»Ein grandioser Roman über Ruhm, Niedergang und den Körperkult in Cannes.« Christian Mayer, Süddeutsche Zeitung
Die Liebeshungrigen

Ein Jahr nachdem er den Élysée-Palast verlassen hat, ist der ehemalige Präsident Dan Lehman ein Schatten seiner selbst. Seine Ehe mit einer Schauspielerin ist nur noch Fassade. Er trinkt, wird in Gerichtsverfahren verwickelt und versucht mit einem Buch in die Medien zurückzukehren, während seine Frau die Rolle ihres Lebens spielt. Ihr Film ist ein Erfolg, wird für die Goldene Palme in Cannes nominiert. Und dort, in diesem Tempel des Kinos, in dem alles Illusion ist, vermischen sich Realität und Fiktion auf verheerende Weise.

Karine Tuil verbindet in einem packenden Gesellschaftsroman die Schicksale mehrerer Figuren miteinander und erzählt von den zerstörerischen Auswirkungen der Medienwelt auf Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen – aber vor allem von der Liebe.

»Kaum eine Bestseller-Autorin umkreist ethische Fragen so klug und spannend wie die zweimal für den Prix Goncourt nominierte Juristin Karine Tuil.« Kerstin Hellberg, Stern

Übersetzt von Maja Ueberle-Pfaff und Alexandra Baisch

Bibliografische Daten
EUR 25,00 [DE] – EUR 25,70 [AT]
ISBN : 978-3-423-28522-3
Erscheinungsdatum: 15.05.2026
3. Auflage
400 Seiten
Format : 12,8 x 21,0 cm
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Französischen von Maja Ueberle-Pfaff und Alexandra Baisch
Autor*innenporträt
Karine Tuil

Karine Tuil, geboren 1972, ist Juristin und Autorin mehrerer gefeierter Bücher, darunter der Roman ›Die Gierigen‹. Zuletzt erschien ihr viel beachteter Roman ›Diese eine Entscheidung‹, der mit Preisen ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Karine Tuil lebt mit ihrer Familie in Paris.

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Übersetzer*innenporträt
Maja Ueberle-Pfaff

Maja Ueberle-Pfaff studierte Anglistik, Geschichte und Filmtheorie. Nach Anfängen als Verlagslektorin und Sprachdozentin übersetzt sie seit vielen Jahren Belletristik aus dem Englischen und Französischen.

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Übersetzer*innenporträt
Alexandra Baisch

Alexandra Baisch hat in Frankreich studiert und lebt in München, wo sie als Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Spanischen und als freie Lektorin tätig ist.

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10 von 87 Leserstimmen

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moidlvomberch am 29.04.2026 09:04 Uhr

Ein sehr interessantes Buch

Die Liebeshungrigen ist ein sehr interessantes Buch mnit einem gut zu lesendem schreibstil, das mich durchaus beeindruckt hat. Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich fand es spannend zu lesen, mal in diese Welt aus Leidenschaft und gesellschaftlichen Zwängen einzutauchen.Das Cover wirkt auf mich sehr elegant und intensiv. Es fängt diese spannungsgeladene, fast schon fiebrige Stimmung der Erzählung gut ein und macht neugierig auf die Abgründe der Charaktere.Den Schreibstil finde ich sehr präzise und direkt. Karine Tuil schreibt fast schon analytisch, sodass man die Zerrissenheit der Figuren deutlich spürt. Die Sätze sind klar und treffen meist genau ins Schwarze, ohne dabei unnötig kompliziert zu wirken. Insgesamt ein intensives Leseerlebnis, das zum Nachdenken anregt und einen guten Einblick in Tuils Art zu schreiben gibt.

