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»Er brauchte sie, damit es funkelte. Und sie brauchte ihn, um ungestört funkeln zu können.«

Die zweitgrößte Liebe

Reicht die Liebe im Zweifel? Ein Roman über die Liebe, die Freiheit, die Abhängigkeit:

Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie steigt auf ihre Vespa, lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Ein sorgenfreies Leben scheint Michelle erstmals möglich – nur zu welchem Preis?

Ruth-Maria Thomas erzählt von der bösen Zufälligkeit, die darüber entscheidet, in welches Leben man hineingeboren wird – und von der Liebe dazwischen. Ein Buch, in das man tief hineinfällt und aus dem man verändert wieder auftaucht.

Bibliografische Daten

EUR 18,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-45091-1
Erscheinungsdatum: 30.07.2026
1. Auflage
304 Seiten
Sprache: Deutsch
Autor*innenporträt

Ruth-Maria Thomas

Ruth-Maria Thomas, 1993 geboren und in Cottbus aufgewachsen, war als Sozialarbeiterin in der Jugendhilfe tätig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ihr Debüt ›Die schönste Version‹ (2024) war für den Deutschen Buchpreis, den aspekte-Literaturpreis, den Buddenbrookhaus-Preis, den Preis der deutschen Wirtschaft nominiert und wurde mit dem Ulla-Hahn-Preis ausgezeichnet. 2025 erschien der rbb-Podcast ›Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt‹, dessen Host Thomas war. ›Die zweitgrößte Liebe‹ ist ihr zweiter Roman.

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104 von 104 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.72 von 5 Sternen


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8 - 10 von 104 Leserstimme

jenvo82 am 01.08.2026 17:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Das Bildnis einer Beziehung

"Es schmerzte in ihrer Brust, weil sie sich nicht in diesem Bild ausruhen konnte. Wo waren Maurice und Húng, Lara und Claudia und die getauften Kinder, die Henry sich wünschte, es passte nicht ins Bild, sie schaffte es nicht, sich all das zusammen vorzustellen."InhaltAls sich Henry und Michelle kennenlernen passt einfach alles, füreinander sind sie wie Sonne und Mond, endlich ein Gegenüber, dem man volles Vertrauen entgegenbringt, der das eigene Leben leicht und schön erscheinen lässt und mit dem eine Zukunft mehr als verheißungsvoll erscheint. Aus einem emotionalen Strohfeuer erwacht bald die Art von Liebe, die sich jeder wünscht und da kann man über kleine Differenzen hinwegsehen. Für Michelle ist es nicht leicht, sich in das unbedarfte, sorgenfreie Leben ihres neuen Partners einzufinden, doch obwohl sie ein Konto voller Schulden hat, einen Bruder, den sie finanziell unterstützen möchte und mittlerweile Gelegenheitsdiebstähle kultiviert hat, um irgendwie über die Runden zu kommen, empfindet sie großen Respekt vor Henry. Dieser teilt vollkommen uneigennützig mit ihr, lässt sie in seine Wohnung ziehen, finanziert ihren Lebensunterhalt und motiviert sie dazu, endlich ihrer Passion nachzugehen, anstatt dem schlecht bezahlten Aushilfsjob an der Hotelrezeption. Doch nach zweieinhalb Jahren wird deutlich, wie unterschiedlich ihre Maßstäbe sind, wie ein unausgewogenes Verständnis von Besitz und Geld zu immer größeren Brüchen führt und letztlich zu der Einsicht, dass die Liebe nicht jede Lücke zu füllen vermag ...MeinungDieses Buch habe ich mir direkt als Wunschbuch bei vorablesen gesichert, nachdem mich der Vorgängerroman der deutschen Nachwuchsautorin Ruth-Maria Thomas dermaßen fasziniert hat, dass ich mir sicher war, hier zumindest die "zweitgrößte Liebe" zu finden. Aufgrund der gesteigerten Erwartungshaltung, habe ich hier zwischen den Zeilen immer noch etwas mehr gesucht: mehr Tiefe, mehr Verständnis, mehr Emotionen. Die beiden Protagonisten empfand ich hier etwas zu klar umrissen, teilweise mit vorhersehbaren Gefühlen und dennoch mit einer gewissen Distanz. Im Vordergrund der Erzählung steht hier nicht die perfekte Beziehung, sondern die unterschiedlichen Prämissen der handelnden Personen, die aus vollkommen anderen sozialen Schichten stammen. Das latente Unverständnis des einen über die seltsamen Befindlichkeiten des anderen im Umgang mit Geld häuft sich, kleine Risse tun sich auf, die schließlich zu tieferen Gräben wachsen. Es ist gleichsam eine Milieustudie über verschiedene Ausgangssituationen in diversen Gesellschaftsschichten und damit sind nicht nur materielle Werte verbunden, sondern auch Ängste, Wünsche und Hoffnungen für die Gegenwart und Zukunft. Zwischen Faszination, kontrolliertem Nachgeben und der Erfüllung der eigenen Vorstellungen zwischen den Partnern handelt dieses Buch. Der Schreibstil ist einprägsam, akzentuiert und bringt vieles auf den Punkt. Der Roman liest sich sehr gut und hinterlässt eine gewisse Beklemmung aber auch ein tieferes Erkennen. FazitIch vergebe gute 4 Lesesterne für diesen ausgereiften, speziellen und nachvollziehbaren Roman, der mich dennoch weniger gefesselt hat, als erhofft. Vielleicht ist das ein ganz persönliches Empfinden, denn obwohl ich sowohl Michelle als auch Henry absolut glaubwürdig und konsequent empfand, bleibt hier die Thematik zu banal. Irgendwie hatte ich beim Lesen immer das Gefühl: das kennst du doch, es gibt zahlreiche solche Beispiele. Irgendwie hätte ich mir weitere Ansatzpunkte gewünscht, bzw. mehr Eindrücke von außen, von Familienmitgliedern, Freunden oder Arbeitskollegen. Darüber hinaus hätte es hier eigentlich gut klappen können, wenn man außer Liebe und Sex wirklich aufrichtige, intensive Gespräche geführt hätte. Manchmal war mir Henry einfach zu weich und unentschlossen und Michelle zu hart und verbohrt. Klar, niemand kann über seinen Schatten springen und die Ursachen wurden hier umfassend beleuchtet, nur zwischendrin hätte es vielleicht diesen einen Weg gegeben, der hier für ein Gelingen der Beziehung möglich gewesen wäre. Die Autorin hat ihn nicht gewählt, sondern ihre Protagonistin in ihr eigenes Leben entlassen:"Aber ich kann dir nicht beides geben: ich bleiben und gleichzeitig die werden, die wirklich in deine Welt passt."Ein sehr lesenswertes Buch, mit winzigen Abstrichen für mich und wenn das nächste Werk der Autorin erscheint, bin ich definitiv wieder mit im Boot.

