Der neue große Roman von SPIEGEL-Bestsellerautor Matt Haig.
9,99 €
(0,00 € / )
Wird sofort digital versendet
- Versandkostenfreiin Deutschland
- Schneller VersandLieferung 2–3 Werktage
- Sichere ZahlungSSL-verschlüsselt
Wie man die Zeit anhält
Seit kurzem lebt Tom Hazard wieder in London, wo er die faszinierende Camille kennenlernt. Auf Anhieb fühlt er sich zu ihr hingezogen. Doch er trägt ein Geheimnis in sich, von dem niemand etwas wissen darf: Tom sieht aus wie 40, in Wirklichkeit aber ist er schon über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, das Paris der 20er-Jahre erlebt und regelmäßig eine neue Identität angenommen. Eins war er dabei über die Jahrhunderte hinweg immer: einsam. Während er Camille nun näherkommt, verändert sich für ihn alles.
Bibliografische Daten
2. Auflage
Matt Haig
Matt Haig wurde 1975 in Sheffield geboren und hat bereits eine Reihe von Romanen und Kinderbüchern veröffentlicht, die mit verschiedenen literarischen Preisen ausgezeichnet und in über 30 Sprachen übersetzt wurden. In Deutschland bekannt wurde er mit dem Bestseller ›Ich und die Menschen‹.
6 - 10 von 121 Leserstimme
Wenn die Zeit keine Bedeutung hat
Wenn die Zeit keine Bedeutung hat…Tom Hazard ist Geschichtslehrer an einer Schule in London und ein Einzelgänger. Ein Durchschnittstyp von Mitte 40 so scheint es auf den ersten Blick. Doch Tom ist so ganz anders, als jeder andere. Tom ist über 400 Jahre alt und hat dementsprechend viele der geschichtlichen Epochen die er lehren soll persönlich erlebt. Und damit kommt er immer weniger zurecht. Er leidet sehr an seinen vielen Erinnerungen und darunter das er etwas ganz wichtiges nicht darf, nämlich sich zu verlieben. Doch dann lernt er Camille kennen und das ändert alles.Tom erzählt seine Geschichte selbst und wir bekommen einen Einblick in all die Epochen seines bisherigen Lebens. Tom ist ein wunderbarer Mensch, sehr einfühlsam und nachdenklich eigentlich wie geschaffen dafür zu lieben doch genau das ist ihm nicht erlaubt.Man leidet regelrecht mit ihm mit und hofft und bangt, das er doch noch irgendwie sein Glück findet.Der Schreibstil ist einfach gehalten und lässt sich flott lesen. Die Geschichte hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und mir wurde nicht einmal langweilig beim lesen.Ein wundervolles Buch, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat.
Wahnsinnig toll!!
Das Cover finde ich mit seinen blaugrünen Farbtönen und der mal etwas anders eingebundenen Silhouette richtig toll!!! Sehr faszinierend war, dass ich dem Protagonisten sein nun doch extrem hohes Alter, nicht zuletzt aufgrund des bei drückend Schreibstils, tatsächlich irgendwie abnehmen konnte. Matt Haig gelingt es, passend zu seinem alten, weisen Protagonisten, in nur wenigen Worten mehr auszusagen, als die meisten Autoren auf einer ganzen Seite. Gleichzeitig wirkt das Ganze total unerzwungen und leicht, weshalb sich das Buch sehr angenehm hat lesen lassen. Gleichzeitig schafft es der Autor Witz und philosophische Fragen rund ums Leben miteinander zu verbinden. Beispielsweise wer man ist und was einen ausmacht, wie schwer es sein kann, loslassen zu müssen, aber auch wofür es sich zu kämpfen lohnt.Sehr gefallen haben mir die Throwbacks, wenn ich mich auch zuächst erst einmal an diese gewöhnen musste. Sie haben den Leser eine Art Zeitreise erleben lassen, ohne dass diese überhaupt im herkömmlichen Sinne im Buch vorkommt. Mit Tom hat Haig eine sehr faszinierenden Protagonisten geschaffen. Dieser ist einerseits viel älter, als man es ihm ansehen mag und denkt auch dementsprechend ein wenig anders, als es Menschen tun würden, die nach dem Aussehen zu urteilen ähnlich alt sein könnten. Andererseits ist er ein Künstler der Integration. Sehe gefallen hat mir Toms bedächtige Haltung, welche sich das komplette Buch über auferhalten konnte. Fazit:Ich kann euch dieses Buch wirklich sehr ans Herz legen, wenn ihr Lust auf eine wirklich besondere Liebesgeschichte habt. Mit seinem Schreibstil und den wahnsinnig starken Protagonisten Tom, konnte mich Matt Haig absolut überzeugen. Hierfür gebe ich 5 Sterne: ?????.