buchgespür am 07.05.2026 18:05 Uhr

Feminismus und toxische Männlichkeit

Männer werden nicht älter, sie werden besser.
Kennt ihr dieses Sprichwort? Ich frage mich, gibt es dazu ein Äquivalent für Frauen?Wie komme ich darauf? Über einen Umweg über Die Liebeshungrigen von Karin Tuil.
Ein Buch wie eine Gewalt über Gewalt. An Frauen.Das Buch ist nicht nur feministisch, Karin Tuil beschreibt auch den Feminismus, die Entwicklung dahin, die unterschiedlichen Wege, die Frauen gehen, um zu erstarken. Und nicht nur Frauen, sondern auch intelligente, wache Männer, große Teile der Gesellschaft. Das stach für mich in besonderem Maße hervor, denn es gibt in diesem Roman nicht nur unterdrückende und gewalttätige Männer, sondern auch unterstützende. Tuil klagt an, schonungslos und offensiv, aber gerechtfertigt, tiefgründig und nicht plakativ.„Die Liebeshungrigen“ hungern nach unterschiedlichen Formen der Verehrung und Liebe. Der ehemalige französische Präsident Lehman hungert nach Aufmerksamkeit und erneutem Erfolg und verfällt deshalb dem Alkohol. Er braucht aber auch seine Familie, allen voran seine kleine taubstumme Tochter Anna aus zweiter Ehe und seine Exfrau Marianne. Diese aber strebt nur nach Freiheit, ihre Sicht der Dinge wird aus der Ich-Perspektive geschildert, sodass sie mir als Leserin besonders nah war. Ihre Tochter Léo ist Aktivistin für Frauenrechte und inspiriert damit auch ihre Mutter.Ein zweiter Dunstkreis bildet sich um den Regisseur Nazin, der öffentlich Frauenrechte propagiert, für sich selbst aber das Gegenteil umsetzt und Lehmans Frau, die Schauspielerin Hilda Müller, und Mélanié Vogues in Bedrängnis bringt.Ich weiß, das mag alles ziemlich verworren klingen, die Affären all dieser Charaktere untereinander mag ich gar nicht aufdröseln, sonst blickt hier keiner mehr durch.Letztendlich hat der Roman aber einen ganz klaren Faden mit einem zunehmenden Tempo zum Ende hin und einem fulminanten Schluss.Alles dreht sich um Mariannes Roman, der von Nazin verfilmt wird, Hilda in der Hauptrolle, Melanie als ihr Bodydouble. Und genau das zeigt einen weiteren gesellschaftskritischen Punkt Frauen gegenüber. Werden sie älter, sind sie in der Filmbranche weniger gefragt. Aber nicht nur dort versuchen viele, ihre Jugend und Attraktivität aus ganz unterschiedlichen Gründen zu erhalten. Diesen Druck empfinde ich bei Männern als weniger präsent. Ihnen schreibt der Volksmund ja ganz offen zu, dass sie nicht älter, sondern besser werden. Gibt es denn solche Sprichwörter auch für Frauen?Ich bin 42, genauso alt wie Hilda, und auch ich kann mich nicht davon ausnehmen, von einigen ihrer Gedankengänge bezüglich ihres Alters bereits geplagt worden zu sein. Gleichberechtigung, Gewalt gegen Frauen, Feminismus… all das existiert (bislang) weiter, wenn diese Themen viel mehr in den Fokus der Gesellschaft gerückt sind und ein langsames Umdenken stattfindet. Es ist ungerecht, aber ändern können es nur wir. Zusammen. Stetig. Jede Generation auf ihre Weise und ohne auch nur dem kleinsten Rückschritt eine Chance zu geben.

leselust am 04.05.2026 14:05 Uhr

In jedem steckt etwas von einer Person des öffentlichen Lebens

In jedem steckt etwas von einer Person des öffentlichen Lebens. Ich erkenne so manches und denke mir aha aber dann passt nicht alles zu einer Person oder verschwimmt mit der nächsten Person.Jeder Mensch hungert nach Liebe, jeder auf seine eigene Art, der eine bekommt sie gestillt, der Nächste verliert sie wieder weil er der falschen Person begegnet ist. Der eine wirft sie weg weil er denkt mit der nächsten Person wird es besser und bemerkt dann nach einiger Zeit, dass er zurück möchte, weil eigentlich hat der Mensch sich dort doch wohl und geliebt gefühlt.Und dann begegnen sich Menschen, die sich gegenseitig täuschen um etwas anderes zu bekommen. Ein ewiges Durcheinander der Menschen in dieser Erzählung. Am besten ist es das Buch in einem zu lesen um dabei zu bleiben und zu verstehen wer mit wem und was und warum, das finde ich zeitweise verwirrend.

