Der neue Roman von Ruth-Maria Thomas erzählt die Geschichte von Michelle und Henry, von ihrer Liebe zwischen den feinen Unterschieden, von den gesellschaftlichen Gräben, die manchmal überwindbar und noch öfters viel zu groß erscheinen.
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Die zweitgrößte Liebe
Reicht die Liebe im Zweifel? Ein Roman über die Liebe, die Freiheit, die Abhängigkeit:
Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie steigt auf ihre Vespa, lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Ein sorgenfreies Leben scheint Michelle erstmals möglich – nur zu welchem Preis?
Ruth-Maria Thomas erzählt von der bösen Zufälligkeit, die darüber entscheidet, in welches Leben man hineingeboren wird – und von der Liebe dazwischen. Ein Buch, in das man tief hineinfällt und aus dem man verändert wieder auftaucht.
Bibliografische Daten
1. Auflage
Ruth-Maria Thomas
Ruth-Maria Thomas, 1993 geboren und in Cottbus aufgewachsen, war als Sozialarbeiterin in der Jugendhilfe tätig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ihr Debüt ›Die schönste Version‹ (2024) war für den Deutschen Buchpreis, den aspekte-Literaturpreis, den Buddenbrookhaus-Preis, den Preis der deutschen Wirtschaft nominiert und wurde mit dem Ulla-Hahn-Preis ausgezeichnet. 2025 erschien der rbb-Podcast ›Der Bruch – Frauen zwischen Ost und jetzt‹, dessen Host Thomas war. ›Die zweitgrößte Liebe‹ ist ihr zweiter Roman.
6 - 10 von 104 Leserstimme
Psychologisch plausibel und gut erzählt
Michelle und Henry stammen aus verschiedenen Welten. Michelle hat Schulden, arbeitet hart und dreht jeden Cent um. Henry hat ein reiches Elternhaus, eine Immobilie und verdient mehr als genug. Beide verlieben sich ineinander, möchten die Unterschiede zwischen sich überkommen. Doch immer wieder wird deutlich, was sie trennt: Nicht nur das tatsächliche Geld, sondern vor allem das Verständnis für die Welt und Werte des/der anderen, die durch das jeweilige Aufwachsen geformt wurden. Die Geschichte ist psychologisch absolut plausibel und feinfühlig erzählt. Niemand ist der/die Gute oder Böse, niemand hat wirklich recht, beide versuchen, glücklich zu sein und gleichzeitig zeigen sie immer wieder ihre Abgründe. Ruth-Maria Thomas zeichnet ihre Figuren in allen Farben und schonungslos ehrlich, man fühlt und fiebert mit beiden ständig mit, auch während man gerade vielleicht nicht einverstanden mit ihren Handlungen ist - so etwas gelingt nicht oft! Auch toll ist, dass es hier keine Aschenputtel-Märchenprinz-Erzählung ist, sondern dass beide Figuren ganz reale Menschen aus zwei nebeneinander lebenden Klassen sein könnten, die sich täglich begegnen.
Unbedingt Lesen!
Gleich zu Beginn des Buches wird man in den Bann gezogen und will unbedingt erfahren, was passiert ist! Michelles Traum von der Selbständigkeit und eigenem Schmuckladen ist geplatzt, im Gepäck nur Schulden zieht sie in eine neue Stadt und beginnt in einem Nobel-Hotel zu arbeiten. Hier lernt sie Henry kennen und lieben. Beide kommen aus komplett unterschiedlichen Verhältnissen, Henry möchte Michelle ein scheinbar sorgloses Leben bereiten. Kann und will Michelle sich in Henrys Leben wirklich einleben? Gespräche mit seinen Freunden über gestiegene Grundsteuern, Champagner und Urlaub in New York treffen auf Fischbrötchen essen am Baumarktparkplatz und Pfandflaschensammeln. Ruth-Maria Thomas gelingt es durch Ihre Scheibweise den Leser von den ersten Seiten an in den Sog dieser kontrastreichen Liebe zu ziehen, der bis zur letzten Seite anhält.
