Der neue große Roman von SPIEGEL-Bestsellerautor Matt Haig.
9,99 €
(0,00 € / )
Wird sofort digital versendet
- Versandkostenfreiin Deutschland
- Schneller VersandLieferung 2–3 Werktage
- Sichere ZahlungSSL-verschlüsselt
Wie man die Zeit anhält
Seit kurzem lebt Tom Hazard wieder in London, wo er die faszinierende Camille kennenlernt. Auf Anhieb fühlt er sich zu ihr hingezogen. Doch er trägt ein Geheimnis in sich, von dem niemand etwas wissen darf: Tom sieht aus wie 40, in Wirklichkeit aber ist er schon über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, das Paris der 20er-Jahre erlebt und regelmäßig eine neue Identität angenommen. Eins war er dabei über die Jahrhunderte hinweg immer: einsam. Während er Camille nun näherkommt, verändert sich für ihn alles.
Bibliografische Daten
2. Auflage
Matt Haig
Matt Haig wurde 1975 in Sheffield geboren und hat bereits eine Reihe von Romanen und Kinderbüchern veröffentlicht, die mit verschiedenen literarischen Preisen ausgezeichnet und in über 30 Sprachen übersetzt wurden. In Deutschland bekannt wurde er mit dem Bestseller ›Ich und die Menschen‹.
8 - 10 von 121 Leserstimme
Leben im Hier und Jetzt - Wie man die Zeit anhält
Tom Hazard ist 40 Jahre alt und Geschichtslehrer an einer Londoner Schule. Niemand lehrt dieses Fach so lebendig wie er. Und das hat einen guten Grund: Er hat das was er lehrt, selber miterlebt. Denn Tom leidet an einem Gendefekt, der ihn wahnsinnig langsam altern lässt und eigentlich ist er keine 40 Jahre alt, sondern bereits 439. Er wurde im 17. Jahrhundert in Frankreich geboren und flüchtete zusammen mit seiner Mutter nach England. Weil der junge Tom ab seinem 13. Lebensjahr sich nur sehr langsam körperlich weiterentwickelt, wird seine Mutter der Hexerei bezichtigt und ertränkt. Tom flieht nach London, verdient sein Geld mit dem Spielen der Laute und lernt Rose kennen, seine erste und einzige große Liebe, mit der er auch eine Tochter bekommt. Doch Toms „Krankheit“ führt schon bald wieder zu Problemen und er verlässt die Familie. Ab da beginnt sein Leben als Einsiedler. Doch irgendwann erfährt er, dass er mit seinem Leiden nicht alleine ist und schließt sich der „Gemeinschaft der Albatrosse“ an. Und deren erste Regel lautet: Du darfst dich niemals verlieben oder eine andere Beziehung zu Menschen eingehen...„[...] jede Wahrheit, die die Menschen nicht zu glauben bereit sind, klingt erstmal wie Sciencefiction [...] Stammzellen, Klimawandel, Wasser auf dem Mars. Alles ist Sciencefiction, bis wir es mit eigenen Augen sehen“Matt Haigs neuer Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Erzählt wird die Geschichte in der Gegenwart, Haig springt aber auch immer wieder in die Vergangenheit, so dass der Leser etwas über Toms Geschichte erfährt. Und in 400 Jahren passiert so einiges. Tom berichtet, wie er Laute im Globe Theatre für Shakespeare spielte, mit Kapitän Cook auf Entdeckungsreise geht und in den 1920er Jahren für Fitzgerald und Josephine Baker Klavier spielte. Haig zeichnet ein beeindruckend tiefes Bild seines Protagonisten. Was ich an den Geschichten des Autors sehr schätze, ist seine klare und einfache, aber dennoch eindrucksvoll poetische Sprache. Durch seine Erzählweise kann man sich sehr gut in seine Figuren hineinversetzen. Die Geschichte um Tom Hazard ist wahnsinnig melancholisch, aber auch wahnsinnig lebensbejahend. Denn sein Leben lang ist Tom auf der Flucht, hält sich versteckt, um nicht als Versuchsobjekt in die Hände von Wissenschaftlern zu fallen. Aber er lebt. Weil er es versprochen hat. Seiner Frau und seiner Tochter. „Das ist das Wesen der Zukunft. Wir kennen sie nicht. Irgendwann müssen wir uns damit abfinden. Wir müssen aufhören, nach vorn blättern zu wollen, und uns stattdessen auf die Seite konzentrieren, auf der wir gerade sind.