Ein Mann der Kunst
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Ein Mann der Kunst
Bibliografische Daten
1. Auflage
7 - 10 von 75 Leserstimme
Kunst in Aktion
Dies ist ein hoch unterhaltsames Buch – es wird aber dennoch nicht für jeden etwas sein. Denn der Humor bewegt sich auf einer Ebene, die eher versteckt ist, und gekonnt Erwartungen unterläuft oder karikiert. Es ist kein „Schenkelklopfer“, sondern eher eine gekonnt inszenierte Satire des Kunstmarktes und der Bildungsbeflissenheit. Die Personen sind Typen: ein Förderverein auf dem Weg zu „seinem“ Lieblingskünstler, der – natürlich – Exzentriker ist. Satire ist es aber auch gegenüber dem Leser, denn das Ende ist reichlich unerwartet, und dreht noch einmal alles herum. Hier wurde Kunst zur „Performance“, und letztlich weiß man gar nicht so genau, wer hier eigentlich aus wem seinen Nutzen gezogen hat. Geschickt erzählt wird das Ganze vom Sohn der Vorsitzenden, der sich so nebenbei auch noch von seiner Mutter emanzipiert. Als Leser erhält man also reichlich Gelegenheit zum Schmunzeln und Nachdenken. Für mich viel mehr als bloße Unterhaltung!
Ein überspitzter, interessanter und amüsanter Einblick in den Kunstbetrieb.
Das ansprechende Cover des Buches ließ mich schon mal innehalten und Klappentext sowie Leseprobe überzeugten mich davon, den Roman lesen zu wollen. Und es hat sich gelohnt, auch wenn er kein Highlight war. KD Pratz ist kein einfacher Mensch. Er ist ein berühmter, exzentrischer und überheblicher Künstler, der, einem Sonderling gleich, zurückgezogen und fast menschenscheu auf einer Burg im Rheingau lebt.Ob ihm ein kostspieliger Museumsanbau gewidmet wird, soll der Förderverein entscheiden.Das Treffen zwischen diesen Kunstliebhabern und dem Künstler auf der Burg hat es in sich.Es läuft nicht ohne Konflikte ab und gerät außer Kontrolle. Kein Wunder, wenn z. T. verschrobene, selbstverliebte, bornierte, schrille oder überkandidelte Persönlichkeiten aufeinander prallen.Der Leser kann diesen Schlagabtausch genießen und in sich hinein schmunzeln. Er ist ja aus der Schusslinie und wird nicht vom Meister oder den Kennern auseinandergenommen.Der Roman nimmt den Kunstbetrieb auf die Schippe. Auf raffinierte, originelle, humorvolle und sehr unterhaltsame Art und Weise bietet der Autor dem Leser einen überdrehten und überspitzten Einblick in eine elitäre und selbstgefällige Welt. Die Kunstlandschaft wird kritisch beäugt; es entsteht ein gleichermaßen vielschichtiges wie ambivalentes Bild. Die z. T. skurrilen Charaktere zeichnet er detailliert und charmant, ihre Unterhaltungen gestaltet er spritzig und lebendig. Dieser Roman, in dem en passant auch sozialkritische Themen gestreift werden, wird nur Lesern gefallen, die mit solch‘ pointierten Darstellungen und mit dieser Art von Humor etwas anfangen können. Meinen Lesegeschmack hat er deshalb nicht so ganz getroffen. Und trotzdem war es interessant und kurzweilig, einen Ausflug in diese mir fremde Welt zu machen.
Entlarvende Nabelschau
KD Pratz ist ein schwieriger Künstler. Hoch angesehen, doch unangepasst, lebt er zurückgezogen in einer Burg. Da ihm nun ein Museumsanbau gewidmet werden soll, bemüht sich ein Förderverein um ein Treffen. Den Spießbürgern gelingt es tatsächlich, einen Termin zu vereinbaren. Die Zusammenkunft wird aber alle Teilnehmer verändern. Die selbstgerechte Welt der Kunst und sogenannten Kunstversteher wird sanft, aber humorig an den Ohren gezogen. Die Einbildung, Kunst für sich einnehmen zu können wird genauso widerlegt, wie der über den Dingen stehende Künstler, der letztendlich auch nur ein Menschlein bleibt. Leider bleiben alle Teilnehmer zu weltfremd und fern der wahren Probleme da draußen. Sie verbleiben in ihrer heilen Kunstwelt und fabulieren weiterhin in ihrer Abgehobenheit. Etwas mehr Sozialkritik wäre wünschenswert gewesen.
