Drei Frauen auf einem Hof – im Kampf um Selbstbestimmung, Anerkennung und Freiheit
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Wildtriebe
Drei Frauen auf einem Hof - auf der Suche nach Selbstbestimmung, Anerkennung und Freiheit
Alle alten Höfe hatten einen Namen. Er ging auf die Vorfahren zurück, auf deren Namen, Berufe oder EIgenschaften. Der Hausname war wichtiger als der amtliche Nachname. Denn er gab allen Auskunft darüber, wer man war. Aber viel mehr noch sagte er einem, wie man zu sein hatte.
Ute Manks faszinierender Debütroman – jetzt im Taschenbuch
Für die alte Großbäuerin Lisbeth gibt es nichts Wichtigeres als den Hof, sein Erhalt ist ihr Lebenssinn. Nie hat sie die damit verbundenen Pflichten hinterfragt. Doch mit Schwiegertochter Marlies kommt eine neue Frau ins Haus, die keineswegs klaglos und ohne eigene Wünsche das Leben einer Bäuerin führen will. Das Kaufhaus in der nächsten Stadt wird für Marlies zum Sehnsuchtsort im Wirtschaftswunderdeutschland, arbeiten möchte sie dort, einen Jagd- und Traktorführerschein machen, das Leben soll doch mehr zu bieten haben. Die beiden Frauen tragen fortan stille Kämpfe aus, um Haushaltsführung, um Kindererziehung. Doch eigentlich werden viel größere Dinge verhandelt: Lebensmodelle, Vorstellungen vom Frausein, vom Muttersein. Und doch ist da ein verbindendes Element: Marlies’ Tochter Joanna, die ihren ganz eigenen Weg geht und nach dem Abitur nach Uganda aufbricht …
Ein großer Familien- und Frauenroman zwischen Tradition und Fortschritt
»Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Ute Mank in ihrem beeindruckenden Debüt ›Wildtriebe‹ die Frauen aus drei Generationen mit ihren Ecken und Kanten, ihren Geheimnissen und Lieben.« Gala
»Ein sehr besonderer Generationenroman, der berührt und in dessen Figuren man sich ganz wunderbar verlieren kann.« Delmenhorster Kreisblatt
Bibliografische Daten
2. Auflage
Ute Mank
Ute Mank wurde in Marburg geboren. Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Töchtern, lernte einen Gesundheitsberuf, studierte Erziehungswissenschaften und promovierte später nebenberuflich. Ihr erster Roman ›Wildtriebe‹ erschien 2021 und war für den Klaus-Michael-Kühne-Preis nominiert. Sie lebt mit ihrer Familie in Hessen.
9 - 10 von 122 Leserstimme
Jeder, wie er mag
Im Buch geht es um Generationenübergreifendes Leben aus Sicht der Frauen vom Bethches-Hof. Wie auf jedem Hof wird das Leben von der Natur und seinen Jahreszeiten bestimmt. Dabei ist es jedoch nicht immer so wildromantisch, wie das Buchcover vermuten lässt. Lisbeth möchte ihren Hof in jedem Fall erhalten, ohne dabei die Pflichten zu hinterfragen, die damit verbunden sind. Als mit der Schwiegertochter Marlies eine neue Frau ins Haus kommt, lernt sie auch andere Sichtweisen auf die Arbeit, das Leben, das Muttersein und das Frausein kennen. Aber keine der beiden Frauen mag bezüglich der eigenen Ansichten nachgeben. Beide Frauen verbindet die Tochter resp. Enkelin Joanna. Reicht das für den Familienfrieden? Auch ein gewichtiges Geheimnis um den Hoferben Konrad und seinem wirklichen Platz in der Familie und seiner wahren Herkunft wurde bisher von Lisbeth beharrlich verschwiegen. Mutter und Tochter sind starke Persönlichkeiten, die dich nicht wie die anderen Frauen dem Leben des Hofes unauffällig anpassen. Spannende Familiengeschichte und sein Wandel, die kurzweilig geschrieben daherkommt. Toll war auch das einpflanzbare Buchzeichen ? zum Schluss finden alle drei Frauen die eigene Freiheit und Glück!
