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Gebäude lassen sich abtragen und neu aufbauen, Erinnerungen nicht

Raumfahrer

Jan und seine Eltern sprechen nicht viel über das Heute und erst recht nicht über das Gestern. Erst als Herr Kern auftaucht, kommt das fragile Gleichgewicht der Familie ins Wanken: Welche Beziehung führte Jans Mutter mit dem Vater von Herrn Kern? Und was haben die Kerns mit der Kunst von Georg Baselitz zu tun? Immer weiter arbeitet sich Jan durch das Schweigen mehrerer Generationen, taucht ein in die Geschichte der Baselitz-Brüder, die Geschichte seiner Eltern und begreift, dass die Gegenwart nicht nur aus der eigenen Vergangenheit besteht. 
Behutsam und voller Empathie zeichnet Lukas Rietzschel ein eindrückliches Bild von Menschen, die durch große gesellschaftliche und politische Veränderungen geprägt sind -- und von Verletzungen, die sich durch Generationen hindurchziehen und scheinbar nie verheilen.

Bibliografische Daten

EUR 9,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-43938-1
Erscheinungsdatum: 23.07.2021
1. Auflage
288 Seiten
Sprache: Deutsch
Autor*innenporträt

Lukas Rietzschel

Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen. Schon sein Debütroman ›Mit der Faust in die Welt schlagen‹ (2018) war ein Bestseller, der für das Kino verfilmt wurde. 2021 erschien der zweite Roman ›Raumfahrer‹. Lukas Rietzschels Romane und Theaterstücke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Sächsischen Literaturpreis, dem Literaturpreis Text & Sprache und dem Rheingauer Literaturpreis 2026. Sein Roman ›Sanditz‹ ist ein Bestseller, nominiert für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2026.

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81 von 81 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.4 von 5 Sternen


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8 - 10 von 81 Leserstimme

raschke64 am 28.06.2021 09:06 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Genau beobachtet

Jan arbeitet in einem Krankenhaus in einer Kleinstadt im Osten von Sachsen. Doch das Krankenhaus soll demnächst geschlossen werden. Auch ansonsten hat die Kleinstadt wenig zu bieten. Statt Schule und Sportplatz ein Supermarkt. Kaum Kultur. Ein Patient gibt Jan Unterlagen, die scheinbar nachweisen, dass die Familie von Jan mit der Familie des berühmten Malers Georg Baselitz verbunden ist. Doch Jans Vater reagiert nur wütend darauf.Dem Autor ist erneut gelungen, durch sehr genaue Beobachtungen den Zustand der Menschen speziell im ländlichen Bereich und kleineren Städten im Osten aufzuzeigen. Verbunden wird das ganze hier mit der Familiengeschichte des Malers Georg Baselitz, aber noch mehr mit dessen Bruder, der im Osten geblieben ist. Während man sich anfangs etwas schwer hineinfindet, nimmt der Verlauf des Buches eine steil nach oben zeigende Kurve. Immer mehr erkennt man die Verbindungen zwischen den einzelnen Personen, aber auch die zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Und genau das ist das Problem. Die DDR-Vergangenheit wird negiert und von außen erklärt. Eine Zukunft im Westen gibt es in diesen Bereichen eher wenig. Die Menschen fühlen sich oft alleingelassen und nirgendwo zugehörig. Genau das beschreibt der Autor ganz klar und deutlich.

signalhill am 28.06.2021 00:06 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Damals wie heute