antjedomenic am 01.08.2026 14:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Highlight

Dieses Cover finde ich wirklich großartig und auch der Klappentext klang wieder ganz nach einem Buch für mich. Ich habe bereits ein Buch der Autorin mit Begeisterung gelesen. Schon nach den ersten Seiten merkte ich, dass ich dieses Buch nicht aus der Hand legen werde und an einem Stück lese. Dazu war der regnerische Tag einfach gemacht. Der Schreibstil ist so gefühlvoll und auch das Thema, was die Autorin beschreibt war richtig gut. Es geht um Leben und wie jeder lebt. Die einen haben Geld und müssen sich keine Gedanken machen und andere Menschen müssen rechnen und planen, dass Sie den Monat überstehen und jeden Tag etwas zu Essen und Trinken haben, sowie ihre Rechnungen zahlen können. Hart, aber wahr. Ein Thema, was die Autorin für mich wunderbar in Szene geschrieben hat.Michelle musste gerade ihren Laden schließen und steht wieder einmal vor dem Nichts, denn auch früher war das so, als die Mama noch lebte und sie mit ihrem Bruder zusammen wohnten. Mittlerweile ist ihre Mama verstorben und Michelle wagt einen Neuanfang im Norden.In einem Hotel arbeitet und schuftet Sie, dass Sie ihre Schulden abzahlen kann und über die Runden kommt. Eines Tages trifft Sie dann auf Henry und ihre beiden Leben sind unterschiedlicher als Sie annimmt. Henry will ihr helfen und er will, dass Sie alles machen kann, denn das Geld dazu hat er.Doch wagt Michelle diesen Schritt, lässt jemanden so nah an sich heran und startet neu durch?Liebe, Hoffnung und das Thema Geld. Ein Buch war mich sehr erreicht hat und was ich unbedingt weiterempfehle. Für mich ein Roman, mit einer wichtigen Botschaft und ich hoffe, das viele Menschen dieses Buch lesen werden.

