Eine junge Frau erwacht eines Tages in einem anderen Leben: nicht mehr in der Stadtwohnung mit ihrem Partner, nein, im Heimatdorf mit ihrer Jugendliebe und Baby. Wäre ihr Leben etwa so verlaufen, hätte sie die eine entscheidende Abzweigung nicht genommen?
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Im Leben nebenan
Eines Morgens erwacht Toni nicht wie gewohnt neben ihrem langjährigen Freund in ihrer kleinen Altbauwohnung, weil die Dielen knarren und die Nachbarn viel zu laut sind. Nein. Zu ihrer Verwunderung befindet sie sich in einer großzügig geschnittenen Wohnung. Alles hell, ordentlich, teuer eingerichtet. Und der Blick aus dem Fenster? Seltsam vertraut. Antonia versteht: Sie ist wieder in dem Dorf ihrer Kindheit. Nach und nach erfährt sie, dass sie hier ein beschauliches Leben führt, bürgerlich geordnet, mit Auto vor der Tür, Schwiegermutter nebenan und Kind auf dem Schoß. Kind auf dem Schoß? Antonia kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ist das etwa ihr Baby? Und der Vater dazu? Offenbar ihre erste große Liebe – ein Mann, den sie nie ganz vergessen konnte.
Anne Sauer erzählt davon, wie das eigene Leben verlaufen könnte, hätte man die eine entscheidende Abzweigung nicht genommen. ‹Im Leben nebenan› spiegelt zwei Lebensszenarien einer jungen Frau, erzählt im Wechsel von zwei Versionen eines Lebens und nimmt dabei mit gebotenem Humor, Gefühl und Leichtigkeit den Horror von gewollter und ungewollter Mutterschaft in den Blick: das große Glück mit Kind, aber auch: ohne Kind zu leben.
»Anne Sauer kann amüsant, witzig, berührend und mit unerwarteter Melancholie davon erzählen, was im Leben so alles schiefläuft« Christine Westermann
»Anne Sauer zu lesen ist wie Serie schauen: mitreißend und süchtig machend!« Ruth-Maria Thomas
»Mit beeindruckender Konsequenz, Einfallsreichtum und Verve verwebt Anne Sauer beklemmend und präzise, abgründig und soghaft ein Frauenleben mit und ohne Kind. Dieses Buch erzählt berührend und sehr überraschend von Sehnsucht, Freiheit und Zumutung.« Maria-Christina Piwowarski
Bibliografische Daten
7. Auflage
Anne Sauer
Anne Sauer (*1989) lebt als freie Autorin und Moderatorin in Hamburg. Sie ist Teil von Literaturjurys und empfiehlt seit vielen Jahren aktuelle Gegenwartsliteratur, u. a. im Podcast ›MONATSLESE‹ oder als @fuxbooks auf Instagram. 2024 erschien ihr viel beachtetes Essay über Taylor Swift. ›Im Leben nebenan‹ ist ihr Romandebüt, mit dem sie direkt auf der SPIEGEL-Bestsellerliste einstieg und für den aspekte-Literaturpreis sowie den Harbour-Front-Debütpreis nominiert war.
12 - 10 von 175 Leserstimme
Absolutes Jahreshighlight!
Wow, einfach nur wow! Sowohl sprachlich als auch inhaltlich ein absolutes (Jahres-)Highlight für mich. Ich mag die Idee des "Was wäre, wenn" und ich mag vor allem, in welche Richtungen Anne Sauer sie gedacht hat. Ein Leben mit Kind und ein Leben ohne (wenn auch nicht selbst so gewählt) – ein Gedankenspiel, das ich selbst so unglaublich gut nachvollziehen kann, dass es sich teilweise angefühlt hat, als hätte ich das Buch selbst geschrieben oder als wäre es für mich geschrieben gewesen. Das Buch enthält so unfassbar viele wunderbar-starke und poetische Passagen, dass ich hier mit dem Annotieren gar nicht hinterher gekommen wäre. Vor allem enthält es so viele wahre Passagen, die komplett auf den Punkt waren.Für mich ein rundum gelungenes Buch, das mich neugierig auf weitere Romane von Anne Sauer macht. Und die werden garantiert kommen.
