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Buch Demon Copperhead von Barbara Kingsolver und Text Schau nicht weg. Hier bin ich.
Buch Demon Copperhead von Barbara Kingsolver und Text Schau nicht weg. Hier bin ich.
»Als hätten die Coen-Brüder Dickens verfilmt.« The Times

Demon Copperhead

»Jeder weiß, dass alle, die in diese Welt geboren werden, von Anfang an gezeichnet sind – Gewinner wie Verlierer.«

Ein Trailer in den Wäldern Virginias, dem Land der Tabakfarmer und Schwarzbrenner, der Hillbilly-Cadillac-Stoßstangenaufkleber an rostigen Pickups. Hier kommt Demon Copperhead zur Welt – die Mutter ist noch ein Teenie und frisch auf Entzug, der Vater tot. Ein Junge mit kupferroten Haaren, großer Klappe und einem zähen Überlebenswillen, bei allem, was das Leben für ihn bereithält: Armut, Pflegefamilien, Drogensucht, erste Liebe und unermesslichen Verlust. Es ist seine Geschichte, erzählt in seinen Worten, unbekümmert, vorwitzig, von übersprudelnder Lebenskraft.

Ein mitreißender Roman über ein Leben auf Messers Schneide, in dem in jedem Moment Hoffnung aufscheint. 

Ein Triumph und ein großes Lesevergnügen: Der Millionenbestseller aus den USA, über ein Leben gegen alle Widerstände.

»Eine der großen virtuosen Sprachperfomances. Ein meisterhaftes Lehrstück.« Richard Powers

»Erzählkunst at its best.« Stephen King

»Ein ebenso komisches wie schmerzhaft-wahrhaftiges Buch.« Alena Schröder

»Zutiefst berührend, zutiefst lebendig.« Susanne Abel

Bibliografische Daten

EUR 12,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-44416-3
Erscheinungsdatum: 15.02.2024
1. Auflage
832 Seiten
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren
Autor*innenporträt

Barbara Kingsolver

Barbara Kingsolver, 1955 geboren, hat Romane, Gedichte, Essays und ein Memoir verfasst, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden, u. a. mit dem Pen/Faulkner Award, dem Orange Prize for Fiction, dem Women's Prize for Fiction und dem Pulitzer-Preis. Sie wurde mit der National Medal of Humanities geehrt und ist Mitglied der American Academy of Arts and Letters. Aufgewachsen in Kentucky, lebt sie heute mit ihrer Familie auf einer Farm in Virginia.

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Übersetzer*innenporträt

Dirk van Gunsteren

Dirk van Gunsteren, ausgezeichnet mit dem Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis und dem Übersetzerpreis der Stadt München, übertrug u.a. Thomas Pynchon, John Dos Passos, George Saunders, Patricia Highsmith und Philip Roth ins Deutsche.

zur Übersetzer*innen Seite
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150 von 150 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.79 von 5 Sternen


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5 - 10 von 150 Leserstimme

katercarlo am 28.03.2024 20:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Berührend, beeindruckend

Das Buch ist tragisch, schonungslos und steckt trotzdem voller Leben. Demon Copperhead ist augenscheinlich ein Loser und doch habe ich ihn schnell ins Herz geschlossen, verstehe ihn und bewundere ihn für seine Resilienz und seinen starken Charakter.Das Buch hat über 800 Seiten, das Hörbuch ist über 15 Stunden lang. Trotzdem hätte ich die Geschichte problemlos noch länger verfolgen können. Das Buch hat mir vor Augen geführt, welches Glück ich im Leben haben, aber wie viel Pech auch andere. Und es zeigt, dass man einen Menschen niemals vorverurteilen sollte. Dass auch in einem augenscheinlichen Loser ein herzensguter, kluger und talentierter Mensch stecken kann, der einfach nur ein bisschen mehr für ein glückliches Leben kämpfen muss als andere. Damit hat mich das Buch berührt.Durch die über 800 Seiten konnte ich den Protagonisten und alle anderen Figuren wirklich kennenlernen und Teil ihres Lebens werden. Ich konnte ihre Perspektive einnehmen.Und das alles dank eines lebensklugen, hin und wieder gewitzten, aber immer unterhaltsamen Erzählstils.Kurzum: Das Buch hat mich berührt, Eindruck hinterlassen und damit absolut begeistert. Ich kann es nur weiterempfehlen.

