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Buch Endstation Malma, Foto von Autor Alex Schulman und Text Über die Macht der Erinnerung und das, was wir Familie nennen.
Buch Endstation Malma, Foto von Autor Alex Schulman und Text Über die Macht der Erinnerung und das, was wir Familie nennen.
Über die Macht der Erinnerung und das, was wir Familie nennen

Endstation Malma

Ein Zug, drei Menschen und ihre miteinander verwobenen Schicksale: Nach ›Die Überlebenden‹ und ›Verbrenn all meine Briefe‹ erzählt Alex Schulman hier erneut mit großer emotionaler Wucht. Ein Familienroman über Schuld, Schweigen und die Sehnsucht, nicht allein zu sein.

Ein Zug fährt durch eine Sommerlandschaft. An Bord sind ein Ehepaar in der Krise, ein Vater mit seiner kleinen Tochter sowie eine Frau, die das Rätsel ihres Lebens lösen will. Sie alle fahren nach Malma, einen kleinen Ort, wenige Stunden von Stockholm entfernt, umgeben von Wäldern. Und keiner von ihnen weiß, wie ihre Schicksale verwoben sind und ob das, was sie in Malma erwartet, ihrem Leben nicht eine neue Wendung geben wird.

In bestechender Prosa baut Bestseller-Autor Alex Schulman seine Erzählung auf: wie einen Zug, der durch die Zeit fährt und in dem jedes Kapitel ein eigener Waggon ist, der an den nächsten angehängt wird. Lässt sich die Zukunft frei gestalten, oder ist sie durch Vergangenes vorgezeichnet?

»Ein tief bewegender Roman, der zu Herzen geht. Ein großes Leseerlebnis.« Aftonbladet 

»Mit ›Endstation Malma‹ bestätigt Alex Schulman, dass er einer der größten Erzähler unserer Zeit ist.« Ölandsbladet

Ein Roman, der unter die Haut geht - geschrieben für Leserinnen und Leser, die skandinavische Gegenwartsliteratur von psychologischer Tiefe schätzen.

  • Meisterhafte Struktur: Drei Zeitebenen, drei Perspektiven - verschränkt wie die Gleise einer Bahnstrecke
  • Transgenerationales Trauma: Geheimnisse und emotionale Kälte werden von Generation zu Generation weitergegeben
  • Poetische Präzision: Minimalistische, kraftvolle Prosa des schwedischen Bestseller-Autors
  • Emotionaler Sog: Eine Familiengeschichte, deren Auflösung lange nachhallt

 

Ebenfalls von Alex Schulman bei dtv erschienen sind:

›Die Überlebenden‹

›Verbrenn all meine Briefe‹

›Vergiss mich‹

›Jetzt beginnt das Leben‹

Bibliografische Daten

EUR 9,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-44261-9
Erscheinungsdatum: 12.10.2023
2. Auflage
320 Seiten
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Schwedischen von Hanna Granz
Autor*innenporträt

Alex Schulman

Alex Schulman, geboren 1976, ist einer der populärsten schwedischen Schriftsteller. Sein Roman ›Die Überlebenden‹, 2021 bei dtv erschienen, wurde in 30 Sprachen übersetzt. Mit ›Verbrenn all meine Briefe‹, bei dtv 2022, gelang ihm in Schweden 2018 der Durchbruch als literarischer Autor.

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Übersetzer*innenporträt

Hanna Granz

Hanna Granz, geboren 1977, hat unter anderem Werke von Patrik Svensson, Tove Alsterdal, Johanne Lykke Holm und Tone Schunnesson ins Deutsche übersetzt.

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112 von 112 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.58 von 5 Sternen


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10 - 10 von 112 Leserstimme

stricki am 27.10.2023 17:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ankommen