Eine Reise ins Leben, das nicht war – und doch weiterlebt
Manchmal reicht ein einziger Gedanke – ein leises Was‑wäre‑wenn – und plötzlich öffnet sich eine Tür in ein Leben, das anders verlaufen wäre, aber dennoch in uns weiterwirkt. „Im Leben nebenan“ erzählt genau von dieser inneren Bewegung – eindringlich, bewegend und nah an der Wirklichkeit möglicher Lebenswege.Im Mittelpunkt steht Antonia, deren Geschichte aus zwei möglichen Lebensverläufen erzählt wird – abwechselnd und parallel. In der einen Version lebt sie kinderlos mit ihrem langjährigen Freund in einer kleinen Altbauwohnung. In der anderen ist sie Mutter, lebt mit ihrer ersten großen Liebe in einer geräumigen Eigentumswohnung. Doch keine der beiden Varianten fühlt sich für sie wirklich ganz an. Ist es nicht oft so? Man sehnt sich nach genau dem, was man gerade nicht hat. Wer ehrlich ist, kennt diesen Gedanken. Und genau das macht dieses Buch so besonders: Beim Lesen schweifen die eigenen Gedanken immer wieder ab – hinein ins eigene Was‑wäre‑wenn.Anne Sauer erzählt mit eindringlicher, ruhiger Stimme aus Tonis Sicht. Der ständige Wechsel der Perspektiven fordert Aufmerksamkeit und belohnt mit Tiefe. Ihre Sprache ist schnörkellos und doch voller Gefühl, sie legt Antonias Gefühlswelt offen: mit all ihren Rissen, Sehnsüchten und inneren Kämpfen.Trotz all der erzählerischen Stärke hinterlässt der Roman auch einen kleinen Wermutstropfen: Frauen erscheinen hier, wie leider so oft, als grundsätzlich zerrissen, unzufrieden, suchend. Es fehlt ein Moment der inneren Ruhe oder Stärke, der deutlich macht, dass nicht jedes Lebensmodell mit einem Gefühl des Mangels einhergehen muss.Ein kluger, leiser Roman über Parallelwelten im Leben, über Entscheidungen, über das ewige Vergleichen. Kein Buch zum schnellen Weglesen – sondern eins, das nachhallt und dazu einlädt, das eigene Lebensmodell neu zu betrachten.
Was wäre wenn…
Als erstes an dem Buch hatte mich das super schöne Cover angesprochen - Klappentext und Leseprobe waren dann auch wirklich ansprechend. Wie so viele habe auch ich mich schon gefragt, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich an irgendeiner Stelle eine andere Abzweigung genommen hätte. Ich mochte beide Handlungsstränge und fand sie gut miteinander verwoben. Das vorherrschende Thema war für mich aber, was (evtl. nicht vorhandene) Mutterschaft mit Frauen in unserer Gesellschaft macht. Ich mochte wie anstrengend und erschöpfend Mutterschaft dargestellt wurde. Natürlich ist nicht jede Mutterschaft so - aber eben doch einige. Ich fand es hingegen schade, dass von den im Buch dargestellten Müttern keine noch etwas anderes als Mutter war. Auch Mütter haben Hobbies und Interessen und wollen nicht immer und andauernd ‘nur’ über Kinder reden. Das Ende vom Buch mochte ich dann wiederum sehr.