buechernarrin am 27.03.2024 22:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein atemberaubendes Buch/ Mitreißend spannend bis zur letzten Seite

Ein umwerfenden Buch, was gar nicht den Eindruck vermittelte, wenn man nur vom Cover ausgehen würde. Erst die Leseprobe und der Buchrücken haben mich darüber grübeln lassen, ob ich mir die Genre mal zu Gemüte führen möchte, da ich für gewöhnlich nicht in dieser Sparte unterwegs bin. Der Inhalt selbst, fesselt innerhalb weniger Sätze, klar und verständlich und auch flüssig steigt man in die Geschichte ein. Die Proragonisten haben eine gewisse Tiefe die ich mag auch die "Nicht Hauptprotagonisten" werden prima in Szene gesetzt und beleuchtet- zumindest in meinen Augen was dem Buch noch mehr Tiefe gibt, immerhin sind es nicht nur die Hauptdarsteller die die Bücher gut machen sondern auch die Personen außen herum machen eine Geschichte gut. Das Cover selbst, gefällt mir zum Schluss hin doch recht gut. Es ist relativ schlicht gehalten, so dass man von einem überfüllten Titelbild nicht erschlagen wird.

kkruse am 26.03.2024 19:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Copperhead verzaubert mich wie Copperfield

Jetzt ist es erst März und ich glaube, mein Buch des Jahres schon gefunden zu haben! Copperhead hat sich wie ein Copperfield in mein Herz gezaubert und es war keine Seite zu viel, obwohl Kingsolvers Roman so ein dicker Wälzer ist. So hatte ich immerhin möglichst lange etwas von dem Buch und konnte Demons Geschichte lange verfolgen. Definitiv wird es ein Lesehighlight 2024 sein.Copperfield habe ich hier auch nicht zufällig erwähnt, denn die Autorin nimmt diesen bekannten literarischen Helden von Charles Dickens als Vorlage und adaptiert dessen sozialkritische Erzählung für ihre Region und Zeit, sodass David Copperfield mit Demon Copperhead zu einem modernen, typisch amerikanischen Gesellschaftsroman wird. Die Kritik an der die Lebensumstände bestimmenden Armut, die Empörung über deren Folgen für Kinder und Mitgefühl für die Vernachlässigten am Rande der Gesellschaft sind (leider) über die Jahrhunderte gleich geblieben und man müsste wirklich die literarische Vorlage noch einmal lesen, um alle Parallelen zu erkennen. Mit großer Wucht und Emotionalität schildert Kingsolver Demons Entwicklung, sodass es teilweise zu Tränen rührt. In ärmlichen Verhältnissen geboren, wird er zum Drogenwaisen und daraufhin von Station zu Station weitergereicht. Dennoch behauptet er sich und verliert trotz aller Hürden nicht den Lebensmut. Aber als Teenager gerät er bedingt durch seine gesellschaftlichen und sozio-ökonomischen Lebensumstände trotzdem in die Fänge des Drogenmilieus und all seine kindlichen Hoffnungen auf eine bessere Zukunft scheinen dahin. Die Stimmung im Roman ändert sich hier merklich. Während im ersten Teil ein lockerer, schnodderiger Ton des pragmatisch, aber zuversichtlich in die Zukunft blickenden Demon vorherrschte, wird es im zweiten Teil emotionaler, resignierter, zum Teil sogar etwas bitter aufgrund der zerstörten Hoffnungen. Aber der schwarze Humor kommt auch immer wieder durch und die Lektüre ist für mich ein Vergnügen geblieben. Demon ist ein ganz außergewöhnlicher Held: selbstbewusst, risikofreudig, pragmatisch und verwegen. Seine Erzählstimme ist schnodderig und modern, sodass der Roman auch Identifikationspotential für Jugendliche hat, die trotz des beachtlichen Umfangs zu diesem Buch greifen sollten! Viele sollten sich in Demons Problemen und seiner Entwicklung wiedererkennen und am Ende schafft es der Protagonist ja auch trotz aller Widerstände sein Leben zu meistern! Gerade dieses Ende liest sich wunderbar, wie ein Filmabspann, und bringt die Lektüre zu einem krönenden Abschluss. Auf seinem Weg trifft Demon zudem auf eine Vielzahl verschiedener Charaktere, die das Buch zu einem vielschichtigen Werk machen. Vor allem Angus habe ich unter den ganzen Nebenfiguren ins Herz geschlossen. Mein einziger kleiner Kritikpunkt wäre, dass es bei diesen vielen Personen manchmal schwierig ist, den Überblick zu behalten, aber das soll dieses einzigartige Werk nicht schmälern! Ich bin verzaubert von Demon Copperhead!