Im Zentrum der Geschichte stehen die Zugfahrten verschiedener Personen nach Malma. Alle drei erstmal sehr rätselhaft, vage, fast schon nebulös. Langsam taucht man tiefer ein in die Geschichten, die geprägt sind von unsicheren Menschen, von schweigsamen, in sich gekehrten Vätern, und Frauen, die durch ihre nicht einfache Kindheit geprägt wurden. Langsam verbinden sich die Stränge und als Lesende versteht man, wie alles zu einander gehört.Die Liebesgeschichte von Harriet und Oskar hatte es mir besonders angetan. Sie ist wunderschön, dramatisch, herzzerreißend. Das Päckchen, an dem Harriet so schwer zu tragen hatte, eine Wunde die nie heilen konnte. Ein Familientrauma, dass von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurde, symbolisch dargestellt durch die immer wiederkehrende Fahrt zur Endstation Malma ...Alex Schulmann ist ein großer Erzähler, Familien sind sein Ding, wie er bereits in seinem Roman "Die Überlebenden"bewiesen hatte. So auch in "Endstation Malma". Sein Schreibstil ist einfach wunderschön, ich hätte ewig weiterlesen, tiefer und tiefer abtauchen können. Denn: Es sind für mich noch so viele Fragen offen in diesem Buch! Ich hätte gern noch mehr über die Männer, die Väter erfahren. Warum waren die, wie sie waren, was ist bei ihnen passiert?

53lesefan am 27.10.2023 14:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

sehr berührend

Das Buch von Alex Schulman Endstation Malma hat mich total fasziniert und ich habe es in einem Tag fertig gelesen.Bei den drei Protagonisten handelt es sich um den alleinerziehenden Vater Bo mit seiner achtjährigen Tochter Harriet. Er befindet sich mit ihr auf der Fahrt nach Malma, damit Harriet ihre Schwester Amelie treffen kann. 20 Jahre später fährt Harriet mit ihrem Mann Oskar nach Malma, um ihm ihren Schicksalsort zu zeigen. Wieder eine Zeitlang später fährt Yana, die Tochter von Harriet und Oskar ebenfalls dahin um Spuren ihrer Familie zu suchen.Alex Schulmann versteht es gekonnt, die Probleme aufzuzeigen von denen die meisten Scheidungskinder betroffen sind. Er zeigt wie aufwühlend es für Kinder ist, die Streitigkeiten der Eltern zu verfolgen. Erschrecken ist es für ein Kind von den Geschwistern getrennt zu werden, zu hören wie die Eltern die Kinder aufteilen, keiner ein Kind haben will. Die Kinder ziehen sich zurück, werden von ihren Gedanken gefangen gehalten, haben keine Kontakte und gehen zugrunde.Alex Schulman versteht es perfekt die Gedanken und den inneren Druck der Personen in Sprache umzusetzen. Harriet fühlt sich schuldig , "sie ist das Mädchen dem die Bemsklötzchen abmontiert wurden". "Harriet saß über den Tisch gebeugt wie eine Geigensaite".Das Cover ist ausdrucksstark. Bo interessiert sich für Adler und fotografiert sie ständig. Aber dem Adler auf dem Einband ist ein Stück abhanden gekommen.Ich fand das Buch sehr aufwühlend, es sollte eine Pflichtlektüre für alle Eltern sein. Ich werde es bestimmt noch einmal lesen und kann es uneingeschränkt empfehlen.

wilde hummel 1 am 27.10.2023 11:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Die Spur der Verletzungen

Alex Schulman nimmt uns mit in eine Zugfahrt, die immer tiefer geht und mehr und mehrt aufdeckt, welche Wirkung die frühen Verletzungen generationsübergreifend verursachen können. Dabei beginnt die Reise mit drei Personen, die zuerst ohne Verbindung den Zug mit dem Zielort Malma besteigen. Oskar, Harriet und Yana besteigen ihre eigene Geschichte (in ihren Zugwagons) in drei Zeitfenstern und langsam koppeln sich diese Erzählabteile sich immer deutlicher aneinander. Alle drei Reisenden haben schweres Gepäck bei sich - die Last der unverheilten tiefen Verletzungen in ihrer Kindheit. Besonders eindrucksvoll und in der Mitte der Generationskette ist die Geschichte von Harriet. Alex Schulman versteht es wie kaum ein anderer mit Empathie und großer Sensibilität, die Verwundbarkeit und die Folgen nicht verheilter seelischer Verletzungen in einen spannend aufgebauten Roman zu verarbeiten. Das ist keine Nabelschau, sondern ein zarter und doch schonungsloser Blick in die Seelen seiner Protagonisten. Eine Zugreise nach Malma als Symbol für eine Reise zu den Schmerzpunkten der eigenen Geschichte. Ich habe das Buch zweimal gelesen und empfehle es uneingeschränkt.

ute54 am 26.10.2023 19:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Wann hat man ein Kind verloren?

