Die faszinierende Geschichte einer begabten jungen Frau, die sich ihren Weg in die männliche Kunstwelt bahnt, allen Widerständen zum Trotz.
24,00 €
(0,00 € / )
lieferbar
- Versandkostenfreiin Deutschland
- Schneller VersandLieferung 3-5 Werktage
- Sichere ZahlungSSL-verschlüsselt
The Artist
Provence, um 1920. Venez. Kommen Sie. Mehr steht nicht in dem Brief. Und doch sieht sich Joseph Adelaide am Ziel seiner Träume: Er, ein noch völlig unbekannter Journalist, darf den weltberühmten Maler Édouard Tartuffe interviewen, der sich seit Jahren der Öffentlichkeit entzieht.
In dem abgelegenen Landhaus in der französischen Provinz erwartet Joseph dann allerdings eine Überraschung. Nur wenn er Tartuffe Modell sitzt, darf er über ihn schreiben.
In der flirrenden Sommerhitze erkennt Joseph bald, dass das größte Rätsel jedoch nicht der »Meister des Lichts« ist, sondern Tartuffes Nichte. Ettie kocht, putzt, wäscht Pinsel und erträgt Tartuffes Launen mit unergründlicher Hingabe. Doch etwas brodelt in ihr. Joseph fühlt sich immer mehr zu ihr hingezogen. Und langsam, Schicht für Schicht wie in einem Gemälde, kommt ihr Geheimnis ans Licht ...
»Raffiniert und kraftvoll erzählt […] Ein äußerst gelungenes Porträt von Ehrgeiz und Selbstverwirklichung.« The Guardian
Ein wunderbar atmosphärischer Sommerroman über Authentizität, künstlerische Selbstermächtigung und Leidenschaft und ein Leseerlebnis für die Sinne: Man kann die Pfirsiche und den Honig fast schmecken, die satten Farben sehen und die sengende Hitze der Provence spüren.
Preisgekrönt ...
- Nominiert für den British Book Award 2026
- Wochenlang auf der Sunday Times-Bestsellerliste
- Waterstones Debut Prize 2025
- Waterstones Book of the Year 2025
- Nominiert für The Women's Prize for Fiction 2025
»Ein fulminantes Buch, poetisch, leidenschaftlich und mit sanfter Kraft erzählt.« Daily Mail
»Ein virtuoses Debüt, so unwiderstehlich wie ein warmer Sommerwind.« HÖRZU
Als Joseph die Steinterrasse betritt, gerät sein Herz aus dem Takt. Zurückgelehnt in einem alten Korbsessel sitzt da ein Mann, eine Zigarre in der Hand. Dies also ist der Mann, für den Joseph meilenweit gereist ist. Der Meister. Éduard Tartuffe.
Tartuffe blickt hoch.
»Wer sind Sie?«
»Mein Name ist Joseph Adelaide«, sagt Joseph hastig und streckt ihm das Telegramm entgegen. »Ich bin Journalist. Sie haben mich eingeladen.« Plötzlich ist es, als wäre ein Damm gebrochen.
»Sylvette!«, brüllt der Maler und fuchtelt wild mit seiner Zigarre. »Sylvette!«
Joseph weicht einen Schritt zurück. Stolpert über seinen Rucksack. Und plötzlich steht da eine junge Frau. Sie ist am anderen Ende der Terrasse aufgetaucht und trocknet ihre Hände an einer Baumwollschürze ab. Tartuffe reicht ihr das Schreiben. »Erklär mir das!«
Sylvette betrachtet es prüfend. Ihr Gesicht wirkt mädchenhaft, doch ihre Hände sind rau und von harter Arbeit gezeichnet. Dann schaut sie auf und sagt nur: »Das hier ist dein Junger Mann mit Orange.«
Bibliografische Daten
4. Auflage
Lucy Steeds
Lucy Steeds hat nach ihrem Literaturstudium an der Universität Oxford in Frankreich und Singapur gelebt und pendelt derzeit zwischen London und Amsterdam. Als eines der meistgelobten Debüts des Jahres stand ›The Artist‹ 2025 auf der Longlist für den renommierten Women’s Prize for Fiction, wurde mit dem Waterstones Debut Fiction Prize ausgezeichnet und zum Waterstones Book of the Year gekürt. 2026 folgten Nominierungen für den British Book Award und den Walter Scott Prize for Historical Fiction. Seit seinem Erscheinen entfaltet der Roman eine stetig wachsende Anziehungskraft und erscheint demnächst in zweiundzwanzig weiteren Ländern.