mike nelson am 24.03.2024 20:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein großartiger Wälzer

Ein großartiger Wälzer! Die mir bislang unbekannte amerikanische Schriftstellerin Barbara Kingsolver hat mit ihrem aktuellen Roman "Demon Copperhead" Großes vollbracht, dabei vielleicht ein wenig von Charles Dickens und Mark Twain ispiriert - was ja durchaus ein Zeichen von Qualität ist, aber sei's drum. Demon Copperhead selbst erzählt uns seine Lebensgeschichte, die auch die Geschichte einer abgehängten und vergessenen Region Amerikas ist. Und ein schlechterer Start ins Leben, als Demon ihn hatte, ist kaum vorstellbar - Vater tot, Mutter abhängig. Die Leserschaft darf über viele Hundert Seiten hinweg dem erschütternden Lebensweg von Demon folgen: Der Tod der Mutter, von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht werden, die ersten Schwärmereien und die erste Liebe, die Suche nach den familiären Wurzeln; ein wenig Glück, Teil eines Football-Teams werden zu dürfen, die Drogenkarriere, weil das Leben mit 'klarer Birne' nicht immer so gut zu ertragen ist; die Entdeckung eines Talents - das Zeichnen; und am Ende dann die Fahrt ans weit entfernte Meer, Sehnsuchtsort und in seiner Weite und Unergründlichkeit ein neuer Möglichkeitsraum. Demon scheint am Ende der Geschichte eine zarte, innere Stabilität erreicht zu haben, bereit, sein Leben neu in Angriff nehmen. Am Ende hinein ins Offene - es schreit förmlich nach einer Fortsetzung. Eine hochkomplexe Geschichte, ernüchternd und lebensklug. Unbedingt lesen!!!

meggie3 am 24.03.2024 11:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Highlight-Buch: Absolut lesenswerter Roman

