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Drei Frauen auf einem Hof – im Kampf um Selbstbestimmung, Anerkennung und Freiheit

Wildtriebe

Drei Frauen auf einem Hof - auf der Suche nach Selbstbestimmung, Anerkennung und Freiheit

Alle alten Höfe hatten einen Namen. Er ging auf die Vorfahren zurück, auf deren Namen, Berufe oder EIgenschaften. Der Hausname war wichtiger als der amtliche Nachname. Denn er gab allen Auskunft darüber, wer man war. Aber viel mehr noch sagte er einem, wie man zu sein hatte.

Ute Manks faszinierender Debütroman – jetzt im Taschenbuch

Für die alte Großbäuerin Lisbeth gibt es nichts Wichtigeres als den Hof, sein Erhalt ist ihr Lebenssinn. Nie hat sie die damit verbundenen Pflichten hinterfragt. Doch mit Schwiegertochter Marlies kommt eine neue Frau ins Haus, die keineswegs klaglos und ohne eigene Wünsche das Leben einer Bäuerin führen will. Das Kaufhaus in der nächsten Stadt wird für Marlies zum Sehnsuchtsort im Wirtschaftswunderdeutschland, arbeiten möchte sie dort, einen Jagd- und Traktorführerschein machen, das Leben soll doch mehr zu bieten haben. Die beiden Frauen tragen fortan stille Kämpfe aus, um Haushaltsführung, um Kindererziehung. Doch eigentlich werden viel größere Dinge verhandelt: Lebensmodelle, Vorstellungen vom Frausein, vom Muttersein. Und doch ist da ein verbindendes Element: Marlies’ Tochter Joanna, die ihren ganz eigenen Weg geht und nach dem Abitur nach Uganda aufbricht …

Ein großer Familien- und Frauenroman zwischen Tradition und Fortschritt

»Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Ute Mank in ihrem beeindruckenden Debüt ›Wildtriebe‹ die Frauen aus drei Generationen mit ihren Ecken und Kanten, ihren Geheimnissen und Lieben.« Gala

»Ein sehr besonderer Generationenroman, der berührt und in dessen Figuren man sich ganz wunderbar verlieren kann.« Delmenhorster Kreisblatt

Bibliografische Daten

EUR 9,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-43933-6
Erscheinungsdatum: 23.07.2021
2. Auflage
288 Seiten
Sprache: Deutsch
Autor*innenporträt

Ute Mank

Ute Mank wurde in Marburg geboren. Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Töchtern, lernte einen Gesundheitsberuf, studierte Erziehungswissenschaften und promovierte später nebenberuflich. Ihr erster Roman ›Wildtriebe‹ erschien 2021 und war für den Klaus-Michael-Kühne-Preis nominiert. Sie lebt mit ihrer Familie in Hessen.

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122 von 122 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.53 von 5 Sternen


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10 - 10 von 122 Leserstimme

waschbaerprinzessin am 11.07.2021 13:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ein ungeschöntes Porträt des Landlebens aus weiblicher Perspektive

