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Buch Demon Copperhead von Barbara Kingsolver und Text Schau nicht weg. Hier bin ich.
Buch Demon Copperhead von Barbara Kingsolver und Text Schau nicht weg. Hier bin ich.
»Als hätten die Coen-Brüder Dickens verfilmt.« The Times

Demon Copperhead

»Jeder weiß, dass alle, die in diese Welt geboren werden, von Anfang an gezeichnet sind – Gewinner wie Verlierer.«

Ein Trailer in den Wäldern Virginias, dem Land der Tabakfarmer und Schwarzbrenner, der Hillbilly-Cadillac-Stoßstangenaufkleber an rostigen Pickups. Hier kommt Demon Copperhead zur Welt – die Mutter ist noch ein Teenie und frisch auf Entzug, der Vater tot. Ein Junge mit kupferroten Haaren, großer Klappe und einem zähen Überlebenswillen, bei allem, was das Leben für ihn bereithält: Armut, Pflegefamilien, Drogensucht, erste Liebe und unermesslichen Verlust. Es ist seine Geschichte, erzählt in seinen Worten, unbekümmert, vorwitzig, von übersprudelnder Lebenskraft.

Ein mitreißender Roman über ein Leben auf Messers Schneide, in dem in jedem Moment Hoffnung aufscheint. 

Ein Triumph und ein großes Lesevergnügen: Der Millionenbestseller aus den USA, über ein Leben gegen alle Widerstände.

»Eine der großen virtuosen Sprachperfomances. Ein meisterhaftes Lehrstück.« Richard Powers

»Erzählkunst at its best.« Stephen King

»Ein ebenso komisches wie schmerzhaft-wahrhaftiges Buch.« Alena Schröder

»Zutiefst berührend, zutiefst lebendig.« Susanne Abel

Bibliografische Daten

EUR 12,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-44416-3
Erscheinungsdatum: 15.02.2024
1. Auflage
832 Seiten
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren
Autor*innenporträt

Barbara Kingsolver

Barbara Kingsolver, 1955 geboren, hat Romane, Gedichte, Essays und ein Memoir verfasst, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden, u. a. mit dem Pen/Faulkner Award, dem Orange Prize for Fiction, dem Women's Prize for Fiction und dem Pulitzer-Preis. Sie wurde mit der National Medal of Humanities geehrt und ist Mitglied der American Academy of Arts and Letters. Aufgewachsen in Kentucky, lebt sie heute mit ihrer Familie auf einer Farm in Virginia.

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Übersetzer*innenporträt

Dirk van Gunsteren

Dirk van Gunsteren, ausgezeichnet mit dem Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis und dem Übersetzerpreis der Stadt München, übertrug u.a. Thomas Pynchon, John Dos Passos, George Saunders, Patricia Highsmith und Philip Roth ins Deutsche.

zur Übersetzer*innen Seite
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150 von 150 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.79 von 5 Sternen


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11 - 10 von 150 Leserstimme

lu-licht am 15.02.2024 12:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

sehr gut geschriebenes Buch was dich mitnimmt in eine andere Welt

Das Buch "Demon Copperhead" von Barbara Kingsolver ist ein Roman über den jungen Demon, welcher als Sohn einer jungen drogenabhängigen alleinerziehenden Frau in einer heruntergekommenen Umgebung das Licht der Welt erblickt und von da an mit vielen Hürden und harten Umständen als kleiner Mensch das Leben und die Welt kennenlernt. Das Buch ist scheinbar angelehnt an die Geschichte von David Copperfield (Charles Dickens), welches ich allerdings nie gelesen habe, weshalb ich zu eventuellen Parallelen etc. keine Aussage machen kann. Mir hat vor allem der mitreißende Schreibstil der Autorin gefallen und mir den Einstieg in die Geschichte ermöglicht.Die ersten 100-150 Seiten haben sich, was die inhaltliche Story anging, nach meinem Ermessen etwas gezogen, allerdings hat der Schreibstil dafür gesorgt, dass ich trotzdem gut weiterlesen konnte. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Demon geschrieben, weshalb besonders die wachsende Tiefe dieses Charakters die Geschichte aus meiner Perspektive trägt und mich schließlich auch inhaltlich sehr eingesogen und berührt hat. Was mir besonders gefallen hat, und ich erst gegen Ende des Buches bemerkt habe, und nicht mal sicher weiß ob es beabsichtigt war: Ich hatte den Eindruck, mit dem Aufwachsen des kleinen Demon zu einem Jugendlichen und schließlich zu einem jungen Mann wurde die sprachliche Ausdrucksweise des Buches immer feiner und differenzierter, so wie eben ein Kind sich noch nicht so differenziert auszudrücken vermag wie ein Heranwachsender usw. Solche kleinen Details die mir oft erst hinterher auffallen, weil sie scheinbar so mühelos eingeflochten sind, schaffen es die Nähe zwischen Leser und Geschichte gut herzustellen. Abschließend würde ich sagen, es ist ein lesenswertes Buch mit einer spannende Geschichte, die Einblicke in eine andere Welt ermöglicht und das Herz berührt. Ich würde das Buch allen Neugierigen und Interessierten empfehlen, die bereits sind, sich auf eine Geschichte einzulassen, die auch viele dunkle und traurige Seiten zeigt, dabei sehr gut geschrieben ist und nicht von ständiger Action lebt sondern vielmehr von einer Tiefe und nahem Mitbekommen des Hauptcharakters.

