Der neue Familienroman von Bestsellerautorin Alena Schröder
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Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort eine alte, etwas unscheinbare Leinwand. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.
Auf zwei Zeitebenen wird die bewegende Geschichte zweier Frauen erzählt, deren Leben durch eine unscheinbar wirkende Leinwand für immer verbunden ist.
Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?
Emotional, warmherzig, tiefgründig: Alena Schröder spürt in ihrem Roman der Frage nach, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben.
»Fans der Autorin bekommen wie gewohnt dichte und feinsinnig erzählte Lebensgeschichten.« Vanessa Reiber, dpa
»Es hat mich mit Macht hineingezogen in eine Mutter-Tochter-Frauen-und-Familien-Geschichte, aus der man nach 318 Seiten mit dem verträumten Gefühl wieder zu sich kommt, man habe eine Zeitreise gemacht.« Christine Westermann, Der Stern (über Alena Schröders SPIEGEL-Bestseller ›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹)
Von Alena Schröder sind außerdem erschienen:
›Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid‹
›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹
Bibliografische Daten
1. Auflage
Alena Schröder
Alena Schröder, geboren 1979, arbeitet als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie hat Geschichte, Politikwissenschaft und Lateinamerikanistik in Berlin und San Diego studiert und die Henri-Nannen-Schule besucht. Nach einigen Jahren in der ›Brigitte‹-Redaktion arbeitet sie heute frei u.a. als ›Brigitte‹-Kolumnistin. Gemeinsam mit Till Raether spricht sie in ihrem Podcast »sexy und bodenständig« über das Schreiben.
5 - 10 von 140 Leserstimme
Reihenabschluss
Dieses Buch ist der dritte Teil der Familiengeschichte der Borowski-Frauen. Die Romane spielen immer auf mehreren Zeitebenen, so kommen hier wieder Evelyn, Silvia und Hannah (Großmutter, Tochter und Enkelin) vor und wir lernen neue Seiten an ihnen kennen. Der Roman kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, zum besseren Verständnis empfehle ich die Reihenfolge einzuhalten. Neben den Borowskis werden hier neue Figuren eingeführt, die in loser Verbindung zu dem Grundthema und den bekannten Figuren stehen. Güstrow erleben wir 1945 und in den ersten Jahren der DDR. Hier gibt es interessante historische Fakten, die über die Figuren gut herausgearbeitet werden. m Berlin 2023 wird Hannah mit einer Familienzusammenführung durch ihren Vater konfrontiert. Beide Geschichten für sich sind sehr interessant und gut aufgebaut. Durch die Erzählung im Wechsel ergaben sich kleine Cliffhanger, die mich immer wieder neugierig auf den Fortgang machten. Die Verbindung zwischen den beiden Geschichten fand ich jedoch etwas weit hergeholt, wenn auch nicht gänzlich unwahrscheinlich. Gut gefallen hat mir aber der Bezug zum ersten Roman. Schöner Reihenabschluss.
Unglaublich klug erzählt!
