Sperling wächst in einem Bordell im spanischen Carthago Nova im 4. Jahrhundert n. Chr. auf. Anfangs hilft er in der Küche, später wird er aber ins Obergeschoss geführt, wo die Prostituierten arbeiten. Ein furchtbares Schicksal erwartet ihn dort.
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Ich, Sperling
Ein alter Mann blickt zurück auf seine oft unmenschliche Kindheit: Als namenloser Waise wächst er in einem Bordell inmitten der sogenannten „Wölfinnen“ im spanischen Carthago Nova im 4. Jahrhundert n. Chr. auf. Eine von ihnen, Euterpe, wird seine Ziehmutter: „Sperling“ nennt sie ihn liebevoll. Sperling weiß nicht viel von der Welt: Anfangs hilft er Euterpes geheimer Geliebten in der Küche, später schuftet er in der Taverne, bis er schließlich in das ominöse Obergeschoss geführt wird, wo die Prostituierten ihre Betten haben. Ein furchtbares Schicksal erwartet ihn dort. Doch wie ein kleiner Sperling entfliegt er in seiner Vorstellung der brutalen Realität immer wieder und vermag es, mit seinem Lied auch anderen Hoffnung zu geben.
Bibliografische Daten
1. Auflage
James Hynes
James Hynes ist Absolvent des Iowa Writers' Workshop und veröffentlichte bisher drei hochgelobte Romane sowie eine Kurzgeschichtensammlung. Weitere Texte erschienen u. a. in der New York Times und Washington Post. Er lehrte Kreatives Schreiben an diversen Universitäten. Hynes lebt in Austin, Texas.
Ute Leibmann
Ute Leibmann arbeitet seit vielen Jahren als freie Lektorin und Literaturübersetzerin aus dem Englischen, u. a. von Sarah Waters. Sie lebt in Düsseldorf.
6 - 10 von 103 Leserstimme
Großartige Zeitreise
Am Ende seines Lebens blickt Jakob auf sein Leben zurück. Frühe Kindheitserinnerungen führen ihn, den vorerst Namenlosen in ein Bordell, wo er von den Wölfinnen, wie die Prostituierten dort genannt werden, aufgezogen wird. Wir tauchen ein in die brutale Realität in solchen Etablissements am Ende des Spätrömischen Reiches. Mit seinen Augen erleben wir das tägliche Leben in Küche und Haus und nach und nach auch außerhalb des Hauses, wo er als Sklave ohne Name zu arbeiten lernt.Schonungslos, berührend und einfühlsam gestaltet der Autor die fiktionale Hauptfigur seines Romans, für den er umfangreiche historische Studien betrieben hat, was im Anhang zu lesen ist. Detailgenau beschreibt er das Leben im 4. Jahrhundert nach Christus und lässt so eine Welt von hohen und niederen Ständen vor unserm inneren Augen entstehen, die wir sonst nur aus dem Geschichtsunterricht kennen. Besonders empfehlenswert für alle Geschichtsinteressierten.
brutal und bewegend
Hab mich sehr gefreut das ich das Buch vorablesen durfte. Es kommen allmählich mehr Antike Romane in den Buchmarkt was ich sehr schön finde. In dem Buch : Ich, Sperling vom Autor James Heynes blickt ein alter Mann zurück auf seine Kindheit. Er wächst als Waise in einem Bordell im spanischen Carthago Nova im 4. Jahrhundert n. Chr auf. Wir begleiten die Geschichte eines Sklavenjungen. Das Cover fand ich von Anfang an sehr schön und ansprechend. Würde mir auch im Buchladen sofort auffallen. Ich musste am Anfang noch etwas reinkommen in die Geschichte und mit den verschiedene Protagonisten. Es ist ein heftiges Buch, wo viel Leid und Brutalität vorkommt. Aber auch wo Freundschaft und Liebe behandelt werden. Es ist keine leichte Lektüre. Das Antike Leben wird da gut rübergebracht und der römische Alltag im Römischen Reich. Kann es jedem empfehlen der gerne Romane liesst - die in der Antike spielen.
Das ungeheuerliche Leben eines Sklaven im Römischen Reich - absolut fesselnd!
