Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt ein Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten.
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Das wirkliche Leben
Eine Reihenhaussiedlung am Waldrand, wie es viele gibt. Im hellsten der Häuser wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt.
In diesem Sommer erhellt nur das Lachen ihres kleinen Bruders Gilles das Leben des Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert. Nichts ist mehr wie zuvor. Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt das Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten. Von Sommer zu Sommer spürt sie immer deutlicher, dass sie selbst die Zukunft in sich trägt, wird immer selbstbewusster – ihr Körper aber auch immer weiblicher, sodass sie zusehends ins Visier ihres Vaters gerät.
Bibliografische Daten
2. Auflage
Adeline Dieudonné
Adeline Dieudonné, geboren 1982, lebt mit ihren Töchtern in Brüssel. Nach mehreren preisgekrönten Erzählungen und einem erfolgreichen One-Woman-Theaterstück entwickelte sich ihr Romandebüt ›Das wirkliche Leben‹ zu einem großen internationalen Bestseller. Sie wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, ihre Bücher in über zwanzig Sprachen übersetzt. Seitdem erschienen bei dtv der Text ›Bonobo Moussaka‹ sowie die Romane ›23 Uhr 12‹ und ›Bleib‹.
Sina de Malafosse
Sina de Malafosse, geboren 1984, lebt als Übersetzerin und Lektorin in Toulouse. Sie übersetzt u. a. Pauline Delabroy-Allard, Julia Deck, Victor Jestin und Adeline Dieudonné. 2021 erhielt sie mit Fatima Daas den Internationalen Literaturpreis des HKW.
4 - 10 von 144 Leserstimme
Thematik: Häusliche Gewalt
Ein traumatisierendes Geschehen, eine Explosion, deren Zeugen sie werden, verändert das ohnehin nicht gerade leichte Leben eines Geschwisterpaars. Der Junge ist zu diesem Zeitpunkt sechs, das Mädchen zehn. Die ganze Familie lebt und leidet mit und unter einem despotischen Vater. Erzählt wird aus der Sicht des Mädchens aus der Rückschau. Die Erzählerin ist eine kleine Intellektuelle, die sich der Gewaltspirale, in der sie sich befindet, bewusst ist und sich abgrenzt. Das geschieht durch eine schnoddrige mit Zynismen durchschossene Sprache samt überbordenden Vergleichen sowie dem Aufbau einer Fantasiewelt, in der das Mädchen mehr hofft als wirklich glaubt, sich zeitlich durch den Bau einer Zeitmaschine zurückversetzen zu können, vor den Zeitpunkt der Explosion. Eine solche Illusion lässt sich jedoch nicht ewig aufrechterhalten. Jedesmal wenn die Erzählerin wieder eimal einer Fluchtmöglichkeit vor der schlimmen Realität beraubt wird, steigert das Buch die Spannung! Bruder und Schwester wählen unterschiedliche Wege, um mit der Situation klarzukommen. Die diesbezüglichen Schilderungen, Tierquälereien, etc., mögen einem nicht gefallen, aber sie sind eine Möglichkeit. Nicht die beste. Aber eine, die für die Betroffenen greifbar sind. Statt die übliche Betroffenheitsschiene auszuwalzen, hat sich die Autorin für eine steile Spannungskurve in ihrem Buch entschieden, selbst auf Kosten unwahrscheinlicher Wendungen. So wird die Autorin diejenige Klientel in ihr literarisches Boot holen, die es angeht, nämlich die jungen Erwachsenen, die sich damit auseinandersetzen sollen, was häusliche Gewalt ist, wie sie sich auswirkt und ob sie zu überwinden ist. Oft genug sind sie in der einen oder anderen Form selber betroffen. Dass das Buch so spannend gestaltet ist, ist seine Stärke. Deshalb kommt es auch gut an.Fazit: Für ein Jugendbuch, ab fünfzehn, ist „Das wirkliche Leben“ ein großartiger Roman, der die Thematik der häuslichen Gewalt spannend und langeweilefrei aufbereitet; für mich als Erwachsene ist das Sammelsurium an Einfällen oft zu kurios. Und was das Buch im „Literarischen Quarett“ vom Mai 2020 zu suchen hatte, ist mir schleierhaft. Kategorie: Junge Erwachsene: 5 PunkteKategorie: Belletristik. Anspruchsvolle Literatur: 3 Punkte. Verlag: dtv, 2020
es ist wirklich anders
Dieses Buch kann man nicht beschreiben... Es ist so, wie es hinten drauf steht, es ist anders als alles, was man bisher gelesen hat.... Es ist subtil, aber auch gewaltig... Ja gewaltig viel Gewalt... Eine Heldin, die nicht aufgibt, niemals, die auch weiß, dass sie die ist, die sie ist, wegen der Scheiße, die sie tagtäglich erlebt... Und trotzdem nie aufgibt... Ich kann es nicht beschreiben, es ist gewaltig.... Und brutal... Aber eben auch stark... ab der Mitte des Buches erging es mir so, dass ich nur noch wissen wollte, wie es weitergeht, die Zeit fliegt so an einem vorbei, man fragt sich, was wird aus dem Bruder, was wird aus dem Mädchen, irgenwie hofft man immer, dass alles noch gut wird...