Ein Buch über Liebe und Klassenunterschiede
"Die zweitgrößte Liebe" hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die Geschichte erzählt von zwei Menschen, die aus völlig unterschiedlichen Welten kommen: Henry wächst ohne finanzielle Sorgen auf, während Michelle ihr Leben lang um Sicherheit und Selbstbestimmung kämpfen musste. Als sich ihre Wege kreuzen, entsteht eine Liebesgeschichte, die genauso schön wie schmerzhaft ist.Besonders beeindruckt hat mich Michelle. Sie ist eine starke, vielschichtige Figur, die gelernt hat, sich selbst zu schützen und ihre Freiheit über alles zu stellen. Gerade dadurch wirkt sie unglaublich authentisch. Auch die Beziehung zwischen ihr und Henry ist feinfühlig geschrieben und wirft spannende Fragen auf: Wie gut kann man einen anderen Menschen wirklich kennen? Wo endet Liebe und wo beginnt Abhängigkeit?Das Buch behandelt Themen wie soziale Ungleichheit, Herkunft, Klassenschranken und Selbstbestimmung auf eine emotionale und gleichzeitig kluge Weise. Die zweite Hälfte des Buches und das Ende haben mich tief berührt und noch lange beschäftigt. Für mich definitiv ein Jahreshighlight und eine klare Leseempfehlung.
Geld allein macht nicht glücklich
Ruth Maria Thomas erzählt in "Die zweitgrößte Liebe" zunächst eine Liebesgeschichte, die zart, innig und so passend erscheint. Zwischen Henry und Michelle entfaltet sich eine schöne Beziehung. Gleichzeitig liegt jedoch von Anfang an eine gewisse Distanz zwischen ihnen, die nicht aus fehlenden Gefühlen entsteht, sondern aus ihrer unterschiedlichen sozialen Herkunft.Diese soziale Ungleichheit begleitet die beiden ständig und prägt ihr Miteinander. Besonders lesenswert ist, wie fein und nuanciert Ruth Maria Thomas dieses Thema erzählt. In kleinen Alltagssituationen wird deutlich, wie unterschiedlich Henry und Michelle die Welt wahrnehmen und wie schwer es Henry zumeist fällt, Michelles Lebensrealität wirklich nachzuvollziehen. Gerade diese subtilen Momente machen den Roman so eindringlich und auf eine Weise schmerzhaft.So ist "Die zweitgrößte Liebe" weit mehr als eine Liebesgeschichte – es ist ein sensibler Roman darüber, wie soziale Herkunft Beziehungen prägen kann. Und er wirft die Frage auf, ob Liebe allein ausreicht, um die eigene Herkunft zu überwinden. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und fand auch die Covergestaltung sehr gelungen!
Verstand und Gefühl 2.0
Es ist ein Neuanfang für Michelle. Neue Stadt, neuer Job in einem Luxushotel, neue winzige Dachgeschosswohnung. Mitgenommen hat sie nur, was auf ihre Vespa passt. Mehr an Erinnerungen an ihr "Davor" verträgt sie nicht. Ihre Schulden erinnern sie schmerzhaft genug. Nach einer ihrer Schichten lernt Michelle Henry kennen. Er ist süß, sensibel, lässt sich von ihrer Energie mitreißen. Es funkt sofort zwischen den beiden. Doch wie sich herausstellt, kommt er aus einer anderen Welt: Eigentumswohnung, reiche Eltern, lukrativer Job. Kann das gut gehen?Michelle ist eine phantastische Figur. Lebendig, frech, stark, harte Schale, weicher Kern, offen aber gleichzeitig misstrauisch - was das Leben eben aus einem macht, wenn man ohne Sicherheitsnetz aufwächst. Ich konnte so gut nachvollziehen, was in ihr vorging, warum sie Bedenken hat, sich an Henry zu binden, obwohl sie ihn so sehr liebt.Und dann Henry. Ein toller Fang eigentlich, hübsch, wohlhabend, sensibel, verletzlich. Aber absolut außerstande, Michelles Herkunft zu begreifen. Der Stolz auf das sein sollte, was sie trotz Insolvenz, ohne Vater und viel zu frühem Tod der Mutter geschafft hat, wie hart sie arbeitet, wie unabhängig ist ist, wie talentiert. Aber er sieht nur Scham, die gar nicht existiert. Will der Retter sein und macht damit alles kaputt.Besser als Ruth-Maria Thomas in diesem Roman kann man über Klassismus kaum schreiben. Dazu ist ihr Schreibstil süffig wie guter Wein. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich bei der Lovestory zwischen Michelle und Henry, die ja den größten Teil der Geschichte einnimmt, nicht ganz mit dem Herzen dabei war. Michelles Geschichte, ihre Jobs, ihre Kindheit, ihre Träume, haben mich weit mehr interessiert als das, was nun mit Henry passiert.Thomas Neuer Roman liest sich absolut phantastisch und berührt vor allem duch sein Thema und Hauptfigur Michelle. Er ist bittersüß, lebendig und fast so gut wie ihr Debüt.
