Vom Traum, sich ein Idyll zu schaffen – und von seinen Tücken. Warmherzig und lebensklug entwirft Martina Behm das Porträt eines Dorfes und erzählt von Menschen, die alle auf ihre Art das gute Leben suchen.
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Hier draußen
In Fehrdorf scheinen alle zu wissen, wo sie hingehören. Nur Ingo und Lara, die mit den Kindern von der Großstadt aufs holsteinische Dorf gezogen sind, haben Schwierigkeiten. Vor allem Ingo strapaziert die Pendelei zu seinem Start-Up nach Hamburg. Als er eines Abends eine weiße Hirschkuh anfährt, bringt das die gesamte Dorfgemeinschaft aus dem Gleichgewicht. Denn wer so eine tötet, heißt es, hat nur noch ein Jahr zu leben. Und plötzlich fragen sich auch der Dorfjäger, die Vorzeige-Landfrau und die Überbleibsel einer Öko-WG, ob sie das Landleben wirklich glücklich macht.
»Ein kluger und unverschämt lässiger Dorfroman, ohne Kitsch und Sentimentalität, voller Tier- und Menschenliebe. Martina Behm ist eine Meisterin der Beobachtung. Ich bewundere ihre Unerschrockenheit und ihren trockenen Humor.« Till Raether
»Dieser wunderbar erzählte Roman zerstört rigoros den Traum der Städter vom Dorfleben – und beweist gleichzeitig, dass es nichts Lebenswerteres gibt. Ich hoffe, die haben für mich da im Dorf noch ein Zimmer frei.« Susanne Matthiessen
»Ein richtig gutes Buch.« Max Moor
Bibliografische Daten
1. Auflage
Martina Behm
Martina Behm ist ausgebildete Journalistin, hat Volkswirtschaftslehre in Konstanz und Oxford studiert und lebt nach Stationen in Santiago de Chile und Hamburg wieder dort, wo ihre Wurzeln sind: in Schleswig-Holstein. Sie ist international als Strickdesignerin bekannt und Mutter zweier Teenager. Ihr erster Roman ›Hier draußen‹ erschien 2025 bei dtv.
3 - 10 von 125 Leserstimme
Tolles Debüt mit fein gezeichneten, vielfältigen Charakteren
Martina Behm, die kennt sich offenbar aus mit den vielfältigen Facetten des Lebens auf dem Land heutzutage. Und sie kann schreiben! Selten hat mich ein Debüt so begeistert wie dieses! Fast 500 Seiten lang und ich habe mich keine Sekunde gelangweilt und immer bestens unterhalten gefühlt.In "Hier draußen" lernen wir außergewöhnlich lebensechte, fein gezeichnete und vielfältige Charaktere kennen. Da ist das moderne Paar aus Hamburg, Ingo und Lara, er Start-Up-Unternehmer, sie Grafik-Designerin, zwei Kinder im Volksschulalter, das sich den Traum von der Idylle und Ruhe auf dem Land und dem unbeschwerten Aufwachsen der Kinder dort erfüllen will. So wird kurzerhand eine hohe Hypothek aufgenommen, ein alter Hof gekauft und saniert. Es bleibt spannend, mitzuverfolgen, ob und wie diese urban geprägten Menschen im Landleben und in der Dorfgemeinschaft ankommen werden, und was es mit ihrer Beziehung macht, wenn Ingo weiterhin seine Tage und oft auch Abende in Hamburg verbringt, während Lara alleine mit den Kindern auf dem Land ist.Dann gibt es Jutta und Armin, die Übriggebliebenen einer alternativen Wohngemeinschaft mit sechs Menschen, die vor mehreren Jahrzehnten aufs Land gezogen sind. Die beiden sind gute Freunde, vielleicht auch ein bisschen mehr. Jutta gibt Kurse im Hühner-Schlachten, Armin renoviert leerstehende Gebäude, um Ferienwohnungen zu errichten. Insgesamt scheinen sich die beiden über die lange Zeit gut eingelebt zu haben auf dem Land.Den alleinstehenden Bauer und passionierten Jäger Uwe, mit seiner treuen Jagdhündin Milla, lernt Ingo schon bald nach seinem Umzug näher kennen, als letzterer mit dem Auto versehentlich