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»Ein literarischer Noir, dicht und spannend.« Richard Ford

Der Abstinent

Manchester, 1867. Im Morgengrauen hängen die Rebellen. Die englische Polizei wirft ihnen vor, die ›Fenians‹, irische Unabhängigkeitskämpfer, zu unterstützen. Eine gefährliche Machtgeste seines Vorgesetzten, findet Constable James O’Connor, der gerade aus Dublin nach Manchester versetzt wurde. Einst hieß es, er sei der klügste Mann der Stadt gewesen. Das war, bevor er seine Frau verlor, bevor er sich dem Whiskey hingab. Mittlerweile rührt er keinen Tropfen mehr an. Doch jetzt sinnen die ›Fenians‹ nach Rache. Der Kriegsveteran Stephen Doyle, amerikanischer Ire und vom Kämpfen besessen, heftet sich an O’Connors Fersen. Ein Kampf beginnt, der O’Connor tief hineinzieht in einen Strudel aus Verrat, Schuld und Gewalt.

Bibliografische Daten

EUR 9,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-43857-5
Erscheinungsdatum: 23.04.2021
2. Auflage
336 Seiten
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Englischen von Jan Schönherr
Autor*innenporträt

Ian McGuire

Ian McGuire, geboren 1964, ist ein britischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler. Mit ›Nordwasser‹ war er 2016 für den Man Booker Prize nominiert. Der Roman wurde von der ›The New York Times‹ zu einem der zehn besten Bücher des Jahres gewählt und wurde von der BBC zur Serie verfilmt, mit Colin Farrell in einer Hauptrolle.

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Übersetzer*innenporträt

Jan Schönherr

Jan Schönherr hat Charles Bukowski, Roald Dahl und Jonathan Safran Foer übersetzt und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

zur Übersetzer*innen Seite
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76 von 76 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.43 von 5 Sternen


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4 - 10 von 76 Leserstimme

filip2806 am 18.04.2021 09:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Im kalten und düsteren Manchester

Dieses Wochenende war bisher sehr leseintensiv. Mit dem Roman „Der Abstinent“ konnte ich mein drittes Buch an diesem Wochenende beenden. Im Roman geht es nach Manchester in das Jahr 1867, in die Zeit nach der industriellen Revolution. Zu der Zeit werden die Rebellen gehangen, nachdem ihnen vorgeworfen wird, den irischen Unabhängigkeitskämpfern geholfen zu haben. Mitten im Geschehen befindet sich Constable James O’Connor. Früher hieß es, dass er der klügste Mann der Stadt war. Als er jedoch seine Frau verloren hat und dem Alkohol verfallen ist, soll er wieder auf den richtigen Weg finden. Jetzt soll er die Iren bei der Polizei und in der Stadt bespitzeln. Doch seine Vorhaben bleiben nicht lange geheim. Der Kriegsveteran Stephen Doyle hängt sich an seine Fersen. Ein Kampf voller Intrigen, Verrat und Gewalt beginnt.Mit seinem Roman „Der Abstinent“ schafft der Autor Ian McGuire einen recht düsteren Roman zu verfassen, der durchaus spannend konzipiert ist. Aber erstmal mehr zum Setting. Dem Autor gelingt es auf den guten 300 Seiten eine grandiose düstere Atmosphäre zu entwerfen. Die Stadt Manchester wird von seiner dunklen Seite offenbart. Einfach grandios! Man konnte sich total reinfühlen und war doch dann an manchen Stellen erstaunt, wie grausam es damals nach der industriellen Revolution war. Mit James O’Connor entwirft der Autor eine recht interessante Figur, mit einer traurigen Vergangenheit. Er wird optimal in Szene gesetzt. Sein Antagonist Stephen Doyle kommt auch zu Wort. Bei ihm fiel mir auf, dass er im Vergleich zu James recht oberflächlich gezeichnet worden ist. Der gewisse Tiefgang hat mir somit gefehlt. Zu der Story kann man sagen, dass diese auf Intrigen und Gewalt basiert. Als Leser weißt man nicht so richtig, wen man vertrauen kann, da jede Figur in irgendeiner Weise Dreck am Stecken hat. Dabei muss man hinzufügen, dass recht viele Figuren in diesem Roman auftauchen, wodurch man erst nach einigen Kapiteln einen groben Überblick bekommt. So wird die Spannung in diesem Roman hochgehalten, aber das Ende war ein totaler Reinfall. Das Finale des Buches war sehr realitätsfern, unlogisch sowie abgehackt. Und ich muss ehrlich sagen, dass mich das Ende sehr geärgert hat…Zusammengefasst kann ich sagen, dass der Roman „Der Abstinent“ ein sehr dunkler Roman ist, in welchem Verrat, Gewalt und Schuld im Vordergrund stehen. Es liegt durchaus ein gelungener Handlungsstrang vor, bei welchem aber das Ende sehr schlecht ist.

