Barbara Kingsolvers grandiose Neuerzählung von David Copperfield im Herzen der Appalachen von heute. Ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis und dem Women's Prize for Fiction.
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Demon Copperhead
»Jeder weiß, dass alle, die in diese Welt geboren werden, von Anfang an gezeichnet sind – Gewinner wie Verlierer.«
Ein Trailer in den Wäldern Virginias, dem Land der Tabakfarmer und Schwarzbrenner, der Hillbilly-Cadillac-Stoßstangenaufkleber an rostigen Pickups. Hier kommt Demon Copperhead zur Welt – die Mutter ist noch ein Teenie und frisch auf Entzug, der Vater tot. Ein Junge mit kupferroten Haaren, großer Klappe und einem zähen Überlebenswillen, bei allem, was das Leben für ihn bereithält: Armut, Pflegefamilien, Drogensucht, erste Liebe und unermesslichen Verlust. Es ist seine Geschichte, erzählt in seinen Worten, unbekümmert, vorwitzig, von übersprudelnder Lebenskraft.
Ein mitreißender Roman über ein Leben auf Messers Schneide, in dem in jedem Moment Hoffnung aufscheint.
Ein Triumph und ein großes Lesevergnügen: Der Millionenbestseller aus den USA, über ein Leben gegen alle Widerstände.
»Eine der großen virtuosen Sprachperfomances. Ein meisterhaftes Lehrstück.« Richard Powers
»Erzählkunst at its best.« Stephen King
»Ein ebenso komisches wie schmerzhaft-wahrhaftiges Buch.« Alena Schröder
»Zutiefst berührend, zutiefst lebendig.« Susanne Abel
Bibliografische Daten
1. Auflage
Barbara Kingsolver
Barbara Kingsolver, 1955 geboren, hat Romane, Gedichte, Essays und ein Memoir verfasst, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden, u. a. mit dem Pen/Faulkner Award, dem Orange Prize for Fiction, dem Women's Prize for Fiction und dem Pulitzer-Preis. Sie wurde mit der National Medal of Humanities geehrt und ist Mitglied der American Academy of Arts and Letters. Aufgewachsen in Kentucky, lebt sie heute mit ihrer Familie auf einer Farm in Virginia.
Dirk van Gunsteren
Dirk van Gunsteren, ausgezeichnet mit dem Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis und dem Übersetzerpreis der Stadt München, übertrug u.a. Thomas Pynchon, John Dos Passos, George Saunders, Patricia Highsmith und Philip Roth ins Deutsche.
6 - 10 von 150 Leserstimme
Grandios
Dieses Buch ist eine absolute Bereicherung der Literatur. Wir begleiten Demon Copperhead durch sein Leben, begonnen bei seinem schwierigen Start. Er hat es nicht leicht im Leben, das ein Strudel an Problemen und Vorurteilen mit sich zieht. Dabei werden wichtige Themen angesprochen, wie zum Beispiel Medikamentenabhängigkeit, die hier sehr authentisch beschrieben wird. Demon wird zu einem Beispiel, wie es viele in unserer Gesellschaft treffen kann, begonnen mit dem sozialen Umfeld, in das man hineingeboren wird über die Windungen des Lebens, die einen an Punkte bringen, bei denen man aufgeben oder kämpfen kann. Obwohl dieses Buch sehr umfangreich ist, fliegt man dank des unfassbar guten Erzählstils durch die Seiten. Die leicht freche Sprache passt so gut zu der Erzählstimme von Demon. Die Autorin schafft es, dass man den Protagonisten ins Herz schließt, mit ihm leidet und mitfiebert. Eine ganz klare Leseempfehlung.
Was für ein Buch!
