»Eine bewegende Auseinandersetzung mit Ehe, Mutterschaft und dem weiblichen Ich.« Bonnie Garmus
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Auch als Hörbuch
Ungekürzte Lesung
Spieldauer: 18 Stunden und 39 Minuten
Genau so, wie es immer war
Manchmal kann Julia Ames es gar nicht fassen, was für ein unwahrscheinlich schönes Leben sie führt. Mit Mark hat sie seit Jahrzehnten einen liebenden Ehemann an ihrer Seite, zusammen haben sie zwei Kinder in die Welt gesetzt, auf die sie stolzer nicht sein könnte. Doch Glück ist nur ein vorübergehender Zustand, wie Julia schnell feststellen muss – Familie bleibt einem hingegen ein Leben lang erhalten.
Sohn Ben schockiert seine Eltern bei einem Besuch mit einer folgenschweren Nachricht. Tochter Alma ist kurz davor, aufs College zu gehen, was eine ungewohnte Angst vor dem leeren Nest in Julia weckt. Und beim Einkaufen trifft Julia zufällig auf eine Frau, die sie seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen hat – einst war die mütterliche Freundin ihre Rettung, bevor sie einer Katastrophe den Weg ebnete. Gefangen zwischen ihrer bewegten Vergangenheit und der chaotischen Gegenwart verliert Julia zunehmend die Kontrolle.
Ein emotional mitreißender Roman über die Ambivalenz von Mutterschaft, die Bedeutung von Freundschaft und die Kraftanstrengung, die eine beständige Liebe voraussetzt.
Nach dem großen Erfolg von ›Der größte Spaß, den wir je hatten‹ beweist sich Claire Lombardo erneut als eine meisterhafte Erzählerin: Brillant erkundet sie die komplizierten Gefühlswelt einer ganz normalen Frau und beleuchtet die flüchtigen und doch tief einschneidenden Momente, die über Erfolg oder Scheitern einer Ehe und einer Familie entscheiden können.
»Ein zugleich zugänglicher und ungemein tiefsinniger Roman, der besonders einnehmend von Verlust- und Scheiternsängsten erzählt, aber nie schwermütig, sondern klug und witzig. Eine große Empfehlung.« Matt Haig
»Ein überragender zweiter Roman. Lombardo schreibt mit bemerkenswertem Humor und Einfühlungsvermögen über komplexe weibliche Innenleben und die so häufig problembehafteten Dynamiken zwischen Müttern und ihren Kindern.« The Observer
Bibliografische Daten
1. Auflage
Claire Lombardo
Claire Lombardo, 1989 geboren in Oak Park, Illinois, arbeitete als Sozialarbeiterin und PR-Agentin, bevor sie am renommierten Iowa Writers' Workshop studierte. Ihr Debütroman ›Der größte Spaß, den wir je hatten‹ war ein New York Times-Bestseller, wurde für den Women's Prize for Fiction nominiert und in ein Dutzend Sprachen übersetzt. Sie lebt in Iowa City.
Sylvia Spatz
Sylvia Spatz arbeitet als freie Lektorin und Übersetzerin aus dem Englischen, Italienischen und Französischen. Sie lebt mit ihrer Familie in Italien.