"Ich, Sperling" ist ein Buch, das sich kaum in einem Wort beschreiben lässt. Die Geschichte um Pusus, auch Antinoos genannt, ist gewaltig, oft erschütternd, streckenweise berührend und zu jeder Zeit absolut fesselnd.Im Mittelpunkt steht ein Sklave, der als alter Mann am Ende seines Lebens die Erlebnisse in seiner Kindheit niederschreibt. Er wächst in einer Taverne mit angeschlossenem Bordell auf, wo er zunächst in der Küche und im Gastraum hilft, ehe er die Wölfinnen im Obergeschoss bei ihrer Arbeit unterstützen muss. Dabei bewegt er sich stets zwischen dem unmenschlichen Alltag, der gedanklichen Flucht als Sperling und der Liebe zu seiner Ziehmutter. Der Autor schafft es, mit einem sehr eingängigen Schreibstil die grausame Realität aufzuzeigen, die das Leben der Sklaven mit sich brachte, ohne Dinge zu beschönigen oder gar zu romantisieren. Beim Lesen entstehen durch die detaillierten, mitunter auch nüchternen Beschreibungen lebendige Bilder vor dem inneren Auge, sodass die Geschichte intensiv erlebbar wird. Schnell kann man dabei vergessen, dass das Werk keinen historischen Aufzeichnungen entspringt, sondern vollkommen fiktiv ist.Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann die Tatsache, dass entgegen meiner Erwartungen nicht das gesamte Leben von Sperling thematisiert wird. Die Handlung endet, als er noch ein Kind ist. Obwohl das Ende stimmig ist und einen guten Abschluss bildet, frage ich mich, was als Erwachsener aus dem Protagonisten wurde. Musste er weiterhin als Prostituierter arbeiten? Wie gelangte er nach Britannien? An dieser Stelle hoffe ich auf einen zweiten Teil mit einer Fortsetzung, die ich nur zu gerne lesen würde. Eine klare Empfehlung für "Ich, Sperling"!
Großartig
Dies ist die Erzählung von einem namenlosen Jungen, der unter furchtbaren Bedingungen im Römischen Reich aufwuchs und schließlich auf sein Leben zurücksieht, während er alles schriftlich für die Nachwelt festhält. Dabei wechselt die Erzählweise zwischen dem Kind und dem Erwachsenen. Ich hatte auf eine ungewöhnliche Geschichte gehofft, die es versteht, mich zu fesseln, und ich wurde nicht enttäuscht. Es sind schockierende Szenen und furchtbare Ereignisse, die großes Mitgefühl für die Hauptfigur hervorrufen. Oft brauchte ich eine emotionale Pause. Generell ist der namenlose Protagonist ein spannender Charakter und ebenso lebendig dargestellt, wie die anderen Figuren. Es sind die großartigen Beschreibungen, die einen zu hundert Prozent in diese Welt eintauchen lassen und die schönen Momente der Liebe, dass man auch in all dem Schmerz etwas Hoffnungsvolles finden kann. Deshalb macht dieser Roman für mich alles aus, was eine gute Geschichte braucht, die einem ich Gedächtnis bleibt. Ebenso, wie das schöne und sehr passende Buchcover.
Ungeschönt
Historische Romane befassen sich zumeist gerne mit Geschichten aus Adelshäusern, oder mit Szenen aus dem Soldatenleben. James Hynes dagegen schickt seine Leser in die Niederungen der römischen Unterschicht. Ein sehr alter Mann, er nennt sich selbst Pusus oder Sperling, erzählt hier von seiner frühesten Jugend, die er in einem Bordell verbracht hat. Der Besitzer kaufte ihn als Säugling. Pusus wird nichts geschenkt, er muss schon als Kleinkind für seinen Unterhalt hart arbeiten. Der Bordellbesitzer ist zu ihm ebenso gnadenlos wie zu den sogenannten Wölfinnen. Als die Zeit gekommen ist, muss Pusus genau wie die Frauen seinen Körper verkaufen.Es ist beeindruckend, wie gut der Autor die damaligen Gegebenheiten recherchiert hat. Dieser Roman ist weit davon entfernt, das Römische Reich in seinem Glanz und seiner Schönheit zu glorifizieren. Er zeigt dem Leser vielmehr die untere, die übel riechende Seite, in der rohe Gewalt und erbarmungsloser Überlebenskampf herrscht. Und immer wieder zeigen kleine Gesten, dass es untereinander auch Solidarität und Liebe geben kann. Vielleicht liegt es auch an solchen Zeichen, dass Pusus seine Rückblende ohne Hass und Verbitterung erzählen kann.Die Lebensgeschichte von Sperling ist berührend, ohne sentimental zu werden. Sie wird lebendig, wenn auch schonungslos berichtet.Kein Buch, das man so schnell vergisst.
