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Lebenslinien – Liebeslinien – Liebesmuster

Das Vorkommnis

Eine Frau wird von einer Fremden angesprochen, die behauptet, sie hätten beide denselben Vater. Die überraschende Begegnung bleibt flüchtig, löst in ihr aber eine Welle von Emotionen aus. Fragen drängen sich auf, über Ehe und Mutterschaft, über Adoption und andere Familiengeheimnisse, über Wahrheit überhaupt. In ›Das Vorkommnis‹ erzählt Julia Schoch – eine der eindrücklichsten Stimmen autofiktionalen Erzählens in der deutschen Literatur – von einem Leben, das urplötzlich eine andere Richtung bekommt. Fesselnd und klarsichtig, so zieht sie hinein in den Strudel der ungeheuerlichen Dinge, die gleichzeitig auch alltäglich sind. Ein Roman von großer literarischer Tiefe und Schönheit, im Werk von Julia Schoch ein neuer Höhepunkt.

»›Das Vorkommnis‹ ist, und das sage ich selten, ein literarisches Kunstwerk, ein virtuoses Meisterstück über Erinnerung und Verdrängung.« Elke Heidenreich

Bibliografische Daten

EUR 14,00 [DE] – EUR 14,40 [AT]
ISBN : 978-3-423-14873-3
Erscheinungsdatum: 09.01.2025
4. Auflage
192 Seiten
Format : 11,5 x 19,0 cm
Sprache: Deutsch
Autor*innenporträt

Julia Schoch

Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, aufgewachsen in Eggesin in Mecklenburg, gilt als »Virtuosin des Erinnerungserzählens« (FAZ). Zuletzt veröffentlichte sie die Romane ›Das Vorkommnis‹, ›Das Liebespaar des Jahrhunderts‹ und ›Wild nach einem wilden Traum‹ als die drei Bücher ihrer gefeierten Trilogie ›Biographie einer Frau‹. 2022 wurde ihr die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung verliehen, 2023 der Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen, 2024 der Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis. 2025 zeichnete man sie mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Sie lebt in Potsdam.

 

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71 von 71 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.39 von 5 Sternen


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2 - 10 von 71 Leserstimme

luisa_loves_literature am 18.02.2022 10:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Intensive Innensicht mit unbequemen Wahrheiten

Es gibt manchmal Texte, die einen leer und zugleich übervoll zurücklassen. "Das Vorkommnis" gehört dazu. Der Roman fordert den Leser auf einigen Ebenen heraus und thematisiert Probleme und Gedanken, die einem nur allzu bekannt vorkommen, denen man sich aber nur sehr bedingt in dieser Intensität aussetzen möchte.Die Erzählerin wird durch das Vorkommnis - ein wunderbares Wort, das sowohl Zäsur als auch Banalität suggeriert - aus der Bahn geworfen. Sie trifft ihre Halbschwester, von der sie irgendwie ahnte, aber nicht wirklich wusste, und deren Zugehörigkeit zu ihr nur dadurch besteht, dass der Vater der Erzählerin sich auf der Geburtsurkunde hat eintragen lassen. Bewiesen ist die Verwandtschaft also nicht. Dennoch beginnt die Erzählerin durch die Existenz dieser möglichen neuen Schwester alles zu hinterfragen, ein auf der Spitze fast paranoides Misstrauen sich selbst und anderen gegenüber zu empfinden, den Wert von Erinnerungen auszutesten und ein Leben in Gedankenspiralen und Grübeleien zu führen.Im Alltag der Erzählerin passiert eigentlich nichts Spektakuläres. Auslandsmonate in den USA ziehen an ihr vorüber, aber sie scheint nur zu funktionieren, während sie sich ihrem eigenen Denken immer stärker annähert, ihr Dasein und ihre Beziehungen in Zweifel zieht. Als Leser hat man es mit der Erzählerin schon recht schwer, denn sie ist so in sich selbst verstrickt, in einer konstanten Auseinandersetzung mit sich, dass kein Raum für "normales Leben" bleibt. In ihrem Hadern und Hinterfragen schwankt sie zwischen Teilnahmslosigkeit und Selbstzerstörung. Auch wenn auf diese Weise eine Identifikation mit der in ihrer Selbstwahrnehmung schonungslosen und fast schon brutalen Erzählerin ausgeschlossen wird, der Leser konsequent auf Distanz gehalten wird, kann man sich doch einer Betroffenheit nicht entziehen, denn der Roman bewirkt auch beim Leser eine Auseinandersetzung mit den Konzepten von "Vergänglichkeit" und "Erinnerung", mit der Fragestellung, was passiert, wenn alles, worauf man vertraut, umgestoßen wird.Der Text ist mitnichten positiv oder fröhlich, im Gegenteil, es handelt sich um einen extrem intensiven, sehr dichten und (emotional) fordernden Text, dessen Schluss für den aufmerksamen Leser eine unglaublich gelungene Überraschung im Hinblick auf Lesererwartungen und Gattungszugehörigkeit bietet. Ich bin nicht restlos begeistert, es ist einfach kein schönes Buch, aber trotzdem ein gutes. Ein Lesetipp für alle, die viel Nachdenken, intensive Auseinandersetzungen und Selbstsektion zu schätzen wissen und sich auf das Abenteuer der Autofiktion einlassen wollen.