Ein ganz besonderes Buch
Dieses Buch hat mich fasziniert! Ein ganz besonderes - anderes Buch. Ein undenkbares Szenario: Antonia und Toni - ein und dieselbe Person in zwei unterschiedlichen Leben. Die eine kinderlos, die andere gerade frischgebackene Mama. Zwei verschiedene Leben, zwei andere Männer. Und mittendrin eine hin und her gerissenen Frau. Es geht um die Kinderwunsch - und Kinderwollen - Frage. Es geht um die Frage, was wäre wenn? Was wäre wenn ich bei meinem Expartner in meinem Heimatdorf geblieben wäre? Dieser Perspektivwechsel zwischen den beiden Figuren fand ich besonders gelungen. Durch dieses Buch rennt man förmlich, man fliegt über die Zeilen und möchte ganz unbedingt mehr lesen und erfahren. Beide Erzählstränge sind emotional und beeindruckend dargestellt, beide wirken authentisch und wahr. Das Ende hätte ich mir anders gewünscht, aber das ist eine sehr persönliche Meinung. In jedem Fall eine Empfehlung!
Unerfüllter versus erfüllter Kinderwunsch
Der Einstieg ins Buch ist schon nicht so leicht zu verdauen, denn wir wohnen einer frühen Fehlgeburt auf Toilette bei, die Antonia nicht zum ersten Mal ereilt. Sie und Jakob haben schon einige Male versucht, ein Kind zu bekommen, aber es will einfach nicht klappen. Für das Paar scheint ein Baby der nächstlogische Schritt in ihrer langjährigen Beziehung zu sein, aber Antonia kann es einfach nicht halten.Im parallelen Handlungsstrang wacht Antonia mit einem Baby an ihrer Seite auf. Sie lebt in einem Haus in ihrer alten Heimatstadt und hat augenscheinlich Jahre zuvor ihre Jugendliebe geheiratet. Nur blöd, dass sie sich partout nicht daran erinnern kann...Das Buch hat eine sehr interessante Prämisse zu bieten - noch einen Tick spannender hätte ich es vielleicht empfunden, wenn die Protagonistin nicht aus einem Leben mit unerfülltem Kinderwunsch mit zahlreichen Fehlgeburten kommen würde, sondern aus einem Leben, in dem sie sich gar kein Kind gewünscht hätte. Das hätte ebenfalls zu interessanten Gedankenspielen führen können. Z. B. warum man sich keine Kinder wünscht, wie der jeweilige Partner darauf Einfluss hat, ob es Momente der Reue gibt oder eben genau das Gegenteil. Ist ein Baby wirklich immer die Erfüllung, läuft es bei einer langjährigen Beziehung zwangsläufig darauf hinaus? Wäre sie, nachdem sie in ein Leben mit Baby hinein schnuppern konnte, automatisch "geläutert" oder wäre ihr ursprüngliches Leben trotzdem genau so für sie passend? So ähnlich wie bei bei dem Film "Family Man" mit Nicolas Cage, der natürlich nicht ohne moralinsaure Botschaft auskommt, aber dennoch recht charmant ist.Die Autorin ist aber recht erbarmungslos mit ihrer Protagonistin. In beiden Leben reibt sich Toni/Antonia auf, in beiden Leben ist eine gewisse Verzweiflung zu spüren und in beiden Leben hat sie das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, nicht genug zu sein. Das alles ist sehr intensiv und nichts für Zartbesaitete - ich habe sehr mit beiden Versionen mitgelitten, weil der Schreibstil so eindringlich ist. Dennoch gibt es tatsächlich Stellen, an denen man fast schon schmunzeln muss.Es ist also keine leichte Lektüre, aber dennoch eine Bereicherung!