Was für ein Buch - und das gleich in mehrfacher Hinsicht.Zum Einen ist es ein ganz besonders dicker Wälzer mit fast 900 Seiten, für dessen Lektüre man allein deswegen schon viel Zeit benötigt.Dann ist es eine Art moderne Adaption des "David Copperfield" von Charles Dickens. Aber andererseits ist es auch eine ganz eigene Geschichte.Eine Geschichte, die sehr sozialkritisch ist und in Virginia in einem trailerpark der 1990er Jahre beginnt.Wie David Copperfield ist es keine einfache Lektüre, eine Geschichte, in der viel Leid geschieht, viel zu viel Leid eigentlich für ein einzelnes Leben.Geboren in diesem Trailerpark wächst Demon Copperhead auf. Seine drogensüchtige Mutter stirbt früh, sein Stiefvater ist gewalttätig und Demon durchlebt eine schlimme Kindheit.Auch als Erwachsener ist es so, aber es gibt immer wieder Momente der Hoffnung, in denen es ihm besser geht.Wer Copperfield gelesen hat, wird einige Personen wieder erkennen, so Uriah Heep, der hier U-Haul heißt, aber dessen Charaktere sich nicht unterscheiden.Man muss David Copperfield zum Verständnis nicht gelesen haben, aber man liest das Buch ganz anders, wenn man jenes kennt.
mein Highlight des Jahres
Ein gutes Buch ist leider nie lang genug. Egal wie viele Seiten das Buch hat, am Ende bleibt trotzdem das Gefühl, dass man die ProtagonistInnen noch eine Weile begleiten würde. Auch wenn das Buch über 800 Seiten lang ist."Demon Copperhead" ist aus der Ich-Perspektive von Demon erzählt. Er ist ca. 20 Jahre alt und, wenn man glauben würde, dass sein Leben erst anfängt, hat er so vieles schon erlebt, dass er ein dickes Buch füllen kann.Wir begleiten Demon, seit er geboren ist, bis er ca. 20 Jahre alt wird. Sein Vater stirbt kurz vor Demons Geburt und Demon lebt nur mit seiner Mutter in USA in Virginia. Weil die Mutter von Drogen abhängig ist, wird Demon, auch wenn er nur ein Kind ist, auf die Mutter aufpassen, dass sie jeden Tag aufsteht und in die Arbeit geht. Alles verschlimmert sich, als die Mutter einen neuen Mann heiratet, Stoner, der glaubt, die Erziehung macht man mit den Fäusten. Ab nun wird Demon vom Jugendamt genommen und weil das Jugendamt nicht wirklich aufpasst, was mit den Kindern passiert, wird ab jetzt Demon nur auf sich selbst gestellt.Wichtig finde ich aber, dass Demon und seine Freunde eigentlich repräsentativ für die Menschen in den ärmeren Schichten in den USA, vor allem Virginia, sind. Barbara Kingsolver schreibt nicht nur über Demon, sondern über alle armen Kindern und alle armen Menschen, die wenig Auswahl im Leben haben. "Demon Copperhead" ist eine Gesellschaftskritik, die sich mit der Armut, Jugendamt, dem schlechten Gesundheitssystem, Gewalt und Drogen- und Medikamentensucht auseinandersetzt.Alle sind Menschen wie wir, das sieht und fühlt man schon bei der ersten Liebe. Aber leider reicht das nicht, um die Lebensumstände leichter zu machen.Der Schreibstil ist unglaublich flüssig und fesselnd, manchmal mit Humor gesprüht. Barbara Kingsolver schreibt aus der Ich-Perspektive von Demon. Als Kind sieht Demon die Welt so wie sie ist und erzählt es treu, ohne etwas zu bewerten. Die Bewertung entsteht erst im Kopf des/der Lesers/Leserin und ist nur noch herzzerreißender, als man das Gesamtbild versteht.Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und die meisten sind von Armut betroffen. Das ist auch der Grund, warum, auch wenn sie im Grunde gute Menschen sind, können sie manchmal nur begrenzt helfen.Ich kann leider keine Stelle nennen, die mir am meisten gefallen hat. Das ganze Buch ist nicht nur berührend, sondern aufwühlend, herzzerreißend und dazu voll mit tollen Zitaten. Meine zwei Lieblingszitate: S. 713: Demon über seine Liebe zu Dori „Es ist ein Wunder, dass man das Leben mit nichts beginnt und mit nichts beendet und dazwischen trotzdem so viel verliert.“ und Demon S. 504: "Man sagt, keiner macht dich so fertig wie du selbst." Ich finde das Buch ist eine Liebeserklärung der Autorin in ihrer Heimat Virginia, wo sie nun auch lebt. Die Autorin zeigt ein unglaublich gutes Verständnis auf die ganze Lebenssituation und man bemüht sich, etwas so gut zu verstehen, nur wenn man es so stark liebt. Und wenn man alles in Worte umsetzen kann, dann haben alle nur was davon gewonnen.Ein ganz besonderes Buch, ich habe jede einzelnen Satz genossen und 800 Seiten waren mir zu wenig.