Das Cover mag mit seinen rosafarbenen Blüten leicht kitschig wirken, doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen, denn in Ute Manks Roman „Wildtriebe“ herrscht alles andere als Bauernhofromantik. Das Leben auf dem Bethches-Hof folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten und die Frauen im hessischen Hausen folgen dem seit Jahrzehnten für sie vorgegebenen Weg. Doch als Marlies den Hoferben Konrad heiratet, ist sie sich alles andere als sicher, ob dies auch ihr Weg ist. Als sie schließlich selbst eine Tochter bekommt, möchte sie, dass diese die Freiheit hat, ihren eigenen Weg zu wählen, auch wenn sie schmerzhaft erfahren muss, dass dieser Weg von ihr wegführt. Mit ihrer Unangepasstheit sorgen sowohl Mutter als auch Tochter im Dorf für so manches Getuschel über die Bethches-Frauen. Als jemand, der selbst auf einem alten Bauernhof in einem hessischen Dorf großgeworden ist, haben mir bereits die ersten Sätze großes Wiedererkennungspotenzial geboten. „Wildtriebe“ hat bei mir unglaublich viele Erinnerungen an Traditionen und die Gegebenheiten in meinem Heimatort sowie an Erzählungen der Frauen aus den Generationen vor mir wachgerufen, was die Lektüre für mich umso packender gemacht hat. Ute Mank trifft mit ihren Beschreibungen des Lebens auf dem Dorf und insbesondere in alten Bauernfamilien den Nagel auf den Kopf. Im Fokus des Buchs stehen die drei Frauen des Hofs sowie die weiteren weiblichen Figuren. Obwohl sie unter dem Druck gesellschaftlicher Erwartungen stehen, hat man das Gefühl, dass sie es sind, die im Dorf und in den Familien den Ton angeben, während alle männlichen Figuren in diesem Roman die meiste Zeit stumm ihrer Arbeit nachgehen. Mank schafft es, dass man sowohl Lisbeth als auch Marlies verstehen kann und mit ihnen mitfühlt, obwohl sie solch widersprüchliche Ansichten haben und einander – meist nicht einmal mit Absicht – das Leben schwer machen. Man lernt die beiden beim Lesen mit all ihren Träumen, Lebensvorstellungen, Ängsten und Selbstzweifeln kennen. Schade ist allerdings, dass man Joanna nur mit den Augen der Mutter und der Großmutter betrachtet und die Autorin nicht auch aus Joannas Sicht schreibt. So kommen in diesem Roman, in dem es um drei so verschiedene Generationen geht, leider nur die zwei älteren Generationen wirklich zu Wort.„Wildtriebe“ von Ute Mank ist ein wirklich schöner Roman, der sich gut lesen lässt und sowohl die Realität des Landlebens als auch die Rolle der Frau in der Gesellschaft im Wandel der Zeit porträtiert und zeigt, dass Freiheit und Glück für jede der drei Protagonistinnen ein wenig anders aussehen.

cama58 am 10.07.2021 23:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Stimmt nachdenklich

Es geht in dem Buch über die unterschiedlichen Lebensauffassungen von drei Generationen auf einem hessischen Bauernhof. Der Hof wurde immer der nachfolgenden Generation vererbt. Aber die Zeiten ändern sich und die Schwiegertochter hat andere Vorstellungen von einem erfüllten Leben. Ich finde, dass die Charakteren der Frauen sehr gut dargestellt wurden. Wenn die Vergangenheit der Bäuerin Liesbeth beleuchtet wurde, konnte man ihre Einstellung zum Leben auf dem Hof verstehen. Marlies war nie richtig glücklich auf dem Hof und erst ihre erwachsene Tochter gibt ihr den entscheidenden Hinweis. Der Titel und das Buchcover sind auch treffend ausgewählt und der Schreibstil hat mir gefallen, Es war mir eine Freude, das Buch zu lesen.Das Buch regt zum Nachdenken über den eigentlichen Sinn des Lebens an. Es ist in erster Linie ein Roman für Frauen.

maulwurf123 am 10.07.2021 12:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Generationen-Roman

"Wildtriebe" wurde von Ute Mank geschrieben. Es handelt sich hierbei um das Romandebüt der Autorin, welches bereits beim Betrachten des blumig aufbereiteten, interessant gestalteten Covers auf sich aufmerksam macht.Das insgesamt 288 Seiten umfassende Hardcover spielt auf einem Bauernhof, dem Bethches-Hof, und handelt von drei verschiedenen Generationen von Frauen. Zum Einen gibt es da die alte Großbäuerin Lisbeth, deren höchstes Anliegen und Lebenssinn der Erhalt des Hofes mit all seiner Landwirtschaft und den Tieren ist. Mit der Schwiegertochter Marlies kommt eine neue Frau ins Haus, die keineswegs klaglos das Leben einer Bäuerin führen will. Fortan tragen die beiden ungleichen Frauen stille Kämpfe aus. Zunächst nur um die Haushaltsführung, später schließlich auch bei der Kindererziehung durch die Geburt von Tochter bzw. Enkelin Joanna. Mit ihr kommt die dritte Generation auf den Hof, welche ihre ganz eigenen Vorstellungen hat...Eine in leisen, aber eindringlichen Tönen erzählte Geschichte. Von Anfang an packt diese den Leser, so dass die Seiten nur so dahinfliegen. Die Figuren werden authentisch beschrieben und geschildert. Man kann sich sehr gut in die jeweilige Generation, in das jeweilige Handeln und Denken hineinversetzen. Verschiedene Lebensmodelle, Vorstellungen vom Frau-, ja vom Muttersein werden thematisiert. Der Konflikt zwischen den Generationen und deren stillen Kämpfe werden eher im Verborgenen zwischen den einzelnen Charakteren ausgetragen. Dadurch wirken sie beim Leser noch nachdrücklicher und lassen diesen auch nach der Lektüre des Romans nicht mehr los. Definitiv eine ganz klare Leseempfehlung mit fünf Sternen.