(un)gewollte und (un)mögliche Mutterschaft
Anne Sauer schreibt mit "Im Leben nebenan" die Geschichte einer Frau, deren Leben in zwei Versionen verläuft. In der Ursprungsversion führt Toni ein kinderloses Leben mit ihrem Partner Jakob in einer gemeinsamen Stadtwohnung. 'Im Leben nebenan' wird aus ihr Antonia, eine junge Mutter mit Neugeborenem. Sie ist mit ihrer Jugendliebe Adam verheiratet und nie aus ihrem Heimatort weggezogen.Die Geschichte nimmt ihren Lauf, indem sie die zwei Lebensversionen von Toni und Antonia weiterspinnt. Dabei scheint die gesellschaftliche Komponente hinsichtlich Mutterschaft immer wieder durch und lässt uns diese beim Lesen kritisch hinterfragen. Jedoch verzichtet die Autorin hier auf problematische Vaterfiguren, die sich als Karrieremänner nicht um das Neugeborene und die Ehefrau scheren. Anne Sauers Blick bleibt behutsam auf das Frauenleben und ihren inneren Aushandlungsprozess bezüglich Mutterschaft gerichtet. So äußert die Protagonistin an einer Stelle im Roman: "Wenn ich sage, ich kann keine Kinder bekommen, dann haben immer alle Mitleid. Gespräch beendet. Wenn eine Frau sagt, sie will einfach nicht, und zwar nie, also wirklich nie, dann muss sie sich erklären. Als wäre das alles, was uns definiert, die einzige Entscheidung, die wir im Leben treffen müssen. Und klar, wir müssen sie ja auch tatsächlich alle treffen, irgendwann. Aber es fuckt mich so ab, echt." Die Protagonistin legt den Finger in die Wunde und zeigt auf, welche schwerwiegenden Zuschreibungen für Frauen gelten: Denn entweder KÖNNEN Frauen sie nicht erfüllen oder aber sie WOLLEN sie schlichtweg nicht erfüllen.Stellenweise sehr poetisch geschrieben tasten wir Leser*innen uns an eine Frauen-Realität mit und ohne Kind heran. Die Autorin versteht es auf ergreifende Weise sowohl die Emotionen von einer Frau mit unerfülltem Kinderwunsch als auch die einer gewordenen Mutter gleichsam einzufangen. Der Roman ist nahbar und ehrlich, so sanft und so schonungslos im Blick auf eine Frau mit und ohne Kinderwusch.Eine klare Leseempfehlung!
Toni zwei Mal
Toni zwei Mal. Ein Mal lesen wir vom Leben, das Toni lebt, in einer hellhörigen Altbauwohnung, mit ihrem Freund Jakob, die Frage nach der Zukunft, Familie ja oder nein. Nur per SMS Kontakt zum eigenen Vater. Und wir lesen von einer Fehlgeburt, mit der das Buch beginnt. Und dazwischen Momente eines anderen Lebens von Toni, kurz nach einer Entbindung mit Kaiserschnitt, in einem großen Haus im Heimatort, Familienbilder von ihrer Hochzeit mit dem Exfreund -Thema also: was wäre wenn? Wie wäre mein Leben wenn...?Diese Gedanken kenne ich gut, was wäre wenn ich nicht meinen Heimatort verlassen hätte? Wenn ich tatsächlich diesen einen Exfreund geheiratet hätte? Wer wäre ich dann? Wäre es einfacher, leichter, unproblematischer? Oder hätte ich einfach nur andere Probleme?Überlegungen, die zum Leben dazugehören, auch wenn sie nicht wirklich zu etwas führen weil man es ja nicht weiß. Ich finde die Thematik aber immer wieder spannend, auch in Filmen (zB mit Gyneth Paltrow in "Sliding Doors" oder der aktuellen Paramount+ Serie "Parallel me").Das Buch beginnt spannend, ist thematisch wohl hauptsächlich auf die Frage nach Familie, ja oder nein, konzentriert. Der Stil ist flüssig und anschaulich. Die Leseprobe hatte nur 25 Seiten - ich bin gespannt auf mehr!