eine weiße Hirschkuh überfahren hat. Gemeinsam geben die beiden Männer dem schwer verletzten Tier den Gnadenschuss, freunden sich an, Ingo begeistert sich für die Natur und die Jagd, und beide fürchten ein bisschen den im Dorf verbreiteten Aberglauben, dem zufolge es Unglück bringe, eine weiße Hirschkuh getötet zu haben... auch das verbindet.Noch einige weitere Menschen leben im Dorf, die wir näher kennen lernen: Maggy, ursprünglich aus der Kreisstadt, die sich in den Bauern Sönke verliebt und ihn geheiratet hat, und nun seit Jahrzehnten versucht, die angepassteste und fleißigste Landfrau von allen zu sein, um dazuzugehören. Ihre erwachsene Tochter Marieke, die dieses Beispiel ihrer Mutter abschreckend findet und eine moderne und unabhängige Frau ist... gleichzeitig aber tief mit der Landwirtschaft verbunden und interessiert daran, diese zu übernehmen.Tove und Enno, die seit Jahrzehnten eine lieblose Ehe führen... die erwachsenen Söhne sind längst aus der Landwirtschaft in andere Berufe und in geografisch weiter entfernte Regionen geflüchtet, keiner davon wollte den Hof übernehmen... wie lange wird Tove, der selbst nichts gehört und die nichts geerbt hat (ihre Eltern haben die ganze Landwirtschaft dem Sohn alleine vererbt) sich noch von ihrem Mann heruntermachen und abwerten lassen?Diese kurzen Charakterisierungen einiger Dorfbewohner zeigen schon - es sind ganz vielfältige und sehr unterschiedliche Menschen, die sich hier im kleinen Fehrdorf treffen. Die sich kennen lernen, übereinander und miteinander sprechen, gemeinsam Feste organisieren, sich misstrauisch aus der Ferne beäugen, sich aushelfen oder sich auch langsam anfreunden... auch über Alters- und Milieugrenzen hinweg.Das Buch wechselt immer wieder mal die Perspektive, aus der die Ereignisse erzählt werden, mal erleben wir die Sicht von Ingo, dann die von Lara, dann z.B. die von Uwe oder von Jutta usw. Dadurch bekommen wir beim Lesen noch einmal einen spannenderen und vielschichtigen Blick auf das Dorfgeschehen und die Beziehungen der Menschen untereinander. Gleichzeitig ist es damit ein klug erzähltes Buch, das auch durch diesen Perspektivwechsel aufzeigt, wie differenziert das sein kann, was wir als Tatsache oder Wahrheit ansehen, denn jede und jeder hat den jeweils eigenen, einzigartigen Blick auf die Menschen und Geschehnisse.Insgesamt gelingt es der Autorin ausgezeichnet, ein vielfarbiges Bild modernen Landlebens zu zeichnen. Neben den Beziehungen der Menschen, die im Zentrum des Romans stehen, thematisiert sie auch Phänomene wie den Umbruch in der modernen Landwirtschaft und die Herausforderungen, mit denen die Bauern zu kämpfen haben (oft geforderter, aber schwieriger Umstieg auf Bio, Modernisierungsdruck, Nachfolgeprobleme,...), genauso wie Werteunterschiede zwischen Stadt und Land und damit einhergehende Verständnisprobleme, die erst überwunden werden müssen (etwa eine Psychologin aus der Stadt, die vor den Landfrauen einen Vortrag über Beziehungsqualität hält, der aber sehr an die Befindlichkeiten urbaner Menschen angepasst ist und viele der Dorfbewohner inhaltlich und emotional nicht erreicht).Das Buch ist damit nicht nur sehr unterhaltsam geschrieben, sondern auch psychologisch glaubhaft konstruiert, mit tiefgründigen und vielschichtigen Charakteren, einem sehr authentisch geschilderten Setting und so, dass man dabei viel über die Facetten modernen Landlebens lernt. Ein großartiges Debüt: literarisch wertvoll und toll zu lesen - absolute Leseempfehlung!