Alena Schröder schreibt so auf eine einfühlsame, kluge und unterhaltende Weise, dass man diesen und ihre Vorgängerromane gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Auf zwei Zeitebenen steigt man abwechselnd immer tiefer in das Leben von Hannah und Marlen ein, entdeckt deren innere Konflikte und Hoffnungen. Berlin 2023: Hannah ist 34 Jahre alt und muss von nun an alleine leben, als ihre beste Freundin Rubi aus der gemeinsamen WG auszieht. Hannahs Mutter starb, als sie 19 war und zu ihrem Vater hat sie keinen Kontakt. Bis er überraschend vor ihrer Tür steht und das nicht ohne Grund, wie sich später herausstellen wird. Kriegsende, Güstrow 1945: Die 14-jährige Marlen versteckt sich mithilfe von Malerin Wilma in einem alten Forsthaus vor den Russen und entdeckt dort das unscheinbare Porträt einer jungen Frau. Wilma nimmt Marlen bei sich auf und zwischen den beiden entsteht eine vorsichtige, stärker werdende Bindung, die Geheimnisse birgt. Der Sprung zwischen den Zeitebenen ist sehr stimmig gelungen und bringt eine mitreißende Lebendigkeit mit sich. Behandelt werden Themen wie (familiäre) Herkunft und Identität und es stellt sich unter anderem die Frage: Was schulden wir eigentlich unseren Eltern? Ist Familie nur ein Konstrukt? Nach und nach offenbaren sich verborgene Zusammenhänge, die das Leben von Hannah und Marlen bis in die Gegenwart prägen. Besonders die Kunst wird dabei zum Schlüssel, um Vergangenes sichtbar zu machen und neu zu deuten. Bewegend, feinsinnig und mit klugem Humor unterhaltend bildet diese Frauen- und Familiengeschichte auf hohem Niveau den perfekten Abschluss ihrer wunderbaren Trilogie. Die historische Grundlage ist sorgfältig recherchiert und wird realistisch einbezogen. Die Tatsache, dass man die Reihenfolge der einzelnen Bücher variieren kann, ist für mich übrigens ein großer Pluspunkt und zeigt einmal mehr, wie klug Alena Schröder erzählt.
Generationenroman mit einer guten Mischung aus Ernsthaftigkeit und cleverem Witz
Güstrow 1945Die 14jährige Marlen versteckt sich vor den Soldaten in der Schublade einer Kommode. Als sie sich aus ihrem Versteck heraus traut begegnet sie Wilma, welche sie kurzerhand bei sich aufnimmt. Wilma selbst trägt ein Geheimnis in sich und ist bald mehr auf Marlen angewiesen als ihr lieb ist.Berlin 2023Hannah, 34 Jahre alt, wird mit dem plötzlichen Auftauchen ihres Vaters konfrontiert, den sie noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen hat. Er beteuert, immer Kontakt zu ihr gewollt zu haben, doch dass dies ihre Mutter und Großmutter verhinderten. Da weder ihre Mutter noch ihre Großmutter am Leben sind, ist Hannah einer Entscheidung ausgesetzt: Glaubt sie den beiden Frauen, die ein Leben lang für sie da waren, oder dem fremden Mann, der plötzlich und völlig unerwartet auftaucht? Und wieso meldet er sich gerade jetzt? Hannah hat das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt."Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" war mein erstes Buch von Alena Schröder und ich habe es innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich dazu neige, bei mehreren Zeitebenen stets eine zu präferieren. Aber hier waren beide Ebenen gleichermaßen spannend und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich habe sofort in die Story reingefunden und ich konnte mich sehr schnell auf den"Szenenwechsel" einlassen. Am liebsten mochte ich Marlen und ihre intrinsische, künstlerische Ambition, die so stark ist, dass sie sich einfach ihren Weg bahnt. Was mir besonders am Roman aufgefallen ist und ich richtig gut fand, war der fliegende Wechsel zwischen Ernsthaftigkeit und leichtem Witz. Das hätte auch gut in die Hose gehen können, aber nein, hier hat es einfach punktgenau gesessen.Die anderen Bücher von Alena Schröder mag ich nun auch unbedingt lesen.
Wieder ein Volltreffer!
