Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt ein Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten.
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Das wirkliche Leben
Eine Reihenhaussiedlung am Waldrand, wie es viele gibt. Im hellsten der Häuser wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt.
In diesem Sommer erhellt nur das Lachen ihres kleinen Bruders Gilles das Leben des Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert. Nichts ist mehr wie zuvor. Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt das Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten. Von Sommer zu Sommer spürt sie immer deutlicher, dass sie selbst die Zukunft in sich trägt, wird immer selbstbewusster – ihr Körper aber auch immer weiblicher, sodass sie zusehends ins Visier ihres Vaters gerät.
Bibliografische Daten
2. Auflage
Adeline Dieudonné
Adeline Dieudonné, geboren 1982, lebt mit ihren Töchtern in Brüssel. Nach mehreren preisgekrönten Erzählungen und einem erfolgreichen One-Woman-Theaterstück entwickelte sich ihr Romandebüt ›Das wirkliche Leben‹ zu einem großen internationalen Bestseller. Sie wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, ihre Bücher in über zwanzig Sprachen übersetzt. Seitdem erschienen bei dtv der Text ›Bonobo Moussaka‹ sowie die Romane ›23 Uhr 12‹ und ›Bleib‹.
Sina de Malafosse
Sina de Malafosse, geboren 1984, lebt als Übersetzerin und Lektorin in Toulouse. Sie übersetzt u. a. Pauline Delabroy-Allard, Julia Deck, Victor Jestin und Adeline Dieudonné. 2021 erhielt sie mit Fatima Daas den Internationalen Literaturpreis des HKW.
2 - 10 von 144 Leserstimme
Fesselt und schockiert
Ein Mädchen befreit sich aus der Opferrolle - eine Mischung aus Coming of Age und HorrortripZum InhaltEine Reihenhaussiedlung am Waldrand, wie es viele gibt. Im hellsten der Häuser wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt.In diesem Sommer erhellt nur das Lachen ihres kleinen Bruders Gilles das Leben des Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert. Nichts ist mehr wie zuvor. Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt das Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten. (Verlagstext)Mein KommentarErzählt wird aus der Sicht eines unbenannten Mädchens, am Anfang ist sie 10, am Schluss 15. In der Familie versammelt sich alles, was das Leben schlecht macht: ein psychopathischer, gewalttätiger Vater, eine ängstliche, verhuschte Mutter, ein kleiner Bruder, der nach einem traumatischen Erlebnis Verhaltensstörungen entwickelt. Das Mädchen selbst ist mutig, phantasievoll und hochbegabt. Sie sieht es als ihre Aufgabe, das Lebens ihres Bruders und somit auch ihr eigenes zu verbessern. Die Geschichte schreitet recht schnell voran, das Buch hat nicht ganz 240 Seiten. Erzählt wird nur von den Sommern, die anderen Jahreszeiten werden ausgespart. Das Leben des Mädchens und der ganzen Familie ist geprägt von Gewalt, Bedrohung, Angst und Ohnmacht. Aber es gibt auch Phantasie, Lebensfreude und sexuelles Erwachen. Insgesamt spitzt sich das familiäre Drama von Jahr zu Jahr zu und man ahnt bald, dass es nicht gut ausgehen kann. So ist es dann auch und in einer Form, die einen erschreckt zurücklässt. Insgesamt ein Buch, das ungemein fesselt. Ich konnte kaum Lesepausen einlegen, sondern musste immer weiter. Aber auch ein Buch, das schockiert und das man erst einmal verdauen muss. Das Buch ist NICHT GEEIGNET für Leser, die Probleme mit Gewaltszenen (gegen Tiere und Frauen) haben.
Traurig und bewegend
Dieser Roman mit dem Titel „Das wirkliche Leben“ ist die bedrückende und zugleich liebevolle Geschichte um die zehnjährige Protagonistin und ihren vier Jahre jüngeren Bruder Gilles. Sie leben mit ihrem gewalttätigen Vater, der unscheinbaren Mutter, drei Ziegen und einem Wellensittich in einer damals als Mustersiedlung „Demo“ geplanten Ansammlung von Häusern. Inzwischen ist die Siedlung ziemlich herunter gekommen. Wie ein bedrohlicher Schatten schwebt ständig der irgendwann wieder zu erwartende nächste Wutausbruch des Vaters über den Kindern. Das Opfer ist bisher immer die Mutter, aber man ahnt, dass es nicht so bleiben wird. Als ganz plötzlich über die Kinder hereinbrechendes Trauma wird dieser düsteren Familiengeschichte der Tod des Eismanns vorangeschickt, den die beiden Kinder miterleben mussten. Plötzlich explodierte einfach der Sahnespender, der dem alten Eismann eine Gesichtshälfte wegriss.