Schlicht und einfach wunderbar
Meine Erwartungen an Matt Haigs neues Buch waren sehr hoch, da „Ich und die Menschen“ vom selben Autor zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt.Ich wurde alles andere als enttäuscht, denn Matt Haig ist es auch mit diesem Buch wieder gelungen, ein Meisterwerk vorzulegen.Tom Hazard scheint von seinem Umfeld als Durchschnittstyp wahrgenommen zu werden, dabei ist er ganz anders als jeder Normalsterbliche. Er ist über vierhundert Jahre alt und hat in vielen namhaften Epochen gelebt. „Reisender in der Zeit“ kann man ihn wohl nennen. Und manch einer wird neidisch oder bewundernd auf das Erlebte schauen. Doch was Tom prägt, sind auch Melancholie und andauernder Weltschmerz, da ihm doch das wichtigste auf der Welt verwehrt bleibt-er darf sich nicht verlieben. Der Verlust einer Liebe aus frühesten Tagen hängt ihm auch nach mehreren Jahrhunderten noch an und lässt ihn nie zur Ruhe kommen. Doch dann lernt er Camille kennen und alles wird anders...Die Hauptfigur Tom kennenzulernen ist für den Leser ein Geschenk! Er ist so ein sanfter, nachdenklicher Mann, der für das kämpft, was er liebt. Es ist ganz wunderbar ihn im Rückblick durch die Epochen seines Lebens begleiten zu können. Wie prächtig Matt Haig dies alles erzählt, man meint es greifen zu können. Man leidet und freut sich mit Tom und vergießt am Ende vielleicht sogar eine Träne, einfach, weil das Buch so wunderschön ist.
Lieben lernen und Eintagsfliegen anständig behandeln
Das Leben aus der Perspektive eines 439-Jährigen zu betrachten ist außergewöhnlich, doch genau auf dieser Basis führt Matt Haig seine Leser durch die Geschichte im Roman „Wie man die Zeit anhält“. Logischerweise folgt man ihm auf mehreren Zeitebenen bis in die Gegenwart. Im Laufe seines ungewöhnlich langen Lebens macht seine Hauptfigur, Tom Hazard, überwiegend schmerzhafte Erfahrungen, daher wird man von Anfang an mit einer herzzerreißenden Melancholie konfrontiert. Glücklicherweise gibt es großartige Lichtblicke. Da Tom Hazard bereits Ende des 16. Jahrhunderts zur Welt kommt, erlebt er unter anderem Shakespeares Zeit und – ein wundervoller Zufall – er unterstützt ihn sogar bei einem Bühnenstück im Globe Theater. Diese und ähnliche, gut pointierte Zwischensequenzen bieten ein besonderes Leseerlebnis und eine gewisse Heiterkeit.Andererseits kommt dieses Buch gelegentlich so vor, als hielte man eine kleine Sammlung von unschätzbaren Weisheiten in den Händen. Die philosophisch angehauchten Abschnitte begeistern mit schlüssigen Gedankenansätzen um das Thema „Zeit“ herum. Die Entwicklung geht eindeutig in Richtung einer besseren Welt, in der Liebe und Lebenswille die Phasen der Angst, der Enttäuschung und des daraus folgenden Rückzugs besiegen können.Ob die abwertend als „Eintagsfliegen“ bezeichneten, kurzlebigen Durchschnittsmenschen daraus lernen können? Hoffnung gibt es allemal. Doch vorerst gibt es diese äußerst seltsame Lektüre von Matt Haig und eine gute Gelegenheit, es Tom Hazard gleich zu tun und eine Liste der Dinge – zumindest im Kopf – zu erstellen, was das Leben und die aktuelle Epoche so liebens- und lebenswert macht.