Mein Buch des Frühlings
Es beginnt mit Lara und Ingo, zugezogen aus der Stadt, Träume von ländlicher Idylle im Kopf. Beide versuchen, den Traum so gut es geht aufrechtzuerhalten, auch wenn sie ihre Sorgen und Probleme haben. Bis Ingo einen Unfall mit einem weißen Damtier hat, an dessen Ende dieses getötet werden muss - das soll Unglück bringen, innerhalb eines Jahres.Nach und nach werden die Innenansichten und die Leben der anderen Dorfbewohner entblättert, das bedient Stereotypen, ist jedoch nah an der Realität und spricht Probleme an. Gewalt in der Ehe, Krankheit, Burn out, Hofnachfolge…Ich konnte den Figuren und Geschichten gut folgen, habe mich immer gut abgeholt und unterhalten gefühlt. Ein Buch für alle, die von der Flucht auf das Land träumen oder dem Traum schon näher gekommen sind oder schon immer auf dem Land gewohnt haben. Mein liebstes Buch bisher in diesem Jahr.
Lohnt sich
„Hier draußen“ ist ein fein beobachteter Roman über das Leben auf dem Land – nur eine Stunde von Hamburg entfernt, und doch in einer ganz anderen Welt. Das Buch erinnert in seiner Erzählweise und Thematik streckenweise an Juli Zehs „Unterleuten“, ohne es zu kopieren. Es schafft eine ganz eigene Atmosphäre und Tiefe, die einen von der ersten Seite an fesselt.Was besonders beeindruckt, ist die Vielfalt der Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird: Da sind die Einheimischen, die das Dorfleben seit jeher prägen, für die alles so bleibt, wie es immer war – oder doch nicht? Manche von ihnen träumen heimlich von einem anderen Leben, trauen sich aber kaum, das laut auszusprechen. Dann sind da die Zugezogenen, Großstädter mit Idealen, die versuchen, in dieser neuen, entschleunigten Realität ihren Platz zu finden – nicht immer einfach, nicht immer willkommen. Und schließlich gibt es jene, die zwar schon ewig dort leben, aber sich immer noch fremd fühlen, zwischen den Welten, nie ganz angekommen.Der Tod ist ein leiser, aber ständiger Begleiter – so wie es auf dem Land eben oft der Fall ist. Er ist Teil des Alltags, Teil der Geschichten, ohne dramatisiert zu werden. Diese Natürlichkeit, mit der das Buch schwere Themen behandelt, ist beeindruckend.Sprachlich ist „Hier draußen“ ein echtes Vergnügen: klar, pointiert, mit feinem Gespür für Zwischentöne – und dabei wunderbar schnell lesbar. Die Sätze fließen, die Bilder bleiben im Kopf. Auch optisch ist das Buch ein Highlight: Die Covergestaltung ist nicht nur ansprechend, sondern spiegelt auch perfekt die Stimmung des Romans wider.Die zentrale Botschaft des Buches lässt einen lange nach dem Lesen nicht los: Es lohnt sich immer, hinter die Fassade von Menschen zu blicken. Denn niemand ist nur das, was er oder sie auf den ersten Blick zu sein scheint.Eine klare Empfehlung für alle, die Geschichten über das Leben, das Verharren und das Verändern lieben – leise, intensiv und mit einem echten Blick fürs Menschliche.
Das Landleben mit seinen Schatten- und Sonnenseiten
Der Debütroman der Autorin hat einen sehr passenden Titel, denn es geht um eine Dorfgemeinschaft draußen auf dem Land. Ingo und Lara sind mit ihren beiden Kindern aufs Land gezogen. Sie wollen es ruhiger angehen zu lassen, der Hektik der Stadt entfliehen. Lara ist selbstständige Designerin und arbeitet im Home Office. Ingo arbeitet bei einem Start Up-Unternehmen in Hamburg, die Fahrerei strengt ihn an. Eines Abends läuft ihm eine weiße Hirschkuh vors Auto. Die Polizei benachrichtigt Uwe, den zuständigen Jäger, der der Hirschkuh den Gnadenschuss geben muss. Uwe erschießt das Tier gemeinsam mit Ingo, da er nicht allein die Last tragen will, die die weiße Hirschkuh mit sich bringt: Dem Aberglauben nach stirbt derjenige, der eine weiße Hirschkuh tötet, innerhalb von einem Jahr. Wider Erwarten und obwohl sie völlig unterschiedlich sind, freunden sich Ingo und Uwe