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Wenn Liebe die Zeit besiegt

Wie man die Zeit anhält

Seit kurzem lebt Tom Hazard wieder in London, wo er die faszinierende Camille kennenlernt. Auf Anhieb fühlt er sich zu ihr hingezogen. Doch er trägt ein Geheimnis in sich, von dem niemand etwas wissen darf: Tom sieht aus wie 40, in Wirklichkeit aber ist er schon über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, das Paris der 20er-Jahre erlebt und regelmäßig eine neue Identität angenommen. Eins war er dabei über die Jahrhunderte hinweg immer: einsam. Während er Camille nun näherkommt, verändert sich für ihn alles.
 

Bibliografische Daten

EUR 9,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-43384-6
Erscheinungsdatum: 20.04.2018
2. Auflage
384 Seiten
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Übersetzt von Sophie Zeitz
Autor*innenporträt

Matt Haig

Matt Haig wurde 1975 in Sheffield geboren und hat bereits eine Reihe von Romanen und Kinderbüchern veröffentlicht, die mit verschiedenen literarischen Preisen ausgezeichnet und in über 30 Sprachen übersetzt wurden. In Deutschland bekannt wurde er mit dem Bestseller ›Ich und die Menschen‹.  

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Übersetzer*innenporträt

Sophie Zeitz

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121 von 121 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.61 von 5 Sternen


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3 - 10 von 121 Leserstimme

blomster78 am 10.08.2018 13:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Tiefgründig, Hoffnung-gebend aber mit Längen

Der Grundgedanke der "Albas" gefällt mir. Auch, dass gut rüberkommt, dass so etwas nicht nur durch die rosarote Brille gesehen werden sollte (fast unsterblich zu sein wäre bestimmt für viele erstrebenswert), sondern auch Probleme und bisweilen Leid mit sich bringt, wird im Buch deutlich.Dass sich die Zeit- und Erzählstränge im Buch abwechseln finde ich ganz gut. Es kommen recht viele Personen in unterschiedlichen Settings vor, teilweise durch das Alba-Dasein in mehreren Rollen, somit sollte man am Plot dranbleiben und keine zu großen Pausen einlegen.Leider ist mir das doch ab und an passiert, denn ich konnte mich nicht so richtig mit den Protagonisten identifizieren oder in sie hineinfühlen. Vieles wirkt mehr hinkonstruiert um möglichst viel Tiefgründigkeit zu vermitteln; die Handlung und die Personen selbst wirken demgegenüber nur wie etwas schmuckloses Beiwerk. Passagenweise fand ich es sehr langweilig.Das Ende kam für mich zu abrupt; im Vergleich zum Verlauf des Buches/der Handlung kommt es mir so vor, als habe der Autor die Lust verloren oder als sei es nicht mehr wichtig gewesen, weil er seine "Botschaften" schon vorher abgelassen hatte.Ich hatte die Hörbuch-Version und einzig die angenehme Stimme und das leserische Können von C.M. Herbst hat mich am Ball gehalten und dem Buch einen ganzen Stern mehr beschert als es sonst bekommen würde.

laberladen am 22.07.2018 20:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Wie man die Zeit anhält von Matt Haig