Wie auch die beiden Bände vorher, ist auch dieses wieder gelungen. Worin geht es? Die erste Handlungsebene beginnt im Mai 1945. Die 14-jährige Marlen ist auf der Flucht und völlig auf sich allein gestellt. In einem abgelegenen Forsthaus trifft sie auf Wilma, eine zurückgezogen lebende Malerin. Wilma nimmt Marlen bei sich auf und bietet ihr Schutz. Zwischen den beiden entwickelt sich eine enge, aber auch schwierige Beziehung. Wilma wird für Marlen zu einer wichtigen Bezugsperson, zugleich bleibt sie geheimnisvoll und emotional distanziert. Eine besondere Rolle spielt eine Leinwand ohne Titel, an der Wilma immer wieder malt. Dieses Bild begleitet Marlen über viele Jahre und wird zum Symbol für ihre gemeinsame Geschichte. Marlens Leben wird stark von Wilmas Einfluss, von unausgesprochenen Konflikten und von den Nachwirkungen des Krieges geprägt.Die zweite Handlungsebene spielt im Berlin der Gegenwart. Hier steht Hannah Borowski im Mittelpunkt, die sich nach dem Tod ihrer Mutter und Großmutter orientierungslos fühlt. Als auch ihre beste Freundin Rubi aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, wird Hannahs Einsamkeit noch deutlicher. Zusätzlich meldet sich ihr Vater, zu dem sie lange keinen Kontakt hatte, wieder bei ihr. Hannah beginnt, sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen und stößt dabei auf viele offene Fragen, insbesondere auf die Bedeutung der alten Leinwand, die mit dem Leben ihrer Großmutter verbunden ist.Im Verlauf des Romans wird deutlich, wie eng die Lebenswege von Wilma, Marlen, Hannahs Mutter und schließlich Hannah miteinander verbunden sind. Entscheidungen, Schweigen und Verletzungen früherer Generationen wirken bis in die Gegenwart hinein. Die Leinwand ohne Titel steht dabei für ein Leben voller Erinnerungen, die nie vollständig ausgesprochen wurden.
Ein emotional stark erzählter Roman mit eindrucksvollen Figuren!
Darum geht es:Im Mai 1945 versteckt sich die vierzehnjährige Marlen in einem verlassenen Forsthaus vor den russischen Soldaten. Wilma, eine Frau aus der Umgebung, rettet ihr das Leben und nimmt das Waisenmädchen bei sich auf. Zwischen den beiden entsteht eine enge Verbindung, die von Anfang an unter einem Schatten steht. Wilma verschweigt Marlen etwas. Ein Porträt, das Marlen im Forsthaus findet, wird zum stillen Zeugen dieses unausgesprochenen Geheimnisses.Fast achtzig Jahre später lebt Hannah in Berlin. Als ihr Vater nach langer Abwesenheit wieder ernsthaft Kontakt sucht, gerät das Familiengefüge ins Wanken. Hannah beginnt zu begreifen, dass ihre Mutter und Großmutter Entscheidungen getroffen haben, deren Gründe ihr nie erklärt wurden. Und dann ist da immer noch die verschwundene wertvolle Leinwand von Hannahs Urgroßmutter, die wie ein ungelöstes Rätsel über der Familiengeschichte schwebt.Mein Leseeindruck:Dieser Roman hat mich vor allem durch seinen Ton berührt. Alena Schröders Schreibstil ist warmherzig, feinfühlig und von großer emotionaler Tiefe. Ihre Sprache nimmt sich Zeit für die Figuren. Sie urteilt nicht. Sie lässt Nähe entstehen.Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, die sich abwechseln. So durfte ich zwei Frauen über einen langen Weg begleiten. Marlen, die als junges Mädchen das Ende des Krieges erlebt, und Hannah, die viele Jahrzehnte später beginnt, die Risse in ihrer eigenen Familie zu erkennen. Beide Frauen sind unterschiedlich, aber gleichermaßen glaubwürdig. Ihre Lebenswege habe ich mit Spannung verfolgt. Beide haben mich auf ihre eigene Weise tief berührt.Besonders Marlens Geschichte hat lange nachgewirkt. Ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke und das Schweigen, das sie umgibt, sind eindrücklich erzählt. Aber auch Hannahs Suche nach Wahrheit und Zugehörigkeit ist nahbar und leise, ohne je belanglos zu wirken. So sehr mich beide Erzählstränge für sich genommen überzeugt haben, blieb für mich ein entscheidender Punkt unbefriedigend. Der rote Faden zwischen den beiden Zeitebenen hat sich für mich nicht klar genug herausgebildet. Die Verbindung wirkte stellenweise zu lose. Ich habe lange darauf gewartet, dass sich die Geschichten stärker ineinanderschieben und einander vertiefen. Dieses Gefühl stellte sich für mich nicht vollständig ein.Fazit:4/5 ⭐️ Ein emotional stark erzählter Roman mit eindrucksvollen Figuren, der mich sehr berührt hat, auch wenn die Verbindung der Zeitebenen für mich nicht ganz aufgegangen ist.