cjaay am 17.04.2021 16:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Düsterer historischer Roman

„Der Abstinent“ ist der dritte Roman des englischen Autors Ian McGuire, der für seinen letzten Roman „Nordwasser“ für den Man Booker Prize nominiert war. Der Roman spielt in England im Jahre 1867 und handelt von dem irischen Polizisten James O’Connor, der nach dem Tod seiner Frau und um den Alkohol hinter sich zu lassen nach England versetzt wird. In Manchester gerät O’Connor in den Konflikt zwischen Engländern und Iren. Nachdem drei irische Separatisten hingerichtet werden, schwören die Fenians Rache. Zur Unterstützung holen diese Stephen Doyle aus Amerika zur Hilfe. Ein erbitterter Kampf zwischen Doyle und O’Connor beginnt.Der Roman kann als literarischer Noir bezeichnet werden, Ian McGuire gelingt es eine düsteres und dunkles Manchester zu zeichnen. Die verwendete Sprache ist klar und fesselnd, dem Autor gelingt eine genaue Darstellung der beiden Gegenspieler, die beide mit Ihren eigenen persönlichen Dämonen zu kämpfen haben. Insgesamt hat mich die Stimmung des Romans sehr an die Serie „Peaky Blinders“ erinnert, wem diese Serie gefällt sollte dieses Buch sofort lesen.Fazit: Insgesamt ein gut geschriebener düsterer Roman - 4 von 5 Sterne.Da ich „Nordwasser“ noch nicht gelesen habe, werde ich das sehr schnell nachholen.

pummelfee77 am 17.04.2021 09:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Düstere Story mit tiefgründigen Protagonisten

Ian McGuire zeichnet hier ein düsteres, zeitgemäßes Bild des englischen Manchester 1867. Der Autor hat es geschafft, diese Atmosphäre absolut erlebbar und spürbar aus den Seiten heraus entstehen zu lassen.Ich möchte hier mal den Klappentext des Verlags zitieren: Manchester, 1867. Im Morgengrauen hängen die Rebellen. Die englische Polizei wirft ihnen vor, die ›Fenians‹, irische Unabhängigkeitskämpfer, zu unterstützen. Eine gefährliche Machtgeste seines Vorgesetzten, findet Constable James O’Connor, der gerade aus Dublin nach Manchester versetzt wurde. Einst hieß es, er sei der klügste Mann der Stadt gewesen. Das war, bevor er seine Frau verlor, bevor er sich dem Whiskey hingab. Mittlerweile rührt er keinen Tropfen mehr an. Doch jetzt sinnen die ›Fenians‹ nach Rache. Der Kriegsveteran Stephen Doyle, amerikanischer Ire und vom Kämpfen besessen, heftet sich an O’Connors Fersen. Ein Kampf beginnt, der O’Connor tief hineinzieht in einen Strudel aus Verrat, Schuld und Gewalt.Selten hat ein Klappentext so wenig den Inhalt eines Buches dargestellt. Ich habe tatsächlich eine auf die politischen Umstände hinweisende Story mit Kriminalelementen erwartet. Doch bekommen habe ich eine tiefenpsychologische Darstellung zweier Männer, die zwar in den politischen Wirren agieren, doch jeder für sich mit ganz anderen Dämonen kämpft. Diese beiden treffen als Gegenspieler aufeinander, die sich respektieren, schätzen und die Motivation des anderen verstehen, doch ihre Ziele verfolgen. Wahnsinnig tief und düster, einfach großartig.Die Sprache ist begeisternd und klar mit treffenden, plastischen Metaphern, die mir als Leser sehr viel Freude bereitet haben. Ganz besonders positiv ist mir die Papierqualität aufgefallen, die ich kaum wirklich beschreiben kann, die ich aber absolut angenehm und besonders finde. Am liebsten hätte ich es in einem durch gelesen, um die Stimmung nicht zu verlieren. Doch nach wenigen Sätzen war ich zum Glück wieder gefangen in dem düsteren, rußschwangeren Manchester und ich war gerne dort.Fazit: Dieses Buch ist für Leser, die Sprache und düstere Geschichten lieben, unabhängig davon, ob sie Kriminalromane mögen oder geschichtsinteressiert sind, denn darum geht es in dem Buch gar nicht.