Jäger oder Beute
"Das wirkliche Leben" ist kein Wohlfühlroman, auch wenn der pinke Einband vielleicht anderes vermuten lassen könnte.Das Leben des 10-jährigen Mädchens und ihres kleinen Bruders Gilles in einer kargen Reihenhaussiedlung ist dank eines gewalttätigen Vaters und einer unterwürfigen Mutter kein besonders angenehmes. Aber nach einem schrecklichen Vorfall beginnt sich auch ihr Bruder zu verändern und das Mädchen versucht fortan alles, um diesen Vorfall rückgängig zu machen.Diese Geschichte liest sich überraschend flüssig, die Erzählung fliegt wie im Zeitraffer an einem vorbei. Dieser nahtlose Übergang von Tagen in Wochen, Monate und bald auch Jahre betont umso stärker die Tristesse und Gleichgültigkeit, die im Leben dieser Familie herrscht.Der trockene, abwechslungsarme Erzählstil verdeutlicht den Aufruhr, der im Inneren dieses jungen Menschen umher wirbelt; die Emotionen treten dadurch, dass sie unausgesprochen bleiben, umso stärker ins Bewusstsein.Es ist nur schwer zu ertragen, beobachten zu müssen, welche Grausamkeiten dieses Mädchen dazu zwingen, viel zu früh erwachsen zu werden, Verantwortung zu übernehmen und die Entscheidung zu treffen, ob sie lieber Jäger oder Beute sein will.Gleichzeitig wirkt die Erzählung wie eine Allerweltsgeschichte und macht damit nur umso deutlicher, dass sich eben solche Schreckgespenster wie die hier auftretende häusliche Gewalt hinter jeder Fassade verstecken können.Fazit:Dieses Buch ist keine leichte Lektüre, dafür aber umso eindringlicher.
Der Blumenwalzer, der unser ganzes Leben verändern sollte
"Gilles kam jeden Abend zu mir ins Bett gekrochen. Mein Gesicht in seinen Haaren vergraben, konnte ich seine Albträume in den Nächten beinahe hören. Was hätte ich alles dafür gegeben, die Zeit zurückdrehen zu können, bis zu dem Moment, als ich das Eis bestellt hatte." (Buchauszug)In einer Reihenhaussiedlung am Waldrand wohnt ein 10-jähriges Mädchen mit ihrer Familie. Alles könnte so normal sein, wäre da nicht die einzige Leidenschaft ihres Vaters für Whisky, TV und das jagen. Von seinen Großwildsafaris, für die er selten genug Geld hatte, bringt er regelmäßig Trophäen mit nach Hause, für die er eigens ein Zimmer eingerichtet hat. In einer solch bedrückenden Atmosphäre zu leben ist nicht einfach, weshalb sie mit Gilles meist zum Autofriedhof spielen geht und sie sich freuen wenn abends der Blumenwalzer des Eismanns ertönt. Doch dann geschieht eines Tages eine unfassbare Tragödie. Fortan ist nichts mehr wie zuvor, den diese Bilder haben sich in ihre Augen gebrannt.Meine Meinung:Die Geschichte die Adeline Dieudonné in diesem Buch beschreibt, hat mich mitgenommen in eine Umgebung voller Angst, Gewalt und Bedrohung. Der Schreibstil ist einfach, reduziert, sehr bildhaft, ich hatte öfters sogar das Gefühl, das beim Lesen der Film dazu ablief. Zudem gibt es einige Szenen, mit unbeschreiblichen Bildern voller unfassbarer Poesie, gleichzeitig aber auch kindhaft gut umschrieben. So beschreibt sie zum Beispiel ihre Mutter als eine "Amöbe", weil sie so unscheinbar, farblos und ängstlich auf sie wirkt. Ihre Aufgaben beschränken sich mehr oder minder aufs Kochen und selbst das kann sie nicht besonders gut. Lediglich ihren Ziegen widmet sie alle Zeit und schenkt ihnen ihre ganze Liebe. Ihr Vater dagegen ist ein "Koloss", breite Schultern wie ein Abdecker und Hände wie ein Riese. Der gewalttätige Vater scheint seine Probleme regelrecht in sich hineinzufressen, bis er dann wieder einmal auf eine Großwildjagd gehen muss oder gar explodiert und auf die Mutter losgeht. Nur bei der Jagd scheint er seine Wut loswerden zu können, in dem er sich eine neue Trophäe schießt. Selbst im Hochzeitsfoto ihrer Eltern sucht sie vergebens nach Liebe, Bewunderung, Freude oder einem Lächeln. Das 10-jährige Mädchen im Buch bleibt leider namenlos, doch nicht blass, den ihr Wille ist unfassbar stark. Selten habe ich so ein Kind erlebt, das so um ihren Bruder und ihr eigenes Leben kämpft. Der 6-jährige glückliche, fröhliche Bruder Gilles wirkt nach dem Unglück apathisch, kraftlos und stumm, sodass sie Angst hat in seinen Augen jene Tragödie explosionsartig ablaufen zu sehen. Von der Hyäne einer Jagdtrophäe, die hier als eine Art Tod steht, wird er quasi angezogen. Weil sie sich die Schuld für die Tragödie gibt, möchte sie am liebsten alles ungeschehen machen. Doch die Zeit vergeht und die Sorgen, Ängste und Probleme nehmen weiter zu und sie wird immer mehr in die Opferrolle gedrängt wie ihre Mutter. Das einzige, was mir weniger gefallen hat, sind die sexuellen Gefühle für ihren verheirateten Nachbarn, wo sie doch sonst eher so konservativ erzogen war. Trotzdem bleibt das Mädchen für mich sehr mutig, entschlossen und äußerst fokussiert auf das einzige Ziel ihren Bruder zu retten. Das Ende kam dann explosionsartig und hat mich wirklich schockiert und unfassbar zurückgelassen. Dabei lässt die Autorin einem den Raum zum Revue passieren und nachdenken. Der Bestseller bekam verdient 14 Literaturpreise und die Filmrechte in 20 Ländern. Für mich ist es ebenfalls ein starkes, sprachgewaltiges und ungewöhnliches Buch und ich bin gespannt, wie dieses filmisch umgesetzt wird. Von mir gibt es darum 5 von 5 Sterne dafür.
