Irgendwie geht es Henri okay. Aber irgendwie auch überhaupt nicht: seine Ehe ist Geschichte, die Affäre aber auch. Als sein Hausarzt dann auch noch »die Wechseljahre« bei ihm diagnostiziert, reicht es Henri langsam.
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Wir Freitagsmänner
Wenn ein Mann bei einem Date gesagt bekommt, dass er älter aussieht als sein brandaktuelles Foto, dann weiß er, die Dinge in seinem Leben laufen nicht gerade toll. So wie bei Henri. Irgendwie geht es ihm okay. Aber irgendwie auch überhaupt nicht: seine Ehe ist Geschichte, die Affäre aber auch. Als sein Hausarzt dann auch noch "die Wechseljahre" bei ihm diagnostiziert, reicht es Henri langsam.
»Eine sehr komische und oft überraschend berührende Geschichte, die eine Menge mit dem richtigen Leben zu tun hat, ... ein Feuerwerk an Pointen, die nie platt oder gar billig daherkommen.« Christine Westermann
»Ich habe neuerdings ein Loch im Bart. Es ist kein großes Loch. Aber wenn man morgens in den Spiegel schaut und einen älteren, müden Herren mit Brille sieht, der ein Loch im Bart hat, dann ist das ein echter Stimmungskiller. Außerdem hat ein Loch etwas Surreales. Was denkt sich ein Körper dabei, wenn er plötzlich im Bart Testläufe für eine Halbglatze veranstaltet?«
Immerhin passt es ganz gut, dass seine Traumfrau Emily als Coach arbeitet. Kann sie ihm helfen? Dummerweise steht Emily privat auf junge Männer. Aber so leicht gibt Henri nicht auf. Er merkt: Er will noch lange nicht aufs Abstellgleis. Und vielleicht sind die Wechseljahre ein Gleiswechsel, den er begrüßen sollte.
Fragen Sie als Mann in den Wechseljahren nicht nur Ihren Arzt oder Apotheker, sonder auch Ihren besten Freund, Ihre Ex-Frau, Ihren Hund und am Ende sich selbst, was gut für Sie ist.
Die funkensprühende Gebrauchsanweisung für den Mann in den besten Jahren.
»Ein Buch für alle: Frauen lernen was über Männer. Männer auch.« Christoph-Maria Herbst
Bibliografische Daten
3. Auflage
Hans-Gerd Raeth
Hans Gerd Raeth, Jahrgang 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie. Er lebt als freier Autor und Drehbuchautor mit seiner Familie in Berlin und wundert sich schon länger, dass auch in seinem Leben längst Freitag ist.
8 - 10 von 111 Leserstimme
Nicht nur ein Männerbuch
Wir Frauen erwarten oft, dass uns die Männer verstehen. Ganz sicher dürfen Männer deshalb wohl auch erwarten, dass wir Frauen sie verstehen wollen, wenigstens hin und wieder, naja ein wenig wenigstens.Ich denke, dazu kann dieses humorige Buch von Hans-Gerd Raeth sicher etwas beitragen. Nicht ganz unerheblich dürfte dabei allerdings auch das Alter der Lesenden sein. Bei Frauen denke ich, sollten ´mindestens 40 Lebensjahre Erfahrung und etwas Gelassenheit, gepaart mit Weisheit Voraussetzung für den Konsum des Buches sein. Bei Männern habe ich hier keine Ahnung.Henri ist der Hauptprotagonist. Er ist Mitte Fünfzig und schlägt sich mit den Männerwechseljahren herum, etwas mehr Gewicht, als guttut, wenig Antrieb, wenig Ziel, wenig Frau. Denn er ist geschieden und hier plagen ihn auch noch Schuldgefühle.Sein Job macht ihm soweit Spaß, seine Hündin auch und die beste Nebenrolle hat sein Freund Felix. So einen Freund wünschte ich meinem Mann auch. Felix geht ihm manchmal ganz schön auf die Nerven, aber er ist einfach immer da, selbst wenn Mann ihn nicht braucht.Der Freitag ist für Henri im Übrigen der Tag, an dem er sich sieht, wenn das Leben eine Woche lang wäre. Hin und wieder deprimiert ihn das ein wenig. Mit Humor und Ehrlichkeit geht er in sich und kommt schließlich zum gleichen Schluss wie sein Arzt und sein Freund Felix – es muss noch etwas kommen und es geht noch was. Und zum Ende gibt es vielleicht ja auch eine neue Liebe, wer weiß?