Einer, den niemand will
Für diesen 832-Seiten-Roman mit dem schrecklichen Cover habe ich knappe vier Wochen gebraucht. Ich habe mich jeden einzelnen Tag so aufs Lesen gefreut, das war bei den beiden Vorgängern in 2024 leider nicht so. Trotz der Fülle hat also jeder Satz seine Daseinsberechtigung. Und ich muss Frau Kingsolver ein dickes Kompliment aussprechen, dass sie als ältere Autorin so zielgenau die Sprache der Jugend getroffen hat. Und das über diese vielen Seiten bravourös durchgehalten hat. Das Kompliment gebührt natürlich auch dem Übersetzer Dirk van Gunsteren.Demon Copperhead, die Titelfigur und unser Ich-Erzähler, hat es schwer in dem Drogensumpf zu überleben, der schon seine Ankunft in dieser Welt überschattet. Sein Vater starb schon vor seiner Geburt und der Stiefvater, Stoner, ist brutal, machtgeil und weiß mit Demon nichts Besseres anzufangen, als ihn pausenlos aufs Übelste zu schikanieren. Demons Mom ist eigentlich nicht so übel, aber leider drogenabhängig und unfähig, sich gegenüber Stoner durchzusetzen. Als sie jung an einer Überdosis Oxy stirbt, verschwindet Stoner fluchtartig aus dem Trailer und aus Demons Leben.Die Nachbarn: S. 19: „Und da sitzen sie jetzt auf ihren zusammengeflickten Veranden, eine einzige große Sippe, und über dem Ur-Trailer weht die ausgefranste Flagge. Eine Nation unter Schrott.“Nach dem Tod der Mutter wird Demon pausenlos rumgereicht. Die Pflegefamilien, die ihn widerstrebend aufnehmen, nutzen ihn nur aus, nehmen aber das Pflegegeld gern entgegen. Oder lassen ihn arbeiten und kassieren den kompletten Lohn. Und Demon hat immer, immer Hunger. Auch der umschwärmte Held seiner Jugend, Fast Forward, nutzt alle seine Fans und Bewunderer letztlich nur aus.Echte Freunde gibt es wenige: Maggot, der im Nachbartrailer wohnt. Tommy, den Demon auf einer Farm kennenlernt, auf der auch das Idol seiner Jugend, Fast Forward, wohnt. Und: nicht zu vergessen Angus, die Unvergleichliche. Bleiben noch die wenigen Erwachsenen, die es gut mit Demon meinen, die Peggots und Tante June. Später noch der Coach der Footballmannschaft, bei dem Demon dann zuletzt unterkommt. Die seltsame Großmutter väterlicherseits, Betsy Woodall, tut zwar Gutes, aber spät und nur zu ihren Konditionen.Was zeichnet nun Demon aus, dass er die ganze Hölle übersteht? Jedenfalls bis er zum Coach kommt und dort vom Waisenkind zum Footballstar avanciert. Er ist hart im Nehmen, sehr hart und ja, er kann super-gut Comics zeichnen. Damit verdient er später sogar Geld. – S. 432: „Jeder warnt einen vor schlechten Einflüssen, aber das, was einen zu Fall bringt, trägt man schon in sich.“S. 713: „Es ist ein Wunder, dass man das Leben mit nichts beginnt und mit nichts beendet und dazwischen trotzdem so viel verliert.“ So trauert Demon um seine große Liebe Dori, eine weitere Drogentote in den Appalachen.Zur Kritik gegen das System in USA: Tante June hatte ja einen Zwischenlover, der Pharma-Vertreter ist. Und da wird ganz deutlich erklärt, dass jeder Arzt, wenn er nur genug verschreibt, dann eine Golfreise machen darf oder alternativ nach Hawaii reisen kann. Für tutti, versteht sich. (siehe S. 372)Mehr heftige Kritik gegen die Nation unter Schrott, bzw. für die sog. Hunde Amerikas gibt es jede Menge. Z. B. S. 576: „Wir waren mit Fernsehserien aufgewachsen, in denen Eltern Jobs hatten und die Kinder ihre Großstadtträume durch die Wahl ihrer Garderobe und mit Strömen von Geld auslebten.