an. Ingo interessiert sich für die Jagd, und Uwe nimmt ihn mit auf den Hochsitz und macht mit ihm Schießübungen. Ingos Frau Lara sind Uwe und das Thema Jagd ein Dorn im Auge, das Ehepaar driftet immer mehr auseinander.Mein Lieblingscharakter unter den Dorfbewohnern ist Tove. Sie ist mit Schweinebauer Enno verheiratet, der alles andere als ein Sympathieträger ist. Landfrau Tove arbeitet bei ihrem Bruder Olaf und seiner Frau Christine. Die beiden betreiben eine kleine Pension und eine Alpaka-Farm. Dann gibt es da noch Maggie und Sönke. Maggie und Tove sind gut befreundet, die beiden haben viel gemeinsam, sie leben seit Jahrzehnten in Fehrdorf und haben beide erwachsene Kinder. Zusammen besuchen sie Vorträge für Landfrauen und tauschen sich über die Ehe und die Männer aus. Interessant fand ich Jutta und Armin, Überbleibsel einer ehemaligen Sechser-WG. Die beiden sind kein Paar, mögen sich aber sehr. Jutta hat ein paar Hühner und gibt Kurse im Hühnerschlachten. Ich war sehr gern in Fehrdorf und habe Zeit mit Tove, Maggie, Lara und den anderen verbracht. Ich habe viel über die Jagd erfahren, aber auch über Schweinezucht, Hühner und die Arbeit und das Leben auf dem Bauernhof. Trotz der knapp fünfhundert Seiten fand ich das Buch an keiner Stelle langatmig, ich wollte immer weiterlesen, mit Tove leiden, lieben und hassen, mich mit Lara über Ingo aufregen und mit ihr und ihrer Hündin Cookie über die Felder ziehen. Gerne empfehle ich das Buch allen, die für eine Weile dem Alltag entfliehen und ins Dorfleben abtauchen möchten.
Ein guter Dorfroman
Das Buch "Hier draußen" von Martina Behm ist ein gut geschriebener Dorfroman aus vielen verschiedenen Perspektiven.In diesen Roman ist der Hauptstrang, das ein zugezogener Familienvater eine weiße Hirschkuh zusammenfährt und dadurch Unheil auf das Dorf kommt.Diese Geschichte zieht sich durch den kompletten Roman,dadurch erfährt man einiges über die Dorfbewohner.Fast jeder im Dorf hat ein Geheimnis, ein Problem oder irgendeine Geschichte zu erzählen.Die Autorin schafft es, dass das Buch spannend bleibt, jedoch waren die Geschichten der Dorfbewohner manchmal zu lange und zu genau erzählt.Das aus den unterschiedlichsten Perspektiven der Bewohner geschrieben wird, gefiel mir allerdings sehr gut, auch finde ich es super das es viele verschiedene Charaktere gibt.Der Schreibstil ist spannend, jedoch die Schriftgröße mir zu klein.Ich hätte mir das Ende anders gewünscht und ich finde es etwas abrupt.An sich ist das Buch weiterzuempfehlen.
Wenn das Leben aus der Spur gerät
Martina Behms Debüt Hier draußen beginnt alles andere als leise: Gleich zu Beginn fährt Ingo, einer der Neuankömmlinge im holsteinischen Dorf Fehrdorf, eine weiße Hirschkuh an – eine Tat, die der Dorfjäger mit einem Schuss beendet und die eine alte Sage aufleben lässt: Wer so ein Tier tötet, dem bleibt nur noch ein Jahr zu leben. Was wie Aberglaube klingt, setzt eine spürbare Unruhe in der Dorfgemeinschaft frei.Behm nutzt diesen mystischen Moment als Auftakt für eine fein beobachtete Geschichte über Zugehörigkeit, Lebensentwürfe und die manchmal schmerzhaften Fragen nach Sinn und Identität. Die Figuren – vom überforderten Pendler Ingo über die ehrgeizige Landfrau bis zu den letzten Resten einer Öko-WG – sind glaubwürdig und pointiert gezeichnet, oft mit einer Prise norddeutschen Humors, der die Geschichte trotz aller Tiefe nie zu schwer macht.Das Hörbuch wird von Julia Nachtmann gelesen, deren Stimme perfekt zur Atmosphäre des Buches passt. Sie verleiht der Geschichte genau die richtige Mischung aus Ruhe und Spannung – mit einer Tiefe in der Stimme, die wunderbar mit der Thematik des Romans harmoniert.Hier draußen ist ein atmosphärisches, kluges Debüt mit leisen magischen Momenten, viel Menschlichkeit und einem klaren Gespür für die Zwischentöne des Lebens.