miriam0000 am 16.04.2021 09:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Eine düstere Geschichte

Nachdem mich Nordwasser sehr begeistert hat, war klar, dass ich auch den neuen Roman von Ian McGuire unbedingt lesen muss. Wieder hat sich der Autor für sein neues Werk ein düsteres Setting in der Vergangenheit ausgesucht: „Der Abstinent“ führt den Leser in das Jahr 1867 nach England, in der Kriminalität und Mord auf den Straßen nichts Ungewöhnliches war. Der ehemalige Alkoholiker und Polizist James O´Connor jagt den amerikanischen Iren Stephen Doyle, der einen Anschlag in der Stadt plant. Wie auch der Vorgänger konnte mich „Der Abstinent“ wirklich sehr begeistern. Dabei ist es gar nicht unbedingt die Geschichte, die den Leser so fesselt, sondern vielmehr die Stimmung. Es ist ein wirklich düsterer Roman und durch die Erzählweise des Autors fühlt man sich sofort in das Manchester des 19. Jahrhunderts hineinversetzt, so als würde man die gesamten Geschehnisse von außen betrachten. Leider finde ich den Beschreibungstext nicht sonderlich gelungen und muss sagen, dass ich, ohne den Vorgänger zu kennen, aufgrund der Geschichte nicht zu dem Buch gegriffen hätte. Der Klappentext macht den Eindruck, dass die politischen Ereignisse den Großteil der Ereignisse einnimmt, dabei geht es vielmehr um die Beziehung zwischen Connor und Doyle. Ein wirklich gutes Buch, das ich sehr empfehlen kann – auch wenn man sich eventuell nicht für die politischen Ereignisse interessiert.

aitutaki am 15.04.2021 16:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Mitreissend, aber dunkel...

1867, Manchester: Der irische Polizist James O’Connor wird von Dublin nach Manchester versetzt. Nach dem frühen Tod seiner Frau und ihres gemeinsames Kindes, gab er sich dem Alkohol hin und wurde von Dublin nach Manchester strafversetzt. Dort gerät er mitten in die Konflikte zwischen Engländern und Iren. Irische Separatisten – die Feninans – töteten bei einem Anschlag einen Polizisten. Zwar sind die Täter gefasst und kurze Zeit später hingerichtet, doch die Fenians schwören Rache. Zur Unterstützung der Fenians kommt Stephen Dole aus Amerika zur Hilfe. Er hat schon manchen Kampf für die Unabhängigkeit gefochten und wird bald einmal O’Connors Gegenspieler. Ein Katz- und Mausspiel zwischen den beiden beginnt.Ian McGuire gelingt es schnell, die düstere und dunkle Stimmung in Manchester jener Zeit heraufzubeschwören. Die Sitten sind hart, der Umgang mit den Menschen ebenso. Viele der dort geschilderten Probleme sind auch heute noch aktuell und der Konflikt mit Nordirland noch lange nicht gelöst. Nebst den gesellschaftlichen Problemen, beschreibt Mc Guire aber auch sehr eindrücklich die persönlichen Probleme der beiden Hauptprotagonisten. Ihre Fokussierung auf den Auftrag, aber auch die Lebensgeschichten der Beiden. Ganz so unterschiedlich, wie man zu Beginn annimmt, sind die beiden aber nicht voneinander, auch wenn sie auf unterschiedlichen Seiten stehen. Ein düsterer Krimi in jeder Hinsicht, aber geschichtlich fundiert und absolut unterhaltsam und lesenswert! Nicht ausschliesslich nur für Krimi-Freunde!

bookback am 14.04.2021 08:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Fesselnd