“Befeuern solche Fernsehsendungen die armen Leute mit einer Wut und möchten sie, dass der Rest der Welt leiden soll, weil sie selbst so leiden? Siehe S. 754: „Man fragt sich, wie viel von dem, was auf der Welt passiert, von dieser Wut befeuert wird.“ – Demon dagegen ist erstaunlich unwütig. Selbst, als er in seiner größten Not aufs Übelste bestohlen wird, reagiert er nicht aggressiv.Fazit: Hier ist Barbara Kingsolver ein großer Wurf gelungen, zu Recht mit Preisen überhäuft. Warum allerdings ausgerechnet ein Mainstream-Preis (der Pulitzer) an so ein amerika-kritisches Werk vergeben wird, ist mir schleierhaft. – Einfach eintauchen und sich diesem unwiderstehlichen Sog hingeben. Bin mal gespannt, ob mir dieses Jahr noch so ein super Highlight vergönnt sein wird. Vielleicht der Pulitzer-Zwilling? *****
Aufwühlend und witzig gleichzeitig
Wer David Copperfields Geschichte kennt, kann es ahnen, dieses Buch nimmt einen mit. Es bleibt tatsächlich ganz nah an der Originalgeschichte, nur verlegt es sie ins Hillbillymilieu der 90er Jahre.Demon Copperhead hat die rötesten Haare der Welt und wird in einem Trailerpark geboren. Seine drogensüchtige Mutter stirbt früh. Demon ist plötzlich seinem brutalen Stiefvater ausgeliefert und durchläuft dann jede traurige Station, die ein Waisenkind durchlaufen kann, das keinen groß zu interessieren scheint. Es ist herzzerreißend, was dieser kleine Junge alles ertragen muss.Später hat er auch mal ein bisschen Glück, wäre beinahe ein Baseballstar geworden, aber seine Vergangenheit holt ihn immer wieder ein. Es ist ein steiniger Weg, bis er sich aus der Abwärtsspirale durch Drogen, Alkohol und falsche Freunde befreien kann.Der Schreibstil ist soghaft und auf ganz eigene Art poetisch. Da jagen sich die originellen Vergleiche, es ist amüsant und bedrückend gleichzeitig. „Ich versuchte, mich nicht wie einer zu benehmen, der ungefähr seit August keinen Nachschlag mehr gekriegt hatte.“„…ich war ein Stück größer als Mr Golly, der wie ein kleiner brauner Baum aussah, denn man vergessen hatte zu gießen.“Solche Formulierungen sind grandios. Ich habe in diesem fetten Schinken jeden einzelnen Satz genossen.Man muss die Dickens-Version nicht kennen, um dieses Buch zu lesen. Allerdings hat man noch viel mehr davon, wenn man David Copperfield kennt. Es macht großen Spaß, die Parallelen zu suchen und immer wieder Copperfield Figuren zu identifizieren. Sie sind irgendwie alle da und es ist spaßig zu gucken, wie sie hier präsentiert werden. U-Haul ist Uriah Heep, der hier wie da ganz besonders schleimig ist. Selbst Dickens Weitschweifigkeit und feinen Humor nimmt die Autorin auf und macht sehr elegant etwas Neues daraus.Das war ein wundervolles Buch, eine aufwühlend dramatische Geschichte, mitreißend erzählt und dabei auch noch witzig. Ich bin begeistert und tief beeindruckt.