Andere Abzweigung
Inhalt und meine Meinung:Der Roman hat mich von der ersten Seite an fasziniert, in seinen Bann gezogen und bis zum Ende auch nicht mehr losgelassen, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Anne Sauer erzählt zwei unterschiedliche Versionen des Lebens von Antonia, wie ihr Leben hätte auch verlaufen können, hätte sie sich einmal anders entschieden und hätte sie an einem entscheidenden Punkt einen anderen Weg eingeschlagen. Diese Frage stelle ich mir auch oft, wie wäre mein Leben wohl verlaufen, hätte ich mich an der ein oder anderen Abzweigung anders entschieden. Das Buch ist lebensnah geschrieben und hat mich immer wieder tief berührt und nachdenklich werden lassen. Die Handlung ist bildhaft und detailliert beschrieben, ich fühlte mich Antonia beim Lesen des Buches immer sehr nah. Einzig das Ende hat mich persönlich nicht ganz überzeugt, hier bleiben mir einige Aspekte zu offen und unausgesprochen, aber dies lässt auch Raum für eine eigene Interpretation. Ein mutiges Buch, dass ich gerne weiterempfehle.
Was wäre wenn...
Die große K-FrageWer hat sich nicht schon einmal die Frage gestellt: war wäre gewesen, wenn… Genau damit beschäftigt sich Anne Sauer in ihrem ersten Roman „Im Leben nebenan“. Was wäre, wenn ich Mutter geworden wäre? Wie würde mein Leben verlaufen?Variante 1: Toni und ihr langjähriger Freund lieben ihren unabhängigen Lebensstil und haben sich trotzdem entschieden, in das Thema Familienplanung einzusteigen. Allerdings will sich partout kein Nachwuchs einstellen. Obwohl sie sich geschworen haben, ihre Lockerheit nicht zu verlieren, finden sie sich unversehens in der Spirale aus Arztbesuchen, Hormonspritzen und Sex nach Plan wieder. Mit der Konsequenz, dass ihre Partnerschaft mehr und mehr leidet…Variante 2: Antonia erwacht eines Tages in einem großzügigen, neugebauten Eigenheim im Dorf ihrer Kindheit. Sie ist komplett verwirrt. Wie kommt sie hierher? Warum ist da plötzlich ein Baby, das auf ihre Fürsorge angewiesen zu sein scheint? Und warum teilt sie sich das Bett mit ihrer ersten großen Liebe? Frauen – Verliererinnen an allen Fronten?Für mich steht in Bezug auf „Im Leben nebenan“ eine Frage über allem: kann ich als Frau überhaupt gewinnen? Oder bin ich eine Verliererin, egal wie ich mich bezüglich der Kinderfrage entscheide (oder noch schlimmer, wie die Biologie für mich selbst in dieser Frage entscheidet)? Anhand der Lektüre von Anne Sauers Buch liegt der Verdacht nahe, dass ich als Verliererin dastehen werde, egal welche Abzweigung ich nehme.In Variante 1 durchläuft Toni aufgrund ihres unerfüllten Kinderwunsches eine emotionale Hölle und droht, nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Partner zu verlieren. Ich finde es erschreckend und logisch zu gleich, wie sehr ein unerfüllter Kinderwunsch das komplette Leben einer Frau auf den Kopf stellt.Leider erscheint Variante 2 kaum lebenswerter. Denn hier kämpft Antonia damit, den Bedürfnissen eines Säuglings und den Erwartungen ihres Umfelds gerecht zu werden. Auch den Verlust des Gefühls, Herrin über den eigenen Körper zu sein, stellt sie roh und lebensnah dar.Intensiv und authentischFür mich hat sich das komplette Buch unglaublich intensiv angefühlt. Ich habe mich gefragt, woran das liegt. Und bin zum Schluss gekommen, dass Anne Sauers Art, tief in das Seelenleben ihrer Protagonistin einzutauchen, hierfür verantwortlich ist. Für mich hat sich jeder Satz in „Im Leben nebenan“ authentisch angefühlt. Was ich faszinierend finde, da die Autorin selbst keine Kinder hat. Es muss also eine sehr tiefgehende Recherche gewesen sein, um Antonias Lebensvariante so echt darzustellen. FazitEin Buch, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Meiner Meinung nach ist es Anne Sauer gelungen, den Frauen ihrer Generation eine Stimme zu verleihen. Gerade in diesen politisch aufgewühlten Zeiten, in denen es Bewegungen gibt, gebärfähige Menschen in die Mutterrolle zu zwingen, halte ich es für unglaublich wichtig, dass solche Geschichten erzählt werden. Danke, Anne Sauer!Beschließen möchte ich diese Rezension mit einem wunderschönen Zitat aus „Im Leben nebenan“:„Sie ist nicht allein, sie ist nur für sich.“
Tolle Geschichte!
