Ein Mann der Kunst
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Ein Mann der Kunst
Bibliografische Daten
1. Auflage
3 - 10 von 75 Leserstimme
Unterhaltsame Satire auf den Kunstbetrieb
Kristof Magnusson hat mit "Ein Mann der Kunst" eine eingängliche Satire auf den Kunstbetrieb geschrieben. Kunstinteressiert sollte man als Leser also schon sein, aber auch für eher mittelmäßige Kunstkenner ist das Buch verständlich und unterhaltsam. Dabei wird es aber nie flach und auch nie zu böse bzw. verletzend. Hier bekommt jeder sein Fett weg: die Künstler, die im Kunstbetrieb Tätigen und auch das Publikum. All diese treffen bei einer sommerlichen Wochenendreise im malerischen Rheingau zusammen – zusammen mit den Temperaturen erhitzen sich auch die Gemüter ...Die Figuren blieben für mich etwas blass – bis zu letzt konnte ich sie alle, inkl. des Ich-Erzählers, nicht wirklich greifen. Vielleicht ist das auch Absicht des Autors.Alles in allem ein intelligenter, satirischer Unterhaltungsroman.*** meine 100. Rezension bei vorablesen :-) ***
Über die Liebe und den Schmerz mit der Kunst
Kristof Magnusson stellt die Kustszene in "Ein Mann der Kunst" so wunderbar liebvoll, verletzlich und engagiert dar, dass man nicht genug von den verschrobenen Chrakteren und ihren Beziehungen bekommen kann. Dieses Buch macht Lust ein Kunstwerk richtig zu sehen, mit allem was im Hintergrund mit den Künstler*innen und dem Geschäft darum passiert. Die Chraktere entwickeln sich in diesem "Reisebericht" häufig völlig unerwartet, so als hätte man davor einfach nicht richtig hingeschaut, denn die Details waren immer da - man konnt es sich einfach nur nicht vorstellen. Ein tolles Buch - nicht nur für Kunstkennende - sondern einfach auch mit Liebe für Zwischenmenschliches, Kreatives und Neugierige!
Köstlich!
Kristof Magnusson ist ein herrliches Buch gelungen. Hier wird die Kunstszene ganz wunderbar auf die Schippe genommen.Worum geht es? Das fiktive Frankfurter Privatmuseum "Wendevogel" soll einen neuen Anbau bekommen, das dem Maler KD Pratz gewidmet sein soll. Doch der Maler lebt zurückgezogen auf einer Burg im Rheingau und gewährt niemandem Zugang. Durch die Bemühungen des Museumsdirektors gelingt es schließlich eine Reise zu dem Maler zu organisieren, er fühlt sich wohl durch die Neubaupläne irgendwie geschmeichelt. Doch dann läuft alles aus dem Ruder.Magnusson kennt sich aus in der Kunstszene, das merkt man schnell. Die Eitelkeiten, Selbstdarstellungskünste, Beziehungsgeflechte etc. bringt er gekonnt auf den Punkt und man liest vergnügt mit.Besonders den Schluss fand ich herrlich und ich habe mich mit dem Buch köstlich amüsiert.
Satirischer Ausflug in die Welt der Kunst
Der exzentrische, zurückgezogen auf einer Burg im Rheingau residierende Künstler KD Pratz trifft sein bildungsbürgerliches Publikum in Form der Mitglieder des Fördervereins für das Museum Wendevogel. Diese wollen ihn kennenlernen als Entscheidungshilfe für die Frage, ob der geplante Museumsanbau in Gänze dem Werk dieses Künstlers gewidmet werden soll.Der gesellschaftskritische Künstler und die kunstbeflissene, wohlbetuchte Klientel – da prallen zwei Welten aufeinander, es kommt zum Desaster – oder doch nicht? Die Schilderungen sowohl des Künstlers als auch der unterschiedlichen Kunstfreunde sind äußerst amüsant, die pointierten Dialoge sind einfach köstlich. Wer ist dieser publikumsscheue KD Pratz nun eigentlich, ist er einfach völlig durchgeknallt oder am Ende gar ein Marketinggenie?Dieser kurzweilige Roman unterhält blendend, hält einem (wenn man sich zum Bildungsbürgertum zählt) einen Spiegel vor und regt zum Nachdenken an. Klare Leseempfehlung!
Man kennt sie alle...