Interessant, intensiv und imposant: David Copperfield 2.0
Schon die 88 Seiten umfassende Leseprobe von Barbara Kingsolvers 864-seitigem Roman "Demon Copperhead" (aus der englischen durch Dirk van Gunsteren in die deutsche Sprache übersetzt, im Verlag dtv am 15.02.24 unter der ISBN 978-3-423-28396-0 erschienen) überzeugte mich auf Anhieb.Sie beginnt nach der Widmung "Für die Überlebenden" mit dem Zitat "Es ist vergeblich, sich an die Vergangenheit zu erinnern, wenn sie nicht einen gewissen Einfluss auf die Gegenwart ausübt." (Charles Dickens "David Copperfield") und führt uns in flüssig lesbarem Schreibstil durch die ersten 8 Kapitel des Buches, dessen Titel nicht zufällig an Dickens' Klassiker erinnert und dessen Cover farblich ein "Eyecatcher" ist.Der titelgebende Protagonist erzählt in der Ich-Form 64 Kapitel hindurch überwiegend chronologisch seine Geschichte bis ins junge Erwachsenenalter. Er tut dies trotz einer wahren Fülle an unverschuldet durchlittenen unglücklichen Erlebnissen nicht anklagend, sondern in einer Mischung von sachlicher Distanziertheit und "rotzfrecher", teilweise sogar mit vulgären Ausdrücken gespickter Sprache. Demon wird in Virginia/USA im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts geboren, Vater tot, Mutter im Teenageralter und frisch auf Drogenentzug. Er "nimmt so ziemlich alles mit", was es an misslichen Schicksalsschlägen nur gibt.Das entstehende Kopfkino weckt unbedingtes Mitgefühl und die Lektüre wäre nur schwer aushaltbar, wären da nicht die eine Art Atempause verschaffenden, meist durch Demons große Klappe und sein Selbstvertrauen herbeigeführten humorvollen Szenen.Eine in vielfacher Hinsicht Denkanstöße gebende Lektüre, und sei es nur zur Feststellung, wie gut es den meisten von uns doch in diesem unserem Lande noch geht.Garantiert eines meiner Lesehighlights des Jahres!
Mega
Das Buch "Demon Cooper head" geschrieben von Barbara Kingsolver erschien am 15 Februar 2024. Darum geht es:Ein Trailer in den Wäldern Virginias. Das Land der Tabakfarmer und Schwarzbrenner, der Hillbilly-Cadillac-Stoßstangenaufkleber an rostigen Pickups, aufgegeben von sämtlichen Superhelden und dem Rest der Nation. Hier kommt Demon Copperhead zur Welt – die Mutter ist noch ein Teenie und frisch auf Entzug, der Vater tot. Ein Junge mit kupferroten Haaren, großer Klappe und einem zähen Überlebenswillen, bei allem, was das Leben für ihn bereithält: Armut, Pflegefamilien, Drogensucht, erste Liebe und unermesslichen Verlust. Es ist seine Geschichte, erzählt in seinen Worten, unbekümmert, vorwitzig, von übersprudelnder Lebenskraft. Ein mitreißender Roman über ein Leben auf Messers Schneide, in dem in jedem Moment Hoffnung aufscheint.Das Buch hat mich fasziniert und berührt. Der Protagonist hat mich voll und ganz überzeugt seine Geschichte war traurig aber er hat das beste draus gemacht und draus gelernt. Der Schreibstil hat dazu beigetragen das man sich gut in das Buch hineinversetzen konnte. Das einzige was mir nicht gefallen hat war das Cover. Klar es passt zum Thema aber irgendwie fehlt das gewisse etwas. Alles in allem ein wunderbares Buch was jeder lesen sollte. Empfehlenswert ab 15 Jahren.