“Liest man den Klappentext, so erwartet man eine Liebesgeschichte. Und das ist es auch in gewisser Weise. Aber nicht im klassischen Sinne. Matt Haig erzählt eine Geschichte über die Liebe am Leben. Und zwar über das Leben im Hier und Jetzt. Viele Jahre lang lebt sein Protagonist gedanklich in der Vergangenheit mit Angst vor der Zukunft. Dadurch wird ihm ein großes Stück Lebensqualität genommen. Durch die ständigen Sprünge in Toms Vergangenheit, die natürlich fiktiv sind, aber dennoch auf wahren Begebenheiten beruhen, macht Haig außerdem deutlich, dass Geschichte sich immer wieder wiederholt. Dass wir zwar glauben, aus der Vergangenheit zu lernen, dies aber absolut nicht der Fall ist. Mich hat „Wie man die Zeit anhält“ beeindruckt, unterhalten, zum Lachen gebracht und zum Nachdenken angeregt. Das sind Dinge, die für mich einen guten Roman ausmachen. War ich anfangs mit den vielen Rückblenden ein wenig überfordert, so ergaben sie im Verlauf des Romans immer mehr Sinn und in Kombination mit den Kapiteln in der Gegenwart zum Schluss ein rundes harmonisches Ganzes. Ich lege euch diesen Roman wirklich ans Herz. Durch den leichten Schreibstil ist es bestens geeignet für einen schönen Sommerabend.
Die Reise durch die Zeit
Tom hat nicht nur eine alte Seele, denn er ist auch schon verdammt alt, sonder zusätzlich ein einsames Herz. Auch wenn man ihm sein Alter nicht ansieht, ist er weit über 400 Jahre. Irgendwann sollte alles mal ein Ende haben und Tom sehnt sich nach einem normalen Leben. Nicht immer alle paar Jahre von vorne Anfangen zu müssen, doch altert er sehr langsam und hat so noch einige neue Leben in vielen Jahrhunderten vor sich. Es wird aus seiner Sicht geschrieben und man erfährt viel aus der Vergangenheit, was es nur noch interessanter macht. An sich war das Buch super, auch der Schreibstil hat mir gefallen. Das Cover gefiel mir sofort es hat was besonderes an sich . Kann dieses Buch absolut empfehlen.
Schöne Unterhaltungsliteratur
Insgesamt ist "Wie man die Zeit anhält" eine schöne und ungewöhnliche Geschichte. Ich habe schon Geschichten über Zeitreisende oder Vampire gelesen, aber diese Geschichte über eigentlich ganz normale Menschen, die langsamer altern als normal, ist neu und interessant für mich. Mit dem Ich-Erzähler Tom, der im 16. Jahrhundert geboren wurde und heute aussieht wie Anfang 40, reist der Leser durch die Kontinente und die Zeit. Es gibt viele Zeitsprünge - die Passagen aus der Vergangenheit werden aber immer wieder mit dem Erzählstrang in der Gegenwart sehr gelungen verknüpft. Toms persönlicher Blick auf das Leben und die prägenden Ereignisse in den verschiedenen Äras fand ich interessant und glaubhaft. Die Liebe kommt natürlich auch ins Spiel, steht aber nicht omnipräsent im Mittelpunkt dieser durchaus lesenswerten Geschichte, die auch einige anderen Themen anspricht.Negativ aufgefallen sind mir einige (nicht allzu viele) Wiederholungen, die ich unnötig fand: Sätze, die der Autor vielleicht besonders schön fand, oder Informationen, die ich bereits wenige Seiten zuvor gelesen hatte.Falls man die Geschichte in ihren Einzelheiten zu sehr hinterfragen würde, kämen wohl doch noch ein paar Fragen und Kritikpunkte auf. Vielleicht sollte man das aber einfach sein lassen und das Buch als das nehmen, was es ist: gute, neue Unterhaltungsliteratur.
