Ein Mann der Kunst
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Ein Mann der Kunst
Bibliografische Daten
1. Auflage
4 - 10 von 75 Leserstimme
Vielschichtige Miliestudie
Dieses Buch nimmt diejenigen, die es lesen, mit in die Welt des Kunstbetriebs und leuchtet Eigenarten, Schrulligkeiten und Liebenswertes in schonungslos offener Weise aus. Es entsteht eine kurzweilig zu lesende Milieustudie, bei der ich als Leser mehr als nur einmal geschmunzelt habe. Dabei geht es natürlich nicht zuletzt um die Frage, was Kunst eigentlich ist und welche Rahmenbedingungen sie braucht. Dass der einzelne Mensch - sowohl als Künstler als auch als Betrachter - als Mensch mit seiner je eigenen Lebensgeschichte eine herausragende Bedeutung hat, macht dieses Buch mehr als deutlich. Meiner Meinung nach ist dieses Buch über den Kunstbetrieb selbst ein kleines Kunstwerk geworden. Unbedingte Leseempfehlung!
Gelungene Persiflage auf den Kunstbetrieb!
Ironisch-liebevolle Abrechnung mit dem modernen Kuturbetrieb.Ein Förderverein will sein Museum dem ultramodernen Künstler KD Pratz widmen. Dabei stößt man auf diverse Schwierigkeiten, die mit einer gruppendynamischen Busreise zu dem abweisenden, auf einer Burg lebenden KD Pratz behoben werden sollen.In intelligenten, feinen Dialogen läßt der Autor Bildungsbürgertum und Künstlerego aufeinanderprallen.Sowohl die ausgefallenen und absurden Performances unserer Aktionskünstler wie auch die snobistischen und sich anbiedernden intellektuellen Kunstinteressierten kriegen eins auf die Nase. Aber immer liebevoll und zärtlich. Der Leser darf sich fragen, wo er selber steht. Fazit: Eine kleine feinsinnige Abrechnung mit allerhand Absurditäten des modernen Kulturbetriebs. Überraschungen inklusive. Kategorie: Anspruchsvolle LiteraturVerlag: Kunstmann, 2020
Humorvoll, herausfordernd und spannend!
Als der Museums-Förderverein die unerwartete Erlaubnis erhält, den exzentrischen, in Isolation lebenden Maler KD Pratz auf seiner Burg zu besuchen, erfährt Constantin erster Hand, was im Kopf eines außergewöhnlichen Künstlers vorgeht. Wider aller Erwartungen entpuppt sich: Auch weltberühmte Einsiedler können Verletzlichkeit empfinden. Ein Wirbelwind an Persönlichkeiten und Überzeugungen führt zu Beleidigungen, Selbsterkenntnissen – und neuen Freundschaften.Magnusson zieht den Leser mit sofortiger Wirkung in seinen Bann. Der Roman ist gefüllt mit unerwarteten Überraschungen und nuancierten Widersprüchen, die Handlung hält den Leser durchgängig auf Trab. Das Wesen, der Wert und die Auswirkungen von radikaler Kunst werden hier unter die Lupe genommen, und die Charakterkomik verleiht der Erzählung eine wundervolle stilistische Farbenpracht."Ein Mann der Kunst" ist eine großartige Leseerfahrung für Kunstliebhaber und Freunde der gesunden Selbstkritik.
So geht's im Kunstbetrieb zu ...
Gibt es einen Künstler ohne Publikum, ein Kunstpublikum ohne Künstler? Dieser Frage widmet sich auf unterhaltsame Art Kristof Magnussons Roman "Ein Mann der Kunst", indem er von KD Pratz erzählt, einem Künstler zwischen Eremitendasein und Weltstar-Potential. Angesichts dieses Spannungsfelds macht sich ein Museums-Förderverein auf den Weg zu ihm, um ihn für einen Neubau und eine exklusive Ausstellung zu gewinnen. Mit dieser Betrachtung des deutschen Kunstbetriebs, in der die Figuren - egal ob Künstler, Fan oder Mäzen - immer respektvoll gezeichnet werden, überschreitet der Autor nie wirklich die Grenze zum Absurden. Das gibt der Erzählung aber einen überzeugenden und pointierten Bezug zur Realität.
Künstler sind eine unberechenbare Spezies
Eine ausgewählte Gruppe Kunstliebhaber wagt ein außergewöhnliches Experiment. Der schwierige und eigenbrötlerische Künstler KD Pratzist Gegenstand dieses zunächst fröhlich beginnenden Wochenendtrips.Für KD Pratz steht einiges auf dem Spiel. Nämlich ein eigenes Museum.Wer kann damit schon punkten? Nur ist ihm jegliches Gefühl für das Miteinander mit den Menschen außerhalb seiner Burg abhanden gekommen. Deshalb zeigt er den Verehrern, Besserwissern und vermeintlichen Kunstkennern was Kunst in seinen Augen wirklich ist. Der Ich-Erzähler Constantin Marx versucht KD Pratz zu verstehen undwird zum Vermittler für die immer mehr zerstrittene Truppe. Der Autor Kristof Magnusson hat hier einen sehr unterhaltsamen und mitreißenden Roman verfasst, den es sich lohnt zu lesen. Denn es macht wirklich Spaß mit dieser Gruppe auf Reisen zu gehen und im Kopf die Landschaft und Bilderzu haben, die der Autor hervorragend beschreiben kann. Auch wenn diese Kunst am Ende an einem Ort landet, wo niemand sie jemals vermutet hätte. Das hinterlässt beim Leser auf jeden Fall ein Schmunzeln.
Diese Künstler!