Hella Reese
Hella Reese studierte Slavistik, Romanistik und Osteuropäische Geschichte und schloss ihr Studium mit der Promotion ab. Nach langjähriger Tätigkeit in einer internationalen Strategieberatung und im Verlagswesen arbeitet sie jetzt als Übersetzerin und Lektorin.
2 - 10 von 160 Leserstimme
Ein Lesehighlight in diesem Sommer
Worum geht es in dem Buch?Édouard Tartuffe ist ein exzentrischer, launischer Maler, der gemeinsam mit seiner Nichte Sylvette, genannt Ettie, in einem abgelegenen Haus in Südfrankreich lebt. Seine Gemälde verkaufen sich so erfolgreich, dass die beiden ihren Lebensunterhalt allein davon bestreiten können.Seit dem frühen Tod ihrer Mutter kümmert sich Ettie um den Haushalt, bereitet das Essen zu und beschafft die ungewöhnlichen Motive, die ihr Onkel für seine Stillleben benötigt. Dazu gehören überreife Früchte und welk gewordenes Gemüse oder ein Hummer mit auffälligen Punkten – Dinge, die auf dem Markt niemand kaufen würde.Eines Tages erscheint Joseph, ein Journalist aus Großbritannien, auf dem Anwesen, um einen Artikel über den eigenwilligen Künstler zu schreiben. Zunächst begegnet Tartuffe ihm mit Misstrauen. Erst als Joseph sich bereit erklärt, für ein Porträt Modell zu sitzen, darf er bleiben.Mit der Zeit gewöhnt sich Joseph an das Leben auf dem Hof und freundet sich mit Ettie an. Doch schon bald erkennt er, dass die Beziehung zwischen ihr und ihrem Onkel von Geheimnissen überschattet wird – Rätseln, die ihn tiefer in ihren Bann ziehen, als ihm lieb ist.Meine Meinung zu diesem Buch: Mir hat vor allem der Schreibstil des Buches sehr gut gefallen. Die Sprache ist anschaulich und die Wortwahl sorgfältig gewählt, sodass ich mir sowohl die Landschaft Südfrankreichs als auch die Figuren lebhaft vorstellen konnte. Obwohl die Handlung nach dem Ersten Weltkrieg spielt, wirkt sie durch die Erzählung im Präsens besonders unmittelbar. Erzählt wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers, nicht aus der Perspektive einer Ich-Figur.Auch die Handlung fand ich spannend und abwechslungsreich. Vor allem die Figuren Ettie und Joseph sind mir sympathisch. Besonders Ettie hat mich fasziniert, weil sie geheimnisvoll und vielschichtig wirkt. Ihr Onkel verschweigt ihr immer wieder Wahrheiten, da er sie nicht verlieren möchte. Trotzdem findet sie Wege, ihre künstlerischen Fähigkeiten heimlich weiterzuentwickeln. Als Joseph schließlich davon erfährt, verschärft sich die Situation und die Geschichte gewinnt noch einmal deutlich an Spannung.Von mir bekommt das Buch 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Für mich ist es ein Lesehighlight dieses Sommers.