Imposant und sehr intensiv
„Demon Copperhead“ ist ein wirklich grandioses Werk der in Virginia lebenden Autorin Barbara Kingsolver.Der Protagonist kommt als Damon Fields im Hinterland von Virginia zur Welt. Seine Mutter ist drogenabhängig und mit ihm überfordert und sein Vater bereits tot. Aus Damon wird Demon und wegen seines roten Haars wird er Copperhead genannt. Seine Lebensbedingungen sind ungünstig. Bei der Nachbarsfamilie findet er ein wenig Halt, aber dennoch ist es ein Leben, das zutiefst erschüttert und erschreckt.Der Schreibstil von Barbara Kingsolver ist unbeschreiblich intensiv. Sie erzählt aus der Sicht von Demon, einem Kind, dass sehr nüchtern und sachlich auf sein Leben blickt. Er klagt nicht an, was ihm passiert, wie ungerecht die Welt ist oder was für ein Pech er hat, sondern er berichtet einfach ganz sachlich aus kindlicher Sicht über sein Leben. Trotz der Abgründe, in die Demon immer wieder blickt und der Schicksalsschläge, die kein Ende nehmen wollen, bleibt er optimistisch.Das Buch ist ein schonungsloser Blick auf die amerikanische Gesellschaft. Armut, Drogensucht, Gewalt, Hunger, das miserable Pflege- und Gesundheitssystem und vieles mehr werden hier thematisiert. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund und beschreibt die schwierigen Lebensumstände auf eine ganz beeindruckende Art und Weise und es gelingt ihr tatsächlich mich zwischendurch immer wieder durch eine passende Portion Humor zum Lachen zu bringen.Es sind über 800 Seiten, aber diese lohnen sich und ich bin gespannt auf weitere Werke von Barbara Kingsolver.
Ein absolutes Highlight, vllt. das größte der letzten Jahre !
Inhalt:Demon wächst als Kind einer jungen Frau irgendwo im Nirgendwo der USA in Virginia auf. Während Demon nur das Leben im Trailer kennt und die Verantwortung auch immer ein bisschen Acht auf seine Mutter zu geben, wendet sich sein Blick immer auch ein wenig über den Tellerrand hinaus. Da wäre zum Beispiel die Familie nebenan, mit dem ungewöhnlichen Jungen, der sein Freund ist und den Großeltern, eine Familie, die sich auch Demon wünscht, mehr als er in diesem Moment weiß. Denn Demon wächst ohne Vater im ländlichen und von der Regierung vergessenen Teil Virginias auf, um ihn herum Drogensucht, Medikamentenmissbrauch, Gewalt und Armut und seine Mutter ist ein Teil davon. Als es das Leben mit Demon immer schlechter meint, er versucht sich seinen Weg zu finden und dabei mal glänzend hervorgeht, mal kläglich scheitert, sind alle Menschen irgendwie eines: Das traurige Abbild der Vergangenheit Virginias und ein Opfer eines Staates, der seine Bewohner vergessen hat. Trotzdem sind diese Menschen mehr als das, sie sind Hoffnung, Untergang, Liebe, Freundschaft und manchmal sogar alles zusammen. Meine Meinung:Der us-amerikanischen Autorin ist mit dem Roman "Demon Copperhead" ein herausragendes und wirklich brillantes Buch gelungen, dass sich am Grundkonstrukt von Charles Dickens´ "David Copperfield" entlanghangelt. Das erschreckende daran: Die Autorin erzählt hier aus der jüngsten Vergangenheit und aktuellen Gegenwart von Teilen der USA, die in einem Strudel aus Armut und Drogen-/Medikamentensucht zu versinken drohen. Die Autorin hat einen Protagonisten erschaffen, der durch seine erschreckend neutrale Sicht auf die Geschehnisse seiner Heimat, aber ebenso auf sich selbst und die Auswirkungen von Umfeld und Geburtslast, der Herkunft und der Familie spricht und den Leser dabei oft zum Denken anregt. Genau diese ungewöhnliche, freche und erfrischende Erzählweise und der Blick des Protagonisten ermöglichen es dem Leser, das objektiv kaum zu ertragende Grauen eines Kindes in tiefster Armut, Gewalt und Angst zu ertragen. Das Groteske ist, dass es der Leidtragende selbst ist, der dies schafft. Dennoch ist die Außenwelt und das immer fortdauernde Streben, der Bewohner kaum zu ertragen und fast jeder scheint im nicht entfliehbaren Sumpf des Schickaals, welches durch die Herkunft negativ vorherbestimmt zu sein scheint, zu versinken. Diese Ausweglosigkeit anhand eines so liebenswerten, klugen und reflektierten Jungen wie Demon, macht dieses Buch zu einem Abbild des heutigen Amerikas , aber auch zu einem unheimlich empathisch und literarisch einmalig gut und süffig geschriebene Romans. Die kleinen Hoffnungsschimmer, die guten Herzen unter den verlorenen Gestalten, die aber dennoch immer wieder Streben und Hervortreten und manche davon, doch unhaltbar verloren, diese literarische Zeichnung und Ambivalenz, ist der Autorin unsagbar gut gelungen. Dass dieses Buch fast 900 Seiten stark ist, merkt man beim Lesen nie. Im Gegenteil, man möchte Demon immer weiter begleiten, so gut, so echt ist diese Figur gezeichnet. Ein absolutes Highlight, vllt. das größte der letzten Jahre !