Demon Copperhead hat es von klein auf nicht leicht. Seine Mutter ist drogensüchtig, er muss sich schon sehr früh um sich und letztlich auch seine Mutter kümmern. Lichtblick ist die Nachbarsfamilie, die ihn fast wie einen weiteren Sohn behandelt. Armut und Perspektivlosigkeit ziehen sich durch seine Kindheit. Dennoch hat er Humor, liebt das Zeichnen und beobachtet genau. Er ist ein liebenswerter Protagonist und trifft in seinem Leben glücklicherweise auch immer wieder auf Menschen, die ihm wohlgesonnen sind.Der Roman erzählt die Geschichte des Demon Copperhead, von seinem Aufwachsen bis hinein ins Erwachsenenleben. Er befasst sich thematisch mit dem US-amerikanischen Sozialsystem, der Schere zwischen Stadt und Land und „abgehängten“ Regionen und der Opioidkrise in den USA. Bei all den schweren Themen und den vielen Tiefschlägen, die Demon durchaus erleiden muss, hat der Roman meinem Empfinden nach wenig Schweres an sich. Es gibt immer wieder Passagen, die mich haben durchatmen lassen.Absolut herausragend finde ich, wie die Autorin Demons Weg beschreibt. Mit vielen Tiefen, aber auch einigen Lichtblicken. Die Sprache lässt sich sehr gut lesen und es gab einige Passagen, die inhaltlich und sprachlich so berührend waren, dass ich sie mehrmals gelesen habe.Auch wenn der Roman über 850 Seiten stark ist, ich fand ihn keine Seite zu lang. Auch wenn der Mittelteil mit der Beschreibung einer Generation, die in die Sucht rutscht, schwer zu ertragen war, habe ich das Buch wirklich gern gelesen. Der Autorin ist es gelungen, sehr ernste und bedrückende Themen in dem Roman so zu verpacken, dass es mich zwar berührt und mitgenommen, mich aber nicht komplett runtergezogen hat und ich gerne weitergelesen habe. Obwohl ich teilweise nur darauf gewartet habe, was als nächstes Furchtbares passiert und gehofft, dass es anders kommt…

evenia am 19.03.2024 14:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Berührendes und herzzerreißendes Meisterwerk

Das Cover und auch die Leseprobe haben mich gleich angesprochen. Da ich aus der Generation komme, die "David Copperfield" von Charles Dickens schon als junges Mädchen gelesen habe, war ich natürlich sehr gespannt auf die Neuinterpretation von Barbara Kingslover's "Demon Copperhead".Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Was hab ich mitgefiebert, mitgelitten, mich gefreut und auch geweint auf meinem gemeinsamen Weg mit Demon, den ich doch sehr ins Herz geschlossen habe. Genauso, wie ich wütend auf den ein oder anderen der "Pflegefamilien" war, genauso sind mir andere Personen sehr ans Herz gewachsen (Angus zum Beispiel).Demon wird in einer Trailer-Siedlung geboren. Seine Mutter, immer wieder zugedröhnt, überlässt Demon viel sich selbst. Er übernimmt schon früh die Verantwortung für seine Mutter. Sein Vater ist schon vor seiner Geburt gestorben. Demon verbringt viel Zeit bei den Nachbarn, mit deren Enkel, der dort aufwächst, verbindet ihm eine tiefe Freundschaft. Dort erlebt er "Familie", so wie er es nie kennengelernt hat. Als auch Demons Mutter stirbt, beginnt für Demon eine traurige Reise durch verschiedene Pflegefamilien und -stellen. Er erlebt Gewalt, Drogenmissbrauch (und da ist wohl jede Droge bei, die man sich nur vorstellen kann) und träumt von Meer. Demon ist immer auf der Suche... nach sich selbst, nach Liebe, nach Familie, nach Zugehörigkeit.Die Autorin hat mich mit ihrem Werk in ihren Bann gezogen, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und bin nur so durch die knapp 900 Seiten geflogen. Von mir aus hätte das Buch gern noch mehr Seiten haben können.Immer noch sehe ich den jungen Demon mit seinen roten Haaren vor mir und würde mir wünschen, einige seiner Comics lesen zu können, die er gezeichnet hat. Und so gern hätte ich ihn immer wieder am liebsten in den Arm genommen.Das Buch hat mich sehr berührt. Ein grandioses Werk, welches mit Recht mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