8 - 10 von 89 Leserstimme
Julia und ihr Familienleben
Claire Lombardo und ihre Geschichte über Julia. Genauso wie es immer war beinhaltet 720 Seiten. Die Autorin möchte uns in dem Buch eine tapfere Protagonistin vorstellen. Es ist Julia Ames. Sie ist Ende 50, führt mit ihrem Mann Mark eine glückliche Ehe, aber ist sie wirklich glücklich? Julia hat 2 heranwachsende Kinder. Doch Glück ist ein vorübergehender Zustand, wie Julia schnell feststellen muss. Familie bleibt einem ein Leben lang erhalten. Der Sohn Ben schockiert sie bei einem Besuch mit einer folgenschweren Nachricht. Er möchte heiraten und eine Familie gründen. Die Tochter Alma verlässt das Haus, möchte aufs College und etwas mehr von der Welt sehen. Julia wird langsam bewusst dass das Familienhaus sich langsam leert. Es kommt zu einer Phase des leeren Nests, voller Ängste und Neuerfindung. Zufälligerweise trifft Julia beim Einkauf Helen. Sie ist eine sehr gute Bekannte, die Julia seit geraumer Zeit nicht gesehen und gesprochen hat. Damals, vor 20 Jahren, hieß es Freundschaft, davon ist heutzutage nicht mehr viel übrig. Ist Helen in diesem Moment Julias Rettung bevor sich eine Katastrophe den Weg ebnet? Vergangenheit und Gegenwart treffen aufeinander und Julia verliert zunehmend die Kontrolle in ihrem Leben. Sie beginnt, über ihr Leben nachzudenken, über ihre kleine Familie, das Scheitern ihrer Ehe, ein Gefühlchaos erwacht. Die Tiefe und Intensität ihrer Emotionen kommen zur Vorschein. Das komplexe weibliche Innenleben meldet sich und lässt Julia nicht Ruhe. Die Dynamik im Mutter - Kind-Verhältnis wird sichtbar. Aber auch Erinnerungen an Julias Affäre werden wach. Julia zerbricht innerlich, versucht Halt zu finden und sucht noch nach Hoffnung. Sie möchte im Leben nicht aufgeben. Sie kann aber ihr kleines Glück nicht genießen, sieht immer das Negative im Leben.Ein Roman, der einen zum Nachdenken bringt. Das Cover ist sehr ansprechend mit Blau und Grün Tönen, die beruhigen und Hoffnung versprechen. Bin positiv überrascht von der Geschichte. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, allerdings zieht sich die Handlung an der ein oder anderen Stelle ein wenig. Vergebe 4 Sterne und eine Weiterempfehlung.
Über Familienglück und die (Un)Fähigkeit, es zu genießen
In Claire Lombardos Roman "Genau so, wie es immer war! geht es um eine amerikanische Frau im mittleren Alter und ihre Beziehungen. Julia Ames könnte glücklich sein mit ihrem Ehemann Mark und den beiden erwachsenen Kindern. Wie wird das Leben weitergehen? Die Tochter geht demnächst aufs College und der Sohn schockiert seine Elterrn, dass er heiraten und Vater werden wird. Julia trifft eine alte Freundin und das scheinbar so glückliche Leben gerät in Gefahr, denn Erinnerungen an Julias Affäre werden wach. Denn Julia scheint seit Kindertagen ihr Glück nicht genießen zu können. Immer wieder sieht sie das Negative, gönnt anderen Erfolge nicht etc. In Rückblicken erfährt man etwas über Julias Kindheit und das schwierige Verhältnis zu den Eltern und wie sie ihren Mann kennen gelernt hat.Das Buch ist ein Roman über Glück, Familie und Frau sein und wie schnell sich alles ändern kann.
