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Das Jahrzehnt der starken Frauen!

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein ewiger Traum

Liebe und Hass, Armut und Glamour, Aufstieg und Fall: Die große Berlin-Saga rund um die goldenen Zwanziger

Berlin 1920: Kurz nach den dunklen Kriegsjahren geht es in der großen Stadt drunter und drüber. Als frischgebackene Polizeiärztin lernt Magda Fuchs zunächst nur die Schattenseiten der glitzernden Metropole kennen. Schon bald stellt sie jedoch fest, dass dies die Zeit von Frauen ist, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen. So wird ihr die Fürsorgerin Ina eine Freundin, die sich ebenso wenig um Konventionen schert wie Rechtsanwältin Ruth. Einen regelrechten Kampf gegen die Tradition führt auch Celia, die sich aus einer erzwungenen Ehe zu befreien sucht. Die blutjunge Doris jedoch träumt davon, berühmt zu werden. Inmitten der kaltherzigen Millionenstadt muss sich Magda behaupten. Als sie es am wenigsten erwartet, verändert eine schicksalhafte Begegnung alles …

Bibliografische Daten

EUR 14,90 [DE] – EUR 15,40 [AT]
ISBN : 978-3-423-26297-2
Erscheinungsdatum: 18.03.2021
1. Auflage
544 Seiten
Sprache: Deutsch
Bei unserer Presseabteilung können Sie unter Angabe des Verwendungszwecks Autor*innenfotos anfordern.

132 von 132 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.68 von 5 Sternen


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3 - 10 von 132 Leserstimme

nicigirl85 am 12.05.2021 13:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Anders als erwartet und gut...

Da ich ein großer Berlin Fan bin und erst recht "Babylon Berlin" sehr mag, lese ich gern auch ähnliche Geschichten, weshalb für diesen Roman mein Interesse geweckt war. Und ich wurde für meine Neugier belohnt.In der Geschichte geht es in erster Linie um die beiden Frauen Magda Fuchs und Celia, einer Arzttochter. Während die eine allein ihren Mann steht, wird die andere in eine Ehe gezwungen, die ihr nicht gut tut. Was hat das Leben für die beiden Frauen parat.Im steten Wechsel begleitet der Leser mal Magda, mal Celia und deren Umgebung. Recht kurze, knackige Kapitel peitschen den Leser durch die Seiten, so dass zusätzlich Spannung aufgebaut wird. Zu Beginn musste ich mich erstmal daran gewöhnen, da ich mich ein wenig aus dem Lesefluss gerissen fühlte, aber mit der Zeit hat mir das sogar gefallen.Am meisten gefallen hat mir, dass es kein "Heile- Welt"-Roman ist, sondern sehr düster ist, weshalb sich die Geschichte eher wie ein guter Krimi anfühlt. Das heißt nicht, dass es keine Wohlfühlmomente gibt, aber der Leser wird schon mit der Realität der 20er konfrontiert und nicht von Illusionen geblendet.Das Schicksal der beiden Frauen hat mich berührt, vor allem das von Celia, da ich selbst mal unglücklich verheiratet war. Ich mag es immer besonders gern, wenn mutige, starke Frauen im Fokus stehen und ihren Weg gehen, denn das ermutigt einen, es selbst auch zu tun.Fazit: Ein solider Startband, der gut zu unterhalten weiß und Lust auf die Folgebände macht. Prädikat gut!

sonexuy am 11.05.2021 19:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Lebensumstände traumhaft gut beschrieben