scorpio am 18.03.2024 16:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

ein richtig gutes Buch

"Ein Trailer in den Wäldern Virginias. Das Land der Tabakfarmer und Schwarzbrenner, der Hillbilly-Cadillac-Stoßstangenaufkleber an rostigen Pickups, aufgegeben von sämtlichen Superhelden und dem Rest der Nation. "Diese zwei Sätze der Buchbeschreibung waren ausschlaggebend dafür, dass ich diesen fulminanten und sehr umfangeichen Roman unbedingt lesen musste!Die Lebensgeschichte des Demon Copperhead klingt für mich typisch amerikanisch. Das Leben das sich ihm bietet hat alles, von einer traurigen Kindheit, über Verlust und Armut, weitergereicht von einer Pflegefamilie in die nächste bis hin zur großen Chance seinem Leben die richtige Richtung zu geben. Leider endet auch das tragisch und Demon muss eine Entscheidung treffen.Die Autorin hat hier viele Themen eingebaut, die ich sehr interessant fand. Sie geben Einblicke in die amerikanische Gesellschaft, das Hinterland, weit weg von den glanzvollen Städten und dem Reichtum und spiegeln sie auf beeindruckende Weise wieder.Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt und viele Emotionen hervorgerufen. Demon seine Erzählung setzt Bilder im Kopf frei und man hat das Gefühl direkt bei ihm zu sein.Die über achthundert Seiten waren ein echtes Highlight!

lesezauber_zeilenreise am 17.03.2024 10:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Der moderne David Copperfield – mitreißend, düster, traurig, humorvoll, deprimierend, hoffnungsvoll

Demon kommt als Baby einer alkoholkranken Teenie-Mom in einem Trailer im ländlichen Virginia auf die Welt, sein Vater ist bereits tot, Kontakt zu anderen Familienmitgliedern besteht nicht. Zum Glück gibt es da die Familie seines besten Freundes Maggot, die ihn ein bisschen unter die Fittiche nimmt. Demon sorgt schon als kleines Kind für seine Mutter, die nichts auf die Reihe bekommt. Für ihn ist das normal, er kennt es nicht anders. Als sie dann einen gewalttätigen Mann heiratet, wird Demons ohnehin schon schwere Kindheit noch schlimmer und gipfelt darin, dass seine Mutter stirbt. Er kommt von einer Pflegefamilie in die nächste, wird ausgebeutet, zur Feldarbeit gezwungen und zum Hungern verurteilt. Das Jugendamt ist entweder überfordert oder gleichgültig. Eines Tages reißt Demon aus und sucht seine ihm unbekannte Großmutter, die Mutter seines leiblichen Vaters. Dank ihrer Hilfe kommt er in die Pflegefamilie des beliebten Football-Coach Winfield und dessen Tochter Angus und erfährt, was es heißt eine Familie zu sein. Er wird zum begehrten Football-Spieler und alles könnte super sein. Doch dann wird er schwer verletzt, seine Football-Karriere ist zu Ende, die sorglos verschriebenen Schmerzmittel treiben ihn in die Abhängigkeit, die er mit seiner ersten großen Liebe Dori teilt. Sein Leben strebt auf den endgültigen Abhang zu und Demon ist sich dessen sehr bewusst. Ein herber Verlust zwingt ihn dazu, über sein weiteres Leben nachzudenken und zu versuchen, das Ruder wieder herumzureißen.Das Cover gefällt mir persönlich sehr gut, weil es endlich mal keine Bilder von Menschen, Landschaften oder anderen Objekten zeigt, die mehr oder weniger oder auch gar keine Rückschlüsse auf den Inhalt des Buchs zulassen, sondern sich schlicht auf das Wichtigste der Geschichte konzentriert: Demon Copperhead.Vor allem das erste Drittel habe ich als extrem berührend und nur schwer zu ertragen empfunden. Es ging gar nicht anders als vor Mitleid fast zu zerfließen und gleichzeitig unendlich traurig, wütend, hoffnungslos und zermürbt zu sein. Das war ganz schon viel auf einmal und nur Demons Sinn für Humor (er erzählt seine Geschichte hier selbst) hat mich davor bewahrt, allzu düstere Gedanken zu bekommen. Kingsolvers Schreibstil ist unfassbar grandios, mitreißend, lebendig, berührend und so gut zu lesen. Sie greift mit ihrer Adapation des Klassikers David Copperfield Themen auf wie den Opioidskandal/Drogensucht in den USA, Armut, Zweiklassengesellschaft, Pflegschaftsprobleme, Bildungssystem und so weiter. Der Mittelteil des Buches hätte für mich deutlich gestraffter sein dürfen, hier ging es ca. 300 Seiten lang um Demons Drogenproblem. Das gehört dazu, keine Frage, war für mich über diese Länge dann aber doch einfach zu viel und zu ausführlich. Nichtsdestotrotz und vor allem wegen des wirklich wunderbaren Schreibstils der Autorin, der es geschafft hat, dass ich beim Lesen jede einzelne Szene wie einen Kinofilm vor mir gesehen habe, kann ich schlicht keinen Stern abziehen und sehe über den eher langatmigen Mittelteil einfach hinweg. Ein 864 Seiten starker Wälzer, der einen einsaugt, durchkaut und halbverdaut und mit vielen neuen Bildern im Kopf und einem irgendwie schweren und dennoch hoffnungsvollen Herzen wieder ausspuckt. 5/5 Sterne.