tänja_radi am 01.08.2026 12:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Absolut begeisternd

Zunächst muss ich sagen, dass mir das Cover deses Romans besonders gut gefällt. Es ist schwer zu erraten, welchen Gesichtsausdruck die abgebildete Frau gerade hat. Auch in der Liebesgeschichte zwischen Henry und Michelle wird viel geraten. Denn die beiden kommen aus sehr unterschiedlichen Welten. Michelle ist in prekären Verhältnissen aufgewachsen und am Aufstieg beim ersten Versuch gescheitert. Henry hingegen ist reich. Beide halten ein Teil dieser Lebenswelt vor dem anderen zurück.Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist trotzdem groß und ich liebe es, wie Ruth-Maria Thomas über das Verliebtsein schreibt.Gleichzeitig gelingt es der Autorin, den Lesenden vor Augen zu führen, wie klassizistisch unsere Gesellschaft ist. Sie zeigt auf, dass es oft eben nicht einfach ausreicht, sich anzustrengen, um aufzusteigen. Sie macht deutlich, dass die Lebenswelten von Arm und Reich extrem unterschiedlich und teilweise auch nicht verständlich für einander sind. Dabei begegnet sie beiden Seiten mit Wertschätzung und lässt nicht aus, dass auch reiche Menschen Probleme haben können. Besonders mag ich, dass sich der Roman zwischen den Zeilen viel mit der Frage beschäftigt, welcher Teil des Liebespaars den anderen eigentlich mehr braucht.So vereint sich eine Liebesgeschichte mit den aktuellen Fragen unserer Zeit. Ein höchst empfehlenswerter Roman.

lustaufbuch am 31.07.2026 21:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

»Er hatte, was sie brauchte. Und das war das Problem.«

Es scheint als wäre es Liebe auf den ersten Blick. Als würde sich alles fügen, positiv und unerwartet, aber doch so glücklich.Michelle und Henry entstammen komplett unterschiedlichen Milieus, was sich jedoch erst im Laufe der anbahnenden Beziehung so richtig zu erkennen gibt. Michelle ist mit wenig aufgewachsen und kämpft selbst jetzt noch ums finanzielle Überleben. Ihre Schmuckladen musste sie aufgeben und arbeitet nun in einem angesehenen Hotel, um ihre Schulden zurückzuzahlen. Währenddessen ist Henrys Familie reich. Zwar arbeitet er viel und ambitioniert, verfügt jedoch seit jeher über eine finanzielle Grundabsicherung. Die Kluft zwischen Arm und Reich spielt nicht nur von außen eine Rolle, sondern auch von den Erfahrungen, die jemand erlebt hat. Und Geld nimmt doch immer eine entscheidende Rolle ein. Besonders wenn etwas für manche selbstverständlich ist und für andere nie vorstellbar. So verheimlicht Henry ihr lange seine luxuriöse Wohnung und verbringt lieber Zeit in ihren einfachen vier Wänden. Dementsprechend ist es nicht nur möglich, während einer Beziehung in eine gewisse Abhängigkeit zu geraten, sondern unausweichlich. Ein Gefälle, das oft mit Erwartungen verbunden ist, sei es nur die Person von einem (finanziell) abhängig zu machen. Henry scheint Michelle über alles zu lieben, aber er fühlt sich zugleich wohl damit, jemanden zu haben, um den er sich kümmern kann, der abhängig von ihr ist und sich so gewissermaßen lenken lässt. Auch im Hinblick auf seine eigene Familie möchte er ihr – seit sie das erste Mal von ihrem Schmuckladen geredet hat – diesen Traum wieder ermöglichen und ihr den Job im Hotel ausreden. Hierbei missachtet er oft, was seine Freundin wirklich möchte. Und trotz all der glücklichen Momente, bleibt es eine Liebe, die nicht sein kann. Zudem ist das gegenseitige Missverstehen etwas, was die Autorin in diesem Buch so nahegehend und zugleich schmerzlich herausgearbeitet hat wie ich es bisher noch nie gelesen habe. Dieses Misslingen der Kommunikation, aneinander vorbei zu reden und zu denken, das Gegenüber könnte einen nachvollziehen und dabei nicht auf einen Nenner zu kommen.Der zweite Roman von Ruth-Maria Thomas ist so ganz anders als ihr Debüt „Die schönste Version“ und doch auch wieder nicht. Er ist ein eher unauffällig daherkommender Anstoß, die zwischenmenschlichen Beziehungen zu hinterfragen und was eine Liebe beeinflusst, selbst wenn alles zu stimmen scheint.

