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»Niemand weiß, wer ich bin, am allerwenigsten ich selbst.«

Ich, Sperling

Ein alter Mann blickt zurück auf seine oft unmenschliche Kindheit: Als namenloser Waise wächst er in einem Bordell inmitten der sogenannten „Wölfinnen“ im spanischen Carthago Nova im 4. Jahrhundert n. Chr. auf. Eine von ihnen, Euterpe, wird seine Ziehmutter: „Sperling“ nennt sie ihn liebevoll. Sperling weiß nicht viel von der Welt: Anfangs hilft er Euterpes geheimer Geliebten in der Küche, später schuftet er in der Taverne, bis er schließlich in das ominöse Obergeschoss geführt wird, wo die Prostituierten ihre Betten haben. Ein furchtbares Schicksal erwartet ihn dort. Doch wie ein kleiner Sperling entfliegt er in seiner Vorstellung der brutalen Realität immer wieder und vermag es, mit seinem Lied auch anderen Hoffnung zu geben.

Bibliografische Daten

EUR 10,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-44263-3
Erscheinungsdatum: 14.09.2023
1. Auflage
592 Seiten
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Englischen von Ute Leibmann
Autor*innenporträt

James Hynes

James Hynes ist Absolvent des Iowa Writers' Workshop und veröffentlichte bisher drei hochgelobte Romane sowie eine Kurzgeschichtensammlung. Weitere Texte erschienen u. a. in der New York Times und Washington Post. Er lehrte Kreatives Schreiben an diversen Universitäten. Hynes lebt in Austin, Texas.  

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Übersetzer*innenporträt

Ute Leibmann

Ute Leibmann arbeitet seit vielen Jahren als freie Lektorin und Literaturübersetzerin aus dem Englischen, u. a. von Sarah Waters. Sie lebt in Düsseldorf.

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103 von 103 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.58 von 5 Sternen


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3 - 10 von 103 Leserstimme

q5helgi am 14.10.2023 18:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Philosophie eines römischen Sklaven

Das Buch ist aus der Sicht eines kleinen Jungen geschrieben, der als Sklave in Cathago Nova aufwächst. Er, der Sperling, erzählt in einer Rückblende über sein Leben und da es sich sehr viel Zeit nimmt, fühlt sich das Vergehen der Zeit realistisch an. Ich kann nicht behaupten, dass viel passiert. Es ist die Darstellung eines Sklavenjungens. Die Sprache ist jedoch einfühlsam, und sehr gut zu lesen. Sie passt perfekt zu einem Bericht, über die Ereignisse in einer Taverne. Die Handlung ist auch nicht spannungsgeladen oder unvorhersehbar; es geschieht im Grunde ständig dasselbe. Und doch ist man nah an den Charakteren. Wer character-driven Bücher mag, ist hier meiner Meinung nach sehr gut bedient.Leider bleibt es so sehr auf den Charakter bezogen, dass die Welt der Geschichte auch nicht allzu weit aus Carthago Nova hinausgeht. Der Figurenkreis bleibt sehr eng, die Handlung variiert nicht übermäßig, und das Ende gefällt einem, oder eben nicht, glaube ich. Abgesehen davon, dass ich mir etwas mehr von dem Buch erhofft habe, mochte ich die Figuren sehr und ihre Gedanken - also die Themen, die der Autor aufgegriffen hat, wie z.B. wer wirklich ein Sklave ist, was ist ein Sklave etc. - habe ich sehr gerne mitverfolgt. Vom sprachlichen und von den Figuren und deren Themen her ein sehr gelungenes Buch!

rena am 14.10.2023 09:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Grausame Zeit