mitreißend von der ersten Seite an
Ich bin immer noch total begeistert von diesem Buch. Erst wusste ich nicht wirklich was mich erwartet, aber meine Erwartung wurde übertroffen. Der Schreibstil ist locker, mit Witz und lässt sich sehr gut lesen. Die Geschichte von Demon Copperhead beginnt mit seiner Geburt. Er erzählt seine Geschichte aus seiner Sichtweise und ist dabei so klar und deutlich, dass ich ihn regelrecht vor mir sehen konnte mit seinen roten Haaren und großen Mundwerk. Auch konnte ich mich sofort sehr gut in ihn hineinversetzen, mit ihm fühlen und auch verstehen warum er in den jeweiligen Situationen so handelt, ich hätte es wahrscheinlich genauso gemacht. Nach jedem Kapitel wollte ich eine kleine Pause einlegen, war jedoch so gespannt wie es weiter geht, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Auch das Buchcover und die gesamte Aufmachung gefällt mir sehr gut. Ein Buch das ich sehr gerne weiterempfehle.
Pressestimmen
Demon Copperhead ist ein praller, von Dirk van Gunsteren großartig übersetzter Roman, der vom unvers...chuldeten Elend und vom Überlebenswillen erzählt, ein Roman über Freundschaft, Verrat, Hochstapelei, Rassismus und nicht zuletzt die Liebe. mehr weniger
Rainer Moritz, 15.02.2024
Kingsolvers Roman, für den sie den Pulitzer-Preis für Belletristik erhielt, ist trotz seiner Länge v...on mehr als 800 Seiten konstant fesselnd, so witzig wie erschütternd. Man teilt mit Demon Schmerzen und Einsamkeit, aber auch Mikroglücksmomente, wie in ein Erdnussbuttersandwich zu beißen oder einem Lächeln zu verfallen. mehr weniger
Jana Felgenhauer, 15.02.2024
Warum die aufrüttelnde Geschichte eines Waisenjungen aus Kentucky lesen? Weil sie uns soviel versteh...en lässt: Was Kinder stark macht, wie Sucht entsteht und warum Amerika so kaputt ist - aber auch, wie Hoffnung geht. mehr weniger
Katja Nele Bode, 14.02.2024
Zutiefst berührend, zutiefst lebendig.
Susanne Abel, 01.11.2023
Ein ebenso komisches wie schmerzhaft-wahrhaftiges Buch: Demon Copperhead ist der perfekte Held für a...lle, die der Kälte der Welt ihren Witz und ihr großes Herz entgegenstellen. mehr weniger
Alena Schröder, 01.11.2023
Ja, es gibt Drogen, die glücklich machen und nicht den Verstand kosten. Dieses Buch ist eine davon.
Stefan Kister, 28.08.2024
Ein sozialkritischer, unterhaltsamer, im allerbesten Sinne des Wortes grandioser Schmöker.
