Drei Frauen auf einem Hof – im Kampf um Selbstbestimmung, Anerkennung und Freiheit
9,99 €
(0,00 € / )
Wird sofort digital versendet
- Versandkostenfreiin Deutschland
- Schneller VersandLieferung 2–3 Werktage
- Sichere ZahlungSSL-verschlüsselt
Wildtriebe
Drei Frauen auf einem Hof - auf der Suche nach Selbstbestimmung, Anerkennung und Freiheit
Alle alten Höfe hatten einen Namen. Er ging auf die Vorfahren zurück, auf deren Namen, Berufe oder EIgenschaften. Der Hausname war wichtiger als der amtliche Nachname. Denn er gab allen Auskunft darüber, wer man war. Aber viel mehr noch sagte er einem, wie man zu sein hatte.
Ute Manks faszinierender Debütroman – jetzt im Taschenbuch
Für die alte Großbäuerin Lisbeth gibt es nichts Wichtigeres als den Hof, sein Erhalt ist ihr Lebenssinn. Nie hat sie die damit verbundenen Pflichten hinterfragt. Doch mit Schwiegertochter Marlies kommt eine neue Frau ins Haus, die keineswegs klaglos und ohne eigene Wünsche das Leben einer Bäuerin führen will. Das Kaufhaus in der nächsten Stadt wird für Marlies zum Sehnsuchtsort im Wirtschaftswunderdeutschland, arbeiten möchte sie dort, einen Jagd- und Traktorführerschein machen, das Leben soll doch mehr zu bieten haben. Die beiden Frauen tragen fortan stille Kämpfe aus, um Haushaltsführung, um Kindererziehung. Doch eigentlich werden viel größere Dinge verhandelt: Lebensmodelle, Vorstellungen vom Frausein, vom Muttersein. Und doch ist da ein verbindendes Element: Marlies’ Tochter Joanna, die ihren ganz eigenen Weg geht und nach dem Abitur nach Uganda aufbricht …
Ein großer Familien- und Frauenroman zwischen Tradition und Fortschritt
»Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Ute Mank in ihrem beeindruckenden Debüt ›Wildtriebe‹ die Frauen aus drei Generationen mit ihren Ecken und Kanten, ihren Geheimnissen und Lieben.« Gala
»Ein sehr besonderer Generationenroman, der berührt und in dessen Figuren man sich ganz wunderbar verlieren kann.« Delmenhorster Kreisblatt
Bibliografische Daten
2. Auflage
Ute Mank
Ute Mank wurde in Marburg geboren. Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Töchtern, lernte einen Gesundheitsberuf, studierte Erziehungswissenschaften und promovierte später nebenberuflich. Ihr erster Roman ›Wildtriebe‹ erschien 2021 und war für den Klaus-Michael-Kühne-Preis nominiert. Sie lebt mit ihrer Familie in Hessen.
8 - 10 von 122 Leserstimme
Genera- und Traditionen auf dem Bethches-Hof
Lisbeth, Marlies und Joanna, drei Frauen, drei Generationen und ihr Leben auf dem Bethches-Hof, sind der Stoff der den Rahmen spinnt.„Von dem Moment an, als Marlies ihr in der Stube gegenübergestanden hat und sie versucht hatte, ihr Entsetzen zu verbergen. Mitten in ihrer guten Stube. Das soll die Zukunft auf dem Bethches-Hof sein?, hatte sie gedacht. Künstliche Locken? Schaukelnde Ringe an den Ohren, beinahe so groß wie die, die man den Bullen durch die Nase zog?“Lisbeth, die nachdem die Brüder im Krieg gefallen sind, als Erbin schon früh Verantwortung für den Bauernhof übernehmen, sich nie irgendwo eingewöhnen musste, lebt für diesen und betrachtet daher mehr als argwöhnisch, als Konrad sich in Marlies verliebt und darauf besteht, sie zur Frau zu nehmen. Die muss sich nun aber als Schwiegertochter eingewöhnen und das wird äußert hart, denn mit ihrem Einzug beginnt ein stiller und stets schwelender Konflikt zwischen den beiden so unterschiedlichen Frauen, an dem auch die Geburt von Joanna nichts ändern wird. Der Roman wird abwechselnd aus Lisbeths und Marlies Perspektive erzählt, was einen als Leser beide Frauen verstehen lässt. Ich habe das Leben auf dem Hof lange vor allem mit Marlies durchlebt, konnte am meisten mit ihr fühlen und habe mich stets in ihre Lage versetzt. Angekommen, nicht willkommen, jemand der es von klein auf jedem Recht machen will, eigentlich nach Bestätigung sucht und diese nicht findet, hat sie mir oft leidgetan. Ich konnte ihre Selbstzweifel, „Was wenn sie einfach irgendwie verkehrt war und all die anderen recht hatten.