isaba am 31.07.2026 19:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Kluger, nachdenklicher Roman

„Die zweitgrößte Liebe“ von Ruth Maria Thomas ist ein Roman, der leise beginnt und eine enorme Wirkung entfaltet. Ein Buch, das nicht laut sein muss, um tief zu berühren. Für mich eine wunderbare Leseerfahrung.Michelle steht nach der Insolvenz ihres Schmuckgeschäfts vor einem Neuanfang. Sie verlässt ihre Heimat im Osten und beginnt als Rezeptionistin in einem Hotel. Dort lernt sie Henry kennen, der aus einer wohlhabenden westdeutschen Familie stammt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die von Anfang an (zu) stark von ihren unterschiedlichen Lebensrealitäten geprägt ist.Die Autorin erzählt ihre Geschichte mit großer Sensibilität und einer beeindruckenden Beobachtungsgabe. Besonders die kleinen Momente und Zwischentöne machen den Roman so stark. Die Figuren wirken nie konstruiert, sondern wie echte Menschen mit Stärken, Widersprüchen und blinden Flecken. Gerade deshalb fällt es leicht, beide zu verstehen, auch wenn ihre Entscheidungen nicht immer nachvollziehbar erscheinen.Besonders gelungen ist der Blick auf soziale Herkunft und Klassismus. Der Roman zeigt eindrucksvoll, wie sehr Geld, Erziehung und Erfahrungen den Blick auf die Welt beeinflussen. Dabei verzichtet Thomas auf einfache Antworten oder Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Stattdessen entsteht ein vielschichtiges Bild davon, wie schwierig es sein kann, sich wirklich auf Augenhöhe zu begegnen, selbst wenn die Liebe eigentlich da ist.Was besonders nachhallt, ist die Art, wie das Buch gesellschaftliche Themen ganz selbstverständlich in eine persönliche Geschichte einwebt. Nie belehrend, sondern klug, nahbar und voller Empathie. Dadurch regt der Roman zum Nachdenken an, ohne seine Figuren auf Botschaften zu reduzieren.„Die zweitgrößte Liebe“ ist eine Geschichte über Liebe, Herkunft und die unsichtbaren Prägungen, die Menschen ein Leben lang begleiten. Ruhig erzählt, emotional und voller kluger Beobachtungen – ein Roman, der noch lange nach dem Zuklappen beschäftigt. Eine große Leseempfehlung.

adelebooks am 31.07.2026 19:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Über Liebe und Klassengrenzen: herausragend erzählt!