Wenn man nicht altert
Ich durfte wieder einen neuen tollen Roman lesen, den ich durch den Lostopf von www.vorablesen.de bekommen habe. Er ist für mich eine große Entdeckung und Bereicherung, denn von selbst wäre ich bestimmt nicht an den Roman geraten. Matt Haig schreibt sehr spannend und voller Magie, teilweise ein bisschen melancholisch, was wunderbar zu dieser Geschichte passt. Ich war sehr hingerissen von diesem Roman!Tom Hazard wurde am 3. März 1581 geboren, sieht aber aus wie Anfang vierzig. Wie kann das sein? Er leidet unter einer Veranlagung, die sich Anagerie nennt und in der Pubertät auftritt. Wie andere Menschen in einem Jahr altern, vergehen für Tom stattdessen fünfzehn Jahre. Diese besondere Veranlagung ist nicht in der Öffentlichkeit bekannt und zum Schutz der Betroffenen gibt es eine Organisation, die alle acht Jahre für sie ein neues Leben bereithält, in das sie eintauchen, um nicht aufzufallen und in Gefahr zu geraten. Das oberste Gebot ist, sich nicht zu verlieben und sich an einen Menschen zu klammern, denn es wird keine Zukunft für diese Liebe geben. Tom hat in all diesen Jahren eine einzige große Liebe erlebt, Rose, mit der er eine Tochter hat, Marion. Marion hat die gleiche Veranlagung wie Tom, doch er verlor seine Tochter in all den Jahren und ist auf ständiger Suche nach ihr, was ihn sehr einsam macht. Tom zieht es immer wieder, so wie jetzt, nach London zurück, in die Stadt, in der er mit Rose lebte. Er arbeitet als Geschichtslehrer und lebt ein sehr zurückgezogenes Leben, bis er Camille kennenlernt, die Französischlehrerin an seiner Schule ist. Er legt alle Bedenken bei Seite und lässt sich auf eine Liebe zu Camille ein. Vielleicht kann er so seine Einsamkeit besiegen?Ein atemberaubender Roman! Es hat so viel Spaß gemacht, ihn zu lesen!
Der Fluch besonders zu sein
Zunächst möchte ich etwas zur Aufmachung schreiben, weil ich die Gestaltung des Buches richtig schön finde. Dabei hat mich nicht nur die Gestaltung des Covers mit seiner Farbauswahl, die alle Übergänge zwischen Blau und Gelb enthält, überzeugt. Gekrönt wird das Bild des liegend in der römisch bezifferten Uhr, wartenden Tom Hazard von seinen Erinnerungen, die als lose Seiten umherfliegen. Die kurzen Kapitel starten mit formschönen Versalien. Sie sind mit Ort und Zeitpunkt des Kapitels überschrieben. Die Schriftarten für Überschriften und Seitenzahlen erinnern sehr stark an das Ziffernblatt einer alten Taschenuhr. Die Aufteilung des Buches in fünf Teile ist sehr gelungen.„Wie man die Zeit anhält“ macht uns deutlich, wie wichtig Vergänglichkeit und Eingeschränktheit für ein erfülltes, glückliches Leben sind. Nur so ist man gezwungen, jeden Augenblick bewusst zu leben. Wer verschwenderisch mit seiner Zeit umgeht, betrügt sich selbst um das nächste Glück. Die Erkenntnis, dass Luxus und Abwechslungsreichtum allein genossen weniger wert sind, als wenn man alles mit jemanden teilen kann, schwingt hier ebenfalls klar mit. Präsent sind auch die Themen Jugend- und Konsumwahn. Der Appell „Weniger ist manchmal mehr“ durchzieht das ganze Buch. Dabei ist Matt Haig niemals beschuldigend oder anklagend. Alles ist verpackt in eine liebevolle, mitreißende Geschichte. Vielleicht lese auch nur ich es so zwischen den Zeilen heraus.Der Protagonist Tom Hazard ist der über 400 Jahre alte Alba, das ist ein Mensch, der 15 mal langsamer altert als „normale“ Menschen, der vor Jahrhunderten seine geliebte Rose verloren hat, der seitdem ein verzweifeltes Leben führt. Aus lauter Angst, Ähnliches könnte ihm erneut widerfahren, ist er ständig auf der Hut, irgendwie dauerhaft auf der Flucht. Genuss und Freude sind ihm abhanden gekommen. Die Tatsache, berühmte Persönlichkeiten wie F. Scott Fitzgerald, Shakespeare, Samuel Johnson und Josephine Baker persönlich gekannt zu haben, ist ihm auch kein Trost. Ich mochte diesen getriebenen Underdog-Charakter sehr.Hendrich, ebenfalls ein Alba, wirkt auf mich wie unter Kontrollzwang. Mit seinen demagogischen Zügen unterdrückt er regelrecht alle ihm bekannten Albas, nutzt sie aus und lässt sie unethische Dinge tun. Er bietet Zuckerbrot und