monalena am 16.03.2024 16:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Verlorene Kindheit ....

Mit ihrem Roman "Demon Copperhead" hat Barbara Kingsolver ein wahrliches Meisterwerk geschaffen.Sie lässt ihren unter einem schlechten Stern geborenen Romanhelden Demon in ihrer persönlichen und sehr besonderen Form von seinem Aufwachsen in widrigen Umständen erzählen. Dem Leser stockt zeitweise der Atem bei dem, was dieses Kind erleiden muss. Man freut sich aber auch wie er trotzdem immer wieder auf die vermeintlich richtigen Menschen trifft.Es geht aber nicht nur um die bescheidene Kindheit dieses Jungen, sondern um eine ganze Generation bzw. um die ländliche Struktur im amerikanischen Hinterland.Wo auch in den 90ern noch Strukturen herrschen, die zwar einzelnen Privilegierten eine Chance geben können, aber die große Masse einen mehr oder weniger aussichtslosen Überlebenskampf führt.Es kursieren Drogen an denen nur die Industrie, die Dealer und die Regierung verdienen. Von der Politik wird die sich zum größten Teil selbst versorgende Landbevölkerung einfach links liegen gelassen, obwohl oberflächlich alles normal zu sein scheint.Ein tolles Buch, das nicht leicht zu lesen ist, aber wirklich ein Leseerlebnis ist, was man nicht so schnell vergessen wird.

frimada am 16.03.2024 11:03 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein beeindruckendes Buch

Ich habe dieses Buch bekommen, bevor ich wusste, dass die Autorin dafür den Pulitzerpreis gewonnen hat und bevor ich wirklich wusste, um was es geht. Ich hatte nur gehört, dass es sich um eine moderne "David Copperfield" Geschichte handelt. Und das war es, was mich neugierig gemacht hat.Mit 864 Seiten ist dieses Buch schon eine Herausforderung, aber ich fand, es ist keine Seite zuviel.Die Geschichte wird aus der Sicht von Damon "Demon" Copperhead erzählt. Er kommt in armen Verhältnissen zur Welt, die Mutter noch ein Teenie und auf Entzug, der Vater tot. Er wächst bis zum Tod der Mutter in einem Trailerpark in den Wäldern Virginias auf, gehört also zu den "Hinterwäldlern", die in Amerika keinen guten Ruf genießen. Wir erleben Demons Leben mit, von der Geburt bis ins Erwachsenenalter, und mich hat seine Geschichte sehr berührt.Viele Themen werden in diesem Buch angesprochen: Die gesellschaftliche und politische Situation in Amerika in Bezug auf die "Hinterwäldler", Armut, Pflegesystem, Drogen- und Medikamentensucht, erste Liebe, große Verluste, große Tragik. Es regt zum Nachdenken an, aber auch zum Mitfühlen.Der Autorin ist es wirklich gelungen, eine David Copperfield Geschichte zu schreiben, und es erschreckt, wie wenig sich seit Charles Dickens an der Situation armer Menschen geändert hat. Ich liebe den Protagonisten dieses Buches, diesen Jungen, der sein Leben lang kämpfen muss und der mehr erlebt, als ein Kind erleben sollte. Demon ist ein authentischer Charakter, seine Entwicklung absolut nachvollziehbar. Auch die anderen Charaktere in der Geschichte sind für mich sehr rund und gut ausgearbeitet.Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr, weil es ihr ganz wundervoll gelingt, Gefühle zu wecken und zu vermitteln. Ich mag ihren Humor und wie sie Demon Dinge auf den Punkt bringen lässt. Mir wurde das Buch in keinem Moment langweilig, im Gegenteil.Es ist zwar erst März, aber ich bin sicher, dass dieses Buch eins meiner Lesehighlights 2024 ist und bleibt.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Deutschlandfunk Kultur, Studio 9
Demon Copperhead ist ein praller, von Dirk van Gunsteren großartig übersetzter Roman, der vom unvers...chuldeten Elend und vom Überlebenswillen erzählt, ein Roman über Freundschaft, Verrat, Hochstapelei, Rassismus und nicht zuletzt die Liebe. mehr weniger