“, nur zu gut nachvollziehen. Nicht ganz so glücklich war ich dann aber mit der Entwicklung, die der Roman gegen Ende nimmt, als Joanna nach einen Auslandsjahr, zu dem sie zu Beginn des Romans aufbricht, wieder aus Namibia zurück ist. Da war ich einfach nur abgrundtief von Marlies enttäuscht, habe meine Sympathien eher an Lisbeth übertragen, und ein wenig Lesevergnügen eingebüßt. Grandios dargestellt sind dennoch alle Charaktere, besonders auch Lisbeth, die einfach auch nicht aus ihrer Haut kann, so verletzend ihr Verhalten auch sein mag. Die Autorin zeichnet alle Darsteller mit ihren Eigenheiten und inneren Kämpfen äußerst authentisch, glaubwürdig und echt. Ganz viel transportiert sie dabei mittels Szenendarstellung und weniger durch Worte, denn die Kommunikation unter den einzelnen Mitspielern ist äußerst dürftig. Es sind eher die fehlende Gespräche, das Nicht-Aussprechen was einen bewegt, was man möchte, was das Geschehen beeinflusst, das aber trotzdem nicht der Feinfühligkeit und Emotionalität entbehrt, denn Ute Mank vermag sich stilistisch äußerst gekonnt auszudrücken.„Das Kind einer Magd. Vater unbekannt. So stand es wohl im Taufregister. Vater unbekannt hieß oft, dass ein Bauer Vater war. Einer, der den Mägden, oder vielleicht einer, die ihm besonders gut gefiel, machstellte. Wurde die schwanger, musste der Bauer sich ja nicht dazu bekennen. Die Magd würde schon nicht wagen, ihn als Vater anzugeben. Und wenn, stand das Wort eines angesehenen Dorfmitglieds gegen das einer rechtlosen Person. Meist wurde sie entlassen. Welche Bäuerin wollte die von ihrem Mann geschwängerte Magd vor der Nase haben?“ Mit der Erzählung darf man Eintauchen in das bäuerliche Leben seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute und erfährt so von alten Traditionen genauso wie von Innovationen, an die es sich zu gewöhnen gilt. Skepsis als der erste Traktor das Pferdefuhrwerk ablöst, Probleme mit der Milchquote, die es unbedingt einzuhalten gilt, oder auch die Tatsache, dass inzwischen Landwirte immer mehr Schreibarbeit zu erledigen haben, sind nur drei Beispiele dafür. Mir hat der kleine Einblick gut gefallen, auch wenn ich auf dem Land groß geworden bin und daher für mich nicht alles völlig fremd war. Ebenfalls gekonnt dargestellt ist die Rolle der Frau im Wandel der Zeit. Lisbeth sowie Freundin Bärbel, sind beides Frauen, die, ganz der Zeit entsprechend, voll in ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter aufgehen. Ganz im Gegensatz dazu steht Marlies. Eine Arbeit fern ab Hof annehmen, einen Jagdschein machen, sind alles Dinge, die Frauen ihrer Zeit und in ihrer Umgebung nicht im Kopf herumgeistern sollten. Mit der Rückkehr der Tochter wird zudem gut deutlich, wie sich der Einfluss von Konventionen auf das Handeln von Generation zu Generation verändert bzw. auch verringert hat.Gelungen fängt die Autorin die Atmosphäre in dem kleinen Ort ein. Der Dorftratsch, die Erwartungen, das „Was sollen die Leute denken“, all das, was das Handeln und die Entscheidungen beeinflusst, und die Konventionen, die so vielen den Weg vorgeben, werden gekonnt transportiert. Auch wie es den beiden Frauen und anderen damit geht ist eingefangen. „Marlies sah die Hausener Frauen vor sich, genau wie Lisbeth sie vor sich gesehen hatte. Nur war Marlies wütend auf sie. Auf diese lächelnden Sittenwächterinnen. Diese Frauen, die sich den ungeschriebenen Regeln einfach gebeugt hatten. Du sollst keine unweiblichen Neigungen haben. Du sollst nichts wünschen. Du sollst nicht begehren des Mannes Freiheit. Aber es war eine hilflose Wut. Kein Selbstbewusstsein.“Alles in allem ein leiser, unaufgeregter Roman, der zwar keine spektakuläre Handlung, dafür aber eine äußerst gelungene Gesellschafts- und Charakterstudie aus dem bäuerlichen Leben zu bieten und der mich damit durchaus gut unterhalten hat. Für fünf Sterne reicht es bei mir wegen der Entwicklungen gegen Ende nicht mehr ganz, aber sehr gute vier sind es allemal.