Am Ende ist es Liebe
Der Roman von Claire Lombardo schildert das Schicksal von Julia Ames und ihrer Familie auf mehreren Zeitebenen.Im Rückblick einerseits die junge Julia, Mutter des dreijährigen Ben, eines ruhigen und offenen Kindes, die in der Öde ihrer langen, einsamen Tage versinkt und das Gefühl hat, als Mutter und Frau nicht zu genügen. Sie ist überzeugt davon, immer alles “kaputtzumachen” und weiß selbst, dass ihr Zustand nicht mehr auf den schwankenden Hormonhaushalt nach der Geburt, sondern auf eine Depression zurückzuführen ist, unter der sie schon die längste Zeit leidet. Dabei hätte sie alles, was man sich wünschen kann: einen Mann, Mark, der sie innig liebt, ein gesundes, liebes Kind, ein schönes Haus in einer guten Suburb, dennoch kann Julia mit den Menschen um sich herum nichts anfangen. Jede zwischenmenschliche Interaktion fällt ihr schwer, wenn sie die Mütter anderer Kindergartenkinder trifft, würde sie am liebsten weglaufen, und auch Mark, ihrem ruhigen und gelassenen Ehemann, sagt sie im Streit einmal ins Gesicht, dass sie nichts mit ihm zu tun haben möchte. Aus diesem Grund sieht es in der Beziehung düster aus, die Erotik und auch Gespräche kommen zu kurz.Am Tiefpunkt ihrer Einsamkeit trifft sie die ältere Helen, die sie zu sich einlädt und sie wie eine eigene Tochter behandelt. Mit der Zeit werden die Besuche bei Helen immer wichtiger, wichtiger als die Beziehung zu ihrem Mann und nur bei ihr fühlt sie Geborgenheit und auch Liebe. Helen ist vermögend und selbst Mutter mehrerer erwachsener Kinder. Mit der Zeit erfährt Julia, dass auch Helens Kinder Probleme haben und eines Tages beendet sie die Freundschaft mit Helen. Dazu kommt, dass Julia sich auf eine Beziehung zu Helens Sohn eingelassen hat, was sie bitter bereut, wobei Mark die Ehe aufrecht erhält, aber zur Bedingung macht, dass sie Helen und ihren Sohn nie wieder sieht.In einer weiteren Zeitebene lernen die Lesenden die ältere Julia kennen, die den sechzigsten Geburtstag ihres Mannes vorbereitet, zwei Kinder hat, Ben und Alma, siebzehn Jahre alt. Auch jetzt bewegt sich Julia im Kontakt mit ihren Kindern wie auf einem Minenfeld, denn Alma ist der typische Teenager und Ben erwachsen. Beide Kinder haben jedoch Probleme: Alma mit der Aufnahme ins College und Ben wird Vater- und wieder steht Julia der Situation zwiespältig gegenüber. Doch dann trifft sie im Supermarkt Helen wieder…In der jungen Julia beschreibt uns die Autorin eine unsichere und mit ihrer Lebenssituation völlig überforderte junge Frau, die keine Vorstellung davon hatte, was es bedeutet, Mutter zu werden und ohne Ansprache eines Erwachsenen sich bleiern hinziehende Tage zu verbringen. Ihrem Sohn steht Julia zwiespältig gegenüber: Wenn das Kind da ist, möchte sie alleine sein, wenn es nicht da ist, fehlt es. Sie zeigt Ben kein starkes Mutterbild, denn immer wieder bricht sie vor dem Kind in Tränen aus. Auch ihrem Mann gegenüber zeigt sich Julia abweisend. Dieses Verhalten mag auf ihre unglückliche Kindheit zurückzuführen sein, auf eine abweisende, trinkende Mutter und einen Vater, der die Familie verlassen hat. Julia flüchtet zwar in eine Affaire, aber weiß selbst nicht genau, warum. Letztlich entscheidet sie sich für ihre Familie und als die Autorin uns die ältere Julia schildert, hat diese sich augenscheinlich mit der Situation arrangiert, liebt ihre Kinder zwar, aber kann schlecht beurteilen, wann es klüger ist, sich nicht in deren Leben einzumischen. Noch immer scheut sie vor zwischenmenschlichen Begegnungen zurück, hat aber mit Mark einen Ausgleich gefunden, so dass ihre Ehe sogar mit neuen erotischen Praktiken bereichert wird. Mark ist es, der immer wieder als ausgleichendes Element fungiert, oft mit seinen Kindern besser zurechtkommt als die Mutter und Julia durch für sie unangenehme Situationen hilft.Der Roman von Claire Lombardo schildert ein Frauenleben, eingebettet in das Geflecht einer eigentlich durchschnittlichen, wenn auch gut