Peitsche. Wer in seinem Sinne agiert, kann an immer wieder neuen Orten ein schönes Leben führen. Angst und Misstrauen werden von ihm geschürt, damit niemand aus seinem goldenen Käfig ausbricht. Für ihn konnte ich kaum Verständnis entwickeln.Rose und Camille sind die beiden Frauen in Toms Leben. Rose, seine erste große Liebe, ist mit ihm den gefährlichen Weg einer Beziehung gegangen. Sie ist leider viel zu früh verstorben. Nachdem sich Tom für lange Zeit Gefühle für einen anderen Menschen verboten hat, ist Camille die erste, die wieder sein Interesse weckt. Beides sind starke, beharrliche Frauen, die mich beeindruckt haben.Omai ist Tom mehrmals in seinem Leben an unterschiedlichen Orten unter verschiedenen Identitäten begegnet. Ihr gegenseitiges Einfühlungsvermögen und Verständnis ist die Basis ihrer Freundschaft, die auch ohne durchgehenden Kontakt Jahrhunderte übersteht. Er ist es, der ihm schlussendlich die Augen für das Wesentliche im Leben öffnet. Auch wenn Omai weniger Kapitel gewidmet sind, fand ich seine Rolle sehr wichtig für den Gesamtzusammenhang.Der Schreibstil ist gut zu lesen, aber auch nicht trivial. Vor Allem die vielen nicht chronologischen Zeitsprünge erfordern Konzentration. Wenn man sich darauf einlässt, ist das allerdings kein Problem.Fazit: Mir hat das Lesen sehr gefallen. Es war eins der besten Bücher, die ich 2018 gelesen habe. Ganz klare Leseempfehlung.
Wenn Liebe die Zeit besiegt
Inhalt:„Die erste Regel lautet: Du darfst dich niemals verlieben. Niemals.“Tom Hazard ist Geschichtslehrer, ein zurückhaltender Mann, der auf soziale Kontakte keinen Wert leg. Allgemein hält man ihn für einen verschrobenen Einzelgänger. Doch er hat ein Geheimnis.Er sieht aus wie vierzig, ist aber in Wirklichkeit über 400 Jahre alt.Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in die Südsee, die Literaten und Jazzmusiker im Paris der zwanziger Jahre erlebt und alle acht Jahre eine neue Identität angenommen. Eines war er über die Jahrhunderte hinweg immer: einsam. Denn niemand durfte von seinem Geheimnis wissen. Und das einzige Mal, dass er eine große Liebe erlebte, endete in Schmerz und Bitterkeit. Doch jetzt lernt er Camille kennen, die Französischlehrerin an seiner neuen Schule. Während er ihr allmählich näherkommt, verändert sich für ihn alles.Kann Liebe die Zeit besiegen?Zum Autor:Matt Haig wurde 1975 in Sheffield geboren und hat bereits eine Reihe von Romanen und Kinderbüchern veröffentlicht, die mit verschiedenen literarischen Preisen ausgezeichnet und in über 30 Sprachen übersetzt wurden. In Deutschland bekannt wurde er mit dem Bestseller ›Ich und die Menschen‹.Meine Meinung:Matt Haig ist mit diesem Roman eine tolle und berührende Geschichte gelungen, über die Liebe, die Menschen und die Zeit.Mich hat das Buch von der ersten Seite an gepackt. Man beginnt zu lesen und fühlt sich sofort wie in eine andere Welt hineinversetzt. Tom hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Er macht sich seine Gedanken und stellt sein Handeln und die Gesellschaft in Frage. Er ist ständig auf der Flucht, gehetzt von der Zeit, wovon er eigentlich doch so viel hat. Auf der Suche nach seiner Tochter Marion begleiten wir ihn durch Jahrhunderte hinweg, treffen Shakespeare, Captain Cook und viele weitere bekannte Persönlichkeiten. Dieses Buch ist wie eine Zeitreise und vermittelt nebenbei auf unterhaltsame Weise einiges an Geschichtswissen. Hendrich hingegen war mir von Anfang an irgendwie unsympathisch und ist es auch bis zum Ende hin geblieben. Seine manipulative Art hat mich von Beginn an gestört. Der Schreibstil ist modern und lässt sich super flott lesen. Man fliegt nur so über die Seiten.Das Cover gefällt mir besonders gut. Obwohl ich sonst nicht viel für bunte Cover übrig habe, spricht dieses mich doch sehr an. Die Farben harmonieren wundervoll miteinander und es fällt einem unter vielen sofort ins Auge.Fazit:Eine ganz klare Leseempfehlung für diesen wundervollen Roman, indem es ums Altern, die Zeit und die Liebe geht. Eine Zeitreise, die Wissen vermittelt und die Gefühle Achterbahn fahren lässt.Eine schöne Story für alt und jung.