Berlin zu Beginn der 1920er Jahre aus außergewöhnlichen Perspektiven! Kellerwohnung, dritter Hinterhof, dunkel und nass - diese Perspektive hat nichts mit den Goldenen Zwanzigern zu tun, ist hier aber äußerst interessant und spannend beschrieben. Villa in Berlin-Mitte, Villa im Umland, Wohnung mit Praxis in gutbürgerlicher Gegend als Pendant dazu.Nicht nur die Umstände auch die Charaktere sind breit gefächert und im einzelnen akribisch genau beschrieben, empathisch und in ihren Handlungen nachvollziehbar. Trotz großer Unterschiede finden alle Handlungs- und Personenstränge wieder zusammen, der Leser wird immer geführt und mitgenommen.Neben der Beschreibung unterschiedlicher Lebensumstände läuft auch noch ein Kriminalfall und eine zarte Liebesgeschichte, wunderbar eingebunden in diese Beschreibung.

girdie am 06.05.2021 20:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Erster Band einer Trilogie rund um eine Berliner Polizeiärztin in den 1920er Jahren

Es ist das Jahr 1919. Magda Fuchs wohnt in Hildesheim, arbeitet als Stationsärztin, ist mit dem Staatsanwalt Bertram verheiratet und schwanger. In einer Nacht, die zur längsten ihres Lebens wird, verliert sie ihren Mann und auch bald darauf ihr Kind. Sie ist die Protagonistin im Roman „Das Leben ein ewiger Traum“ von Helene Sommerfeld. Hinter dem Autorennamen verbirgt sich ein Berliner Ehepaar und in die deutsche Hauptstadt führt auch nach dem furiosen Prolog der weitere Weg der Hauptfigur. Das Buch ist der Auftakt zur Saga „Die Polizeiärztin“, denn als solche beginnt Magda etwa ein Jahr nach ihrem persönlichen Drama beim Berliner Gesundheitsamt und wird in ihrer Funktion dem Polizeipräsidium zugeteilt.In Berlin lebt Magda in einer neu eröffneten Pension für Frauen. Dort trifft sie auf Doris, die eine Karriere als Schauspielerin anstrebt und auf die Tochter der Pensionsinhaberin Celia, die unglücklich verheiratet ist und davon träumt, Medizin zu studieren. Beruflich trifft Magda häufig auf die Fürsorgerin Ina, die die hässlichen Seiten der Hauptstadt kennt. Die freiberufliche Journalistin Erika ist immer zur Stelle wenn sie eine gute Story wittert, meist nicht zur Freude von Magda. Über die Bekanntschaft zur Rechtsanwältin Ruth lernt sie weitere, unkonventionell agierende, selbstbewusste Frauen kennen, in deren Gesellschaft sie sich zunehmend wohl fühlt. Ihre Arbeit hilft ihr dabei, den Schmerz über die tragischen Verluste zu ertragen und mit der Zeit gelingt es ihr sich für eine neue Beziehung zu öffnen.Anfang der 1920er Jahre ist eine schwierige Zeit, denn die Deutschen haben immer noch viele Nöte durch die Folgen des Weltkriegs. Lebensmittel sind teilweise noch knapp, ebenso wie der Wohnraum, aber man ist grundsätzlich froh darüber, überlebt zu haben. Neben der Untersuchung von Frauen im Gefängnis wird Magda auch an Tatorten benötigt, um Hilfe bei weiblichen Beteiligten zu leisten. Dadurch wird sie häufiger mit Kindern konfrontiert, deren Schicksal nicht nur Magda, sondern auch mich als Leser berührten. Zunehmend erkennt die Protagonistin, dass den Möglichkeiten zur Hilfe Grenzen gesetzt sind. Außerdem erkennt sie, dass unter der ärmeren Bevölkerung Berlins ein Verhaltenskodex gilt und es von ihr ungeahnte, illegale, verachtenswerte Verdienstmöglichkeiten gibt, über die ich als Leser bestürzt war.Auf der anderen Seite bot das Berlin der damaligen Zeit durch vielfache kulturelle Angebote Glanz und Ansehen für Stars und Sternchen, wodurch das Leben zum ewigen Traum werden konnte, ein möglicher tiefer Fall nach dem Aufwachen inklusive. Die Figuren sind bis in die Nebencharaktere hinein durchgehend gut ausformuliert und abwechslungsreich gestaltet. Einigen bietet das Autorenpaar die Möglichkeit sich durch Erfahrungen weiter zu entwickeln und ihre Arglosigkeit hinter sich zu lassen.Die Geschichte wirkt authentisch und immer wieder zeigt Helene Sommerfeld den schwierigen Weg, den vor allem Frauen zu gehen haben, um sich ihre Wünsche zu erfüllen. An geeignete finanzielle Mittel gelangten sie jedoch meist nur durch einen eigenen Beruf, den sie in der Ehe nur mit Genehmigung ihres Mannes ausüben durften oder durch elterliche Unterstützung. Von Beginn an besteht Spannung durch einige aufzuklärende Verbrechen in Magdas persönlichem und beruflichem Umfeld an deren Aufklärung sie einen gewissen Anteil hat. Durch ständig neue Entwicklungen wird die Spannungskurve bis zum Schluss gehalten.„Das Leben ein ewiger Traum“ von Helene Sommerfeld ist der erste Band einer Trilogie rund um die Berliner Polizeiärztin Magda Fuchs, in deren Umfeld Frauen zu finden sind, die ihren Wünschen nachgehen und zur Verwirklichung manche Widrigkeit auf sich nehmen. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der auf die baldige Fortsetzung ungeduldig warten lässt. Gerne vergebe ich eine Empfehlung an Leser historischer Romane.