obilot am 10.07.2021 10:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Zwei eigenwillige Frauen

Marlies heiratet in eine Bauernfamilie ein. Dort hat Lisbeth, die Mutter des Ehegatten das Sagen. Mit ihren unterschiedlichen Ansichten treffen Welten aufeinander. Die Konflikte zwischen den beiden Frauen werden jedoch im Stillen ausgetragen. Während Lisbeth ihr konservatives Rollenbild einer Frau zu erfüllen versucht, ist Marlies viel emanzipierter, probiert sich aus und begnügt sich nicht mit dem für Frauen vorherbestimmten Schicksal. So geht sie – mit Erlaubnis ihres Mannes – weiter arbeiten, lernt jagen und Traktor fahren. Das erregt Aufsehen, nicht nur bei Lisbeth, sondern auch bei den übrigen Dorfbewohnern. Doch auch Lisbeths Leben verlief nicht immer nach den vorherbestimmten Bahnen die der Gesellschaftsordnung vorschwebten. So übernahm sie als einige Nachfahrin den elterlichen Hof, was normalerweise nur männlichen Nachkommen vorbehalten ist. Marlies gegenüber bringt sie nicht nur Abneigung entgegen, sondern auch immer mehr Bewunderung, die sie sich selbst jedoch nicht so recht einzustehen will. So wird aus der anfänglichen Ablehnung der Schwiegertochter immer mehr Neid. Schließlich tritt Joanna, die Enkelin Lisbeths und Tochter Marlies in das Leben der Familie, die deren Konventionen noch einmal umkrempelt. Weltoffen reist sie schließlich sogar nach Afrika um dort auf einer Farm zu arbeiten, wo sie doch auch auf dem familieneigenen Hof bleiben könnte. Aufs Neue scheinen die Ansichten unterschiedlicher Generationen aufeinanderzutreffen. Obwohl die Konflikte auf jeder Seite deutlich zu spüren sind, werden diese jedoch nicht auf offener Bühne sondern eher subtil vermittelt. Es gibt keine lauten Streitereien. Marlies weis sich durchzusetzten, mit Beharrlichkeit. Über viele Jahre schafft sie es sich Anerkennung zu verschaffen und den Blick der alten Generation zu weiten. Sichtweisen werden überdacht, Handlungsweisen ändern sich. Somit beschreibt die Autorin einen Prozess den wir alle so oder so ähnlich selbst kennen. Das Cover im Landhausstil passt zu der bäuerlichen Umgebung des Romans auch der Titel ist sehr passend und dabei kreativ. Insgesamt ein leises, jedoch eindringliches und dennoch kurzweiliges Buch.

desaluma am 09.07.2021 21:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Wunderschön von außen wie von innen

Das Cover ist unheimlich passend und schön gewählt, ein richtiges Schmuckstück! Drei Frauen leben auf einem Hof zusammen und drei Welten prellen auf einander. Ich fand es sehr flüssig und schön geschrieben und war schnell von der Geschichte ergriffen und fand schnell rein. Sowohl die Sicht von Lisbeth, von Marlies als auch von Joanna haben mich allesamt bewegt und ich hatte Verständnis für alle drei, so unterschiedlich sie auch sind. Lisbeth stammt aus einer Zeit, aus der klar hervorging, wo ihr Platz ist und welche Aufgaben ihr zugeschrieben sind und macht dieses auch mit stolz und ist zufrieden. Marlies dagegen ist nicht immer glücklich und versucht aus dem Leben auszubrechen, anders zu sein. Was ihr nur mäßig gelingt. Joanna ist wild und ein Freigeist und seit kleinauf hat sie ihren eigenen Kopf. Ein sehr gelungener Roman und sehr zu empfehlen.

poisonalice am 09.07.2021 20:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Generationen