Geschichte ganz lebendig
Der Roman "Wie man die Zeit anhält" von Matt Haig handelt von dem 439 jährigen Tom Hazard, der in seinem langen Leben schon einiges erlebt hat. Der Klappentext lässt eine Liebesgeschichte vermuten und die Liebe ist auch ein zentrales Thema in dem Buch, doch ganz anders als man erwartet. Tom Hazard hat Angst zu lieben und Angst zu leben. Über 400 Jahre lebt er auf der Flucht. Aber er lebt und das nur, weil er es seiner Mutter und seiner ersten großen Liebe (die bereits vor Jahrhunderten gestorben ist) versprochen hat. Er lebt, weil er seine Tochter finden möchte, die genau wie er nur sehr langsam altert. Es gibt mehr Menschen wie ihn, doch ob die anderen "Albatrosse", wie sie sich nennen, wirklich seine Freunde sind?Matt Haig schafft es, die Geschichte von Tom Hazard so zu schreiben, dass der Leser sie glaubt. Es gibt keine actiongeladenen Szenen oder überaus spannenden Cliffhanger. Aber genau das macht die Story so echt, so lebendig. Sie beschreibt ein Leben. Geschichte kann oft trocken sein. Viele Menschen können mit der Vergangenheit nichts anfangen, weil es soweit weg so abstrakt scheint. Dieses Buch schafft eine gewisse Lebendigkeit. Historische Persönlichkeiten, wie Shakespeare, F. Scott Fitzgerald oder Charlie Chaplin werden zu ganz gewöhnlichen Menschen. Matt Haig macht die Vergangenheit lebendig. Er zeigt, dass jede Epoche ihre Menschen hatte, Menschen, die nichts von der Zukunft wussten, so wie wir die Zukunft auch nicht kennen. "Es gibt nur eine Sache, die den Menschen ausmacht, und das ist die Menschlichkeit."Der Roman ist in der Ich-Persektive geschrieben, sodass eine gewisse Nähe zwischen Protagonist und Leser entsteht. Tom Hazard teilt mit dem Leser für ihn wichtige Elemente aus seiner Vergangenheit und gleichzeitig begleitet der Leser ihn in die noch ungewisse Zukunft. Die Story ist in fünf Teilen geschrieben, welche jeweils noch einmal durch kurze Kapitel gegliedert worden. Das Buch ist voll mit Zeitsprüngen vom 16. Jahrhundert über die 1920er Jahre bis in das 21. Jahrhundert und trotzdem schafft es Haig, dass man im Lesefluss bleibt.Ich wollte für meine Rezension eigentlich mit mehr Zitaten arbeiten, aber dieses Buch ist einfach voll mit unglaublich guten Weisheiten über das Leben und über die Zeit, man muss es selbst gelesen haben. Mir hat die kleine Zeitreise mit Tom Hazard sehr gut gefallen und ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, der lebendige Geschichten mag.