Sehr berührend!
Auf dem Cover dieses Romans sieht man auf einem mosaikartigen, türkisfarbenen Untergrund den Titel in goldenen Buchstaben. In der Mitte sitzt ein kleiner, rostfarbener Vogel.Im Klappentext heißt es: "An seinem Lebensabend blickt ein Mann zurück auf seine Kindheit." Die Geschichte beginnt mit dem Mann als kleines Kind. Der Junge hat keinen Eigennamen. Er weiß nicht, woher er kommt und wird als Ding behandelt. Er lebt in einem Bordell im 4. Jahrhundert nach Christus im spanischen Carthago Nova. Zwei der Prostituierten, genannt Wölfinnen, werden zu seinen Ziehmüttern: die gebildete Euterpe und ihre heimliche Geliebte, die Köchin Focaria. Der Junge wird zu vielen einfachen Arbeiten herangezogen und kennt nur das Innere des Bordells. Sehr berührend ist hier die Szene, als er zum ersten Mal einen Spiegel findet und sein eigenes Gesicht darin betrachten kann. Etwas später werden seine Dienste aufwendiger: Er wird zum Wasserholen nach draußen gelassen und kann sogar allein einkaufen, nachdem ihm Euterpe das Rechnen beigebracht hat.Bald muss er auch in der Taverne bedienen und aufräumen. Ein paar Jahre später kommt es, wie es kommen muss: Der Aufseher des Bordells, Audo, vergewaltigt ihn und er muss nun als Knabe seinen Körper hergeben. Seine einzige Möglichkeit, diesem Schicksal zu entfliehen ist, dass er sich in Gedanken von seinem Körper löst und als Sperling frei in die Luft fliegt.Es ist sehr eindrücklich und berührend, wie der immer noch namenlose Junge, der immer mal wieder einen anderen Namen erhält, mit seiner ausweglosen Situation klarkommt. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Autor sauber recherchiert hat und viele Ereignisse einen realen, historischen Hintergrund haben. Der kleine Junge tut mir wahnsinnig leid, er durfte seine Kindheit nicht ausleben.Es soll hier nicht verraten werden, ob er es irgendwann schafft, seinem Gefängnis zu entfliehen. Aber nachdem schon vor Beginn der Geschichte klar ist, dass es der Rückblick eines alten Mannes ist, wird er es wohl geschafft haben.Das ist ein Roman, der mich sehr beeindruckt hat und der unbedingt lesenswert ist. Allerdings gibt es einige sehr harte Szenen darin, der Leser sollte also damit rechnen, dass die Lektüre nicht immer angenehm ist!
WoW
Das Cover von Ich, Sperling gefällt mir sehr gut. Ich mag die Abbildung des Vogels auf dem Cover, sowie die kleine Schlange und den blauen Hintergrund. Für mich gibt das Cover den Inhalt des Buches sehr gut wieder.Das Buch zu bewerten fällt mir sehr schwer. Auf mich wirkte es sehr besonders und einzigartig, weil ich so etwas bisher noch nicht gelesen hatte. Das Buch scheut auf keinen Fall vor detaillierten Beschreibungen und ich würde es den zart besaiteten Leser*Innen vielleicht nicht unbedingt empfehlen. Was mich von dem Buch im Großen überzeugen konnte, war das gesamte Setting. Ich hatte das Gefühl, dass der Autor hier wirklich extrem gute Recherchearbeit geleistet hat, sowie sehr viel Zeit in das Setting investiert hat, was der Geschichte sehr zu gute gekommen ist. Die Einflüsse von Echtheit, Naivität und dem größeren Wissens der Leser*Innen als der Figuren war ein absolut geniales Leseerlebnis. Nicht nur das Setting konnte mich einnehmen, auch die Figuren haben es geschafft mich von Seite eins mitzureißen. Man fühlte mit ihnen und hatte das Gefühl, all die schrecklichen Dinge mit ihnen mit zu erleben. Für mich ein wirklich klasse Buch, das aber definitiv keine leichte Lektüre ist.
Die Lebensgeschichte eines Waisenjungen im Hurenhaus - schonungslos, hart, bewegend!