Das bisher beste Buch des Jahres... Top!
Martina Behm hat mit "Hier draußen" wie ich finde einen großartigen und wahnsinnig vielschichtigen Roman verfasst, der einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Für mich ein neues Lieblingsbuch und ziemlich wahrscheinlich auch eines der besten Bücher des Jahres! Martina Behm verfügt über einen unglaublich tief-, wie scharfsinnigen Schreibstil und erzählt derart leicht und raffiniert, dass es sich beim Lesen anfühlt, als würde jeder Satz und Abschnitt für sich eine ganz eigene facettenreiche Geschichte erzählen. Vordergründig geht es um einen gewissen Land-Aberglauben, um Familiengeschichte/n, Männer & Frauen (Ehepaare) und um das Zusamentreffen von Stadt- und Landmenschen. Doch darüber hinaus gibt die Erzählung noch viel mehr her. Die Figuren werden immer aus verschiedensten Perspektiven und aus ihren diversen Rollen heraus beleuchtet, reiben sich aneinander und auch gegenseitig auf. Hat man sich im Verlauf des Geschehens gerade einmal eine Meinung zu einem Sachverhalt oder einer Person gebildet, muss man es nach Abschluss des nächsten Kapitels womöglich schon wieder verwerfen oder hinterfragen. Die Charaktere haben unglaublich viel zu bieten und Martina Behm gelingt es, sozialkritische Themen als auch abstruse zwischenmenschliche Höhen und Tiefen, sowie einfach nur Menschen mit all ihren unterschiedlichsten (und oftmals aberwitzigen) Ansichten und Lebensweisheiten zu durchleuchten und zu demaskieren - ohne dabei zu sehr aufzutragen oder es schwermütig werden zu lassen. Die Figuren bleiben, wie ich finde, immer sympathisch und unglaublich authentisch. Auch die eigentliche Geschichte verspricht viel Spannung mit Witz und Tragik. Der Roman ist durchgängig gut zu lesen und man kann super in die Story eintauchen. Mich hat das Buch stilistisch und vom Erzählverlauf her ein wenig an Dörte Hansen's "Altes Land" und Isabel Bogdan's "Der Pfau" erinnert. Beide Romane zählen bis heute zu meinen Lieblingsbüchern. Insofern kann ich Martina Behm's Roman "Hier draußen" nur absolut weiterempfehlen, deshalb ganz klar 5 Sterne von mir!!!
Dorfgeschichten
Bei "Hier draußen" von Martina Behm handelt es sich um einen guten, in sich stimmigen Roman, der mit Gemütlichkeit und guter Beobachtungsgabe zu überzeugen weiß.Man sollte sich auf keinen Fall von der Seitenanzahl abschrecken lassen. Denn obwohl das Buch nicht sonderlich spannend ist wie manch andere Romane, kann man es doch nur schwerlich aus der Hand legen. Auch wenn es zwischendurch ein paar kleine Längen aufweist.Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft, man riecht förmlich den Wald und hört die Dielen den alten Hauses knacken. Die vorkommenden Personen sind alle sehr gut gezeichnet, mit einer großen Tiefe, aber ohne zu idealisieren. Auch das Dorfleben ist hier sehr gut beschrieben, ganz ohne Kitsch und Verschönerungen.Fazit: Ein schöner unaufgeregter Roman für zwischendurch, der dennoch zu überzeugen weiß.