Völlig unerwartete, verstörende Geschichte
In einer gesichtslosen Reihenhaussiedlung wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Besonders kümmert es sich um seinen kleinen Bruder Gilles, denn sonst tut das niemand: Der Vater liebt vor allem den Rausch der Jagd, ansonsten seinen Fernseher und Whisky, die Mutter ist fast ausschließlich damit beschäftigt, unscheinbar zu sein, damit der Vater sie nicht verprügelt. Als beide Kinder eine traumatische Situation erleben, bleiben sie mit ihrem Schrecken allein. Das Mädchen will dem Bruder unbedingt sein Lachen wieder zurückbringen…Diese Geschichte kommt bereits auf den ersten Seiten mit einer Wucht daher, die sich kaum aushalten lässt. Das Mädchen erhält nie einen Namen in dieser Geschichte, dafür aber ist es eine Heldin und Kämpferin wie kein anderer in dieser Erzählung. Ist es zunächst die Mutter, die als Punchingball für die Launen des Vaters herhalten muss, geschieht dies später auch mit dem Mädchen selbst, auf eine Art und Weise, die mich sprachlos hinterlassen hat. Wobei die Erwachsenen in diesem Buch fast allesamt schlecht dabei wegkommen, auf die eine oder andere Weise. Hier gerät m.E. die Geschichte zu sehr schwarz-weiß. Und dennoch ist die Erzählung beklemmend und verstörend, sie bringt das wichtige Thema häusliche Gewalt auf einen erschütternden Höhepunkt.Dieses Buch mit dieser völlig unerwarteten, verstörenden Geschichte und einem äußerst wichtigen Thema empfehle ich sehr gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.
Eine unverblümte Erzählung über das Leben
Es geht um ein zehnjähriges Mädchen, welches mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Gilles in einer Reihenhaussiedlung wohnt. Von ihren Eltern hat sie nie Geborgenheit und Liebe erfahren, weshalb Gilles ihre einzige Stütze in der Familie ist. Sie tut alles, um ihren Bruder fröhlich zu machen und zum Lachen zu bringen, damit wenigstens er mit Liebe aufwächst. Eines Tages jedoch kommt es zu einem schlimmen Unfall, der das Leben dieser Kinder auf den Kopf stellt. Meine MeinungDurch den einfachen Schreibstil ließ sich das Buch sehr schnell lesen. Ich habe das Buch in einem Stück durchgelesen, weil nach jeder einzelnen Seite wissen wollte, wie es weitergeht. Es werden wichtige und ernstzunehmende Themen behandelt, die leider bei einigen zum wirklichen Leben dazugehören. Es ist bewundernswert, wie liebevoll die Protagonistin ist, obwohl sie in ihrer Familie nie Liebe erfahren hatte. Ihre Herzlichkeit hat sie trotz der vielen schlimmen Ereignisse nie verloren. Man konnte ihrer Entwicklung zu einer selbstbewussten jungen Frau sehr gut folgen, obwohl man diese Entwicklung an einigen Stellen noch stärker hätte hervorheben können. Die Geschichte ist sehr heftig und nichts für schwache Nerven, da viele brutale und schockierende Szenen vorhanden sindFazitIch würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, weil die Thematik sehr wichtig ist und man das Buch nicht vergessen kann, nachdem man es einmal gelesen hat.
Spannend und erschütternd zugleich...