Keine Angst vor der Zukunft. Die Zukunft bist du!
Das Cover: Eine Uhr mit römischen Ziffern, in der ein Mann sitzt.Zum Buch:Tom Hazard sieht aus wie ein normaler Vierzigjähriger. Aber Tom lebt seid 439 Jahren. Nach schlechten Erfahrungen mit Aberglaube und Hexerei im 17.Jahrhundert, lebt er nun nach den Regeln der Albatros-Gesellschaft. Diese schützt Menschen wie Tom, denn es gibt mehr davon auf der Welt. Aber es gibt natürlich auch Menschen, die ihnen Böses wollen.Aber Tom ist einsam. Seid langer Zeit sucht er nach seiner Tochter Marion, denn seine Frau Rose erzählte ihm auf ihrem Sterbebett, das diese so sei wie er.Und seine Flashbacks und Kopfschmerzen nehmen zu. Kann ihm vielleicht die freundliche Französischlehrerin Camille helfen?Meine Meinung:Nachdem ich die ersten Seiten einer Leseprobe gelesen hatte, wußte ich, dass ich dieses Buch lesen wollte. Nach Matt Haigs "Ich und die Menschen", welches uns - den Menschen - eine Spiegel vorhält und uns an die wichtigen Dinge im Leben erinnert, kommt jetzt noch die Faszination des "ewigen" Lebens dazu. Das es nicht nur gute Seiten gibt, werden schnell deutlich. Ob es sein Blick war, ob ich in ihm einen anderen Außenseiter spürte oder ob ich ahnte, welchen Schaden die Seele erleidet, wenn sich in einem langen Leben zu viele Sünden anhäufen, könnte ich bis heute nicht sagen. (Seite 254)Andererseits lebt die Figuer Tom Hazard in der Entdeckerzeit in England, im Wandel und danach steht ihm dann die Wlet offen. Alle acht Jahre Verändert er sich, bevor es auffällig wird, das er sich nicht verändert, nicht altert bzw. sehr sehr langsam.Matt Haig wechselt im Roman immer wieder die Zeiten, was nicht verwirrt, sondern zum Verständnis von Toms Leben beiträgt. Gerade die die Rückblicke, wie es ihm am Anfang mit der "Krankheit" erging, sind sehr einprägsam. Insbesonder, weil Tom sie nacherzählt und nicht der Erzähler stur wiedergibt, wie es ihm erging. Es fließen immer wieder Dinge, Worte, begebenheiten ein, die uns heutzutage wichtig sind.Er war eine beeindruckende Erscheinung, auch wenn er kein Errol Flynn oder Tyrone Power, Paul Newman oder Ryan Gosling war. Auf Tinder hätte er nur mit viel Glück überhaupt einen Swipe bekommen. Sein Haar war dünn und farblos, und er hatte ein grobes knubbeliges Rembrandt-Gesicht, doch dafür hatte er etwas, das die Leute im elisabethanischen Zeitalter noch wahrnahmen und zu schätzen wussten, was sie im einundzwanzigsten Jahrhundert verlernt haben: Er hatte eine Aura. Eine starke, metaphysische Kraft, eine Präsenz, eine Seelendichte. (Seite 140: Es geht um Richard Burbage, einen berühmten Schauspieler)Und natürlich wird auch ein wenig was gelehrt. Tom geht in seiner Aufgabe als Geschichtslehrer auf, die Kinder sind begeistert, weil er klingt, als wäre er dabei gewesen (zwinker-zwinker) und welcher Lehrer kann schon auf einer Laute Billie Jean spielen?Geschichte ist lebendig. Wir sind Geschichte. Geschichte, das sind nicht tote Politiker, Könige und Königinnen. Jeder und alles ist Geschichte. Ihr Kaffee zum Beispiel. Am Beispiel Ihres Kaffees könnte ich die ganze Geschichte des Kapitalismus, des Britischen Empire und der Sklaverei erzählen. Wie viel Blut und Elend es gekostet hat, damit wir heute hier sitzen und aus Pappbechern Kaffee nippen können.« (Seite 21)Fazit:Eine wundervolle und interessante Geschichte.