Von Lukas Rietzschel kenne ich bereits "Mit der Faust in die Welt schlagen", allerdings als Hörbuch. Die Bücher von Rietzschel scheinen sich auch besser als Hörbuch zu eignen. Jedenfalls hatte mir sein Debütroman als Hörbuch noch besser gefallen. Das Thema DDR ist für mich omnipräsent und immer noch spannend, bin ich doch im westlichen Grenzgebiet nicht weit von der Grenze entfernt aufgewachsen. Während ich damals noch dachte, viele der Geschichten müssten doch erfunden oder übertrieben sein, weiß ich heute, dass eher das Gegenteil der Fall war. An Rietzschels neuem Roman gefällt mir besonders gut der einfache, dennoch prägnante Schreibstil und die kurzen Kapitel. Dabei bleibt der Roman eher an der Oberfläche, ist aber auch so angelegt. Das Thema ist interessant gewählt und regt zum Nachdenken an. Was wird aus den Generationen der Zukunft nach der DDR? Denkbar ist, dass verschiedene Generationen den Roman sehr unterschiedlich antizipieren werden. Kaum zu glauben, dass für viele die DDR nur noch lange vergangene Geschichte ist, während andere immer noch mit den plötzlichen Umbrüchen und ihren Folgen hadern. Der neue Rietzschel hat mich zum Nachdenken angeregt. Die Erzählung bleibt etwas auf Distanz und kann den Leser/die Leserin nicht komplett einnehmen, aber das ist hier auch nicht die Intention. Ich würde "Raumfahrer" eher den etwas älteren Lesern empfehlen. Auf den nächsten Rietzschel freue ich mich schon.

rapunzel xxl am 27.06.2021 22:06 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Die ehemalige DDR

Das Cover dieses Buches ist sehr schön, wie ein altes vergilbtes Foto, das eine Erinnerung an die Vergangenheit trägt, und diese Erinnerung ist eine Generation von Erinnerungen an die DDR.Die Geschichte erstreckt sich über einen langen Zeitraum und zeichnet die Geschichte von der Teilung Deutschlands bis zum Fall der Berliner Mauer auf. Dieser große historische Hintergrund verkörpert die beiden Familien und spiegelt uns durch die Beschreibung der Familie von Jan und der Familie von Georg Baselitz das Umfeld dieser Zeit und die Gefühle der Menschen in der DDR und nach der Vereinigung wider.Der Erzählstil des Autors sind sehr ruhig und glatt, er beschreibt feinfühlig die psychologischen Veränderungen der Ostdeutschen nach der Wiedervereinigung. Das ist mir ein bisschen zu verzweifelt, die Stimmung ist nicht zu hoch, es gibt keine positive Energie, alle scheinen das Vertrauen in Sachsen komplett verloren zu haben. Die im Buch beschriebene Atmosphäre macht mich sehr deprimiert. Und die Verflechtung von Zeit und Raum ist mir zu verwirrend, manchmal muss ich es mehrmals lesen, um Zeit, Szene und Handlung darin herauszufinden. Dies scheint eine nicht so gute Erfahrung für die Leser zu sein. Allerdings scheint der Autor diese Verschränkung von Zeit und Raum hervorheben zu wollen, weshalb er das Buch "Raumfahrer" nannte.Wenn Sie das Leben in DDR kennen wollen, dann ist dieses Buch eine Empfehlung wert. Aber Sie müssen nur beim Lesen ein bisschen geduldig sein.

enni15 am 27.06.2021 15:06 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Die Bilder

Der RaumfahrerKlappentext Jan und seine Eltern sprechen nicht viel über das Heute und erst recht nicht über das Gestern. Erst als Herr Kern auftaucht, kommt das fragile Gleichgewicht der Familie ins Wanken: Welche Beziehung führte Jans Mutter mit dem Vater von Herrn Kern? Und was haben die Kerns mit der Kunst von Georg Baselitz zu tun? Immer weiter arbeitet sich Jan durch das Schweigen mehrerer Generationen, taucht ein in die Geschichte der Baselitz-Brüder, die Geschichte seiner Eltern und begreift, dass die Gegenwart nicht nur aus der eigenen Vergangenheit besteht.Behutsam und voller Empathie zeichnet Lukas Rietzschel ein eindrückliches Bild von Menschen, die durch große gesellschaftliche und politische Veränderungen geprägt sind -- und von Verletzungen, die sich durch Generationen hindurchziehen und scheinbar nie verheilen.Inhalt, Cover, Schreibstil und Fazit Es geht um Jan und sein Leben, es geht aber auch um Hr. Kern und seinen Bruder. Am Ende geht es um zwei Familien, die mehr miteinander verbunden hat als es auf den ersten Blick scheint.Ich habe das Debüt des Autors gelesen und geliebt, es ging um eine Region in Sachsen mit der ich viel verbinde. Und weil ich das erste Buch so gerne habe und wichtig finde, war ich umso neugierig auf dieses hier.Ich sage gleich der Schreibstil hat mich wieder gefesselt und mit seiner zarten Art begeistern können aber vom Inhalt kommt es nicht an das erste Buch ran. Wichtig, die Bücher haben beide nur die Region gemeinsam sonst können sie unabhängig voneinander gelesen werden.Ich habe immer wieder beim Lesen gedacht, dass der Autor sehr treffend im Buch beschreibt, dass diese Region immer und immer wieder vergessen wird. Es zeigt hier wieder wie sehr wir diese Menschen nicht sehen und nur eins denken, aber dem ist nicht so. Also auch hier wieder ein gelungenes Buch welches auf ein wichtiges Thema aufmerksam macht.Das Cover ist schön und auch hier passt es wieder richtig gut zur Geschichte.Ich kann auch hier euch nur empfehlen lest das tolle Buch.Ich danke dem dtv Verlag für das Rezi Exemplar welches meine Meinung nicht beeinflusst hat.