Rainer Moritz, 15.02.2024

Stern
Kingsolvers Roman, für den sie den Pulitzer-Preis für Belletristik erhielt, ist trotz seiner Länge v...on mehr als 800 Seiten konstant fesselnd, so witzig wie erschütternd. Man teilt mit Demon Schmerzen und Einsamkeit, aber auch Mikroglücksmomente, wie in ein Erdnussbuttersandwich zu beißen oder einem Lächeln zu verfallen. mehr weniger

Jana Felgenhauer, 15.02.2024

Brigitte
Warum die aufrüttelnde Geschichte eines Waisenjungen aus Kentucky lesen? Weil sie uns soviel versteh...en lässt: Was Kinder stark macht, wie Sucht entsteht und warum Amerika so kaputt ist - aber auch, wie Hoffnung geht. mehr weniger

Katja Nele Bode, 14.02.2024

Zitat
Zutiefst berührend, zutiefst lebendig.

Susanne Abel, 01.11.2023

Zitat
Ein ebenso komisches wie schmerzhaft-wahrhaftiges Buch: Demon Copperhead ist der perfekte Held für a...lle, die der Kälte der Welt ihren Witz und ihr großes Herz entgegenstellen. mehr weniger

Alena Schröder, 01.11.2023

Stuttgarter Zeitung
Ja, es gibt Drogen, die glücklich machen und nicht den Verstand kosten. Dieses Buch ist eine davon.

Stefan Kister, 28.08.2024

Süddeutsche Zeitung
Ein sozialkritischer, unterhaltsamer, im allerbesten Sinne des Wortes grandioser Schmöker.

Harald Hordych, 24.07.2024

WDR 3
Das Buch ist wirklich fantastisch. Es hat mich von Anfang an reingesogen. Die Sprache ist total beei...ndruckend. (…) Kann ich jedem nur empfehlen. mehr weniger

Jörg Hartmann, 08.06.2024

Playboy
Kingsolver schickt ihre Hauptfigur Demon auf eine atemberaubende Achterbahnfahrt. 864 Seiten voller ...Drama und übersprudelnder Lebenskraft. Da mitreißendste Werk der US-Literatur seit Jahren. mehr weniger

01.05.2024

Trierischer Volksfreund
Demon Copperhead‹ ist, das kann man ohne Übertreibung sagen, eines der literarischen – womöglich das... literarische Ereignis des Jahres. mehr weniger

16.04.2024

Emotion
Hier kommt ein Pageturner, gefühlssatt, und für mich schon jetzt eines der Bücher des Jahres. (…) 83...4 Seiten voller Witz, Leidenschaft und Leid, (…) voller Drama, Durchhaltekraft und Wut, voller Lebenswillen, unbedingt und unbändig. (…) Ganz groß! mehr weniger

Silvi Feist, 01.04.2024

flow
Ein großes Lesevergnügen.

01.04.2024

Penthouse
Schrecklich schön.