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Der neue Roman von Alena Schröder „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist der dritte und letzte Teil der Trilogie einer Familiengeschichte und erzählt auch in diesem Band über zwei Frauen und deren Schicksale aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Alle drei Bände können sehr gut eigenständig gelesen werden da sie in sich abgeschlossen sind obwohl sie unmittelbar zusammenhängen.Auf zwei Zeitebenen wird die Geschichte zweier Frauen erzählt, deren Leben durch eine unscheinbar wirkende Leinwand für immer verbunden ist.Güstrow, Mai 1945: Nach ihrer Flucht aus Demmin begegnet der 14 jährigen Marlen in einem verlassenen Forsthaus Wilma, die Frau, die ihr das Leben retten wird. Aufmerksam geworden durch die Motorengeräusche handelt Wilma instinktiv und versucht Marlen rechtzeitig unter dem Dach in der Schublade einer Kommode vor den russischen Soldaten zu verstecken. Kauernd entdeckt Marlen in der Schublade eine Unebenheit und versucht diese mit ihren Fingern immer wieder zu greifen aber es gelingt ihr nicht und endlich beschließt sie, sich zu befreien. Ein Blick zurück in die Schublade und sie findet unter alten Zeitungen ein kleines Bild, dass sie an einer Stelle mit ihrem Fingernagel, zerkratzt hat. Sie nimmt das Bild mit und verspricht, es zu reparieren.In der unteren Etage des Forsthauses, findet Marlen die bewusstlose Wilma, holt sie ins Leben zurück und die Malerin nimmt die junge Waise bei sich auf. Bald wird Marlen für sie unentbehrlich, denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.Berlin, 2023: In der Gegenwart ist die 34 jährige Hannah Borowski, die aus allen Wolken fällt, als ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen will, denn sie ist Schwanger und wird mit ihrem Lebensgefährten in eine WG aufs Land ziehen. Eine Arbeitskollegin hat doch gleich einen passenden Untermieter, ihren Neffen Justus, mit dem sich Hannah nun arrangieren muss und das alles, weil sie nicht nein sagen kann. Dann meldet sich unerwartet auch noch ihr leiblicher Vater und will sie mit seiner Familie zusammenführen, doch Hannah traut dem Ganzen nicht. Und diesmal gibt ihr Bauchgefühl ihr Recht.Die beiden Handlungsstränge erzählen zwei unterschiedliche Geschichten und der Zusammenhang wird erst am Ende des Buches deutlich, indem der Epilog mit dem Prolog abschließt.Fazit:Die Autorin hat einen gelungenen Schreibstil, der mir durchaus sehr gut gefallen hat. Die Art des Romans in Form von zwei unterschiedlichen Geschichten zu erzählen, die sich erst am Ende zusammenführen lassen, fand ich sehr gewagt aber durchaus interessant. Die Vergangenheit fand ich bewegend dargestellt obwohl mir echte Emotionen gefehlt haben während die Gegenwart leicht und locker, daherkommt. Auf die nächste Veröfflichung der Autorin bin ich schon sehr gespannt.Von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die Familiengeschichten lieben.
Familienbande
Ich hatte schon einmal ein Buch der Autorin anhören dürfen, das mir sehr gefallen hat, deshalb wollte ich auch diese Geschichte von ihr nicht missen! Diesmal bringt die Autorin uns mit ihrem Roman ins Jahr 1945 nach Güstrow. Hier liegt die 14-jährige Marlen versteckt in der Schublade einer Kommode um sich vor russischen Soldaten zu verstecken. Wilma die in dem Haus lebt, hilft Marlen gerade rechtzeitig dabei und nimmt die junge Frau anschließend bei sich auf. Doch Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht. Der andere Erzählstrang spielt in Berlin 2023: Hannahs beste Freundin Rubi zieht bei ihr aus, dafür taucht Hannahs Vater vollkommen unerwartet auf. Was will er von der 34jährigen Tochter, nach so vielen Jahren Schweigen?Die Geschichte ist durch die beiden Erzählstränge abwechslungreich geschrieben und kapitelweise wechselnd taucht man immer mehr in beide Geschichten ein. Man leidet sehr mit den unterschiedlichen Protagonistinnen mit und kommt ihnen nahe. Außerdem gibt es auch immer wieder unerwartete Wendungen die die Geschichte interessant machen und zum weiterlesen animieren. Mir hat die Geschichte wieder gut gefallen und ich hatte sie in wenigen Tagen gelesen. daher erhält das Buch eine Leseempfehlung von mir.