Aus dem Schatten ins Licht treten
"The Artist" ist ein Buch, das wunderbar in den Sommer passt, denn es spielt im Süden Frankreichs, Sehnsuchts- und Schaffensort zahlreicher Künstler wie Cézanne, van Gogh oder Matisse. Sie alle waren auf der Suche nach Licht und Farbe, genau wie Édouard Tartuffe, der mit seiner Nichte seit Jahren abgeschottet in einem Landhaus wohnt. Ettie, seine Nichte, führt ihm den Haushalt, besorgt die Lebensmittel für seine Bilder, kocht und putzt und lebt wie ein Schatten im Reich des berühmten und unberechenbaren Malers. Für sie selbst ist kein Platz neben dem großen Tartuffe, eigene Versuche, zu malen, wurden in der Vergangenheit rigoros unterbunden.Eines Tages trifft Joseph, ein gescheiterter Kunststudent, in diesem Reich ein, der für eine Zeitung arbeitet und von dieser den Auftrag erhalten hat, hinter die Fassade des geheimnisvollen Tartuffe zu schauen und ihm seine Geheimnisse zu entlocken.Als "Junger Mann mit Orange" muss Joseph dem Maler zunächst stundenlang Modell sitzen, ohne auch nur ansatzweise zu entschlüsseln, worin das Geheimnis des Künstlers liegt. Doch auch Ettie hat ein Geheimnis und je länger Joseph bei den beiden verbringt, umso mehr fühlt er sich zu dieser hingezogen. Ettie bringt ihm schließlich bei, richtig hinzusehen.Der Roman ist ausgesprochen gut lesbar, schildert Farbe, Licht und Lebensmittel so eindrücklich, dass man selbst gerne zum Pinsel greifen würde oder doch wenigstens bei dem beschriebenen Festmahl dabei wäre. Das anfängliche Liebesgeplänkel zwischen Joseph und Ettie war mir mitunter zuviel des Guten, aber die Entwicklung der Protagonisten fand ich überzeugend und auch Etties Geheimnis hatte es in sich. Außerdem sind die geschichtlichen Hintergründe gut recherchiert, so dass man ein Bild davon bekommt, welche Rolle den Frauen zufiel, so talentiert sie auch sein mochten und obwohl sie - wie Ettie - sogar einen Maler zum Onkel hatten.Für einen Erstling wirklich gelungen und eine durchaus lohnenswerte Sommerlektüre.
Wortgewaltig
Nach dieser Lektüre kommt mir als erstes das Wort "Wortgewaltig" in den Sinn.Die Autorin versteht es Bilder und Situationen so zu beschreiben, dass sie im Kopf entstehen und regelrecht aufblühen. Er verwendet wahnsinnig viele Worte um eine bestimmte Sache zu umschreiben. Das allein ist schon großartig!In der Geschichte selber geht es um drei Personen. Zum einen, einen Meister der malenden Kunst Anfang der 1920er Jahre. Dann seine Nichte, die alles für ihn ist: Kunstgehilfin, Köchin, Waschfrau, Friseurin, Fußpflegerin...einfach alles. Doch am meisten ist sie wohl eine Gefangene in seiner Welt. Und dann kommt noch ein junger Mann, Journalist, dazu. Dieser möchte über den zurückgezogenen Meister der Kunst in einem englischen Magazin berichten.Alle drei Personen haben einen ganz eigenen Blick auf diese Welt. Immer mehr verweben sich die Leben dieser drei Personen. Großartig geschrieben!