mia am 03.05.2026 11:05 Uhr

Der Präsident

Die Geschichte eines ehemaligen Präsidenten, wie es der Klappentext verheißt? Nein, nicht nur. Es ist auch die Geschichte seiner beiden Töchter, seiner Ex-Frau, seiner zukünftigen Ex-Frau und ihres Regisseurs sowie ihres Körperdoubles usw. Und diese Geschichte ist gut in Szene gesetzt. Sehr sachlich geschrieben, fast hier und da schon ein bisschen emotionslos, bringt die Autorin doch die Gefühle und Befindlichkeiten ihrer Protagonisten sehr gut rüber. Leitmotiv bei allen ist die Angst, zu versagen, im Beruf genauso wie im Privatleben. Und natürlich die Angst vor negativer Darstellung in der Presse bzw. in der Öffentlichkeit. Sehr geschickt arbeitet die Autorin die Motive der Protagonisten heraus, und stellt die offiziellen genauso wie die eigentlichen dar, die sich oft diametral entgegenstehen. Sie zeigt die innere Zerrissenheit der Figuren und die eigentlichen Ziele, denen sie entgegenstreben. Unbedingte Leseempfehlung.

princessin22 am 03.05.2026 21:05 Uhr

Machthungrig

Der Roman - Die Liebeshungrigen von Karine Tuil - zeigt sehr viel über die Machthungrigkeit von Personen die im Rampenlicht stehen. Der französische Präsident Dan Lehman der sein Amt vor ca. einem Jahr verlassen mußte, fällt in ein sehr großes, tiefes Loch. Sein Gefühle versucht er mit Alkohol zu ertränken. Zu dieser Situation kommt auch, das er vor den Trümmern seiner Ehe mit der Schauspielerin Hilda steht. Sie ist im Zeit der Ehe in den Schatten ihres damals bekannten Mannes getreten. Jetzt aber beginnt sie ihre eigenes Leben wieder, denn ihr Ehemann spielt für sie keine Rolle mehr. Dadurch geht es Dan immer schlechter. Dieser Roman zeigt, wie schnell man in ein Machtverhältnis gelangen kann und was es mit einem machen kann. Es zeigt wie zerstörerisch es auf Menschen wirken kann. Der Roman hat mir sehr gut gefallen und er regt auch sehr zum Nachdenken an.

usto am 30.04.2026 20:04 Uhr

Macht und Mensch

Das Buch "Die Liebeshungrigen" gibt Einblick in zwei Welten die beide Von Macht und Machtmissbrauch und -verlust geprägt sind. Zum einen die Welt der Politik: Dan Lehman hat, um als Staatspräsident wählbar zu sein, seine langjährige Frau für seine Geliebte verlassen, fünf Jahre die Macht und seine Wichtigkeit genossen und ist nach seiner Abwahl in den Alkoholismus abgestürzt. Hilda Müller,seine zweite Frau und Schauspielerin, hat den Glamour als First Lady geliebt, aber nie einen wirlichen Zugang zu ihrem Mann gefunden. Nach der Abwahl ihres Mannes kehrt sie zu ihrem Beruf zurück und spielt die Hauptrolle in einem aufseheneregenden Film. Die Dreiecksbeziehung Exfrau- Dan- zweite Ehefrau wird in ihren Veränderungen durch Machtgewinn oder -verlust detailiert dargestellt und das Gefühlsleben der einzelnen Personen beleuchtet.

mike nelson am 28.04.2026 17:04 Uhr

Beeindruckend!!!

Beeindruckend. Der neue Roman der französischen Schriftstellerin Karine Tuil - "Die Liebeshungrigen". Ein Buch, welches ich am liebsten ohne Unterbrechung und Rücksicht auf meinen Nachtschlaf von der ersten bis zur letzten Seite in einem Stück gelesen hätte; und das nicht, weil es einen Spannungsbogen verkörpert, dem man sich nicht entziehen kann; vielmehr flechtet Karine Tuil in ihrer Geschichte ein Netz aus Beziehungen, gekennzeichnet duch Macht und Abhängigkeit, Sehnsucht und Dominanz, Selbstverzicht und Karrierestreben, siedelt dieses 'Netz' in den Bereichen Politik und Kulturbetrieb an, und lässt es seinem tragisch-fatalen Zusammenbruch entgegenstreben. Der nicht wiedergewählte Staatspräsident Dan Lehmann, alkoholkrank, getrennt von seiner Frau Marianne (mit der er zwei erwachsene Kinder hat), neu verheiratet mit der wesentlich jüngeren Schauspielerin Hilda Müller (mit der er eine kleine Tochter hat); Hilda, um neue Rollen bemüht, die ihre Chancen auf einen Preis in Cannes durch die Übernahme der Hauptrolle in einem Film des attraktiv-charismatischen Romain sieht und eine Affaire mit ihm beginnt; die Romanvorlage hierzu stammt ausgerechnet von Dans Ex-Frau Marianne; deren 24-jährige Tochter dem Charme des Regisseurs zu erliegen droht... Karine Tuil konfrontiert uns mit einer ganzen Palette ethisch-moralischer Dilematta. Unbedingte Leseempfehlung!!!