„Endstation Malma“ ist mein erstes Werk von Alex Schulman, und das Cover mit dem halben, übergroßen Adler hat mich zuerst verwundert, nach der Lektüre des Romans jedoch überzeugt, denn der Adler hat eine wichtige Funktion.Stilistisch ist dieses Oeuvre brillant, fein und ausdrucksstark. Das Erzähltempo ist dem des Zuges angepaßt, der ins schwedische Malma fährt, wo die Schicksale der drei Hauptakteure miteinander verbunden sind. Die Spannung steigt kontinuierlich, denn man ist gespannt auf die Auflösung, die überraschend ganz zum Schluß kommt und den Leser mit offenem Mund zurücklässt. Das wird auch erreicht, indem durch drei Handlungsperspektiven hin - und hergesprungen wird. Somit muß man immer weiterlesen und ist gefangen in der Thematik.Die Hauptprotagonistin Harriet fährt mit ihrem Vater nach Malma, ebenso Oskar kurz vor der Trennung von seiner Frau. Yana sucht anhand eines Fotoalbums nach den Spuren ihrer Familie in Malma. Was werden die drei Personen dort finden?Harriet ist besonders intensiv und vielschichtig beschrieben. Durch die Trennung der Eltern, als sie ein Kind ist wird sie stark verunsichert, ist zunehmend verletzlich und in sich gekehrt. Hier ist ein Ankerpunkt zum Nachdenken über die eigene Kindheit, denn was macht die Androhung der Scheidung der Eltern mit der Psyche eines Kindes? Das ständige Streiten der Eltern führt zur Traumatisierung, und lässt das Kind verzweifeln. Wie wirkt sich das in der Entwicklung auf die verlassene Herriet aus, zumal der Vater, bei dem sie aufwachst, gehemmt und zurückgezogen damit klarzukommen versucht?Die Phrase „ You are not alone“ zieht sich wie eine Art Mantra durch das Werk und verdeutlicht die verzweifelte Suche nach Sicherheit und Behütetsein. Harriet als erwachsene Frau ist ständig auf der Suche, das Rätsel ihres Lebens zu lösen. Sie ist sehr egoistisch, überaus spontan und unberechenbar in ihren Handlungen, man kann sagen „komplett durchgeknallt“. Als Mutter gibt sie ihrer Tochter kein gutes Beispiel, und wir stellen uns die Frage des Einflusses von Vergangenem auf das Leben. Gibt es so etwas wie einen Fluch? Oskar, ihr Ehemann, hält es irgendwann nicht mehr mit ihr aus, zumal er unsicher und auch leicht depressiv ist.Schulman ist ein Meister im erzählen zwischenmenschlicher Probleme. Folglich ist dieses Werk gut geeignet für Personen, die sich dafür interessieren. Da es immer mehr Scheidungskinder gibt, die ihren Eltern Probleme bereiten könnten, muß hinterfragt werden: „Wann weiß man, dass man ein Kind verloren hat?“Mich hat das Werk sehr beeindruckt und wird mir lange in Erinnerung bleiben.

monika85 am 26.10.2023 13:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Mitreißende und berührende Familiengeschichte