Ein Sommer im Licht
Kunstmuseen und Galerien sind Orte voller Wunder – wie beneidenswert, wenn Künstlerinnen und Künstler Gefühle durch ihre Werke ausdrücken können und ich als Betrachterin davor stehe und vielleicht nicht die selben Gefühle, aber in jedem Fall Gefühle fühle. Und dann die Sache mit dem Licht. Wie schaffen sie es, das Licht so einzufangen, wie es manchmal nicht mal die Kameralinse vermag? Gerade beim Impressionismus beeindruckt mich das immer wieder neu. Lucy Steeds versetzt mich mit ihrem Roman genau in diese Diskussion um das Licht. Ein Sommer in der Provence kurz nach dem Ende des 1. Weltkrieges, dessen Schrecken noch stark nachklingen. Der junge Engländer Joseph versucht sich von seinem Vater zu emanzipieren und als Journalist durchzuschlagen. Er hat beim Meister des Lichts, Èdouard Tartuffe, eine positive Antwort auf seine Interviewanfrage bekommen und taucht nun auf dem Hof des Malers auf. Doch statt auf seine Fragen Antworten zu erhalten, muss er dem verschrobenem Künstlergenie Modell stehen als „Junger Mann mit Orange“ und sich auf dem abgeschiedenen, einsamen Gehöft mehr mit sich selbst auseinandersetzen, als ihm lieb ist. Den Haushalt führt die Nichte des Künstlers, Ettie. Sie scheint ebenso verschroben wie ihr Onkel und doch scheint sich zwischen ihr und Joseph ganz langsam eine Vertrautheit aufzubauen, die das fragile Sommerkonstrukt unter dem Dach des Meisters zum Einsturz bringen kann. In „The Artist“ muss man sich langsam hineinarbeiten, ähnlich wie Joseph sich in diese eingespielte Routine im Haus einfinden muss. Es ist mit Mühen verbunden, aber man wird mit Tiefe und Poesie belohnt. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Joseph und Ettie hin und her. Es ist klar, diese beiden sind die Hauptfiguren und beide drehen sich um Tartuffe, Tata, der ein bestimmender, kontrollierender und zerrissener Charakter ist und an den banalen Dingen des Alltags kein Interesse zeigt. Mir gefällt der langsame Handlungsaufbau sehr. Die vielen kleinen Geheimnisse und traumatischen Erfahrungen, die jede Figur mit sich herumträgt und die nach und nach aufgedeckt werden. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte, mit dem Krieg und seinen Folgen bringt neben der künstlerischen und zwischenmenschlichen Ebene noch eine weitere hinein, bettet das kammerspielartige Geschehen im Haus in die historische Zeit ein und gibt dem Text eine gewisse Dringlichkeit. Die Menschen haben den Krieg überlebt, aber sie stehen immer noch vollumfänglich unter seinem Eindruck. Das ist ein starker Kontrast zu den Farben des Lichts und der romantischen Entwicklung zwischen Ettie und Joseph. Während ich die beiden immer besser kennenlerne, schwindet das Interesse am Meister des Lichts, der plötzlich nur noch wie eine Randfigur erscheint und sich keinen Millimeter nach vorn bewegt. Und auch wenn seine Figur rein fiktiv ist, so habe ich dennoch das Gefühl, dass ich „seine“ Bilder schon einmal gesehen haben muss, so plastisch erscheinen sie mir durch die Erzählung der Autorin.
Wer ist eigentlich „The Artist“?
Zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs erhält der junge Journalist Joseph Adelaide die Gelegenheit, den berühmten Maler Édouard Tartuffe zu interviewen. Auf der Suche nach einem Neuanfang reist er in die sonnenüberflutete Provence. Doch unter der scheinbaren Leichtigkeit des Sommers wirken die Folgen des Krieges noch nach.Der Einstieg fiel mir trotz des schönen, atmosphärischen Schreibstils nicht ganz leicht. Die Handlung entwickelt sich eher langsam und erfordert ein wenig Geduld. Dennoch fand ich die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander spannend. Joseph ist ein sympathischer, aber sehr unsicherer junger Mann, der sich den Launen Tartuffes beugen muss, um sein Ziel – eine große Story – zu erreichen. Ettie erscheint zunächst fast wie ein Dienstmädchen, das kocht, putzt und die Ausbrüche ihres Onkels erträgt. Doch nach und nach zeigt sich, wie klug, ehrgeizig und künstlerisch begabt sie tatsächlich ist.Besonders gefallen haben mir die Einblicke in die Welt der Malerei. Die Beschreibungen des künstlerischen Arbeitens und die Frage, wem Kreativität und Talent zugeschrieben werden, ziehen sich als roter Faden durch den Roman. Dabei wird auch deutlich, wie schwer es für Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts war, Künstlerinnen zu sein und als solche ernst genommen zu werden.Interessant fand ich zudem die Entwicklung Tartuffes. Zunächst wirkt er wie das Klischee des genialen, aber unerträglichen Künstlers. Im Verlauf der Geschichte werden jedoch immer stärker seine Einsamkeit, seine Verletzlichkeit und sein Ringen mit den eigenen Ansprüchen deutlich, sodass die Figur an Tiefe gewinnt.Mit der Liebesgeschichte zwischen Ettie und Joseph habe ich mich dagegen zeitweise etwas schwergetan. Vor allem im Mittelteil nahm das Hin und Her für meinen Geschmack zu viel Raum ein. Dafür konnte mich das Ende umso mehr überzeugen. Besonders gelungen fand ich, dass Etties Weg nicht in erster Linie von einer romantischen Beziehung geprägt wird, sondern von ihrem Wunsch nach künstlerischer und persönlicher Unabhängigkeit.Auch der Titel erhält dadurch eine spannende zusätzliche Bedeutung: Wer ist eigentlich „The Artist“? Der gefeierte Tartuffe? Ettie? Oder vielleicht beide? Gerade diese Frage macht den Reiz des Romans aus.Ein atmosphärisches Debüt mit interessanten Figuren, anschaulichen Einblicken in den Entstehungsprozess von Gemälden und einem Ende, das mich nach einem etwas schwierigeren Mittelteil wieder mit dem Roman versöhnt hat.
Ein gute Geschichte!
The Artist.Freunde von historischen Romanen starten mit diesem Buch in eine Reise durch die Provence der 1920er-Jahre.Wir lesen etwas über den jungen englischen Journalisten Joseph Adelaide, der den Maler Édouard Tartuffe besuchen und kennenlernen möchte. Er möchte in dem abgelegenen Landhaus im Süden von Frankreich ein Porträt des Malers schreiben. Dort machte er aber nicht nur die Bekanntschaft mit dem eigenwilligen Künstler, er lernt auch die Nichte Ettie kennen, die bei ihrem Onkel lebt und seinen Haushalt führt. Aber nach einiger Zeit erkennt Joseph, dass Ettie eine begabte Malerin ist und dass sich in dem Haus dunkle Geheimnisse verbergen. Er beschreibt die Unterdrückung ihrer weiblichen Selbstbestimmung und zeigt uns die zerstörerische Seite dieses Künstlergenies. Ganz besonders gefällt mir in der sehr poetischen, bildhaften Sprache die Beschreibung der Provence mit ihren Gerüchen, den Farben der Landschaft, deren Licht, die Hitze im Sommer und das Essen. Ein wichtiges Thema ist, dass Ettie um ihre Stellung als Malerin kämpft und in der damaligen Zeit ernst genommen werden will, in der ihr Onkel als gefeierter „Meister des Lichts“ bewundert wird.