InhaltDer Roman „Der Abstinent“ spielt im düsteren England 1867. Gleich zu Beginn verlieren drei Iren aufgrund ihrer Vergehen ihr Leben am Galgen. Auf diesem tatsächlichem Ereignis baut der Autor Ian McGuire eine fantastische, wenn auch düstere Geschichte auf. Die Iren holen sich Hilfe aus New York um ihre Schlacht zu schlagen, während ein Polizist, ebenfalls Ire, ihnen stehts auf den Fersen ist. Den Szenenwechsel nach Amerika empfand ich leider wie ein Bruch. Das Ende der Geschichte überraschte mich wenig. Wieso der Minenjunge zunächst eine größere Rolle spielte, konnte ich nachvollziehen. Jedoch nicht wieso er am Ende noch mehr Seiten als nötig gewidmet bekam. FazitDas Buch ist großartig geschrieben. Es fesselte mich immer wieder. Die Beschreibung der Personen und der Umgebung passte perfekt zu der Zeit in der das Buch spielt. Bis auf die letzten Seiten eine klare Empfehlung.

hamaelma am 13.04.2021 21:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Absolut spannend!

Der Roman von Ian McGuire spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der irische Polizist James O'Connor wurde soeben nach Manchester versetzt und versucht sein Leben und die privaten Probleme hinter sich zu lassen. Dies gelingt ihm jedoch nur für kurze Zeit, denn nachdem sein Neffe, der ihn in Manchester besucht, durch Stephen Doyle getötet wird, beginnt für den Protagonisten ein Lebensabschnitt, der von Hass und Rache geprägt ist. Der politische Konflikt zwischen Iren und Briten, dem die Story entspingt, rückt in den Hintergrund und der persönliche Konflikt zwischen den Hauptfiguren entfaltet sich. Der Schreibstil des Autors ist mitreißend, man verliert sich schnell in der Geschichte. Faszinierend daran ist, dass es sich zwar um einen historischen Roman handelt, man die Gedanken und Gefühle der Protagonisten aber ebenso zeitgenössichen Chrarakteren zuordnen könnte. Würde es nicht den historischen Kontext in der Geschichte geben, könnte man sich genauso gut im Heute wiederfinden.

egan80 am 13.04.2021 19:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Düster, düster

Manchester, 1867. Bei einem Anschlag irischer Separatisten, der so genannten Fennians, wurde ein Polizist getötet. Die Täter sind jedoch gefasst, und werden nach kurzem Prozess hingerichtet. Alles gut also? Mitnichten, denn zwischen der englischen Bevölkerung und Teilen der irischen Einwanderer brodelt es. Ordnung in diese Situation bringen soll James O’Connor, irischer Polizist, der die irischen Unabhängigkeitskämpfer ausspionieren und bekämpfen soll. Auf der anderen Seite des Gesetzes steht der amerikanische Ire und Bürgerkriegsveteran Steven Doyle, der zum einen die Fennians in ihrem Kampf unterstützen und neu fokussieren soll, aber auch ein ganz persönliches Interesse an O’Connor entwickelt. Ein Katz- und Mausspiel zwischen den beiden Männern beginnt…Ian McGuire geling mit “Der Abstinent” ein eindringlicher Blick in die Gesellschaft Englands zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Dabei fällt auf, wie viele Probleme der damaligen Situation sich bis in die Gegenwart fortschreiben; klar, der fortwährende Konflikt um Nordirland liegt nahe, aber auch die grundsätzliche Situation von Einwanderergesellschaften ist heute noch brisant.Unabhängig von der gesamtgesellschaftlichen Beschreibung gelingt McGuire aber auch ein sehr persönlicher Blick in die Seele zweier Männer, die sich in ihrer Besessenheit, Fokussierung und ihrem Willen nicht wesentlich unterscheiden, die zudem auch in ihrer persönlichen Biographie Ähnlichkeiten aufweisen - aber hier eben auf verschiedenen Seiten des Gesetzes stehen.Gleichzeitig gelingt McGuire damit aber auch ein Blick in den Abgrund: die persönlichen Kosten, die die hier an den Tag gelegte Besessenheit haben kann.Ein in jeglicher Hinsicht düsterer Krimi, der sicher nicht nur unter Krimifreunden Fans finden wird!

bigz am 13.04.2021 00:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein Krimi wird zum Lonely Man und das Happy End ist ganz anders