Drei unterschiedliche Frauen und das Leben auf einem Hof.
Das Cover des Buches, auf dem drei unterschiedliche Blumen abgebildet sind, die wahrscheinlich die drei unterschiedlichen Frauen darstellen sollen, um die es in "Wildtriebe" geht, gefällt mir sehr gut und erinnerte mich an einen Bauerngarten.Die Geschichte handelt von Lisbeth, Marlies und Joanna, drei Frauen aus drei Generationen und ihr gemeinsames Leben auf einem Bauernhof. Lisbeth, deren Brüder im Krieg gefallen sind, musste schon als junge Frau den elterlichen Hof übernehmen. Für sie war das auch selbstverständlich und sie lebte für diesen Hof, trug stolz ihre Tracht und achtete immer darauf, dass die Nachbarn bloß nichts negatives über die Bewohner des Bethches Hofes zu reden hatten. Konrad, der einzige Sohn verliebt sich dann zum Entsetzen seiner Mutter in Marlies, eine Städterin und das genaue Gegenteil einer Schwiegertochter, wie Lisbeth sie sich immer gewünscht hatte. Mit dem Einzug von Marlies beginnt ein Konflikt zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen, der allerdings immer eher im Stillen stattfindet, denn geredet wird auf dem Bethches Hof nicht viel. Schon gar nicht über Gefühle. Also frisst jede ihren Ärger und Frust in sich hinein, jede gibt der jeweils anderen die Schuld, dass es so gar nicht harmonisch läuft. Liesbeth hofft in den ersten Jahren noch, dass sie Marlies schon noch beibringen wird, wie alles zu laufen hat. Marlies gibt sich auch Mühe, kann es Lisbeth aber nie recht machen, denn die akzeptiert keine Veränderungen, alles muss genau so laufen, wie es seit Generationen schon gelaufen ist und diesen hohen Erwartungen kann Marlies einfach nicht gerecht werden. Sie hat andere Wünsche für ihr Leben, möchte nicht nur Bäuerin sein. Marlies Tochter Joanna ist dann die dritte im Bunde und sie steht irgendwie immer zwischen ihrer Mutter und ihrer Oma. Marlies wünscht sich für ihre Tochter ein selbstbestimmtes Leben, Bildung ist ihr ganz besonders wichtig, denn sie möchte nicht, dass Joanna so endet wie sie selbst. Lisbeth dagegen sieht in Joanna von Anfang an die nächste Großbäuerin und Erbin des Bethches Hofes. Und Joanna selbst, die hat ihre ganz eigenen Vorstellungen und Träume und erfüllt sich diese auch ganz selbstbewusst.Mir gefiel "Wildtriebe" von Ute Mank sehr gut, der Schreibstil ist einfach und die Sätze und Dialoge so kurz, dass man sich genau vorstellen konnte, wie still , oft richtiggehend bedrückend es auf dem Bethches Hof zuging. Ich wollte manchmal beim Lesen direkt ausrufen "jetzt redet doch endlich mal Klartext miteinander". Ich empfand die Stimmung zwischen sämtlichen Familienangehörigen einfach deprimierend. Durch die Rückblenden in die Vergangenheit, wurde Lisbeths Verhalten teilweise verständlicher und auch Marlies hatte es nicht leicht aber wirklich sympathisch wurde mir keine der Frauen.Obwohl diese Geschichte von Anfang bis Ende eine eher trübsinnige Grundstimmung verbreitete, fand ich das Buch trotzdem gut und ich habe es gerne gelesen. Das Ende hätte ich mir allerdings etwas anders gewünscht, für mich war der Schluss viel zu abrupt, so als hätte die Autorin einfach mittendrin aufgehört zu schreiben. Aber irgendwie ja auch wieder passend zur ganzen bedrückenden Stimmung auf dem Bethches Hof.