Darum geht's:Tom ist alt. Doch man sieht es ihm nicht an, dass er einige hundert Jahre auf dem Buckel hat, er wirkt wie ein 40-Jähriger. Eine Besonderheit führt dazu, dass er im Zeitlupentempo altert. Es gibt noch mehr Leute wie ihn, doch die Erfahrung hat gezeigt, dass sie besser darüber schweigen, wie alt sie eigentlich sind, um unbehelligt leben zu können. Nachdem Toms Jugendliebe Rose schon lange tot ist, hat er menschliche Bindungen vermieden. Doch als er die Lehrerin Camille kennenlernt, verliebt er sich ein zweites Mal.So fand ich's:Tom hat schon als Jugendlicher gelernt, dass es keine gute Idee ist, zu viel Aufmerksamkeit zu erregen. Dass er seit der Pubertät nicht in normaler Geschwindigkeit altert, kostet seine Mutter das Leben, denn man vermutet Hexerei. Er verschwindet jedes Mal, bevor er auffällt, und hält sich an den Grundsatz, sich nicht zu verlieben, denn das bringt die Menschen, die er liebt, in Gefahr und bedeutet immer auch Herzschmerz für ihn.Als Geschichtslehrer im heutigen London schafft er es, Geschichte lebendig werden zu lassen - kein Wunder, denn er hat die Zeiten, über die er unterrichtet, selbst miterlebt. So ist es vordergründig spannend, wichtige historische Ereignisse und Wendepunkte mitzuerleben, den Wandel der Ansichten, medizinische und technische Fortschritte usw., auf die Tom in ausführlichen Rückblicken immer wieder zurückkommt. Er begegnet berühmten Personen und schafft es, aus den verschiedenen Jahrhunderten seines langen Lebens fesselnde und lebendige Szenen entstehen zu lassen, die mich als Leserin mit in die Geschichte genommen haben.Doch unter der Oberfläche ist eine ständige Melancholie, die nicht oft durch Humor abgemildert wird. Tom ist gezwungen, als Einzelgänger zu leben und seine Erinnerungen an seine große Liebe Rose und sein Tochter, die genauso langlebig wie er ist und die er gerne wiederfinden würde, stürzen ihn regelmäßig in Traurigkeit. Selbst die aufblühende Liebe zu seiner Kollegin Camille ist nicht ohne Probleme, denn er kann auch ihr die Wahrheit nicht sagen, ohne sie in Gefahr zu bringen.Obwohl der Roman mit leichter Hand geschrieben scheint, gibt es doch jede Menge Weisheiten, Gedanken und Anregungen, die sich in den Text mischen, die man flott überlesen kann, doch langfristig bleiben sie einem im Gedächtnis hängen.In der Hörbuch-Version hat Christoph Maria Herbst, den ich eigentlich vor allem als Sprecher von humorvollen Hörbüchern kenne, tolle Arbeit geleistet. Voller Emotionen und mit dem richtigen Tonfall für Toms leichten Zynismus hat er die Atmosphäre des Buches für meinen Geschmack wundervoll transportiert.Wahrscheinlich hätte mir das Buch noch viel besser gefallen, wenn ich es nicht so kurz hinter "Ich und die Menschen" gelesen hätte. Denn bei "Wie man die Zeit anhält" hat mir der humorvolle Aspekt, der liebevoll-optimistische Grundton etwas gefehlt, den ich an "Ich und die Menschen" so geliebt habe.

angelj222012 am 22.07.2018 12:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Wie man die Zeit anhält

der Autor schafft es mit seinem Buch " Wie man die Zeit anhält" den Leser dazu zu bringen, sein eigenes Leben zu überdenken. Denn wenn du lange lebst, was macht es zu einem guten Leben. Tom Hazard ist um die 400 Jahre alt, sieht aber nicht älter aus als 35. Seine große Liebe hat er schon vor Jahrhunderten verloren und nun begibt er sich auf die Suche nach seiner Tochter. Das er ein Geschichtslehrer ist, ist sowohl ironisch, als auch ein bisschen meta, denn immerhin unterrichtet er ja auch ein bisschen den Leser in seiner persönlichen Geschichte. Und sind wir mal ehrlich wer kann historische Ereignisse besser erklären, als ein Mensch, der sie wirklich gelebt hat? Ich fand das Buch sehr angenehm zu lesen und auch der Inhalt ist herzerwärmend.

thursday33 am 21.07.2018 16:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Wunderbar

Auch mit "Wie man die Zeit anhält" ist Matt Haig wieder ein wunderschönes, kluges Buch gelungen. Tom Hazard ist ein Albatross, ein Mensch, der nur sehr langsam altert. Tom sieht aus wie knapp 40, ist in Wahrheit aber über 400 Jahre alt. Seit er seine große Liebe Rose im elisabethanischen England verloren hat, war er vor allem einsam und auf der Suche nach seiner Tochter, die er zu deren eigenem Schutz seinerzeit mit ihrer Mutter allein gelassen hat. Nun hat er im heutigen London eine Stelle als Geschichtslehrer angenommen und trifft dort auf eine Frau, die zum ersten Mal seit Jahrhunderten tiefere Gefühle in ihm weckt. Matt Haig schafft es mit seinem Schreibtalent immer wieder, micht zum Nachdenken zu bringen. Das war hier nicht anders. Die Vorstellung, uralt zu werden, mag ja für viele verlockend sein, aber will man wirklich zusehen, wie alle, die man liebt, vor einem sterben?