Die belgische Autorin Adeline Dieudonne hatte mit ihrem Debütroman "Das wirkliche Leben" in Frankreich einen riesigen Erfolg mit einem Buch, das den Leser sprachlos zurück lässt, erzielt.Kurz zur Geschichte: Sie ist geschrieben aus der Sicht eines 10 jährigen Mädchens, welches mit Vater, Mutter und kleinem Bruder in einer ruhigen Reihenhaussiedlung lebt. Eine heile Welt auf den ersten Blick. Allerdings liebt der dominante Vater die Jagd und hat auch Zuhause die Macht. Das Mädchen bemüht sich sehr ihren kleinen Bruder von allem fernzuhalten und sein Lachen zu bewahren. Dazu erfindet sie eine Parallelwelt. Als ihr nach einem traumatischen Erlebnis nicht mehr gelingt den Zugang zu ihm zu bekommen, versucht sie alles um sein Lachen wieder zurück zu holen Die Geschichte erschrickt teilweise durch die Brutalität der Lebensumstände. Aber Dank dem ungebrochenen Mut des Mädchens, welches uns zeigt das Aufgeben und zur Amöbe werden, so wie ihre Mutter, keine Lösung ist. Sie macht sich auf,einen Weg in die Zukunft zu finden um das Leid ungeschehen zu machen. Gelingt es ihr?Das Buch hat mich sehr bewegt. Einerseits hat es mich sehr interessiert, andererseits echt geschockt. Meiner Ansicht nach nur zu empfehlen für Leser mit guten Nerven.
Das gallische Dorf
Das ist ein Buch, von dem ich gar nicht gedacht hätte, dass es so bei mir einschlägt. Kindlich, leicht und locker, genauso wirkt dieses Buch, wenn es vor mir liegt. Vor allem das pinke Kaninchen strahlt etwas lockeres und fluffiges aus. Oder wird man hier in die Irre geführt. Denn der Klappentext klingt gar nicht fluffig. Wenn man dieses Buch dann liest, verliert es schnell das Lockere und Fluffige, entwickelt es einen Sog, der mitreißt, der dich dieses Buch nicht mehr weglegen lässt. Und im Hintergrund lauert beim Lesen ein Grauen, dass mich erschauern lässt, ab und zu kommt es vor und schockiert, tief und schmerzhaft, manchmal kommt es völlig unerwartet, manchmal wartet man förmlich auf das grauenhafte Geschehen. Ein junges Mädchen erzählt, ein von der Liebe zu ihrem Bruder erfülltes Mädchen erzählt. Sie erzählt vom Älter werden, sie erzählt vom erwachsen werden, vom erwachsen werden müssen. Dabei strahlt die Erzählerin aber eine innere Stärke und Lebendigkeit aus, die unheimlich berührt. Durch einen richtig heftigen Sog kann man dieses Buch nicht mehr weglegen, denn man will wissen, wohin führt diese Handlung. Und trotz der gewählten, auch etwas eigenwilligen Erzählweise wirkt dieser Coming of age Roman anders; etwas düsteres, brutales, rohes, brachiales wird verbunden mit einer kindlichen Sichtweise in einer kleinen und langweiligen Örtlichkeit, verstörend passt hier wohl am besten. Thematisch ist dieses Buch von Adeline Dieudonné wirklich heftig, Kinder, die dem Grauen gegenüber stehen, hilflos und machtlos, die das wirkliche Leben wieder haben wollen, dieses wirkliche Leben mit aller Kraft ihrer Fantasie wieder beleben wollen, die sehen müssen, wie der Vater die Mutter schlägt, sich in eine Bestie verwandelt, die sich selbst in einer latenten Gefahr befinden und manchmal wird diese Gefahr auch wirklich/wahr/real. Ertragbar macht dieses Buch, dass dieser Horror vordergründig immer nur kurz anwesend ist, eher latent im Hintergrund lauert. Doch man spürt was er macht/ was er bewirkt. Und ist zutiefst schockiert. Weiß man doch, dass dieses Buch zwar Fiktion ist, aber solch ein Horror im realen Leben zu finden ist. Eigentlich sind die Kinder hilflose Opfer. Doch die Erzählstimme erkennt, dass sie kein Opfer sein will und verändert sich dementsprechend. Was wie ein Streifen Hoffnung wirkt. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen. Aber Vorsicht! Dieses Buch ist nichts für empfindsame Gemüter!