angelaj am 06.05.2021 14:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Eine Zeitreise in die goldenen Zwanziger, die nicht nur gold waren

Berlin 1920, gezeichnet vom 1. Weltkrieg, Armut, Hunger, Prostitution. Menschen die in kalten,kleinen, dunklen Wohnungen leben. Kinder die betteln müssen und das selten mit Schuhen an den Füßen, auch im Winter. Sie werden dazu gezwungen und dann sind da noch die Kinder, die von ihren Eltern verkauft werden, weil diese sich die Kinder nicht leisten können, weil sie selber vor Hunger nicht in den Schlaf finden...Auf der anderen Seite die reichen Leute, die anfangen die wilden 20er auszuleben, angespornt von Anita Berber und Josephine Baker, die verruchte Seite Berlins.In diesem Buch geht es um die starken Frauen der Zeit. Um eine Polizeiärztin, die den Kindern und verzweifelten Frauenhelfen will. Eine junge Frau, die gegen ihren Willen verheiratet wurde und sich daraus lösen möchte. Eine Fürsorgerin die auch für die Kinder kämpft. Eine Reporterin die sich in der Männerdomäne durchkämpft und ein junges Mädchen das von Glanz und Glamour träumt.Das Autorenpaar hat sehr gut recherchiert und spiegelt alle Facetten Berlins wieder. Ein Schreibstil der fesselt und mitreißt. Sie zeigen das Elend nach dem Krieg und die Hoffnung auf ein besseres Leben, man wird in die dreckigen Hinterhöfe und die schicksten Villen und Cafes entführt....Ich konnte mich sehr gut in das Berlin der 20er versetzen und fand es super wie die Autoren es dargestellt haben und den Leser:in mitnehmen.Mich hat dieses Buch überzeugt und ich freue mich auf den zweiten Teil, der im Oktober erscheinen soll.Eine klare Leseempfehlung von mir

knetbert am 05.05.2021 13:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Für mich mal etwas ganz Anderes, aber sehr gut geschrieben und eine echte Überraschung