coala am 19.07.2018 16:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Gelungene Kombination aus Unterhaltung und philosophischen Fragen

Matt Haig hat mit seinem neuesten Buch „Wie man die Zeit anhält“ einen wunderschönen Liebesroman geschrieben, der gleichzeitig so viel mehr ist. Man begleitet den Geschichtslehrer Tom bei seinen Erinnerungen durch die Zeit und erlebt Situationen, die er erlebt hat und den Verlust seiner großen Liebe. Bis er sein Herz erneut verliert und seine Situation mehr als kritisch reflektiert. Denn ist man nun gesegnet, wenn man ewig lebt oder doch eher gestraft, lieber ein langlebiger Albatros oder Eintagsfliege im Lauf der Zeit.Durch die wechselnden Zeitsprünge ist es hin und wieder etwas schwer, der Geschichte zu folgen. Die Hauptperson Tom ist jedoch mehr als nahbar und vor allem durch seine Gedanken und das Hinterfragen seiner eigenen Situation mehr als sympathisch. Eine gelungene Kombination aus Unterhaltungslektüre und philosophischen Fragestellungen zum Leben und der Zeit.

gisel am 19.07.2018 10:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Wenn die Zeit nicht alle Wunden verheilt...

Tom Hazard hat ein großes Geheimnis: Er sieht aus wie vierzig, ist aber in Wirklichkeit schon über 400 Jahre alt. Die Liebe seines Lebens starb schon im 17. Jahrhundert. Seine Tochter hat seine Veranlagung übernommen, ist aber verschwunden, und seit Jahrhunderten sucht er nach ihr. Seither ist er einsam, denn bis auf Menschen, die ähnlich verzögert altern wie er, kann er keine Kontakte knüpfen, viel zu gefährlich sind diese Bekanntschaften. Er weiß genau, dass er sich nicht verlieben darf. Doch nun tritt Camille in sein Leben. Mit ihr verändert sich alles. Mit viel Einfühlungsvermögen erzählt der Autor Matt Haig von diesem Menschen, der sich nach Jahrhunderten der Einsamkeit so unendlich nach menschlicher Nähe sehnt. Die Geschichte verläuft in zwei Ebenen, so dass der Leser sowohl Toms Gegenwart kennenlernt wie auch seine Vergangenheit in den letzten Jahrhunderten. Man merkt sehr schnell, dass für Tom eine Veränderung ansteht, auch wenn lange unklar ist, wie eine solche denn aussehen könnte, denn seine Situation scheint ausweglos zu sein. Umso überraschender sind die Wendungen, die der Autor eingebaut hat, wie auch das Ende des Buches.Die Frage nach den Folgen, die es hätte, wenn man jahrhundertelang leben könnte, als einer der wenigen in der Menschheit, und deshalb untertauchen müsste, fließt sehr überzeugend in die Geschichte hinein. Es entbehrt deshalb auch nicht der Komik, wenn Tom sich mit der Frage herumschlägt, wie er in der Menge untergehen könnte, obwohl er doch nach einiger Zeit eindeutig auffallen muss. Und es bleibt nachhaltig ein Nachdenken darüber, was Menschlichkeit bedeutet, wie wir diesen Begriff, jeder für sich, füllen möchte, und nach dem Sinn des Lebens.Mich hat das Buch schnell in seinen Bann ziehen können. Die Mischung an Spannung und hintergründigem Humor finde ich sehr gelungen, so dass ich sehr gerne starke vier Sterne sowie eine unbedingte Leseempfehlung hinterlasse.

milkysilvermoon am 16.07.2018 16:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein spannendes Leben unter den Eintagsfliegen