Drei Generationen zwischen Tradition und Wandel der Wertevorstellung
"Wildtriebe" ist das Romandebüt von Ute Mank aus dem dtv.Auf dem Bethcheshof leben drei Frauen-Generationen unter einem Dach: Altbäuerin Lisbeth, Schwiegertochter Marlies und Enkelin Joanna. Damit prallen ganz unterschiedliche Lebens- und Arbeitsvorstellungen aufeinander, die für Uneinigkeit und Zwist sorgen. Denn wer die Nachkriegszeit erlebt hat, stellt ganz andere Regeln an das Leben als jemand, der sich seine Lebenswelt frei aussuchen kann. Der Erhalt des Familienhofs ist Großmutter Lisbeths Lebenswerk, sie arbeitet und kämpft darum seit ihre Brüder im Krieg fielen. Und diesen Arbeitseinsatz erwartet sie auch von ihrer Schwiegertochter Marlies, Ehefrau von Sohn Konrad. Aber Marlies ist keine Bauerntochter und will sich nicht in diese Rolle drängen lassen, sie hat andere Lebensvorstellungen. Die Unstimmigkeiten sind vorprogrammiert und mit Enkelin Joanna driften die Lebensvorstellungen noch weiter auseinander. Ute Mank nimmt uns mit in eine alte Bauernfamilie und beschreibt Alltagsleben und gepflegte Traditionen im Dorf sehr eindrücklich. Sie lässt uns in die Gedankenwelt Lisbeths und Marlies eintauchen, sodaß man gut mitfühlen kann und ihre jeweiligen Ansichten und Wertevorstellungen versteht. Die gegensätzlichen Lebensgrundsätze sorgen für Unstimmigkeiten und das nagt an der Beziehung der beiden Frauen und macht ihr Zusammenleben nicht gerade harmonisch. Aus der Sicht der Mutter und Großmutter erfährt man einiges über Enkelin Joanna, doch leider nicht aus Joannas persönlichen Sicht. Schnell taucht man in die Träume, Sorgen und Lebenswünsche der Frauen ein und erkennt, welche grundlegenden Vorstellungen einen Generationenkonflikt heraufbeschwören. Marlies versucht, so gut es geht auf ihre Schwiegermutter einzugehen, doch sie kann es ihr nicht recht machen. Ihr steht nicht der Sinn nach Kinderkriegen und Haushalt, sie hat eigene Vorstellungen von Freiheit und von dem Wunsch nach einer Arbeit in der Stadt rückt sie nicht ab. Marktwirtschaftliche Veränderungen in der Landwirtschaft erfordern neue Maßnahmen in der Modernisierung des Hofes und Marlies Einkünfte als zusätzliche Einnahmequellen sind eine sichere Bank, doch das sieht Lisbeth ganz anders. Es fällt auf, dass die Männer des Hofes nur selten zu Wort kommen und dadurch auch recht blaß bleiben. Überhaupt scheint in dieser Familie die gemeinsame Kommunikation ein Problem zu sein, es wird geschwiegen, statt Gedanken und Vorschläge auszusprechen und Kompromisse zu finden. Als Joanna beschließt, den Hof zu verlassen um ein Jahr nach Afrika zu gehen, scheint das Familienleben vollends zu scheitern. Vielleicht lässt es die Bewohner auch aus ihren eingefahrenen Vorstellungen aufwachen, denn durch das engere Verhältnis zwischen Joanna und Lisbeth scheint sich am Ende eine Veränderung auf dem Hof anzubahnen. Wildtriebe ist ein gut geschriebener Roman, der viele Themen anschneidet. Er verdeutlicht die Generationenunterschiede und zeigt die Veränderungen in der Landwirtschaft auf. Doch an erster Stelle machen die Figuren mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen deutlich, wie sich die Rolle der Frau im Laufe der Zeit verändert hat und wie alte Gewohnheiten abgeworfen werden.