Dieses Buch hat mich dann doch überrascht, denn auf den ersten Blick dachte ich, ich verschenke es, nachdem ich ein paar Seiten gelesen hatte, denn ich kam einfach nicht in die Geschichte hinein leider... Dann bemerkte ich aber, dass das nur an meiner Stimmung lag und nicht, wie gedacht, am Buch und der Geschichte.Die Geschichte bekam also eine zweite Chance und siehe da: ich war gebannt und blieb mit einem Mal doch mehr als gerne am Ball !Das Buch hat viele Facetten und ist so vielschichtig, dass ich das kaum in Worte fassen kann, weil ich finde, nichts wird diesen ganzen Dingen so wirklich gerecht... Es ist sehr spannend, sehr lebensnah geschildert geschichtlich und zudem noch sehr bildhaft, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann. "Kino im Kopf" eben und genau SO sollte ein gutes Buch für mich auch sein. Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen, selbst wenn das Genre vielleicht nicht das bevorzugte sein sollte (denn das ist es bei mir eben auch nicht gewesen).

eleisou am 04.05.2021 21:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Packender als ein Thriller

Die Ärztin Magda Fuchs hat unter tragischen Umständen ihren geliebten Mann verloren und beschließt aus ihrer Heimatstadt Hildesheim nach Berlin zu ziehen um eine Anstellung als Polizeiärztin anzunehmen. Dadurch bekommt sie Einblick in die Lebensumstände diverser armer Familien, wo Gewalt und Missbrauch an der Tagesordnung stehen. Nächstenliebe existiert in der großen Stadt kaum und Magda ist schockiert über die herrschenden Umstände. Doch sie will versuchen sich durchzuschlagen und soweit es geht die Situation ändern. Celia auf der anderen Seite ist eine angeheirateten Frau einer Adelsfamilie, gefangen in einer unglücklichen Ehe. Sie wollte Medizin studieren doch ihre Mutter hatte andere Pläne und sie konnte sich nicht durchsetzen. Anwältin Ruth ist eine äußerst unkonventionelle Frau und übernimmt den Auftrag von Celia, sie aus ihrer Ehe zu befreien. Die junge Doris dagegen träumt von einer Karriere im Film und wird dadurch von so manchen Männer hinters Ohr gehauen. Zu guter Letzt gibt es noch die starke Reporterin Erika, die sich auch in der männerdominierenden Welt durchzusetzen versucht. All diese Frauen, von den verschiedensten Gesellschaftsschichten werden in dem Buch beschrieben, ihre Träume, ihre Ängste, Ihre Wünsche. Mich hat dieser Roman begeistert, weil er so vielschichtig ist, wie seine Protagonistinnen. Gleichzeitig erleben wir das Berlin der 20-er Jahre mit seinen Glitzer und Schattenseiten sehr realistisch. Ein Jahreshighlight!

büchersally am 04.05.2021 14:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Die Schattenseiten der Goldenen 20-er