Coming-of-Age Geschichte bizarrer Art
Der Roman „Das wirkliche Leben“ ist das Debüt der Belgierin Adeline Dieudonné. Sie lässt ihre unbenannte Protagonistin als Ich-Erzählerin auftreten, die davon erzählt, wie sie von Kind an darum bemüht ist, ihr wirkliches Leben zu führen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg, der über Jahre hinweg von ihr fordert, dass sie die Gegebenheiten in ihrer Jugend akzeptiert.Die namenlose Erzählerin schildert ihre Erlebnisse im Rückblick. Als sie zehn Jahre alt ist und ihr Bruder sechs ereignet sich ein verstörender Unfall bei dem die Geschwister miterleben, wie jemand auf außergewöhnliche Weise ums Leben kommt. Die Protagonistin nimmt ab diesem Zeitpunkt eine Wesensänderung bei ihrem Bruder wahr und für sie selbst ist es der Auslöser für die Idee, die Vergangenheit zu ändern, damit das dann kommende Leben eine Wirklichkeit wird, die nicht nur sie, sondern auch ihren Bruder glücklich macht.Die Familie lebt in einer Reihenhaussiedlung. Hinter der immer gleichen Fassade wohnen ganz unterschiedliche Menschen. Doch das Haus der Familie am Ende der Hausreihe unterscheidet sich ein wenig von den anderen und fällt dadurch ins Auge. Was wie bei den anderen Häusern nicht auffällt, ist das, was sich hinter den Türen ereignet.Der Vater der Familie ist begeisterter Jäger und geht gern auf Großwildjagd. Ein Zimmer im Haus ist ausschließlich mit seiner Trophäensammlung ausgestattet. Trotz Verbots schleichen die Geschwister sich immer wieder ins Zimmer, voller widerstreitender Gefühle in Anbetracht der ausgestellten Tiere.Die Mutter ist Hausfrau und züchtet wenige Ziegen. Sie bleibt unscheinbar, immer bereit, der Wut des Ehemanns zu entgehen und stattdessen seine Belehrungen und Weisungen entgegen zu nehmen. An der Protagonistin geht das Verhalten ihrer Eltern nicht unbemerkt vorbei, sondern sie fühlt sich und ihren Bruder immer tiefer hineingezogen in die eingeschliffenen Verhaltensweisen ihrer Eltern und deren Erwartungen entsprechende Rollen nach eigenem Vorbild einzunehmen. Um nicht so farblos zu werden wie ihre Mutter bemüht sie sich in der Schule um beste Noten und erhält auf diese Weise eine Anerkennung, die sie in der Familie nicht findet. Außerdem erhofft sie sich durch ihre Wissbegier, eine Lösung für die Umsetzung ihrer Idee zu finden.Die Sprache ist einfach, dem Alter der Protagonistin während der Ereignisse angepasst. Es sind gerade die kurzen Sätze, die eine besondere Brisanz in die Erzählung bringen und mit ihrer Aussage das Gewicht verdeutlichen, dass ein junges Mädchen beim Heranwachsen zu tragen hatte. Zwar ist die Geschichte nur fiktiv und dennoch beschreibt sie eine mögliche Realität mit großem Ausdruck, der mich als Leser beeindruckte.„Das wirkliche Leben“ von Adeline Dieudonné erzählt die Coming-of-Age Geschichte bizarrer Art einer ungenannten Jugendlichen, die nachdenklich stimmt und in Erinnerung bleibt. Gerne empfehle ich den Roman weiter, möchte aber auf die teils aufschreckenden Beschreibungen hinweisen.
Die Kraft der Liebe
„Wer kann schon bestimmen, wie viel er liebt? Wenn man es bestimmen kann, ist es keine Liebe“. So beginnt der Roman „Die einzige Geschichte“ von Julian Barnes. Die zehnjährige weibliche Heldin aus Adeline Dieudonnés Roman liebt ihren kleinen Bruder. Und diese Liebe, ist das bestimmbare Gefühl, dass sie antreibt, ihn zu retten. Ich habe „Das wirkliche Leben“ in dreieinhalb Stunden gelesen, unfähig das Buch aus der Hand zu legen. Eine unauffällige Reihenhaussiedlung irgendwo am Waldrand in der französischen Provinz. Eine Familie die nur nach außen hin normal scheint. Im Innern des Hauses bereitet die „Amöbe“ Mutter farb- und geschmacklose Gerichte zu, während der Whisky trinkende Vater auf dem Sofa vor dem Fernseher sitzt. Die Mutter ist vor allem darum bemüht nicht aufzufallen um dem Vater keine Angriffsfläche zu bieten. Dessen Gewaltausbrüche einzig von seiner Jagdleidenschaft reguliert werden, weshalb es im Haus „das Zimmer“ gibt. Ein Raum der nur den erlegten Trophäen gewidmet ist. Ausgestopfte Beweise seiner Siege über wehrlose Beute. Als die Kinder Zeuge einer Tragödie werden, ist niemand da um sie aufzufangen. „Ich wünschte mir nichts mehr, als dass ein Erwachsener, irgendeiner, mich an der Hand nahm und zu Bett brachte. Und für mich die Dinge wieder zurechtrückte. Mir erklärte, dass es selbst nach so einem Tag ein Morgen gab, und dann ein Übermorgen. Und dass mein Leben irgendwann in die gewohnten Bahnen zurückkehren und all das Blut und die Angst und der Schrecken in Vergessenheit geraten würden. Aber niemand kam.“ Und so beschließt das Mädchen „nicht tatenlos zuzuschauen, wie das Geschmeiß weiter das Gehirn“ des kleinen Bruders zerfrisst. Selten hat mich ein Roman so hin- und hergerissen. Rohe Sätze wechseln sich ab mit Worten voll poetischer Schönheit. Die Sprache ist kraftvoll, eindringlich und in ihrer unmittelbaren Wucht manchmal unerträglich und dabei oft schier unerträglich schön. Die Ich-Erzählerin schildert, was sie sieht, was sie erlebt, was sie fühlt und denkt, mit den Worten einer reinen Seele, die „das wirkliche Leben“ hinter der sie umgebenden Zerstörungswut ahnt. „Es gibt Dinge, die man einfach nicht akzeptieren kann. Weil man sonst daran krepiert. Und ich wollte nicht sterben. Denn ich bekam gerade erst eine Ahnung davon, wie schön das Leben sein könnte.“. Die Autorin braucht nicht viele Worte um Angst auszulösen, Gewalt zu beschreiben, Wut eskalieren zu lassen, Hilflosigkeit auszudrücken oder den Adrenalinspiegel nach oben schnellen zu lassen. Ebenso sicher findet sie aber auch die richtigen Worte um die allumfassende, heilende Kraft der Liebe zu feiern. Mir fiel dabei die Stelle aus dem Korintherbrief ein: „.... und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Der Beweis wäre mit diesem Roman erbracht. In einer Tiefe, die trotz der Kürze des Romans Spuren hinterlässt.