Farben, die unter die Haut gehen
The Artist hat mich auf eine ganz besondere Weise begeistert. Die Sprache ist wunderschön, poetisch und gleichzeitig unglaublich nahbar. Jede Szene wirkt so lebendig, dass man das Gefühl hat, mitten in der sommerlichen Provence zu stehen, die Farben zu sehen und die Atmosphäre förmlich einzuatmen. Selten habe ich ein Hörbuch erlebt, das so viele Bilder im Kopf entstehen lässt.Besonders beeindruckt hat mich die Figurenzeichnung. Während der Künstler bei mir immer wieder Unverständnis und sogar Wut ausgelöst hat, weil sein Verhalten und seine Sicht auf andere Menschen oft schwer auszuhalten sind, war es vor allem Ettie, die mich tief berührt hat. Sie ist eine Figur voller Stärke, Wärme und stiller Größe, die lange nach dem Hören im Gedächtnis bleibt. Mit ihr habe ich mitgefühlt, gehofft und gebangt.Joseph bringt eine interessante Perspektive in die Geschichte. Sein Feingefühl macht ihn sympathisch, gleichzeitig ist er stellenweise erstaunlich naiv, was ihn sehr menschlich wirken lässt. Gerade dieses Zusammenspiel der Figuren verleiht dem Roman eine besondere Dynamik.Auch als Hörbuch hat mich The Artist vollkommen überzeugt. Die Sprecherin transportiert die Emotionen und Zwischentöne der Geschichte mit großer Einfühlsamkeit. Dadurch entfaltet die bildhafte Sprache ihre volle Wirkung. Der Erzählfluss ist so angenehm und fesselnd, dass die Hörstunden wie im Flug vergehen – viel zu schnell, wenn man mich fragt.Ein atmosphärischer Roman über Kunst, Familie, gesellschaftliche Erwartungen, Selbstbestimmung und den Mut, den eigenen Weg zu finden. Anders als viele historische Romane, voller Gefühl und mit Figuren, die man nicht so schnell vergisst. Für mich ein rundum gelungenes Hörbuch und eine klare Empfehlung.
Licht und Schatten - und das Flirren eines Sommers
In der Provence im Sommer 1920: Joseph Adelaide, Journalist bei einem kleinen Kunstmagazin, erhält die Chance seines Lebens. Edouard Tartuffe, legendärer Maler, lädt ihn zu sich auf den Bauernhof ein, auf den er sich zurückgezogen hat, ein. Doch es sollte nicht einfach werden, ein Interview zu bekommen. Joseph wird vom Maler als Model engagiert und lebt fortan zusammen mit dem exzentrischen Künstler und seiner ruhigen Nichte Ettie. Ettie scheint ein Rätsel für sich zu sein, hält sie sich doch ruhig im Hintergrund und ist als Haushälterin und Assistentin wichtig für die Entstehung all der Kunstwerke. Schrittweise erlangt Joseph immer mehr Zutritt zur Gedankenwelt von Ettie. Der Roman beginnt, indem man Joseph auf seiner Reise zur abgelegenen Künstlerunterkunft folgt und schon in den ersten Seiten merkt man eine gewisse Grundstimmung des Romans – lange heiße, ja eher brütende Tage des Sommers in der Provence, ein Gefühl, das für mich allgegenwertig war. Die Erzählperspektive wechselt kapitelweise zwischen Joseph und Ettie und umfasst neben dem Alltagsleben und den Malsessions auch Gedanken und Rückblicke der jeweiligen Personen. Beide tragen ihr eigenes Päckchen und man erlebt als Leser so manchen herzzerreißenden Rückblick. Schrittweise setzen sich so die Biografien der Figuren zusammen, wie auch die Bewohner des Hauses sich immer mehr aneinander gewöhnen.Der Roman transportiert gut das Gefühl des Sommers in der Provence und die Exzentrik der Künstler, da die Beschreibung einfach bildhaft, atmosphärisch und ausdrucksstark ist. Doch es geht nicht nur darum, wie der Leser bald merkt. Taucht man doch vor allem in Rückblicken in verstörende und herzzerreißende Szenen ein, die das Leben aller Beteiligten bis zur Erzählebene prägen. Es waren damals andere Zeiten, der erste Weltkrieg gerade erst vorbei und die Wahrnehmung speziell von Frauen eine andere. Und bald erkennt man die weitere Botschaft des Buches – es ist möglich sich aus der Dunkelheit zu befreien und ins Licht zu treten, egal wie unwahrscheinlich es einem erscheinen mag. Ein Roman der auf Grund der Aufmachung gerne als Sommerroman für Kunstinteressierte gesehen werden kann, aber eben auch eine viel tiefere Botschaft vermittelt.