Magda entschließt sich nach dem Tod ihres Mannes, ihre Heimat Hildesheim zu verlassen und eine Stelle als Polizeiärztin in der Roten Burg anzunehmen. 1920 war das eine Seltenheit. Bereits bei ihrer Ankunft lernt sie die Großstadt Berlin von ihrer unschönen Seite kennen: Ihr Koffer wird gestohlen und ihr bleibt nur noch, was sie am Leibe trägt. Kaum im Kommissariat angekommen, steht sie auch schon dem ersten Fall gegenüber. Eine Frau ist ermordet worden und ein Kind der einzige Zeuge. Je mehr die Ermittlungen hervorbringen, desto verstörender wird das Bild. Der Einblick in die tatsächlichen Zustände ist längst nicht überall so golden, wie die 20-er Jahre es gerne sein wollen. Das Autorenduo Helene Sommerfeld beginnt mit diesem Band eine Reihe um Polizeiärztin Magda Fuchs. Zwei Jahre nach dem Ersten Weltkrieg beschreiben sie die Zustände zwischen der Kleinstadt Hildesheim und Berlin als krassen Gegensatz. Die dunklen Hinterhöfe der Metropole halten jede Menge Überraschungen für die Polizei bereit. Kurz nach dem großen Krieg wissen die Frauen um ihre Fähigkeiten, allein Entscheidungen zu treffen. Magda ist Witwe und somit gezwungen, für ihren Unterhalt zu sorgen. Mit der Fürsorgerin Ina will sie das Leid der Kinder in den Armenvierteln lindern. Anders dagegen geht es Celia, die von ihrem reichen Ehemann nur noch die Scheidung will. Zu Hilfe kommt ihr dabei die Rechtsanwältin Ruth. Erika ist als Reporterin immer auf der Jagd nach spannenden Geschichten. Als Frau muss sie doppelt so gut schreiben, um gedruckt zu werden. Keine der fünf würde sich allerdings so anbieten, wie es Doris Abend für Abend macht. So werden sechs Figuren beschrieben, die trotz aller Unterschiede ein gemeinsames Ziel haben. Sie wollen über ihr Leben selbst bestimmen. Bildhafte Beschreibungen führen durch das Berlin der 20-er Jahre. Armut, Hunger, Prostitution und Kinderhandel sind an der Tagesordnung. Die gewaltbereite Gesellschaft leidet unter den Folgen des Großen Krieges. Die Veränderungen, die diese Jahre fast ohne männliche Bevölkerung gebracht haben, sind von den Kriegsheimkehrern nur schwer zu akzeptieren. Magda und die anderen Frauen kämpfen für ihre Rechte. Im Roman scheint das plausibel. Immerhin haben diese Frauen vor hundert Jahren unser heutiges Verständnis für Gleichberechtigung in die Wege geleitet. Das Erzähltempo ist angemessen, wenngleich man sich bei den vielen Personen erst zurechtfinden muss. Der Mordfall rückt manchmal in den Hintergrund, während sich die Gesellschaftsstudie aufdrängt. Die Kulisse der Etagenwohnungen in den dunklen Hinterhöfen ist bedrückend und erleichtert die Vorstellung, dass dort einige unentdeckte Verbrechen begangen wurden. Trotz der düsteren Stimmung sorgt aber auch eine Prise Romantik für Hoffnung.Der Auftakt der Trilogie um Magda Fuchs im Berlin der 20-er Jahre lässt Einblicke in eine Zeit des Umbruchs zu. Nach dem Ersten Weltkrieg ist gleichermaßen die Erleichterung bei den Menschen wie auch die Not zu spüren. Die Polizeiärztin wagt den Schritt in die neue Zukunft und lernt interessante Frauen kennen, die ebenfalls einen Teil zur Veränderung beitragen. Der zweite Band um Polizeiärztin Magda „Das Leben ein großer Rausch“ und der dritte „Das Leben ein wilder Tanz“ sind bereits angekündigt.

philo am 03.05.2021 17:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Magda Fuchs setzt sich durch