arnoe am 15.02.2024 10:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Was Drogen mit Menschen machen

Barbara Kingsolver schreibt über die Gegen aus der sie entstammt, die uns Europäern so fremd ist, da wir sie höchstens verzerrt und überspitzt aus irgendwelchen Filmen und Serien kennen.Die Hillbillys sind ein Begriff und wenn man das Buch gelesen hat, wird man vielleicht auch verstehen, warum in den USA so gewählt wird, wie die Amerikaner es tun.Die Appalachian Region, die hier Ort des Geschehens ist, ist eine Landschaft, in der Menschen so leben, wie sie es schon immer getan haben. Einfach, ohne die großen Zusammenhänge der Weltgeschichte. So betrifft der 11. September den jungen Demon Copperhead nur insoweit, als plötzlich noch mehr Army-Anwerber in den Schulen auftauchen, um junge Männer in den Kampf gegen das Böse zu ziehen.Demon Copperhead, Kind einer drogensüchtigen Mutter, beschreibt sein eigenes Leben als Kind, Jugendlicher und hunger Erwachsener.Die Themen, die Frau Kingsolver dabei abhandelt sind das Pflegeproblem, die mangelnde Gesundheitsvorsorge, die Macht der Pharmaindustrie und die Probleme Heranwachsender ohne jegliche Perspektive.So ist es nur folgerichtig, dass Demon, der bei verschiedenen Pflegeeltern unterkommt, von denen man einige nicht als Eltern bezeichnen sollte, sehr schnell zu leichten Drogen greift. Er wird von Ort zu Ort verschleppt, lernt Kinder kennen, die in ähnlichen Situationen aufgewachsen sind und die ihm immer wieder begegnen werden.Sein Abstieg scheint unaufhaltsam, bis eine Lehrerin sein Talent fürs Zeichnen entdeckt und fördert und er bei einem Footballcoach unterkommt, der ihn zu einem Star in seiner Mannschaft machen wird.So läuft der American Dream. Der Underdog, der die Mannschaft an die Spitze führen wird, und so aus seinem Elend erlöst wird.Wie eine Karotte, hängt dieser Wunsch vor Demon Copperhead, der natürlich nicht in Erfüllung geht.Es folgen seitenlange quälend mitzulesende Episoden in seinem Leben aus Drogensucht und der Verantwortung für seine Freundin.Mehrfach musste ich pausieren, weil es so schrecklich mitzulesen war, was geschah, wobei die Sprache von Frau Kingsolver durchweg einfach und wenig emotional war. Das brauchte es aber auch nicht, um die Opioidepidemie in den USA zu veranschaulichen.Angelehnt an den Roman David Copperfield hangelt sich das Buch Kapitel für Kapitel bis zum endgültigen Absturz und der Erkenntnis, dass Demon ohne Hilfe niemals von der Sucht wegkommen würde.Ich tue mich schwer, eine Leseempfehlung abzugeben. Dabei ist das Buch herausragend und hat zu Recht den Pulitzer-Preis gewonnen. Allerdings ist das Thema sehr amerikanisch und so erklärt sich die Preisverleihung zum Teil.Es ist gute amerikanische, typisch amerikanische Literatur und wer kein Problem mit unterschiedlichsten Triggerwarnungen hat, darf sich an einem guten Text erfreuen.