Witzig und unterhaltsam
Das Buch beginnt witzig und lässt mich direkt im Plot ankommen: Henri sitzt bei einem Date und das Gegenüber bescheinigt ihm als erstes, dass er auf dem Profilfoto aber deutlich jünger aussah. Das hat gesessen! Ist das wirklich so? Henris Ehe ist gescheitert, die Affäre vorbei, und als Krönung diagnostiziert ihm sein Arzt auch noch die „männlichen Wechseljahre“. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, versucht Henri, das Ruder herumzureißen. Mit seiner Traumfrau Emily, die aber eine Vorliebe für deutlich jüngere Männer hat…Das war eine kurzweilige und sehr unterhaltsame Lektüre! Trotz des eigentlich ja ernsten Themas, das Älterwerden und das Arrangieren mit den neuen Lebensumständen, musste ich oft schmunzeln. Der Autor hat viele Szenen wirklich witzig umgesetzt, Szenen, die sicher ein wenig überzeichnet wurden, die ich mir aber in abgeschwächter Form sehr gut vorstellen konnte. Die männlichen Wechseljahre sind zwar der Dreh- und Angelpunkt der Story, vielmehr aber geht es um die Akzeptanz des Älterwerdens – und das verpackt in eine charmante Geschichte.Henri als Protagonist war mir von der ersten Seite an sympathisch. Manchmal ist er wirklich tollpatschig, meist aber schlagfertig und weiß, mit Worten umzugehen. Seine Reaktionen auf missliche Lagen oder komische Sprüche sind wirklich zum Schmunzeln, seine „Ecken und Kanten“ machen Henri nahbar und authentisch - ich habe seinen Weg mit großem Vergnügen verfolgt.Der Schreibstil ist leicht und locker, die Geschichte lässt sich durch viele lebendige Dialoge sehr schnell „weglesen“. Manche Situationen (und auch Charaktere) sind ein wenig überzeichnet, doch genau die schreiben das Leben schreibt, wenn man versucht, mit der Zeit Schritt zu halten. Vieles ist komisch und zum Schmunzeln – dadurch bleibt es stets schwungvoll. Lediglich das Ende war mir ein wenig zu überzogen und dadurch auch etwas unglaubwürdig - trotzdem war es ein runder Abschluss, der mich das Buch mit einem guten Gefühl hat zuschlagen lassen.
Endlich Wechseljahre bei Männern
Henry leidet unter dem Scheitern seiner Ehe. Im Job läuft es auch nicht nach Wunsch und so langsam muss er sich auch mit dem Gedanken anfreunden, dass er nicht mehr der Jüngste ist. Sein gleichaltriger Freund will ihm ein wenig auf die Sprünge helfen. Ob erste medizinische Probleme oder Schwierigkeiten mit Frauen – die beiden diskutieren humorvoll und doch lebensnah über die Wechseljahre des Mannes. Dabei hat Henry doch endlich seine Traumfrau kennengelernt. Der Autor hat einen leichten und lockeren Schreibstil gewählt, der trotzdem Tiefgang hat und den Lesenden immer wieder auf seine eigene Situation zurückwirft. Fazit: Endlich ein Buch, dass die Wechseljahre des Mannes zur Sprache bringt, wo doch sonst angeblich nur Frauen darunter leiden. Ich habe das Buch mit viel Spaß gelesen und werde es bestimmt dem einen oder anderen als Geburtstagsgeschenk überreichen. Übrigens: In meinen Augen wäre ein anderes Ende auch absolut möglich gewesen.
Nicht nur für Männer ...