barbara blocksberg am 27.06.2021 13:06 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

durch Raum und Zeit

Leider nicht. Der Roman kommt ruhig aber eindrucksvoll daher. Am Anfang ein bisschen wie ein Road Movie. Beschreibt den ehemaligen Osten in unserer Zeit. Wenn man nur ab und zu die typischen Städte wie Dresden, Erfurt oder Meißen besucht, ist man durch die herausgeputzten Innenstädte ziemlich geblendet. Diese Erzählung jedoch beschreibt die Orte der Vereinsamung, durch den Wegzug vieler, die verständlicherweise ein anderes Leben wollten.Man wird reingezogen in das Gefängnis der ehemaligen DDR, der Zwang mitzuspielen bzw. die Konsequenzen, wenn man es nicht tut. Nach und nach werden Verstrickungen sichtbar. Das Drama entwickelt sich. Immer nüchtern erzählt und dargestellt. Wie Familien und einzelne Personen durch das System zerrüttet und alleine gelassen wurden. Daher passt der Titel "Raumfahrer" zu 100%. Die Auflösung gibt es im Roman oder im vorderen Klappentext.Fazit: sehr eindrucksvoll. Für mich eine Leseempfehlung mit vollen 5 Sternen.

schokoflocke am 27.06.2021 08:06 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Damals und heute

" Ich habe kein Problem damit, dass sie uns ihr System aufgedrückt haben. Aber ich lasse mir von einem Wessi nicht meine Geschichte erzählen. "Das Leben in der DDR wurde schon so oft als Thema verwenden, dass man eigentlich nicht viel Neues dazu fügen kann. Dennoch fand ich das Buch sehr interessant, da Lukas Rietzschel die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel erzählt - die Auswirkung auf die nächste Generation." Was ist das für eine Gesellschaft, die von einer Ideologie in die nächste rutscht ? Was soll denn aus den Menschen werden ? "Für Jan, der 1989 geboren ist, sind die DDR Zeiten Geschichte, er hat es nicht selber erlebt, die Folgen sind aber auch für ihn spürbar. Nach der Wende hat man versucht die Spuren der DDR zu beseitigen und etwas Neues, Westliches zu erschaffen. Das Ergebnis - das Alte gibt es nicht mehr, das Neue funktioniert nicht richtig. Alles wirkt trostlos, die Menschen sind entwurzelt und Sachsen verfällt in einen Schlaf. Über die Vergangenheit seiner Eltern hat sich Jan nie viele Gedanken gemacht, bis ein alter Mann ihn ein Foto in die Hand drückt und kryptische Bemerkungen macht. Er folgt den Spuren und sieht seine Familie plötzlich in einem anderen Licht...Ein überzeugendes Bild von Sachsen damals und heute und episodenhaft erzählte Geschichte von zwei Familien - Rietzschel schafft es dem Altbekanntem neue Aspekte hinzufügen. Er zeigt wie schwer es ist die Vergangenheit abzuschütteln, dass das Handeln der Eltern auch für die Kinder folgen hat und wie uns das (auch unbewusst ) beeinflussen kann. Mir hat der Schreibstil gut gefallen, leicht distanziert und ohne viel Emotionen, aber auf den Punkt gebracht und deswegen auch sehr wirkungsvoll. Alles in einem, fand ich diesen erfrischenden Blick auf die deutsche Geschichte sehr lohnenswert und kann dieses Buch weiterempfehlen.