Das wirkliche Leben
Das wirkliche Leben, von Adeline DieudonnéCover:In das rosa Kaninchen kann man bestimmt viel hinein interpretieren (nicht so meins).Inhalt:Eine „normale“ Familie!?Ein dominanter Vater der alle in Angst und Schrecken hält.Ein traumatisches Ereignis, das das Gefüge in der Familie schleichend ändert.Ein schockierendes Ende.Meine Meinung:Alles beginnt sehr zart und rührend emotional.Die Bindung der Geschwister und der unbedingte Wille der Schwester ihren Bruder zu „retten“ wird sehr gut geschildert.Dann wird es immer makaberer, ja grausam, der reinste Horror.Wir werden mit häuslicher Gewalt, Narzissmus, Leid und Schmerz, aber auch mit Mut, Durchhaltevermögen und Liebe konfrontiert.Der Schreibstil ist sehr flüssig und wahnsinnig eindringlich. Die Gedanken und das Handeln des Mädchens wird in phantasievollen und gewaltigen Bildern und Metaphern beschriebenDie Charaktere sind sehr vielschichtig und sehr realistisch, genauso wie die Handlung.Autorin:Adeline Dieudonné, 1982 in Brüssel geboren, wo sie mit ihren beiden Töchtern auch heute wieder lebt, ist von Beruf Schauspielerin. Nach mehreren preisgekrönten Erzählungen und einem erfolgreichen One-Woman-Theaterstück hat ›Das wirkliche Leben‹ die Herzen der französischsprachigen Leser im Sturm erobert: Das grandiose Romandebüt stand monatelang auf der französischen Bestsellerliste, wurde mit 14 (!) Literaturpreisen ausgezeichnet und wird in 20 Sprachen übersetzt.Mein Fazit:Herzzerreißend, schockierend, spannend, monströs und brutal, aber getragen und getrieben von einer tiefen unauslöschlichen Liebe.
Unglaubliches Debüt
Dieser Debütroman zieht einen von der ersten Seite an in seinen Bann. Die Protagonistin des Buches, ein junges Mädchen, lebt mit ihrer Familie in einer Reihenhaussiedlung, doch es geht alles andere als idyllisch zu, denn der Vater ist ein brutales und gewalttätiges Monster. Die Autorin beschreibt eindringlich, wie es dem Mädchen gelingt, sich aus der Opferrolle zu befreien und es an innerer Stärke und Kraft gewinnt. Sie will ihre Träume verwirklichen und glaubt an ein echtes und wirkliches Leben. Zum Schluss spitzt sich die Handlung nochmal dramatisch zu, bis es zum "Finale" kommt.Der Roman hat eine starke Sogwirkung, ist spannend bis zur letzten Seite. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Thematik sehr vielschichtig ist, es geht um Traumatabewältigung, Gewalt, aber auch um liebe, Hoffnung und Stärke. Eine Geschichte, die beim Leser noch lange nachhallt. Empfehlenswert!
Erschütternd, unbedingt lesenswert!
Kann man die Zeit zurückdrehen, um die Ereignisse ungeschehen zu machen? Der Roman ist ein beschwörendes, nachdrückliches und gleichzeitig unaufdringliches Plädoyer für Mut, Optimismus, Ehrgeiz, Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen und Wehrhaftigkeit, aber auch für Neugierde, Wissbegierde und unermüdliches Lernen.Gleichzeitig übt er unausgesprochene Kritik an tatenloser und feiger Unterwerfung, stupider Wissensvermittlung, ignorantem Wegschauen, Sadismus und Gewalt.——Ein mächtiger, angsteinflößender, jähzorniger, gewalttätiger und unberechenbarer Vater mit einem Faible für Jagd, Whisky und Fernsehen.Eine schwache, eingeschüchterte und unscheinbare Mutter, die wie eine Maschine ihre Funktion erfüllt und ihrem Mann nur die Stirn bietet, wenn es um ihre geliebten Zwergziegen geht. Sie ist „Eine schlaffe, leere Hülle ohne eigene Ziele und Wünsche.