch liest sich beeindruckend und emotional berührend, es taucht in die Gefühlswelt seiner Figur...en ein und vermittelt ganz klar seine Ansichten uber das Leben, den Schmerz und die Suche nach Sinn. Der Roman lebt sowohl von humorvollen Momenten als auch von ergreifenden und nachdenklichen Passagen. mehr weniger

Brigitte Winter, 01.11.2024

WDR 5, Scala
Beim Lesen ist man ganz nah dran an der Bewältigung seiner Trauer und an diesem nerdigen, schlagfert...igen, witzigen und zugleich stacheligen Charakter. mehr weniger

Jana Magdanz, 29.10.2024

Deutschlandfunk Kultur
Überraschende Begegnungen, absurde Situationen, schlagfertige Dialoge, komische kleine Katastrophen ...und große emotionale Herausforderungen lenken die vier von ihrer Trauer ab. Die neue Freiheit sorgt dafür, dass sie die Enge ihrer verstörten Familien hinter sich lassen und ein Stück Lebensfreude und Vertrauen in die Zukunft entwickeln können. mehr weniger

Sylvia Schwab, 23.10.2024

Eselsohr
Die schrägen und skurrilen Ereignisse während der Reise brechen das Schwere auf. Das Gute überwindet... das Zerstörerische am Ende, es wird aber nie kitschig dabei. mehr weniger

01.10.2024

SIKJM
Mit viel Ironie, scharfsinnig und doch feinfühlig schildert Asher, wie er durch den Roadtrip mit Hen...ry und zwei weiteren trauernden Teenagern einiges entdeckt, das ihn zu einem neuen Lebenssinn führt. mehr weniger

01.10.2024

Buchkultur
Manchmal recht bissig aber gleichzeitig herzerwärmend und auf herrlich absurde Weise komisch – eine ...scharfsinnige Lektüre zum Mitdenken, Mitfühlen und Mitleben. mehr weniger

Andrea Schnepf, 01.05.2024

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›Das Verhalten ziemlich normaler Menschen‹ ist Hoffnung-Buchtipp

›Das Verhalten ziemlich normaler Menschen‹ von K.J. Reilly in der Übersetzung von Ute Mihr wird von der Jury ›Fit für die Zukunft‹ der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur als ...www.akademie-kjl.de/buch-app-empfehlungen/fit-fuer-die-zukunft/" target="">Hoffnung-Buchtipp des Monats November 2024 empfohlen.

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