Ein ewiger Kampf um die Vorherrschaft
Das Cover gefällt mir sehr gut, und es verleitet einen, das Buch in die Hand zu nehmen, passt aber nach meinem Dafürhalten nicht so recht zum Buch. Ein bäuerliches Ambiente oder ein bunter Bauerngarten hätte mir besser gefallen. Aber das Buch hat es mir angetan. Es beschreibt sehr eindringlich und realitätsnah das Leben mehrerer Generationen auf einem bäuerlichen Anwesen. Die Protagonistin, die Bäuerin Lisbeth, herrscht nach dem Krieg und dem Verlust ihrer beiden Brüder uneingeschränkt auf dem Bethcheshof. Streng und unbeirrt geht sie den Jahreszeiten entsprechend ihrer Arbeit nach, sie ist es von früher Jugend an gewohnt. Konflikte entstehen erst, als Marlies als Jungbäuerin auf den Hof kommt. Lisbeth kann sich mit der Wahl ihres Sohnes Konrad nicht abfinden. Lisbeth will, daß alles bleibt wie bisher und Marlies möchte ihr Leben nach ihren Vorstellungen gestalten. Diesen Konflikt beschreibt die Autorin sehr lebendig und nachvollziehbar. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und kann die Geschichte gut nachvollziehen.
Lesenswert
Ein ruhiges unterhaltendes Buch. Der Schreibstil ist leicht und realitätsgetreu. Die Geschichte handelt von drei Frauen auf dem Land, von Moral und Werten. Von Ansehen und Diktatur. Stummer Alltag auf einem Bauernhof, wo meist nur das nötigste gesprochen wird und jeder sich nützlich macht. Die Hoferbin hütet ein Geheimnis und regiert den Hof nach alter Manier. Sie macht ihrer Schwiegertochter ,Marlies, das Leben auf dem Betches Hof nicht leicht. Nach Versuchen sich zu behaupten verliert Marlies langsam ihre Träume und Hoffnungen. Ihr Mann, Konrad, versucht ihr zur Seite zu stehen, hat dann aber andere Sorgen. Für ihre Tochter wünscht sich Marlies ein freieres und glücklicheres Leben. Gibt es für Marlies ein Happy End?Die Beziehung zwischen den drei Frauen ist sehr gut beschrieben und man kommt ihnen Seite für Seite ein Stück näher. Das graue Cover mit den Bauernblumen passt sehr gut zur Story.
Emanzipation auf dem Land
Das Cover gefällt mir sehr gut. Dargestellt sind im Vordergrund 3 unterschiedliche Blumen in Pastellfarben gestaltet, vielleicht in Anlehnung an die 3 Protagonistinnen in diesem Buch. Auch sie sind sehr unterschiedlich, genau wie die Blumen. Die Blumen erinnern mich an einen alten Bauerngarten.Erzählt wird die Geschichte dreier Frauen, die auf einem Hof leben. Jede von ihnen hat eine andere Vorstellung von ihrem Leben. Lisbeth, die Bäuerin auf dem Hof ist die Bestimmerin. Marlies als Eingeheiratete hat dort nichts zu sagen. Dauernd geraten sich die beiden in die Haare, weil Marlies nach Ansicht von Lisbeth nichts richtig macht und eigene Vorstellungen vom Leben hat. Sie möchte sich emanzipieren und eigene Wege gehen. Doch das ist auf dem Hof und dem Dorf gar nicht so leicht. Dann gibts da noch Joanna, die Tochter von Marlies, die schnell ihre eigenen Wege geht.Die Geschichte der 3 Frauen hat mir sehr gut gefallen und ich konnte Parallelen zu meinem eigenen Leben entdecken.Auch ich komme vom Dorf und wollte nicht dieses eingeengte Leben führen. Daher hat mich die Thematik des Buch sehr interessiert. Gut fand ich auch die Ausführungen zum Höfe sterben in der Landwirtschaft. Ute Mank hat auch in ihrem Roman ein Stück deutsche Geschichte beschrieben, wie das Leben früher im Dorf statt fand. Der Schreibstil von Ute Mank liest sich sehr gut. Die Charaktere sind gut beschrieben . Ich konnte sie mir gut vorstellen. Besonderes Mitgefühl hatte ich mit Marlies, sie tat mir echt leid.Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und interessante Lesestunden beschert.