“ (Pos. 1087, Kindle)Ein 10-jähriges intelligentes Mädchen, das ihren kleinen Bruder beschützt und selbst von dessen Lachen und von der Liebenswürdigkeit und den Geschichten ihrer freundlichen und warmherzigen Nachbarin Monica lebt.Ein 6-jähriger Junge, der sich an seine Schwester klammert und der im Verlauf des Romans eine erschütternde Entwicklung und Verwandlung durchmacht. Das ist kurz und knapp die Beschreibung einer Familie, die im schönsten und größten Haus in einer hässlichen Reihenhaussiedlung am Rand des sog. Galgenwäldchens lebt und die wir 5 Jahre lang begleiten. Es ist eine Familie, in der Zärtlichkeiten, Gespräche und der Austausch über Gefühle keine Rolle spielen und die in kühler, liebloser, distanzierter und angespannter Atmosphäre vor sich hin lebt.Die Geschwister lieben es, ganze Nachmittage auf dem Autofriedhof zu verbringen und dort zu spielen. Selbst die Angst vor dem grimmigen Schrotthändler kann sie nicht davon abhalten.Und wenn abends der Eismann in ihre Straße kommt, dann laufen sie zusammen hin und kaufen sich ihren Nachtisch.Wir lernen die Ich-Erzählerin kennen. Sie ist ein starkes, mutiges, beharrliches aber völlig überfordertes Mädchen, das mit seinen Sorgen und Nöten alleine zurechtkommen muss und Trost, Beruhigung und Halt in der Welt ihrer Phantasie und in originellen Ideen findet. Dann, eines Tages ereignet sich ein Unfall, der den 6jährigen Gilles verstummen, erstarren und verhaltensauffällig werden lässt, weshalb seine Schwester, angetrieben von Liebe und Schuldgefühlen, einen Plan ersinnt, ihr Ziel beharrlich, eifrig und ehrgeizig verfolgt und über sich hinaus wächst...Immer wieder werden wir mit Gewaltszenen, sowie brutalen und erschütternden Passagen konfrontiert. Eine bedrohliche Atmosphäre liegt über dem Ganzen. Aufgrund der eindrücklichen und bildhaften Sprache und des fesselnden Inhalts fliegt man gebannt und gespannt durch das Buch und durchlebt Erschütterung, Enttäuschung, Verzweiflung und Wut der Ich-Erzählerin mit.Das rasante Erzähltempo wird zeitweise unterbrochen durch zeitlupenartiges Fokussieren von Ereignissen. Adeline Dieudonné streift oder überspringt Belangloses und stoppt bei wichtigen Ereignissen, die sie dann detailliert und mit schönen Vergleichen und Metaphern seziert und beschreibt.Ich kann nicht umhin, einige wunderschöne Passagen zu zitieren:„Ihr Gehirn war einfach im Energiesparmodus.“ (Pos. 978, Kindle)„Bei Professor Pawlović stopfte ich mich regelrecht mit Wissen voll und verdaute es so schnell, dass ich gleich wieder Hunger auf mehr hatte.“ (Pos. 1195, Kindle)„Auch ihre Sprache war zackig und präzise. Nichts Schwammiges, nichts Überflüssiges war zu hören.“Die Autorin beschreibt hier den Austausch zweier Jungen.Als ich diesen Satz gelesen habe, dachte ich, dass er haargenau auf die Ausdrucksweise der Autorin zutrifft. Es scheint, als sei er ein Leitsatz beim Schreiben des Buchs gewesen.Eine weitere Passage möchte ich zitieren, um daran zu demonstrieren, dass man Manches ganz langsam und bedächtig lesen sollte, weil es einem auf der Zunge zergeht:„Und mir ging auf, dass die Angst mich seit der Nacht im Wald nie verlassen hatte. Sie war wie ein Aasgeier, der einem verletzten Tier folgte und die ganze Zeit über mir gekreist war. Ich hatte so getan, als merkte ich es nicht aber die Angst hatte mich nicht verlassen, sondern sich ganz tief in meine Eingeweide geschraubt.“ (Pos. 1953, Kindle)Und jetzt noch ein letztes Schmankerl: „Jede Sekunde, die ich ihn sah, nagte ich in meinen Tagträumen ab wie einen Knochen, bis auch das letzte Fitzchen Fleisch abgelöst war.“ (Pos. 1969, Kindle)Für mich ist „Das wirkliche Leben“ ein radikaler, wuchtiger und gewaltiger Roman mit einer fesselnden und brillanten Erzählweise voller Energie und Sprungkraft, die ich in dieser Form noch nicht erlebt habe.Trotz großer Zeitsprünge hat man nicht das Gefühl etwas zu verpassen. Die Autorin erzählt unglaublich intensiv und eindrücklich und man kann wunderbar in das Innenleben der Protagonistin eintauchen.Der Roman strotzt vor Entwicklung. Nicht nur, dass sich die beiden Hauptprotagonisten, die Geschwister, verändern und entwickeln. Auch der Roman und die Autorin selbst scheinen sich rasant zu entwickeln.Der Roman wird immer eindringlicher und packender und die Autorin läuft zur Höchstform auf.Dieses Romandebüt der 1982 geborenen Adeline Dieudonné ist definitiv nichts für schwache Nerven und gleichzeitig ein must read! Es ist nicht verwunderlich, dass es mit 14 Literaturpreisen ausgezeichnet wurde.