klaus_bücherfan am 18.02.2022 06:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Veränderungen

Autorin Julia Schoch zeigt uns in ihrem Roman "Das Vorkommnis", dass einzelne Ereignisse im Leben uns stark beeinflussen können. Frei nach Machiavelli "Jede Veränderung bewirkt eine weitere Veränderung". Und diese Veränderungen sind nicht immer gesteuert, meist nur zu einem kleinen Teil.Unsere Protagonistin erfährt nach einer Lesung, die sie gegeben hat, von einer anderen Frau, die sie nicht kennt, dass die beiden Halbschwestern sind. Nach diesem kurzen Moment ändert sich das Leben der Protagonistin. Aus ihrer Perspektive wird erzählt, dass es bereits früher Hinweise auf ein Geschwister gegeben habe ("Zettel mit Alimentzahlungen") und wie sich ihr Verhältnis zu ihren Eltern und ihrem Mann dadurch ändert. So fragt sie sich, ob auch ihr Mann - so wie ihr Vater es offenbar hatte - ein Verhältnis mit einer anderen Frau hat. Die Halbschwester ist nicht physisch präsent, aber in ihren Gedanken andauernd. Wir erfahren von Nöten und Hoffnungen, die aus der neuen Erkenntnis folgen. Die Geschichte, die ist lesenswert, auf den 190 Seiten des Buches bleibt aber eine - gewollte - Distanz zu der Protagonistin.Gut gemacht in dem Buch ist, dass auf relativ wenig Seiten viel von den Lebensumständen zu erfahren ist, wenn auch fragmenthaft. Man bekommt Eindrücke eines Lebens, aber kann nicht darin eintauchen.Julia Schoch wird zwei weitere Bücher in dieser Reihe veröffentlichen.Das Cover passt zur Distanz, den der Text erzeugt.Ein gutes Buch, das nachwirkt.

liesmal am 17.02.2022 22:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Blickpunkte