hamburger.deern am 15.02.2024 05:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Highlight 2024

DEMON COPPERHEADBarbara KingsolverWow wow wow, was für ein intensives, dickes Buch.Sollte ich das Buch zu anderen Büchern zuordnen müssen, würde ich sagen: „Ein wenig Leben“ meets „Shuggie Bain“ and they end up with a „Beautiful Boy“.Der Ich-Erzähler, Damon Copperhead wird in einem schmutzigen Trailer mitten im Wald des wirtschaftlich verarmten Virginias auf dem Fußboden von seiner drogenkranken Teenie-Mutter geboren. Sein Vater ist bereits tot.Wer wen in den kommenden Jahren am meisten braucht, ist nicht immer klar und schwankt einige Male. Fest steht, dass Demon, ohne die Hilfe der Nachbarn, die Großeltern seines besten Kumpels, meistens nichts zu Essen gehabt hätte. Die Situation wird auch nicht besser, als der neue Freund seiner Mutter „Stoner“ eines Tages auftaucht. Stoner hat ganz eigene Ansichten, wie die Gehorsamkeit eines Jungen auszusehen hat und untermalt diese mit Fäusten.Als seine Junkie-Mutter an einer Überdosis stirbt, wird Demon vom Jugendamt zu einer Pflegefamilie abgeschoben, diese beutet ihn aus. Und auch die nächste Familie verspricht keine Besserung. Eine wahre Odyssee beginnt, auf der Hunger sein stetiger Begleiter ist.Doch Demons Leben bekommt eine Wende, als er von der Pflegefamilie ausreißt und die Mutter seines verstorbenen Vaters ausfindig macht … Ob sich jetzt alles zum Guten wendet, müsst ihr selber herausfinden - was ich allerdings vorwegnehmen möchte, ist, dass hier in der Geschichte nicht jeder überleben wird.TW: Suizid, Drogenmissbrauch, Gewalt. Es ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die es in sich hat und bestimmt nicht für jedermann geeignet ist. Ich habe mit Demon über 829 Seiten gelitten und mir am Ende gewünscht, dass dieses Buch bitte nie aufhört! Was für ein großartiges Buch.So eine Geschichte habe ich eher von einem Mann erwartet. Chapeau Barbara Kingsolver! Der Schreibstil der Autorin ist absolut fesselnd und als ich in der Mitte gerade eine kleine Länge verspürte, zog es direkt wieder an und blieb bis zum Ende spannend. Eine große Leseempfehlung von mir und ganz sicher wird dieses Buch ein #jahreshighlight2024 sein.5+/ 5

eprager am 14.02.2024 21:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Berührend

Demon Copperhead ist kein ganz angenehmes Buch, kein Buch, das den Leser schont oder beschwingt, aber es ist ein gutes Buch, eines das sich lohnt. Irgendwo im Text heißt es sinngemäß, dass es Leute gibt, die in den Medien nicht oder kaum vorkommen, in den USA sind das die „Hillbillies“ oder auch „White trash“ wie es manchmal heißt, diesen Menschen widmet sich das Buch. Ich hab ein bisschen gebraucht bis ich reingekommen bin ins Buch. Ich hatte riesige Erwartungen an das Buch, Pulitzerpreis, viele Empfehlungen aus dem privaten Umfeld von Leuten, die es auf Englisch Gelsen hatten, etc.Da der Ich Erzähler ein ebensolcher, quasi ausgestoßener aus der Gesellschaft ist, ist die Sprache oft eben relativ einfach, aber die Beschreibung dieser Gesellschaftsschicht in den USA war super spannend. Ganz besonders spannend fand ich den Aspekt der Behandlung der Opioidkrise in den USA.. Nebenher habe ich mehrere Podcasts gehört und Filme zu dem Thema geschaut, was wirklich interessant und Horizonterweiternd war.. Insgesamt super lohnenswerte Lektüre!

davidlh am 14.02.2024 19:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Zurecht ein Anwärter auf das Buch des Jahres