Unbeschreiblich intensiv
Wenn Bücher von der Presse hochgelobt werden, bin ich meistens skeptisch. Aber hier geschieht das zu Recht. Schon lange hat mich ein Buch nicht so sehr überrascht, berührt und gleichzeitig fasziniert. Die Story ist hart und auch sehr brutal. Aber die Sprache ist gleichzeitig wunderschön und poetisch und auf den Punkt gebracht. Kein langes Drumherum, sondern akzentuiert und präzise. Dabei lässt Adeline Dieudonne ihre Hauptfigur, das zehnjährige Mädchen, dessen Namen ich nicht erfahren werde, aus ihrer Sicht erzählen. Sie bleibt die ganze Zeit die Stimme aus dem Off, was hier sehr viel Nähe und Authentizität bringt. Das junge Mädchen erzählt sehr offen und schonungslos, ihre Gefühle und auch ihr Verhalten kann ich gut nachvollziehen. Und ihre Panik! Ganz zu Anfang passiert etwas, was der Geschichte eine komplett andere Wendung gibt, dieser Vorfall ist der Auslöser von so viel Unheil und Unglück. Und dann passiert etwas, was selbst mich als Leser komplett aus der Bahn geworfen hat. Ich konnte kaum glauben, was ich da gelesen hatte …Adeline Dieudonne spielt gekonnt mit meinen Gefühlen und auch mit meinen Ängsten und obwohl ich ja nur zuschaue, bin ich dennoch mittendrin in diesem familiären Gefühlschaos. Das ist so eine Geschichte, wo es schwer fällt, einfach weiter zu lesen. Man möchte eingreifen, helfen, warnen und der Geschichte eine andere Richtung geben. Und dann konnte ich mich wieder fallen lassen in die wunderschöne Sprache. Es ist ein Buch der Gegensätze, es ist ein Buch der brutalen Realität und ganz weit weg von der schönen heilen Welt. Und gerade dafür habe ich es geliebt!
Pressestimmen
Für ihren märchenhaften Debütroman wurde die belgische Schauspielerin allein in Frankreich mit 14 Li...teraturpreisen ausgezeichnet. mehr weniger
Welche Bücher haben es im Augenblick überhaupt geschafft, einen so in Bann zu ziehen, dass man tatsä...chlich mal für ein paar Stunden alles stehen und liegen lässt und einfach nur in einer Lektüre versinkt? Diesem Buch ist das gelungen. […] Es ist ein radikales Plädoyer, sich von der Angst nicht hetzen zu lassen. mehr weniger
Thea Dorn
Eine umwerfende Coming-of-Age-Geschichte mit einem wilden Finale - ein verstörendes Vergnügen.
Günter Keil
Etwas Stephen King, ein wenig Hitchcock und jede Menge Blut und Tod - und das alles in sanftem Ton e...rzählt. mehr weniger
Dieser Roman ist unglaublich krass, von ungeheurer Sprachgewalt, es ist ein Thriller, eine Geschicht...e, die man gar nicht aus der Hand legen kann, allerdings, wenn man zart besaitet ist könnte es einem zu viel werden, also man muss schon ein bisschen dickeres Fell haben, um diesen Roman lesen zu können. Für mich ist es große Literatur. mehr weniger
Stefanie Stahl, 22.05.2021
Es kommt nicht so häufig vor, dass ich ein Buch mit angehaltenem Atem lese. Aber bei diesem Roman wa...r es so. mehr weniger
Julia Vogt, 08.04.2021
Ich habe das Buch gerne gelesen, es ist ein sehr farbenprächtiger Comic.