situierten amerikanischen Familie, das immer wieder Herausforderungen an die Protagonistin stellt, aber keine wirklichen Schicksalsschläge bereithält. Einerseits wird die Idylle der Mutterschaft in Frage gestellt und damit gezeigt, dass die Beziehung zu den eigenen Kindern nicht immer nur von Liebe, sondern oft auch von Verzweiflung und Versagensängsten geprägt ist. Andererseits wird beleuchtet, wie fragil eine Partnerschaft sein kann und welche Herausforderung es für die Betroffenen darstellt, Vertrauen zu geben und zu erhalten. Das Erleben in der Kindheit und Jugend, das immer wieder Einfluss auf das Geschehen in der Familie nimmt, beeinflusst nicht nur die Entwicklung der Figuren, sondern zeigt auch die in der Vergangenheit erlittenen Verletzungen und Traumata.Mit “Genau so, wie es immer war” hat Claire Lombardo einen großangelegten, einfühlsamen und klugen Familienroman geschrieben, der eine Zeitspanne von sechzig Jahren umfasst. Das farbenfrohe Cover, das die Gemütlichkeit einer Suburbidylle zeigt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass in dieser Familie neben alltäglichem Leben viele Verletzungen sichtbar werden und Narben aufbrechen, die die Wunden der Kindheit nur oberflächlich überdecken. Den Lesenden wird Geduld abverlangt, die nicht nur dem Umfang des Buches geschuldet ist, sondern auch der komplexen Familiensituation, in die die Lesenden hineingezogen werden und die sie miterleben, ohne eingreifen zu können. In einem eingängigen und teilnehmenden Schreibstil schildert die Autorin Zuneigung und Enttäuschung sowie die Suche nach einem gelingendem Leben.Berührend ist der Schluss des Buches, als Julia sich an ihr Leben erinnert. In der Rückschau erkennt sie alles Glück, das das Leben für sie bereithielt und fühlt neben wiederauftauchender Verzweiflung, wie sehr die Liebe zu ihrem Mann und ihren Kindern ihr Leben bereichert hat.Dieses Roman ist ein vielschichtiges Buch, das von der nicht immer einfachen Geschichte einer Familie erzählt, es den Lesenden gestattet, sich als Teil des Geschehens zu fühlen, mit den Protagonisten Mitleid und Freude zu empfinden und am Ende zu erkennen: ”Das ist Liebe”. Eine klare Leseempfehlung, denn dieses Buch wird die Lesenden bereichert zurücklassen!
Emotional!
Eine für mich völlig neue und unbekannte Autorin – und genau deshalb war ich besonders gespannt auf das Buch „Genau so, wie es immer war“. Schon der Einstieg zieht einen tief hinein: Als Julia im Supermarkt auf Helen trifft, wird schnell klar, dass hier keine oberflächlichen Themen behandelt werden.Helen war einst eine enge Freundin von Julia. Über Jahre hinweg gab sie ihr Ratschläge, doch ihre Freundschaft war auch von Höhen und Tiefen geprägt. Diese Begegnung weckt in Julia längst verdrängte Erinnerungen. Sie erinnert sich an ihre eigenen Kämpfe mit Depressionen, ihre Unsicherheiten als Mutter und den ständigen Druck, nach außen hin perfekt wirken zu müssen.Zeitgleich konfrontiert ihr Sohn sie mit einer Nachricht, die Julia völlig aus der Bahn wirft. Sie gerät in einen Strudel aus alten Mustern und Ängsten, der ihr gesamtes Familien- und Eheleben zu gefährden droht.Von der ersten Seite an spürt man die Tiefe und Intensität der Emotionen, die das Buch durchziehen. Der Schreibstil ist flüssig und doch so tiefgründig, dass die Gefühle der Charaktere zum Greifen nah erscheinen. Das wunderschöne Cover, das Fröhlichkeit ausstrahlt, steht in einem spannenden Kontrast zu den komplexen und oft schmerzhaften Themen, die behandelt werden.Lombardo schafft es meisterhaft, die alltäglichen und dennoch äußerst komplexen Herausforderungen des Familienlebens authentisch und packend darzustellen. Besonders faszinierend ist für mich, wie Julia mit den wiederkehrenden Schatten ihrer Vergangenheit ringt und welche Konsequenzen dies für ihre Gegenwart und Zukunft hat.Für mich ist dieses Buch eine klare Empfehlung – ein intensives, emotionales Buch, das nachdenklich macht und tief berührt.