Generationenroman
Drei Frauen, drei unterschiedliche Lebenswelten.Die Autorin nimmt uns mit auf den Bethches-Hof, auf dem Lisbeth ein traditionell bäuerliches Leben führt. Sie kümmert sich um das Haus, den Hof, die Tiere und den Sohn und hat ganz bestimmte Vorstellungen davon, wie man den Haushalt führt. Als ihre Schwiegertochter Marlies ins Haus kommt, sind Konflikte vorprogrammiert. Marlies will arbeiten und sich nicht in vorgegebene Schemata pressen lassen. Ihre Rebellion ist subtil, sie begehrt im Kleinen auf und schafft es, für sich kleine Freiräume zu schaffen. Beispielsweise nennt sie ihre Tochter Joanna (ohne h), was auf Unverständnis stößt.Joanna nun gelingt es, aus den engen Grenzen auszubrechen. Sie macht das Abitur und geht nach Afrika, nach ihrer Rückkehr nimmt sie ein Studium auf. Lisbeth, Marlies und Joanna stehen für drei verschiedene Generationen und ihre jeweiligen Lebensmodelle. Trotzdem dies etwas schematisch wirken könnte, schafft es doch die Autorin, ihren Figuren Leben einzuhauchen und sie wirken auf mich absolut authentisch.Ich konnte mich sehr gut in ihnen wiederfinden, obwohl ich mich gefühlsmäßig am ehesten der Generation „Joanna“ zurechnen würde. Die klare, schnörkellose, aber doch sehr poetische und die Atmosphäre gut einfangende Sprache haben mich angesprochen und so habe ich das Buch gern und in einem Rutsch gelesen. Ohne zu be- oder verurteilen schildert uns die Autorin mit viel Lebensklugheit, Sympathie und Verständnis die Charaktere und die Lebenseinstellungen der Protagonistinnen. Kaum zu glauben, dass es ihr erster Roman ist. Eine klare Leseempfehlung für Leser*innen, denen es weniger auf äußere Action als auf innere Vorgänge und eine psychologisch stimmige Charakterzeichnung ankommt.
3 unterschiedliche Frauen auf einem Hof
Da ist der Autorin ein ganz ruhiges unaufgeregtes Buch über den Lebensalltag dreier Frauen aus 3 Generationen gelungen.Marlies heiratet Konrad, den Erben eines der angesehensten Höfe des Dorfes. Und auf diesem Hof hat Lisbeth, Konrads Mutter das Sagen, ihr Wort gilt und sie lebt und leitet den Haushalt und Hof, wie sie es von ihren Vorfahren gelernt hat. Das war kein einfaches Leben, aber jede Tätigkeit hatte ihren Sinn und orientierte sich am Bestehen und Wohlergehen des Hofes.Marlies mag sich aber weder in dieses Gefüge nahtlos einpassen noch hat sie gelernt, eine Bäuerin zu sein. Und so beginnt sie wieder zu arbeiten, sie macht den Jagdschein als einzige Frau des Dorfes und lernt Traktor fahren. Alles Sachen, die Lisbeth nicht gut finden kann. Vor allem aber bekommt sie nur ein Kind und das auch eher aus Zufall und nicht als Wunsch. Diese Tochter Joanna ist wiederum der Sonnenschein für Oma Lisbeth und steht wiederum in ihren Lebenseinstellungen oft gegen ihre Mutter Marlies. Und Oma Lisbeth hat für Verhaltensweisen und Handlungen ihrer Enkelin wesentlich mehr Verständnis als sie es für ihre Schwiegertochter hat. Was wiederum Marlies auch sehr aufstößt.Der Roman erzählt abwechselnd aus Sicht von Lisbeth und von Marlies, jede der Frauen hat Gründe für ihr Verhalten, ich kann jede Seite verstehen, aber sie werden sich nie untereinander verstehen. Das ist sehr fein beschrieben, unwillkürlich schlüpft man immer in die jeweilig erzählende Denkwelt. Die Männer auf dem Hof erscheinen dagegen eher als arbeitende Statisten, die den stillen Kampf zwischen den Frauen nur am Rande bemerken und sich wohlweislich eher heraushalten. Was zumindest bei Marlies und Konrad nicht zur Besserung des Ehelebens beiträgt.Und gleichzeitig ist das Buch auch eine Geschichtsstunde über das Leben in Westdeutschland vom Ende des 2. Weltkrieges bis zur Gegenwart. Viele Sachen kommen uns heute absurd vor, z. B. dass die Frauen in Westdeutschland sehr lange die Einwilligung ihres Ehemannes benötigten, wenn sie arbeiten gehen wollten. Die Sprache des Buches ist durchaus ungewöhnlich, viele Halbsätze, die zuerst meinen Lesefluss hemmten, aber doch zum Buch und der Geschichte sehr gut passen.Alles in allem eine ganz ruhige Lektüre, die zum Nachdenken bringt, deshalb von mir 4 Sterne.