prägende Lebensgeschichte
Mit Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel erzählt Alena Schröder einen vielschichtigen Roman über Familie, Erinnerung und die Frage, wie sehr unsere Vergangenheit unser heutiges Leben prägt. Im Mittelpunkt stehen mehrere Generationen von Frauen, deren Lebensentwürfe, Geheimnisse und Entscheidungen nach und nach sichtbar werden.Der Schreibstil ist ruhig, klug und sehr bildhaft. Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin zwischen den Zeitebenen wechselt und dabei nach und nach ein Gesamtbild entstehen lässt – fast wie bei einem Gemälde, das Schicht für Schicht freigelegt wird. Die Figuren wirken authentisch und komplex, mit Stärken, Schwächen und inneren Konflikten.Der Roman fordert Aufmerksamkeit, belohnt diese aber mit Tiefe und emotionaler Wirkung. Es geht um Selbstbestimmung, gesellschaftliche Erwartungen und darum, den eigenen Platz im Leben zu finden. Ein anspruchsvoller, aber sehr lesenswerter Roman, der lange im Gedächtnis bleibt.
Übermalte Spuren der Vergangenheit
Alena Schröder hat für mich ein besonderes Talent für Titel, und auch „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ hat mich sofort neugierig gemacht. Nach der Lektüre fühlt sich dieser Titel nicht nur klug gewählt, sondern fast unvermeidlich an, weil er das Wesen des Romans sehr gut trifft. Es geht um ein Leben, das Schicht für Schicht entsteht, immer wieder übermalt wird und doch Spuren des Vergangenen bewahrt.Die Geschichte entfaltet sich auf zwei Zeitebenen, die sehr unterschiedlich sind. In der Nachkriegszeit lernen wir Marlen kennen, ein vierzehnjähriges Mädchen, das alles verloren hat und bei Wilma Aufnahme findet. Diese Beziehung hat mich besonders bewegt. Wilma ist keine einfache Ersatzmutter, adoptiert Marlen sogar. Sie ist eine widersprüchliche, starke Frau, die ihren Platz in der jungen DDR sucht und sich als Künstlerin behauptet, während ihr eigenes Leben zunehmend aus den Fugen gerät. Die Szenen aus Güstrow gehören für mich zu den stärksten des Buches. Sie sind ruhig und voller Atmosphäre, ohne jemals schwer oder belehrend zu wirken. Marlens langsame Annäherung an die Malerei, ihr Ringen um ein eigenes Selbst und eine eigene künstlerische Stimme und die kleine Leinwand, die sie immer wieder übermalt, haben mich lange beschäftigt. Dieses Bild ist weniger ein künstlerisches Objekt als ein Ort, an dem sich Verlust, Hoffnung und Trotz sammeln und der jungen Marlene Ventil sind.In der Gegenwart begleiten wir Hannah, die an einem Punkt steht, an dem vieles gleichzeitig wackelt. Die WG zerbricht, die beste Freundin geht einen ganz anderen Weg und plötzlich meldet sich ein Vater, der bisher nur eine Leerstelle war. Hannah habe ich als sehr menschlich empfunden, manchmal zögerlich, manchmal fast passiv, aber genau das machte sie für mich glaubwürdig. Nicht jede Figur muss laut oder durchsetzungsstark sein. Ihre Unsicherheit und ihr inneres Struggeln haben mich berührt. Auch Nebenfiguren wie Justus mit seiner esoterischen Art wirkten auf mich zwar leicht überzeichnet, sorgten aber immer wieder für kleine, ehrliche Schmunzler.Die Verbindung zwischen den beiden Zeitebenen ist die titelgebende, kleine Leinwand. Ich gebe zu, dass ich mir hier stellenweise eine stärkere Verzahnung der Zeitebenen gewünscht hätte. In der Vergangenheit ist das Gemälde emotional aufgeladen und zentral, während es in der Gegenwart eher wie ein fernes Echo, ein kleines Assessoire auftaucht. Trotzdem hat mich diese Zurückhaltung im Heute nicht gestört, sondern eher dazu gebracht, über die stillen Weitergaben zwischen Generationen nachzudenken. Da wird was verschwiegen wird, geht etwas verloren oder wird erst viel später verstanden.Am Ende blieb bei mir kein großes dramatisches Gefühl, sondern etwas Warmes, Nachhallendes. Ich war fast ein wenig traurig, das Buch aus der Hand zu legen, weil ich gerne noch länger bei Marlen und Hannah geblieben wäre. Für mich ist „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ein ruhiger, kluger Roman über Frauen, Kunst und das Weiterleben nach Brüchen, nicht perfekt, aber sehr ehrlich und berührend erzählt.