Was für ein Roman, der mich atemlos, nachdenklich, wütend, berührt und traurig zurücklässt! Aber von vorn: Mishelle, intelligent, talentiert, schlagfertig, selbstbewusst, attraktiv, stammt aus der Lausitz, und verlässt nach dem Scheitern ihres Schmuckladens mit Anfang 30 und einem Haufen Schulden ihre Heimat um in Norddeutschland als Servicekraft in einem Nobelhotel neu anzufangen und finanziell wieder auf die Beine zu kommen. Dort läuft sie eines Abends nach Schichtende in der Bar dem attraktiven Henry über den Weg, ein kurzer Plausch über eine Zigarettenlänge - dies reicht für die Biochemie zwischen beiden ihre Wirkung zu entfalten. Schnell wird klar, dass Henry in einer Welt lebt, in die Mishelle lediglich über Hotelgäste Einblicke hat, die ihrer eigenen Erfahrung jedoch völlig fremd ist. Kurz: Für Mishelle haben viele ihrer Probleme mit Geld zu tun, während Henry nie über Geld nachdenken muss.Doch trotz aller Unterschiede verlieben sich die beiden und damit beginnt etwas Schönes und sehr Anstrengendes und Kompliziertes zugleich.Der Mangel, der tägliche Kampf um die Existenz seit ihrer Kindheit und die gesellschaftliche Abwertung aufgrund ihrer Herkunft haben sich tief in Mishelles Biografie, ihre Sozialisation und damit letztlich ihr Selbst eingeschrieben. Es ist eine Lebenswelt von der Menschen wie Henry vermutlich nicht einmal ahnen, dass sie existiert und wie diese Menschen prägt. Wie fühlt es sich an abgesichert zu sein? möchte Mishelle an einer Stelle von Henry wissen, ein Erleben und Selbstverständnis, das sie, die jenseits einer privilegierten, westdeutschen Mehrheitsgesellschaft aufgewachsen ist, sich nicht einmal vorstellen kann. Henrys Antwort: Normal. Und so beginnt man zu ahnen und bangen, ob zwei Menschen, deren „Normal“ sich so unterscheidet, trotz großer Liebe ein gemeinsames Leben aufbauen und sich ihr gemeinsames Normal schaffen können.All dies erzählt Thomas in einer unmittelbaren, manchmal rohen und gerade dadurch authentischen Sprache. Die Dialoge wirken wie aus dem Leben, die Figuren und ihre Lebenswelt, von denen ich selbst einige biografische Eckdaten mit Mishelle teile, sind fast erschreckend lebensnah. Es ist ein unglaubliches Verdienst der Autorin diese Lebenswelt mit all ihren Zwängen, aber auch schönen Momenten, in Literatur zu verwandeln und so erlebbar zu machen. Für mich geht der Roman sogar über diese Liebesgeschichte hinaus. Denn Mishelle und Henry zeigen auch, ob und wie auf gesellschaftlicher Ebene bei zunehmender Ungleichheit zwischen verschiedenen Klassen, die wenige Berührungspunkte haben, Verständigung möglich ist oder auch nicht… Seid gespannt und lest unbedingt diesen einzigartigen Roman, der Liebesgeschichte, Milieustudie und Gesellschaftskritik zugleich ist!

melli274 am 31.07.2026 09:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein toller Roman!

CoverDas Cover ist schlicht und hat mich sofort angesprochen.SchreibstilDer Schreibstil ist angenehm und hat mich sofort mitgenommen, ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Inhalt/RezensionIch war bereits vom ersten Roman der Autorin begeistert und so auch wieder hier. Die Art des Schreibens, der Schreibstil und auch die Thematik gefällt mir sehr.Die Protagonisten sind mir sofort sympathisch und vertraut gewesen. Man fühlt direkt mit, und kann sich in alle hinein versetzen. Michelle und Henry treffen und verlieben sich. Sie sind ganz unterschiedlich aufgewachsen und auch wenn man meint dass das nicht wichtig ist, merkt man doch beim Lesen, wie jeder davon geprägt ist. Ich habe während des Lesens meine Situation überdacht und es hat mich zum Nachdenken angeregt.FazitEin toller Roman, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

viddl am 31.07.2026 08:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Sehr bewegend

Mit „Die zweitgrößte Liebe“ erzählt Ruth-Maria Thomas einen feinfühligen Roman über gesellschaftliche Unterschiede, Sehnsüchte und die Frage, ob Liebe soziale Gegensätze wirklich überwinden kann. Michelle ist eine glaubwürdige Protagonistin, deren Neuanfang ebenso hoffnungsvoll wie verletzlich wirkt. Die Beziehung zu Henry eröffnet neue Möglichkeiten, macht aber zugleich deutlich, wie stark Herkunft und Lebensrealität das eigene Denken prägen können.Besonders beeindruckend ist die unaufgeregte Erzählweise, mit der existenzielle Themen wie soziale Ungleichheit, Aufstiegswünsche und Verlustängste behandelt werden. Der Roman verzichtet auf einfache Antworten und zeigt stattdessen, wie komplex Beziehungen sein können, wenn unterschiedliche Erfahrungen aufeinandertreffen.Für mich ist „Die zweitgrößte Liebe“ ein kluger, atmosphärischer und emotionaler Roman, der weit über eine klassische Liebesgeschichte hinausgeht. Er regt zum Nachdenken an und bleibt mit seinen vielschichtigen Figuren und den gesellschaftlichen Fragen noch lange im Gedächtnis.

mike nelson am 30.07.2026 22:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Der goldene Käfig und der Tod der Liebe...