Dieses Buch ist echt absolut mitreißend. Hier sprudeln die Gefühle beim Lesen nur so über. Wahnsinn!Die Inhaltsangabe hat mich absolut neugierig gemacht und schon nach dem Vorwort der Autorin, geben einem die ersten Seiten Gänsehautfeeling pur. Demon Copperhead hat es absolut nicht leicht und hier wird seine Lebensgeschichte erzählt und das mit viel Gefühl. Er geht im wahrsten Sinn durch die Scheiße und zeigt dem Leser, wie man aus jeder noch so bescheidenen Situation, das Beste macht. Die Geschichte berührt auf jeden Fall sehr und so traurig sie manchmal zu sein scheint, so überrascht die auch mit absoluter Komik. Ich finde das ist ein tolles Buch und hier steckt viel Herzblut der Autorin Barbara Kingsolver drin. Die knapp 800 Seiten sollten einen nicht abschrecken. Es lohnt sich auf jeden Fall und so leicht legt man das Buch beim Lesen nicht aus der Hand. Absolute Weiterempfehlung.

blforevr am 14.02.2024 17:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein tolles Buch!

Zum lesen habe ich eine Weile gebraucht. Ich musste es ab und an weglegen, denn die Geschichte geht einen schon ziemlich nah. Es ist trotzdem ein absoluter Page-Turner mit seinen über 800 Seiten. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut und ist flüssig und das Cover ist schlicht aber schön gestaltet.„Demon Copperhead“ von Barbara Kingsolver scheint eine Ähnlichkeit mit “David Copperfield” von Charles Dickens zu haben. Leider kenne ich diese Geschichte gar nicht und kann beide Geschichten leider nicht miteinander vergleichen. Das werde ich wohl mal nachholen :)90er Jahre - Demon Copperhead, ein sympathischer Junge der es seit seiner Geburt an nicht leicht im Leben hat. Erschütternd, Traurig und geht in die Tiefe. Der Ich-Erzähler Demon nimmt einen mit auf seine Reise durch die Kindheit, geprägt durch Armut, ausbeutende Pflegefamilien in denen er schuften muss, Gewalt durch seinen Stiefvater erleben muss, Drogen, Hunger und ein Jugendamt das nicht genau hinsieht und völlig Machtlos scheint.Seine drogensüchtige Mutter schaffte es nach mehrmaligen Entzügen einfach nicht mehr auf die richtige Bahn und verstarb dadurch letztendlich.Demon benutzt in dieser Geschichte immer wieder den Satz: „Ich hätte abhauen sollen. Hätte ich’s mal getan."Ein sehr gelungenes Buch das ich ganz klar empfehlen kann. Ganze 5 Sterne gibt es von mir!

alasca am 14.02.2024 15:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Manifest des Mitgefühls