Ein beeindruckendes Debüt, aber nichts für schwache Nerven
Dieses Buch ist besonders. Allein der außergewöhnlich gestaltete Einband erweckt Aufmerksamkeit, er ist grell, macht neugierig.Die Geschichte wird retrospektiv aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei wird versucht, die kindliche Gedankenwelt in Worte zu fassen und nachvollziehbar zu machen. Man hat es absolut nicht mit „kindlichem Geplapper“ zu tun (eine Befürchtung, die ich zunächst hatte), sondern mit einer ausdrucksstarken, vielseitigen Sprache.Die Kindheit der namenlosen Ich-Erzählerin ist grausam. Der Vater ist ein herzloser Tyrann: „Mein Vater war ein Koloss. Er hatte breite Schultern wie ein Abdecker. Und Hände wie ein Riese. Hände, die den Kopf eines Kükens ebenso leicht abschlagen konnten wie den Kronkorken einer Flasche Cola.“ (S. 8) Die Mutter ist das Opfer seiner Launen, seine Attacken verlaufen meist brutal und blutig. Die Tochter vergleicht die Mutter mit einer Amöbe. Der kleine Bruder Gilles ist vier Jahre jünger als die Erzählerin und ihr ganzes Glück: „Meine Liebe zu ihm war die reinste Form der Liebe, die es auf dieser Welt gibt. Wie Mutterliebe. Eine Liebe, die keine Gegenleistung erwartet und durch nichts zerstört werden kann.“ (S. 13) Die Kinder werden regelmäßig Zeugen von Gewalt gegen die Mutter, die resigniert hat und ihrem Mann nichts entgegen setzen kann und will. Ihre Aufgabe liegt in der Zubereitung eintöniger Mahlzeiten. Darüber hinaus gilt ihr liebevolles Interesse ihren Ziegen – ein verstörendes Verhalten.Als die Erzählerin 10 Jahre alt ist, geschieht etwas Schreckliches: sie und ihr Bruder werden Zeugen eines tragischen Unglücksfalles, der ein Menschenleben kostet. Ab diesem Zeitpunkt ist nichts mehr so, wie es war. Insbesondere Gilles ist fortan traumatisiert, zieht sich in sich zurück und spricht nicht mehr. Die Eltern scheinen das veränderte Verhalten des Sohnes nicht zu merken, die Erzählerin beschäftigt es umso mehr. Sie tut alles, um ihrem Bruder sein einmaliges Lachen zurückzugeben und gegen „das Geschmeiß“ in seinem Kopf, das von ihm Besitz ergriffen hat, vorzugehen. Es ist tragisch zu beobachten, wie verzweifelt das Mädchen nach Lösungen sucht. Sie flüchtet sich in eine phantastische Welt, träumt davon, zurück in die Vergangenheit reisen zu können, um den Unfall ungeschehen zu machen, der zur tiefen Spaltung der Geschwister geführt hat. Sie möchte ihren Bruder zurück. Gilles wendet sich indessen immer mehr dem Vater zu, er geht mit ihm jagen und wird immer gemeiner. Kein Wunder, dass die Erzählerin entsetzlich leidet.Die Situation wird immer unerträglicher, spitzt sich zu. Das Mädchen lässt sich nicht brechen, sie ist kein Opfer. Was sie nicht ändern kann, erträgt sie und sucht sich Rettungsinseln außerhalb der Familie: „Denn das Leben war nun einmal eine Ladung Fruchtpüree in einem Mixer und man musste aufpassen, in dem Strudel nicht von den Klingen nach unten gezogen und zerkleinert zu werden.“ (S. 74) Die Erzählerin entwickelt sich weiter. Sie lernt fleißig, nimmt Jobs zum Babysitten an. Wir begleiten sie über einen Zeitraum von fünf Jahren.Die Ambivalenz der Gedankenwelt des Mädchens fasziniert: Auf der einen Seite kindliche, naive Phantasien, auf der anderen Seite Reife, Vorausplanung und Abgeklärtheit. Der Gewalttätigkeit des Vaters, die den Leser zutiefst schockiert, begegnet sie mit Routine und Selbstverständlichkeit. Das Buch ist nichts für zarte Nerven. Wiederholt gibt es blutige Szenen. Schreibstil und Handlung sind faszinierend. Die Autorin flechtet bewusst märchenhaft anmutende Motive in ihren Roman hinein. Gut und Böse sind scharf voneinander getrennt. Sie präsentiert eine kraftvolle, tapfere Heldin, die ihrem schwierigen Umfeld trotzt, aber auch fast verzweifelt auf der Suche nach Liebe ist. Die Handlung entwickelt eine unglaubliche Spannung bis hin zu einem großen Showdown am Schluss. Es werden deutliche Worte und eine extrem bildhafte Sprache verwendet, in die zahlreiche Metaphern einfließen. Ich gestehe, dass mir einige davon besonders im ersten Viertel des Romans zu wuchtig, zu gewollt erschienen. Später wurde es für mein Empfinden besser, das mag aber auch daran liegen, dass mich die Handlung regelrecht mitgerissen hat.„Das wirkliche Leben“ ist ein beeindruckendes Debüt über familiäre Gewalt, dessen Protagonistin an keiner Stelle die Hoffnung verliert. Das Ende passt zur Geschichte, beantwortet nicht alle Fragen und war für mich stimmig. Insofern empfehle ich das Buch von Herzen für Leser/innen ab circa 16 Jahren. Man kann es hervorragend in aufgeschlossenen Lesekreisen diskutieren.