Absolute Sommerlektüre!
Der Debütroman „The Artist“ von Lucie Steeds hat mich auf Anhieb an neugierig gemacht aufgrund des wunderbar farbenfrohen Covers mit den herrlichen Lavendelfeldern, die die Provence in Südfrankreich zu bieten hat! Ich habe im Vorhinein mitbekommen, dass der Roman hochgelobt wurde und auch einige Auszeichnungen gewonnen hat bzw. dafür nominiert wurde. Eventuell bin ich daher mit etwas allzu großen Erwartungen an die Lektüre herangetreten, doch im großen und Ganzen wurde ich nicht enttäuscht. Die Handlung erzählt von dem sagenumwobenen berühmten Künstler Edouard Tartuffe, der sich in die Provence zurückgezogen hat und dort von seiner Nichte Ettie umsorgt wird. Dem jungen britischen Joseph Adelaide gelingt es, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Der Schreibstil ist toll, nahbar und es kommen unendlich schöne Landschaftsbeschreibungen vor. Teils zieht sich die Handlung etwas, aber im großen und Ganzen war ich wirklich überzeugt! Tolle Sommerlektüre!
Weg ins Licht
Saint Auguste de Provence, Südfrankreich, 1920. Der junge Journalist Joseph Adelaide erhält die einmalige Gelegenheit, den berühmten Maler Édouard „Tata“ Tartuffe zu treffen. Zurückgezogen lebt der exzentrische Künstler gemeinsam mit seiner Nichte Ettie in seinem Haus in der Provence. Während Joseph immer tiefer in Tatas Welt eintaucht und sogar selbst Modell für ihn steht, beginnt ihn vor allem Ettie zu faszinieren. Still, unscheinbar und stets im Hintergrund scheint sie zunächst kaum greifbar. Doch je länger Joseph bleibt, desto deutlicher erkennt er, dass sich hinter ihrem Schweigen eine Geschichte voller Unterdrückung, Sehnsucht und unausgesprochener Verletzungen verbirgt.Lucy Steeds schreibt unglaublich bildhaft, intensiv und atmosphärisch. Die Provence mit ihrem flirrenden Licht, dem Duft von Lavendel, dem abgeschiedene Atelier und die schwere Stille zwischen den Figuren wurden beim Lesen so lebendig, dass alles sofort vor meinem inneren Auge entstand.Besonders beeindruckt hat mich die Figurenzeichnung. Tata ist ein exzentrischer Künstler, bei dem Genie und Wahnsinn erschreckend nah beieinanderliegen. Launisch, jähzornig und vollkommen von sich selbst eingenommen beherrscht er sein Umfeld mit unsichtbarer Macht. Und mittendrin Ettie, die jahrelang klein gehalten, unterschätzt und beinahe erstickt wurde. „Sie war gefangen in einem Haus mit einem Mann, der sie mit unsichtbaren Fesseln hielt.“ Dieses Zitat (S. 174) bringt ihre Situation erschütternd gut auf den Punkt.Wie ein Gemälde, das nach und nach Konturen annimmt, entfaltet auch dieser Roman seine Wirkung Schicht für Schicht. Mit jeder Seite zieht er einen tiefer hinein in diese Geschichte voller unausgesprochener Wahrheiten, verdrängter Sehnsüchte und emotionaler Abhängigkeiten.Besonders stark fand ich die Verbindung aus Kunst, Kriegsnarben, weiblicher Unterdrückung und der Suche nach Identität und Selbstverwirklichung. Lucy Steeds gelingt es, all diese Themen sensibel und eindringlich miteinander zu verweben, ohne dass die Geschichte jemals überladen wirkt.Und dann schließt sich Jahre später in der Londoner National Gallery der Kreis auf eine Weise, die noch lange nachhallt.Ein intensiver, kluger und atmosphärisch dichter Roman über Kunst, Macht und eine Frau, die viel zu lange im Schatten eines anderen leben musste.