Mit großer Begeisterung habe ich die ersten beiden Bücher von Alex Schulman, "Die Überlebenden" und "Verbrenn all meine Briefe", gelesen. Meine Erwartungshaltung an "Endstation Malma" war dementsprechend hoch - und ich wurde nicht enttäuscht! Die Geschichte spielt auf drei Zeitebenen, und es werden drei Zugfahrten nach Malma beschrieben. Ende der siebziger Jahre begibt sich ein Vater mit seiner kleinen Tochter auf die Reise, zwei Jahrzehnte später ein Paar, das sich in einer Krise befindet, und später fährt eine junge Frau auf der Suche nach Antworten mit dem Zug nach Malma. Wie die Schicksale der Personen miteinander verwoben sind, erfahren wir im Verlaufe des Buches.  Im Mittelpunkt des Romans steht Harriet. Sie ist 8 Jahre alt, als sie erfährt, dass ihre Eltern sich scheiden lassen. Durch die dünne Wand hört sie, dass bei jedem Elternteil nur eine der beiden Töchter bleiben soll. Es ist eine große Kränkung für sie, dass beide sich für ihre Schwester Amelia entscheiden, diese aber schließlich mit der Mutter auszieht. Harriet bleibt beim Vater.  Als sie nach längerer Zeit endlich ihre Schwester wiedersehen darf, kommt es zu einem Vorfall, infolge dessen Harriet sofort abreisen muss.Jahre später, Harriet ist mittlerweile Bibliothekarin, lernt sie im Zug den Makler Oskar kennen. Die beiden verlieben sich ineinander, und Oskar ist glücklich, die interessante und faszinierende Frau erobert zu haben. Sie werden Eltern von Yana, doch die Beziehung ist schwierig, sie ist geprägt durch Harriets Vergangenheit. Auch mit diesem Roman beweist Alex Schulman, dass er ein brillanter Erzähler ist. Sein kluger Sprachstil ist mitreißend, die Charaktere sind überzeugend dargestellt. Er wechselt ständig die Perspektiven, mal befinden wir uns in Harriets Kindheit, dann in Harriets und Oskars Beziehung, dann in Yanas Kindheit. Wir begleiten die Personen, die im Zug sitzen und bekommen Einblick in ihre Erinnerungen und Gedanken. Nach und nach werden Geheimnisse und erlittene Traumata enthüllt. Es geht um Familie und Beziehungsprobleme, Verrat und Verluste, Depressionen - und um Liebe. Die traurige und zugleich liebevolle Geschichte über eine Familie, in der Schmerz und Verluste über Generationen weitergegeben werden, hat mich zutiefst bewegt und berührt. Besonders nahegegangen ist mir die Szene, in der Harriet hört, dass beide Elternteile lieber ihre Schwester Amelia in ihre neue Lebenssituation mitnehmen wollen. Dieses Gefühl der Ablehnung wird Harriets ganzes Leben prägen.Der Roman hat mich von Beginn an gefesselt und in seinen Bann gezogen. Absolute Leseempfehlung für dieses großartige Buch, das mich noch lange beschäftigen wird!

geschwaetz am 26.10.2023 13:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Mit dem Zug des Schicksals bis zur Endstation

Vom gelben Licht der Sonne beleuchtet zieht ein Adler weit über allen Dingen seine Kreise und kann frei entscheiden, wann er sich wie das Schicksal, auf seine Beute stürzt, für die es kein Entkommen mehr geben wird. Wir Lesenden haben seine Sicht von oben auf die Figuren, die von Alex Schulman alle auf Bahnsteigen wartend und in Zügen sitzend, eingeführt werden, womit vom Autor von Beginn an eine gute Spannung aufgebaut wird. Während langer Zugfahrten hat man viel Zeit zum Nachdenken. Besonders Harriet, die in diesem Roman im Mittelpunkt steht, beschäftigt sich intensiv mit ihren Erinnerungen an ihre Eltern und ihre Kindheit, um herauszufinden welche Ereignisse und Erlebnisse sich so negativ auf ihr Leben und ihre Psyche ausgewirkt haben. Sie glaubt, „Sie sei eine Gefangene der Entscheidungen, die andere für sie getroffen hätten …“ und dass „Die Zukunft […] bereits vorherbestimmt“ ist und sich nicht beeinflussen lässt. Alex Schulman versucht herauszuarbeiten, warum manchen Menschen psychisch krank sind. Sind es hauptsächlich die vererbten Traumata, die von Generation zu Generation weitergegeben werden? Kann man seinem Schicksal wirklich nicht entkommen? Ab wann und wodurch lösen sich familiäre Bindungen auf? Wenn man erst einmal sortiert hat, wer wer ist und wer zu wem gehört, nimmt der Roman langsam Fahrt auf wie ein Zug, der durch die Leben der Figuren fährt. Im letzten Drittel allerdings zuckelt er so träge von Station zu Station, dass man froh und erleichtert ist, dass er endlich seine Endstation Malma erreicht hat. Obwohl ich mir manches in den Beschreibungen der Familienkonstellationen und der schönen schwedischen Natur etwas variantenreicher gewünscht hätte, ist es doch insgesamt ein sehr guter Roman, der seinen Fokus auf die Bedeutung der Psychologie für uns Menschen gerichtet hat.

nonstopleserin am 26.10.2023 13:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Beeindruckend

