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Der Geschmack der Sehnsucht

In den Wirren des vietnamesischen Bürgerkriegs wird ein junges Mädchen weitergereicht; erst bei der dritten »Mutter«, einer Lehrerin, findet Mãn ein Zuhause. Doch dann entscheidet sich auch die neue Mutter, sie in die Ferne zu schicken: in eine arrangierte Ehe mit einem älteren Mann, der nach Kanada ausgewandert ist. Zuerst nimmt die junge Frau die neue Heimat nur durch die Luke der kleinen Suppenküche wahr, die dem ungleichen Paar den Lebensunterhalt sichert. Doch dann besinnt sie sich auf ein Vermächtnis, das ihr die Mutter mitgegeben hat: die Kunst des Kochens, die Sprache der Gewürze, die zugleich die der Sehnsucht ist und in der jedes Kraut, jede Zutat eine besondere Bedeutung hat, eine Geschichte erzählt. Bald werden sie und ihre Kunst entdeckt – und mit dem Erfolg entdeckt sie sich selbst, findet eine neue Sprache, in der auch Wünsche und Sehnsüchte zu Wort kommen dürfen. Bis sie schließlich einem anderen »Fremden« begegnet und eine so überraschende wie unbedingte Liebe ihr die Möglichkeit eines neuen Lebens aufzeigt. In Kim Thúys berührendem Exilroman verbindet sich der Duft der Gewürze mit der Sehnsucht nach einem Leben, das die Möglichkeit der Liebe einschließt.

Bibliografische Daten

EUR 16,95 [DE] – EUR 17,40 [AT]
ISBN : 978-3-88897-928-6

1. Auflage
144 Seiten
Format : 12,8 x 19,7 cm
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Übersetzt von Brigitte Große und Andrea Alvermann
Autor*innenporträt

Kim Thúy

Kim Thúy wurde 1968 in Saigon geboren und floh als Zehnjährige mit ihrer Familie nach Kanada. Sie arbeitete als Übersetzerin und Rechtsanwältin, als Gastronomin, Kritikerin und Moderatorin für Radio und Fernsehen. Als Autorin wurde sie 2010 mit ihrem in zahlreiche Sprachen übersetzten Roman ›Der Klang der Fremde‹ bekannt. Kim Thúy lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Montreal.  

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Übersetzer*innenporträt

Brigitte Große

Brigitte Große, 1957 in Wien geboren, studierte Philosophie, Musikwissenschaft, Soziologie und Psychologie in Wien und Hamburg. Anschließend war sie als Lektorin und Redakteurin tätig. Sie lebt heute als Übersetzerin aus dem Französischen in Hamburg. Sie überträgt unter anderem Amélie Nothomb, Wilfried N’Sondé und Gaël Faye ins Deutsche. 1994 und 2015 erhielt Brigitte Große den Hamburger Förderpreis für Literatur und literarische Übersetzungen. Sie war Trägerin des Hieronymusrings und wurde 2017 mit dem Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung ausgezeichnet.

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Übersetzer*innenporträt

Andrea Alvermann

Andrea Alvermann studierte u. a. Jura, Romanistik und Slavistik an der Universität Köln. Sie ist Mitglied im Berufsverband der Dolmetscher und Übersetzer und der Société Française des Traducteurs (SFT).

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37 von 37 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.51 von 5 Sternen


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2 - 10 von 37 Leserstimme

beastybabe am 05.04.2014 00:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Liebe kann alles verändern...