pajo47 am 26.06.2021 17:06 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Diesmal ohne Faust

Diesmal ging es nicht darum, mit der "Faust in die Welt zu schlagen", wie beim ersten Roman von Lukas Rietzschel. Es sind die leiseren Töne, die diesmal vorherrschen.Der Titel "Raumfahrer" scheint zunächst einmal falsch zu sein, denn es geht um vergangene Zeiten in der der DDR und um die daraus resultierenden Verhaltensweisen, Haltungen und Gefühle der Hauptpersonen in der heutigen Zeit etliche Jahre nach der Wende. Die Anzahl dieser Personen ist erfreulich übersichtlich. Der Hauptprotagonist ist Jan, der versucht etwas Licht in die Vergangenheit seiner Familie zu bringen. Denn aus Erzählungen seiner Eltern erfährt er nicht viel darüber. Die zweite Familie, die eine Rolle spielt ist die Familie der Brüder Günter und Georg Kern. Einer der Brüder wird später ein berühmter Maler.Rietzschel benutzt in diesem Roman der leiseren Töne einen behutsameren Stil als in seinem ersten Buch. Der Stil ist passend zu der Unsicherheit, Orientierungslosigkeit, Ziellosigkeit und dem Leeregefühl der Personen. Das einzige, was mich an diesem Roman etwas stört, ist die Tatsache, dass Rietzschel die einzelnen Kapitel und Abschnitte beliebig hintereinander setzt ohne allzu sehr auf die richtige zeitliche Reihung zu achten. Dass die beiden Zeitebenen Früher (DDR-Zeit) und Heute (Nachwendezeit) sich abwechseln, ist sinnvoll. Aber auch innerhalb der beiden Zeitabschnitte geht es schon mal durcheinander. So lesen wir zum Beispiel in einem Kapitel vom Tode einer Person, die aber auf der nächsten Seite lebendig wieder auftaucht. Vielleicht soll der innere Zustand der Personen damit dargestellt werden? Könnte sein.Ich hätte mir als Überschrift der Kapitel nicht nur eine römische Zahl sondern einen kleinen Hinweis auf die Zeit, den Ort oder die handelnden Personen gewünscht, um nicht erst rätseln zu müssen: Wer unterhält sich da?Insgesamt kann ich das Buch nur empfehlen. Wer die Auflösung zu dem rätselhaften Titel wissen will, dem empfehle ich den letzten Abschnitt von Kapitel XXXIII.

hedi2 am 25.06.2021 21:06 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

DDR - Spuren der Vergangenheit

Der Roman „Raumfahrer“ von Lukas Rietzschel hat mich überrascht. Thematisch geht es um das Leben in der DDR bzw. auch darum, wie es sich anfühlt, nach der Wiedervereinigung dort zu leben. Die besondere Stimmung dieses Romans wird auch durch den Schreibstil des Autors unterstrichen. Wir folgen der Lebensgeschichte ganz unterschiedlicher Protagonisten. Erst am Ende erkennt der Leser das Gesamtbild. Durch das Springen zwischen den Protagonisten und in der Zeit war ich jedoch manchmal verwirrt. Beim Lesen hatte ich zudem das Gefühl, die Personen nur von außen zu betrachten. Zugang zu den Gefühlen der Protagonisten erhält der Leser nur an wenigen Stellen im Buch.Der Titel des Buches erschließt sich erst im Laufe der Geschichte. Rückblickend finde ich ihn sehr passend gewählt. Eine Buchempfehlung für alle, die mehr über die Stimmung zu und nach DDR Zeiten im Osten erfahren möchten. Der Roman geht dabei nur sehr nebensächlich auf die politischen Ereignisse ein.

pusteblümchen am 25.06.2021 19:06 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Deutsche Familiengeschichte