gaia am 27.04.2026 12:04 Uhr

Der Hunger nach Liebe, Sex, Macht, Aufmerksamkeit

Die Protagonist:innen von Karine Tuils neuem Roman sind nicht nur hungrig nach Liebe, also vor allem „geliebt zu werden“, sondern auch nach Sex, die Macht, die damit einhergeht, Anerkennung, Erfolg, öffentliche Aufmerksamkeit. Dafür versammelt sie nicht nur die zwei Ehepartner, einen Anfang 60jährigen Ex-Präsidenten von Frankreich und seine Frau eine Schauspielerin Anfang 40, sondern auch die Ex-Frau des Präsidenten, welche als Schriftstellerin tätig ist, sowie einige Nebenfiguren wie einen tyrannischen Regisseur Mitte 40, eine naiv-kämpferische Tochter in ihren Zwanzigern und eine Anfang 30jährige C-Schauspielerin. Alle streben nach etwas in dieser Geschichte und man könnte meinen die Überschrift für diese erstrebenswerten Dinge sei „Liebe“, in ihren verschiedensten Ausprägungen.Nicht ohne Grund werden oben zu den Figuren der Altersbereich genannt, denn Alter spielt in „Die Liebeshungrigen“ eine wichtige Rolle, weil in einigen Altersbereich es einfacher scheint, geliebt zu werden, für was auch immer. Eine hübsche, junge Frau wirkt einfach (im Sinne von problemlos) begehrenswert, auch ein älterer Mann, solange er Macht inne hat. Wird die Frau älter und weniger straff, wird sie in unserer heutigen Gesellschaft weniger begehrt werden. Verliert der ältere Mann seine Macht, ergeht es ihm ebenso. So taumeln die Figuren in Tuils Roman nicht nur umeinander, sondern auch alle auf ihre Weise um das Ziel der Liebe, wie diese auch für die jeweilige Person aussehen mag.Tuil schafft es durch eine multiperspektivische Erzählstruktur, dass innerhalb einer Gruppe von Menschen, die alle irgendwie miteinander zusammenhängen und entweder teilweise oder ganz in höheren Gesellschaftsschichten agieren, die Bedürfnisse und Zwänge - innere wie äußere - sehr glaubhaft darzustellen. Keine Figur bleibt dabei schablonenhaft. Selbst der tyrannische Regisseur, für den man direkt ein Bild im Kopf hat, ist tiefgründiger angelegt, als erwartet.Hier hungert jede und jeder nach irgendetwas und wie sich dies von innen begründet sowie von außen sichtbar wird, schlüsselt Tuil mal intensiver mal als Schlaglicht auf. Dabei ist ein Hauptthema der Alkoholismus des Ex-Präsidenten neben sexistischer und sexualisierter Gewalt sowohl in der Welt des Films als auch im Privaten. Jede Figur erfährt auf ähnliche Arten Ablehnung und reagiert auf ihre ganz eigene Art darauf. So heißt es im Roman: „Der Schauspielberuf hat mit dem politischen Amt gemein, dass man mit Ablehnung zurechtkommen muss. [...] Die Sehnsüchte der anderen zu verkörpern, zu verführen, die ganze Zeit, ohne sich des Ergebnisses sicher zu sein - Gefallenwollen ist eine Kunst für sich.“Wir blicken in „Die Liebeshungrigen“ hinter die Kulissen der Macht in verschiedenen Bereichen. Das ist hoch interessant und äußerst lesenswert. Auch habe ich sehr viel erfahren über gewisse Mechanismen und Vorgänge in den Bereichen Politik und Filmbranche. Ich habe das Buch eingesogen und hatte währenddessen und danach viel Diskussionsbedarf. Genau das kann und sollte ein sehr guter Roman erreichen.4,5/5 Sterne