Bezaubernde Geschichte über die Zeit, die Liebe und das Leben
Was wäre, wenn es unter uns eine Gruppe von Menschen gäbe, die Shakespeare noch persönlich kennen lernen durften, in den Roaring Twenties als Pianisten unterwegs waren, Menschen, für die eine Bloody Mary eine bahnbrechende Erfindung war?In Matt Haigs Roman „Wie man die Zeit anhält“ gibt es sie, und einem davon, Tom, begleiten wir in seinem Leben. Mit ihm lernen wir das England des 17. Jahrhunderts kennen, entdecken die Welt und lernen die Tücken des 21. Jahrhunderts kennen. Tom arbeitet als Geschichtslehrer an einer Schule in London. Wer sonst könnte das auch besser als einer, der bei vielen der Ereignisse selbst dabei war – oder zumindest gelebt hat. Schließlich ist Tom 439 Jahre alt. Mit dieser Fähigkeit ist er aber nicht allein: es gibt noch mehr, allen voran Hendrich, der die Albatros-Gesellschaft gegründet hat, um Menschen, die nur sehr langsam altern, zu schützen. Zumindest gibt er das vor. Im Laufe der Geschichte muss Tom seine Meinung zu Hendrich überdenken, denn der war nicht immer ehrlich zu ihm....Matt Haig hat einen großartigen Roman geschrieben. Sein wundervoller Schreibstil zeigt sich hier vor allem in der Beschreibung von Orten: man verliert sich im London von 1616 genauso wie im heutigen London, Paris 1929 fühlt sich genauso lebendig an wie das jetzige Australien. Fast könnte man glauben, Haig selbst war zu der Zeit an diesen Orten.Die Geschichte selbst ist romantisch, ohne je kitschig zu werden und bietet auch ein paar Überraschungen.Ich habe das Lesen sehr genossen und werde mir noch andere Romane von Haig anschaffen. Von mir eine Empfehlung!
Die kostbare Zeit
In dem Buch 'Wie man die Zeit anhält' von Matt Haig begleiten wir den Protagonisten Tom, der ein normaler Geschichtslehrer zu sein scheint. Doch durch eine sehr seltene Veranlagung, altert Tom viel langsamer als andere Menschen. Dieses Geheimnis trägt er nun schon seit 439 Jahren mit sich herum. Immer auf der Hut, verändert er alle acht Jahre seine Identität um nicht aufzufallen. Denn wenn sein Geheimnis an die Öffentlichkeit gelangen sollte, kann es sehr gefährlich werden, wie Tom bereits schmerzlich feststellen musste. Als er der 'Gesellschaft' beitritt, eine Organisation die sich um Menschen mit dieser besonderen Veranlagung kümmert, denkt er das Leben würde leichter. Doch die ersten Regel der 'Gesellschaft' lautet: Du darfst nicht lieben!Matt Haig schreibt mit einer tollen Sprache über die voranschreitende Zeit. Er zeigt auf, dass wir jeden Moment auskosten und im Jetzt Leben sollten. Eine schöne Geschichte über die Verbindung zu Menschen und die Angst vor der unaufhaltsamen Zeit.Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Besonders die ersten 2/3 des Buches. Wir begleiten Tom in seine Erinnerungen in viele verschiedene Zeit-Epochen. Dieser Teil hat mich das Buch nicht aus der Hand legen lassen. Gegen Ende wurde nochmal die Spannung hoch gefahren und natürlich kommen auch die Gefühle nicht zu kurz.