Lebensvorstellungen und Realitäten
Wenn man in eine bäuerliche Familie hineingeboren wird, dann muss man früh Verantwortung übernehmen und es wird erwartet, dass der Hof in der Familie bleibt. Auch für Lisbeth Bethches gibt es nichts Wichtigeres als den Hof und dass er weiter im Besitz der Familie bleibt. Als ihr Sohn Konrad heiratet, erwartet sie ganz selbstverständlich von Marlies, dass diese die bäuerlichen Pflichten auf dem Hof übernimmt. Doch Marlies hat andere Vorstellungen von ihrem Leben und so kommt es zwischen diesen Frauen zu Konflikten, die aber still ausgetragen werden. Auch Enkelin Joanna möchte später ihren eigenen Weg gehen. Nach der Schule bricht sie auf nach Namibia.Die Autorin Ute Mank erzählt feinfühlig und atmosphärisch von dem Leben auf dem Land, von Erwartungen und Verpflichtungen und von unterschiedlichen Lebensentwürfen. Erzählt wird aus der Sicht von Lisbeth und Marlies.Früher war es – nicht nur auf Bauernhöfen – üblich, dass mehrere Familien unter einem Dach zusammenlebten. Das ging nie ohne Konflikte ab, aber man profitierte voneinander. Die Älteren hatten das Sagen und die anderen hatten sich zu fügen. Es wurde nicht hinterfragt, ob man vielleicht sein leben anders gestalten wollte. Dieser Generationenkonflikt tritt auch in diesem Roman zutage. Lisbeth, Marlies und Joanna haben ihre eigenen Vorstellungen. Dazu kommen noch die gesellschaftlichen Konventionen. Gesprochen wird über diese Unvereinbarkeiten nicht. Es gibt also nicht den großen Streit, sondern die vielen stillen Kriege. Das eigene Leiden wird mit sich alleine ausgemacht. Joanna steht zwischen ihrer Mutter und der Großmutter und ist gleichzeitig das einzig verbindende Element.Es gibt zwar Männer auf dem Hof, doch diese treten kaum in Erscheinung, denn es sind die Frauen, um die es hier geht. In Marlies konnte ich mich am besten hineinversetzen, da sie aus meiner Generation ist. Es wäre schön gewesen, wenn ihr Konrad den Rücken gestärkt hätte. Er bemerkt wohl nicht, was unterschwellig vorgeht oder will es gar nicht wissen. Mir hat dieser tiefgründige Roman gefallen, der authentisch vom Leben auf dem Land und von unterschiedlichen Lebensentwürfen erzählt.