Sehr, sehr stimmig
Der Roman beginnt mit dem Ende. Insofern weiß man von Beginn an, dass Michelle Henry verlassen wird. Nach diesem Einstieg erfahren wir dann, wie die beiden sich kennenlernen und wie sie mehr und mehr zusammenwachsen. Dass die Beziehung immer intensiver und eindeutiger wird, macht der ostdeutschen Michelle, Tochter einer früh verstorbenen alleinerziehenden Mutter, mehr Angst als Henry aus der wohlhabenden hanseatischen Familie, denn sie ist in der sozial deutlich schwächeren Position: Schulden statt gutem Einkommen, viel schlechtere Wohnverhältnisse, geringerer Bildungsstand, kein Erbe in Aussicht.Obwohl das Ende bekannt ist, entwickelt sich die Geschichte absolut spannend. Man spürt die inneren Widerstände und den Versuch, sie zu überwinden. Man spürt Liebe und den großen Sprung, den es braucht zu vertrauen.Es ist fast ein Kammerspiel - tatsächlich beginnt die Geschichte Fahrt aufzunehmen in der ärmlichen Dachkammer, in der Michelle lebt -, denn der ganze Roman fokussiert auf die Entwicklung zwischen Michelle und Henry. Weitere Personen illustrieren das soziale Gefüge, greifen aber nicht wirklich ein. Was passiert, passiert zwischen zwei Personen, die sich verliebt haben und von denen eine ökonomisch und die andere psychisch am Abgrund steht.Ich finde den Roman ganz großartig erzählt, da mir alles psychologisch so stimmig eingefangen vorkommt. Trotz des bekannten Ausgangs ist das überaus spannend, da ja die Protagonist:innen nach einer Lösung suchen, dann wieder die Widersprüche über-leben, dem Tag und der Liebe ihre Rechte zu kommen lassen, sei es um die soziale Ungleichheit bestellt, wie es wolle. Für mich ist letztlich eindeutig, dass Henry einen blinden Fleck hat, dass seine Großzügigkeit nicht vollständig ist. Ich vermute fast, dass dies unterschiedliche Beurteilungen bei den Leser:innen findet. Was ist denn dann eigentlich die größte Liebe, frage ich mich zum Schluß? Die zu sich selbst? Oder etwa zum Geld? Zum jeweiligen Erbe - sei es ein materielles oder immaterielles? Jedenfalls: Riesige Leseempfehlung und ich freue mich jetzt auf "Die schönste Version", weil ich das noch nicht kenne, mir jetzt aber viel verspreche.
Wunderbar
Es ist sehr schwer, zumindest für mich eine passende Überschrift für diesen Roman zu finden. Er enthält wohl so alles, was einen guten Roman ausmacht. Er ist spannend, einfühlsam, ausführlich, mitreißend geschrieben. Die Geschichte um Michelle, die ein völlig neues Leben beginnen möchte und dabei auf ihre Liebe, oder ist es doch keine Liebe, Henry trifft. Henry der versucht ihr alles recht zu machen, der sogar soweit geht und um ihre Hand bittet. Wie das ausgeht, das bitte selbst lesen. Es war bewegend für mich, wie verbaut der Zugang zu dem Herzen von Michelle doch ist. Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend, die sie nie so richtig abschütteln konnte. Ich begann während des Lesens doch so etwas wie Mitleid, jedoch auch Mitgefühl zu entwickeln. Bindungsängste, Ängste eine Eigenständigkeit zu verlieren, obwohl man vielleicht etwas großes dafür gewonnen hätte. Wenn man davon ausgeht, Liebe, Harmonie, Sicherheit sei mit der Gesundheit höchstes Gut, der wird in diesem Roman eines besseren belehrt, oder auch nicht. Ruth-Maria Thomas, danke für dieses Buch
Echt, klug, zart
Mit ihrem zweiten Roman beweist Ruth-Maria Thomas wieder ihr besonderes Gespür und eine stark ausgeprägte Feinfühligkeit für zwischenmenschliche Dynamiken.Diese Geschichte ist nicht so grausam wie die erste der Autorin, aber spricht genauso wichtige gesellschaftliche Themen an.Auf den ersten Seiten lernen wir Henry kennen. Es wird dann die Geschichte des Kennenlernens mit Mishelle erzählt. Die Dynamik dieses Paars wird durch einige Ungleichheiten geprägt: Seine Art, sich in die Liebe zu stürzen und sehr stark zu empfinden, holt bei ihr eher das Gefühl hoch, dem nicht entsprechen zu können, nicht genug zu sein. Dazu kommt noch ein großer Unterschied der finanziellen Situationen der beiden und der damit verbundenen Weise, wie sie aufgewachsen und erzogen worden sind. Die beiden werden so gezwungen, sich mit den Themen Abhängigkeit und Selbstständigkeit in einer Beziehung auseinanderzusetzen und gegen Vorurteile zwischen Gesellschaftsschichten zu kämpfen. Die Autorin schafft es, die Charaktere so authentisch und sympathisch zu zeichnen, dass man total mit ihnen mitfiebert und sich gut wiederfindet. Ihre Sprache macht das Lesen sehr angenehm und man fliegt geradezu durch das Buch! Große Empfehlung!