01.04.2024

Schnüss - Das Bonner Stadtmagazin
Man hat Barbara Kingsolvers Roman eine Sensation genannt – und ja: Er ist eine.

Gitta List, 01.04.2024

rbb radioeins
Großartig geschrieben. Ein Wahnsinnsbuch!

Marie Kaiser, 28.03.2024

krone.at
All der Schmerz, die Ungerechtigkeit wären wahrscheinlich unerträglich, würde einen dieser liebenswe...rte Demon nicht mit seiner ungebrochenen Widerstandskraft so in seinen Bann ziehen. Mit Empathie und Unmenschlichkeit zum Trotz , die er erfahren muss. mehr weniger

Franziska Trost, 26.03.2024

Sonntag Express
Was für ein Roman! Was für ein großes Stück Literatur! Was für ein Geschenk!

Christof Ernst, 24.03.2024

Rolling Stone
Mit seinen unvergesslichen Bildern vom Elend der Moderne hat Demon Copperhead schon jetzt Klassiker...potenzial. mehr weniger

01.03.2024

Glamour
Ehrlich, traurig und immer hoffnungsvoll. DAS Buch im Frühjahr von Pulitzerpreis-Gewinnerin Kingsolv...er. mehr weniger

01.03.2024

Für Sie
Hinreißend, mutig und in den USA jetzt schon der Roman des Jahres.

28.02.2024

Gala
Grandiose Neuerzählung von Charles Dickens' Klassiker "David Copperfield".

22.02.2024

SUPERillu
Unbekümmert, vorwitzig, voller Lebenskraft.

22.02.2024

Freundin
Ein Buch, das man nicht vergisst.

21.02.2024

Hamburger Abendblatt
Wegen solcher Bücher liebt man das Lesen.

Thomas Andre, 21.02.2024

Sonntags Blick magazin
Trotz düsterer Perspektive sprudelt dieses Buch vor Lebensfreude.

18.02.2024

Kleine Zeitung
Ein ergreifendes, einzigartiges Werk, das lange nachhallt.

Bernd Melichar, 17.02.2024

Die Zeit
Ob dieser Junge es schafft? Eine Antwort auf diese Frage lautet: So flott und kräftig muss eine Auto...rin, und sei’s mit einem berühmten englischen Paten an der Seite, erst einmal 800 Seiten schreiben können, dass Leser von dieser Frage gepackt werden. mehr weniger

Eberhard Rathgeb, 15.02.2024

Der Freitag
Dieser wahrhaftige und bedrückende Roman handelt von den Verlusten, die man im Leben erleiden kann. ...Demon Copperhead gibt den abgeschriebenen Habenichtsen Amerikas Würde und Menschlichkeit zurück, indem er über den Schmerz spricht, den sie täglich empfinden. mehr weniger

Thomas Hummitzsch, 15.02.2024

schreiblust-leselust.de
Demon Copperhead von Barbara Kingsolver geht zu Herzen, reißt mit, wühlt auf. Und ist Literatur im b...esten Sinn. (...) Bitte unbedingt lesen! mehr weniger

Sabine Süder, 15.02.2024

Next Book Please - der Podcast von Literaturhaus Hamburg & Hamburger Abendblatt
Ein praller, glorreicher Roman über Amerika.

14.02.2024

Die Presse
800 Seiten sollen niemanden abschrecken, ›Demon Copperhead‹ ist ein Pageturner.

Bettina Steiner, 14.02.2024

Zitat
Selten habe ich so sehr mit einem Helden mitgefiebert, ihm die Daumen gedrückt, seinetwegen nachts w...achgelegen und mich mit ihm über seine Erfolge gefreut. Demon Copperhead hat mich daran erinnert, dass es sich im Leben immer lohnt zu kämpfen, mit jeder Faser und ganzem Herzen, ganz egal wie mies die Startposition ist! mehr weniger

Anika Decker, 12.02.2024

Kleine Zeitung
Mitreißend und wortgewaltig!

06.01.2024