pilese am 27.04.2026 10:04 Uhr

Ein ehrlicher Blick

Dieses Buch hat mich echt bewegt! Schon das Cover ist was ganz anderes und sticht richtig aus der Masse heraus. Ich bin beim Lesen nur so durch die Seiten geflogen, weil die Geschichte mich sofort gepackt hat. Es geht um Frauen in der harten Medienwelt und wie schwierig es für sie ist, für ihre Rechte einzustehen, ohne gleich die Karriere zu riskieren. Ich fühlte richtig mit, wenn sie in dieser Zwickmühle stecken: Auf der einen Seite ihr Stolz und Feminismus, auf der anderen Seite die Liebe zu einem Mann, der ihnen absolut nicht gut tut. Die Sprache ist einfach, geht aber tief und macht einen richtig nachdenklich. Es ist keine leichte Kost - eben ehrlich und ungeschönt. Wer keine Lust auf eine kitschige Liebesgeschichte hat, sondern mal was Wahres lesen will, sollte hier unbedingt zugreifen! Ein wirklich starkes Buch, das zeigt, wie viel Kraft es kostet, man selbst zu bleiben.

wortpause am 07.05.2026 12:05 Uhr

Ein Buch wie ein Rausch: Frankreich zwischen Skandalen, Geheimnissen und prestigeträchtiger Selbstdarstellung

Ein Buch wie ein Rausch: Frankreich zwischen Skandalen, Geheimnissen und prestigeträchtiger SelbstdarstellungFrankreichs Ex-Präsident Lehmann steckt nach seinem Regierungs-Aus in einer Identitätskrise und versucht, seine wachsende Bedeutungslosigkeit zu kompensieren. Seine aktuelle Frau, die Schauspielerin Hilda, fühlt sich verraten, da sie ihre Schauspielkarriere für Lehmann aufgegeben hat. Und auch Lehmanns Ex-Frau Marianne spürt ihre Irrelevanz, nachdem sie einfach durch eine jüngere Frau ersetzt wurde. Als Hilda schließlich einen Film dreht, dessen Vorlage ausgerechnet Marianne geschrieben hat, rücken die Gefühlswelten der drei Figuren und ihres gesamten Umfelds ziemlich eng zusammen.„Die Liebeshungrigen“ ist eine Erzählung über Ruhm, Neid, Missgunst… Affären, Sex und toxische Männlichkeit… über Macht, Respekt, aber auch Machtmissbrauch… Alkohol, Drogen und Abstürze. All diese Themen hängen in dem Roman so dicht zusammen wie die Beziehungen der Charaktere selbst. Als lesende Person fühlt man sich durch die eingesetzten Stilmittel sowie die besondere Erzähl- und Schreibweise unglaublich nah an der Geschichte - fast so, als wäre man selbst mitten im Rausch der Ereignisse.Die Erzählweise schwankt zwischen neutraler Perspektive und Ich-Form. Schwanken ist dabei ein passendes Stichwort, denn wortwörtlich schwankt auch der Text selbst in den Darstellungen des Alkoholrausches: durch kursive, schräge und beinahe taumelnde Schreibweisen. Diese Passagen zu lesen, verdreht einem fast selbst den Kopf. Alkohol ist ein sehr präsentes Thema des Buches und scheint zur High Society genauso dazuzugehören wie die fehlende Privatsphäre der Protagonisten. Alle wirken gefangen in einem einzigen „Geklüngel“.Hat man einmal in die Handlung hineingefunden, überschlagen sich die Ereignisse beinahe. Das Buch stellt die Macht von Männern den Maßstäben gegenüber, an die Macht bei Frauen oft noch geknüpft wird: jung sein, schön sein, sich selbst inszenieren - und dabei doch immer wieder auf die Wahrnehmung durch Männer reduziert werden. Gleichzeitig zeigt der Roman eindrücklich, wie Macht den Charakter verändert.„Die Liebeshungrigen“ fängt die Dynamiken von „MeToo“ auf eindringliche Weise ein. Besonders zum Schluss hatte ich regelrecht Gänsehaut. Das Buch zeichnet die Abgründe eines Lebens in der Öffentlichkeit intensiv und beklemmend nach - und wenn man die letzte Seite beendet hat, kann man fast einmal tief durchatmen. Denn manchmal kann selbst Bedeutungslosigkeit etwas sehr Bedeutungsvolles sein.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Bunte