Das Manchester um 1867, auch hier ist der Konflikt zwischen dem nach Unabhängigkeit strebenden Irland und der britischen Krone täglich zu spüren und nach dem eher versehentlich durch einige Fenians verursachten Tod eines Polizisten wird ein Exempel statuiert und drei Iren hängen. Mit aller Kraft versucht die englische Polizei, unter ihnen auch der aus Dublin stammende O'Connor, eine weitere Eskalation zu verhindern, aber trotz ihres redlichen Bemühens gibt es weitere Tote, und das Motiv ist, wie so oft, Rache und Vergeltung. Gerade O'Connor hat geradezu dafür gelebt, die Balance zu halten und Schlimmeres zu verhindern, aber jetzt empfindet er sich als auf ganzer Linie gescheitert und als man einen Sündenbock für die Geschehnisse braucht, ist auch er mit dabei. Er hält es aus, was man mit ihm macht, denn nun ist auch sein Ziel, Rache zu nehmen und danach ist sowieso alles egal. Dieses Buch ist ein spannender Krimi seiner Zeit, präzise, authentisch und ein bisschen dunkel auch. Und die Menschen darin bekommen durchaus Raum, um sie wirklich zu sehen und zu verstehen. Da ist erstaunlich viel Redlichkeit und Anstand, gerade bei einem Teil der Polizei und auch die andere Seite, sie kann eben einfach nicht anders, aus durchaus nachvollziehbaren Motiven. Und dann, dann bekommt die Hauptperson, nämlich dieser besagte O'Connor, einen 'Durchhänger' und die Geschichte damit auch. Denkt man, doch daraus wird dann etwas ganz anders. Und es dauert etwas, bis man sich als Leser damit arrangiert. Aber es funktioniert. Wohlfühlunterhaltung ist diese Geschichte nur sehr bedingt und da ist man noch nicht am Ende angekommen. Denn wenn einem der Autor wenige Seiten vor Schluss (vielleicht) auch noch das 'kleine Happy End' wegnehmen will, da ist tief durchatmen angesagt. Aber da muss man dann einfach durch, denn das ist wohl das echte Leben.Ein forderndes besonders Buch und auf jeden Fall zu empfehlen.

magnolia-sieben am 12.04.2021 20:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Sie kennen keine Gnade

Düster geht es los an diesem nasskalten November des Jahre 1867 in Manchester. Drei Unabhängigkeitskämpfer werden gehängt. Die Fenians gegen die englische Polizei. Es heißt Mann gegen Mann – unerbittlich, gefühllos und äußerst brutal. Sie kennen keine Gnade. Constable James O´Connor, von Dublin nach Manchester versetzt, bekommt nach seinen Alkoholexzessen hier nochmal eine Chance. Um an die Fanians heranzukommen, bedient er sich der Spitzel. Ein gefährliches Unterfangen, zumal die Iren vor keiner Grausamkeit zurückschrecken. Stephen Doyle, ein amerikanischer Ire und von Kämpfen besessener Kriegsveteran, heftet sich an O´Connors Fersen. Unter falschem Namen setzt er über, wird jedoch an seiner auffälligen Narbe erkannt. In den Gassen von Manchester taucht er unter, seine Helfer sind überall und nirgends.In den Fenian-Kneipen treffen sich alle, auch die Spitzel der Polizei sind darunter. Einmal enttarnt, ist das Leben der hier eingeschleusten verwirkt und als Zeichen der Stärke knöpft dann die Obrigkeit einen von der Gegenseite auf. Ein nie endendes Drama. Ein historischer Roman, der einem Thriller nahe kommt. „In der Schlacht sind alle gleich und man hat geradezu die Pflicht, seine hässliche Seite zu zeigen“ so denkt und handelt Doyle. Und genau so lese ich dieses Buch, werde in all diese abstoßenden Handlungen direkt hineingezogen. Täuschen und tricksen haben beide Seiten drauf, die Iren mit ihrem dicht verwobenen Netz an Sympathisanten haben mit den Jahren ihre Vorgehensweise perfektioniert.„Eine fiktive Geschichte, die auf historischen Tatsachen beruht.“ Anders als üblich und nicht vorhersehbar endend hat Ian McGuire einen bedrückend dichten Roman über einen Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit, gegen Tyrannei und Lügen vorgelegt, der mich überzeugt hat.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

WDR 3
Ian McGuire lässt seinen Thriller im Manchester des 19. Jahrhunderts spielen. Trotzdem ist kein hist...orischer Roman, sondern eine hoch aktuelle, spannende Geschichte daraus geworden. mehr weniger

Peter Meisenberg, 26.10.2021

Berliner Zeitung
Wie einem Zeichner gelingt es McGuire, mit wenigen Strichen eine Situation, einen Ort so plastisch d...arzustellen, dass man sich hineinversetzt fühlt. mehr weniger

Andreas Förster, 20.07.2021

Hamburger Abendblatt
›Der Abstinent‹ zielt genau ins Herz der Finsternis.