Eine Familien- /Lebensgeschichte
Ein wunderschönes Cover, das dem Inhalt gerecht wird.Ich war komplett gefesselt von diesem Buch, in dem die Familien- / Lebensgeschichte von Julia erzählt wird. Sehr abwechslungsreich und spannend dargestellt, springt die Geschichte immer wieder in der Zeit vor und zurück. Man verliert aber zu niemals den Überblick und am Ende fügt sich alles zusammen.Julia war mir von Anfang an sympathisch und ich konnte ihre Entscheidungen immer nachvollziehen. Auch ihr Mann Marc und ihre Kinder werden sehr glaubhaft beschrieben. Julias Mutter ist eine wirklich schwierige Person, die man aber im Laufe der Zeit auch verstehen lernt.Claire Lombardo ist eine wirklich meisterhafte Erzählerin: Brillant beschreibt sie die komplizierten Gefühle einer "ganz normalen Frau" und hält die flüchtigen und doch tief einschneidenden Momente, die über Erfolg oder Scheitern einer Ehe und einer Familie entscheiden können für den Leser in dieser wunderbaren Geschichte fest.Lesempfehlung!
Eintauchen in das Dasein der Frau
Claire Lombardo hat mit "Genaus o, wie es immer war" den Zeitgeist sehr gut getroffen. Nachdem mir "Der größte Spaß, den wir je hatten" sehr gut gefallen hat, war ich auf den Roman sehr gespannt.So idyllisch wie das Cover des Buchs Nahe legt geht es in der Geschichte selbst bei weitem nicht zu.Die Protagonistin Julia Ames ist Ende fünfzig - und sie hat eigentlich alles was für viele für ein glückliches Leben steht: Einen Ehemann mit dem sie seit langem verheiratet ist, ein Haus, zwei Kinder. Aber ist das wirklich alles - was Julia selbst zum Glücklichsein braucht?Sehr einfühlsam nimmt die Autorin das gegenwärtige Leben der Hauptfigur auseinander - neben der äußeren Fassade kommen viele Schwierigkeiten und lange brodelnde Konflikte ans Tageslicht.Dabei gelingt es durchgehend Julia für Leserinnen und Leser greifbar zu machen, man nimmt ihr sämtliche Emotionen glaubhaft ab.An manchen Stellen ist das Buch etwas langatmig, aber alles in allem empfehle ich es gerne und fand es ausgesprochen lesenswert.