"Ich, Sperling" von James Haynes ist als gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag bei dtv erschienen und bietet auf 592 Seiten die bestens recherchierte und schonungslos offen erzählte Geschichte eines namenlosen Jungen im Römischen Reich.Der Protagonist erzählt im hohen Alter aus seinen Erinnerungen seine Lebensgeschichte, die in der Küche eines Hurenhauses als kleiner versklavter Junge beginnt. In einem Hurenhaus in Carthago Nova wächst der Junge auf und sammelt seine ersten Lebenserfahrungen zunächst in der Küche des Bordells, dann im Garten und später in der oberen Etage, wo die Huren arbeiten. Es ist zugleich sehr spannend und unterhaltsam, aber auch bedrückend und erschreckend mitzuerleben, wie sich nach und nach der Horizont des Jungen erweitert und was ihm alles im Laufe der Zeit widerfährt.James Hynes hat eine besondere Art, mit seinem schonungslos offenen und ungeschönten, oftmals brutal anmutenden Schreibstil das Leben des Jungen zu beschreiben, das hart und erbarmungslos abläuft, allerdings ebenso positiven Zusammenhalt und die Liebe seiner Ziehmütter im Repertoire hat.Bestens recherchiert und ausgesprochen bildhaft geschrieben ist dieser historische Roman mit dem wunderschönen, farbenfrohen Cover, so daß eine sehr authentische anmutende Atmosphäre des 4. Jahrhundert n. Chr. entsteht, die häufig unbequem und schockierend ist, mich aber so in ihren Bann gezogen hat, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.Dass Pusus Sperling genannt wird und er sich selbst immer wieder damit aufmuntert, dass er zumindest in Gedanken stets davonfliegen kann, um unangenehmen und brutalen Situationen zu entfliehen, hat ihn deutlich geprägt und mich sehr beeindruckt, denn er bewahrt sich zeitlebens seine positive Grundeinstellung, der alle Härten des Lebens und alle schlechten Erfahrungen nicht wirklich etwas anhaben konnten.Bewegend, schonungslos und unbedingt lesenswert!
Die Geschichte von Sperling
Ich lese sehr gerne fiktive Aufbereitungen antiker Erzählungen, sei es in Form von Retellings der Sagenwelt oder Romane mit antikem Setting, wie zuletzt etwa Die Wölfe von Pompeji. Ich, Sperling enführt den Leser ins Römische Reich, in dem das Christentum bereits auf dem Weg zur Staatsreligion war. James Hynes hat dabei das Setting fantastisch umgesetzt und das alte Rom in der Stadt Carthago Nova vor den Augen des Lesers wiederauferstehen lassen. Dabei begleiten wir einen namenlosen Jungen, der in einem Bordell aufwächst und nach und nach zunächst erste Erfahrungen mit seiner Umwelt macht. Wie er aus Sicht des namenlosen Sklaven das alltägliche Leben wahrnimmt, ist bereits ein großes Lesevergnügen und gipfelt in dem langsamen Erwachsenwerden und der neuen Rolle des Erzählers im Bordell. Dabei wird genau dieser Alltag der Sklaven und der Frauen am untersten Rand der Gesellschaft auf berührende Weise in all seiner Rohheit, Brutalität, aber auch all seiner Zartheit und Nähe dargestellt, etwa in den mütterlichen Szenen oder wenn sich die Frauen gegenseitig beistehen. Einige Szenen sind hier sicherlich harte Kost, in ihrer schonungslosen Echtheit dafür aber umso eindrücklicher erzählt.Unser Erzähler verliert dabei in all dem Leid und der Grausamkeit, der er erfahren muss, nie seine Unschuld und seine kindliche Sicht auf die Welt. Durch seine Augen zu erfahren, zu was Menschen fähig sind, hat mich sehr beeindruckt. Insbesondere, wenn der Erzähler etwa das Wort direkt an den Leser richtet, um ihm zu versichern, dass die Geschichte kein heroisches Happy End haben wird. Dennoch ist das gefundene Ende sehr passend und rundet diese Geschichte zu etwas ganz besonderem auf dem Buchmarkt ab.