Ein sprachlich überzeugendes Buch, das zum Nachdenken anregt
Mit welcher Frage sich Matt Haig in seinem aktuellen, gerade bei dtv erschienenen Roman beschäftigt steckt schon im Titel „Wie man die Zeit anhält“. Was bedeutet Zeit für uns? Wieviel Zeit bleibt uns? Viele Menschen leben bewußt und gesund, um ihr Leben zu verlängern, einige träumen sogar von einem ewigen Leben. Aber ist das wirklich so erstrebenswert? Tom Hazard ist mit der Gabe ausgestattet, sehr viel langsamer zu altern als bei den Menschen üblich. Er wurde Ende des 16.Jahrhunderts geboren und sieht mehr als 400 Jahre später erst aus wie Anfang 40. Doch er zahlt einen hohen Preis für diese Besonderheit, denn dieses lange Leben bezahlt er mit Einsamkeit. Seine große Liebe musste er vor vielen Jahren verlassen, um sie nicht dem Verdacht der Hexerei auszusetzen, eine enge Beziehung zu ihm bedeutet Gefahr für andere Menschen aber auch für Tom selber, so dass alle 8 Jahre Aufenthaltsort und Identität wechselt, bevor anderen auffällt, dass er nicht altert. Als er in unserer heutigen Zeit doch erneut Gefühle für eine Frau entwickelt, zweifelt er an der Entscheidung, immer auf der Flucht zu leben. Kleinigkeiten lassen bei ihm Erinnerungen aufleben, in Rückblenden lässt er den Leser teilhaben an seiner ereignisreichen, von interessanten aber auch niederschmetternden Erlebnissen geprägten Geschichte. Dass er dabei viele berühmte Persönlichkeiten getroffen hat, wirkt manchmal etwas überzogen, passt aber zu seinem Leben. Seine Biographie bleibt lückenhaft, eine detailreichere Ausführung würde aber auch den Rahmen des Buches sprengen. Es gibt amüsante aber auch traurige Episoden, Toms Schwermut und die Tragik seines Schicksals sind gut nachvollziehbar. Die folgende Aussage hat mir unter anderem gut gefallen und mich zum Nachdenken angeregt: „Die Geschichte war - ist - eine Einbahnstraße. Es geht nur in die eine Richtung. Aber man muss nicht immer nach vorne blicken. Manchmal kann man sich umschauen und einfach da, wo man ist, glücklich sein.“Schon in „Ich und die Menschen“ hat mir die Mischung aus philosophischen Gedanken und tragikomischer Handlung sehr gut gefallen. Der aktuelle Roman verströmt nicht ganz diese Intensität und wirkt etwas weniger Rund, wer sich gerne mit ungewöhnlichen Gedankenansätzen auseinander setzt, wird hier aber gut unterhalten.
Mein bisheriges Jahreshighlight!
Ich bin totaler Fan von Büchern, die von Zeitreisen und ähnlichen Thematiken handeln. Das hat schon seit jeher eine absolute Faszination auf mich ausgeübt. Gut, in "Wie man die Zeit anhält" geht es nicht wirklich über Zeitreisen, jedoch spielt Zeit hier auch eine große Rolle, denn Tom Hazard ist kein Mensch mit einer "üblichen" Lebensdauer und als ich den Klappentext las, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Für mich ist Tom dennoch irgendwie ein Zeitreisender, denn er hat so unendlich viele geschichtliche Ereignisse hautnah miterlebt.Doch um was geht es in der Geschichte genau? Wenn man Tom so sieht, denkt man, ein gutaussehender Mann um die 40 steht vor einem. Doch weit gefehlt, in Wirklichkeit ist er über 400 Jahre alt und man kann sich kaum vorstellen, was er an bedeutend geschichtlichen Ereignissen miterlebt hat. Alle acht Jahre nimmt er eine neue Persönlichkeit an, um nicht entdeckt zu werden. Geliebt hat er nur ein einziges Mal und nachdem dies schmerzhaft endete und er Jahrhunderte gebraucht hat, um einigermaßen damit zurecht zu kommen, wollte er nie wieder lieben. Doch dann begegnet er in London Camille... und seine Welt steht plötzlich auf dem Kopf.Mein Eindruck vom Buch:Matt Haig hat hier einen wundervollen Protagonisten erschaffen, Tom Hazard. Der Leser lernt Toms Gedankenwelt kennen, denn die Geschichte ist als Ich-Erzählung aufgebaut und ich habe Tom schon auf den ersten Seiten lieb gewonnen. Aufgeteilt ist das Buch in fünf Teile und man springt zwischen den Zeiten hin und her. Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass dies etwas zu Chaos führen könnte und man irgendwann nicht mehr weiß, welche Ereignisse und Personen in welchen Epochen eine Rolle spielen, aber das war absolut kein Problem. Matt Haig versteht es, verschiedene Geschichten, die Tom erlebt hat, fließend zu beschreiben und die Zeitenwechsel so zu konstruieren, dass es dem Leser leicht fällt, gleich wieder einzutauchen.Ich fand es faszinierend, wie der Autor es schafft, Tom so unglaublich viel Charakter, so viel Emotionen einzuflößen und ich habe richtig mit ihm mitgelitten, mich aber auch mit ihm gefreut, gehofft und mitgebangt. Manchmal musste ich mich richtig dran erinnern, dass Tom eine fiktive Figur ist und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich musste einfach unbedingt wissen, wie es mit ihm weitergeht und welche Rolle die geheime Organisation genau spielt. Der Schreibstil Haigs hat mich tief berührt... Toms Gedanken und Gefühle regen sehr zum Nachdenken an und ich habe mich nicht nur einmal ertappt, dass ich seine Eindrücke in mein Leben übermittelt habe und mir seine Fragen selbst über mich stellte. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass dies so sehr geschafft hat wie dieses.Fazit:Für mich ist diese Geschichte etwas ganz Besonderes und mein bisheriges Jahreshighlight! Ich habe jede einzelne Zeile genossen und bin mir sicher, es wird ein Re-read geben. Dies war mein erstes Buch von Matt Haig und seine anderen Werke stehen jetzt auf meiner To-read-list ganz ganz oben. Danke für dieses wundervolle Buch!
Jeder Moment ist eine Ewigkeit
"Ich bin alt.Das ist das Wichtigste, was es über mich zu sagen gibt. Und das, was am schwersten zu glauben ist. Könntest du mich sehen, würdest du mich für etwa vierzig halten, aber damit lägst du weit daneben." [S. 11]Inhalt:Tom Hazard ist kein gewöhnlicher Mann, denn er ist weit über 400 Jahre alt.Er leidet unter "Anagerie"; einer Veranlagung, die in der Pubertät zutage tritt und dafür sorgt, dass er wesentlich langsamer altert als der Großteil der Menschheit.Als er Kontakt zu einem Arzt aufnimmt, in der Hoffnung mehr über sich und seine Veranlagung zu erfahren, tritt eine Geheimgesellschaft an ihn heran, die ihm das Angebot unterbreitet, im Austausch für kleinere Gefälligkeiten, fortan für seinen Schutz zu sorgen.Tom nimmt das Angebot an und lebt ab diesem Zeitpunkt quasi immer auf dem Sprung, denn um sein Geheimnis vor der Öffentlichkeit zu verbergen, ist es nötig alle acht Jahre ein vollkommen neues Leben zu beginnen."Mir kam der Gedanke, dass die Menschen deswegen nicht älter als hundert wurden, weil sie es einfach nicht länger aushielten. Seelisch, meine ich. Irgendwann ging einem schlicht die Puste aus. Da war nicht genug Ich, um weiterzumachen. Die eigenen Gedanken liefen sich tot. Das Leben, das sich stets wiederholte, wurde öde. Irgendwann kam kein Lächeln mehr, keine Geste, die man noch nicht gesehen hatte. Keine Veränderung in der Weltordnung, die nicht das Echo einer anderen Veränderung war. Es gab keine Neuigkeiten, die neu waren. Schon das Wort "neu" war blanke Ironie. Alles drehte sich im Kreis. In einer langsamen Abwärtsspirale. Und die Toleranz