Angst und Faustschläge statt Liebe
Ein namenloses Mädchen erzählt über das Leben ihrer Familie, die eigentlich alles andere als normal ist. Der Vater verbringt seine Freizeit vor dem Fernseher, trinkt regelmäßig Whisky und ist ein leidenschaftlicher Jäger. Ein Zimmer im Haus ist nur mit seinen Jagdtrophäen vollgestopft. Die Mutter ist eine unscheinbare Frau, die sich um das Haus kümmert und schreckliche Angst vor ihrem jähzornigen Mann hat. Das Mädchen liebt über alles ihren vier Jahre jüngeren Bruder Gilles mit seinem Milchzahnlächeln. Eines Abends passiert ein schrecklicher Unfall, der das Leben der ganzen Familie verändert.Diese Geschichte, die zuerst ein bisschen langweilig klingt, wird von Seite zur Seite spannender, die geschilderten Ereignisse wirken immer bedrohlicher. Das Mädchen, trotz ihres zarten Alters, ist eine aufmerksame Beobachterin und eine scharfsinnige Erzählerin. Sie findet deutliche, scharfe Worte um das Verhalten ihrer Eltern zu kritisieren. So nennt sie ihren Vater einen Koloss, dessen Hände „den Kopf eines Kükens leicht abschlagen konnten“ (Zitat Seite 9). Ihre Mutter ist für sie „eine Amöbe“, die in ständiger Furcht vor ihrem Mann lebt und nur für das Zubereiten von Mahlzeiten zuständig ist. Mit dem Fortschreiten der Geschichte merkt man, dass diese Kritik gerechtfertigt ist. Es wurde aber auch offensichtlich, dass vor allem das heranwachsende Mädchen ein normales Zuhause vermisst, die Elternliebe, Zuwendung, Wärme und Herzlichkeit. Als der Vater eines Tages „mein Schatz“ zu ihr sagt, erzählt sie: „Ich hatte das Gefühl, mein Herz würde gleich explodieren.“… „Die beiden kleinen Wörter schwirrten wie Glühwürmchen in meinen Ohren und flogen von dort hinunter in meine Brust, wo sie mehrere Tage lang leuchteten.“ (Zitat Seite 42)Nach dem schrecklichen Unfall verfällt Gilles zuerst in eine Art Schockstarre. Dann beginnt er alle Tiere in der Gegend zu quälen und gerät dabei immer mehr unter den Einfluss des Vaters. Diese Ereignisse und die Worte der Geschichtenerzählerin Monica: »Es gibt Leute, die verdüstern euch den Himmel, stehlen euer Lachen oder setzen sich mit ihrem ganzen Gewicht auf eure Schultern, um euch am Fliegen zu hindern. Von solchen Menschen haltet euch bloß fern.“ (Zitat Seite 16) rütteln das Mädchen wach. Als sie selbst dann von dem Vater zur Beute erklärt wurde, erkennt sie, dass sie zwar die Zeit nicht mehr zurückdrehen, dafür aber die Zukunft verändern kann.„Das wirkliche Leben“ ist eine bewegende Geschichte über das scheinbar glückliche Leben, das in Wirklichkeit aber nur von Gewalt, Machtausübung, Dominanz, Furcht und Schrecken bestimmt ist. Die Bilder dieses grausamen Lebens sind erschütternd, manche Szenen sind kaum zu ertragen. Diese dramatische Geschichte - packend geschrieben, hoch emotional, voller ausdruckstarken Bildern, die oft sprachlos machen - hat mich total in ihren Bann gezogen. Denn die Autorin weiß, wie man die Herzen der Menschen erreichen kann: „Geschichten sind dazu da, alles hineinzupacken, was uns Angst macht. Denn so können wir uns sicher sein, dass es nicht im wirklichen Leben passiert.« Dem kann man nichts mehr hinzufügen! Meine Empfehlung: das Buch unbedingt lesen!