Viktor Giacobbo, 22.12.2020
Das Überraschende an ›Das wirkliche Leben‹ ist seine überzeugende Mischung aus Märchen und Thriller,... aus Gesellschaftsroman und Horrorgeschichte. mehr weniger
Judith Peters, 01.07.2020
Das Leben ist ein Dschungel, und die gefährlichsten Tiere leben in der eigenen Familie.
01.07.2020
Die Coming-of-Age-Geschichte eines Mädchens, das alles tut, damit ihr Bruder wenigstens sein Lachen ...bewahrt, haut einen um. mehr weniger
Angela Wittmann, 17.06.2020
Die Sozialanalyse in diesem Buch ist zwischen den Zeilen einfach brillant.
Barbara Vinken, 14.06.2020
Wenn ich nichts über das Buch und seine Autorin gewusst hätte, dann hätte ich garantiert gesagt, das...s ist wieder einmal ein typisches Beispiel der Meisterschaft des amerikanischen Erzählens – völlig falsch: die Frau ist Belgierin. mehr weniger
Gert Scobel, 14.06.2020
Es ist ein Debütroman von seltener Wucht.
Monika von Aufschnaiter, 05.06.2020
Geht unter die Haut
03.06.2020
Es ist die Stärke der Autorin Adeline Dieudonné: pointiert und temporeich erzählt sie in kurzen Kapi...teln vom Entkommen aus der Familienhölle. mehr weniger
Claudia Ingenhoven, 27.05.2020
Mit dramatischen Ereignissen, verpackt in ausdrucksstarke Worte, zieht einen die gewaltige Geschicht...e in ihren Bann und lässt einen nicht mehr los. mehr weniger
15.05.2020
Adeline Dieudonné wird in Frankreich für ihren teils harten, sehr eindrücklichen Roman gefeiert. Völ...lig zu Recht. mehr weniger
11.05.2020
Die Geschichte ist so packend, die Spannung so unheilvoll, die Heldin so entschlossen, dass man dies...es Buch erst wieder aus der Hand legt, wenn man es fertig gelesen hat. mehr weniger
Doris Kraus, 10.05.2020
Adeline Dieudonné fesselt jetzt auch die deutschen Leser.
07.05.2020
Ein Buch wie ein wuchtiger Rocksong: knallend, präzise und sehr lange nachhallend.
02.05.2020
Gegen Ende ist im Roman zu lesen: ›Es heißt, dass die Stille, die auf Mozart folgt, immer noch Mozar...t ist.‹ Die Stille, die auf die Lektüre von Dieudonnés Buch folgt, ist Schockstarre. Ihr Roman ist wie ein Faustschlag, von dem man sich erst mal erholen muss. mehr weniger
Franziska Wolffheim, 29.04.2020
Der ganze Roman lebt von einer unglaublichen Spannung, die nicht grell daherkommt, sondern fast schl...eichend, von Seite zu Seite bedrohlicher wird. mehr weniger
Christine Westermann & Andreas Wallentin, 24.04.2020
Jeder Satz ein Treffer: Adeline Dieudonné zeigt in ihrem Debüt, wie man sich gegen das Unglück wehrt.... […] Eine wilde Geschichte, bei der jedes präzise platzierte Wort funkelt, jede Metapher sitzt. […] Die Wucht, mit der die Autorin schreibt, nährt sich aus der Angst, die die Terroranschläge von Brüssel bei ihr hinterließen. Die Energie, mit der sie die Sätze rausfeuert, lieferte die musik, die sie beim Schreiben hört: Death Metal. Die Leichtigkeit, mit der sie Animalisches und Zartes verbindet, macht den Zauber ihres Romans aus. mehr weniger
Kerstin Hellberg, 23.04.2020
Hier kann man viel über die Zwiespältigkeit menschlicher Anlagen und Verhaltensweisen nachdenken, we...nn man die überaus farbige und eigentlich tragische Geschichte verschlungen hat. mehr weniger
Ellen Pomikalko
Dass sie beim Schreiben besonders gern energische Musik hört, ist spätestens spürbar, wenn die Handl...ung an Fahrt aufnimmt. mehr weniger
Ein radikales Plädoyer gegen die Angst.