Die Geschichte der Emanzipation am Beispiel von drei Generationen
Großmutter Lisbeth ist eine gebürtige „Bethches“. So werden seit jeher die Frauen des Bethches-Hofs, eines der angesehensten Gehöfte der Region, genannt. Da das Leben in der Nachkriegszeit hart war und sie den Hof und im Prinzip auch eine Männerrolle früh geerbt hat, ist sie sehr zupackend, zumal sich ihr ganzes Leben um die Leitung und das Ansehen dieses Hofes dreht. Dabei verharrt Lisbeth in der Frauenrolle, die seit Jahrzehnten auf dem Land genauso von Generation zu Generation vermittelt wurde: Es war beispielsweise üblich, dass mehrere Generationen (relativ) konfliktfrei unter einem Dach zusammenlebten, und dass sich die Jüngeren den Älteren unterordneten, um von ihnen zu lernen. Mit Einzug der Schwiegertochter Marlies muss die traditionelle Bäuerin allerdings feststellen, dass sich das Leben in allen Bereichen ändert. Damit ist nicht nur die traditionelle Landwirtschaft gemeint – längst leben viel weniger Tiere auf dem Hof, dafür wird die Arbeit zunehmend durch Maschinen erledigt und durch Bürokratie erschwert -, sondern auch die Wünsche und das Handeln der Jüngeren. Marlies kann sich so gar nicht mit der ihr eigentlich vorgegebenen Rolle identifizieren. Dies mag auch daran liegen, dass Lisbeth sie stets mit Argusaugen überwacht und ihr Fehlverhalten kommentiert. Spannungen sind so von Beginn an vorprogrammiert. Nachdem Marlies trotz aller Bemühungen ihrer Rolle als Bäuerin nicht gerecht wird, geht sie mit der (notwendigen) Erlaubnis ihres Ehemanns Konrad, der wie alle Männer im Roman nur eine untergeordnete und sprachlose Rolle spielt, halbtags im Kaufhaus arbeiten. Auch die Geburt ihrer Tochter Joanna kann daran nichts ändern. Während Marlies noch schuldbewusst davon träumt, alle Rollenerwartungen hinter sich zu lassen, setzt Joanna dieses konsequent um und geht ihren eigenen Weg, der sie nach der Schule zunächst nach Namibia führt. Diese Loslösung von Konventionen erlaubt ihr erstaunlicherweise auch ein viel besseres Verhältnis zu ihrer Großmutter und ermöglicht ihr, ihre frühe Mutterrolle ganz anders und viel zwangloser zu erfüllen.Im Mittelpunkt dieses atmosphärischen Romans steht also das Miteinander der drei Frauen, die alle ein Spiegel ihrer jeweiligen Zeit darstellen. Auffällig ist, dass sie niemals offen kommunizieren. Notwendige Modernisierungen in allen Bereichen werden von Lisbeth kategorisch abgelehnt. Dies führt unweigerlich zum Verfall der Familie und des traditionellen Bauernhofs.Die authentische und feinfühlige Erzählung wird alternierend aus der Perspektive der beiden älteren Frauen erzählt und zeigt den Lauf der Zeit mittels der unterschiedlichen Lebensentwürfe. Der Leser kann so hervorragend die (gesellschaftlichen) Veränderungen nachempfinden und die jeweiligen Ansichten und Wertevorstellungen verstehen. Auch die fehlende Kommunikation wird hierdurch veranschaulicht. Mank gelingt es insofern grandios, nicht zu urteilen, wer an dem „Verfall“ schuld ist, sondern eben nur diesen Vorgang zu skizzieren. Auch sprachlich ist der Roman größtenteils ein stilistischer Leckerbissen. Lediglich der elliptische Stil – insbesondere häufig fehlende Verben –, der zwar gezielt eingesetzt wurde, um die Kommunikationslosigkeit auf dem Hof widerzuspiegeln, entspricht nicht meinem ästhetischen Empfinden.Insgesamt lässt sich aber resümieren, dass es sich um einen absolut lesenswerten Roman handelt, der weniger durch eine spektakuläre Handlung als durch einen leisen, nachvollziehbaren Prozess der Dekadenz des Bauernhofs und durch eine gleichzeitige Emanzipation von Konventionen geprägt ist.