Hildesheim 1920. Magda Fuchs ist glücklich. Sie ist jung, sie ist Ärztin, sie ist mit einem Staatsanwalt verheiratet und erwartet ihr erstes Kind. Was sollte das Glück trüben? Aber ihr Mann wird heimtückisch ermordet und sie verliert ihr Kind. Sie fällt in ein tiefes Loch, aus dem sie sich nur befreien kann, indem sie ihre Geburtsstadt verläßt und als Polizeiärztin in das Berlin der Nachkriegszeit zieht. Hier sind Verbrechen an der Tagesordnung, es herrscht große Armut, von der besonders die Kinder betroffen sind, um die sich niemand kümmert. Diese schutzlosen, oft kranken, Kinder aber haben es Magda besonders angetan. Die Schilderung der sozialen Verhältnisse in Berlin in dieser Zeit hat mich echt erschüttert, und ich habe Magda Fuchs sehr bewundert, die sehr engagiert und mit viel Durchsetzungsvermögen sich der Kinder angenommen hat. Mit Hilfe der Fürsorgerin Ina hat sie gelernt, diese Kinder in geeigneten Einrichtungen unterzubringen, damit sie untersucht und gepflegt wurden, was ihren Vorgesetzten nicht immer gefiel. Als Frau und Ärztin in dieser Zeit war es nicht einfach sich durchzusetzen und anerkannt zu werden. Zu ihren Aufgaben gehörte auch die Untersuchung von im Gefängnis untergebrachten Prostituierten auf Geschlechtskrankheiten, sie hatte mit Mördern zu tun und versuchte, Kinder wieder aufzufinden, die von Kinderhändlern verkauft worden waren. Das Elend in Berlin ist an jeder Ecke greifbar und es dauert lange, bis Magda ihren Weg als Ärztin wieder vor sich sieht. Die Freundschaft zu der Fürsorgerin Ina und die Unterstützung in ihrer Arbeit als Polizeiärztin durch den neuen Kommissar im Präsidium sind ihr eine große Hilfe.Das Buch ist gut geschrieben und recherchiert. Es sagt viel aus über die Rolle der Frau im Jahr 1920, aber auch die Menschen, die aus der Armut von vielen Menschen zu Wohlstand und Ansehen gelangt sind. Dieser Roman ist vieles, ein Krimi, ein Gesellschaftsroman, ein Zeitzeugnis. Wer sich dafür interessiert, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen.

bücherwurmnz am 02.05.2021 14:05 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ich liebe es!

Ich mag es sehr, wenn ich in das Leben der damaligen Zeit abtauchen kann, sie lebendig wird. Und das Autorenpaar schafft das hier in perfekter Weise. Dazu tragen auch die verschiedenen Perspektiven der Protagonisten bei. Zum einen hat man hier natürlich die Polizeiärztin Magda, die Medizin studiert hat und einem Beruf nachgeht. Auf der anderen Seite Celia, die die hübsche "kleine Frau" für ihren Mann ist, aber gerne Medizin studieren möchte. Sie will mehr sein als ein Zierwerk für ihren Mann, will mehr als nur den Haushalt zu führen und sich in Zukunft vielleicht mal um ihre Kinder zu kümmern. Die Charaktere sind in diesem tollen historischen Roman großartig. Sie sind nicht perfekt, sondern verletzlich, nicht unfehlbar, sondern nahbar, authentisch und lebensecht. Mich hätte nicht überrascht, hätte ich Magda auf der Straße gesehen. Okay, vielleicht doch ein wenig. Aber nur, weil sie sich dann in der falschen Zeit befinden würde.Neben den Schicksalen der beiden Protagonisten wird zudem ein Bild der Gesellschaft, der Reichen und Armen geschaffen. Durch Magdas Arbeit lernt man vor allem das Leben letzterer kennen, in dem Kinder die Leidtragenden sind. Trotz der Besserung der Lebensumstände und der Lebensmittelversorgung nach dem Krieg, gibt es noch Leid, Armut, Hunger und Gewalt. Die traurigen Schicksale der Kinder werden eindrücklich und einfühlsam beleuchtet. Die tolle Geschichte erzählt mit einem wortgewaltigen Schreibstil den Aufbruch der Frauen, für sich selbst zu sorgen, eigenständig und unabhängig zu sein, einen Beruf auszuüben, ihre Träume zu leben; aber auch von den Schattenseiten, dem Hunger, der Armut, der Gewalt. Hier trifft Licht auf Schatten, reich auf arm. Abhängigkeit wird zu Freiheit.Fazit:Ich liebe dieses Buch! Ich konnte völlig in die Geschichte abtauchen, in die andere Zeit und das Leben von Magda und Celia eintauchen und habe gebannt die Handlung verfolgt. Ich bin gerade richtig traurig, dass ich das Buch ausgelesen habe. Und jetzt heißt es ein halbes Jahr auf den neuen Band warten. Schwierig nach dem Cliffhanger. Teils hat mich die Geschichte an die Hebammen-Saga von Linda Winterberg oder Fräulein Gold von Anne Stern erinnert. Also wer diese mochte, wird mit diesem Buch auch schöne Lesestunden haben.