Eine flüchtige Begegnung zweier Frauen. „Wir haben übrigens denselben Vater.“ Eine flüchtige Begegnung?Julia Schoch hat diese flüchtige Begegnung und die fünf Worte der einen Frau zum Anlass genommen für ihren Roman „Das Vorkommnis“ - die Biographie einer Frau, in dem die die angesprochene Frau zur Ich-Erzählerin wird.In mehr als 70 kurzen Kapiteln werden Gedanken, Erinnerungen, Begebenheiten, Gesprochenes und Unausgesprochenes zu kleinen episodenhaften Geschichten. Dabei haben mir die folgenden beiden Sätze geholfen, den Roman zu begreifen:„Ich schreibe nicht über sie, ich schreibe nicht einmal über mich. Ich erzähle nur davon, was ihr plötzliches Auftauchen … bewirkt hat…“ Ich bin fasziniert von dem ungewöhnlichen Schreibstil und davon, was eine flüchtige Begegnung bewirken kann. Es ist, als hätte ich ein Kaleidoskop in der Hand, das bei jedem kleinen Dreh etwas anderes zeigt, zufällige Bilder. So sehe ich dieses Buch. Ich erkenne keine bestimmte Reihenfolge, keinen Plan. Die Frau erzählt einfach das, woran sie gerade denkt oder was sie tut. Gekonnt und virtuos.Einer von vielen Sätzen, die mich bewegt haben und über die es sich nachzudenken lohnt: „Es ist leicht, ein Urteil zu fällen, wenn man weit weg von den Stunden der Verzweiflung ist.“Obwohl ich das Buch mit Begeisterung gelesen habe, gibt es zwei Szenen, mit denen ich mich nicht anfreunden mag. Zum einen ist es die, die meinem tierlieben Herzen einen Stich gibt: Da rückt jemand einem Insekt mit einem Schuh und einer Flasche Haarspray(!) zu Leibe Zum anderen finde ich es befremdlich, dass die Erzählerin von ihren Kindern als „das ältere Kind“ und „das jüngere Kind“ spricht. Obwohl ich spüren kann, dass sie ihre Kinder liebt, verstehe ich nicht, was sie damit ausdrücken will.Gern gebe ich meine Empfehlung für eine flüchtige Begegnung.

michabraun am 17.02.2022 18:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Wenn das Leben durcheinander gerät

Der neue Roman von Julia Schoch "Das Vorkommnis" nennt sich Biographie einer Frau. Eine chronologisch erzählte Lebensgeschichte darf man allerdings nicht erwarten. Julia Schoch erzählt in Bruchstücken und Erinnerungsfetzen, die sich nach und nach zu einem Ganzen zusammensetzen. Die Geschichte beginnt mit einer ungewöhnlichen Begegnung. Die Hauptfigur, eine Autorin, wird nach einer Lesung von einer ihr unbekannten Frau angesprochen. "Wir haben übrigens denselben Vater!" sagt die Frau - ein Vorkommnis, das die Protagonistin von nun an beschäftigt und nicht mehr loslässt. Die plötzlich aufgetauchte Stiefschwester wirft so einiges an Fragen auf und erst nach und nach ergeben sich Antworten oder eher neue Fragen. Auch der Leser und die Leserin haben in diesem Buch Raum für eigene Assoziationen und Gedanken. Auch wenn das Fehlen eines Spannungsbogens es etwas mühsam macht, beim Lesen dabei zu bleiben, machen es einem die feine Sprache von Julia Schoch und ihre interessanten Gedanken doch leicht, das Buch immer wieder zur Hand zu nehmen.

brauneye am 16.02.2022 21:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Außergewöhnlich

Zum Inhalt:Bei einer Lesung wird eine Frau von einer ihr fremden Frau angesprochen, die ihr sagt, dass sie den gleichen Vater haben. Es bleibt bei einer kurzen Begegnung, löst aber enorme Emotionen aus. Plötzlich werden für die Frau fragen der Vergangenheit aufgewühlt, die sie enorm beschäftigen. Auf wird ihr Gefühlsleben völlig auf den Kopf gestellt. Meine Meinung:So ein ungewöhnliches, aber auch ungeheuer interessantes Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Ich kann gar nicht so richtig sagen, was den Reiz des huches ausmacht, es ist einfach gut. Sehr gut und irgendwie besonders geschrieben. Ein Buch, dass schon eine ganze Weile im Kopf bleiben wird. Es hatte fast etwas poetisches, etwas leichtes, aber auch viel schwermütiges. Zum Beispiel wie relativ kühl über das Kind gesprochen wurde. Irgendwie fehlen mir die Worte um dieses Buch wirklich zu würdigen. Fazit:Außergewöhnlich

rauscheengelsche am 16.02.2022 18:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Julia Schoch - Das Vorkommnis