Bei diesem Buch hat mich natürlich als erstes das Cover neugierig gemacht, denn das ist mal was Besonderes mit dem Dachskopf auf dem menschlichen Körper.Der Inhalt hat mich auch größtenteils überzeugt, denn der Schreibstil ist lebendig und sehr humorvoll.Die Figuren, allen voran Henri, wirken recht glaubwürdig. Sie haben ihre Probleme, Ecken und Kanten, gute und schlechte Eigenschaften - eben wie im echten Leben. Als Leser im mittleren Alter kann man vieles prima nachvollziehen, auch wenn man das Buch als Frau liest. Vielleicht ist es sogar gut, manche Dinge mal aus einer anderen Perspektive zu sehen: so sind zum Beispiel die "Wechseljahre" anscheinend nicht nur ein Thema für Frauen. Auch Henri wird zunehmend vom Alter eingeholt und hat mit diversen Zipperlein zu kämpfen. Dass diese Phase im Leben leider nicht nur körperlich, sondern vor allem auch psychisch herausfordernd sein kann, bringt der Autor in diesem Buch prima zum Ausdruck.Ob Beziehungen, Berufsleben, Freizeit oder Familie und Freundschaften: alle Aspekte werden beleuchtet und in teils recht lustig geschilderte Episoden verpackt.Über das Ende hab ich mich einerseits sehr gefreut, aber andererseits hat es noch einen halben Stern in der Bewertung gekostet, da es auch extrem unwahrscheinlich war. Vielleicht spielte da auch die eigene Erfahrung mit einem ähnlichen männlichen Exemplar eine Rolle bzw. die Tatsache, dass ich mich in eine weibliche Figur in dieser Situation gut einfühlen konnte.Aber insgesamt betrachtet ist es auf jeden Fall ein sehr unterhaltsames Buch, aus dem man auch manch Nützliches mitnehmen kann.Wenn das Leben nur eine Woche wäre, an welchem Tag siehst du dich gerade?
Stent by me!
Henri muss sich eingestehen, dass er aktuell nicht ganz so glücklich ist. Seine Ehe mit Jenny ist Geschichte, seine Affäre Sue hat ihn auch verlassen und mit seiner Angebetenen Emily hatte er einen äußerst unglücklichen Start. Und wäre das alles noch nicht genug, hat er nun auch noch ein Loch in seinem Bart. Henris Arzt diagnostiziert ‚die Wechseljahre‘ und damit steht für Henri fest, dass er dringend einen Plan für sein Wochenende benötigt. Wir Freitagsmänner von Hans-Gerd Raeth ist ein Roman über das Älterwerden, Innehalten und sich selbst nicht zu ernst nehmen. Wir nehmen die Perspektive von Henri Albers einen, einem Anfang 50-jährigen, der durch seine Affäre mit Sue seine Ehe an die Wand gefahren hat und jetzt doch wieder alleine ist. Henri Albers nimmt sich selbst nicht zu ernst, weswegen es super lustig ist, den Beginn seiner ‚Wechseljahre‘ mitzuerleben. Schlagfertig, nachdenklich, aber eben auch humorvoll werden wir durch die Geschichte getragen. Das Buch lässt sich aufgrund des lockeren Schreibstils kaum aus der Hand legen und neben vielen Lachern gibt es auch immer wieder Erkenntnisse Henris, die auch den Leser:innen etwas zum Nachdenken mitgeben können, ohne zu schwer zu wirken. Der Autor schafft es ein Gleichgewicht zwischen stereotypischen Handlungen und dynamischen Figuren herzustellen, sodass die Geschichte smart und humorvoll anstatt platt wirkt. Henris schlagfertige Antworten sorgen immer wieder für kleiner und größere Lacher und auch sein ‚nicht aufgeben‘ wirkt nicht penetrant.Einzige Kritik ist für mich Cindy, die mir im Laufe der Geschichte doch zu überspitzt dargestellt wurde und mir irgendwann eher auf die Nerven ging. Trotzdem ist Wir Freitagsmänner ein empfehlenswerter Roman für diejenigen, die etwas zum Lachen brauchen und wie Henri nicht alles zu ernst nehmen.
Ein sehr guter Unterhaltungsroman...
Fazit: Ein sehr einfacher und dennoch schöner Unterhaltungsroman, der sich gut nebenbei lesen lässt. Ein Mann mittleren Alters beschreibt das Leben, wenn er von einen auf den anderen Tag bemerkt, dass er alt zu werden scheint. Der Autor hat jede Menge Humor in die Handlung einfließen lassen und einen schnelllebigen Roman geboten, der den Leser zum Nachdenken animiert, wo er sich selbst zeitlich in seinem Leben befindet. Ich mochte den Grundgedanken sehr und die Charaktere sind allesamt auf ihre Art und Weise sympathisch gestaltet worden und ich konnte sie ins Herz schließen. Dennoch muss ich erwähnen, dass mir die Dialoge zeitweise zu flach waren. Das ist definitiv ein Punkt gewesen, der mich in dieser Geschichte gestört hat. Der Leser sollte nichts Großes erwarten und doch wird er gut unterhalten! Was ich an diesem Buch unheimlich gut gelungen finde ist das Cover. Ich finde dieses animiert zum Kauf.