Toller "Dorfroman"
Das Buch hat mich von Anfang an mitgerissen, ich lebe selbst auf dem Dorf und mag das Dorfleben sehr, deshalb war auch sofort mein Interesse geweckt. Der Schreibstil der Autorin tat sein Übriges dazu, dass ich gleich mittendrin war. Besonders die scharfen, auf den Punkt gebrachten Beobachtungen haben mich fasziniert, genauso wie die einfühlsam gezeichneten Charaktere. Ich konnte mich wirklich in jeden hineinversetzen, auch wenn ich manche Handlungsweisen sicher nicht gutgeheißen habe. Das fand ich schon beeindruckend.Und dadurch, dass das Buch aus den unterschiedlichen Perspektiven einzelner Dorfbewohner erzählt wird, lernt man diese recht gut kennen, sowohl im Inneren als auch im Äußeren und aus Sicht der jeweils anderen. So ergibt sich ein umfassendes Bild der Dorfgemeinschaft und der Begebenheiten. Es hat mir richtig gut gefallen, die Entwicklung der verschiedenen Charaktere zu begleiten, und wie ein einziges Ereignis so viel ins Rollen bringen kann, im Kleinen und im Großen.Allerdings muss ich schon sagen, dass einzelne Situationen oder auch Gedanken und Ereignisse doch sehr ausführlich erzählt werden. Und auch wenn ich das die meiste Zeit aufgrund des tollen Schreibstils sehr genossen habe, schlichen sich mit der Dauer der Lektüre doch immer mal wieder ein paar Längen ein und der Zug ging so ein bisschen verloren. Dafür passierte mir dann teilweise auch zu wenig.Außerdem wurden für meinen Geschmack doch recht viele Klischees bedient. Möglicherweise war das auch so gewollt, um auf gewisse festgefahrene Strukturen oder Denkweisen aufmerksam zu machen. Mir war das allerdings zu viel des Guten.Alles in allem hat mir „Hier draußen“ aber wirklich gut gefallen und ich kann es jedem ans Herz legen - egal ob Dorfbewohner oder nicht.
Das Leben auf dem Dorf
Die grellen Farben und das helle Reh im Vordergrund – Im Kontrast zu der beruhigenden Natur im Hintergrund. Das Cover hat mich sofort angesprochen und mir Lust auf die Geschichte gemacht. Diese spielt sich in dem kleinen Fehrdorf im Norden Deutschlands ab, in welches ein Paar in seinen Dreißigern mit kleinen Kindern vor kurzem gezogen ist. Sie versprechen sich mehr Ruhe, mehr Zeit füreinander und für den Nachwuchs. Zu Beginn des Romans überfährt Ingo eine weiße Hirschkuh. Um den Tod dieser Tiere rankt sich eine mystische Legende: Wer sie tötet, muss selbst auch innerhalb eines Jahres mit dem Leben bezahlen. Und so wird schnell klar, dass Laras und Ingos Landleben nicht so perfekt ist, wie sich die beiden erhofft haben. Gleichzeitig lernen wir Lesende viele weitere spannende, sehr unterschiedliche Bewohner:innen des Dorfes kennen. Ebendies ist wohl mein größter Kritikpunkt. Es dauert doch eine Weile, bis man sich in Fehrdorf zurechtfindet. Ich musste mich immer wieder fragen: „Wer war sie nochmal? Wessen Mann ist das?“. Dennoch lohnt es sich dran zu bleiben. Früher oder später kannte ich mich dann doch aus, vor allem, weil die Charaktere durchaus Tiefe haben. Die Autorin nimmt sich auf knapp 500 Seiten die Zeit, die Leben der Figuren detailliert zu beschreiben, teilweise auch durch Rückblenden. So wird man auch durch den ein oder anderen Plot Twist oder eine neue Entdeckung, die einzelne Figuren machen, überrascht. Insgesamt habe ich mich irgendwann wie ein Teil des Dorfes gefühlt und kann den Roman auf jeden Fall weiter empfehlen. Mich interessierte dabei vor allem die Grundthematik Stadt- vs. Landleben. Positiv ist mir außerdem aufgefallen, dass einige Frauen im Fokus stehen, die es schaffen, für sich und ihr Leben einzustehen.
Pressestimmen
Für alle, die Lust auf einen vielschichtigen und warmherzigen Dorfroman haben und sich nach einer Au...szeit auf dem Land sehnen. mehr weniger
Christine Westermann, 20.07.2025
Martina Behm erzählt warmherzig und empathisch, gewürzt mit einer Prise norddeutschem Humor, und ist... damit wahrscheinlich die Entdeckung dieses Bücher-Frühlings. Weitere Bücher: Dringend erwünscht! mehr weniger
Maren Ahring, 31.03.2025
Vielschichtig und seelentief geschrieben, wirklich beeindruckend.
Ulla Müller, 28.03.2025
Das Portrait eines ganzen Dorfes im Norden und ein absolut gelungener Debütroman.
24.03.2025
Vielschichtig und so spannend!
Silvi Feist, 12.03.2025
Kluges Debüt über Neuanfänge.