Wunderbarer Einblick in die Kunstwelt
Der Förderverein des Museums „Wendevogel“ besucht für ein Wochenende den zurückgezogen lebenden Künstler KD Pratz, dem es den neuen Anbau des Museums widmen möchte. Eine fesselnde Geschichte über schwierige Künstler, Kunstliebhaber und Kunst im allgemeinen. Kristof Magnusson schafft es hierbei selbst Lesern die im Bereich der Kunst nicht bewandert sind einen guten Einblick zu verschaffen und sie für das Thema zu begeistern. Aus Sicht des Icherzählers wird der Verlauf dieses Wochenendes, sowie die daraus resultierenden Ereignisse in einem spannenden und doch unaufgeregten Schreibstil dargelegt. Durch die amüsanten und wirklich charmanten Beschreibungen der Charaktere wird man beim lesen gut unterhalten. Definitiv ein Buch, welches ich nicht nur einmal lesen werde.
Der Malerfürst und der Förderverein
Ein Mann der Kunst ist gut gestaltetes Buch mit großartigem Cover. Da macht es Spaß, gleich in den Roman einzusteigen und der Icherzähler hat einen durch seine Erzählart sofort gepackt. Constantin ist Architekt.Seine Mutter Ingeborg engagiert sich leidenschaftlich für den Förderverein für Kunst, insbesondere für das Werk des exzentrischen Künstlers KD Pratz, der zurückgezogen auf einer Burg lebt und auf die Welt schimpft.Tatsächlich empfängt KD Pratz den Förderverein auf seiner Burg. Das geht nicht konfliktfrei ab. Starke Charaktere prallen aufeinander.Der zurückhaltend beobachtende Blick des Erzählers bestimmt den Roman stark mit.Mit wenig Aufwand schafft es der Autor Kristof Magnusson dem Leser einen Einblick in den Kunstbetrieb zu gewähren. Fazit: ein origineller und lesenswerter Roman!
Der Stachel im Fleisch der Kunst
Was soll man zu „Ein Mann der Kunst“ sagen? Zunächst dass es unterhaltsam ist. Erzählt wird vom berühmten Maler KD Pratz (beabsichtigte lautliche Ähnlichkeit?). Ihm, der sich eremitengleich auf eine Burg zurückgezogen hatte, soll ein Denkmal in Form eines Museumsanbaus gewidmet werden. Schweren Herzens (man will ja eine Duftmarke hinterlassen) willigt er ein und empfängt Mitglieder des Museums-Fördervereins Wendevogel (welch sprechender Name). Diese Begegnung entscheidet, ob gebaut wird, und hat es in sich: Man trifft den großen Meister und der zerlegt kurzerhand den gesamten Kunstbetrieb zu Kleinholz. Man lehne sich zurück und genieße …Magnusson erweist sich als brillanter Beobachter und Erzähler: Die Geschichte ist so raffiniert, humorvoll, überdreht wie man es sich nur denken kann, die Figuren schillern, der Finger wird in jede erdenkliche Wunde gelegt und man bekommt tiefe (das ist teils wörtlich zu nehmen) Einblicke in die Kunstszene. Bei einzelnen Passagen mag man sich fragen, ob es nicht eine Schippe zu viel war, doch alles in allem ist das Buch unterhaltsam und intelligent. Wer Kerkelings „Hurz“ mochte, wird „Ein Mann der Kunst“ lieben.
Was ist eigentlich Kunst?
Der Ausnahmekünstler KD Pratz soll einen eigenen Anbau im Museum Wendevogel erhalten, wenn es nach dem Willen des Museumsdirektors und der Vorsitzenden des Fördervereins geht. Um die Zusage von Pratz zu bekommen, lädt sich der Förderverein zum Besuch auf dessen Burg ein. Dem Leser werden die Ereignisse aus Sicht des Ich-Erzählers und Sohnes der Vorsitzenden des Fördervereins, Constantin Marx, geschildert. Pointiert stellt er die einzelnen Charaktere vor und zeigt Schwächen und Stärken auf. Der Autor zeichnet ein sehr ambivalentes und kritisches Bild der Kunstlandschaft. Über allem steht die provokante Frage: Was ist eigentlich Kunst? Die Handlung ist abwechslungsreich, da viele überraschende Wendungen auftauchen.