Der goldene Käfig und der Tod der Liebe... Mit ihrem neuen Roman "Die zweitgrößte Liebe" ist Ruth-Maria Thomas etwas Großartiges gelungen. Sie erzählt die Geschichte der mitdreißiger 'Unterschichtsfrau' Michelle und des zwei Jahre jüngeren Henry, Kind der Oberschicht... und ab der ersten Zeile ist zu spüren, dass es nicht gut ausgehen wird... Liebe trägt Vieles, aber große Herkunftsunterschiede offensichtlich nicht. Und bei dem Titel 'Die zweitgrößte Liebe' stellt sich ja die Frage, was wohl die 'erstgrößte' Liebe sei. "Er brauchte sie, damit es funkelte. Und sie brauchte ihn, um ungestört funkeln zu können." heißt es an einer Stelle. Michelle, mit ihrem jüngeren Bruder aufgewachsen ohne Vater, aber mit einer schwer malochenden Mutter; die als Tochter schon früh lernen musste, sich um sich selbst zu kümmern, dabei ohne rechte Aufstiegschancen, der eigene Schmuckladen geht Pleite, später einen Hoteljob annimmt. Und der zwei Jahre jüngere Henry, der was mit Finanzen macht, in seiner Kindheit nur wenig von seinen vielbeschäftigten Eltern hatte, aber materiell bereits jetzt ausgesorgt hat. Klar, dass der eine /die andere dasjenige beim anderen sucht, was er /sie selbst nicht hat. Die Sache mit der Anziehungskraft der Gegensätze... Und sie lieben sich wirklich! Aber je länger die Beziehung dauert, desto sorgloser Michelle eigentlich sein könnte, weil sie von Henry nahezu vollkommen versorgt wird (in seine Eigentumswohnung einzieht, eigentlich nicht mehr arbeiten müsste und nur noch 'hobbymäßig' Schmuck herstellen könnte) desto größer wird Michelles Sehnsucht nach ihrer Mutter (erste große Liebe) und damit stellvertretend nach ihrem alten Leben... immer weniger scheint Michelle bereit, ihre altvertraute Identität für ein sorgenfreies Leben mit Henry aufzugeben... Und Ruth-Maria Thomas beschreibt diesen Prozess der Entfremdung bei großer Liebe stellenweise erstaunlich distanziert, was aber den paradoxen Effekt hat, dass es die Lesenden um so wuchtvoller trifft. Ein tolles Buch!!!

booksandbrokenhearts am 30.07.2026 16:07 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein gelungenes Zweitlingswerk!

Michelle, die eigentlich Mishelle heisst, arbeitet in einem Hamburger Nobelhotel und lernt dort eines Nachts Henry kennen. Die beiden verlieben sich, doch schnell wird klar: ihre Leben hätten bisher nicht unterschiedlicher verlaufen können. Während Michelle im Osten des Landes als Tochter einer Alleinerziehenden großgeworden ist und mit Ende 20 bereits die finanziellen Scherben einer an der Coronoapandemie gescheiterten Selbstständigkeit zusammenkehren muss, stammt Henry aus einer wohlhabenden Familie, mit Eigentumswohnung und gutbezahltem Finance-Job. Die Beziehung der beiden erzählt Ruth-Maria Thomas feinfühlig und zeigt mehr als einmal auf, dass Geld zwar nicht automatisch glücklich macht, es doch aber meist finanziell privilegierte Menschen sind, die solche Sätze sagen. Denn Geld zu haben, bedeutet vor allem auch: Sicherheit und Freiheit. Ruth-Maria Thomas verwebt in „Die zweitgrößte Liebe“ Themen wie Klassismus scheinbar mühelos mit einer Beziehungsgeschichte, bei der man bis zum Ende gespannt ist, wie sie ausgehen wird und das bei mir immer noch nachhallt. Eine absolute Leseempfehlung!

Veranstaltungen & Medientermine

Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

mit Dana Vowinckel

12.09.2026
20:30 Uhr (CEST)
Haus der Berliner Festspiele
Schaperstraße 24
10789 Berlin
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas: Danksagen: Die zweitgrößte Liebe