Im Leben nebenan hat mich mit seiner warmherzigen und einfühlsamen Erzählweise sofort in den Bann gezogen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, bildhaft und vermittelt die Emotionen der Figuren sehr authentisch. Besonders gelungen fand ich die fein gezeichneten Charaktere und die Atmosphäre des Romans, die eine wohltuende Mischung aus Nachdenklichkeit und Leichtigkeit bietet.Was mir besonders gefallen hat, war die innere Entwicklung der Protagonistin und die realistische Darstellung ihrer Gefühle im Spannungsfeld zwischen zwei sehr unterschiedlichen Lebenswelten. Allerdings hat mich das Ende nicht ganz überzeugt: Es wirkte, als würde die Entscheidung der Hauptfigur nicht ganz zur vorher aufgebauten Entwicklung passen. Im Verlauf des Buches hatte man immer wieder das Gefühl, dass sie sich deutlich zu einer bestimmten Lebensweise hingezogen fühlt – diese Ambivalenz wurde am Schluss leider nicht ganz aufgelöst.Insgesamt jedoch ein sehr berührendes und gut geschriebenes Buch, das zum Nachdenken anregt und mir viel Freude beim Lesen bereitet hat. Ich kann es nur empfehlen!
Pressestimmen
Anne Sauer blickt in ihrem Debüt ›Im Leben nebenan‹ aus zwei gegensätzlichen Richtungen auf das Frau...sein. Fantastisch! mehr weniger
01.12.2025
Mit Witz, Gefühl und Leichtigkeit zeigt der Roman dabei die beiden Seiten von Mutterschaft – das Glü...ck mit Kind und die Freiheit, ohne Kind zu leben. Ein Roman, der nicht nur Frauen zum Nachdenken anregen sollte. mehr weniger
Sarah Woipich, 04.11.2025
Grandiose Romanidee, packend geschrieben.
02.10.2025
Im Leben nebenan‹ ist ein Roman, den man nicht aus der Hand legen möchte. Eine unbedingte Leseempfeh...lung! mehr weniger
Anna Ostrowski, 11.09.2025
Ein spannendes Buch über unterschiedliche Lebensentwürfe und über weibliche Selbstbestimmung.
01.09.2025
Ein starkes Plädoyer für Selbstbestimmung. Für den eigenen Weg, der schwierig sein kann – egal, welc...he Abzweigung wir wählen. mehr weniger
Moni Münch, 26.08.2025
Was wie ein Krimi klingt, ist ein spannendes, vor allem aber auch klug komponiertes Buch über Kinder...wunsch und Mutterschaft. mehr weniger
16.08.2025
Ihr Buch berührt das Herz und klingt nach: Hätte man selbst die Weichen anders stellen können oder s...ogar sollen? mehr weniger
16.08.2025
Sauer erzählt mitreißend und klug.
31.07.2025
Eine emotionale Achterbahnfahrt, die man nicht so schnell vergisst.