Pressestimmen
Wunderbar leicht und dennoch tiefgründig erzählt.
Sylvia Paschert, 19.08.2026
Sie (die Autorin) pinselt voller Geschick Wörter, Sätze, Emotionen, Farben, Geschmäcker auf die Seit...en, dass selbst dieser Roman zu einem kunstvollen Gemälde wird. Ein Geniestreich, der Ihren Geist beflügeln und Ihr Herz schneller schlagen lassen wird! mehr weniger
10.08.2026
Dieser Roman ist sinnlich geschrieben, er fängt das Licht, die Düfte und die Farben der Provence per...fekt ein. mehr weniger
24.06.2026
Ein wunderbarer Sommerroman, der direkt Lust macht auf die Provence - mit ihren Farben, ihrem Licht ...und ihren Düften. mehr weniger
22.06.2026
Sommervergnügen pur!
03.06.2026
Dieser Roman ist die perfekte Sommer-Lektüre für alle, die sich für Kunst und Künstler*innen-Biograf...ien interessieren, die Sonne und Südfrankreich mögen und eine überraschende und fesselnde Geschichte lesen möchten. (...) Ein beeindruckend gutes Debüt und ein lesenswerter Schmöker! mehr weniger
22.05.2026
Ein virtuoses Debüt, so unwiderstehlich wie ein warmer Sommerwind.
22.05.2026
Jetzt erscheint ›The Artist‹ gleich in 22 weiteren Ländern und wird überall mit dem Leuchten der Pro...vence betören, das um 1920 die Nichte eines großen Malers ebenfalls über sich hinauswachsen lässt. mehr weniger
20.05.2026
Fantastisch geschrieben! Mit Tiefe.
15.05.2026
Kommen Sie mit uns in die Provence
Eine Welt voller Düfte, Farben, Licht und Schatten - so fühlt sich die sommerliche Provence und auch Lucy Steeds' Roman ›The Artist‹ an. Wenn Sie sich mit diesem Debüt in die Provence entführen lassen wollen, sollten Sie sich dieses Gewinnspiel nicht entgehen lassen!
1. Preis: Ein ArtNight Gutschein im Wert von 98€, ein Exemplar des Romans ›The Artist‹ sowie ein provence-Paket
2. - 5. Preis: Ein Exemplar des Romans ›The Artist‹ sowie ein Provence-Paket
Um am Gewinnspiel teilzunehmen, füllen Sie das untenstehende Formular aus und beantworten folgende Frage: Haben Sie ein Lieblingsgemälde und wenn ja, welches ist es?
Das Gewinnspiel endet am 30.06.2026 um 23:59 Uhr. Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier.
Das sagt die internationale Presse
Ein fulminantes Buch, poetisch, leidenschaftlich und mit sanfter, tiefer Kraft erzählt.
Daily Mail
Ein kraftvollles, alle Sinne anregendes Debüt. Lucy Steeds ist eine Autorin, die man im Auge behalten muss.
The Times
Die am meisten gelobte Debütautorin des Jahres […] Das sinnliche, berauschend duftende Porträt eines monströsen männlichen Egos und einer übersehenen Frau.
Telegraph
Ich habe jedes einzlene Wort dieses Romans geliebt … Steeds Sprache ist wunderschön, die Beschreibung der Kunst unheimlich fesselnd. Ich konnte die Farben förmlich riechen, die Textur der Leinwände fühlen, das Licht im Atelier sehen.
Deborah Joseph, Begründung für die Nominierung zum Women's Prize for Fiction 2025
Raffiniert und kraftvoll erzählt […] Ein äußerst gelungenes Porträt von Ehrgeiz und Selbstverwirklichung.
The Guardian