ICH SPERLING von JAMES HYNES ist ein besonderes Buch. Besonders grausam aber auch irgendwie besonders gut und bleibt mir besonders im Kopf.Sperling ein kleiner Waisenjunge und Sklave wächst in einem Bordell auf und dies im 4. Jahrhundert.Einen richtigen Namen kann er zunächst für sich nicht erkennen. Eine seiner Ziehmütter nennt ihn liebevoll Sperling. Das lässt ihn auch all die schrecklichen Grausamkeiten besser ertragen, die ihm nach und nach beschert werden. Als er von Männern grausam mißbraucht und vergewaltigt wird, gelingt es dem kleinen Jungen aus der Situation herauszufliegen um die Grausamkeiten aus der Vogel-, bzw. Sperling Perspektive ertragen zu können.Es gibt manche Kapitel, die nur sehr schwer auszuhalten sind. Aber eins hat Sperling, er erträgt sein Leben wie eine Selbstverständlichkeit, als seine Aufgabe.Ich Sperling ist ein gutes, aber vom Thema her sehr schweres Buch, das mir noch lange im Kopf bleibt.

elina am 12.10.2023 19:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Eine spannende Reise in die Abgründe des Römischen Reichs

Selten habe ich ein Buch gelesen, das so eine lebendige Atmosphäre heraufbeschwört, dass ich in dieser Geschichte bleiben wollte."Ich, Sperling" von James Hynes erzählt die Geschichte eines alten Mannes, der auf seine unmenschliche Kindheit zurückblickt. Als namenloser Waise wächst er im 4. Jahrhundert n.Chr. im spanischen Carthago Nova in einem Bordell auf. Eine der Prostituierten wird seine Ziehmutter und nennt ihn liebevoll "Sperling". Ein furchtbares Schicksal erwartet den Jungen.Das Buch ist wundervoll, aber auch schwerwiegend. Es geht um Gewalt, Kindesmissbrauch, Vergewaltigung. Themen, die schockieren und deprimieren.Die Schreibweise des Autors hat eine gewisse Nüchternheit, bleibt aber mitreisend. Der Fokus liegt auf den zwischenmenschlichen Beziehungen.Das abrupte Ende hat mir nicht ganz gefallen, weil es mich mit einigen Fragen zurückgelassen hat.

mel0501 am 11.10.2023 09:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Unangenehme Themen, trotzdem wunderschön verfasst

Ein Cover, welches gleich seine Aufmerksamkeit auf sich lenkt durch das wunderschöne Mosaik mit dem Sperling in der Mitte. Wunderschön gestaltet und viel ansprechender als das englische Original Cover.In der Geschichte verfolgt man das Leben eines namenlosen Sklavenjungen im 4. Jahrhundert nach Christus. Die Geschichte ist emotional und das Leben des Jungen alles andere als einfach. Es ist an manchen Stellen schwer zu lesen, da alles unbeschönigt niedergeschrieben ist, was der Junge miterlebt und ihm selber auf widerfährt. Der Schreibstil ist jedoch wunderschön, was die Geschichte an sich nur noch "schrecklicher" macht und das gelesene noch verstärkt. Insgesamt ein nicht so einfaches Buch, da es ernste Themen aufgreift und emotional ist, dennoch kann es der richtigen Zielgruppe gefallen, daher gebe ich dem Buch 4 Sterne, da es trotzdem wunderschön verfasst ist.

bibineu77 am 07.10.2023 16:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Bewegend

James Hynes erweckt in seinem Roman Ich, Sperling die außergewöhnliche Geschichte eines jungen Mannes zum Leben. Aufgewachsen unter zwielichtigen und ärmlichen Bedingungen, von Beginn an mit der Härte des Lebens konfrontiert, findet der Ich-Erzähler seine Ausflüchte aus der realen Welt und bewahrt sich so seine Identität und sein Herz. Ein Roman, der unter die Haut geht. Großartig geschrieben, voller bildhafter Elemente, starker Vergleich und tiefer Einblicke in das Seelenleben eines Menschen. Das Buch begeistert und berührt. Es klingt noch lange nach dem Zuschlagen der letzten Seite im Leser nach. Gedanklich verfolgt einen die Geschichte, man erkennt neue Zusammenhänge und beleuchtet das große Ganze. Mir gefällt das Buch sehr gut, obwohl ich manche Stellen als etwas zäh und schwierig empfand. Der Gesamteindruck überwiegt jedoch mit seinen Stärken.