Die Erzählerin wird auf einer Lesung von einer Zuhörerin überrascht. Diese kommt auf sie zu mit der Aussage, dass sie beide denselben Vater hätten. Sie wird überrumpelt, von einer Fülle an Emotionen übermannt, weiß nicht, wie sie reagieren soll. Nach dem ersten Schock kommen die Fragen, zahlreiche, vielfältige, die Wesentliches, was sie über ihre Familie zu wissen glaubte, plötzlich auch anders deuten lassen. Eine Flucht in die USA, wo sie an einem College deutsche Literatur lehrt, ermöglicht ihr Distanz und Reflexion und die Möglichkeit, ihre Gedanken und ihr Leben zu ordnen.Julia Schoch ist vielfältig schreibend unterwegs, neben Romanen verfasste sie zahlreiche Essays, Kolumnen und vor allem auch Übersetzungen aus dem Französischen. Ihre Arbeiten wurden wiederholt ausgezeichnet, jüngst erhielt sie die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. In „Das Vorkommnis“ greift sie einen einschneidenden Moment im Leben ihrer Protagonistin auf, der unerwartet über den Alltag hereinbricht und etwas in Wanken bringt, was vorher, wenn vielleicht auch fragil, immer noch fest auf dem Boden stand.„Als ich darüber zu schreiben begann, dachte ich, ich würde ihre Geschichte erzählen, aber das kann ich nicht, ich schreibe nicht über sie“Durch die Perspektive der Ich-Erzählerin, die zu dem Leser spricht oder eher fast tagebuchartig ihre Gedanken niederschreibt, taucht man unmittelbar und tief ein in die Emotionen, die durch die Begegnung ausgelöst werden. Die vordergründige Handlung läuft chronologisch weiter, spannender jedoch das Innenleben der Figur, das sich in einer Abwärtsspirale befindet und zunehmend abbaut. Eine Enttäuschung führt dazu, weitere zu erahnen, zu erwarten und schließlich auch ohne Beweise als gegeben anzunehmen. Es fällt nicht schwer, sich selbst in der Erzählerin zu spiegeln. Jede Familie hat ihre Geheimnisse, hat ungesagte Dinge, die doch alle wissen und die sich bisweilen über Generationen verlieren, bisweilen aber auch weitergetragen werden. Dank der Erzählperspektive ein intensiver Roman, der auch viel über die Erzählerin offenbart, ihre Unsicherheiten hervorholt und auch das Verhältnis zum Schreiben immer wieder thematisiert. Vielschichtig wie eine Zwiebel nähert man sich Schicht um Schicht dem eigentlichen Kern, der entweder Abkehr oder Versöhnung heißen muss.

honigbuch am 16.02.2022 17:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Lebenslügen

„Das Vorkommnis“ Biographie einer Frau von Julia SchochAuf einer Lesung wird die Autorin von einer fremden Frau angesprochen, die sich ihr als ihre Halbschwester vorstellt. Dieses Ereignis verändert alles. Was gewesen ist erscheint als Lüge, was die Zukunft bringt macht misstrauisch. Wir tauchen tief ein in die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin. Und dennoch erfahren wir durch die sprachliche Eleganz der Autorin eine kühle Distanz. Die Schlagkraft dieses Vorkommnisses ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, sondern halt nach und bewegt sich wie eine verschlingende Lavamasse durch ihr das Leben. Plötzlich wird alles was feststand in Frage gestellt. Die liebsten Menschen sind plötzlich fremd und fern vom eigenen Selbst. Die Gedanken verstricken sich in Kreisen und nehmen immer absurdere, teils paranoide Züge an. Julia Schoch hat hier in Worte verpackt was einem selbst in den eigenen Gedanken wirr vorkommt. Sie beherrscht das Wort wie ein Instrument und komponiert aus dem Ereignis ein Gebilde von allumfassender Klarheit. Dies ist der erste Band einer Trilogie. Dennoch empfinde ich das Werk als vollkommen und bin wirklich neugierig auf welche Art und Weise Julia Schoch diese Reihe fortführen wird.