für die Menschen, die immer und immer und IMMER wieder die gleichen Fehler machten, schwand mit der Zeit. Es war wie ein nervtötender Ohrwurm, ein Lied, dessen Refrain man einst gemocht hatte, doch jetzt würde man sich am liebsten die Ohren abreißen, um es nicht mehr hören zu müssen." [S. 43]Als die Gesellschaft ihm, auf sein Bitten hin, ermöglicht als Geschichtslehrer zu arbeiten, löst das schon bald eine Flut an schmerzhaften, von Verlust und Einsamkeit geprägten, Erinnerungen in ihm aus: seine tragische Kindheit, die elisabethanische Ära in England, die Expedition von Captain Cook in die Südsee, die Literaten und Jazzmusiker im Paris der zwanziger Jahre und vor allen Dingen Rose; immer wieder Rose, deren Verlust er nie verwunden hat.Doch als eines Tages Camille in sein Leben tritt, wirkt das wie ein Weckruf und plötzlich steht er vor der schwersten Wahl seit Langem, denn zu große Nähe zu anderen Menschen kann lebensgefährlich sein.Meine Meinung:Vorneweg, ich halte Matt Haig für keinen großen Geschichtenerzähler. Mich hat weder die Handlung von "Ich und die Menschen" noch von "Wie man die Zeit anhält" besonders angesprochen; aber das hat mich glücklicherweise weder bei "Ich und die Menschen" noch bei diesem Buch hier gestört, denn die Handlung spielt meiner Meinung nach bei beiden Büchern eine eher untergeordnete Rolle. Sie dient lediglich als Instrument um Gedanken durchzuspielen, sich selbst Freude zu bereiten, Dinge ins richtige Licht zu rücken, Wahrheiten auszusprechen, auf Wesentliches hinzuweisen und Schmerz zu verarbeiten."Sie redet mit mir, als wären wir im gleichen Alter, und dafür liebe ich sie. Wenn ich mit ihr zusammen war, trat der Rest der Welt in den Hintergrund, und ich wurde ruhig. Sie war mein Gegengewicht. Sie schenkte mir Frieden, wenn ich sie nur ansah, und deswegen sah ich sie ständig an, immer zu lange, zu intensiv. Heutzutage kennen die Menschen solche Blicke nicht mehr." [S. 166]In seiner Danksagung schreibt Matt Haig, dass "Wie man die Zeit anhält" zu schreiben, für ihn wie eine Therapiesitzung und eine Zeitreise in einem gewesen sei und das spürt man auf so gut wie jeder Seite.Für mich ist er einer der wenigen Autoren, bei dem man zwischen den Zeilen eine besondere Triebkraft, oder besser gesagt eine gewisse Dringlichkeit herausliest, etwas Bestimmtes zu Papier zu bringen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er in seinen Geschichten viel Persönliches verarbeitet. Seine Bücher sind sein kreatives Ventil und ich habe beim Lesen oft das Gefühl, Matt Haig selbst, und nicht seinen Figuren näher gekommen zu sein.Auf mich macht er den Eindruck eines scharfsinnigen Beobachters, eines Dichter, eines Denker und ich hoffe, dass er auch in Zukunft gut auf sich achtgibt, denn meistens sind es die Dichter und Denker die von den Tretmühlen des Lebens überrollt werden und was wäre die Welt blos ohne ihre Dichter und Denker."Aber Tatsache ist: Wir können die Zukunft nicht kennen. Wir sehen die Nachrichten und denken, alles geht den Bach runter. Aber wir können es nicht wissen. Das ist das Wesen der Zukunft. Wir kennen sie nicht. Irgendwann müssen wir uns damit abfinden. Wir müssen aufhören, nach vorn blättern zu wollen, und uns stattdessen auf die Seite konzentrieren, auf der wir gerade sind." [S. 373]Sein Schreibstil strotzt vor Kreativität, tiefsinniger Schnörkel und poetischer Schleifen. Sowas mag nicht jeder, aber ich bin jemand, die bei Beschreibungen wie, "er fuhr sich über den Schnurrbart, wie um bei ihm Trost zu suchen", innerlich kleine Raketen abfeuert, weil