Interessante Familiengeschichte
Zum Inhalt:Für Lisbeth gab es nie etwas wichtigeres als den Hof. Schwiegertochter Marlies sieht das anders. Sie will mehr und nicht nur den Hof führen. So führen sie stille Kämpfe aber es gibt auch verbindende Dinge. So wie die Tochter von Marlies Joanna, die ihren ganz eigenen Weg gehen will und schließlich nach dem Abitur nach Namibia geht.Meine Meinung:Zunächst einmal hat mich das Cover total angesprochen, es ist so schön und ansprechend, dass man sofort neugierig ist. Die Geschichte ist interessant und hat mich total angesprochen. Diese unterschiedlichen Sichtweisen auf das Leben und wie die unterschiedlichen Generationen damit umgehen und wie sich die Zeiten verändern, war sehr interessant zu lesen. Der Schreibstil ist gut und liest sich total angenehm. Die Protagonisten sind alle auf ihre Art interessant. Ich habe es sehr genossen, das Buch zu lesen.Fazit:Interessante Familiengeschichte
Drei Generationen
Das Buch „Wildtriebe“ hat ein wunderschönes und ansprechendes Cover, was sofort ins Auge fällt. Es ist ein leises Buch. Ute Mang beschreibt passend in einer einfachen Sprache das Zusammenleben auf dem Lande im hessischen Hausen. Erzählt wird im Wechsel aus der Sicht von Lisbeth und Marlies. Lisbeth gehört der Hof, Marlies kommt als Schwiegertochter dazu. 2 Welten prallen aufeinander. Marlies hat eigene Vorstellungen vom Leben und Arbeiten, Lisbeth will die Traditionen fortsetzen. Mit Marlies’ Tochter Joanna kommt die dritte Generation hinzu. Um die Männer der Protagonistinnen geht es in dem Buch übrigens nur am Rande. Mich hat das Thema sehr interessiert, denn ich wohne auch ländlich und konnte mich gut in die Charaktere reindenken und die Sicht der Frauen gut verstehen. Offensichtliches Problem der Familie: Gesprochen wird nicht viel. Über Gefühle schon gar nicht. So gibt es unterschwellig Missverständnisse, die nicht angesprochen werden. In Marlies hab ich mich oft selber gesehen…
Auf dem Bauernhof leben
Das Buchcover gefällt mir sehr gut. Durch die schönen Wildrosen fällt es auf und man ist neugierig, um was es in dieser Geschichte geht.Die Bäuerin Lisbeth mit Mann Karl sind stolz auf ihren Hof. Sohn Konrad heiratet Marlis, die keine Bäuerin ist und auch nicht wird. Es wird die Arbeit von einem Bauerhof gut beschrieben, was Tag für Tag und übers ganze Jahr für Arbeiten anfallen. Die Tiere müssen jeden Tag versorgt und die Felder berarbeitet werden.Für Marlis ist das alles neu und sie gibt sich große Mühe, doch der Schwiegermutter alles recht zu machen, ist nicht einfach. Da kann man verstehen, das Marlis ihr Leben leben möchte und wieder im Kaufhaus als Verkäuferin arbeitet und somit für ein paar Stunden weg vom Hof ist. Auch mit der Familienplanung lässt sich Marlis Zeit. Doch dann kommt das lang ersehnte Enkelkind Joanna. Das Leben auf einem Bauernhof ist nicht einfach, doch für Lisbeth ist es sehr wichtig, das der Hof erhalten bleibt und weiter geführt wird. Der Schreibstil ist anschaulich und angenehm. Man kann sich das ländliche Leben vorstellen, denn es wird gut beschrieben und wie die einzelnen Personen denken und fühlen.Es ist interessant das Leben auf dem Bauernhof kennen zu lernen und wer sich dafür interessiert, dem kann ich das Buch empfehlen.