Die Macht der Liebe
Dieses Buch hat mich begeistert. Ich war hin und weg von der Idee und der Umsetzung. Das beginnt schon mit dem sehr schönen Cover. Ein Mann liegt sinnierend in lässiger Haltung vor dem Zifferblatt einer riesigen Uhr. Eine passende Darstellung zum Titel „Wie man die Zeit anhält“!Der britische Autor Matt Haig erzählt in fünf Teilen, im ständigen Wechsel der Orte auf mehreren Kontinenten und über verschiedene Jahrhunderte, eine wundersame, aber zu Herzen gehende Geschichte eines sehr, sehr langsam alternden Menschen. Eine besondere genetische Veranlagung läßt ihn sehr gemächlich altern, etwa 1:15 zu den normalen Sterblichen, den sogenannten Eintagsfliegen. Es ist die beeindruckende Story von Tom Hazard, so lautet sein modernisierter abgekürzter Name. Er wurde als Adliger im Jahr 1581 in einem kleinen französischen Château geboren...Doch er war immer einsam in den über 400 Jahren, nachdem er seine große Liebe verlor. Tom muss beizeiten den schmerzlichen Verlust geliebter Menschen durch Aberglaube, Hexenverfolgung, unbändigen Haß und Krankheit erdulden. Eine Bürde, die ihn in den folgenden Jahrhunderten niederdrückt und schwer belastet.Hendrich Pietersen, selbst über 700 Jahre alt, fordert von Tom, um sich zu schützen, aller acht Jahre seine Identität und sein Umfeld zu wechseln. Das hat Tom bis in die Gegenwart getan. Doch das möchte er nicht mehr, möchte zur Ruhe kommen. Er will keine Regeln mehr einhalten müssen. Die erste und wichtigste Regel lautet: Du darfst nicht lieben. Niemals! Er will eine neue Identität als Lehrer für Geschichte in London, in der Nähe des Stadtteils, wo er mit seiner einzigen großen Liebe in seinen realen jungen Jahren Anfang des 17. Jahrhunderts lebte...Wird es ihm gelingen die erste Regel zu durchbrechen? Ist ihm ein normales Leben in unserer Zeit vergönnt? Und werden seine schlimmen Kopfschmerzen und die Flashbacks abnehmen? Das Gewicht der Gedanken und die Erinnerungen werden Tom zuviel. Findet er die neue Liebe, die ihm gut tut? Und wird er sie festhalten können?Ich fand dieses Buch sehr interessant. Für mich war es eine schöne, fiktive Geschichte, die mich mit der großen Frage zurückließ, was wäre, wenn es tatsächlich unter uns Menschen gibt, die ein Methusalemalter erreichen können? Darüber läßt sich gut philosophieren. Die Suche nach der Liebe und dem Sinn des Lebens sind Themen, die immer Bestand haben.Es bereitete mir jedenfalls großes Vergnügen den jungen Alten durch die Jahrhunderte zu folgen, in denen er u. a. mit prominenten Persönlichkeiten zusammentraf.Für mich war es ein Lesehighlight des Jahres 2018.
Alles hat seinen Preis
Das Buch erzählt die Geschichte des 400-jährigen Tom Hazard - er ist Geschichtslehrer und Einzelgänger. Aber warum Einzelgänger? Das ist wohl leider zwangsläufig so, wenn man alle 8 Jahre eine neue Identität annehmen muss. Er hat viel erlebt, aber immer alleine. Bis eine Frau in sein Leben tritt.Tolles Thema, welches gut umgesetzt wurde. Im ersten Moment denkt man noch "ewiges Leben" wie toll - aber hier wird einem sehr schnell aufgezeigt, dass das doch gar nicht so toll ist, sondern eher sehr sehr einsam. Die Einsamkeit geht dank des sehr einfühlsamen und detailierten Schreibstils auf den Leser über - man kann sich gut in Tom hineinverestzen. Das Buch bietet einen unglaublichen Tiefgang in die Geschichte von Tom - nach dem Lesen lässt einem die Geschichte lange nicht los.Bis auf die Tatsache, dass niemand 400 Jahre lebt, wirkt dieses Buch sehr realitätsnah, was mir auch sehr sehr gut gefallen hat, da ich gerne realistische Dinge lese.
Zukunftsangst oder Carpe diem?