Familie und mehr
Ein ganz normales Leben ist es, das Julia führt. Meistens zumindest. Ihre Ehe mit Mark hält nun schon ziemlich lange, ihre beiden Kinder sind wohlgeraten. Beide sind sie flügge, sie gehen von nun an ihre eigenen Wege. Ein Blick zurück führt uns mit Julia in einen Supermarkt, in dem sie eine Frau aus längst vergangenen Tagen sieht. Soll sie sich bemerkbar machen? Nun, sie geht auf Helen zu. Helen Russo, eine Frau, die ihre Freundin war. Damals war Julia es, die immer wieder vor Helens Tür stand, diese charismatische Frau hat sie magisch angezogen. Auch hat sie ihren Sohn, den 3jährigen Ben, des Öfteren mitgenommen, nur Mark wusste nichts von Helen. Die Kapitel wechseln vom Heute ins Gestern, zunächst von Julia und Mark zu den Ereignissen, die sich im Hause Russo abspielen. Helen hat mit ihrem Mann Pete fünf Kinder, alle sind sie in jener Zeit, als Julia bei ihnen ein- und ausging, im jungen Erwachsenenalter. Der 3jährige Ben war damals Julia und Marks einziges Kind, ihre Tochter Alma war noch nicht geboren. Julia kommt mir sehr verhuscht, ja unzufrieden vor. Sie ist von Selbstzweifeln geplagt, die offene, sehr sympathische Helen fängt sie in ihrer Überforderung auf, spricht ihr Mut zu, Julia scheint direkt abhängig von Helen zu sein und nicht nur von ihr…Es sind noch mehr Erzählstränge, ich erfahre von Julia in jungen Jahren, von der ersten Begegnung mit Mark und ihrer Liebe zueinander, auch tritt später Julias Mutter auf, Ben und seine Schwester Alma begleite ich bei ihrer Abnabelung vom Elternhaus und es ist noch vieles mehr, was Julias Leben ausmacht, von dem hier berichtet wird. Über 712 Seiten erzählt Claire Lombardo Julias Geschichte und die Geschichte einer Familie. Zunächst war ich neugierig, wie sich das Ganze entwickelt, war aber bald ziemlich ernüchtert. Nach der Begegnung im Supermarkt tut sich nicht viel, es plätschert so dahin. Und doch habe ich weitergelesen, wollte mehr wissen. Und es wurde wieder besser, ja interessanter. Julia hat bei mir ein Wechselbad der Gefühle ausgelöst. Ich hab sie gemocht, bedauert, hab mit ihr gelitten und sie dann wieder so gar nicht verstanden. Hab sie verdammt und verachtet, so richtig sympathisch war sie mir nie, denn sie war eher egoistisch unterwegs. Die Familie und die Freunde um sie herum hat die Autorin gut skizziert, die zwischenmenschliche Ebene gut eingefangen. Es geht um Freundschaft und Abhängigkeit, um Partnerschaft und Betrug, um Loslassen und Neuanfang, es geht um das Leben in all seinen Facetten. Nach dem zähen Anfang, der sich doch über viele Seiten zieht, habe ich das Buch dann doch gerne gelesen. Es fängt den ganz normalen Alltag gut ein, es ist „genau so, wie es immer war“ und immer sein wird.
Viele Wahrheiten
Endlich ein neuer Roman von Claire Lombardo. Da ich ihr Debüt „Der größte Spaß, den wir je hatten“ mit großem Vergnügen gelesen habe, hatte ich große Erwartungen an diesen Roman. Allerdings bin ich bin „Genauso, wie es immer war“ nicht 100% warm geworden. Nicht sofort stellte sich ein Lesefluss bei mir ein. Zu Beginn war mir nicht ganz klar, auf was das ganze hinauslaufen wird. Doch nach ca. 250 Seiten sprang der Funke über und mich hatte ein Lese Sog ergriffen. Die Protagonistin Julia ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Sie hat einen schwierigen Charakter, doch im Laufe des Romans kann man erahnen, was sie geprägt hat. Der Leserschaft wird schon einiges abverlangt, denn die vielen Zeitsprünge können verwirrend sein und lassen sich nicht immer sofort einordnen. Hier wären Kapitelüberschriften mit Jahresangaben sehr hilfreich. Die Geschichte selbst hat mich sehr angesprochen und ist für mich auch absolut nachvollziehbar (vielleicht auch, weil ich im ähnlichen Alter der Protagonistin bin). Ich finde der Autorin ist es sehr gut gelungen, die zwischenmenschlichen Töne aufzuzeigen. In einer Ehe und Partnerschaft gibt es nicht nur rosige Zeiten. Routine schleicht sich ein und nicht selten entwickeln Frauen nach der Geburt eine Depression. Die Geburt eines Babys verändert alles und die Partner müssen sich neu finden. Besonders gut getroffen sind meiner Meinung nach auch die Verhaltensweisen von Teenagern und jungen Erwachsenen, bei diesen Passagen musste ich oft schmunzeln und konnte nur zustimmend nicken. Claire Lombardo beschreibt den ganz normalen Wahnsinn einer Partnerschaft und Familie und sie geht dabei sehr in die Tiefe, was man schon am Buchumfang ablesen kann. Das Buchcover ist sehr passend, denn es zeigt einen amerikanischen Vorort. Auch wenn das Setting in den USA spielt, so könnte ich es auch durchaus hier nach Deutschland verordnen. Familie ist nicht immer einfach und Familie heißt auch nicht, dass man sich automatisch nah ist und zueinander hingezogen fühlt. So viele Wahrheiten stecken in diesem Roman und letztlich habe ich auch dieses Buch von Claire Lombardo wieder sehr genossen. Lediglich das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen, zu verwirrend. Das hätte es nun wirklich nicht mehr gebraucht und hat mich tatsächlich fragend zurückgelassen.