xana15 am 06.10.2023 14:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Hinterlässt Spuren

"Ich, Sperling" hat zwar ein paar Schwächen, ist allerdings so beeindruckend, dass ich dem Buch dennoch 5 Sterne vergebe.In dem Werk geht es um einen kleinen Jungen, der als Sklave in einer verruchten Taverne in Cartago Nova aufwachsen muss. Die Köchin der Taverne und eine der Wölfinnen werden zu seinen Ziehmüttern und bringen ihm viel über die damalige Welt bei. Der Junge muss als Sklave schwere Arbeit verrichten und erfährt dabei viel Leid und Missbrauch. Spoiler und Warnung: Schwere Szenen erwarten den Leser, wenn der Kleine selbst zu einer Wölfin wird.Das Buch hat keine Kapitel, sondern nur Leseabschnitte und vier große Teile. Das macht das Lesen des Buchs manchmal etwas schwieriger. Weiterhin bleibt dem Leser die meiste Zeit verborgen, wie viel Zeit während des Verlaufs vergeht. Außerdem erfährt man nur etwas über die Kindheit und das Lebensende des Protagonisten, eine große Zeitspanne dazwischen bleibt im Dunkeln, wäre aber sicher auch sehr interessant gewesen."Ich, Sperling" behandelt ein ungewöhnliches und bedrückendes Thema und schafft es, die eigentlich vollkommen fremde Welt vor dem geistigen Auge des Lesers zu erschaffen. Das Buch nimmt einen mit und führt alle Grausamkeiten der damaligen Zeit vor, aber nicht ohne stets ein paar kleine Funken der Hoffnung übrig zu lassen. Insgesamt ist das Buch ein beeindruckendes Werk, das Spuren hinterlässt und im Gedächtnis bleibt.

moehawk am 06.10.2023 09:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Der Sperling

Dass James Hynes mit "Ich, Sperling" keine leichte Kost für mich bereit hält, das war mir schnell klar. „Ich, Jakob, Sohn von niemandem, Vater von niemandem, geliebt von niemandem, Sklave, Hure, ein Cineadus, Eunuch, Nilschlamm, Arbeiter, Aufseher, Krüppel, Schwindsüchtiger, herrenloses Gut…“ So beschreibt sich der Hauptdarsteller am Anfang seiner Geschichte - am Ende seines Lebens. Und dieser Einleitung wird er im Laufe des Buches mehr als gerecht. Als ausgesetztes Kind ohne Vergangenheit in einem Bordell. Was für eine Zukunft soll das werden, welches Leben kann da kommen. Dank der Hure Euterpe ist es zumindest in den ersten Jahren von einer betreuenden Hand geführt. Die Frau versucht dem Jungen jedes bisschen Wärme und Bildung zu geben, dass sie geben kann. So bekommt er ein Rüstzeug, als sein Sklavenleben härter wird.Für LeserINNen, die empfindsam sind, bräuchte das Buch sicher jede Menge Triggerwarnungen, denn es es voller Härte, Grausamkeiten, Gewalt. Es ist auch keine Story, die gute Laune verbreitet. Man wird durchgerüttelt, auch mal abgestoßen und erschüttert. Dass man dennoch nicht komplett scheitert an der Geschichte liegt an der klugen Erzählweise des Autors, an deren literarischem Tiefgang man sich entlanghangeln kann.Ein sehr gehaltvolles und tiefgründiges Buch. Sicher keine leichte Kost.

maddy20 am 04.10.2023 09:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein Buch, das man so schnell nicht vergisst!