Harald Hordych, 24.07.2024
Das Buch ist wirklich fantastisch. Es hat mich von Anfang an reingesogen. Die Sprache ist total beei...ndruckend. (…) Kann ich jedem nur empfehlen. mehr weniger
Jörg Hartmann, 08.06.2024
Kingsolver schickt ihre Hauptfigur Demon auf eine atemberaubende Achterbahnfahrt. 864 Seiten voller ...Drama und übersprudelnder Lebenskraft. Da mitreißendste Werk der US-Literatur seit Jahren. mehr weniger
01.05.2024
Demon Copperhead‹ ist, das kann man ohne Übertreibung sagen, eines der literarischen – womöglich das... literarische Ereignis des Jahres. mehr weniger
16.04.2024
Hier kommt ein Pageturner, gefühlssatt, und für mich schon jetzt eines der Bücher des Jahres. (…) 83...4 Seiten voller Witz, Leidenschaft und Leid, (…) voller Drama, Durchhaltekraft und Wut, voller Lebenswillen, unbedingt und unbändig. (…) Ganz groß! mehr weniger
Silvi Feist, 01.04.2024
Ein großes Lesevergnügen.
01.04.2024
Schrecklich schön.
01.04.2024
Man hat Barbara Kingsolvers Roman eine Sensation genannt – und ja: Er ist eine.
Gitta List, 01.04.2024
Großartig geschrieben. Ein Wahnsinnsbuch!
Marie Kaiser, 28.03.2024
All der Schmerz, die Ungerechtigkeit wären wahrscheinlich unerträglich, würde einen dieser liebenswe...rte Demon nicht mit seiner ungebrochenen Widerstandskraft so in seinen Bann ziehen. Mit Empathie und Unmenschlichkeit zum Trotz , die er erfahren muss. mehr weniger
Franziska Trost, 26.03.2024
Was für ein Roman! Was für ein großes Stück Literatur! Was für ein Geschenk!
Christof Ernst, 24.03.2024
Mit seinen unvergesslichen Bildern vom Elend der Moderne hat Demon Copperhead schon jetzt Klassiker...potenzial. mehr weniger
01.03.2024
Ehrlich, traurig und immer hoffnungsvoll. DAS Buch im Frühjahr von Pulitzerpreis-Gewinnerin Kingsolv...er. mehr weniger
01.03.2024
Hinreißend, mutig und in den USA jetzt schon der Roman des Jahres.
28.02.2024
Grandiose Neuerzählung von Charles Dickens' Klassiker "David Copperfield".
22.02.2024
Unbekümmert, vorwitzig, voller Lebenskraft.
22.02.2024
Ein Buch, das man nicht vergisst.
21.02.2024
Wegen solcher Bücher liebt man das Lesen.
Thomas Andre, 21.02.2024
Trotz düsterer Perspektive sprudelt dieses Buch vor Lebensfreude.
18.02.2024
Ein ergreifendes, einzigartiges Werk, das lange nachhallt.
Bernd Melichar, 17.02.2024
Ob dieser Junge es schafft? Eine Antwort auf diese Frage lautet: So flott und kräftig muss eine Auto...rin, und sei’s mit einem berühmten englischen Paten an der Seite, erst einmal 800 Seiten schreiben können, dass Leser von dieser Frage gepackt werden. mehr weniger
Eberhard Rathgeb, 15.02.2024
Dieser wahrhaftige und bedrückende Roman handelt von den Verlusten, die man im Leben erleiden kann. ...Demon Copperhead gibt den abgeschriebenen Habenichtsen Amerikas Würde und Menschlichkeit zurück, indem er über den Schmerz spricht, den sie täglich empfinden. mehr weniger
Thomas Hummitzsch, 15.02.2024
Demon Copperhead von Barbara Kingsolver geht zu Herzen, reißt mit, wühlt auf. Und ist Literatur im b...esten Sinn. (...) Bitte unbedingt lesen! mehr weniger
Sabine Süder, 15.02.2024
Ein praller, glorreicher Roman über Amerika.
14.02.2024
800 Seiten sollen niemanden abschrecken, ›Demon Copperhead‹ ist ein Pageturner.
Bettina Steiner, 14.02.2024
Selten habe ich so sehr mit einem Helden mitgefiebert, ihm die Daumen gedrückt, seinetwegen nachts w...achgelegen und mich mit ihm über seine Erfolge gefreut. Demon Copperhead hat mich daran erinnert, dass es sich im Leben immer lohnt zu kämpfen, mit jeder Faser und ganzem Herzen, ganz egal wie mies die Startposition ist! mehr weniger
Anika Decker, 12.02.2024
Mitreißend und wortgewaltig!
06.01.2024