Kim Thúy erzählt in ihrem Roman "Der Geschmack der Sehnsucht" die Geschichte von Mán. Die junge Frau wächst in Vietnam auf, wo ihre Mutter die Wirren des Krieges erleben musste.In der Hoffnung auf ein besseres Leben folgt sie einem Mann, der nach Kanada ausgewandert ist und wird dessen Frau. Sie arbeitet in der Küche seines kleinen Restaurants und lernt mit der Zeit, ihr neues Leben zu schätzen und zu würdigen. Viele Freunde findet sie und zwei Kinder krönen die Ehe, doch etwas fehlt Mán: die Erfahrung des Verliebtseins...Das Buch ist durchaus fesselnd, obwohl es in sehr leisen Tönen erzählt wird. Ohne jemals schnulzig zu wirken, findet die Autorin wundervolle bildhafte Worte für die Gefühle ihrer Charaktere. Man fühlt mit der Protagonistin, man empfindet Mitleid mit ihrer Mutter, man freut sich mit den Freundinnen.Nebenbei erfährt man vieles aus der Kultur Vietnams - und natürlich über Lebensmittel, die so köstlich beschrieben werden, dass man das Fernweh im Bauch spüren kann...Ein sehr schönes, kleines Buch über die Macht der Liebe!

kassandra10 am 02.04.2014 11:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Thuy - Die Düfte der Vergangenheit

Eine Reise in die Vergangenheit, die Zukunft und in das Herz der Familie. Während des Vietnamkrieges geht es der Familie schlecht, Mütter werden von Kindern getrennt, Väter sind unauffindbar. Dennoch gelingt es der jungen Vietnamesin als Ehefrau von einem wohlhabenden Mannes nach Kanada zu gelangen. Hier allerdings plagt sie die Sehnsucht und findet ihren Frieden dank ihrer offenen und aufgeweckten Freundin Julie indem Sie das Restaurant ihres Mannes ausbaut. Sie atmet die Düfte ihrer Küche und kann mit der Vergangenheit und mit der Zukunft leben. Ein wundervoller Roman über die Heimat, die Düfte der Vergangenheit und an eine Liebe, deren Erfüllung unmöglich scheint.

tsubame am 01.04.2014 15:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Der Geschmack der Sehnsucht

"Der Geschmack der Sehnsucht" ist die Geschichte von Man, die in den Wirren des vietnamesischen Bürgerkriegs von einer Mutter zur nächsten weitergereicht wird. Durch eine arrangierte Ehe landet sie schließlich in Kanada, wo sie in der Suppenküche ihres Mannes arbeitet und es mit ihren Kochkünsten zu internationalen Erfolgen bringt. Durch ihre Freundschaft zu Julie lernt sie eine ihr bis dahin fremde Welt kennen. Julie bringt ihr bei, "sich nach dem Horizont zu sehnen", lehrt Man Sprachen, Gesten, Gefühle. Als Man schließlich dem französischen Koch Luc begegnet, entdeckt sie zu guter letzt auch noch die Liebe ...Das dünne, aber liebevoll gemachte Büchlein vermittelt dem Leser einen Einblick in die vietnamesische Kultur und zeigt auf z.T. humorvolle Weise die Unterschiede zur westlichen bzw. kanadischen Lebensweise. Wenn zwei Kulturen sich gegenseitig inspirieren und ergänzen kann dabei etwas ganz Neues und Bereicherndes entstehen - ganz wie beim Kochen.

milchkaffee am 01.04.2014 11:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Der Geschmack der Sehnsucht

Dieses Buch fand ich noch besser als die Leseprobe. Ein junges Mädchen wird in Vietnam während des Bürgerkrieges immer weitergereicht . Erst bei der dritten Mutter erfährt sie ein liebevolles zu Hause. Allerdings wird sie an einen viel älteren Mann verheiratet. Liebe ist hier nicht im Spiel. Sie schufftet den ganzen Tag in der Suppenküche ihres Mannes. Das Kochen wird ihr Lebensinhalt und verändert ihr Leben bald grundlegend.Wunderschön zu lesen. Sprachlich toll. auch wenn das Buch sehr kurz ist, fehlt nichts. Das Cover und der Einband sind schön und hochwertig.Auch als Geschenk gut geeignet.