Alltag auf dem Land
Das Cover ist sehr schön gestaltet, die Blumen erinnern an einen alten Bauerngarten. Die Geschichte um drei Frauen, aus drei Generationen auf einem Hof ist Alltag pur und ich liebe es. Da gibt es Lisbeth, die Herrin des Hauses mit ihrem Mann Karl und ihrem Sohn Konrad. Seine Frau die Marlies ist die Schwiegertochter die sich in das Leben auf so einem Hof einfinden muss und zu guter letzt deren gemeinsame Tochter Joanna. Jede für sich eine starke Persönlichkeit, nur leider mit wenig Verständnis für die jeweils andere und deren Lebensweise. Es geht um Entwicklung, Wachstum und Veränderung, auch oder vor allem auf und um den Hof. Es geht um Emanzipation und Rollenbilder und um das klassische "was die Leute sagen". Der Stil ist dabei so wunderschön, klar und einnehmend, man ist sofort drin - kann die Kühe hören und riechen. Ich finde alle drei Frauen sehr interessant, jede für ihre Zeit etwas besonderes und auch deren Entwicklung ist wirklich schön bringt einen aber auch hier und da ins Grübeln. Ich fand die detaillierten Beschreibungen des landwirtschaftlichen Jahres und des Lebens auf so einem Bauernhof sehr spannend und hätte sogar gern noch mehr davon gelesen. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen, es gibt wirklich viel her, von der Geschichte genauso wie auch das drum herum. Für mich war das Lesen wie ein Einblick in diese sehr kleine und eigene Welt.
Drei Generationen – drei unterschiedliche Lebensmodelle
Lisbeth ist auf dem Bethches-Hof großgeworden. Als ihre beiden Brüder im Krieg fallen, übernimmt sie den Hof der Eltern. Damit ist sie eine der wenigen Frauen, bei der von Anfang an klar war, dass man sie nicht zu sich holen, sondern nur auf deren Hof einheiraten konnte. Eines Tages findet sich dieser Mann: Karl. Zusammen mit ihm kümmert sie sich um den Hof, die Tiere und Felder. Mit der Zeit kommen Veränderungen: Moderne Maschinen, moderne Geräte, Spezialisierung. Doch die Trachtenkleidung behält Lisbeth bei und ihren Fleiß. Und nicht zuletzt auch ihre Genügsamkeit: „Nie hatte Lisbeth Sehnsucht verspürt, irgendwo anders zu sein.“Als Frau von Lisbeths einzigem Sohn, Konrad, kommt Marlies auf den Hof. Und sie hat ganz andere Vorstellungen vom Leben und ihrer Rolle als Frau und Schwiegertochter. Sie möchte nicht nur auf dem Hof helfen, sondern auch in einem Kaufhaus als Verkäuferin arbeiten. Da sie nicht weiß, ob sie Mutter werden möchte, nimmt sie die Pille. Nur durch Zufall wird sie schwanger und bekommt ihr einziges Kind: Joanna. Zeitlebens lässt sie sich in keine vorgefärtigten Formen drücken. Sie macht als einzige Frau in der Gegend einen Jagdschein, sie geht arbeiten, macht ihren Führerschein und verlässt den Hof, als sie ihre Aufgabe als Mutter für abgeschlossen hält. „Es war bloß ein Anfang. Von was, wusste sie nicht. Aber es war vielleicht auch nicht so wichtig.“Joanna, die auf dem Bethches Hof aufwächst, liebt Tiere, interessiert sich für die Landwirtschaft und hilft gerne auf dem Hof mit. Doch auch die Bildung kommt nicht zu kurz, weil Marlies viel daran liegt. Doch mit achtzehn entscheidet sie sich für ein Jahr nach Afrika zu gehen. Als sie zurückkommt, fängt sie ein Studium an. Als sie unerwartet schwanger wird, entscheidet sie sich entgegen der Ratschläge ihrer Mutter, dafür, das Kind zu behalten und ohne Vater großzuziehen. „Wildtriebe“ ist ein schöner, atmosphärischer Roman. Anhand dreier Generationen werden uns drei unterschiedliche Lebensmodelle dargestellt. Wir sehen eine Frau, die der Tradition verbunden ist, die eine bestimmte Aufgabe übernimmt, ohne sie zu hinterfragen, und diese bis an ihr Lebensende gewissenhaft ausführt. Dann sehen wir eine weitere Frau, die in einer Zeit aufwächst, in der die Frau nach mehr Selbstbestimmung verlangt, die arbeiten geht und selbst über ihr Sexualleben entscheidet. Und wir sehen eine dritte Frau, die ganz alleine entscheiden