Rainer Moritz, 02.06.2021

Playboy
Dunkles Duell, literarisch brillant, randvoll mit Bier und Whiskey.

Günter Keil, 01.06.2021

Frankfurter Rundschau
Mit breitem Strich trägt er Dunkelheit, trägt Schmerz, Blut, Grausamkeit auf, und für seine Figuren ...gibt es keine Erlösung. mehr weniger

Sylvia Staude, 18.05.2021

Süddeutsche Zeitung
Ein unprätentiöser, fast stiller Roman, der seine Tiefe dennoch nie ausstellt, sondern es schafft, i...n den rußschwarzen Straßen Manchesters grundlegende Fragen nach Gewalt, Schuld und Erlösung zu stellen. mehr weniger

Nicolas Freund, 04.05.2021

APA - Austria Presse Agentur
›Der Abstinent‹ erzählt eindringlich von menschlichen Dramen, von Schuld, Verfehlungen, Schwächen un...d Verrat. mehr weniger

23.04.2021

logbuch
Es gibt tiefe menschliche Gefühle, verletzte Seelen und schließlich den Versuch, die Kette der zerst...örerischen Gewalt zu sprengen. mehr weniger

Joachim Schwend

Bibliotheksnachrichten
Wer Verrat, Hundekämpfe, geheime Treffen in stinkenden Seitengassen, Gespräche in verrauchten Kasche...mmen und verkommene Charaktere liebt, der wird dieses Buch verschlingen. mehr weniger

Sabine Eidenberger

Buchprofile/medienprofile
Der spannende, sprachlich überzeugende Roman gibt einen Einblick in das Leben und Denken vor gut 150... Jahren und ist ein Plädoyer gegen Rache und für Mitgefühl. mehr weniger

Michael Müller

literaturmarkt.info
Einfach nur beeindruckend grandios!

Susann Fleischer, 29.11.2021

literaturzeitschrift.de
Der historische Roman noir liest sich packend wie ein Krimi und erzeugt atemberaubende Spannung. Faz...it: spannnend, milieudicht, außergewöhnlich. mehr weniger

Ruprecht Frieling, 23.07.2021

denglers-buchkritik.de
Hart, schmutzig, düster – ein Kriminalroman wie das Leben damals.

Alex Dengler, 19.07.2021

Rheinische Post
Großes Kino zwischen zwei Buchdeckeln!

Eckart Erdmann, Buchhändler, 17.07.2021

Goslarsche Zeitung
Ian McGuire hat mit ›Der Abstinent‹ einen sehr dichten, düsteren Roman vorgelegt.

24.06.2021

Die Furche
Schnörkellos bis zuletzt wird hier erzählt, vermutlich weil dieses furchbare Regiment der Gewalt kei...ne Schnörkel verträgt und braucht. mehr weniger

Rainer Moritz, 17.06.2021

Westfälischer Anzeiger
Der 1964 geborene englische Autor gibt ein aufregend dichtes literarisches Zeitbild, eine düstere mo...ralische Parabel über eine Spirale der Gewalt, bei der die Eskalation unaufhaltsam scheint. mehr weniger

Ralf Stiftel, 14.06.2021

Kleine Zeitung
Bewundernswert ist erneut McGuires Fähigkeit, für viel Lokalkolorit zu sorgen und eine dichte, prall...e Atmosphäre zu schaffen. Wie es sich für ein spannendes Lese-Abenteuer eben gehört. mehr weniger

Werner Krause, 03.05.2021

Hellweger Anzeiger
Der Roman des 1964 geborenen Autors besticht durch seine düstere Atmosphäre.

Andreas Schröter, 01.05.2021

Oberösterreichische Nachrichten
›Der Abstinent‹ erzählt eindringlich von menschlichen Dramen, von Schuld, Verfehlungen, Schwächen un...d Verrat. mehr weniger

30.04.2021

wodisoft.ch
Dieser Rachethriller ist sehr spannend zu lesen. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

06.04.2021