reni am 31.03.2014 21:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Man

Das Buch ist eine wunderbare Hommage an Vietnam als warmherziges und kulturell interessantes Land, gleichzeitig aber auch an die Frauen, die dort Leben. Es geht um die Vormachtstellung es Mannes, dem die junge Man versprochen wurde, um ihren Lebensbedarf zu sichern und den sie doch nie liebt. Es geht aber auch um die Verwirklichung ihre Traumes, ein eigenes Kochbuch zu veröffentlichen und selbstbestimmt zu leben. Man entdeckt durch die alten Rezepte ihrer Mutter den Weg in ihren ganz persönliche Freiheit und die Liebe zu einem Mann. Eine schöne Geschichte, die Spass gemacht hat zu lesen, die aber für meine Begriffe ein wenig zu kurz geraten ist. Schade, denn hier wäre noch sehr viel mehr Potential gewesen, weil die Geschichte an sich sehr interessant und mitreißend ist. Dennoch würde ich das Buch empfehlen.

signalhill am 30.03.2014 10:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Der Geschmack der Sehnsucht: Eine Heimat in der Fremde

Kim Thúys ‚Der Geschmack der Sehnsucht‘ ist ein dünnes Bändchen mit einem tollen Cover, das sich gut zum Verschenken eignet. Man sieht auf den ersten Blick, dass wir uns in Asien – hier Vietnam – befinden und dass das Essen eine große Rolle spielt.Die Handlung der Geschichte vollzieht sich, so vermute ich, tausendfach in der Realität: Ein junges Mädchens, weitergegeben von Mutter zu Mutter in Vietnam, wird mit einem sehr viel älteren Mann verheiratet und geht mit nach Kanada. Hier arbeitet sie in der Küche eines Restaurants, ihr kleines Universum, das sie fast nie verlässt. Ein unvorstellbares Leben zwischen der Küche und der Wohnung des Ehepaars beginnt. Ihrem Mann ist das Mädchen untergeben, so wie man es von Asiatinnen oft hört – Liebe ausgeschlossen.Erst durch Julie und Luc hat sie schließlich eine Chance, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und die Freude am Kochen auszuleben und ein Rezeptbuch zu schreiben. Ein neues Leben, eine Liebe beginnen….Die Autorin Kim Thúy, selbst eine Exilvietnamesin, hat ganz sicher sehr viele eigene Erfahrungen in dieses Buch gepackt. Der Leser bekommt hier Einblick in die asiatische Seele, in eine Mentalität, die ihr Inneres nicht nach Außen kehrt. Geschickt springt die Autorin zwischen der kleinen Vietnamesin und der Exilvietnamesin hin und her. Beim Lesen fühlt man, dass die Autorin sehr viel Herzblut in dieses Buch gelegt hat.Insgesamt ist ‚Der Geschmack der Sehnsucht‘ ein mitreißendes Buch, das mich auch nachdenklich gemacht hat, da man auch oft hört, dass auch in unseren Asia-Restaurants viele Arbeitskräfte hier ein ‚Schattendasein‘ führen. In eine andere Kultur zu kommen und ihr dennoch niemals ausgesetzt zu sein, ist traurig und für mich unvorstellbar. ‚Der Geschmack der Sehnsucht’ zeigt aber auch, dass man eine Heimat in der Fremde finden kann, auch, wenn die Verbundenheit zur Heimat bleibt. Absolut lesenswert!

everett am 29.03.2014 22:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Neue Existenz im Exil

Man wird während des vietnamesischen Bürgerkrieges geboren, und von der leiblichen Mutter verlassen, weitergereicht um endlich bei der dritten "Mutter" ein zu Hause zu finden. Diese entscheidet sich dann aber Man in eine arrangierte Ehe zu geben, um ihre Zukunft zu sichern. So lebt Man mit ihrem älteren Mann dann in Kanada, der dort eine Art Suppenküche betreibt. Doch Man besinnt sich auf die Kochkünste, die sie von ihrer Mutter gelernt hatte und wird bekannt.Die Geschichte von Man im kanadischen Exil ist eine Erfolgsgeschichte, die ihr eine ganz neue Welt eröffnet, auch die Liebe.Dieser Roman ist etwas anderes, besonderes. Allein die kurzen Kapitel, nach denen ich aber immer erst innehalten musste, um das Gelesene zu verarbeiten, die Bilder wirken zu lassen. So kurz gehal-ten und doch so ausreichend und bildhaft geschrieben. Als Man dann die Liebe trifft, kann man so gut nachfühlen, auch wie sie damit umgeht, wie sie einen Weg weiter durchs Leben findet.Dies ist ein Roman, der aus der Masse heraussticht, in seiner Art etwas ganz besonderes ist. Trotz, oder gerade durch, seiner Kürze ist er so aussagefähig und berührend.