Ein Sittenporträt im Römischen Reich
„Ich bin ein Sperling. Eines Tages werde ich auch davon fliegen.“ Uns geschätzten Lesern wird schon auf den ersten paar Seiten bewusst gemacht, dass diese Geschichte keine Heldenreise ist, keine Geschichte, in der sich der junge Protagonist von seinen Ketten befreit und aufsteigt (oder doch?) - nun der Ich-Erzähler, der kleine Junge, der in einem Hurenhaus in den letzten Tagen des Römischen Reiches aufwächst und sein Alter an „alt genug, um Wasser zu holen“ oder „alt genug um Brot zu kaufen“ abzählt und seinen eigenen richtigen Namen nicht kennt, hat mich gefangen genommen mit seinen Worten und seinem Leben. Es ist die Geschichte eines Sklavenjungen. Die Geschichte des Jungen wird uns von seinem greisen Ich erzählt, der in einer Bibliothek seine Geschichte niederschreibt, angefangen mit seiner ersten Erinnerung an eine zornige Frau und blutige Fischgräten. Der Greis spricht einen immer wieder an, lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers auf bestimmte Aspekte der Geschichte oder stellt die eigenen Erinnerungen in Frage. Ich mochte ihn, ich mochte den kleinen unschuldigen Jungen und ich mochte die Art und Weise, wie er die Welt - den Garten des Hurenhauses - entdeckte und wie sich seine Welt immer weiter ausdehnte, ungleichmäßig und lückenhaft. Es faszinierte mich, wie er durch Geschichten unterrichtet wurde - und die Frauen zu seiner Familie wurden. Und ihm Attribute wie Freiheit, Gefangenschaft, Liebe durch Parabeln näher gebracht wurden. Manche Szenen stellten sich so liebevoll und zart, und manche so schonungslos und brutal dar, das ich zusammengezuckt bin. Leid und Liebe liegen oft nahe beieinander. Die Geschichte von Pusus, dem Jungen, ist weder eine Heldenreise noch eine Romanze. Die sucht man hier vergeblich. Ich habe den Jungen beim erwachsen werden zugesehen, und meine Stimmung wurde von Seite zu Seite beklommener, da sein Schicksal sich ihm einfach unausweichlich eröffnete. Im gesamten Buch wurde der Ton jedoch in keiner einzigen Passage melodramatisch, obwohl der Autor viele Male die Abzweigung hätte wählen können. Stattdessen erzählt James Hynes schonungslos und ehrlich die Gegebenheiten, ohne zu verklären. Das fesselt an diesem Buch wohl am meisten, genauso wie der Umgang des Jungen mit seinem Schicksal, mit seinen Traumata, die er unweigerlich erleiden musste. Ich bin ihm und seinem Schicksal gerne gefolgt, obwohl ja schon angekündigt wurde, dass ich ihn nur auf einem Abschnitt seines Lebens begleiten werde können. Die Geschichte spielt vor der Kulisse des sterbenden Römischen Reiches, in Gassen mit ausgetretenem Pflaster, in der Therme und im Amphietheater, in dem sowohl die Sklaven als auch die Flüche verschachert werden. Die Geschichte spielt ebenso in der rauchigen Taverne, in stinkenden Latrinen und in kleinen gekalkten Räumen, und manchmal auch die Sperlingswelt - und dass alles ist an einem Punkt der Geschichte der Mittelpunkt von Pusus’ Welt. Die Geschichte berührte mich, schaffte es mich, über viele Stunden an die Couch zu fesseln und mitzunehmen, obwohl die Welt des Jungen weder einfach noch sanft war. Ich empfehle dieses Buch jedem, ob Histo-Fan oder nicht, der eine ungewöhnliche Lebensgeschichte sucht.
Pressestimmen
Fesselnder Historienroman, der in die Welt der Antike entführt.
18.10.2023
Absolut lesenswert!
06.12.2023
Spannende Einblicke in die Welt der Antike. Von Anfang bis Ende fesselnd.
Yannic Skoko, 01.12.2023
Höchst spannend und informativ.
Linda Stift, 19.11.2023
Bildgewaltig. Und sehr bewegend.
01.11.2023
Der Autor James Hgnes, der für die «NewYork Times» oder die «Washington Post» schreibt, schildert p...räzise recherchiert und in fantastisch bildlicher Sprache, wie die unterste Klasse im spätrömischen Reich lebte. mehr weniger
20.10.2023
Nicht Helden oder Kaiser stehen in diesem fesselnden Roman aus der Spätzeit des römischen Reichs im... Fokus, sondern die Ausgestoßenen und Außenseiter. Brilliant. mehr weniger
10.10.2023
Ein saftiges Epos, dessen Stärke detaillierte Beschreibungen sind.
02.10.2023