Ein toller Abschluss dieser Buchreihe
„Mein ganzes Leben,Öl auf Leinwand ohne Titel“ ist der dritte Band einer Familiengeschichte, die Alena Schröder mit diesem Buch zum Abschluss bringt. Wie auch in den Vorgängerbänden schreibt die Autorin auf zwei Zeitsträngen, in der Vergangenheit und in der Gegenwart.Kurz nach dem Krieg entkommt die 15 jährigeMarlen dem Todesstrudel von Demmin. In einem alten Forsthaus bei Güstrow lernt sie Wilma kennen, die sie rettet und unter ihre Fittiche nimmt, denn Marlen’s Mutter hat sich aus Angst vor den Russen das Leben genommen und ihren Bruder und auch Marlen mit in den Tod reißen wollen, Marlen konnte sich retten, ihr Bruder starb. Zusammen mit der Haushälterin Bergel leben die drei abgeschieden in einem Haus bei Güstrow. Wilmas Mann, ein bekannter Maler, ist verschollen, Wilma glaubt ihn tot, worüber sie nicht traurig ist, denn die Ehe war von Gewalt und Unterdrückung geprägt. Wilma ist selbst Malerin, hatte neben ihrem Mann nie eine Chance. Nun steigt sie zur bekannten Malerin des sozialistischen Realismus auf und Marlen wird ihre Assistentin, auf die sie im Laufe der Zeit immer mehr angewiesen ist, da sie nach und nach ihr Augenlicht verliert. Marlen malt die Bilder nach Wilmas Anleitung, doch auch Marlen ist künstlerisch ambitioniert, was sie aber verschweigt und im Geheimen auslebt an einem Gemälde, dass sie bei ihrer Flucht gefunden hat und auf das sie Schicht für Schicht ihr Leben und ihre Fantasie überträgt. In der Gegenwart lernen wir Hanna kennen, die wir schon aus dem ersten Buch der Autorin kennen. Nach Jahrzehnten der Abwesenheit meldet sich Hannahs Vater bei ihr und Hannah fragt sich, was er von ihr will und warum er sich die ganze Zeit nicht um sie gekümmert hat. Beide Geschichten habe ich gerne gelesen. Hannah, in der Gegenwart war mir sehr sympathisch und ich konnte ihre Gedanken, ihre Gefühle und ihr Handeln sehr gut nachvollziehen. Sehr berührt hat mich aber auch die Vergangenheitsgeschichte, in der Marlens Leben beschrieben wird, was mich sehr angerührt hat. Ich konnte beide Frauen irgendwie verstehen, fand das Verhalten von Wilma aber schon übergriffig und grenzwertig, da sie das Leben von Marlen nachhaltig beeinflusst hat. Die Autorin versteht es sehr gut ihre Figuren so zu gestalten, dass man als Leser einen emotionalen Bezug zu ihnen bekommt, was das Lesen für den Leser sehr intensiv und nachhaltig macht. Ihr Schreibstil ist eingängig, ruhig und doch sehr einprägsam. Wie die einzelnen Geschichten der Bücher der Autorin, die man aber alle unabhängig voneinander lesen kann, zusammenhängen, erfährt man im Epilog dieses Buches. Ich fand es gekonnt. Ein sehr empfehlenswertes Buch!