Barbara Kingsolver hat mit ihrem neuen Roman ein ehrgeiziges Projekt verfolgt: Charles Dickens´ persönlichstes Werk, David Copperfield, in die Gegenwart zu verpflanzen. Zumindest beim Umfang, so sieht es jedenfalls aus, gibt es Parallelen. David Copperfield habe ich selbst noch nicht gelesen, was sich nicht als Nachteil erwies. Der Roman steht ganz und gar in eigenem Recht. Das Setting der Geschichte ist ein Wohnwagencamp irgendwo in den Appalachen – die Gegend, in der die Rednecks und Hillbillys leben. Damon – so sein eigentlicher Name – kommt als Sohn eines süchtigen Teenagers zur Welt, der an einer Überdosis Oxycontin stirbt, als Damon gerade mal 5 Jahre alt ist. Damit ist das Thema gesetzt: Die Opiodkrise in den USA, verursacht von einem gewissenlosen Pharmakonzern und dessen Handlangern unter Ärzten und Apothekern, die vor allem in den strukturschwachen Gebieten gewütet hat. Demons Mutter ist eine der ersten von über 500 000 Sterbefällen durch diese Droge.Demon Copperhead, wie er bald aufgrund seiner Haarfarbe genannt wird, gerät nach dem Tod seiner Mutter in die Mühlen des amerikanischen Sozialsystems. Pflegestellen sind rar und werden nicht nach Qualifikation ausgesucht. Ausbeutung und Misshandlung sind die Regel. Doch schließlich gelingt ihm ein Aufstieg durch sportliche Leistung – bis er eine schwere Knieverletzung erleidet. Der Arzt des Teams verschreibt ihm Oxycontin, Demon rutscht in die Sucht ab. Kingsolver, ganz wie Dickens, erspart ihrem Helden nichts, die Abwärtsspirale scheint unaufhaltsam, ein Unglück reiht sich an das andere. Der Roman wird rückblickend aus Demons Perspektive erzählt, und sein Stil ist witzig, ironisch und voller scharfer Beobachtungen. „Das ist dir angetan worden“ beschwören ihn Freunde. Aber Demon will die Verantwortung für sein Leben nicht abgeben. Vor allem das macht den cleveren Helden dieses Romans so liebenswert – er will sich partout nicht als Opfer sehen. „Erst mal musste ich es schaffen, auf die Welt zu kommen.“ So lautet gleich der erste Satz des Romans; selbst seine Geburt versteht unser Held als aktive Handlung. Und er gibt nicht auf. Unterstützt wird er dabei von den Frauen im Ort: Die alte Nachbarin Mrs. Peggot und deren in der Stadt lebende Nichte June, die zu seinem Leitstern wird. Vor allem aber von Angus, seiner Pflegeschwester, die sich weiblichen Stereotypen verweigert und ihre eigene Sicht auf die Welt hat. Kingsolver setzt damit all den Frauen ein Denkmal, die die Härten der Opiodkrise durch ihre unermüdliche Care-Arbeit aufgefangen haben.Strukturale Armut ist, wie bei Dickens, das zweite große Thema des Romans. Kingsolver lässt uns aus Demons Perspektive verstehen, in welchem Ausmaß die Region der Appalachen ihrer funktionierenden Strukturen beraubt und im Anschluss mitsamt den gesprengten Berggipfeln, leeren Kohleminen und bankrotten Gemeinden dem Absturz preisgegeben wurde. Damit nicht genug, wurde der „Hillbilly“ zum verachteten Prügelknaben der Nation. Demon erlebt es am eigenen Leib und wir mit ihm: Von Anfang an stigmatisiert durch Herkunft und Mangel, ist er in jedem Umfeld sofort als Hillbilly und „Trailer Trash“ zu erkennen. Aber er ist gewitzt und clever, und er hat ein großes Talent - er kann zeichnen. Nur: Wird ihn das retten?„Demon Copperhead“ liest sich so farbig und lebensprall, dass einem die reale Welt blass vorkommt, wenn man die Lektüre beiseite legt. Vieles, von dem ich durchaus vorher wusste, ist mir erst dadurch richtig ins Bewusstsein gedrungen. Wie tagesfüllend aufwändig Sucht sein kann: Der nächste Turkey kommt bestimmt, es braucht Geld, es braucht Stoff, es braucht eine Quelle. Ein unglaublicher Stress. Auch, was durch Purdue Pharma über die USA gekommen ist, wie Familien zerstört und Heerscharen von Waisen produziert wurden, das habe ich erst mit Kingsolvers Roman emotional und nicht nur kognitiv verstanden. Kingsolver holt uns ins Bewusstsein, dass es überall Menschen gibt, die von Anfang an ein so schlechtes Blatt haben, dass sie nur verlieren können. Wieviel Resilienz könnten wir an ihrer Stelle aufbringen? „Demon Copperhead“ ruft uns auf zu Mitgefühl und Solidarität. Ein großartiger Roman. Lesen!

aygen am 13.02.2024 18:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Demon Copperhead ein Leben wie eine Achterbahnfahrt

Barbara Kingsolves adaptiert Charles Dickens Roman David Copperfield in heutiger Zeit. Die Autorin hat für dieses Werk 2023 den Pulitzer Preis erhalten. Geografisch befinden wir uns in den USA. Das weite, freie Land. Jedoch ein Ort, an dem die soziale Schere sehr großzügig die Armut vorführt. Kingsolves Ich-Erzähler Demon erzählt seine Lebensgeschichte. Seine Kindheit ist geprägt von einer abhängigen, depressiven und suizidalen Mutter, körperlicher Gewalt, Pflegefamilien, Drogenkonsum und der Umgang mit Minderwertigkeitskomplexen, ausgelöst durch all diese Ereignisse. Die Autorin bringt realistisch die Traumata des jungen Demon näher. Sie zeigt die sozialen Missstände und die immer stetig steigenden Medikamentenmissbräuche des Landes auf, erzählt auf kindlich naive Art. Demon Copperhead ist ein wichtiges Buch. Keine Frage. Ein vielschichtiger Roman. Für mich persönlich hätte man aber auch ein paar Lebensjahre überspringen können. Das hätte für mein Empfinden, nicht die Story an sich geschmälert. Ich fand die Länge und den zu ausgedehnten Lebenslauf des Hauptprotagonisten teilweise zu ausufernd. Nichtsdestotrotz ist es eine sehr unterhaltende, tragikomische Geschichte, die auf die noch immer vorherrschenden Missstände aufmerksam macht. Ein schlaues Buch aber eben auch bewusst absehbar zum Ende. Ich bin überzeugt, dass Demon Copperhead bereits eine große Fangemeinde hat. Von mir gibt es 3-4/5?