Der Förderverein eines Frankfurter Museums für Gegenwartskunst erbt ein Grundstück und erhält so die Möglichkeit, einen Anbau zu verwirklichen, der der stetig wachsenden Sammlung und Reputation des Hauses Rechnung trägt. Vorgesehen ist, diesen Anbau einem einzigen und noch dazu lebenden deutschen Künstler zu widmen: KD Pratz. Da der Förderverein noch nicht geschlossen hinter diesem Vorhaben steht, wird eine Reise zu Wohn- und Wirkungsstätte des sperrigen KD Pratz organisiert: einer einnehmenden und einzunehmenden Burg hoch über dem Rhein. Wie sich die Spannung zwischen dem bildungsbürgerlichen, umfassend interessierten und solventen Förderverein einerseits und dem von der Kunstwelt schockierten und zurückgezogen lebenden Künstler andererseits nach und nach entlädt, wird hier pointiert und mit großer Milieukenntnis geschildert. Man schmunzelt oft über allzu zutreffende sprachliche Blüten und Personenbeschreibungen, merkt aber auch, dass es sich der Autor selbst mit demselben bildungsbürgerlichen Publikum nicht allzu sehr verscherzen möchte. Großartig ist auch das Coverbild!
ein Kunstbuch
Zugegeben, man muss sich für Kunst interessieren, oder bestenfalls für Kunst begeistern, um dieses Buch zu mögen. Dies tue ich und deshalb fand ich dieses Buch über einen exzentrischen Künstler und den Besuch einer bunt gemischten Gruppe eines Fördervereins, sehr lustig und erfrischend. Die Charaktere sind natürlich sehr überzogen und manchmal arten auch die Dialoge und Monologe der einzelnen Fördervereinsmitglieder oder des Künstlers aus, dennoch liest sich das Buch sehr angenehm und gibt einen kleinen Einblick in die Kunstszene und lädt zum Schmunzeln ein. Nur das Ende fand ich sehr voraussehbar und etwas kitschig, ansonsten kann ich jedem Kunstinteressierten dieses Buch empfehlen. Ein netter Unterhaltungsroman.
So gut, wie behauptet - ein echter Überraschungsauftritt
Mit „Ein Mann der Kunst“ hat mich Kristof Magnusson wirklich positiv überrascht: Ich war skeptisch, genau wie der pessimistische Künstler in seiner Geschichte. Eine abschreckende Persönlichkeit, die provokant berechtigte Gesellschaftskritik übt, sich verweigert und dennoch inszeniert. Wo bleibt das kritische Bewusstsein?! Ihm gegenüber stehen Kunstliebhaber, des verhassten Kulturbetriebes, eine feministische Psychotherapeutin, ein zu ehrgeiziger Museumsdirektor und der zurückhaltende Ich-Erzähler: der Optimist. Daraus ergeben sich unvorhersehbare Wendungen, doppelbödige Klischees, interessante Einblicke voller Widersprüche und hitzige Debatten inmitten der Augusthitze am wunderschönen Rhein. Dialoge, wie ich sie selten lese - handwerklich präzise und äußerst unterhaltsam. Eine solche gelungene Mischung aus Goethe Zitaten, einer Star Wars Anspielung, faszinierenden Persönlichkeiten und eigentümlichen Worten hatte ich nicht erwartet - und bin begeistert.
Amüsante Unterhaltung mit Tiefgang - besser geht nicht!
Wenn ein an der Menschheit krankender Künstler sich dazu aufrafft, sich mit einer kunstsinnigen, aber wenig zur Selbstreflexion neigenden Gruppe zu treffen, ist das Debakel vorprogrammiert. Als der weltberühmte Maler KD Pratz dem ihn besuchenden Förderverein einen Spiegel ihres Lebens vorhält (nicht ohne selbst widersprüchlich zu sein), kommt es zu den unterschiedlichsten Reaktionen.Kristof Magnusson schreibt mit einer Leichtigkeit, die einen dieses Buch mit einem Lächeln im Gesicht in einem Rutsch durchlesen lässt. Doch es ist mehr als 'nur' ein bloßer Unterhaltungsroman. Auch wenn die Geschichte im Kunstmilieu spielt und Manches sicherlich spezifisch ist, lässt sich Vieles auf die Gesellschaft im Allgemeinen und jeden Einzelnen übertragen. Zu handeln, ohne sich zu fragen, ob man das wirklich möchte; auf Kritik nur eine Reaktion zu kennen: Verärgerung; Dinge (Kunst) einfach aufzunehmen, ohne sofort ein Urteil zu fällen.Beste Unterhaltung, die zum Nachdenken anregt!
Kunst ist alles, was wir dafür halten
Ich habe diesen beschwingten Roman außerordentlich genossen, vor allem weil er mir sehr kurzweilige und humorvolle Einblicke in die Kunstwelt gewährt hat. Der Autor hat mit seiner Erzählerfigur Constantin Marx einen ausgezeichneten Beobachter geschaffen, der den Spagat zwischen sympathischer Zurückhaltung und nuanciertem Urteil mühelos schafft. Seine Beschreibungen der Förderverein-Mitglieder sind entlarvend, aber gleichzeitig voller Zuneigung für diese selbsternannte Akademiker-Elite. Ebenso gelungen ist die schrittweise Annäherung an den eigenbrötlerischen Künstler, der sich schließlich auf erfrischende Weise als Mensch entpuppt. Der Roman ist einfach richtig gut gemachte, niveauvolle und geschickte Unterhaltung, die bei mir tatsächlich auch noch eine gedankliche Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Wesen der Kunst ausgelöst hat. Lesenswert!