Aus dem Leben von Julia
Dieser Roman hat mich aufgrund seines Umfangs sehr gefordert, ebenso wie aufgrund der vielen zeitlichen Sprünge, die zudem nicht chronologisch sind. Erwartet habe ich einen Roman mit der Protagonistin Julia, die mitten im Leben steht und bekommen habe ich etwas viel komplexeres. Manchmal schaut Julia zurück in ihre Kinderzeit, dann ist sie Teenager, dann junge Ehefrau, zwischendrin wieder die werdende Schwiegermutter, dann wieder junge Ehefrau und Mutter... und dann gibt es noch einen Ausblick in die Zukunft, die schon Gegenwart ist. Ich habe viel mehr über Julia und ihr Aufwachsen sowie ihre Beziehung zu ihrer Mutter erfahre als ich erwartet habe. Zwischendrin war mir dies sogar zu viel und ich hätte gerne mehr von der Zeit erfahren, in der der Roman beginnt, ebenso wie mehr über das Familien- und Eheleben, sowie auch über Julias Kinder oder über Marks Familie. Auf der Rückseite des Buches steht geschrieben... "Glück ist ein vorübergehender Zustand - Familie bleibt ein Leben lang" ...ein Zitat, was mich bezüglich des Glücks bewegte, denn dies nimmt man häufig erst wahr, wenn es nicht mehr da ist.. , so scheint es im Roman auch Julia zu gehen. Mich hat der Roman berührt. Vier Sterne
Abwechslungsreich und unterhaltsam
Sehr umfassend, auf über 700 Seiten, erzählt Claire Lombardo mit faszinierender Beobachtungsgabe eine Familiengeschichte, in dessen Zentrum die 57-jährige Julia steht, die versucht ihre Familie zusammenzuhalten. Als sie am 60. Geburtstag ihres Mannes im Supermarkt einer alten Freundin begegnet (Helen - eine Figur, dir mir besonders gefallen hat), beginnt die abwechselnde Reise in Vergangenheit und Gegenwart als Mutter zweier Kinder, Ehefrau und Freundin. Es ist ein Blick hinter die Fassade, die zwischenmenschliche Probleme in der Beziehung und Elternschaft zeigt. Bedeutend ist auch die Mutter-Tochter-Beziehung, die von einem schwierigen Verhältnis geprägt ist. Insgesamt gibt es ein paar Längen, aber es entsteht ein umfassendes Bild von Julia und dem Familienleben, dessen vielschichtige Entwicklungen und Verbindungen nahbar geschildert werden. Claire Lombardo greift dabei viele zeitgemäße Themen auf, die eine abwechslungsreiche Sichtweise ermöglichen und eine unperfekte Frau zeigen, die eine Fassade aufrecht erhalten möchte. Der versprochene Humor zeigt sich nur dezent in den Dialogen. Julias zynische Art lockert den Roman aber entsprechend auf. Fazit: Eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Familiengeschichte zum miterleben, mit nahbarer weiblicher Hauptfigur und umfassendem Charakterbild.