Das Coverbild mit der in groben Strichen gemalten Burg hoch über dem Rhein täuscht eigentlich, zeigt sie doch eine Idylle, die es so nicht gibt und die so auch nicht im Buch beschrieben wird.Allerdings führt uns das Buch an den Rhein, denn dorthin geht eine Kunstfahrt des Fördervereins des Museums "Wendevogel" aus Frankfurt. Der Verein möchte einen Anbau an das Museum erstellen lassen und braucht dafür die Bilder des erfolgreichen, aber sehr zurückgezogen lebenden Malers KD Pratz. Man trifft den Maler, doch der Mann verhält sich sehr seltsam und es kommt zu Streitereien im Förderverein darüber, ob der Maler der richtige Mann ist, um ihm ein Museum zu widmen. Doch dann kommt alles ganz anders!Das Buch ist wirklich amüsant geschrieben. Man kennt sie alle, die darin vorkommen, die Kunstbeflissenen, die arroganten Museumsdirektoren, die eifrigen Betrachter, die Künstler, die sich eine Nische suchen müssen, um zu überleben. Dabei erinnert Pracht an eine Mischung aus Beuys und Richter, seine Burg Ernsteck an das Rolandseck - nicht ganz ohne Absicht, vermute ich. Am Ende fragt man sich, ob KD Pratz ein Marketinggenie oder ein Trottel ist, das wird nicht ganz aufgeklärt...Der Schreibstil ist locker und ironisch, der Autor kennt die Mechanismen der Kunstwelt gut und bringt sie überzeugend rüber. Insgesamt ist das Buch ein köstlicher Spaß!
Eine Kunstreise zum Nachdenken
Das Buch ist relativ kurz, auch sehr leicht zu lesen und zu beenden und doch regt das Buch einen zum Nachdenken an. Geschafft wird das durch die Figur des zurückgezogenen Künstlers, der der Reisegruppe alles was er zu der Welt zu sagen hat auch mitteilt und damit auch dem Leser, und so beide zum Nachdenken anregt. Mir hat das sehr an dem Buch gefallen, dass sowohl Fragen über den Kunstbetrieb und die heutige Gesellschaft aufgeworfen werden und schlussendlich auch über die Kunst an sich. Allerdings fühlt man sich während des Buches selbst wie ein Teil der Reisegruppe, denn man wird mit so gut wie keiner der Figuren wirklich warm bevor das Buch endet. Alles in allem ein gutes Buch für eine unterhaltende und kurzweilige Lektüre mit Tiefe.
Der Malerfürst, vom Universum aus betrachtet
Herrlich! Der Förderverein Waldvogel plant einen Museums-Neubau, der ausschließlich dem Werk eines einzigen Künstlers gewidmet ist, nämlich KD Pratz. KD Pratz ist einer der bedeutendsten und teuersten und Künstler unserer Zeit. Der Künstler lebt zurückgezogen auf einer Burg im Rheingau und gilt als schwierig. Er verweigert sich jeder Vereinnahmung durch dem Kunstbetrieb.Zu einem ungezwungenen Kennenzulernen besuchen Mitglieder des Fördervereins KD Pratz auf seiner Burg. KD Pratz ist ein Künstler, wie aus dem Bilderbuch. Exaltiert, immer bereit, seine Fans vor den Kopf zu stoßen. KD Pratz schwadroniert: Die Kunst ist genauso kaputt wie die Gesellschaft. Seine Arbeiten thematisieren die Entseelung des modernen Menschen. Aber auch die Mitglieder des Museumsvereins sind eigene Charaktere. Und so bleibt es nicht aus, dass diese mit dem Künstler aneinandergeraten. Die Situation ist zum Teil sehr aufgeladen und eskaliert. Pratz wird aus der Reserve gelockt, doch Pratz ist nicht käuflich.Kristof Magnusson hat mit „Ein Mann der Kunst“einen herrlich unterhaltsamen Roman vorgelegt, der den Kunstbetrieb nicht ganz ernst nimmt und dennoch dem Leser Einblick in diese Welt verschafft. Die Charaktere, die er geschaffen hat, sind unterhaltsam, man hört ihnen gerne zu, und kann sich oft ein Schmunzeln nicht verkneifen. Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Es hat Spaß gemacht. Ich war als Leser definitiv ein Teil der Gruppe.