Tom Hazard, wie sich Estienne Thomas Ambroise Christophe Hazard derzeit nennt, wurde am 3. März 1581 geboren. Damit ist er heute 439 Jahre alt, sieht aber aus wie 41. Eine ungewöhnliche Veranlagung sorgt dafür, dass der gebürtige Franzose seit seiner Teenagerzeit nur sehr, sehr langsam altert. Im Gegensatz zu ihm sind die übrigen Menschen nur Eintagsfliegen. Auch seine frühere große Liebe Rose ist schon vor Jahrhunderten an der Pest gestorben. Die gemeinsame Tochter Marion hat die Veranlagung geerbt, ist jedoch verschwunden. Obwohl Tom schon einige Abenteuer hinter sich hat, auf berühmte Persönlichkeiten wie Captain Cook getroffen ist und regelmäßig seine Identität geändert hat, konnte er sie bisher nicht wiederfinden und blieb einsam. Wird es ihm in seinem aktuellen Umfeld gelingen? Derzeit hält er sich wieder in London auf, wo er als Geschichtslehrer arbeitet. Und dabei macht er die Bekanntschaft von Camille, einer Französischlehrerin, die in seinem Leben alles verändert…„Wie man die Zeit anhält“ ist ein unterhaltsamer, außergewöhnlicher Roman von Matt Haig. Meine Meinung: Der Roman besteht aus fünf Teilen, die wiederum mehrere Kapitel beinhalten. Die Handlung wechselt zwischen dem Geschehen in der Gegenwart und den Erlebnissen in den unterschiedlichen Jahrhunderten und Epochen. Die Übergänge sind recht fließend und trotz der schnellen Wechsel einfach nachzuverfolgen. Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Tom. Der Aufbau des Romans hat mir sehr gut gefallen.Der Schreibstil ist nicht nur angenehm und flüssig, sondern auch lebhaft. Die Beschreibungen sind nicht übermäßig detailliert, aber anschaulich. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht.Mit Tom steht eine interessante Persönlichkeit im Vordergrund, die ich nach einigen Kapiteln sympathisch fand. Seine Gedanken und Gefühle werden gut deutlich und sind nachvollziehbar. Andere Charaktere bleiben dagegen etwas blass. Ein Pluspunkt des Romans ist die Verknüpfung von Historie und Gegenwart mit Fantasieelementen. Die kreative Grundidee der Geschichte wird überzeugend umgesetzt. Die Erklärungen sind schlüssig, der Ablauf logisch. Die Handlung bietet einige Überraschungen. Dabei ist der Roman ebenso spannend wie tiefgründig. Er regt zum Nachdenken an. Die Frage nach dem Sinn des Lebens, Toms Einsamkeit, seine Trauer angesichts der Menschen, die er verloren hat, und einige andere Themen bieten interessante Denkimpulse. Zudem konnte mich die Geschichte emotional berühren, denn wie ein roter Faden zieht sich die Liebe durch den Roman.Das deutsche Cover ist ansprechend gestaltet und thematisch passend. Schön finde ich auch, dass sich der deutsche Titel so nah am Original („How To Stop Time“) orientiert.Mein Fazit:„Wie man die Zeit anhält“ von Matt Haig ist ein kurzweiliger, fantasievoller Roman, der für schöne Lesestunden sorgt. Eine lesenswerte Geschichte, die ich absolut empfehlen kann.

dreamer am 14.07.2018 21:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Das Leben von Tom Hazard

Wie geht man mit dem Wissen um, dass man selbst eine wirklich große Lebensspanne vor sich hat, während die Menschen, die einem ans Herz wachsen oder die man einfach nur kennenlernt im Vergleich dazu kurze Leben führen werden? Geht man Bindungen ein, wenn man weiß, dass das eigene Leben viel länger sein wird als das der Freunde und Partnerinnen? Und wie gefährlich ist es für Menschen, die aufgrund einer Veranlagung einfach viel, viel langsamer altern als andere Menschen? Das sind einige der Fragen, mit denen sich „Wie man die Zeit anhält“ von Matt Haig beschäftigt. Als Leser begleitet man Tom Hazard durch sein Leben, das im Jahr 1581 begonnen hat. Tom erzählt seine Geschichte selbst. Dabei erfährt man viel über die traumatischen Erlebnisse, die ihn geformt haben. In seiner „aktuellen“ Rolle als Geschichtslehrer kann er aufgrund seiner großen Lebenserfahrung tatsächlich aus erster Hand über bestimmte Ereignisse berichten. Aber er muss auch ständig auf der Hut sein, nicht zu viel von sich preis zu geben und zu verraten, wie alt er wirklich ist. Das hat zur Folge, dass Tom eigentlich ziemlich einsam ist. Ich fand das Buch spannend und emotional berührend. Man sollte meinen, dass einen die Aussicht auf ein nahezu endlos erscheinendes Leben das pure Glück ist. Doch Tom hadert zum Teil mehr mit seiner Gabe. An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten, nur so viel, das Leben war auch für Tom nicht einfach. Interessant sind einige seiner Begegnungen mit historisch bedeutenden Personen . Geschichte wird durch Tom's Erzählungen aus „erster Hand“ tatsächlich lebendig. „Wie man die Zeit anhält“ ist ein wunderschönes Buch, das zum Teil nachdenklich stimmt und ein bisschen philosophisch angehaucht ist und dass ich mit vollen fünf Sternen bewerte.