bernhard buchturmwurm am 13.02.2024 17:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

von wegen irgendwo im nirgendwo

Die Geschichte „spielt“ im nicht so beliebten Teil der Vereinigten Staaten von Amerika. Wie überall gibt es auch im „gelobten Land“ Schattenseiten bzw nicht erwähnenswerte Landstriche, in denen man nicht einmal „tot über dem Zaun hängen“ möchte.Hier wächst Demon Copperhead heran, ein Kind, das bereits vor seiner Geburt zu den Verlierern zählt. Sein Leben wird in großartigen Worten geschildert und jede der über 830 ! Seiten wirkt authentisch und erzeugt das Verlangen, unbedingt zu erfahren, wie es weitergeht.Auf Grund der Umgebung, in der Demon heranwächst, sind hier Ausdrücke und Gedankengänge zu lesen, die eventuell „zarte Gemüter“ arg irritieren oder gar abstoßen könnten. Wer sich also auf die Welt einer mehr oder weniger geächteten bzw ignorierten Gesellschaftsschicht einlassen möchte, kann hier einiges an Informationen mitnehmen und dankbar sein, dass einem selbst dieses Schicksal erspart geblieben ist.Nach meinen Beobachtungen und Erfahrungen könnte die Handlung auch in Deutschland stattgefunden haben, denn auch hier ist der Umgang mit den „Demon Copperheads“ ähnlich und ich betrachte das Buch als wunderbare Kritik an diesem Thema …Für mich ist es ein unbedingt lesenswertes Buch, wobei die mehr als 830 Seiten ein ziemlich dickes Brett sind.

ann-liest am 13.02.2024 16:02 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Starker und ergreifender Roman

Das Cover von „Demon Copperhead“ hat mich gar nicht angesprochen. Es gibt überhaupt keine Bezugnahme auf den Inhalt des Buches und im Laden hätte ich vermutlich nicht danach gegriffen. Umso glücklicher bin ich, dass das Buch zu mir gekommen ist, denn eines kann ich sagen: Es ist ein sehr ergreifendes und überzeugendes Werk, das noch lange nachwirkt.Inspiriert von Charles Dickens‘ „David Copperfield“ hat die Autorin eine eindrückliche Gesellschaftskritik für die abgehängten und ungesehenen Kinder der US amerikanischen Appalachen geschrieben. Wir begleiten einen jungen Ich-Erzähler, der in ein Leben gepresst wurde, das es von Anfang an nicht wirklich gut mit ihm gemeint hat, von seiner Geburt bis ins junge Erwachsenenalter.Dabei schafft die Autorin ein Porträt der Landbevölkerung der Appalachen, der so genannten Hinterwäldler oder „Hillbillys“. Anhand des fiktiven Schicksals von Demon Copperhead erfahren wir viel über das Schicksal und die Lebensumstände einer früheren Bergbauregion und die Minderheit der Melungeon. Dabei werden eine Menge Themen angeschnitten, wie die Bedeutung von Football an amerikanischen Schulen, die Rekrutierung hoffnungsloser Menschen für die Militärmaschinerie, das marode Jugendschutz-System, dass die Schwächsten der Gesellschaft im Stich lässt, Armut und - im Zentrum des Romans - die gravierenden Auswirkungen der großen Opioidkrise seit dem Ende der 1990er Jahre.Es ist ein Buch, das keine Luftschlösser baut, sondern nah an einer möglichen Realität bleibt. Es ist authentisch, brutal ehrlich und hält einem die ernüchternde Realität stets vor Augen. Dabei zieht es einen schnell in seinen Bann und lässt einen nicht mehr los. Es tut weh, Demon auf seinem Lebensweg zu begleiten und ich habe mich als Leser dabei ertappt, dass ich die Position des Ich-Erzählers so stark eingenommen habe, dass ich selbst das Vertrauen in die handelnden Personen verloren und hinter jeder guten Wendung gleich die nächste Katastrophe erwartet habe. Sowohl Demon als auch die weiteren Charaktere in dem Buch sind sehr gut ausgearbeitet. Jede Figur hat ihre ganz individuellen Abgründe und Methoden damit umzugehen. Die Interaktion der Personen untereinander hat eine hohe Dynamik. Sie sind es, welche die Geschichte so vielseitig und so spannend machen, die den Leser aufrütteln und teils erschüttert, teils hoffnungsvoll zurück lassen.Also ja, es gibt sie, die leisen Hoffnungsschimmer, die „Guten“, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun, was möglich ist. Aber es ist vor allem der Protagonist, der einen staunen lässt. Er macht Unerhörtes durch und besitzt dennoch eine innere Stärke und eine Resilienz, die ihn durch die Geschichte tragen.Das Buch macht was mit einem, es berührt, es fesselt, es erschreckt. Mein erstes großes Highlight in diesem Jahr - absolute Leseempfehlung!