Angela Perez, 24.07.2025
Ein spannendes, vor allem aber auch klug komponiertes Buch über Kinderwunsch und Mutterschaft, in de...m die Buchwissenschaftlerin und Literaturvermittlerin Anne Sauer das Was-wäre-wenn-Spiel durchexerziert, zwei Lebensentwürfe nebeneinanderstellt. mehr weniger
Stefanie Wirsching, 19.07.2025
Sauer erzählt von diesen und vielen weiteren Facetten des Frauseins – so spürbar, dass die Leserin s...tellenweise am liebsten selbst lachen oder schreien würde. „Im Leben nebenan“ lässt sich an einem Tag lesen und lässt eine dennoch tagelang nicht los. mehr weniger
Marie Dürr, 17.07.2025
Anne Sauer erzählt souverän auf diesen zwei Ebenen nicht nur von der Frage, ob es Kinder braucht, um... glücklich zu sein, sondern auch von der Veränderung in Paarbeziehungen, die mit Elternschaft oder unerfülltem Kinderwunsch einhergehen. mehr weniger
Anne Sauer, 17.07.2025
Anne Sauer legt mit „Im Leben nebenan“ ein dem Anschein nachumfangreich recherchiertes Buch vor, das... auch Männer interessieren muss. mehr weniger
17.07.2025
Im Leben nebenan“ provoziert Reflexion, Reibung und Anerkennung. In dieser Form, wie das schiere Erz...ählverfahren die Differenz unterschiedlicher weiblicher Lebensentwürfe suggestiv zur Geltung bringt, unterscheidet sich Anne Sauers Roman vom Gros der Debattensachbücher von „Regretting Motherhood“ bis „Söhne großziehen als Feministin“. mehr weniger
Cynthia Cornelius, 14.07.2025
Ein Roman, der existentielle Fragen stellt.
12.07.2025
Anne Sauer legt mit „Im Leben nebenan“ ein dem Anschein nach umfangreich recherchiertes Buch vor, da...s auch Männer interessieren muss. mehr weniger
Thomas Andre, 11.07.2025
Ein originell und handwerklich gelungener Roman.
Thomas Andre, 11.07.2025
Ein lesenswertes Debüt. Spielerisch experimentiert Sauer mit dem Leben ihrer Protagonistin, Toni, di...e dabei ein Avatar für die Unsicherheiten vieler junger Frauen im späten ersten Lebensdrittel wird. mehr weniger
Nina Wolf, 10.07.2025
Ich bin mir sicher: dieses Buch ist eine Welle!
@frau_hegerfeld , 10.07.2025
Anne Sauer entwirft in ‚Im Leben nebenan‘ ein faszinierendes Was-wäre-wenn-Szenario und lädt ein zu ...einem literarischen Gedankenexperiment über Identität, Entscheidungen und die leisen Töne des Frauseins. (…) Dieses Buch ist wie ein Blick durchs Fenster in ein anderes Zuhause – und in das eigene Herz. mehr weniger
@c_booksblog, 10.07.2025
Was Sauer so eindrücklich gelingt, ist die Schonungslosigkeit, mit der sie beide Lebensentwürfe zeig...t. (…) Sie legt den Finger genau in die Wunde gesellschaftlicher Erwartungen, die Frauen unausweichlich begleiten – egal, welchen Weg sie einschlagen. (…) Anne Sauer hat mit ‚Im Leben nebenan‘ einen Roman geschrieben, der leise erzählt und laut nachklingt. Er ist klug, empathisch, schmerzhaft und schön zugleich – und vielleicht eines der wichtigsten Bücher unserer Zeit zur Rolle der Frau in einer Gesellschaft. mehr weniger
@wassilkeliest, 10.07.2025
Die Geschichte trifft genau die leisten Zwischentöne, lässt Raum für das Ungesagte und spricht denno...ch so manche unbequeme, harte und schmerzhafte Wahrheit aus. mehr weniger
@zeitfuerzeilen, 10.07.2025
Ich habe absolut alles an diesem Roman geliebt. (…) Sowohl emotional als auch künstlerisch ein Meist...erwerk. mehr weniger
@bookishicecreamlover , 10.07.2025
Ein Roman, der das Herz und den Kopf berührt - und lange weiter rumort.
01.07.2025