KD Pratz und der kleinkarierte Kulturalltag
Faszinierend, wie unsere Steuergelder verbraten werden. Dieses Mal nicht für Industriehallen die dann brach liegen oder ewige Flughafenbauten oder Autobahnen, die ins Nichts führen. Dieses Mal für den Bau eines Museumsgebäudes. Eigentlich etwas Positives. Für Kunst haben Regierungen nie viele Mittel übrig. Aber da überbieten sich zwei Staatsfunktionäre mit Millionen, die sie ja nicht aus eigener Tasche bezahlen müssen, einfach um gut da zu stehen und den anderen zu überbieten. Den Kuratoren und Förderverein des Museums Wendevogel kann es nur recht sein. Und weil der Neubau einem noch lebenden Künstler gewidmet sein soll und der Förderverein sich aber darüber nicht einig ist, wird eine Busfahrt zur Burg ebendieses Künstlers organisiert. KD Pratz, der Künstler, lebt zurückgezogen auf einer Burg am Rhein. Vom Künstlerzirkus und dem ganzen kleinkarierten Gehabe und Getue will er nichts wissen. Und ausgerechnet auf ihn trifft nun eine ganze Busladung solcher Kunstförderer und selbsternannter Kunstkenner. Herrlich. Was als „Bildungsbürgerbespaßung“ beginnt, endet mit einem sehr engagierten Künstler der hingebungsvoll alle Werke seiner letzten Jahre, die bisher noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat, vernichtet. Und der gesamte Förderverein hilft ihm dabei. Ich habe die Sprache in diesem Buch geliebt. Einerseits einfache, schlichte Narration, mit angenehm lesbaren Sätzen, andererseits die hoch gestochenen Diskurse der Förderverein Mitglieder oder des Kurators Michael Neuhuber. Begriffe wie „Neo-Brutalismus“ in der Architektur, der „abstrakt-skulpturale Charakter“ eines Baus. (Seite 130) oder „Gegenständlichkeit in der Moderne, Gegenständlichkeit nach der großen Unterbrechung durch die abstrakte Kunst“ (Seite 132) fallen locker und wirken gekünstelt und überheblich. Der Redner will nicht das Werk loben, sondern seine eigene Überlegenheit vor den anderen, die nicht eines solch geschraubten Wortschatzes mächtig sind. Ich habe diese Reden genossen. Sie erinnern mich sehr an einige Vernissagen, wo die Redner keinen einfachen Satz zusammenkriegten, lauter künstlerisches Geschwafel.
Facettenreiches, humorvolles und dadurch außergewöhnliches Buch
Christoph Magnusson hat mit diesem Buch ein außergewöhnliches Buch verfasst, welches von einem Künstler und dessen Kunstfreunden handelt. Der Schreibstil gefällt mir sehr, weil er kurzweilig ist, sind sehr angenehm lesen lässt und es zudem schaffte mich am Lesen zu halten. Auch ist alles gut verständlich und nicht mit Fachbegriffen überfrachtet ist, sodass es auch für Fachfremde super zu lesen ist. Und besonders toll finde ich die beiläufig eingebrachten, ernsten Themen gepaart mit dem Humor, der mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat. Dabei sind die einzelnen Charaktere allesamt besonders, dadurch authentisch und haben alle ihren eigenen Charme, der für mich das Buch lesenswert macht. Durch diese vielfältigen Kombinationen und Facetten im Buch ist es für mich ein ganz besonderes Werk, welches mich überzeugt hat und daher 5 von 5 Sternen erhält.
Der unnahbare Künstler
Kristoff Magnusson lässt uns in „Ein Mann der Kunst“ in die kleinbürgerliche Welt eines Fördervereins blicken. Der Förderverein des Museums Wendevogel muss umworben werden, damit er einem Anbau zustimmt, der sich nur um den großen Künstler KD Pratz drehen soll. Dafür organisiert der Kurator bzw. eher seine Mitarbeiterin, die wirklich für alles zuständig zu sein scheint eine Reise zu KD Pratz an den Rhein. KD Pratz gibt jedoch den einsiedlerischen Künstler, der die moderne Welt ablehnt und sich nur zu gerne vor Publikum aufregt. Der Förderverein spielt dabei mit und ist empört. Am Rande des Geschehens jedoch auch mittendrin ist dabei der Architekt, der eigentlich seine Mutter nur auf eine Reise des beschaulichen kleinen Fördervereins begleiten wollte.Magnusson schreibt mit Leichtigkeit über unsere gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Probleme und zeichnet dabei eine sehr interessante Studie der Kunstwelt und wie sie sich in einer kleinen Laiengruppe manifestiert. Stellenweise war es mir eine zu detailreiche Betrachtung, womöglich ging es mir auch zu nah da ich mich selbst zu gut in den Darstellungen wiederfand.