laudibooks_ am 29.04.2021 12:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Starke Frauen

Inhalt:Berlin 1920Nach dem tragischen Tod ihres Mannes, lässt die 30 jährige Magda Fuchs ihre Heimatstadt Hildesheim hinter sich. In Berlin fängt sie eine neue Stelle als Polizeiärztin an. In der Großstadt herrscht, so kurz nach dem Kriegsende, große Armut und Elend, aber auch Reichtum und Glanz. Völlig unvorbereitet wird Magda mit der furchtbaren Armut konfrontiert. Besonders die verwahrlosten Kinder, die auf den Straßen lungern, erleben Gewalt und Hungersnot. Inmitten der kaltherzigen Millionenstadt muss sich die junge Magda behaupten. Sie lernt die Fürsorgerin Ina kennen, die zu einer Freundin wird. Zusammen nehmen sie den Kampf gegen Korruptionen und Verbrechen auf.Meine Meinung:Der Einstieg fiel mir unheimlich leicht. Das Schicksal von Magda, gleich zu Beginn, hat mich sehr berührt und ging mir nahe. Ab der ersten Seite an, schafft das Autorenehepaar Sommerfeld, eine perfekte Berliner Atmosphäre, so kurz nach dem 1. Weltkrieg, einzufangen. In der großen Stadt geht es drunter und drüber. Anfangs noch sehr unsicher, entwickelt sich Magda zu einer starken Frauenfigur. Man kann nicht anders, als sie ins Herz schließen. Sehr gekonnt und eindringlich, erfahren wir über die verschiedenen Geselllschaftsschichten. Hunger, viel Gewalt, sexuelle Quälerein und prekäre Lebensverhältnisse bei den Armen und feine Geselllschaftstreffen, teure Restaurants, Glimmer und Tanzlokale bei den Reichen. Wir lernen unterschiedliche Frauentypen im Roman kennen. Sie spiegeln das facettenreiche Frauenbild in den Zwanziger wieder.Am Ende gibt es einen fiesen Cliffhanger. Der nächste Teil "Das Leben, ein großer Rausch" erscheint am 17.09.2021. Ich freue mich riesig darauf ❤Fazit:Von mir gibt es verdiente 5/5? Große Emotionen in einer neuen Zeit. Ein großartiges Gesamtpaket.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Freundin, Leseträume
Liebe und Hass, Armut und Glamour, Auffstieg und Fall: Die große Berlin-Saga versetzt uns in die gol...denen Zwanziger und in die aufregende Welt einer frischgebackenen Polizeiärztin. mehr weniger

mobil - Das Magazin der Deutschen Bahn
›Polizeiärztin Magda Fuchs‹ist die spannende neue Serie der Autorin von ›Die Ärztin‹.

01.10.2021

Passauer Neue Presse
›Das Leben, ein ewiger Traum‹ ist ein tolles Porträt einer Stadt zwischen Glanz und Elend und der in... ihr lebenden Frauen, die beginnen, sich ihre Welt zu erobern. mehr weniger

Carolin Federl, 10.06.2021

Mainhattan Kurier
Fesselnder Auftakt einer spannenden historischen Trilogie mit starken Charakteren.

denglers-buchkritik.de
›Die Polizeiärztin‹ entführt einen in die 1920er Jahre nach Berlin. Man spürt die Atmosphäre, ist mi...ttendrin im Geschehen. Gierig saugt man das Leben und die spannende Geschichte auf. mehr weniger

Alex Dengler, 28.06.2021

Buchjournal extra
[E]in gelungener Mix aus Milieustudie, Spannung und 20er-Jahre-Flair.

01.05.2021

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Das Buch ist sehr emotional.

Nadine Döring, 28.04.2021