Nachdem ich die Ankündigung für den vorliegenden Roman gelesen habe, ist mir sogleich das wunderschöne Buchcover aufgefallen. Als ich das Buch endlich in den Händen halten durfte, bin ich noch viel begeisterter als zuvor. Die Farben die leicht raue und erhabene Haptik des Covers ist toll und sehr hochwertig!Aber auch der Inhalt hat mich voll und ganz überzeugt. Der Roman ist ein großartiges Portrait dreier Frauen einer Familie, welche sich den Herausforderungen ihrer jeweiligen Generation stellen (müssen). Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Lisbeth und ihrer Schwiegertochter Marlies erzählt. Die beiden Figuren sind sehr authentisch und überzeugend dargestellt. Die Konflikte der drei Generationen im Miteinander waren sehr einfühlsam und absolut überzeugend beschrieben.Der Erzählstil der Autorin ist gefühlvoll zurückhaltend, wirkt aber manchmal auch kühl distanziert, was aber sehr gut zum Thema passt. Ich fand das Buch rundum absolut stimmig und sehr gut recherchiert. Ein großes Lob an die Autorin!Mich persönlich hat das Buch sehr berührt und beschäftigt. Das ist kein Buch was man nebenbei lesen sollte. Ich habe mich in das Leben von Lisbeth und Marlies hineinziehen lassen und wunderbare Lesestunden verbracht. Zuweilen hatte ich das Gefühl, ist sitze mit einer der beiden am Küchentisch, trinke Kaffee und höre mir ihre Lebensgeschichten an.Mein Fazit, dieses Buch sollte man unbedingt lesen. Es ist ein sehr schönes Portrait, starker Frauen, welche sich dem Leben mit all seinen Herausforderungen und Erwartungen stellen. Und, ja es ist auch ein Buch welches von Emanzipation und Selbstverwirklichung handelt.

lieschenliest am 09.07.2021 14:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

3 Generationen 3 Frauen 3 Lebenswege

Ute Mank hat einen wunderbar tiefgründigen Roman über das Zusammenleben von 3 Generationen geschaffen. Schon beim Anblick des Romans war ich verzückt, ich mag diese blumigen Cover sehr gerne und dann fühlte sich die Schrift auch noch rau und gleichzeitig samtig an, da passte für mich schon alles zusammen.Aber so blumig, wie das Cover , ist der Roman dann doch nicht. Ute Mank beschreibt eher nüchtern das Leben der 3 Bethchens Frauen und wie sie über die Jahre versuchen, sich zusammen zu raufen. Da ist Lisbeth, die nach dem Krieg den elterlichen Hif übernehmen muss und Lisbeth tut, was Frau eben tun muss. Der Erhalt des Hofes wird ihr Lebensinhalt und hat höchste Priorität.Dann verleibt sich Marlies in den einzigen Sohn der Bethches und zieht nach der Heirat auf den Hof, vorübergehend in zwei Zimmer, später wollen sie umbauen und einen abgeschlossene Wohnung daraus machen. Marlies kommt aus einer Arbeiterfamilie und kennt sich nicht aus in der Landwirtschaft. Und eigentlich will sie das auch gar nicht, da sie sich in ihrem Job als Verkäuferin sehr wohl fühlt. Zudem sind die 70iger und die Frauen fangen an, für sich und ihre Bedürfnisse und ihre Eigenständigkeit einzustehen. Dieser Wandel bringt viel Unruhe auf den Hof, aber als dann Joanna geboren wird, da scheint die Ordnung wieder hergestellt zu sein. Marlies erzieht ihre Tochter zur eigenständigen Frau und legt grossem Wert auf die Bildung, Lisbeth sieht in Joanna die Erbin und Bäuerin, die sie einst war. Aber Joanna hat ganz eigene Lebensziele und geht ihren eigenen Weg... In diesem Roman spiegelt sich die Entwicklung der Gesellschaft, der Landwirtschaft und der bürgerlichen Konventionen der letzten 70 bis 80 Jahre wieder. Die Konflikte werden gut beschrieben, die Charaktere sind im Vorfeld ausführlich gezeichnet worden, oftmals weiss man schon vorher, was die ein oder andere Protagonist denken wird. Gesprochen wird über alltägliches , seinen wahren Bedürfnisse und Gefühle behält jede für sich. Somit sind viele Enttäuschungen und Verletztungen vorprogrammiert. Für mich ist es ein sehr berührendes Buch über bürgerliche Kategorien, unerfüllte Wünsche und geplatzte Träume. Und nebenbei wird der Wandel der Landwirtschaft und das Höfesterben noch thematisiert. Eine ganz normale Familiengeschichte, wie es sie bestimmt sehr oft gibt. Aber sehr lesenswert.