Wirklich lesenswert
Das Cover ist dynamisch und augenzwinkernd gestaltet, es weckt Neugier und trifft den Ton des Romans sehr gut. Klappentext und Leseprobe halten, was sie versprechen: eine ebenso humorvolle wie nachdenkliche Geschichte über einen Mann, der sich mit dem Älterwerden auseinandersetzen muss.Im Mittelpunkt steht Henri Albers, ein Mittfünfziger, dessen Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Nach der Scheidung bleiben ihm vor allem Schuldgefühle, sein Arzt diagnostiziert „Wechseljahre“ und verordnet eine radikale Lebensumstellung, und auch beruflich wächst der Druck. Während er zunächst die etwas schräge Cindy datet, begegnet er schließlich Emily, einer Life Coach, die ihn stärker beschäftigt als gedacht. Zwischen Selbstzweifeln, gut gemeinten Ratschlägen seines besten Freundes Felix und dem Wunsch nach einem Neuanfang versucht Henri, seinen Platz im Leben neu zu bestimmen.Der Roman überzeugt vor allem durch seinen ruhigen, eingängigen Stil. Der Autor erzählt aus der Ich-Perspektive, wodurch man Henri sehr nahekommt. Seine Gedanken wirken authentisch, seine Verunsicherung angesichts körperlicher Veränderungen und gesellschaftlicher Erwartungen ist nachvollziehbar geschildert. Besonders gelungen ist der feine, oft selbstironische Humor, der nie ins Klamaukartige kippt. Henri ist kein Held im klassischen Sinne, sondern ein reflektierter, manchmal ratloser Mensch – gerade das macht ihn sympathisch.Auch die Nebenfiguren sind sorgfältig gezeichnet. Felix sorgt mit seiner eigenwilligen, großzügigen Art für humorvolle Momente, ohne zur Karikatur zu werden. Emily bringt eine neue Perspektive in Henris Leben, bleibt dabei jedoch mehr als nur Projektionsfläche. Die Dialoge wirken lebendig und tragen wesentlich zur Dynamik der Geschichte bei.Kleinere Schwächen zeigen sich in einigen Passagen, in denen innere Monologe etwas ausführlich geraten und das Tempo verlangsamen. Manche Entwicklungen sind zudem früh absehbar. Dennoch überwiegt der positive Eindruck deutlich.„Wir Freitagsmänner“ ist ein stiller, kluger Roman über Selbstwahrnehmung, Midlife-Crisis und den Mut zur Veränderung. Er verbindet Leichtigkeit mit Nachdenklichkeit und bleibt dabei stets empathisch gegenüber seinem Protagonisten.
Mann in den Wechseljahren ...
Das Cover ist dynamisch und witzig, es macht neugierig. Es passt zu diesem großartigen Roman aus der Sicht eines Mannes in den WechseljahrenWährend Henri die schräge Cindy datet, gewinnt er meine Sympathie - ich fühle sofort mit ihm. Sehr schöne Einführung ins Buch. Auch das Treffen mit seinem besten Freund Felix gefällt mir. Cover, Klappentext und Leseprobe halten, was Autor und Verlag versprechen.Der Schreibstil von Hans-Georg Raeth begeistert mich das gesamte Buch über. Der Autor erzählt eine gute Geschichte mit interessanten und authentischen Figuren, mit eloquenten Dialogen.Sein Hauptprotagonist Henri staunt über sein Älterwerden und die unausweichlichen Konsequenzen, und über die Dinge, die reifen Menschen angedichtet werden. Einerseits steht er diesem Prozess hilflos gegenüber, andererseits zeigt er sich ebenso reflektiert wie tiefgründig, vor allem jedoch macht ihn sein pointierter Humor sympathisch. Auch die Beziehung zu seinem besten Freund Felix bringt mich zum Lachen – ein seltsamer und überaus großzügiger Typ.Und dann ist da noch die Traumfrau.Was passiert, als Henri Emily begegnet, sollten Sie unbedingt selbst lesen!