jaylinn am 28.03.2014 14:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Zauberhaftes Buch

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Nach einer sehr langen Wartezeit waren die Erwartungen dann nochmal gestiegen. Zunächst zur Gestaltung: Das Buch ist wirklich aufwendig und schön gestaltet. Das Cover passt farblich perfekt zum Einband des gebundenen Büchleines. Beim Aufschlagen fallen sofort die Vokabeln auf, die jeweils an den Seitenrändern aufgeführt sind. Pro Seite ist es meistens eine Vokabel. Mir kamen diese Vokabeln schon fast wie eine Art Kapitelüberschriften vor. Sie waren stets sehr passend ausgewählt. Das Buch erzählt die Geschichte einer Viatnamesin, die als kleines Kind von einer Mutter zur nächsten gereicht wurde, letzten Endes ihr Glück und ihre Erfüllung im Betreiben eines speziellen Restaurants und dem Schreiben von Kochbüchern findet. Ich möcht hier nicht zu viel verraten... man wird überrascht sein, wenn man dieses Buch liest. Es ist nicht in klassischer Romanform geschrieben und berührt manchmal auch nur die Oberfläche. Der Leser muss sehr aufmerksam sein und sollte am Besten auch über historische Ereignisse zumindest basales Wissen besitzen.

gustav am 27.03.2014 11:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Tiefgründig

Was für eine ergreifende Geschichte über das Leben einer vietnamesischen Frau. Der Leser erlebt die Wirren des vietnamesischen Bürgerkrieges durch die Augen des kleinen Mädchens bis hin zu ihrer Heirat. Doch auch die Ehe stellt keine Erlösung dar, denn ihr Mann ist um viele Jahre älter als sie und Liebe erfährt sie nicht. Vielmehr muss die junge Frau nun in der Restaurantsküche ihres Mannes schuften. Gewürze und Speisen, Düfte und Geschmäcker spielen daher eine wichtige Rolle in diesem eindrucksvollen Buch. Kim Thúy gibt mit der Unterstützung einer Freundin Kochkurse, aber erst, als sie ihre vietnamesischen Rezepte als Buch verlegt, in dem Kräuter und Gewürze ihre eigenen Geschichten erzählen, kommt endlich der ersehnte Erfolg und ein wenig Erfüllung in ihr Leben.Der Leser lebt und fühlt die Eindrücke der Ich-Erzählerin.Trotz der geringen Dicke des Buchs (143 Seiten) hatte ich dennoch das Gefühl das die Autorin enorm viel Gefühl und Tiefe transportiert.Ein hochinteressantes Buch über Sehnsucht, Leid und Leben.

lunamonique am 26.03.2014 08:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Der Geschmack der Sehnsucht