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Deutschlandfunk Kultur, Studio 9
Demon Copperhead ist ein praller, von Dirk van Gunsteren großartig übersetzter Roman, der vom unvers...chuldeten Elend und vom Überlebenswillen erzählt, ein Roman über Freundschaft, Verrat, Hochstapelei, Rassismus und nicht zuletzt die Liebe. mehr weniger

Rainer Moritz, 15.02.2024

Stern
Kingsolvers Roman, für den sie den Pulitzer-Preis für Belletristik erhielt, ist trotz seiner Länge v...on mehr als 800 Seiten konstant fesselnd, so witzig wie erschütternd. Man teilt mit Demon Schmerzen und Einsamkeit, aber auch Mikroglücksmomente, wie in ein Erdnussbuttersandwich zu beißen oder einem Lächeln zu verfallen. mehr weniger

Jana Felgenhauer, 15.02.2024

Brigitte
Warum die aufrüttelnde Geschichte eines Waisenjungen aus Kentucky lesen? Weil sie uns soviel versteh...en lässt: Was Kinder stark macht, wie Sucht entsteht und warum Amerika so kaputt ist - aber auch, wie Hoffnung geht. mehr weniger

Katja Nele Bode, 14.02.2024

Zitat
Zutiefst berührend, zutiefst lebendig.

Susanne Abel, 01.11.2023

Zitat
Ein ebenso komisches wie schmerzhaft-wahrhaftiges Buch: Demon Copperhead ist der perfekte Held für a...lle, die der Kälte der Welt ihren Witz und ihr großes Herz entgegenstellen. mehr weniger

Alena Schröder, 01.11.2023

Stuttgarter Zeitung
Ja, es gibt Drogen, die glücklich machen und nicht den Verstand kosten. Dieses Buch ist eine davon.

Stefan Kister, 28.08.2024

Süddeutsche Zeitung
Ein sozialkritischer, unterhaltsamer, im allerbesten Sinne des Wortes grandioser Schmöker.

Harald Hordych, 24.07.2024

WDR 3
Das Buch ist wirklich fantastisch. Es hat mich von Anfang an reingesogen. Die Sprache ist total beei...ndruckend. (…) Kann ich jedem nur empfehlen. mehr weniger

Jörg Hartmann, 08.06.2024

Playboy
Kingsolver schickt ihre Hauptfigur Demon auf eine atemberaubende Achterbahnfahrt. 864 Seiten voller ...Drama und übersprudelnder Lebenskraft. Da mitreißendste Werk der US-Literatur seit Jahren. mehr weniger

01.05.2024

Trierischer Volksfreund
Demon Copperhead‹ ist, das kann man ohne Übertreibung sagen, eines der literarischen – womöglich das... literarische Ereignis des Jahres. mehr weniger

16.04.2024

Emotion
Hier kommt ein Pageturner, gefühlssatt, und für mich schon jetzt eines der Bücher des Jahres. (…) 83...4 Seiten voller Witz, Leidenschaft und Leid, (…) voller Drama, Durchhaltekraft und Wut, voller Lebenswillen, unbedingt und unbändig. (…) Ganz groß! mehr weniger

Silvi Feist, 01.04.2024

flow
Ein großes Lesevergnügen.