Über das Glück in der zweiten Lebenshälfte
Für den Mittfünfziger Henri Albers läuft es gerade nicht so rund. Er hat bei seiner Scheidung nichts behalten außer jeder Menge Schuldgefühle, sein Arzt diagnostiziert Wechseljahre und verordnet eine komplette Lebensumstellung und zu allem Überfluss bekommt sein Bart Löcher. Wird er etwa alt? Als er bei einem missglückten Date zufällig auf seine Traumfrau trifft, setzt er alles daran, sie näher kennen zu lernen. Wie gut, dass sie Life Coach ist! Wenn das mal nicht der perfekte Aufhänger ist, um sich von ihr sein Leben optimieren zu lassen. Leider läuft nicht alles so wie geplant.Herrlicher Roman über einen Mann in den besten Jahren, der die Midlife-Crisis erfolgreich hinter sich gebracht hat und nun Angst hat, aufs Abstellgleis abgeschoben zu werden. Mit wunderbarer Leichtigkeit, aber auch der nötigen Schwermut, nie seicht, sondern sehr tiefgründig und immer empathisch erzählt der Autor von Henri, dem es eigentlich ganz gut geht, der aber nicht komplett immun gegenüber dem allgemein herrschenden Drang zur Selbstoptimierung ist. Da er ein selbstreflektierter Mensch ist, fallen die Salven von außen auf fruchtbaren Boden. Sein Arzt und sein besten Freund Felix verordnen ihm ein gesalzenes Gesundheitsprogramm, seine Frau macht ihm gehörig Schuldgefühle wegen seines Seitensprungs und der Chef im Verlag möchte ihm seinen Job aufs Auge drücken. Alles Dinge, die Henri eher nicht braucht. Schon nützlicher sind die Tipps von Traumfrau und Life Coach Emily, in deren Praxis er sich einschleicht. An sich will er sie nur zu einem Date überreden, aber dann erweisen sich ihre Tipps und Anregungen als ungeheuer hilfreich für sein neues Lebensgefühl. Und so erkennt er, dass er nicht nur ein Freitagsmann ist, sondern je nach dem auch mal ein Mittwochs-, Donnerstags- oder Sonntagsmann sein darf. Der Autor versteht es meisterhaft, in sehr eingängigem, lockerem Stil die alltäglichen Geschehnisse und Gedanken Henris zu erzählen, mit einer guten Prise Humor und immer voller Sympathie mit seinem Helden seine Kümmernisse, Selbstzweifel und Gefühlsausbrüche aufs Trapez zu bringen, ohne ihn zu verurteilen. Durch die Ich-Perspektive kommt man als Leser Henri sehr nah, man lebt mit ihm mit und er wird zu einem guten Freund. Im Laufe des Buches kann man so verfolgen, wie Henri reift, wie er wieder Selbstbewusstsein bekommt und letztlich lernt, was ihm guttut und was nicht. Auch die anderen Figuren sind bestens beschrieben, besonders Henris bester Freund Felix sorgt für einiges Schmunzeln und macht ebenso eine positive Entwicklung wie auch Jenny, Henris Ex, die zum Glück von ihrem nervigen und belehrenden Schuldgefühle-Einreden wegkommt.Ein kurzer Exkurs sei dem Cover gegönnt, das mit leuchtenden Farben und dem Dachskopf sofort ins Auge sticht. Mir gefiel es sehr gut und ich habe länger darüber nachgedacht, was man dem Leser da wohl mitteilen wollte. Henri ist eher kein Frechdachs und auch kein junger Dachs, schon eher ein Meister Grimbart, der mit dem Ergrauen des Bartes langsam, aber sicher seinen Platz im Leben gefunden hat, der aber noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Der Dachs steht symbolisch oft für Selbstentdeckung und persönliche Entwicklung, was in dem Zusammenhang sehr gut zu Henri passt. Fazit: Das mit seinen knapp 290 Seiten eher dünne Buch erweist sich als intensive und zu Herzen gehende Geschichte, die immer kurzweilig und kompakt und bisweilen auch überraschend daherkommt und bis zum einigermaßen hoffnungsvollen Ende bestens unterhält. Henri ging mir ins Herz, ließ mich lachen und schmunzeln und gerührt ein Tränchen verdrücken. Nicht nur für Freitagsmänner ein wunderbarer Roman über Selbstbestimmung und das Schmieden des eigenen Glücks.