Es geht um zwei deutsche Familien. Die Familie von Jan und die Familie von Georg Baselitz. Die Handlung erstreckt sich über den Zeitraum während des Bestehens der DDR bis in die Gegenwart nach der Wende. Jan wurde erst 1989 geboren, hat also das geteilte Deutschland nicht erlebt und wird erst durch einen Mann, der ihm Fragen zu seiner Mutter stellt mit deren Leben während der DDR-Zeit konfrontiert. Lukas Rietzschel erzählt hier eine ganz erstaunliche Geschichte, in der deutlich wird, dass die Ereignisse und Auswirkungen des geteilten Deutschlands bis in die nächste Generation hineinreichen. Auch die Veränderungen nach der Wende werden eindringlich geschildert. Im Leben vieler Menschen war nichts mehr wie zuvor, durch eine entstandene Leere und ein fehlendes Zugehörigkeitsgefühl.Der Roman wird sehr Episodenhaft erzählt, so dass ich ihn interessant und auch lesenswert fand, aber nicht als Lesegenuss bezeichnen kann.

timphilipp am 25.06.2021 15:06 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Ein etwas anderer Roman über die DDR

Themen, die typischerweise in Romanen über die DDR verarbeitet werden – Stasi-Bespitzelung, Lebensverhältnisse - werden hier einmal in etwas anderer Art verarbeitet, weshalb ich das Buch für sehr lesenswert halte.Erzählt werden (und zwar eher episodenhaft) die Geschichten zweier Familien während der Zeit des Bestehens der DDR und der Zeit nach der Wende. Beide Familien sind miteinander verwoben, wobei das verbindende Element erst sehr spät sichtbar wird. Zum einen ist das die Familie Kern/Baselitz, deren einer Sohn ein bekannter zeitgenössischer Künstler ist und der schon vor dem Mauerbau in den Westen ging unter Zurücklassung vor allem des mit ihm eng verbundenen Bruders, dem das Nachreisen nie mehr gelang. Zum anderen ist da die Familie des jungen Erzählers Jan, geboren 1989, der sich durch die beharrliche Konfrontation mit einem Kern-Nachfahren daran macht, die Geschichte seiner verstorbenen Mutter zu ergründen. Das Auffallendste ist die Sprachlosigkeit in den beiden Familien über ihr Leben in der DDR und ihre Vergangenheitsbewältigung. Darunter hat Jan in der Gegenwart zu leiden, der mit geheimnisvollen Identitätsproblemen konfrontiert wird. Ein guter Ausblick wird auf die Entwicklung der DDR nach der Wende gegeben und wie diese so manchem Bürger den Boden unter den Füßen wegriss.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Rietzschel ist derzeit eine der wichtigsten jungen Stimmen Ostdeutschlands.

Kevin Hanschke, 27.05.2022

Welt am Sonntag
Dieser Roman über die Lausitz verzahnt Nachwende- und Nachkriegszeit. Formstark.

Marc Reichwein, 17.10.2021

MDR
Lukas Rietzschel stellt die bisherigen Klischees auf den Kopf, dass man meinen könnte, die deutsche ...Geschichte sei bisher noch gar nicht geschrieben worden. mehr weniger

Torsten Unger, 19.09.2021

Deutschlandfunk
Kaum ein Autor schreibt derzeit empathischer über Männlichkeit.

Miriam Zeh, 02.08.2021

Deutschlandradio Kultur
Lukas Rietzschel gilt nicht nur als wichtige Stimme einer ganz jungen Generation von Schriftstelleri...nnen und Schriftstellern, sondern auch als Experte für Ostdeutschland. mehr weniger

Matthias Schürmann, 26.07.2021

Welt am Sonntag
Der Roman ›Raumfahrer‹ ist feine, große Literatur.

25.07.2021

Die Welt
Lukas Rietzschel schreibt szenisch kondensiert, ihm genügen wenige Sätze, um Stimmungen und Figuren ...zu zeichnen, manche Kapitel sind kaum mehr als Vignetten. mehr weniger

Marc Reichwein, 24.07.2021

MDR Kultur
Rietzschel gelingt eine komplexe Familiengeschichte vor dem Hintergrund der deutschen Teilung, es is...t eine vielschichtige Story. mehr weniger

Matthias Schmidt, 23.07.2021

Lesart
Dieser vielleicht finstere, aber auf jeden Fall frische Blick auf Vergangenheit und Gegenwart macht ...die­sen Roman lesenswert. mehr weniger