glücksklee am 14.07.2018 21:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Wundervoll

Wenn man sich den Klappentext durchliest, mein man, dass es sich bei „Wie man die Zeit anhält“ um eine romantische Liebesgeschichte. Dabei ist das Buch so viel mehr. Und das meine ich absolut positiv – ja, die Liebe spielt eine zentrale Rolle in dem neuesten Werk von Matt Haig, aber auch, wie Tom Hazard damit umgeht, ein so viel längeres Leben zu führen als die meisten anderen Menschen, die ihm auf seinem Weg durch sein langes, langes Leben bisher begegnet sind. Eine zentrale Frage, die Tom durch seine Überlegungen, Verhaltensweisen und zum Teil offene Verzweiflung in den Raum stellt, ist die, ob es sich bei seiner besonderen Veranlagung um einen Segen oder einen Fluch handelt. Aus der Perspektive des Ich-Erzählers Tom beleuchtet Matt Haig diese Thematik sehr schön. Zudem spielt die Handlung nicht ausschließlich in der heutigen Gegenwart. Toms Erlebnisse der letzten Jahrhunderte werden durch Kapitel, die in der Vergangenheit spielen, werden einem dadurch wirklich gezeigt. Ich fand das großartig gemacht und das Buch hätte mir wahrscheinlich weniger gut gefallen, wenn nur hin und wieder eine Anspielung auf vergangene Erlebnisse vorgekommen wäre. Die Geschichte liest sich flüssig und der Autor schafft es unglaublich schnell, dass einem das Schicksal von Tom am Herzen liegt und man seine emotionale Achterbahnfahrt wirklich miterlebt. Dabei driftet Matt Haig meiner Meinung nach nie ins Kitschige ab, was für mich sehr wichtig ist. Für mich ist „Wie man die Zeit anhält“ bisher definitiv eines meiner Highlights im Lesejahr 2018 und ich kann es definitiv weiterempfehlen. Von mir erhält das Buch daher auch 5 von 5 Sternen.

fraupfeffertopf am 14.07.2018 13:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Die Nachteile eines fast ewigen Lebens

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Tom Hazard, der wie 41 Jahre alt aussieht, jedoch wegen eines seltenen Leidens seit Jahrhunderten lebt. So kommt er auf ein stolzes Alter von 439 Jahren. Die Krankheit, genannt Anagerie, führt zu einem sehr langsamen Alterungsprozess. Menschen wie Tom werden von der Albatros Gesellschaft geschützt, die sie mit neuen Identitäten ausstatten, um nicht von "Eintagsfliegen", wie uns, entdeckt zu werden. Das Einzige, woran sich Tom halten muss, ist, sich nicht zu verlieben. Doch Tom hat nach so vielen Erlebnissen über Jahrhunderte hinweg von Shakespeares Aufführungen über die Erkundungen der hohen See Capt. Cooks bis hin zu Cocktailabenden mit Fitzgerald und seiner Frau Zelda Sehnsucht nach etwas in seinem Leben.Die historischen Abschnitte des Romans beleben die Sinne so sehr, dass man sich mitten im Geschehen fühlt. Tom nimmt uns mit auf seine Lebensreise von 1599 bis zum heutigen 21. Jahrhundert und erweckt Historie auf eine Art und Weise zum Leben, die ich noch nie in einem Roman erlebt habe und die sehr viel Begeisterung beim Lesen auslöst.Die Beziehungen, die er sein ganzes Leben lang pflegt, geben dem Buch eine wirklich emotionale Note und lassen die Traurigkeit Toms und das Leben, das er zu leben gezwungen ist, nachempfinden. Während des Lesens wird man sich seiner eigenen Menschlichkeit bewusst und Toms Geschichte zeigt die Nachteile eines fast ewigen Lebens: Das Gefühl im Leben nicht richtig "ankommen" zu können, die Vermeidung von Beziehungen und zusehen müssen, wie jeder um einem herum stirbt, während man selbst kaum altert - ein trauriger Gedanke.Wie man die Zeit anhält ist eine Geschichte über die Liebe, jedoch mit einem Unterschied. Es ist eine bittersüße Zeitreise, bei der es darum geht, sich selbst zu finden und zu entdecken, wer man ist - auch wenn es Jahrhunderte dauert. So ist ein Teil von Toms Entwicklung, zu lernen, wie man Glück und etwas für das eigene Leben lebenswertes findet. Es ist eine Geschichte über die Gewissheit der Veränderung und über die Gefahren der Liebe, über die Liebe zu einem Kind und die Liebe zu einer anderen Person. Es geht darum, wie Liebe dich verändern - und zugleich retten kann.Die mit Sensibilität und Mitgefühl erzählte und stets von einem Hauch Melancholie umgebende Geschichte, ist herzzerreißend und ich empfand eine tiefe Sympathie für Tom und sein Leben. Äußerst gespannt bin ich bereits auf die Verfilmung des Buchs, in der Benedict Cumberbatch die Rolle des Protagonisten übernehmen wird.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