Ein Zug fährt durch die Zeiten (1976, 2002, heute) und in ihm drei schicksalhaft miteinander verbundene Menschen. Das Ziel der Zugfahrt ist für alle Malma.Der schwedische, 1976 geborene Autor Alex Schulman schreibt sehr eindrucksvoll, aufrüttelnd, teils beklemmend über die seelischen Schmerzen und Abgründe dreier Menschen. Aus deren verschiedenen Perspektiven erzählt er mit einem passenden melancholischen Unterton von Ereignissen, die mich teilweise sehr mitnahmen, aber so spannend geschildert wurden, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.Der Autor schafft es, eine eindringliche Atmosphäre aufzubauen, die noch lange in mir nachklang.Von Alex Schulman hatte ich bisher noch kein anderes Buch gelesen, aber dies wird sich ändern. Ich fand diesen Roman sehr beeindruckend und möchte ihn daher empfehlen.

hornita am 24.10.2023 15:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Dramatische Familiengeschichte

Es gibt im Buch drei verschiedene Erzählperspektiven, von denen erst einmal nicht klar ist, wie die Erzählenden zueinander stehen und zu welcher Zeit die Geschichte jeweils erzählt wird. Die Personen Harriet, Oskar und Yana erzählen abwechselnd eine Familiengeschichte, die vom Schweigen geprägt ist. Ich will nicht spoilern, denn das Ganze ist gut gemacht. Man weiß lange nicht, was wann geschehen ist, aber dadurch dass es nur drei verschiedene Perspektiven gibt, behält man den Überblick über die Details. Am Ende wird das Rätsel befriedigend gelöst. Der Schreibstil ist sehr gut und hat mir gut gefallen. Für mich war es das zweite Buch von Alex Schulman und da es mich nicht ganz so gefangen hat wie „Verbrenn all meine Briefe“, vergebe ich vier Sterne. Psychologische Familiengeschichten scheinen seine Spezialitöt zu sein und lesenswert ist „Endstation Malma“ allemal.

beme65 am 24.10.2023 08:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Düster aber beeindruckend

Beim Lesen des Romans Endstation Malma begleiten mich zwei gegensätzliche Emotionen. Ich bin beeindruckt von der Sprachintensität und den faszienierenden Wortbildern die Alex Schulmann in diesem Roman geschaffen hat, gleichzeitig empfinde ich die Geschichte als sehr düster und melancholisch, sodass beim Lesen Pausen nötig waren, um das Gelesene zu verarbeiten und nachwirken zu lassen. Eine Zugfahrt mit Ziel Malma ist zunächst das verbindende Element der Protagonisten Harriet, Oskar und Yana. Ihre Geschichten werden erzählt und im Verlauf ergibt sich die Verbindung der Personen. Der Roman spiegelt die Verletzungen und traumatischen Erlebnisse, die die Betroffenen ein Leben lang begleiten und sich auf spätere Lebensphasen und über Generationen hinweg auswirken. Die Sprache dieses Romans ist herausragend und sehr bildreich, gleichzeitig tief melancholisch und sehr berührend. Ein Roman, für den ich meine uneingeschränkte Empfehlung ausspeche.

wal.li am 23.10.2023 20:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Zugfahrt zu Dritt