Ein mutiges Mädchen stellt sich dem Leben
Die geheime Macht der Beute …Sehr schnell fällt auf, dass sämtliche Akteure außer Gilles, dem kleinen Bruder des erzählenden Mädchens, namenlos bleiben. Diese Tatsache passt sehr gut zu der Geschichte um ein liebloses Elternhaus, in dem die Mutter völlig untergeht und der Vater ein gewalttätiger, saufender Kerl sich mehr Gedanken um die nächste Jagd als um seine Familie macht. Um Gilles dreht sich das Leben der Ich-Erzählerin, die mit ihm in einer grauen Siedlung am Rande der Stadt und nahe des Waldes aufwächst. Ein traumatisches Erlebnis verändert das Leben der beiden Kinder schlagartig. Während der kleine Gilles in eine Art Schockstarre und Teilnahmslosigkeit fällt, schwört sich das Mädchen, das Lachen ihres Bruders und seine Lebensfreude mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, zurückzuholen. Dabei steht sie ganz alleine, auf sich selbst zurückgestoßen, denn ihre Mutter fristet als eine Art menschliche Amöbe ein trostloses Leben zwischen Haushalt, Prügel und ihren wenig abwechslungsreichen Kochkünsten. Der Leser/die Leserin könnte die Mutter fast vergessen, wäre da nicht ihre Liebe und Sorge um ihre Ziegen, die sie im Garten des Hauses hält. Dadurch erhält sie etwas Menschlichkeit, die jedoch verblasst, da sie ihren Kindern nicht nur Seite steht. Der Vater … er ist ein von der Jagd besessener, langweiliger, Whiskey trinkender und schlagender Mann, der sich nur durch seine Trophäen im s.g. Zimmer der Kadaver identifiziert. Die schulischen Erfolge seiner Tochter wertet er durch so Aussagen wie „Fantastisch. Wir haben eine Intelligenzbestie in der Familie.“ ab. Im Laufe der Jahre, die sich vor allem auf die Sommer konzentrieren, gewinnt der Vater immer mehr Einfluss auf seinen Sohn und das macht dem Mädchen Angst, bestärkt sie aber trotzdem in ihrem Vorhaben, Gilles und auch sich selbst zu retten. Stets schwebt die Frage „Wird ihr Plan gelingen und kann sie ihren Bruder retten?“ über den Zeilen.Alleine wie die Autorin den Zustand von Gilles beschreibt, in dessen Kopf sich „Geschmeiß“ ausbreitet und nur ein „kleines, gallisches Dorf“ Widerstand gegen den Einfluss der Hyäne im Zimmer der Kadaver auflehnt, ist sensationell. Zitat von Seite 72: „Solange dieser Stamm am Leben blieb, war mein kleiner Bruder noch nicht ganz verloren.“ Ihre bildliche Sprache zog mich nicht nur in den Bann, so dass ich durch das Buch geradezu geflogen bin, sondern machte mich atemlos und hinterließ ein unangenehmes Kribbeln im Nacken. Ein ums andere Mal merkte ich meine körperliche Anspannung und mein Bangen mit dem Mädchen, in das ich mich so gut hineinversetzen konnte und mit dem ich mitfühlte und bangte bis zum Schluss des Romans. Das Heranwachsen des Mädchens zeigt sich auch im Erzählstil, der immer erwachsener und auch nüchterner wird. Während der Pubertät, als andere Mädchen sich immer mehr durch Äußerlichkeiten definieren, stellt sie Protagonistin fest: „In meinem genetischen Code waren Zurückhaltung und Anmut hingegen nicht angelegt, so viel stand fest.“ An ihrer Geschwisterliebe hält sie unverbrüchlich fest und geht dabei ihren ganz eigenen Weg. Dieses Buch ist gnadenlos, hart, angsteinflößend, grausam, brutal, dabei poetisch, voller Mut und einem Funken Hoffnung und ganz viel Geschwisterliebe. Tierfreunde werden in diesem Buch auf eine harte Probe gestellt. Bereits auf der ersten Seite hatte mich Adeline Dieudonné gepackt und in das Buch hineingezogen. „Bei uns zu Hause gab es vier Schlafzimmer. Meines. Das meines Bruders Gilles. Das meiner Eltern. Und das der Kadaver.“ Dieser erste Satz sagt so viel aus, lässt Schlimmes ahnen und zeigt, dass es sich hier keineswegs um einen Wohlfühlroman handelt. Im Laufe des Lesens habe ich einige Post-Ist ins Buch geklebt, da es so viele ergreifende Sätze enthält, dass ich sie am Liebsten alle aufzählen würde. „Das wirkliche Leben“ ist nicht immer fair, schon gar nicht einfach und erfordert Opfer. Es ist schwer in Worte zu fassen, wie mich dieses Buch beeindruckt hat. Kein Wunder also, dass es er „Liebling der französischen Buchhändlerinnen“ genannt wird.Ich kann das Zitat von Pierre Maury vom „Le Soir“ nur bestätigen: „Dieser Roman ist anders als alles, was sie bisher gelesen haben.“
Sehr intensiv
Es ist nicht einfach für mich, etwas zu dem Buch zu schreiben, das auch nur annähernd das beschreibt, was ich beim Lesen empfunden habe. Obwohl oder vielleicht gerade weil die Geschichte relativ kurz ist, hat sie für mich so eine Wucht gehabt. Die Geschichte ist teilweise schon sehr drastisch und ich hätte mir gewünscht, dass ich auf manches besser vorbereitet gewesen wäre. Gewalt und auch Tierquälerei sind schon schwer zu ertragen.Dazu kommt, dass der Schreibstil recht schnörkellos, nüchtern, teilweise sogar kühl ist, was den ganzen Eindruck meiner Meinung nach noch verstärkt.Die Geschichte wird aus der Ich Perspektive eines 10 jährigen Mädchens erzählt, die aber im ganzen Verlauf des Buches ohne Namen bleibt. Ihr kleiner Bruder dagegen wird oft bei seinem Vornamen genannt, bis auf wenige Ausnahmen gibt es für die übrigen Personen nur Bezeichnungen. Sie bleiben damit meistens auf Distanz. Ihre Mutter bezeichnet das Mädchen sogar als Amöbe, die ein willenloses Einzeller Dasein führt. Ausgelöst wahrscheinlich durch die bloße Angst vor ihren gewalttätigen Mann und ihre Furcht vor seinen nächsten Ausbruch. Das alles wird sehr nüchtern analysiert und auch beschrieben, das war schon ziemlich heftig zu lesen.Als dann vor den Augen des Mädchens und das ihres kleinen 6 jährigen Bruders ein furchtbares Unglück passiert, sind weder ihre Mutter noch ihr Vater, der sich nur für die Jagd, für das Fernsehen und für Whiskey interessiert für die beiden da, um sie aufzufangen. Der Vater nimmt noch einen gesonderten, furchteinflößenden Raum ein, allein dass er einen extra Zimmer für seine Kadaver, für seine Jagdtrophäen besitzt, ist schon beängstigend.Vor allen für den kleinen Bruder hat dieses Unglück schlimme Auswirkungen und das hochintelligente Mädchen versucht mit Hilfe ihrer Neigung und Bewunderung für Physik die „Zeit zurückzudrehen..“ Das Mädchen strahlt für mich trotz der schlimmen und trostlosen Umstände und Umgebung eine Kraft aus, das ist unglaublich. Sie wird in der Geschichte langsam zur Frau, was sie allerdings nicht beunruhigt, sondern auf nüchterne Art kommentiert und annimmt. Sie wehrt sich, will kein Opfer sein und zielstrebig ihre Träume verwirklichen, auch um ihren Bruder wieder lachen zu sehen.Am Ende wird es noch mal sehr heftig und trotz der Sanftheit und Hoffnung, die auch immer mal wieder durchblitzt ist das wie ein Schlag in den Magen.Eine Geschichte, die bei mir noch lange nachhallen wird und ein wirklich sehr beeindruckendes Roman Debüt.