kann, was sie in und mit ihrem Leben machen möchte, die ins Ausland geht, dann studiert und ganz selbstverständlich ein Kind als alleinerziehende Mutter großziehen kann. Abwechselnd schlüpfen wir in Lisbeths und Marlies Innenleben. Oftmals bekommen wir bestimmte Ereignisse und Situationen von beiden Seiten geschildert, sodass wir problemlos beide Sichtweisen nachvollziehen können. Und wir beurteilen nicht. Denn Ute Mank ist es gelungen zwei Frauensichtweisen, zwei Innenleben so direkt und unverfälscht einzufangen, dass überhaupt kein Platz für Bewertungen und Urteile bleibt. Kann man denn überhaupt eine dieser drei Frauen in irgendeiner Form verurteilen?Mit viel Menschenkenntnis und Feingefühl zeichnet die Autorin ein authentisches Bild einer Familie über Jahrzehnte hinweg. Auch viel Spezialwissen zum Leben auf dem Land wird weitergegeben. Ich kann den Roman „Wildtriebe“ jedem nur aufs wärmste ans Herz legen. Seit langem habe ich keinen Roman gelesen, der so viel Tiefgang mit einer derartigen Leichtigkeit verbindet, dass weder Verstand noch Gefühl zu kurz kommt. Einen Roman, der so mühelos und doch so kontemplativ daherkommt.
Schöner Generationenroman
Das Buchcover ist gelungen und die drei Rosen könnten für die drei Generationen stehen. Drei Frauen, drei Generationen und ein Hof auf dem Land. Lisbeth vom Betches-Hof, als Großbäuerin alt geworden. Der Hof, die Arbeit die im Gleichklang mit den Jahreszeiten getan werden muss, das war immer ihr Leben und es war gut. Als ihre Schwiegertochter Marlies ins Haus kommt tun sich die beiden schwer miteinander. Die Vorstellungen der beiden sind zu verschieden. auch als das ersehnte (Enkel-)Kind Joanna zur Welt kommt wird es nicht besser. Joanna wächst heran und auch sie möchte ihren eigenen Weg gehen, auch gegen Widerstände. Wie sich der Kreis dann doch noch schließt und jede der Frauen ihren Platz findet, das ist der Inhalt dieses Romans. Das Debüt der Autorin und durchaus gelungen. Mit seinem unaufgeregten Schreibstil eine schöne Lektüre für den Sommer.
Feinfühlige Charakterisierungen
"Wildtriebe" beschreibt das Miteinander und Gegeneinander dreier Frauen unterschiedlicher Generationen auf einem hessischen Bauernhof. Die Geschichte ist sicherlich beispielhaft für das Leben vieler Frauen auf Bauernhöfen in Deutschland und wird dadurch umso spannender. Lisbeth hat den "Bethches-Hof" früh übernehmen müssen. Die Brüder sind im Krieg umgekommen, die Eltern alt. Ihr Leben ist durch Pflichten und durch Erwartungen von Außen bestimmt. Ebenso scheint es Marlies zu ergehen, der Schwiegertochter, die es nicht leicht mit Lisbeths Erwartungen hat. Ihre Hoffnungen für ihre Tochter Joanna nach einem selbstbestimmten Leben sind dadurch umso größer.Ute Mank ist es sehr gut gelungen, ein realistisches und nachvollziehbares Bild der drei Charaktere zu zeichnen. Vorallem werden die Frauen mit ihren Eigenheiten wohlwollend und verständlich beschrieben. Mank zeigt darin ihre gute Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen. Angefangen mit der Gegenwart geht es dann chronologisch aus der Vergangenheit wieder in die Gegenwart und darüberhinaus. Die Frauen werden einfühlsam beschrieben und deren Wünsche, Sehnsüchte und Beweggründe werden sehr deutlich. Es ist berührend und beeindruckend die Entwicklungen der Frauen mitzuerleben, die es miteinander nicht leicht haben. Alle versuchen sie ihren Weg zu finden und scheitern scheinbar an sich selbst und den Umständen. Die Erzählung ist packend und dadurch schnell gelesen.Spannend sind auch die Männercharaktere, die das soziale Gefüge auf dem Hof nachvollziehbar komplettieren. Es wird auch deutlich welche großen Veränderungen und Existenzbedrohungen mit Landwirtschaft verbunden sind.Das Leben dreier Frauen auf einem Bauernhof. "Wildtriebe" ist eine empfehlenswerte Charakterstudie und Mehrgenerationen-Erzählung. Eindrücklich, einfühlsam und packend.