Karine Tuil beschreibt die Figuren klug und ohne sie je zu denunzieren, und ihr Roman birst geradezu... vor Themen – Machtverlust, Politik und Lügen, alter Mann und junge Frau, Betrug, Alterssexualität, Antisemitismus, Behinderung, Alkoholismus, Einsamkeit –, und das alles verpackt in eine spannende Handlung. mehr weniger

Elke Heidenreich, 25.06.2026

Süddeutsche Zeitung

Ein grandioser Roman über Ruhm, Niedergang und den Körperkult in Cannes.

Christian Mayer, 23.05.2026

Deutschlandfunk

Karine Tuil beschreibt genau beobachtet und genüsslich zugespitzt eine realistisch grundierte Szener...ie aus Leidenschaften und Ich-Verwirklichungen, aus Maskeraden, Macht und Manipulationen in der feinen Pariser Gesellschaft. mehr weniger

Cornelius Wüllenkemper, 20.05.2026

DER SPIEGEL

Die Stärke des Buchs liegt darin, wie Tuil die Erfolgsmenschen auseinandernimmt.

Nadia Pantel, 16.05.2026

Münchner Merkur

Karine Tuil ist mit ›Die Liebeshungrigen‹ ein erstklassiger Gesellschaftsroman gelungen, der kühl di...e zerstörerischen Mechanismen von Polit-Business und Medienwelt beschreibt. mehr weniger

20.06.2026

denglers-buchkritik.de

Ein literarischer Geniestreich!

15.06.2026

Rheinische Post et al.

Tuil gelingt es, den Fall von Dan Lehmann so spannend und böse aufzuschreiben, dass die gegenwartssa...tten 400 Seiten wie eine Strandlektüre anmuten. mehr weniger

Philipp Holstein, 14.06.2026

SR 2 KulturRadio

Das Buch ist unglaublich unterhaltsam, Karine Tuil schreibt sehr, sehr gut und überrascht ihre Leser... immer wieder mit neuen Erkenntnissen. mehr weniger

Peter Henning, 11.06.2026

Nürnberger Nachrichten online

In Frankreich schlug der neue Roman von Karine Tuil wie eine Bombe ein. (…) Tuil schreibt sich indis...kret in diese Löwengrube, die mit dem alltäglichen Leben nichts zu tun hat, hinein. Dabei geht es ihr nicht um Voyeurismus, sondern um ethische Fragen. mehr weniger

Bernd Noack, 02.06.2026

Jolie

In dem klugen Gesellschaftsroman aus Frankreich geht es darum wie Menschen, die in der Öffentlichkei...t stehen von der unerbittlichen Medienwelt vernichtet werden können. mehr weniger

01.06.2026

IN München

Mit eiskalter Unerbittlichkeit, aber auch viel feinem Humor seziert Karine Tuil die Mechanismen der ...Mediendiktatur. Gruselig, gut. mehr weniger

Rupert Sommer, 01.06.2026

Straubinger Tagblatt et al.

Die Schriftstellerin Karine Tuil gilt als eine feine Beobachterin der französischen Politik und Gese...llschaft. mehr weniger

Birgit Holzer, 23.05.2026

Ruhr Nachrichten

Ein kluger, oft eindringlicher Roman über Macht und ihren Verlust.

Andreas Schröter, 20.05.2026

Hamburger Abendblatt

Genauso musste man mal über Macht, Ohnmacht und einen Ex-Präsidenten erzählen.

Thomas André, 19.05.2026

Podcast "Jetzt lass mich doch mal auslesen"

An Karine Tuils Roman ›Die Liebeshungrigen‹ kommt man nicht vorbei. Die Erzählerin seziert Politik, ...Medien und Kultur im Nachbarland. Ein Pageturner! mehr weniger

24.04.2026