Ein Mann der Kunst
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Ein Mann der Kunst
Bibliografische Daten
1. Auflage
6 - 10 von 75 Leserstimme
Erstaunlich humorvoll
Das ist mal ein Buch, bei dem man auf jeden Fall den Klappentext lesen sollte. Das Cover und der Titel lassen eine ganz andere Richtung vermuten, als das Buch tatsächlich einschlägt. Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und war nach zwei Tagen schon durch. Hier prallen zwei Welten recht heftig aufeinander. Einmal der Meisterkünstler KD Pratz, der sich seit Jahren auf seiner Burg vergräbt. Und auf der anderen Seite die Kunstinteressierten – repräsentiert durch einen Museumsdirektor und dem zugehörigen Förderverein. Der Schlagabtausch ist grandios beschrieben und man hat so ein Reisegruppefeeling. Das Ende hat mich dann wirklich überrascht. Insgesamt ein gelungenes und kurzweiliges Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle.
Performance
Kristof Magnusson lässt einen Eintauchen in die Welt der Kunstliebhaber von dem begnadeten Maler KD Pratz. Der Maler KD Pratz gilt als ein streitsüchtiger, pessimistischer und zurückgezogener Maler, der mit niemanden reden möchte. Ein totaler Eremit. Und diesem unangenehmen aber grandiosen Maler wollen die Kunstfreunde bzw der Förderverein des Museums Wendevogel ein eigenes Museum bauen. Die Vorsitzende des Museums-Förderverein Wendevogel Ingeborg ist eine begeisterte Pratz-Liebhaberin. Sie möchte unbedingt weitere neue Werke des seit langem zurückgezogen lebenden Künstlers KD Pratz für dieses Museum gewinnen. Doch um den Anbau für diese Museumsfläche zu verwirklichen benötigt sie noch die Zustimmung der Fördervereinsmitglieder. Leider sind nicht alle so begnadete Liebhaber der Werke vom Maler KD Pratz. Und somit wird eine Reise zu dem Künstler unternommen, um zum einen ihn für dieses Projekt zu gewinnen und um die nötigen Stimmen für die Gelder des Fördervereines zu bekommen. Die ganze Geschichte wird aus der Sicht des Sohnes Constantin von Ingeborg erzählt. Der Museumsdirektor Michael Neuhuber muss einiges auf dieser Fahrt nach Burg Ernsteck einstecken. Es wird eine Fahrt mit vielen Höhen und Tiefen und gibt Einblicke in Denkweise der Kunstliebhaber des Fördervereins. Mal hat man etwas zum Schmunzeln und dann wieder etwas zum Nachdenken.Ich selber hatte ab und an mit ein paar Fremdworten Probleme, was diese bedeuten, da ich nicht so eine gute Bildung habe, wie der begnadete Autor. Und doch konnte ich alles sehr gut verstehen und nachvollziehen. Ein schönes Buch, denn auch das gemalte Burgbild am Rhein lässt einen sofort nach dem Buch greifen.
Künstlerisch wertvoll
Der Förderverein eines Frankfurter Museums macht eine Kulturreise zu einem zurückgezogen lebenden Maler. Dem Werk des verehrten KD Pratz könnte ein Neubau gewidmet werden – wenn er sich des Vorhabens würdig erweist. Blöd, wenn die Gastgeberqualitäten des Genies sich als überaus eingerostet erweisen. Schon bald ist nicht mehr klar, was Kunst ist, was wegkann und wie das alles weitergehen soll.Kristof Magnusson erzählt plaudernd-amüsant mit einem ganz besonderen Händchen für die von ihm erschaffenen Figuren. Sie sind nicht nur sehr nahbar, sondern voller liebevoll ausgestalteter Marotten. Bildungsbürger, Neureiche, Pensionäre und Fans – alle sorgen für kurzweilige Dialoge und werden augenzwinkernd karikiert. Wer Kunstliebhaber ist oder kennt, schmunzelt sicher noch etwas mehr als andere. Im überraschenden Finale nimmt der Roman dann richtig Fahrt auf. Eine originelle Lektüre!
Unterhaltsam und gut beobachtet
Kristof Magnusson hat mich mal wieder mit seinem witzigen, subtil ironischen Schreibstil überzeugt. Immer wieder wird das fachmännische Geschwurbel von Kunstkennern auf die Schippe genommen und in den zackigen Dialogen fliegen die Worte nur so hin und her.Anfangs fand ich die Geschichte zwar ein wenig trocken, aber nach einer Weile nimmt das Geschehen Fahrt auf. Die fröhliche Fassade der Reisegruppe bröckelt. Man lernt nochmal ganz neue Seiten der Charaktere kennen und mit überraschenden Wendungen wird nicht gespart. Ein Kritikpunkt: Für meinen Geschmack wurden scheinbar festgefahrene Probleme manchmal zu schnell aus der Welt geschafft. Erst deutet sich ein enormes Konfliktpotenzial an, aber wenig später löst sich alles in Wohlgefallen auf. So war mir dann auch das Ende ein wenig zu zuckrig, aber insgesamt war es eine spannende, unterhaltsame und auch ein wenig nachdenklich machende Lektüre.