Überraschend unterhaltsam mit Tiefgang
Der Erzähler berichtet aus der Ich-Perspektive von einer sogenannten Bildungsreise, die er gemeinsam mit einer Reihe von Mitgliedern eines Frankfurter Fördervereins in den Rheingau unternimmt. Ziel dieser Fahrt ist es, den zurückgezogen auf einer Burg lebenden Künstler KD Pratz kennenzulernen und ihm im Anschluss ggf. einen Teil des geplanten Anbaus eines Museums zu widmen. Aufgrund der verschrobenen Art des Künstlers sowie der Eigenheiten der einzelnen Teilnehmer verläuft dieser Ausflug nicht wie geplant harmonisch.Das Buch hat mich auf überraschende Weise angesprochen und berührt. Meine anfängliche Erwartung, eine amüsante Geschichte zu lesen, wurde von dieser feinfühligen und doch witzigen Erzählung bei weitem übertroffen. Auf unterhaltsame Art und Weise und mit wenigen, aber klaren Worten, schafft es der Autor sehr prägnante und authentische Bilder der einzelnen Charaktere zu zeichnen. Nichts ist wie erwartet: weder ist das Buch "nur" eine witzige Erzählung noch ist alles/jeder so einfach mit einem Stempel zu versehen, wie die Mitglieder der Reisegruppe (und der Leser selbst) das anfangs tun. Man taucht in den Kopf des Erzählers ein und erlebt im Laufe der Erzählung, wie sich dessen Einstellung ändert. Ebenso wird ein jeder in der Gruppe durch die direkte Art des Künstlers zum Nachdenken und Reflektieren des eigenen Denkens und Verhaltens bewegt. Auchh als Leser kann man sich diesem Prozess nicht entziehen. Es werden viele gesellschaftskritische Themen angerissen und ein Einblick in eine Künstlerseele gewährt, über die ich auch nach Abschluss des Buches noch eine Weile nachdenken werde.
Warum ist es am Rhein so schön?
Den Mitgliedern des Fördervereins des Frankfurter Museums Wendevogel fällt die Antwort darauf nicht schwer: am Rhein liegt die vom Künstler KD Pratt bewohnte und als Atelier genutzte Burg, die sie besuchen möchten. Sie sind in einer wahrhaft wichtigen Mission unterwegs:Dieser seit Jahrzehnten bekannte Ausnahmekünstler soll mit einem eigenen Museum geehrt werden. Vor der endgültigen Entscheidung sollen Künstler und Werk einer ausgiebigen Betrachtung unterzogen werden. Doch KD Pratt, seit Jahr und Tag als öffentlichkeitscheu bekannt, macht ihnen gleich mehrere Striche durch die Rechnung.Wer den deutschen Förder- (von egal was) und Kunstbetrieb auch nur am Rande kennt, wird einiges wiedererkennen und sich köstlich amüsieren. Denn Autor Kristof Magnusson verfügt nicht nur über Humor, sondern bietet auch die passenden (Überraschungs)Momente an den richtigen Stellen. Ein paar Mal war es mir etwas zu viel des Guten, aber im Großen und Ganzen war ich begeistert. Wenn Sie einen Bücherwurm erfreuen und gleichzeitig sichergehen wollen, dass das Buchgeschenk Anspruch und Unterhaltung aufs Trefflichste vereint, greifen Sie zu diesem Roman.
Welten treffen aufeinander
...und zwar unglaublich verschiedene.In Magnussons Roman 'besuchen' an einem Wochenende verschiedenste Mitglieder eines Kunstfördervereines den eigensinnigen Maler KD Pratz auf seiner Burg am Rhein. KD Pratz hat sich hier vor langer Zeit vor Menschen zurückgezogen.Es war weniger die Geschichte an sich, die Kristof Magnusson erzählt hat, die mich begeisterte. Mehr waren es die in dieser auftauchenden Charaktere, denen er so besondere Facetten verliehen hat. Sie sind wunderbar, wunderlich und einzigartig und irgendwie sehr real und greifbar. Man fühlt sich als Leser wie ein Teil der Gruppe.Magnusson schreibt in einer leicht verständlichen Sprache aber einem trotzdem sehr intelligenten Stil, der einen oftmals schmunzeln lässt.Im Vordergrund standen für mich die Zwischenmenschlichen Geschehen- Menschen, die alle gewisse Erwartungen aneinander und an sich selbst haben- die aber häufig nicht erfüllt werden. Definitiv ein tolles Leseerlebnis- auch für weniger kunstbegeisterte Leser!