Ein Hof, drei Frauen, drei Generationen
Als Marlies nach ihrer Hochzeit mit Konrad auf dessen elterlichen Hof zieht, beginnt für Marlies die Zeit der stillen Kämpfe. Marlies ist keine geborene Bäuerin und kann es ihrer Schwiegermutter Lisbeth in keinerlei Hinsicht recht machen.Nach zwei Jahren auf dem Hof setzt sich Marlies durch und beginnt wieder in ihrem Beruf als Verkäuferin zu arbeiten. Das missfällt Lisbeth sehr. Marlies emanzipiert sich weiter, anstatt sich für die Gartenarbeiten auf dem Bauernhof zu interessieren, geht sie auf die Jagd und lernt den Traktor zu fahren. Als Marlies die Tochter Joanna bekommt, gibt es weitere Diskrepanzen zwischen Marlies und Lisbeth,was die Erziehung und Kleidung der kleinen Joanna angeht. Das Buch ist authentisch geschrieben. Die Autorin versteht es mit ihrer mitnehmenden Schreibweise Erinnerungen zu wecken und lebendig zu halten. Vieles hat mich an meine eigene Kindheit erinnert. Es ist ein Buch über den Wandel der Zeit. Die Autorin schreibt eindrucksvoll über Liebe, Veränderungen, Verlust, Abschied und Trauer. Die Charaktere des Buches sind sehr gut beschrieben. Ich mochte sie alle. Das Buch regt zum Nachdenken an Es zeigt, wie wichtig es ist miteinander zu reden. Ich könnte mir eine Fortsetzung der Geschichte vorstellen.
Pressestimmen
Tradition, Rebellion, Rückbesinnung: An Bäuerin Lisbeth, Schwiegertocher Marlies und Enkelin Joanna ...zeigt Mank in ihrem Debüt den Wandel von Lebensentwürfen und Frauenbildern. Mitreißend. mehr weniger
06.09.2021
Ute Mank weiß aus eigenem Erleben, wie sehr ›Wildtriebe‹ auf einem hessischen Dorf beäugt werden – u...nd widmet ihr einfühlsames Debüt einem Drei-Frauen-Haus, in dem fast geräuschlos Fragen von Emanzipation verhandelt werden. mehr weniger
22.07.2021
Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Ute Mank in ihrem beeindruckenden Debüt ›Wildtriebe‹ die F...rauen aus drei Generationen mit ihren Ecken und Kanten, ihren Geheimnissen und Lieben. mehr weniger
22.07.2021
Ute Mank beschreibt das Leben auf einem hessischen Bauernhof mit kenntnisreichem Blick.
Meike Schnitzler, 01.07.2021
›Wildtriebe‹ ist ein starker Roman über die Sehnsucht nach Freiheit und Anerkennung, über Mut und sp...äte Erkenntnisse. mehr weniger
Ein sehr besonderer Generationenroman, der berührt und in dessen Figuren man sich ganz wunderbar ver...lieren kann. mehr weniger
Jaqueline Lenz, 08.12.2021
Ein bemerkenswertes Romandebüt!
11.11.2021
Eine tolle Lektüre – ein Lesevergnügen der Extraklasse.
Sonja Werkowski, 12.10.2021
Ein sehr lesenswertes Generationen-Porträt!
Carolin Federl, 08.09.2021
Ute Mank macht aus dem „einfachen“ Leben auf einem Bauernhof eine absolut ansprechende literarische ...Geschichte! mehr weniger
Alex Dengler, 30.08.2021
Ein leiser, gerade deshalb so emotionaler Generationenroman, der den Titel zu Recht trägt. Lesen!
24.08.2021
Drinnen schön, draußen schön, braucht jedes Haus, dieses Buch!
Ulrike Katrin Peters, 15.08.2021