bavaria123 am 09.07.2021 14:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Vom Hufeisen in Hausen

Aufmerksam auf dieses Buch bin ich durch das wunderschöne Cover geworden. Drei große Blüten auf grauem Untergrund, nicht kitschig aber auffällig.Die Inhaltsangabe machte mich dann so richtig neugierig, immerhin komme ich auch vom Dorf und von einem ehemaligen Hof, wenn auch in Niedersachsen.Der Bethchen-Hof, um den es im Buch geht, ist in Hufeisenform im Dorf Hausen in Hessen gelegen. Die Geschichte erzählt vorwiegend von den drei Frauen, die aus drei nachfolgenden Generationen stammen und entsprechend unterschiedlich sind.Lisbeth, die alte Großbäuerin, die immer Tracht trägt. Ihre Schwiegertochter Marlies, die nicht unbedingt Bäuerin werden möchte sondern wieder zumindest halbtags in einem Geschäft in Lahnfels. Joanna, die Tochter von Marlies, verlässt zu Beginn des Buches den Hof um ein Jahr in Afrika, genauer in Uganda zu verbringen. Drei Frauen also, die auseinandergehende Vorstellungen vom Leben haben. Ganz schnell wurde ich in diese Geschichte hinein gezogen. Ute Mank erzählt sie aus den Sichtweisen der Frauen. Das macht sie sehr ruhig, aber mit viel Gefühl und ausgesprochen bildhaft. Der Schreibstil ist flüssig und nah am Leser. Vordergründig geht es um die drei Frauen und ihre ungleichen Vorstellungen vom Frausein, von Familie, von den Lebensmodellen. Hintergründig geht es aber um sehr viel mehr. Da sind die vielen unausgesprochenen Dinge, sei es Kritik, seien es Erklärungen, seien es Gefühle. Diese beiden Ebenen sind empfindsam mit einander verwoben, was mir sehr gefällt.Ich konnte mich in alle drei Frauen hinein versetzen. In Lisbeth habe ich sicher meine Großmutter wieder erkannt. In Joanna ein wenig mich selbst. Und Marlies vertritt die Generation der Frauen des Wirtschaftswunders. Wie gut, dass sich seitdem viel in der Gleichberechtigung für die Frau getan hat. Marlies musste sich ja beispielsweise noch die Erlaubnis ihres Mannes geben lassen, um arbeiten zu können. Ja, auch die Männer kommen in diesem Buch vor. Sie spielen aber nicht die Hauptrollen. Den Schluss habe ich mir etwas anders vorgestellt und so ganz habe ich es auch nicht nachvollziehen können, aber es war mir auch nicht gänzlich unverständlich.Alles in allem war das Buch für mich ein wirkliches Lesehighlight in diesem Jahr. Ein gelungenes Debüt für die Autorin Ute Mank.Ich empfehle "Wildtriebe" gerne mit allen 5 Sternen.

erul am 09.07.2021 13:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Generationenkonflikt

Das Cover mit den Blumen hat mir sehr gut gefallen, passt wunderbar zu dem Roman.Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, spannend und feinfühlig. In dem Roman geht es insbesondere um zwei Frauen - um einen Generationenkonflikt, der hier sehr eindrücklich geschildert wird. Auch die Personen und ihre eigenwilligen Charaktere werden gut und intensiv beschrieben.Lisbeth wurde zur Erbin des Bethches-Hofes, der einer der größten in Hausen war, mitten in Hessen. Die Ehe mit ihrem Mann Karl blieb jedoch kinderlos. Als die Cousine von Lisbeth bei der Geburt stirbt, haben Lisbeth und Karl das Baby Konrad an Kindesstatt angenommen.Marlies hat Konrad, den Sohn und künftigen Erben des Hofes geheiratet. Karl mochte Marlies sofort. Doch zwischen Lisbeth und der Schwiegertochter Marlies gibt es von Beginn an Unstimmigkeiten und Konflikte, ob in der Hausarbeit oder später in der Kindererziehung. Die Geschichten werden mal aus der Sicht von Lisbeth, mal aus der von Marlies erzählt. Gesprochen haben die beiden so gut wie nie über ihre Konflikte - Sprachlosigkeit, Pflichterfüllung, Kampf und Selbstbestimmung.Das Buch hat mich gefesselt - eine sehr sensible, einfühlsame Geschichte, regt zum Nachdenken an. Absolut empfehlenswert!