Pressestimmen
Für ihren märchenhaften Debütroman wurde die belgische Schauspielerin allein in Frankreich mit 14 Li...teraturpreisen ausgezeichnet. mehr weniger
Welche Bücher haben es im Augenblick überhaupt geschafft, einen so in Bann zu ziehen, dass man tatsä...chlich mal für ein paar Stunden alles stehen und liegen lässt und einfach nur in einer Lektüre versinkt? Diesem Buch ist das gelungen. […] Es ist ein radikales Plädoyer, sich von der Angst nicht hetzen zu lassen. mehr weniger
Thea Dorn
Eine umwerfende Coming-of-Age-Geschichte mit einem wilden Finale - ein verstörendes Vergnügen.
Günter Keil
Etwas Stephen King, ein wenig Hitchcock und jede Menge Blut und Tod - und das alles in sanftem Ton e...rzählt. mehr weniger
Dieser Roman ist unglaublich krass, von ungeheurer Sprachgewalt, es ist ein Thriller, eine Geschicht...e, die man gar nicht aus der Hand legen kann, allerdings, wenn man zart besaitet ist könnte es einem zu viel werden, also man muss schon ein bisschen dickeres Fell haben, um diesen Roman lesen zu können. Für mich ist es große Literatur. mehr weniger
Stefanie Stahl, 22.05.2021
Es kommt nicht so häufig vor, dass ich ein Buch mit angehaltenem Atem lese. Aber bei diesem Roman wa...r es so. mehr weniger
Julia Vogt, 08.04.2021
Ich habe das Buch gerne gelesen, es ist ein sehr farbenprächtiger Comic.
Viktor Giacobbo, 22.12.2020
Das Überraschende an ›Das wirkliche Leben‹ ist seine überzeugende Mischung aus Märchen und Thriller,... aus Gesellschaftsroman und Horrorgeschichte. mehr weniger
Judith Peters, 01.07.2020
Das Leben ist ein Dschungel, und die gefährlichsten Tiere leben in der eigenen Familie.
01.07.2020
Die Coming-of-Age-Geschichte eines Mädchens, das alles tut, damit ihr Bruder wenigstens sein Lachen ...bewahrt, haut einen um. mehr weniger
Angela Wittmann, 17.06.2020
Die Sozialanalyse in diesem Buch ist zwischen den Zeilen einfach brillant.
Barbara Vinken, 14.06.2020
Wenn ich nichts über das Buch und seine Autorin gewusst hätte, dann hätte ich garantiert gesagt, das...s ist wieder einmal ein typisches Beispiel der Meisterschaft des amerikanischen Erzählens – völlig falsch: die Frau ist Belgierin. mehr weniger
Gert Scobel, 14.06.2020
Es ist ein Debütroman von seltener Wucht.
Monika von Aufschnaiter, 05.06.2020
Geht unter die Haut
03.06.2020
Es ist die Stärke der Autorin Adeline Dieudonné: pointiert und temporeich erzählt sie in kurzen Kapi...teln vom Entkommen aus der Familienhölle. mehr weniger
Claudia Ingenhoven, 27.05.2020
Mit dramatischen Ereignissen, verpackt in ausdrucksstarke Worte, zieht einen die gewaltige Geschicht...e in ihren Bann und lässt einen nicht mehr los. mehr weniger
15.05.2020
Adeline Dieudonné wird in Frankreich für ihren teils harten, sehr eindrücklichen Roman gefeiert. Völ...lig zu Recht. mehr weniger
11.05.2020
Die Geschichte ist so packend, die Spannung so unheilvoll, die Heldin so entschlossen, dass man dies...es Buch erst wieder aus der Hand legt, wenn man es fertig gelesen hat. mehr weniger
Doris Kraus, 10.05.2020
Adeline Dieudonné fesselt jetzt auch die deutschen Leser.
07.05.2020
Ein Buch wie ein wuchtiger Rocksong: knallend, präzise und sehr lange nachhallend.