Es ist erstaunlich, dass Adeline Dieudonné mit so zarten Worten von derart roher Gewalt erzählen kan...n. Ein verstörend brutales, gleichzeitig faszinierend sanftes Buch — ein Debüt, bei dem man von der ersten bis zur letzten Seite Gänsehaut hat. mehr weniger
Mareike Fallwickl
Dieser Roman ist unglaublich krass, von ungeheurer Sprachgewalt, es ist ein Thriller, eine Geschicht...e, die man gar nicht aus der Hand legen kann. mehr weniger
Stefanie Stahl, 14.08.2021
Überaus spannend und mitreißend geschrieben!
03.02.2021
›Das wirkliche Leben‹ vom belgischen Shooting-Star Adeline Dieudonné schreibt vom Aufwachsen mit ein...em gewalttägigen Vater und der Unmöglichkeit, die Zeit zurückzudrehen. mehr weniger
22.12.2020
Die Autorin schildert genüsslich das Grauen des Alltags.
Marion Luppen, 05.12.2020
Eine ganz großartige Vorstellung einer jungen, klugen und mutigen Frau. Unbedingt lesen, ein fantast...isches Debüt. mehr weniger
Heike Kahl, 05.10.2020
Ein Buch wie ein Hammerschlag.
Michael Lehmann, 03.10.2020
[Adeline Dieudonnés] unkonventionelle Geschichte eines Erwachsenwerdens in monströsem Umfeld ist vir...tuos erzählt und bleibt lange im Gedächtnis. mehr weniger
28.08.2020
Ein Roman, dessen mitunter düsterer Sog einen nicht mehr loslässt – bis am Ende das Licht sichtbar w...ird. mehr weniger
24.08.2020
Alles andere als leichte Kost – und doch ein literarisches Schmankerl, das seinesgleichen sucht.
18.08.2020
Schmerzhafte, zarte Coming-of-Age-Novel, die zu Tränen rührt und erschütternd gut geschrieben ist.
01.08.2020
Sie steigert mit ihren scharf beschriebenen Beobachtungen die Spannung bis zur Unerträglichkeit. Es ...stockt einem zuweilen fast der Atem. mehr weniger
Claudine Borries, 16.07.2020
›Das wirkliche Leben‹ ist ein spannendes, mitreißendes Buch gegen die Angst.
Madeleine Gullert, 15.07.2020
Sie wollen ein Buch lesen, das Sie vollkommen gefangen nimmt, bei dem Sie alles um sich herum verges...sen? Dann ist dieser Roman genau richtig für Sie. Ein Wahnsinnsbuch. mehr weniger
Sylvia Jongebloed, 23.06.2020
Ein gewaltiger und brutaler wie auch überwältigend spannender Roman ausserhalb der Lesekomfortzone.
Martina Tonidandel, 10.06.2020
Kraftvoll und schonungslos, übersetzt von Sina de Malafosse.
Lisa Schumacher, 09.06.2020
Für mich war es ein großartiger Lesespaß.
Hauke Harder, 04.06.2020
›Das wirkliche Leben‹ lohnt sich wirklich!
03.06.2020
[...] - ich habe selten ein Debüt gelesen, das mich mehr in seinen Bann gezogen hätte.
Barbara Breuner, 22.05.2020
Adeline Dieudonné gelingt es, in ihrer eindringlichen Sprache von der ersten Seite an zu begeistern.
22.05.2020
Eindringlich erzählt die Autorin Adeline Dieudonné in ihrem Roman die Geschichte einer Tochter, die ...zur Gejagten wird. mehr weniger
07.05.2020
Dieudonné erzählt diesen Coming-of-Age-Roman so, dass er einen wie ein Fieber packt und erst wieder ...loslässt, wenn es zu Ende ist. mehr weniger
Fleur Hummel, 04.05.2020
Eine zarte und wilde Sprache, eine warmherzige, dramatische und traurige Geschichte, einmal angefang...en ist man im Flow und reitet diesen wilden Ritt bis zum Ende mit, das in einem großen Knall mündet! Eine Kindheit, eine Jugend, die einen durchrüttelt. mehr weniger
Alex Dengler, 27.04.2020