Gesellschaftskritische Liebe?
"Ich habe nicht aufgehört, an mich zu glauben, ich habe gerechnet, kalkuliert und meine realen Chancen erkannt." (S. 109) Zwei Menschen, zwei komplett unterschiedliche Lebensrealitäten. Michelle hat nur noch ihren Bruder und lebt (und denkt) von Monat zu Monat. Nachdem sie ihren Traum vom Schmuckgeschäft aus finanziellen Gründen aufgeben muss, arbeitet sie an einer Hotelrezeption. Sie lernt Henry kennen, der reicher ist als jeder Mensch, den sie kennt. Mit Hunderttausend auf dem Konto kennt er Geldsorgen nur aus der Ferne.Die beiden lernen sich kennen - und lieben. Doch kann es halten, wenn zwischen ihren Lebensrealitäten Welten liegen? Können sie einander verstehen und die jeweiligen Sorgen des anderen nachvollziehen? Für mich war es das erste Buch von Ruth-Maria Thomas und ich kann absolut verstehen, warum sie so viele begeisterte Leser*innen hat. In der ersten Hälfte hatte ich ein paar leichte Startverzögerungen, doch ab zweiten Hälfte habe ich das Buch wirklich gerne gelesen. Es beleuchtet den Klassenunterschied sehr gut, schrammt dabei immer sehr nah an der Grenze zum Klischee und überschreitet sie zuweilen. Zeitgleich habe ich sehr gefühlt, wie verzweifelt Michelle war und wie naiv Henry. Die Figurenzeichnung ist für mich auf jeden Fall geglückt, ich habe mir einige schöne Stellen im Buch markiert. Besonders gut gefallen haben mir auch die eingewobenen Rechnungen, die die Unterschiede der beiden gut aufgezeigt haben. Über das Ende der Erzählung denkt man auf jeden Fall noch eine Weile nach, und das mag ich immer sehr. Für mich persönlich zwar kein großes Highlight, dennoch ein sehr empfehlenswertes Buch! Ich bin jetzt umso gespannter auf die Vorgängerin, die schönste Version, die ich sehr bald nachlesen will. Ein gesellschaftskritischer Roman, der mich in der zweiten Hälfte überzeugen konnte!4/5 Sterne
Unüberbrückbare Standesunterschiede?