Drei Menschen im Zug nach Malma. Harriet fährt gemeinsam mit ihrem Vater an den Ort. Sie haben einen Plan, doch Harriet ist manchmal sehr unsicher. In einem anderen Abteil sitzt Oskar mit seiner Frau. Es ist die letzte gemeinsame Fahrt vor der geplanten Trennung. Mit Wehmut erinnert sich Oskar wie sie sich kennengelernt haben. Und schließlich macht Yana sich auf den Weg, um den Spuren aus einem Fotoalbum zu folgen. Sie sitzen nicht im selben Abteil, aber sie haben das selbe Ziel. Was hoffen Harriet, Oskar und Yana in Malma zu finden.Die Werke von Alex Schulman stehen für einfühlsame Beschreibungen und Qualität. Haben die drei Hauptpersonen außer ihrem Reiseziel noch andere Gemeinsamkeiten? Sie müssen mit Trennungen und Umbrüchen leben lernen. Wie man vielleicht aus dem eigenen Leben weiß, gestaltet sich dies manchmal als recht schwierig. Herriet ist noch ein Kind. Verlangt das Leben schon zu viel von ihr? Und Oskar, der scheinbar gestandene Mann, hat auch nicht so viel Sicherheit zu bieten. Yana dagegen wirkt aufgrund der Umstände wie ein Solitär. Doch sie hat gelernt, sich zurechtzufinden und in gewissem Rahmen ihren Weg zu gehen. Wieder mal hat der Autor ein ansprechendes Werk geschaffen, das schon mit dem ersten Kapitel mitreißt. Es ist schier unbegreiflich, was Harriet zugemutet wird. Was Oskar sich zumuten lässt. Wenn diese Beiden Mitgefühlt erregen, so ist es Yana, der man Hoffnung wünscht. Ihr Charakter erweckt ein helleres Gefühlt. Auch wenn sie einer Aufklärung nur nahe kommt, so wünscht man ihr, dass sie ihr Leben weiterhin meistert. Harriet ist immer die andere, doch ihr verschlossener Vater lässt sie nicht zurück. Harriet und die Adler, das sind die wichtigen Elemente seines Lebens. Oskar scheint das Scheitern vorbestimmt zu sein. Ihn kann nur schwerlich verstehen. Doch wenn nach und nach die Zusammenhänge zwischen diesen melancholischen, manchmal verzweifelten Menschen klar werden, kann man nicht anders als in diesen Roman einzutauchen. Das gut auf die Handlung abgestimmte Cover bietet einen sanften Blickfang.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Süddeutsche Zeitung
Schulman findet jedes Mal einen neuen erzählerischen Trick, der die Texte in eine strenge Form bring...t und ihnen dadurch einen Sog gibt, wie man das eher von Stephen-King-Büchern kennt. mehr weniger

Alex Rühle, 21.10.2023

Freundin
Meisterhaftes Familienporträt, aufwühlend und schonungslos.

19.10.2023

ensuite
Verstörend und schmerzhaft und wahnsinnig gut geschrieben.

01.02.2024

Freie Presse
Schulman verwebt die Zeit, die einzelnen Personen und die jeweiligen Ereignisse auf wunderbare Weise.... Wenn man nach den ersten Kapiteln als Leser begreift, dass dieser Zug einer durch die Zeit ist, wird das Lesen zum Sog. mehr weniger

Ute Krebs, 23.12.2023

Nürnberger Nachrichten
Schulmans Roman ist berührend und geht tief. Er zeigt, dass Traumata über Generationen vererbt werd...en und dass Worte manchmal heilen könnten. mehr weniger

07.12.2023

diepresse.com
Intensiv, beklemmend und mitreißend.

06.12.2023

Münchner Kirchenzeitung
Allen, die emotionale Wucht beim Lesen lieben, ist diese Geschichte unbedingt zu empfehlen!

Ina Winkler, 03.12.2023

Lift Stuttgart
Alex Schulman hat mich mit seiner Schreibweise und der Art, Geschichten verweben zu lassen, völlig g...eflasht. mehr weniger

Yannic Skoko, 01.12.2023

rbb Radio 3
Ein kleines literarisches Meisterstück.

Frank Dietschreit, 27.11.2023

Schweriner Volkszeitung
Viele Bücher sind über das Drama des ungewollten Kindes geschrieben worden. Über den Mangel an Liebe..., der ein Leben lang nicht kompensiert werden kann. Aber selten bringt jemand das so auf den Punkt wie Alex Schulman. mehr weniger

Welf Grombacher, 18.11.2023

Hörzu
Ein anspruchsvoller, aber lohnender Roman aus Schweden.

03.11.2023

Die Presse am Sonntag
Intensiv, beklemmend und mitreißend: Ein Buch, das einen so schnell nicht loslässt.

29.10.2023

WDR 5, Scala
Ein starker Roman für alle, die wissen, dass man in die Vergangenheit schauen muss, um die Gegenwart... besser zu verstehen. mehr weniger

Theresa Hübner, 17.10.2023

buchszene.de
Ein tief bewegender, sehr wahrer Roman. Ein elegant geschriebenes Stück Literatur, das zu Herzen geh...t, mit dem Alex Schulman einmal mehr beweist, dass er einer der wichtigsten schwedischen Erzähler ist. mehr weniger

16.10.2023

Buchkultur
Große Gefühle, großartig in Szene gesetzt.

Dagmar Kaindl, 01.10.2023

mitvergnuegen.com
Die perfekte Lektüre, wenn ihr selber gerade eine lange Zugfahrt vor euch habt.

18.09.2023