Unterhaltsame Satire auf das Geschäft mit der Kunst
Das Museum Wendevogel in Frankfurt am Main will den geplanten Anbau nur einem einzigen Künstler widmen: dem Malerfürst KD Pratz. Um den für die Finanzierung maßgeblichen Förderverein davon zu überzeugen, organisiert Museumsdirektor Neubauer eine Kurzreise in den Rheingau, wo der als menschenscheu und schwierig geltende Künstler allein auf einer Burg lebt. Der Besuch entwickelt sich nicht wie erhofft; es kommt zu heftigen Streitgesprächen und Verärgerung auf beiden Seiten. Das Projekt droht zu scheitern...Dieses Buch ist mein bisheriger Lesehöhepunkt des Jahres. Magnusson zeichnet sämtliche Charaktere so liebevoll und skurril, dass es eine reine Freude ist. Beide Seiten der Kunstmedaille nimmt der Autor sich vor: den eitlen, dauerempörten, überempfindlichen Künstler, und die selbstverliebten, gelangweilten, engstirnigen Bildungsbürger*innen. Besonders gut gelungen finde ich den aalglatten, Worthülsen und Lexikonwissen speienden Museumsdirektor.Die Dialoge sind spritzig und lebendig, der Handlungslauf ist gut komponiert und enthält einige überraschende Wendungen. Sprachlich ist der Roman ein amüsanter, bildreicher und anspruchsvoller Genuss.Und auf das Ende wäre ich nie gekommen...
Der Malerfürst
Das Buch handelt von einer sehr besonderen Reisegruppe. Und zwar von einem Kunstmuseumsförderverein, der eine Kulturreise macht. Und nicht irgendeine Kulturreise, sondern zu Pratz, dem Malerfürsten schlechthin, der niemals Menschen in seinem Heim empfängt, außer es steht ein eigens für ihn gebautes Museum zur Debatte. Der Museumsleiter muss nur noch den Förderverein überzeugen und deshalb hat er diesen besonderen Ausflug organisiert. Doch leider ist das alles nicht so einfach, wie er sich es gedacht hat. Denn der Malerfürst ist alles andere als charmant und seine Fördervereinsmitglieder geraten auch immer mehr außer Kontrolle. Ein wirklich gutes und spritziges Buch, das die Leser in den Kunstbetrieb entführt und so einige skurrile Dialoge bereit hält.
Die Schrullen der Kunstwelt humorvoll dargestellt
"Ein Mann der Kunst" hat mich auf mehreren Ebenen überzeugt: Cover, Autor, Handlung, Spielort, Schreibstil uvm. haben dazu beigetragen, dass ich dieses Buch sehr genossen habe. Ich komme selbst aus Hessen und finde es daher erfrischend, eine Handlung zu verfolgen, die in meiner Heimat spielt. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, weil ich sofort reingenommen wurde und der Geschichte sehr gut folgen konnte. Von der Handlung war ich regelrecht gefesselt: Die Dialoge, Konflikte und inneren Überlegungen des Ich-Erzählers sind faszinierend und gleichzeitig amüsant. Außerdem werden hier alle Charaktere ordentlich aufs Korn genommen, aber nicht mit fiesem Hohn, sondern mit einem humorvollen Augenzwinkern. Ich kann diese Lektüre sehr empfehlen und hatte auch ohne großes Interesse an Kunst zu hegen, viel Freude beim Lesen!
Ist das Kunst, oder kann das weg?
Ein Buch rund um eine imaginäre Biografie des vermeintlich in die Jahre gekommenen, schrulligen Malers KD Pratz.Während des Lesens bin ich aber nicht umhin gekommen zu googeln ob es besagten Künstler nicht doch gibt, denn seine Geschichte ist mit tatsächlich existierenden Künstlern so schön verwoben, dass sich mir die Frage unweigerlich stellte. Sowohl Kunst und die Wirtschaft, die mit ihr einhergeht wird in "Ein Mann der Kunst" kritisch beäugt, überlässt aber größtenteils den Lesern die Wertung. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann nur den "Erzähler", der im Gegensatz zu allen anderen Charakteren nur existieren scheint, um die Geschichte in eine bestimmte Bahn zu lenken. Alles andere (Aufmachung, Schreibstil, Formatierung, etc) ist top!
Abrechnung mit dem Konformitätskomfort
Kristof Magnusson gibt hier vor, einen Roman über einen Künstler und dessen Fangemeinde zu schreiben. Genau genommen, ist dies allerdings nur die Verpackung für seine kolossale Gesellschaftskritik. Vertreten durch seine Künstlerfigur KD Pratz, prangert er unser Anderen-Gefallen-Wollen, unser stetes Erfüllen von fremden Erwartungen an. Echte Rebellen bzw. Personen mit komplett eigener Meinung scheinen ausgestorben oder doch nicht?Es ist ein intellektueller Roman, der mit gehobenen Sprachelementen erstaunlich komisch daherkommt. Mehr als ein Mal musste ich laut auflachen, obwohl ich normalerweise, angepasst wie ich bin, maximal über Gelesenes schmunzele. Doch so manche Formulierung war dermaßen provokativ, dass die spontane Reaktion darauf nicht zu bremsen war. Ich kann die Lektüre nur empfehlen.
Exzentrischer Künstler!
KD Pratz ist ein exzentrischer Künstler, der sich von der Öffentlichkeit zurückgezogen hat und abgeschieden auf einer Burg am Rhein lebt. Der Förderverein eines Museums möchte einen Neubau ausschließlich seinen Werken widmen, dem Museums-Direktor gelingt es, ein Treffen mit dem Künstler zu organisieren. Doch dieses Treffen verläuft nicht so, wie es sich die Mitglieder des Fördervereins vorgestellt haben...Dieses Buch ist kurzweilig und äußerst informativ geschrieben, es gibt allerhand positive wie negative Einblicke in die Kunstszene. Der Autor versteht es, die Charaktere - wenn auch vereinzelt überspitzt - zu beschreiben, und er schreckt nicht davor zurück, den Finger tief in Wunden zu legen. Ein Buch, das mich zum Nachdenken angeregt hat und welches ich durchaus gerne weiterempfehle!