Waschbär mit Tollwut
Der Roman ist in thematische Kapitel eingeteilt mit aussagekräftigen Überschriften, sodass man sich beim Lesen auf das jeweilige Thema einstellen kann. Der Schreibstil ist locker, humorvoll, aber trotzdem steckt eine Prise Wahrheit in den Aussagen. Man hat nicht das Gefühl, einen Roman über das Älter werden von Männern und ihre Midlife Krisen und Wechseljahresbeschwerden zu lesen, es fühlt sich eher an, wie ein Gespräch unter Freunden. Im Zentrum des Geschehens steht Henri, ein Mittfünfziger, bei dem sich erste Beschwerden einstellen und ihn dann dazu verleiten, sein gesamtes Lebenskonstrukt zu reflektieren, die momentane Situation in Frage zu stellen und zaghaft mit den ersten einschneidenden Veränderungen zu beginnen. Seine Ehe ist geschieden, die Kinder sind erwachsen, er begibt sich auf Dating-Plattformen und begegnet eher zufällig einer Mental-Coach-Frau, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Interessant finde ich ihre Sichtweise das Leben als Woche zu betrachten und Henri sieht sich hier selbst schon bei Freitag angelangt, ohne konkrete Pläne für das bevorstehende Wochenende. Es besteht nicht mehr genügend Zeit, um alles zu verändern und auszuprobieren, aber dennoch noch ausreichend Zeit, um vieles nachzuholen und zu ändern. Zu Beginn war die Grundstimmung melancholisch, nachdenklich, mit der Zeit ändert sich die Stimmung und wird hoffnungsvoller und positiver in der gesamten Lebenseinstellung. Insgesamt lässt sich der Roman leicht und flüssig lesen, er ist pointiert und unterhaltsam, hat aber auch ein paar wenige ernste Momente. Er besteht hauptsächlich aus Alltagsanekdoten kombiniert mit Fragen nach dem Lebenssinn, Krankheit, Freundschaft, Beziehung und hat eine gewisse Selbstironie.
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Pressestimmen
Ein Feuerwerk an Pointen, die nie platt oder gar billig daherkommen. (...) Eine sehr komische und of...t überraschend berührende Geschichte, die eine Menge mit dem richtigen Leben zu tun hat. mehr weniger
Chritine Westermann, 12.04.2026
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Chrstine Westermann, 25.03.2026
Witziger Blick auf das starke Geschlecht.
10.06.2026
Frech und witzig, auf die 12 – herrlich!
Daniel Kaiser, 04.06.2026
Ein witziger, schneller Roman mit vielen kleinen Pointen, gekonnt stereotypen, aber realistischen Fi...guren, welcher sich um die Fragen des Älterwerdens dreht. Ein Buch für Männer in den besten Jahren, welches aber auch für Frauen durchaus lesenswert ist. mehr weniger
Laura Schnellmann, 21.05.2026
Seit Miranda Julys Buch ›Auf allen vieren‹ aus dem Jahr 2024 ist etwa alle paar Wochen ein neuer Rom...an über die Wechseljahre erschienen, wobei nebenbei natürlich immer auch ein kleiner Kampf gegen Vorurteile oder Tabus oder ganz allgemein die Gesellschaft geführt wird. Mit ›Wir Freitagsmänner‹ von Hans-Gerd Raeth gibt es jetzt endlich einen solchen Roman für den Mann. Der und seine Probleme wollen schließlich genauso beachtet werden. mehr weniger
09.04.2026
Eine ebenso absurde wie überraschende Geschichte voller peinlicher Situationen, skurriler Begegnunge...n und unerwarteter Wendungen. mehr weniger
01.04.2026
Herrliche Dialoge, sehr witzig und dabei trotzdem auch tiefgründig.
20.03.2026
Das Gedicht aus dem Nachlass Kalékos, das vom Illustrator Thomas Müller mit Szenen in kräftigen Farb...en bebildert wurde, kann helfen, mit Kindern ab fünf Jahren über Themen wie Verlust, Flucht und Neubeginn ins Gespräch zu kommen. Es ist aber auch eine kleine Feier des kindlichen Einfallsreichtums. mehr weniger
15.03.2026
Hans-Gerd Raeth wirft einen Schadenfrohen Blick auf Männer in den besten Jahren. Gebrauchsanleitung... für die männlichen Wechseljahre inklusive. mehr weniger
15.03.2026
Hans-Gerd Raeths liebe- und humorvoller Blick auf seine Hauptfigur mitsamt Komparsen bringt alles zu...r Sprache, womit sich der moderne Mann spätestens ab Mitte 40 herumschlagen "darf". mehr weniger
03.03.2026
Männer im gewissen Alter brauchen keinen neuen Anstrich, sondern dieses Buch!
Jessica Gartzke, 27.02.2026