königstiger am 08.07.2021 21:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Bewegende Geschichte dreier Frauen

"Wildtriebe" von Ute Mank erzählt von dem Leben dreier Frauen in drei Generationen. Das Cover ist treffend gewählt. Es zeigt drei völlig unterschiedliche Blumen, die die Protagonistinnen der Geschichte verkörpern können. Diese haben unterschiedliche Herangehensweisen an das Leben, seien es eine konservativ und traditionell geprägte Ansicht, der Wunsch nach "mehr" als nur dem Landleben als Bäuerin oder das Beschreiten eines völlig eigenen Weges. Über all dem schweben dementsprechend die Themen "klassische gesellschaftliche Rollen und Emanzipation" sowie "Generationenkonflikt". Durch teils abgebrochene (und dennoch gut leserliche) Sätze wird zugleich dem Thema der mangelhaften Kommunikation, welches wenig ausgeprägtes Verständnis zwischen den Frauen befördert, ein literarischer Ausdruck verliehen. Ich würde das Buch nicht als "spannend" oder "fesselnd" beschreiben. Dies ist aber angesichts der Thematik vielleicht auch nicht seine Aufgabe. Vielmehr versetzt es den Leser oder die Leserin in eine ruhige, vielleicht zeitweise sogar etwas trübe Stimmung und kann zum Nachdenken und Reflektieren über die eigene Herangehensweise an Konflikte sowie den eigenen Lebensweg und Umgang mit Familienmitgliedern anregen.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

HÖRZU
Tradition, Rebellion, Rückbesinnung: An Bäuerin Lisbeth, Schwiegertocher Marlies und Enkelin Joanna ...zeigt Mank in ihrem Debüt den Wandel von Lebensentwürfen und Frauenbildern. Mitreißend. mehr weniger

06.09.2021

Stern
Ute Mank weiß aus eigenem Erleben, wie sehr ›Wildtriebe‹ auf einem hessischen Dorf beäugt werden – u...nd widmet ihr einfühlsames Debüt einem Drei-Frauen-Haus, in dem fast geräuschlos Fragen von Emanzipation verhandelt werden. mehr weniger

22.07.2021

Gala
Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Ute Mank in ihrem beeindruckenden Debüt ›Wildtriebe‹ die F...rauen aus drei Generationen mit ihren Ecken und Kanten, ihren Geheimnissen und Lieben. mehr weniger

22.07.2021

Brigitte wir
Ute Mank beschreibt das Leben auf einem hessischen Bauernhof mit kenntnisreichem Blick.

Meike Schnitzler, 01.07.2021

buch aktuell/erlesen
›Wildtriebe‹ ist ein starker Roman über die Sehnsucht nach Freiheit und Anerkennung, über Mut und sp...äte Erkenntnisse. mehr weniger

Weser Report
Ein sehr besonderer Generationenroman, der berührt und in dessen Figuren man sich ganz wunderbar ver...lieren kann. mehr weniger

Jaqueline Lenz, 08.12.2021

Buch aktuell
Ein bemerkenswertes Romandebüt!

11.11.2021

instagram.com/sonjas_buecherecke
Eine tolle Lektüre – ein Lesevergnügen der Extraklasse.

Sonja Werkowski, 12.10.2021

Passauer Neue Presse
Ein sehr lesenswertes Generationen-Porträt!

Carolin Federl, 08.09.2021

denglers-buchkritik.de
Ute Mank macht aus dem „einfachen“ Leben auf einem Bauernhof eine absolut ansprechende literarische ...Geschichte! mehr weniger

Alex Dengler, 30.08.2021

Mainhattan Kurier
Ein leiser, gerade deshalb so emotionaler Generationenroman, der den Titel zu Recht trägt. Lesen!

24.08.2021

borntotravelforcedtowork.de
Drinnen schön, draußen schön, braucht jedes Haus, dieses Buch!

Ulrike Katrin Peters, 15.08.2021

Delmenhorster Kreisblatt
Ein sehr besonderer Generationenroman, der berührt und in dessen Figuren man sich ganz wunderbar ver...lieren kann. mehr weniger

Jaqueline Lenz, 30.07.2021