gigi am 16.02.2022 12:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Das Leben mit seinen Wendungen

Das zugleich künstlerische sowie poetische Cover fand ich schon sehr ansprechend und machte mich Neugier auf mehr. Ich finde sehr gut, dass das Buch in der “ich”- Perspektive geschrieben ist. So konnte ich automatisch eine tief gehende Nähe mit der Hauptfigur herstellen. Hier konnte ich gleich in die Erzählung eintauchen. Die Zeilen haben mich schlussendlich so eingenommen, dass ich nicht mehr aufhören wollte zu lesen. Während das Leben voranschreitet, werden neue aber auch alte Dinge in ein anderes Licht erscheinen und Beziehung werden anders. Es entwickeln sich im Laufe des Lebens nicht nur positive Aspekte. Ich finde sehr ansprechend, dass in dieser Erzählung nicht alles schön geredet wird. So kann ich sagen, das es zwar mein erstes Buch der Autorin war aber garantiert nicht das letzte von ihr. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

begine am 16.02.2022 12:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Elegante Lektüre

Die Schriftstellerin Julia Schoch ist in der DDR aufgewachsen. Ihr Roman „Das Vorkommnis“ hat einen eleganten Stil. Es ist der Beginn einer Trilogie in der es um Frauen geht.Die Schreibweise hat mich erst etwas irritiert, er ist doch etwas besonders.Es sind immer wieder ihre Gedanken und Fragen, die sie niederschreibt.Die fiktive Schriftstellerin wird nach einer Lesung von einer Frau angesprochen, sie SARS, Wir haben den gleichen Vater. Das ist der Autorin tatsächlich passiert.In diesem Roman gibt es keine Namen, sie spricht nur von ihrer Schwester, ihrem Mann und dem älterem Kind.Immer wieder kommt ihr die fremde Schwester in den Sinn. Da macht sie sich viele Gedanken. Ihre Schwester geht mit dem Thema ganz anders um.Das Cover passt perfekt zu dem Roman. Julia Schoch schreibt gute Literatur.Ich werde auch den nächsten Teil lesen.

didier2134 am 16.02.2022 11:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Selbsteflexion einer Frau

Das auffällige Cover zeigt uns das Gesicht einer Frau, die nachdenklich und mit abgewendetem Blick gemalt wurde. Julia Schoch lässt die Protagonistin in ihrem Roman "Das Vorkommnis" ihr bisheriges Leben aus gegebenem Anlass reflektieren. Der Anlass oder eben das Vorkommnis, sie wird plötzlich als Erwachsene mit ihrer bisher unbekannten Halbschwester konfrontiert. Auch in Amerika, wo sie sich gerade aufhält, beschäftigt sie der Gedanke an die neue Verwandte aus der ehemaligen DDR. Stilistisch ist der Roman sehr gut gemacht, der innere Monolog als Stilmittel sehr glaubwürdig und intensiv umgesetzt. Die Handlung daher wenig spektakulär, sondern nur auf die Protagonistin bezogen, eben die "Biographie einer Frau". Wer sich darauf einlässt wird mit einem stillen, nachdenklichen Buch belohnt. Alle Leser die Spannung oder Fiktion benötigen, sollten daher nicht nach diesem Buch greifen.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

rbb Radio 3 - Das LCB im rbb
›Das Vorkommnis‹ löst viele Fragen aus, nach Ehe und Mutterschaft, der Kindheit in der DDR, nach Ado...ption und anderen Familiengeheimnissen. mehr weniger

05.03.2022