Drei Frauen, ein Hof
"Wildtriebe" von Ute Mank beschreibt das (Zusammen-)Leben von Lisbeth, Marlies und Joanna - der Bäuerin vom alten Schlag, der eingeheirateten Schwiegertochter und ihrer freidenkenden Tochter Joanna.Alle haben Probleme im Miteinander , alle befinden sich auf der Suche nach dem Menschen der sie wirklich sind und sein wollen. Sich in vorgegebene Rollen fügen, ausbrechen, die eigenen Wünsche und Wahrheiten formulieren oder eben nicht...Konflikte der verschiedenen Frauengenerationen mit sich selbst und mit der dörflichen Gesellschaft in die ich mich gut reindenken konnte.Manks Schreibstil ist klar und nüchtern und man bekommt sehr schnell ein genaues Bild im Kopf beim Lesen. Einen Punkt Abzug gibt es da gerade im mittleren Teil etwas mehr Handlung dem Roman gut getan hätte und er ins stocken kommt bevor es gen Ende wieder fliesst.Kein spannender Roman, keine revolutionäre Erzählung aber ein ruhiges, kluges und auch bitteres Buch (mit wirklich wunderschönem Cover!).
Pressestimmen
Tradition, Rebellion, Rückbesinnung: An Bäuerin Lisbeth, Schwiegertocher Marlies und Enkelin Joanna ...zeigt Mank in ihrem Debüt den Wandel von Lebensentwürfen und Frauenbildern. Mitreißend. mehr weniger
06.09.2021
Ute Mank weiß aus eigenem Erleben, wie sehr ›Wildtriebe‹ auf einem hessischen Dorf beäugt werden – u...nd widmet ihr einfühlsames Debüt einem Drei-Frauen-Haus, in dem fast geräuschlos Fragen von Emanzipation verhandelt werden. mehr weniger
22.07.2021
Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Ute Mank in ihrem beeindruckenden Debüt ›Wildtriebe‹ die F...rauen aus drei Generationen mit ihren Ecken und Kanten, ihren Geheimnissen und Lieben. mehr weniger
22.07.2021
Ute Mank beschreibt das Leben auf einem hessischen Bauernhof mit kenntnisreichem Blick.
Meike Schnitzler, 01.07.2021
›Wildtriebe‹ ist ein starker Roman über die Sehnsucht nach Freiheit und Anerkennung, über Mut und sp...äte Erkenntnisse. mehr weniger
Ein sehr besonderer Generationenroman, der berührt und in dessen Figuren man sich ganz wunderbar ver...lieren kann. mehr weniger
Jaqueline Lenz, 08.12.2021
Ein bemerkenswertes Romandebüt!
11.11.2021
Eine tolle Lektüre – ein Lesevergnügen der Extraklasse.
Sonja Werkowski, 12.10.2021
Ein sehr lesenswertes Generationen-Porträt!
Carolin Federl, 08.09.2021
Ute Mank macht aus dem „einfachen“ Leben auf einem Bauernhof eine absolut ansprechende literarische ...Geschichte! mehr weniger
Alex Dengler, 30.08.2021
Ein leiser, gerade deshalb so emotionaler Generationenroman, der den Titel zu Recht trägt. Lesen!
24.08.2021
Drinnen schön, draußen schön, braucht jedes Haus, dieses Buch!
Ulrike Katrin Peters, 15.08.2021