01.04.2024

Penthouse
Schrecklich schön.

01.04.2024

Schnüss - Das Bonner Stadtmagazin
Man hat Barbara Kingsolvers Roman eine Sensation genannt – und ja: Er ist eine.

Gitta List, 01.04.2024

rbb radioeins
Großartig geschrieben. Ein Wahnsinnsbuch!

Marie Kaiser, 28.03.2024

krone.at
All der Schmerz, die Ungerechtigkeit wären wahrscheinlich unerträglich, würde einen dieser liebenswe...rte Demon nicht mit seiner ungebrochenen Widerstandskraft so in seinen Bann ziehen. Mit Empathie und Unmenschlichkeit zum Trotz , die er erfahren muss. mehr weniger

Franziska Trost, 26.03.2024

Sonntag Express
Was für ein Roman! Was für ein großes Stück Literatur! Was für ein Geschenk!

Christof Ernst, 24.03.2024

Rolling Stone
Mit seinen unvergesslichen Bildern vom Elend der Moderne hat Demon Copperhead schon jetzt Klassiker...potenzial. mehr weniger

01.03.2024

Glamour
Ehrlich, traurig und immer hoffnungsvoll. DAS Buch im Frühjahr von Pulitzerpreis-Gewinnerin Kingsolv...er. mehr weniger

01.03.2024

Für Sie
Hinreißend, mutig und in den USA jetzt schon der Roman des Jahres.

28.02.2024

Gala
Grandiose Neuerzählung von Charles Dickens' Klassiker "David Copperfield".

22.02.2024

SUPERillu
Unbekümmert, vorwitzig, voller Lebenskraft.

22.02.2024

Freundin
Ein Buch, das man nicht vergisst.

21.02.2024

Hamburger Abendblatt
Wegen solcher Bücher liebt man das Lesen.

Thomas Andre, 21.02.2024

Sonntags Blick magazin
Trotz düsterer Perspektive sprudelt dieses Buch vor Lebensfreude.

18.02.2024

Kleine Zeitung
Ein ergreifendes, einzigartiges Werk, das lange nachhallt.

Bernd Melichar, 17.02.2024

Die Zeit
Ob dieser Junge es schafft? Eine Antwort auf diese Frage lautet: So flott und kräftig muss eine Auto...rin, und sei’s mit einem berühmten englischen Paten an der Seite, erst einmal 800 Seiten schreiben können, dass Leser von dieser Frage gepackt werden. mehr weniger

Eberhard Rathgeb, 15.02.2024

Der Freitag
Dieser wahrhaftige und bedrückende Roman handelt von den Verlusten, die man im Leben erleiden kann. ...Demon Copperhead gibt den abgeschriebenen Habenichtsen Amerikas Würde und Menschlichkeit zurück, indem er über den Schmerz spricht, den sie täglich empfinden. mehr weniger

Thomas Hummitzsch, 15.02.2024

schreiblust-leselust.de
Demon Copperhead von Barbara Kingsolver geht zu Herzen, reißt mit, wühlt auf. Und ist Literatur im b...esten Sinn. (...) Bitte unbedingt lesen! mehr weniger

Sabine Süder, 15.02.2024

Next Book Please - der Podcast von Literaturhaus Hamburg & Hamburger Abendblatt
Ein praller, glorreicher Roman über Amerika.

14.02.2024

Die Presse
800 Seiten sollen niemanden abschrecken, ›Demon Copperhead‹ ist ein Pageturner.

Bettina Steiner, 14.02.2024

Zitat
Selten habe ich so sehr mit einem Helden mitgefiebert, ihm die Daumen gedrückt, seinetwegen nachts w...achgelegen und mich mit ihm über seine Erfolge gefreut. Demon Copperhead hat mich daran erinnert, dass es sich im Leben immer lohnt zu kämpfen, mit jeder Faser und ganzem Herzen, ganz egal wie mies die Startposition ist! mehr weniger

Anika Decker, 12.02.2024

Kleine Zeitung
Mitreißend und wortgewaltig!

06.01.2024