Veranstaltungen & Medientermine
Eine Veranstaltung im Rahmen des Literarischen Bilderbogens.
Kettenstr. 24
16909 Wittstock
Zehntscheuerweg 11
72525 Münsingen
Eine Veranstaltung im Rahmen von "Dachau liest"
Augsburger Str. 23
85221 Dachau
Eine Veranstaltung im Rahmen der Lit.Eifel
Im Wingertchen 9
53937 Schleiden-Gemünd
Marktstraße 26
88299 Leutkirch im Allgäu
Pressestimmen
Ein bewegendes, stimmiges Ende einer Trilogie, aber auch für sich allein toll.
13.04.2026
Ein wunderbares Buch über ein ganzes Frauenleben: berührend, tragisch, komisch und auf den Punkt erz...ählt. mehr weniger
01.04.2026
Die Figuren bleiben bewusst ambivalent und vielschichtig. Sie lösen Mitgefühl, aber auch Wut und Unv...erständnis aus. Gerade diese Widersprüchlichkeit macht sie besonders greifbar. (...) Der Roman erzählt ruhig, eindringlich und ohne Pathos. Er stellt die Frage, was wir unseren Eltern schulden – und was sie uns hinterlassen. mehr weniger
Heike Knispel, 30.03.2026
Uneingeschränkte Leseempfehlung!
Isabella Huber, 01.03.2026
Feinbeobachtete Emotionen, starke Frauenfiguren und ein leiser, eindringlicher Stil machen diesen Ro...man zu einem echten Leseerlebnis. Bewegend, klug und voller Gefühl – absolut empfehlenswert! mehr weniger
19.02.2026
Was macht Familie aus? Diese Frage erkundet Alena Schröder klug und witzig anhand zweier Frauenschic...ksale aus verschiedenen Zeiten, die eine geheimnisvolle Leinwand verbindet. mehr weniger
18.02.2026
Mit warmem, atmosphärischem Stil und viel Gefühl verknüpft sie Vergangenheit und Gegenwart zu einem ...dichten, bewegenden Porträt über Identität und Familie. mehr weniger
Irem Özkalga, 12.02.2026
Der packende Roman verbindet Frauenschicksale und Geheimnisse und fragt, welches Erbe unsere Eltern ...uns mitgeben haben - und ein spannendes Stück Zeigeschichte erzählt er auch. mehr weniger
11.02.2026
Ein eindringlicher Roman. Es geht um die vielschichtige Auseinandersetzung mit Erinnerung, Verantwor...tung, Familienbande und weiblicher Geschichte. mehr weniger
Sylvia Paschert, 07.02.2026
Ein warmherziger Familien- und Generationenroman über Identität, Erbe und die Macht der Erinnerung.
07.02.2026
Ein Gesamtkunstwerk also, zweifellos.
Johanna Schultheiss, 28.01.2026
Eine berührende Jahrhundertgeschichte, die hier eine starke Vollendung findet.
Angela Wittmann, 28.01.2026
Alena Schröder erweist sich erneut als pointierte, szenisch orientierte Erzählerin – mit Gespür für ...Dramaturgie, Zugänglichkeit und nachvollziehbare Figuren, die manchmal so überzeichnet sind, dass sie unbedingt realistisch wirken. mehr weniger
Thomas André, 20.01.2026
Ein tolles Leseerlebnis.
19.01.2026
Die zwei Erzählstränge fließen sanft und in klarer Sprache dahin, Schröder nimmt sich Zeit für die G...eschichten ihrer Figuren. (...) Fans der Autorin bekommen wie gewohnt dichte und feinsinnig erzählte Lebensgeschichten. mehr weniger
Vanessa Reiber, 19.01.2026
Ein berührender, packender und witziger Roman. Ein Roman, der zu Herzen geht.
Doris Kraus, 18.01.2026