"'Fühlt sich manchmal an wie geliehen. Frag mich, wann ich's zurückgeben muss.'" [S. 219]Direkt hineingeworfen werden wir in Ruth-Maria Thomas' zweiten Roman: Henry kommt nach Hause, die Fenster in der Wohnung sind geöffnet, eine Vase umgefallen. Seine Freundin Michelle nicht da. Ein ungutes Gefühl macht sich in ihm breit und als er einen Blutspritzer am Badewannenrand entdeckt, ist er alarmiert, ruft seine Schwester und Mutter an. Michelle und Henry lernen sich zweieinhalb Jahre zuvor zufällig auf Michelles Arbeitsplatz, einem Hotel, kennen. Michelle, die eigentlich "Mishelle" geschrieben wird, hat ihren Schmuckladen aufgeben müssen und sitzt nun auf einem Berg Schulden, der sie immer alles durchrechnen lässt. Henry kommt aus gutem Hause, seine Mutter Anwältin, sein Vater Arzt, er selbst hat einen "langweiligen Bürojob", wie er Michelle zunächst erzählt. Man merkt sofort: Potenzial für Missverständnisse, Konflikte und Reibung. Was zunächst als Affäre beginnt, bei der Henry es spannend findet, sich außerhalb seiner sonstigen Kreise zu bewegen, entwickelt sich zu einer zarten Verliebtheit. Bei alldem erfahren wir im Wechsel, was in Michelle und was in Henry vorgeht - und davon hat die jeweils andere Person oftmals keine Ahnung. Beide haben Heimlichkeiten vor dem*der Anderen, weil zwischen ihnen immer wieder ihre unterschiedliche Herkunft und ihre unterschiedlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten stehen. Das macht Beide gleichzeitig absolut authentisch, realistisch und nachvollziehbar, andererseits kommt bei den Abgründen (Michelle verkauft teure Geschenke seiner Familie, um von ihren Schulden runterzukommen; Henry will Michelle in eine Richtung bewegen, die besser in seine "Welt" passt) weder für den einen noch für die andere wirkliche Sympathie auf. Aber vielleicht ist ja genau das, was die Stärke des Buchs ausmacht ...?Besonders viel passiert in "Die zweitgrößte Liebe" nicht und mir was das Thema "Standesunterschied" ein wenig zu omnipräsent. Ein bisschen mehr drumherum, andere Perspektiven (die durch Henrys Schwester und Michelles Bruder viel zu kurz aufblitzen) hätten da schon einen Ausgleich geschaffen. So kreisen Henry und Michelle mir ein wenig zu sehr um sich selbst und so nachvollziehbar die Beiden als Charaktere sind, so eingeschränkt bleiben sie auch. Dennoch: Das Buch lässt sich gut runter lesen, Ruth-Maria Thomas hat eine fantastische Art zu schreiben und der Blick auf das Thema ist sehr wertvoll. Daher 4 von 5 Sternen.
Veranstaltungen & Medientermine
mit Dana Vowinckel
Schaperstraße 24
10789 Berlin
Ruth-Maria Thomas mit ihren Gästen Cynthia Cornelius und Mai-An Nguyen
Am Sandwerder 5
14109 Berlin
Heidestraße 2
01127 Dresden
Heinsestr. 25
13467 Berlin
Feldstraße 66
20359 Hamburg
Provinostraße 46
86153 Augsburg
mit Dana Vonwinckel
Kochstraße 132
04277 Leipzig
Limmattalstr. 197
8049 Zürich
im Rahmen der Literaturtage "Lesezeichen"
Bahnhofstr. 4
09633 Halsbrücke
St. Kassians-Platz 6
93047 Regensburg
Pressestimmen
Eine unbedingte Empfehlung für den Sommer, egal ob man den in der eigenen Villa mit Pool in Spanien ...verbringt, weil man es dicke hat, oder zu Hause auf dem Balkon, weil das Geld knapp ist. (...) Für alle, die auf der Suche nach einem klischeefreien und gesellschaftskritischen Liebesroman sind. mehr weniger
Christine Westermann, 02.08.2026
Einer der schrecklich-schönsten Liebesromane der heutigen Zeit.
23.07.2026
Ruth-Maria Thomas kann wunderbar präzise über Liebe schreiben.
01.09.2026
Ein Beziehungsdrama, das man verschlingt.
01.09.2026
Ruth-Maria Thomas lässt Lebenswelten kollidieren und zeigt sich einmal mehr als präzise Beobachterin... mit sprachlicher Brillanz. Gesagtes und Unausgesprochenes sorgen in starken Dialogen für nahbare und nachvollziehbare Charaktere. mehr weniger
Norbert Windeck, 31.08.2026
Ruth-Maria Thomas beweist auch in ihrem zweiten Buch, welch großartige Erzählerin sie ist, wie schar...f und feinfühlig zugleich sie gesellschaftliche Themen – Klasse, Geld und letztlich auch Macht – bearbeitet. mehr weniger
31.08.2026