Angela Wittmann, 11.03.2025
Mit großer Beobachtungsgabe und viel Empathie erzählt die Autorin von den Bewohnern dieses Dorfes, i...hren Sorgen, Nöten und Wünschen und der vermeintlichen Landidylle, die Risse aufweist. mehr weniger
01.10.2025
Dieses Debüt erzählt ganz ohne Kitsch von Lebenswegen einiger Dorfbewohner bei Hamburg - mit einer w...eißen Hirschkuh als geheimnisvoller Schlüssel. Einfach grandios. mehr weniger
Elke Mündner, 30.07.2025
Martina Behm, die den Alltag auf dem Land aus eigener Erfahrung kennt, lässt uns tief in die Seelen ...ihrer vom Hofalltag Gestressten blicken. Sie zeigt sie in ihrer inneren Zerrissenheit, ohne sich an ihren Schicksalen zu weiden. mehr weniger
Peter Henning, 30.06.2025
Martina Behm zeichnet ein genaues Bild eines Dorfes und der Menschen, die in ihm wohnen.
Leonie Berger, 20.06.2025
Gekonnt springt sie in fünf Teilen und insgesamt 47 Kapiteln zwischen verschiedenen Familien hin und... her, nimmt hier eine Masche auf und lässt hier eine fallen, arbeitet einen Kragen oder glänzt mit leichtem Ajourmuster. Nach und nach werden wir so ein Teil der Dorfgemeinschaft. mehr weniger
Katharina Teutsch, 17.06.2025
Ein Roman, der genau hinsieht und frei von Land-Kitsch ist. Und der uns viel über Chancen nachdenken... lässt. Über verpasste, wahrgenommene – und solche, die irgendwann mal anders aussahen, als sie es dann wirklich waren. mehr weniger
27.05.2025
Ein lebensechtes Dorfporträt über moderne Liebens - und Lebensträume. Menschlich, liebevoll mit eine...m Augenzwinkern geschrieben. mehr weniger
07.05.2025
Martina Behm, die den Alltag auf dem Land aus eigener Erfahrung kennt, lässt uns tief in die Seelen ...ihrer vom Hofalltag Gestressten blicken. Doch sie zeigt sie in all ihrer inneren Zerrissenheit, ohne sich an ihren Schicksalen zu weiden. mehr weniger
Peter Henning, 06.05.2025
Einfühlsam, liebevoll und mit einer angemessenen Prise norddeutschem Humor.
01.05.2025
Wer Juli Zehs illusionslosen Landleben Geschichten gerne gelesen hat, wird vermutlich auch Martina B...rehms scharfsichtiges aber zärtliches Porträt eines Dorfes genießen. mehr weniger
21.04.2025
Ihr Roman ist so originell, wie die Literarisierung glaubwürdig erdachter Bewohnerinnen und Bewohner... einer sozial engen Dorfgemeinschaft nur sein kann. mehr weniger
Thomas André, 19.04.2025
Ein kluger Roman mit Augenzwinkern und versöhnlichen Momenten, in dem Klischee und Wirklichkeit nahe... beieinander liegen. mehr weniger
13.04.2025
Herausgekommen ist ein richtig guter Roman. Als Leserin ist man mittendrin in Fehrdorf, schaut in di...e Wohnküchen und den Festsaal und die Ställe. Alle Figuren sind charakterstark, einige liebenswert, manche schrullig, wie im echten Leben eben. mehr weniger
Maren Ahring, 31.03.2025
Das Portrait eines ganzen Dorfes im Norden und ein absolut gelungener Debutroman.
24.03.2025
Einfühlsame Darstellung des Dorflebens und sehr glaubwürdige Figuren. Tiefe. Mit trockenem Humor!
22.03.2025
Behm erzählt nahbar und lässt das Gesamtbildes des Dorfes organisch zusammenwachsen.
Deborah von Wartburg, 12.03.2025
Ein äußerst lesenwerter Roman.
Anke Gappel, 12.03.2025
Raus aufs Land: Martina Behm im Gespräch mit Max Moor
Warum ist Max Moor der ideale »Buchpate« für Martina Behms Roman ›Hier draußen‹? Weil er genau weiß, was es heißt, von der Stadt aufs Land zu ziehen – mit all seinen Tücken und Glücksmomenten. Kein Wunder, dass ihn das Buch sofort gepackt hat. Gemeinsam sprechen sie über den Roman, das Stadt- und Landleben und über ihre Premierentour.
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