Ruth-Maria Thomas mit ihren Gästen Cynthia Cornelius und Mai-An Nguyen

14.09.2026
19:30 Uhr (CEST)
Literarisches Colloquium Berlin
Am Sandwerder 5
14109 Berlin
9,00 €, Erm. 5,00 €
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹ im Rahmen der Literaturshow SpeakEasy
Moderation : Rebecca Salentin
20.09.2026
19:00 Uhr (CEST)
Heilandskirche
Erich-Zeigner-Allee
Leipzig
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹
Moderation : Cornelius Pollmer
24.09.2026
19:30 Uhr (CEST)
Zentralwerk
Heidestraße 2
01127 Dresden
15,00 €, Erm. 12,00 €
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus "Die zweitgrößte Liebe"
29.09.2026
19:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung am Fellbacher Platz
Heinsestr. 25
13467 Berlin
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹
Moderation : Anne Sauer
30.09.2026
19:30 Uhr (CEST)
Uebel & Gefährlich
Feldstraße 66
20359 Hamburg
24,00 €
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹
05.10.2026
20:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung Reuffel
Löhrstr. 92
56068 Koblenz
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas bei den Augsburger Gesprächen zu Literatur, Theater und Engagement 2026
Moderation : Niels Beintker
13.10.2026
20:00 Uhr (CEST)
Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Provinostraße 46
86153 Augsburg
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹ im Rahmen von "Literarischer Herbst"
Moderation : Verena Kessler

mit Dana Vonwinckel

15.10.2026
19:00 Uhr (CEST)
Werk 2 Halle D
Kochstraße 132
04277 Leipzig
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹
24.10.2026
19:30 Uhr (CEST)
Kapitel 10 GmbH
Limmattalstr. 197
8049 Zürich
25,00 €
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

im Rahmen der Literaturtage "Lesezeichen"

06.11.2026
18:00 Uhr (CEST)
"Gleis3" Brauhaus am Bahnhof
Bahnhofstr. 4
09633 Halsbrücke
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹

Mit Dana Vowinckel

24.11.2026
Kresslesmühle
Barfüßerstraße 4
86150 Augsburg
Veranstaltung
Ruth-Maria Thomas liest aus ›Die zweitgrößte Liebe‹
Moderation : Teresa Reichl
02.02.2027
20:00 Uhr (CEST)
Buchhandlung Dombrowsky
St. Kassians-Platz 6
93047 Regensburg
Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

WDR 2
Eine unbedingte Empfehlung für den Sommer, egal ob man den in der eigenen Villa mit Pool in Spanien ...verbringt, weil man es dicke hat, oder zu Hause auf dem Balkon, weil das Geld knapp ist. (...) Für alle, die auf der Suche nach einem klischeefreien und gesellschaftskritischen Liebesroman sind. mehr weniger

Christine Westermann, 02.08.2026

NDR Buch des Monats
Einer der schrecklich-schönsten Liebesromane der heutigen Zeit.

23.07.2026

Madame
Ruth-Maria Thomas kann wunderbar präzise über Liebe schreiben.

01.09.2026

SRF-Bestenliste
Ein Beziehungsdrama, das man verschlingt.

01.09.2026

Aachener Zeitung
Ruth-Maria Thomas lässt Lebenswelten kollidieren und zeigt sich einmal mehr als präzise Beobachterin... mit sprachlicher Brillanz. Gesagtes und Unausgesprochenes sorgen in starken Dialogen für nahbare und nachvollziehbare Charaktere. mehr weniger

Norbert Windeck, 31.08.2026

Tages-Anzeiger
Ruth-Maria Thomas beweist auch in ihrem zweiten Buch, welch großartige Erzählerin sie ist, wie schar...f und feinfühlig zugleich sie gesellschaftliche Themen – Klasse, Geld und letztlich auch Macht – bearbeitet. mehr weniger

31.08.2026

ARD Druckfrisch
Thomas erzählt aufregend neu die alte Geschichte von den zwei Königskindern, die nicht zueinanderkom...men. mehr weniger

Denis Scheck, 23.08.2026

SZ-Magazin
In nüchterner, unaufgeregter Sprache, zwischen Momenten rosarot-verliebter Zuckerwatte stellt die Au...torin Fragen nach Klasse, Geschlecht und Herkunft. Worteinschübe und lange Schachtelsätze erinnern stellenweise an einen Gedankenstrom und ziehen direkt in das Erleben der Figuren. Wie schon in ihrem Debüt „Die schönste Version“ erzählt Thomas die Geschichte der vielschichtigen Charaktere mit so vielen Details, dass man sie fast riechen, schmecken, greifen kann. mehr weniger

Cara Hofmann, 22.08.2026

Berliner Zeitung
Ruth-Maria Thomas gelingt besonders gut: Sie zeichnet mit diesem Roman ein Bild der Ungleichheit in ...der Gesellschaft, ohne auch nur eine einzige journalistische These aussprechen zu müssen. Es ist ein Ost-West-Roman, ohne dass die Namen der politischen Himmelsrichtungen fallen. mehr weniger