Matthias Schümann

ZeitZeichen
Die Erzählkunst liegt darin, dass hier so vieles in der Schwebe bleibt, auch stilistisch: Das Buch i...st jedenfalls teilweise Künstlernovelle, Stasidrama und insgesamt ein Nachwenderoman, der individuelle Figuren entwirft, die für exemplarische Erfahrungen stehen. mehr weniger

Thomas Groß

Die Rheinpfalz
Rietzschel ist eine wichtige literarische Stimme Ostdeutschlands. Von ihm ist noch Großes zu erwarte...n. mehr weniger

Gerhild Wissmann, 27.06.2022

Kreuzer
Als Meister der Ekphrase beschreibt Rietzschel nicht nur die einfachen Haushalte, wo man mit Scheuer...milch putzt, eingeschweißte Wurst isst und Dosenbier trinkt, so plastisch, dass man glaubt, mittendrin zu sein, sondern auch die Gemälde, die man danach betrachtet, wie alte Bekannte. mehr weniger

Rebecca Maria Salentin, 01.04.2022

soundsandbooks.com
Ein sehr lakonischer und nachdenklich stimmender Roman.

Gerárd Otremba, 29.12.2021

tip (Berlin)
Mit seinem zweiten Roman etabliert sich Lukas Rietzschel eindrucksvoll als ostdeutsche Stimme der nä...chsten Generation. mehr weniger

Welf Grombacher, 23.12.2021

Kölnische Rundschau
Der junge Autor Lukas Rietzschel horcht an den Gemütszuständen der Wende-Verlierer, beschreibt Atmos...phären nüchtern und genau. mehr weniger

18.12.2021

Mannheimer Morgen
Die Erzählkunst zeigt sich darin, dass hier so vieles in der Schwebe bleibt, auch stilistisch und fo...rmal. mehr weniger

Thomas Groß, 15.12.2021

vorwärts
Es ist ein Glück, dass es mit Lukas Rietzschel einen begnadeten Autor gibt, der diese Fragen stellt.

01.12.2021

Abendzeitung
Lukas Rietzschel taucht in seinem zweiten Roman ›Raumfahrer‹ erneut in spannende ostdeutsche Lebensw...elten. mehr weniger

Oliver Pfohlmann, 18.10.2021

Landshuter Zeitung
Mit seinen Widersprüchen und seiner Orientierungslosigkeit erinnert dieser Vater seinen Sohn an die ...Figuren in den Gemälden Georg Baselitz', auf dem Kopf stehend, haltlos im Nichts treibend. mehr weniger

Oliver Pfohlmann, 16.10.2021

Westfälischer Anzeiger
Mit dem Roman ›Raumfahrer‹ schlüsselt Rietzschel ein ostdeutsches Lebensgefühl auf.

25.09.2021

Kreiszeitung
Mit dem Roman ›Raumfahrer‹ schlüsselt Rietzschel ein ostdeutsches Lebensgefühl auf.

Achim Lettmann, 25.09.2021

Märker
Ein ehrliches, wichtiges Buch über das Land, in dem wir leben.

18.09.2021

General-Anzeiger
Lukas Rietzschel (27) gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen aus dem Osten Deutschlands.... mehr weniger

Roland Mischke, 04.09.2021

ensuite
Ein Roman, der sicherlich hohe Wellen schlagen wird.

01.09.2021

Buchkultur
In »Raumfahrer« wird völlig ohne Kommissare oder irreale Elemente und allein durch die Dramaturgie e...ine Spannung aufgebaut, die so manchen Thriller hinter sich lässt [...]. mehr weniger

Christa Nebenführ, 26.08.2021

Der Tagesspiegel
Das starke Werk eines talentierten Autors, von dem noch einiges zu erwarten ist.

