Eduard von Keyserling galt schon Hermann Hesse und Thomas Mann als sinnlicher Impressionist und Stimmungsmagier. Doch in »Schwüle Tage« lockt der Autor in ein nur scheinbares Idyll, der unbeschwerte Sommer auf dem Lande entpuppt sich als Farce. Widerwillig folgt da ein junger Adliger dem Wunsch seines unterkühlten Vaters, auf dem elterlichen Gut für die Wiederholung der nicht bestandenen Abiturprüfung zu lernen. Eingeklemmt zwischen der eigenen Unentschlossenheit und den elterlichen Ansprüchen stößt der Sohn allerorten auf unkittbare Risse in der ländlichen Grandezza – herausragend gelesen von Hanns Zischler.
1. Auflage
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Graf Eduard von Keyserling wurde am 15.5.1855 auf Schloss Paddern in Kurland geboren und verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. Von 1875 bis 1877 studierte er in Dorpat Jura, Philosophie und Kunstgeschichte. Danach lebte er als freier Schriftsteller in Wien, später in Italien und seit 1899 in München, wo er am 28.9.1918, erblindet und vereinsamt, starb. Er gilt als einer der wenigen bedeutenden impressionistischen Erzähler, der vor allem die ihm vertraute Welt des baltischen Adels meisterhaft nachzuzeichnen vermochte. Seine oft in leise Ironie verhüllte Standeskritik, seine psychologisch feinfühlige Schilderung der erotischen Konflikte trugen ihm den Beinamen eines »baltischen Fontane« ein.
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Hanns Zischler, geboren 1947, ist Schauspieler, Autor, Übersetzer und freischaffender Künstler. Zischler lebt in Berlin.