22.08.2026

Stuttgarter Zeitung
›Die zweitgrößte Liebe‹ ist weit mehr als ein gelungenes zweites Buch. Ruth-Maria Thomas schärft das..., was ihr Schreiben schon im Debüt so besonders gemacht hat: ihren Blick für das Ungesagte, für die leisen Verschiebungen zwischen Menschen und für die Art, wie gesellschaftliche Verhältnisse bis in die intimsten Beziehungen hineinreichen. mehr weniger

Sandra Belschner, 10.08.2026

tz
Dabei schafft die Autorin Identifikationsfiguren und erweitert den Horizont – mit ihrer klugen, einf...ühlsamen Sprache, die sich weigert, Menschen in Schubladen zu stecken. mehr weniger

Johanna Scultheiss, 03.08.2026

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Der zweite Roman von Ruth-Maria Thomas, ist die kluge Geschichte einer Liebe über soziale Unterschie...de hinweg. (...) Thomas erzählt das aus beiden Perspektiven, und sie tut es fair. (...) Am klügsten ist der Roman dort, wo er die Scham umverteilt. mehr weniger

Mariya Martiyenko, 02.08.2026

InStyle
In ›Die zweitgrößte Liebe‹ schreibt Autorin Ruth-Maria Thomas eine Lovestory, die mehr ist, als nur ...romantisch – und traut sich, wie gewohnt, auch über das zu schreiben, bei dem die meisten wegsehen. mehr weniger

Greta Lowak, 02.08.2026

Die Welt, Literarische Welt
Beziehungen wie die zwischen Henry und Michelle, also solche, die auf ökonomischen Ungleichheiten be...ruhen, gibt es in der Realität viele. Doch noch nie wurden die dahinterstehenden Gedanken, Hoffnungen und Gefühle so präzise durchleuchtet wie hier. mehr weniger

Marie-Luise Goldmann, 01.08.2026

rbb Radio 3
Ruth-Maria Thomas hat ihre Stimme und ihre Themen gefunden. Auf sensible Weise macht sie Machtgefäll...e in Beziehungen begreifbar. (...) Es ist eine der schmerzlich-schönsten Liebesgeschichten, die man aktuell lesen kann. mehr weniger

Corinne Orlowski, 31.07.2026

MDR
›Die zweitgrößte Liebe‹ besticht durch mitreißende Dialoge und ist psychologisch auf den Punkt erzäh...lt – [zum Beispiel, wenn Michelle und Henry dem jeweils anderen nur zögerlich von der eigenen Herkunft berichten]. Ruth-Maria Thomas meidet in ihrem Roman nicht nur jedes Klischee, sie fragt auch auf kluge Weise, wie selbstlos wir wirklich sind in der Liebe. mehr weniger

30.07.2026

SWR Kultur
Ruth-Maria Thomas besitzt ein gutes Gespür für Dialoge und zwischenmenschliche Spannungen. Ihre Figu...ren sprechen lebendig und lebensnah, sie findet starke Szenen. (...) Ruth Maria Thomas gelingt ein präzises Porträt zweier Menschen, die sich lieben – und dennoch an völlig unterschiedlichen Vorstellungen von Sicherheit scheitern. mehr weniger

Theresa Hübner, 30.07.2026

SRF
Legt man das Buch beiseite, wünscht man sich, die Autorin möge bitte bald eines nachlegen. Gerne auc...h wieder mit einer Protagonistin wie Michelle, die einem mit ihrer direkten, kaltschnäuzigen Art sofort ans Herz wächst. mehr weniger

Katja Schönherr, 30.07.2026

Leipziger Volkszeitung
Erneut erreicht Ruth-Maria Thomas mit der verblüffenden Leichtigkeit einer unbekümmert wirkenden Spr...ache emotionale Tiefen, wenn sie erzählt, wie möglich oder unmöglich es sein kann, ein Leben gleichberechtigt zu teilen. (...) Auch von solchem Schmerz erzählt dieser zweite Roman, der den hohen Erwartungen gerecht wird. mehr weniger

Janina Fleischer, 29.07.2026

Die Zeit
Es ist ein Roman, der eine wilde Sogkraft entwickelt, bis zu seinem fulminanten Ende.

Jolinde Hüchtker, 23.07.2026