Dieser Roman ist anders: tiefergehend, kontrovers, schmerzhaft und auch erschreckend. Das Cover ist wunderschön gestaltet und gibt Hinweise auf den Ort des Geschehens, nämlich das antike Rom! Ein Bordell, um genau zu sein. Der namenlose Protagonist ist erst ein Junge und noch voller Naivität - daher auch die Assoziation zu einem Sperling! So verkörpert er auch eine gewisse leichte und Ungebundenheit und tritt allem recht unbedarft gegenüber. Im Bordell startet er seine Reise von unten langsam bis in die oberen Räume, doch auch dort wird nicht halt gemacht. Die Türen öffnen sich und das Grauen nimmt seinen Lauf. Schicksale der römischen Sklaverei werden gezeigt und vor misshandlung und der Darstellung von Leid nicht halt gemacht. Auf jeden Fall eine schwere Lektüre, die lange nachhallt, aber auch tief geht und berührt und lange in den Gedanken verweilt.

thanatos am 03.10.2023 14:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Zu tiefst bedrückender und lange nachhallender Roman

„Ich, Sperling“ ist die Geschichte eines namenlosen Waisenjungen, der in einem Bordell an der spanischen Küste zur Zeit des Römischen Reiches aufwächst. Er bekommt hier viele Namen, aber ihm selbst gefällt Sperling. Als Leser verfolgt man nun Sperlings Weg innerhalb des Bordells von ganz unten bis hinein in die Räume der oberen Etage. Hier angekommen macht der Autor nicht etwa Halt vor der Tür, nein er lässt uns am Leben/Arbeiten seiner Figuren teilhaben, und das ist dann doch teils schon harte Kost. Er beschreibt unter anderem in expliziten Darstellungen brutal und schmerzhaft ehrlich das harte Leben der römischen Sklaven, sodass dieser Roman eventuell nicht für jeden Leser geeignet sein könnte. Der Handlungsort ist sehr ausführlich beschrieben und fühlt sich sehr authentisch an. Sperlings Naivität ist so liebenswert, und es bricht einem fast das Herz, wenn man davon liest, was ihm hier alles widerfährt und was er erdulden muss. Der Autor hat einen zu tiefst bedrückenden aber auch lange nachhallenden Roman geschrieben. Die menschenunwürdigen Lebensumstände der Sklaven des Römischen Reichs sind sehr lebensnah erzählt und bekommen durch den eindringlichen Schreib- und Erzählstil noch zusätzlich Kontur. Wer kein Problem hat über Sklaverei, Gewalt und sexuellen Missbrauch jeglicher Art zu lesen, dem kann ich dieses Buch absolut empfehlen.

tinchen am 02.10.2023 10:10 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Interessant, aber zäh...

Ich kann am Ende des Buches kaum beschreiben, was ich beim Lesen des Buches empfunden habe. Das Thema und die Zeit, in der das Buch spielt, sind sehr interessant und auch wunderbar beschrieben. Ich konnte mich direkt in diese Zeit reinversetzen und fühlen, was der Junge in den einzelnen Situationen empfunden hat. Allerdings, und das ist für mich der Wermutstropfen an dem Buch, habe ich mich sehr schwergetan, mehr als 5 bis 10 Seiten auf einmal zu lesen. Ich empfand das Lesen als sehr anstrengend, obwohl es grundsätzlich gut geschrieben ist und auch keine besonders komplizierte Erzählweise hat. Ich kann es am Ende nicht beschreiben, warum dieses Buch kein Lesegenuss für mich war. Ich kam einfach nicht vorwärts. Zum Abbrechen des Buches war es wiederum aber auch zu gut , ich wollte ja wissen wie sich alles weiterentwickeln wird. Vielleicht war es für mich nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit. Ich gebe dem Buch trotzdem 4 von 5 Sternen, da es wie geschrieben trotzdem ein nettes Buch war. :)

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