man so etwas nicht alle Tage zu lesen bekommt. Zugegeben, dass man bei diesem Buch als Leser/in selbst eine kleine Zeitreise unternimmt, ist ein hübsches "Schmankerl", aber das hat mich bei Weitem nicht so glücklich gemacht, wie die vielen kleinen und großen Lebensweisheiten, die überall eingebaut sind.Es geht um das Leben ansich und um die Menschen um einen herum, denn im Grunde genommen ist das, was einem passiert, im Laufe der Zeit mit Sicherheit auch schon anderen passiert. Alles wiederholt sich, alles ist ein ständiger Kreislauf und von diesem Kreislauf handelt auch dieses Buch. Von den großen und kleinen Dingen des Lebens: von Kriegen, Krisen, von Schmerz, von Fehlern, von der Liebe, von Antworten, von Freude, von Verlust, dem Fortschritt, der Einsicht, der Enttäuschung, den Fragen, dem Auf, dem Ab, der Trauer, den Träumen, von dem Sinn hinter allem und dem Weg dorthin.Fazit:"Wie man die Zeit anhält" ist ein absolutes Wohlfühlbuch, was ich unglaublich gerne gelesen habe. Es ist eins dieser Bücher was angenehm nachklingt, einen bereichert, zu dem man immer wieder greifen und lange lange von zehren kann."Doch je länger man lebt, desto deutlicher erkennt man, dass nichts unverrückbar feststeht. Jeder Mensch wäre irgendwann ein Flüchtling, wenn er nur lange genug lebte. Jeder würde sehen, dass Nationalität auf lange Sicht wenig Bedeutung hat. Jeder würde erleben, dass sein Weltbild auf den Kopf gestellt und seine Überzeugungen widerlegt werden. Jeder würde begreifen, dass es nur eine Sache gibt, die den Menschen ausmacht, und das ist echte Menschlichkeit." [S. 60]*An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an Lovelybooks, die mir im Rahmen einer Leserunde, ein kostenloses Exemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt haben.
Pressestimmen
Ein wunderschönes, magisches Buch, das direkt ins Herz zielt.
Cathrin Brackmann, 03.07.2018
Perfektes Buch für den Urlaub, in dem Zeit keine Rolle spielt.
15.06.2018
Dank Haigs warmherziger Weltsicht und der netten Liebesgeschichte ein gelungener Zeitvertreib.
Angela Wittmann, 06.06.2018
Matt Haigs Roman ist ungewöhnlich, spannend, fantasievoll und in England ein Bestseller.
09.05.2018
›Wie man die Zeit anhält‹ ist romantisch, dramatisch, sentimental
Gustav Gaisbauer
Absolut lesenswert!
Karl Aulbach
Ein magischer, brillant erzählter, bisweilen tragischer und faszinierender Roman zum Nachdenken und ...Verlieben. mehr weniger
Ein philosophisches Buch mit Tiefgang, Humor, Spannung und einem zutiefst menschlichen Protagonisten..., dem man viele LeserInnen wünscht. mehr weniger
Anita Ruckerbauer
Absolut lesenswert!
Ein wunderbares, pantasievolles Buch.
30.09.2021
›Wie man die Zeit anhält‹ ist ein berührender Roman über die Liebe und Zeit.
20.11.2019
›Wie man die Zeit anhält‹ ist eine inspirierende Geschichte, die Philosophie und Dramatik gekonnt mi...teinander verbindet. mehr weniger
Elena Meyer-Thamer, 23.10.2019
Haigs Roman wirft ein fast philosophisches Licht auf die Zeit und auf das, was sie mit den Menschen ...macht. mehr weniger
27.07.2018
Matt Haigs ›Wie man die Zeit anhält‹ ist berückend brillantes Erwachsenen-Romantasy.
11.07.2018
Matt Haigs Roman wirft leichtfüßig kluge Fragen auf.
04.07.2018
Matt Haigs ›Wie man die Zeit anhält‹ ist berückend brillantes Erwachsenen-Romantasy.
20.06.2018
Dem Buch liegt ein schönes Gedankenspiel zugrunde.
14.06.2018
Matt Haig nimmt die Leser mit auf eine ganz spezielle Reise, an die man immer gern zurückdenkt.
01.06.2018
Ein kluges, warmherziges und doch so spannendes Buch.
23.05.2018