Die kanadische, in Saigon, Vietnam geborene Schriftstellerin Kim Thúy erlangte 2009 mit ihrem ersten Buch „Ru“ (Der Klang der Fremde) internationalen Erfolg. Kim Thúy schreibt in französischer Sprache. In ihrem neuen Buch „Der Geschmack der Sehnsucht“ erzählt sie auf sinnlich poetische Weise das Schicksal von Män. Der vietnamesische Bürgerkrieg hinterlässt auch in Mäns Leben Spuren. Erst bei der dritten Mutter findet sie ein richtiges Zuhause. „Sie sah mich in der Ferne im warmen Licht, und ich wurde zu ihrer Tochter.“ Eine innige Verbindung zwischen den Beiden entsteht. Umso schwerer fällt die Trennung, als die Mutter für Män einen Mann aussucht und Män zu ihm nach Kanada zieht. Mäns Mann führt ein Restaurant. Erst durch Mäns Kochkünste und Ideenreichtum erregt das Restaurant immer mehr Aufsehen. Ein Küchengehilfe wird eingestellt, den Män bald nur noch wegen seiner Fröhlichkeit Sonnenbruder nennt. Dann lernt Män die unbeschwerte und lebenslustige Julie kennen. Julie hilft ihr dabei, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Als Män Luc begegnet, kann sie sich gegen die Übermacht der Gefühle nicht wehren und lernt das erste Mal in ihrem Leben die wahre Liebe kennen. „Der Geschmack der Sehnsucht“ beginnt mit einem Gedicht von Ernst Jandl. In wenigen Zeilen spiegelt es die tiefe Verbindung zwischen zwei Menschen wieder. Erst bei ihrer dritten Mutter findet Män endlich den Halt, den sie für ihr Leben braucht. Mäns spätere arrangierte Ehe ist von Respekt und nicht von Liebe angefüllt. Ihre Liebe und Leidenschaft widmet sie dem Kochen. Die Freundschaft zu Julie verändert Mäns Leben. Sie wird freier und entdeckt sich selbst. Gedichte begleiten die Geschichte. Oft sind sie voller Erinnerungen. Ein Rückblick macht das schwere Schicksal von Mäns Mutter deutlich. Sie wird von ihrer Familie getrennt, muss als Genossin Nhän ein völlig neues Leben beginnen. Sie fügt sich ihrem Schicksal, begegnet ihrem Vater nur noch ein einziges Mal und gibt sich nicht zu erkennen. „Der Geschmack der Sehnsucht“ ist mit seinen kurzen Kapiteln, den Gedichten und kleinen andersfarbigen Übersetzungen am Seitenrand aufgebaut wie ein Kunstwerk. Kim Thúy war Gastronomin und Gastrokritikerin für Radio und Fernsehen. Ihre Kochkünste fließen in den Exilroman mit ein. Traditionelle Zutaten und Gerichte, eine Vielzahl von Gewürzen und Gerüchen erzeugen eine exotische und gleichzeitig heimelige Atmosphäre, die den Leser gefangen nimmt. Der ungewöhnliche Einblick in vietnamesische Traditionen bewegt. Reinheit und Verzicht sind die zwei Grundtöne der vietnamesischen Seele. Ein Aufbegehren, die Zerstörung von Harmonie, Gefühlsausbrüche zählen nicht dazu. Umso überraschter ist Män von dem Verhalten ihres Küchengehilfen und ihrer Freundin. Begeisterung steckt an. Julie wird zur Glückshändlerin. Es sind die liebenswerten, sehr gegensätzlichen und teils zwiegespaltenen Charaktere, allen Voran Män, die diese Geschichte zu etwas Besonderem machen. Das Cover stellt anhand weniger Details das vietnamesische Leben dar. Fischer, eine Frau, die am Strand Lebensmittel verkauft. Trotz alltäglicher Szene drückt das Bild Freiheit, Kraft und Stolz aus. Gemüse und Brot sind die Farbtupfer am Strand. Zum Leben gehört Wagemut. Män entdeckt ihn auf ihre Weise. Das Abenteuer beginnt. Wie wird sie sich entscheiden? Am Altbewährten festhalten oder den Schritt in eine neue Zukunft wagen? Die Spannung steigt. Das Ende kommt viel zu schnell. 142 Seiten Faszination, Hoffnung und sich auftürmende Träume. „Das Leben, das Unglück, die Einsamkeit, die Verlassenheit, die Armut sind Schlachtfelder mit eigenen Helden: unsichtbaren Helden, die manchmal größer sind als die berühmten…“