WDR 4
Ein wunderschönes, magisches Buch, das direkt ins Herz zielt.

Cathrin Brackmann, 03.07.2018

Kronen Zeitung
Perfektes Buch für den Urlaub, in dem Zeit keine Rolle spielt.

15.06.2018

Brigitte
Dank Haigs warmherziger Weltsicht und der netten Liebesgeschichte ein gelungener Zeitvertreib.

Angela Wittmann, 06.06.2018

Gala
Matt Haigs Roman ist ungewöhnlich, spannend, fantasievoll und in England ein Bestseller.

09.05.2018

Fantasia 723e
›Wie man die Zeit anhält‹ ist romantisch, dramatisch, sentimental

Gustav Gaisbauer

Andromeda Nachrichten
Absolut lesenswert!

Karl Aulbach

geek.whisper.de
Ein magischer, brillant erzählter, bisweilen tragischer und faszinierender Roman zum Nachdenken und ...Verlieben. mehr weniger

bn Bibliotheksnachrichten (Salzburg)
Ein philosophisches Buch mit Tiefgang, Humor, Spannung und einem zutiefst menschlichen Protagonisten..., dem man viele LeserInnen wünscht. mehr weniger

Anita Ruckerbauer

Fantasia 851e
Absolut lesenswert!

Wochenzeitung (Ermstal & Uracher Alb)
Ein wunderbares, pantasievolles Buch.

30.09.2021

Wochenblatt Lichtenfels
›Wie man die Zeit anhält‹ ist ein berührender Roman über die Liebe und Zeit.

20.11.2019

bonn.fm
›Wie man die Zeit anhält‹ ist eine inspirierende Geschichte, die Philosophie und Dramatik gekonnt mi...teinander verbindet. mehr weniger

Elena Meyer-Thamer, 23.10.2019

Ostfriesen-Zeitung
Haigs Roman wirft ein fast philosophisches Licht auf die Zeit und auf das, was sie mit den Menschen ...macht. mehr weniger

27.07.2018

Meine Woche Hartberg
Matt Haigs ›Wie man die Zeit anhält‹ ist berückend brillantes Erwachsenen-Romantasy.

11.07.2018

Siegener Zeitung
Matt Haigs Roman wirft leichtfüßig kluge Fragen auf.

04.07.2018

Meine Woche Kärnten
Matt Haigs ›Wie man die Zeit anhält‹ ist berückend brillantes Erwachsenen-Romantasy.

20.06.2018

Neue Presse
Dem Buch liegt ein schönes Gedankenspiel zugrunde.

14.06.2018

Kieler Nachrichten
Matt Haig nimmt die Leser mit auf eine ganz spezielle Reise, an die man immer gern zurückdenkt.

01.06.2018

Odenwälder Lokalblick
Ein kluges, warmherziges und doch so spannendes Buch.

23.05.2018

Buchjournal extra
Ein unglaubliches Buch, dessen überbordender Fantasie und erzählerischem Sog man sich kaum entziehen... kann. mehr weniger

Martina Propson-Hauck, 01.04.2018