Oliver Pfohlmann, 24.08.2021

Mitteldeutsche Zeitung
Wie Lukas Rietzschel erzählerisch das Fernglas auf die Nahvergangenheit richtet, ist ein vitales Stü...ck Literatur. mehr weniger

Christian Eger, 23.08.2021

Buchprofile/medienprofile
Lukas Rietzschel hat mit seinem zweiten Roman abermals eine gelungene Talentprobe vorgelegt, einen e...rzählerischen Versuch zwischen Vergangenem und Neuem, Kunst und Politik, Leben und Erinnern. mehr weniger

Michael Braun, 18.08.2021

Deutschlandfunk Kultur
In kurzen hingetupften Sätzen, prägnant, voller Spannung, mit Rhythmus und starken Bildern verknüpft... Lukas Rietzschel das Schicksal der Generationen dieses Landes. mehr weniger

Johannes Nichelmann, 18.08.2021

tam.tam Das Stadtmagazin für Erfurt & Region
›Raumfahrer‹ ist sowohl komplexes Familiendrama als auch authentische Milieustudie des erst unglückl...ich geteilten, dann unglücklich wiedervereinigten deutschen Ostens. Groß erzählt - Lesetipp! mehr weniger

13.08.2021

dpa
Rietzschel trifft einen Ton, der berührt.

Birgit Zimmermann, 11.08.2021

Eßlinger Zeitung
Aus dieser Perspektive hat man auf den Prozess einer ostdeutschen Identitätsbildung noch nicht gebli...ckt. mehr weniger

Stefan Kister, 07.08.2021

Podcast F*luxx
Lukas Rietzschel] vermeidet den Eindruck, es gebe eine gültige Erzählung oder Erinnerung über das Le...ben in und nach der DDR. Gerade dieses Ringen um Gerechtigkeit im Blick auf die Geschichte überzeugt. mehr weniger

Martina Läubli, 07.08.2021

Süddeutsche Zeitung
Es gehört zu Rietzschels sparsamer Erzählweise, vieles nur anzudeuten und die Einzelheiten hart nebe...neinander stehen zu lassen. Er schreibt in kurzen, stakkatohaft hingetupften Sätzen. Das macht den Reiz dieses spröden Romans aus. mehr weniger

Jörg Magenau, 06.08.2021

Kölner Stadt-Anzeiger
Das große literarische Potenzial und die eigene Stimme des jungen Autoren, der in Görlitz lebt, sind... nicht zu überlesen. mehr weniger

Sarah Brasack, 06.08.2021

ZDF
Lukas Rietzschel ist einer der talentiertesten Schreiber seiner Generation. Raumfahrer ist ein brill...antes Buch, in dem er das macht, was er am allerbesten kann: Er erzählt ostdeutsche Familiengeschichte, Scheibe für Scheibe, fein seziert, wie beim Häuten mehr weniger

Markus Lanz, 05.08.2021

kulturnews.de
Vor allem aber brennen sich die Worte ein, die er findet, um die Gemälde von Georg Baselitz zu besch...reiben: Sie machen ein Verlorengehen in der Geschichte fühlbar. mehr weniger

Buch der Woche, 27.07.2021

Märkische Oderzeitung
Mit seinem Roman ›Raumfahrer‹ landet Lukas Rietzschel jetzt den zweiten großen Streich.

Welf Grombacher, 24.07.2021

Münchner Merkur
Ein spannendes, bewegendes Werk über die Folgen der DDR, die sich durch die Lebensgeschichten der Ge...nerationen wie Erbgut ziehen. mehr weniger

24.07.2021

Sächsische Zeitung
Liebe, Krimi, Kunst und die Brüche der jüngeren deutschen Geschichte, all das verbindet der neue Rom...an von Lukas Rietzschel spannend und provokant zugleich. mehr weniger

Karin Grossmann, 22.07.2021

NEWSBEREICH

Aktuelles

Preise & Auszeichnungen

Lukas Rietzschel erhält den Literaturpreis „Text und Sprache“ 2023 des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft für seinen Roman „Raumfahrer“

Wir gratulieren unserem Autor!

Auszug aus der Jurybegründung: „Mit Lukas Rietzschel erhält ein noch junger Autor den Literaturpreis Text und Sprache 2023, der insbesondere mit seinem zweiten Roman „Rau...mfahrer“ (2021) außergewöhnliche Genauigkeit in seinem Erzählen mit einer starken thematischen Auseinandersetzung verbindet. (...)"

Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet im Oktober 2023 im Rahmen der Jahrestagung des Kulturkreises in Mannheim statt.

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