02.05.2020
Gegen Ende ist im Roman zu lesen: ›Es heißt, dass die Stille, die auf Mozart folgt, immer noch Mozar...t ist.‹ Die Stille, die auf die Lektüre von Dieudonnés Buch folgt, ist Schockstarre. Ihr Roman ist wie ein Faustschlag, von dem man sich erst mal erholen muss. mehr weniger
Franziska Wolffheim, 29.04.2020
Der ganze Roman lebt von einer unglaublichen Spannung, die nicht grell daherkommt, sondern fast schl...eichend, von Seite zu Seite bedrohlicher wird. mehr weniger
Christine Westermann & Andreas Wallentin, 24.04.2020
Jeder Satz ein Treffer: Adeline Dieudonné zeigt in ihrem Debüt, wie man sich gegen das Unglück wehrt.... […] Eine wilde Geschichte, bei der jedes präzise platzierte Wort funkelt, jede Metapher sitzt. […] Die Wucht, mit der die Autorin schreibt, nährt sich aus der Angst, die die Terroranschläge von Brüssel bei ihr hinterließen. Die Energie, mit der sie die Sätze rausfeuert, lieferte die musik, die sie beim Schreiben hört: Death Metal. Die Leichtigkeit, mit der sie Animalisches und Zartes verbindet, macht den Zauber ihres Romans aus. mehr weniger
Kerstin Hellberg, 23.04.2020
Hier kann man viel über die Zwiespältigkeit menschlicher Anlagen und Verhaltensweisen nachdenken, we...nn man die überaus farbige und eigentlich tragische Geschichte verschlungen hat. mehr weniger
Ellen Pomikalko
Dass sie beim Schreiben besonders gern energische Musik hört, ist spätestens spürbar, wenn die Handl...ung an Fahrt aufnimmt. mehr weniger
Ein radikales Plädoyer gegen die Angst.
Es ist erstaunlich, dass Adeline Dieudonné mit so zarten Worten von derart roher Gewalt erzählen kan...n. Ein verstörend brutales, gleichzeitig faszinierend sanftes Buch — ein Debüt, bei dem man von der ersten bis zur letzten Seite Gänsehaut hat. mehr weniger
Mareike Fallwickl
Dieser Roman ist unglaublich krass, von ungeheurer Sprachgewalt, es ist ein Thriller, eine Geschicht...e, die man gar nicht aus der Hand legen kann. mehr weniger
Stefanie Stahl, 14.08.2021
Überaus spannend und mitreißend geschrieben!
03.02.2021
›Das wirkliche Leben‹ vom belgischen Shooting-Star Adeline Dieudonné schreibt vom Aufwachsen mit ein...em gewalttägigen Vater und der Unmöglichkeit, die Zeit zurückzudrehen. mehr weniger
22.12.2020
Die Autorin schildert genüsslich das Grauen des Alltags.
Marion Luppen, 05.12.2020
Eine ganz großartige Vorstellung einer jungen, klugen und mutigen Frau. Unbedingt lesen, ein fantast...isches Debüt. mehr weniger
Heike Kahl, 05.10.2020
Ein Buch wie ein Hammerschlag.
Michael Lehmann, 03.10.2020
[Adeline Dieudonnés] unkonventionelle Geschichte eines Erwachsenwerdens in monströsem Umfeld ist vir...tuos erzählt und bleibt lange im Gedächtnis. mehr weniger
28.08.2020
Ein Roman, dessen mitunter düsterer Sog einen nicht mehr loslässt – bis am Ende das Licht sichtbar w...ird. mehr weniger
24.08.2020
Alles andere als leichte Kost – und doch ein literarisches Schmankerl, das seinesgleichen sucht.
18.08.2020
Schmerzhafte, zarte Coming-of-Age-Novel, die zu Tränen rührt und erschütternd gut geschrieben ist.
01.08.2020
Sie steigert mit ihren scharf beschriebenen Beobachtungen die Spannung bis zur Unerträglichkeit. Es ...stockt einem zuweilen fast der Atem. mehr weniger
Claudine Borries, 16.07.2020
›Das wirkliche Leben‹ ist ein spannendes, mitreißendes Buch gegen die Angst.
Madeleine Gullert, 15.07.2020
Sie wollen ein Buch lesen, das Sie vollkommen gefangen nimmt, bei dem Sie alles um sich herum verges...sen? Dann ist dieser Roman genau richtig für Sie. Ein Wahnsinnsbuch. mehr weniger
Sylvia Jongebloed, 23.06.2020
Ein gewaltiger und brutaler wie auch überwältigend spannender Roman ausserhalb der Lesekomfortzone.
Martina Tonidandel, 10.06.2020
Kraftvoll und schonungslos, übersetzt von Sina de Malafosse.
Lisa Schumacher, 09.06.2020
Für mich war es ein großartiger Lesespaß.
Hauke Harder, 04.06.2020
›Das wirkliche Leben‹ lohnt sich wirklich!
03.06.2020
[...] - ich habe selten ein Debüt gelesen, das mich mehr in seinen Bann gezogen hätte.
Barbara Breuner, 22.05.2020
Adeline Dieudonné gelingt es, in ihrer eindringlichen Sprache von der ersten Seite an zu begeistern.
22.05.2020
Eindringlich erzählt die Autorin Adeline Dieudonné in ihrem Roman die Geschichte einer Tochter, die ...zur Gejagten wird. mehr weniger
07.05.2020
Dieudonné erzählt diesen Coming-of-Age-Roman so, dass er einen wie ein Fieber packt und erst wieder ...loslässt, wenn es zu Ende ist. mehr weniger
Fleur Hummel, 04.05.2020
Eine zarte und wilde Sprache, eine warmherzige, dramatische und traurige Geschichte, einmal angefang...en ist man im Flow und reitet diesen wilden Ritt bis zum Ende mit, das in einem großen Knall mündet! Eine Kindheit, eine Jugend, die einen durchrüttelt. mehr weniger
Alex Dengler, 27.04.2020