Tom Hazard sieht aus wie ein Mann Mitte 40, ist aber über 400 Jahre alt. Durch eine spezielle Veranlagung altert er ab der Pubertät extrem langsam.Jahrhunderte schlägt er sich durch sein langes Leben, bis der Leiter einer Gesellschaft, die für den Schutz und die Geheimhaltung der Existenz der Albatrosse, im Gegensatz zu uns normallebigen Eintagsfliegen, sorgt.Hendrichs Credo ist, sich niemals zu verlieben, alle acht Jahre wechselt man seine Identität, getrieben ist er von einer gewissen Paranoia, als Laborratte für die Forschung gebraucht zu werden.Tom hat schon in frühster Jugend erleben müssen, dass seine Veranlagung Nährboden für Aberglauben und Hexenwahn bietet und daraus die Lehre gezogen, dass es besser ist allein zu bleiben, um geliebte Menschen nicht in Gefahr zu bringen.Er ist zwar seines langen Lebens überdrüssig, wird aber vom Wunsch, seine wie er veranlagte Tochter zu finden, sowie vom seinem Versprechen an seine Mutter und seine einzige Liebe Rose, sein Leben nicht selbst zu beenden, getrieben.Trotz aller Gebote Hendrichs und der Zukunftsängste, dass er geliebten Menschen zwangsläufig zur Gefahr wird, verliebt er sich in seine Kollegin Camille, eine Begegnung, die schon sehr früh in Camilles Leben ihren Anfang nahm.Er stößt Camille von sich fort aus der altbekannten Angst, dass er ihr Leben gefährden könnte.Erst die Begegnung mit einem Freund aus alter Vergangenheit und auch mit Hilfe von Camille, erkennt Tom, dass man die glücklichen Zeiten nicht anhalten kann, aber auch nichts davon hat, aus Angst vor Unglück keine glücklichen Zeiten zu erleben.„Wir kennen immer nur den Moment, in dem wir uns befinden“.„Wie man die Zeit anhält“ ist ein angenehm unaufgeregt aus Sicht des Protagonisten erzählter Roman, der auch ohne viel Action und mit undramatischen aber gefühlvoll und herzerwärmend beschriebenen Liebesgeschichten, der mich von Beginn an gefesselt hat.Gerade, dass Tom keine spektakulären Abenteuer erlebt hat, Zeit genug hatte er ja, sondern einfach von seinem Leben berichtet und was ihn bewegt, machte dieses Buch für mich zu einem frühen Lesehighlight in diesem Jahr.In einer Zeit, wo danach gestrebt wird, die Lebenszeit immer weiter zur verlängern, ohne wirklich zu wissen, was Mensch mit dieser Zeit anfangen will und kann, ist es berührend zu erleben, welche Last ein Jahrhunderte währendes Leben sein kann, in dem irgendwann das Leben an einem vorbei zieht samt der Menschen darin, dass irgendwann ein genügendes Maß an Erfahrungen und Erlebnissen erreicht ist.Mir gefiel Haigs Stil. Das Buch war spannend, traurig und berührend, eine Empfehlung auch für Leser, die ihre Komfortzone der üblich bevorzugten Genres (wie ich ) mal verlassen möchten.
Pressestimmen
Ein wunderschönes, magisches Buch, das direkt ins Herz zielt.
Cathrin Brackmann, 03.07.2018
Perfektes Buch für den Urlaub, in dem Zeit keine Rolle spielt.
15.06.2018
Dank Haigs warmherziger Weltsicht und der netten Liebesgeschichte ein gelungener Zeitvertreib.
Angela Wittmann, 06.06.2018
Matt Haigs Roman ist ungewöhnlich, spannend, fantasievoll und in England ein Bestseller.
09.05.2018
›Wie man die Zeit anhält‹ ist romantisch, dramatisch, sentimental
Gustav Gaisbauer
Absolut lesenswert!
Karl Aulbach
Ein magischer, brillant erzählter, bisweilen tragischer und faszinierender Roman zum Nachdenken und ...Verlieben. mehr weniger
Ein philosophisches Buch mit Tiefgang, Humor, Spannung und einem zutiefst menschlichen Protagonisten..., dem man viele LeserInnen wünscht. mehr weniger
Anita Ruckerbauer
Absolut lesenswert!
Ein wunderbares, pantasievolles Buch.
30.09.2021
›Wie man die Zeit anhält‹ ist ein berührender Roman über die Liebe und Zeit.
20.11.2019
›Wie man die Zeit anhält‹ ist eine inspirierende Geschichte, die Philosophie und Dramatik gekonnt mi...teinander verbindet. mehr weniger
Elena Meyer-Thamer, 23.10.2019
Haigs Roman wirft ein fast philosophisches Licht auf die Zeit und auf das, was sie mit den Menschen ...macht. mehr weniger
27.07.2018
Matt Haigs ›Wie man die Zeit anhält‹ ist berückend brillantes Erwachsenen-Romantasy.
11.07.2018
Matt Haigs Roman wirft leichtfüßig kluge Fragen auf.
04.07.2018
Matt Haigs ›Wie man die Zeit anhält‹ ist berückend brillantes Erwachsenen-Romantasy.
20.06.2018
Dem Buch liegt ein schönes Gedankenspiel zugrunde.
14.06.2018
Matt Haig nimmt die Leser mit auf eine ganz spezielle Reise, an die man immer gern zurückdenkt.
01.06.2018
Ein kluges, warmherziges und doch so spannendes Buch.
23.05.2018