Thomas erzählt aufregend neu die alte Geschichte von den zwei Königskindern, die nicht zueinanderkom...men. mehr weniger
Denis Scheck, 23.08.2026
In nüchterner, unaufgeregter Sprache, zwischen Momenten rosarot-verliebter Zuckerwatte stellt die Au...torin Fragen nach Klasse, Geschlecht und Herkunft. Worteinschübe und lange Schachtelsätze erinnern stellenweise an einen Gedankenstrom und ziehen direkt in das Erleben der Figuren. Wie schon in ihrem Debüt „Die schönste Version“ erzählt Thomas die Geschichte der vielschichtigen Charaktere mit so vielen Details, dass man sie fast riechen, schmecken, greifen kann. mehr weniger
Cara Hofmann, 22.08.2026
Ruth-Maria Thomas gelingt besonders gut: Sie zeichnet mit diesem Roman ein Bild der Ungleichheit in ...der Gesellschaft, ohne auch nur eine einzige journalistische These aussprechen zu müssen. Es ist ein Ost-West-Roman, ohne dass die Namen der politischen Himmelsrichtungen fallen. mehr weniger
22.08.2026
›Die zweitgrößte Liebe‹ ist weit mehr als ein gelungenes zweites Buch. Ruth-Maria Thomas schärft das..., was ihr Schreiben schon im Debüt so besonders gemacht hat: ihren Blick für das Ungesagte, für die leisen Verschiebungen zwischen Menschen und für die Art, wie gesellschaftliche Verhältnisse bis in die intimsten Beziehungen hineinreichen. mehr weniger
Sandra Belschner, 10.08.2026
Dabei schafft die Autorin Identifikationsfiguren und erweitert den Horizont – mit ihrer klugen, einf...ühlsamen Sprache, die sich weigert, Menschen in Schubladen zu stecken. mehr weniger
Johanna Scultheiss, 03.08.2026
Der zweite Roman von Ruth-Maria Thomas, ist die kluge Geschichte einer Liebe über soziale Unterschie...de hinweg. (...) Thomas erzählt das aus beiden Perspektiven, und sie tut es fair. (...) Am klügsten ist der Roman dort, wo er die Scham umverteilt. mehr weniger
Mariya Martiyenko, 02.08.2026
In ›Die zweitgrößte Liebe‹ schreibt Autorin Ruth-Maria Thomas eine Lovestory, die mehr ist, als nur ...romantisch – und traut sich, wie gewohnt, auch über das zu schreiben, bei dem die meisten wegsehen. mehr weniger
Greta Lowak, 02.08.2026
Beziehungen wie die zwischen Henry und Michelle, also solche, die auf ökonomischen Ungleichheiten be...ruhen, gibt es in der Realität viele. Doch noch nie wurden die dahinterstehenden Gedanken, Hoffnungen und Gefühle so präzise durchleuchtet wie hier. mehr weniger
Marie-Luise Goldmann, 01.08.2026
Ruth-Maria Thomas hat ihre Stimme und ihre Themen gefunden. Auf sensible Weise macht sie Machtgefäll...e in Beziehungen begreifbar. (...) Es ist eine der schmerzlich-schönsten Liebesgeschichten, die man aktuell lesen kann. mehr weniger
Corinne Orlowski, 31.07.2026
›Die zweitgrößte Liebe‹ besticht durch mitreißende Dialoge und ist psychologisch auf den Punkt erzäh...lt – [zum Beispiel, wenn Michelle und Henry dem jeweils anderen nur zögerlich von der eigenen Herkunft berichten]. Ruth-Maria Thomas meidet in ihrem Roman nicht nur jedes Klischee, sie fragt auch auf kluge Weise, wie selbstlos wir wirklich sind in der Liebe. mehr weniger
30.07.2026
Ruth-Maria Thomas besitzt ein gutes Gespür für Dialoge und zwischenmenschliche Spannungen. Ihre Figu...ren sprechen lebendig und lebensnah, sie findet starke Szenen. (...) Ruth Maria Thomas gelingt ein präzises Porträt zweier Menschen, die sich lieben – und dennoch an völlig unterschiedlichen Vorstellungen von Sicherheit scheitern. mehr weniger
Theresa Hübner, 30.07.2026
Legt man das Buch beiseite, wünscht man sich, die Autorin möge bitte bald eines nachlegen. Gerne auc...h wieder mit einer Protagonistin wie Michelle, die einem mit ihrer direkten, kaltschnäuzigen Art sofort ans Herz wächst. mehr weniger
Katja Schönherr, 30.07.2026
Erneut erreicht Ruth-Maria Thomas mit der verblüffenden Leichtigkeit einer unbekümmert wirkenden Spr...ache emotionale Tiefen, wenn sie erzählt, wie möglich oder unmöglich es sein kann, ein Leben gleichberechtigt zu teilen. (...) Auch von solchem Schmerz erzählt dieser zweite Roman, der den hohen Erwartungen gerecht wird. mehr weniger
Janina Fleischer, 29.07.2026
Es ist ein Roman, der eine wilde Sogkraft entwickelt, bis zu seinem fulminanten Ende.
Jolinde Hüchtker, 23.07.2026