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Foto Anika Decker, Buch Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben und Zitat „Was für eine schöne Geschichte! Ganz leicht erzählt, aber nie leichthin!“ von Christine Westermann
Foto Anika Decker, Buch Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben und Zitat „Was für eine schöne Geschichte! Ganz leicht erzählt, aber nie leichthin!“ von Christine Westermann

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»Geh raus, Schatz, und leb mal wieder. Heute wird geknutscht.«

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben

Nina: bald fünfzig, geschieden, Mutter von zwei Kindern. Ihren Zustand beschreibt sie so: leichte Aggressionen, aufkommender Zynismus, Brustspannen. Nicht, dass sie ihrem Ex die Ehe mit der jungen Influencerin und »Zwillings-Mama« missgönnen würde, ihr sind lediglich einige Details aufgefallen, die in ihrem Kopf herumgeistern: ihre Anderthalb-Zimmer-Wohnung im Vergleich zur repräsentativen Villa ihres angeblich bankrotten Ex beispielsweise. Doch dann geschieht, was Nina nicht glauben will: Sie verliebt sich in den zwanzig Jahre jüngeren David und bringt damit ihre fragile Lebenskonstellation ins Wanken. Denn jeder hat eine Meinung dazu, inklusive sie selbst, und wenn sie glücklich werden will, muss sie ihr Leben neu aufrollen.

Bibliografische Daten

EUR 10,99 [DE]
ISBN : 978-3-423-44515-3
Erscheinungsdatum: 01.01.2025
1. Auflage
480 Seiten
Sprache: Deutsch
Autor*innenporträt

Anika Decker

Anika Decker, geboren 1975 in Marburg, arbeitet als Drehbuchautorin und Regisseurin in Berlin. 2007 gelang ihr mit ihrem sensationellen Drehbuchdebüt Keinohrhasen der Durchbruch. 2015 debütierte sie als Regisseurin, der Film Traumfrauen, nach eigener Vorlage, war eine der erfolgreichsten Kinoproduktionen des Jahres. Ihre zweite Regiearbeit High Society eroberte Platz eins der Kinocharts. Anika Deckers Romandebüt Wir von der anderen Seite stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Auch ihr aktueller Roman Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben stand monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Die Hörfassung war sieben Monate in den Top Ten von Audible.

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120 von 120 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.53 von 5 Sternen


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11 - 10 von 120 Leserstimme

turbulenzen_und_so am 27.12.2024 23:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Feministische RomCom

Eine feministische RomCom. So könnte man Anika Deckers neuen Roman gut und gerne bezeichnen. Ich gebe zu, ich musste Anika Decker erst einmal googeln, um dann festzustellen, dass sie die Drehbücher zu einigen der erfolgreichsten deutschen Filmkomödien geschrieben und bei einigen zudem noch Regie geführt hat. Ihr liegt also sowohl das Komische als auch das Romantische. In der Kombi eine Mischung, die ich in der Buchhandlung meist gleich wieder weglege. Hier war es aber der Titel und das schlichte Cover, dass mir aofort ins Auge gesprungen sind. Es verspricht eben weder den üblichen Schmalz, als auch den oft unter der Gürtellinie sitzenden Klamauk. Und tatsächlich, konnte ich sofort in die Geschichte eintauchen. Ich flog nur so durch die Seiten und das obwohl oder vielleicht auch gerade weil mich der Anfang ein wenig an einen typischen Bridget Jones Roman erinnert, zumindest was die Art des Humors betrifft. Witzig, ohne allzu flach zu sein. Die wechselnde Erzählsicht der Protagonistin Nina und ihrer Schwester Lena (es kommen auch noch weiterer Charaktere zu Wort), gestalten die Geschichte abwechslungsreich und vielfältig. Als Berlinerin freute ich mich natürlich über den Lokalkolorit und sehe nun das Wiener Caféhaus am Roseneck mit ganz neuen Augen, bin aber genauso enttäuscht, dass die erwähnten Smootbie-Bars, doch eher der Fantasie entsprungen sind.Manch Szenen waren mir etwas zu überzeichnet. Die Yogaverbiegende, influencende neue Frau des Ex mit ihren reichen Botox-Freundinnen, die hinter der Fassade so unglücklich ist und sich nach 'normalen' Menschen sehnt. Sie passt natürlich herrlich in ein komödiantisches Setting, war aber leider zu vorhersehbar. Ebenso (Achtung weiterer Spoiler) Lenas Ehemann, der nach einer Kehrtwende ein Feminismus Seminar besucht, empfand ich als zuviel des Guten. Das mögen aber schon die größten Kritikpunkte meinerseits sein. Ich habe mich wirklich weitestgehend unterhalten gefühlt. Ob Meetoo und Compliance-Verfahren als Thema im ulkigen Setting das Richtige ist, lässt mich noch etwas zweigespalten zurück. Aber es gab einige Punkte, die ich gut fand. Verliebtsein in der "Mitte des Lebens", jüngerer Mann, beruflicher Durchschnitt ... Das die Protagonistin im gleichen Alter ist, wie ich, hat zusätzlich dafür gesorgt, dass da eine Sympathie und ein Verständnis da war und ich viele Gedankengänge gut nachvollziehen konnte. Manches Mal hätte ich aber gern dazwischen gebrüllt. Als die Kinder wenig Verständnis für eine jüngere Liebe hatten, um nur ein Beispiel zu nennen.Einiges dazu gelernt habe ich alle Mal. Moncler Jacken sind lebensnotwendig in Zehlendorf (vor diesem Buch, war mir die Marke kein Begriff, aber ich lebe auch am anderen Ende der Stadt), Östrogene wurden früher aus Pferdeurin hergestellt und vibrierende Kästchen können Ehemänner ersetzen. Ein unterhaltsames Buch mit ernsten Absichten, dass nicht schwer daherkommt und die perfekte Lektüre für zwischendurch ist.Mein liebstes Zitat: "Ich würde lieber einfach so gut aussehen, ohne Zusatz."

ginger am 27.12.2024 21:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Unterhaltsam, abgedreht und warmherzig

Nina ist fast fünfzig, geschieden. Während ihr Exmann Phil mit seiner neuen (sehr jungen) Frau in der Familienvilla lebt, ist Nina die meiste Zeit froh, aus dem Grunewald Posh herausgekommen zu sein. Auf dem Geburtstag der dreijährigen Zwillinge, die Phil mit seiner neuen Partnerin hat, läuft ihr der dreißigjährige David über den Weg und bringt ihr Leben tüchtig durcheinander, was sowohl ihre Schwester Lena als auch ihre erwachsenen Kinder nicht befürworten. Nina muss sich freikämpfen, zwischen Zweifeln, der wachsenden Sorge um ihre Mutter und nicht zuletzt einem ausgewachsenen MeToo Skandal in ihrer Firma.Leichtfüßig erzählt und ein bisschen verrückt, menschlich und mit einer großen Prise Herz. Trotzdem bleibt die Geschichte nicht einfach Klamauk. Neben der Wechseljahrthematik und dem Recht, seinen eigenen Weg zu finden, greift die Autorin mit der MeToo-Problematik ein ernsteres und wichtiges Thema auf.

mike nelson am 27.12.2024 18:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Wow!

Wow!!! Beste Unterhaltung mit Anspruch... und dabei auch eine Art 'Aufklärungsbuch' für Männer, die sich ihrer Rolle in einer emanzipiert-aufgeklärten Welt noch nicht so ganz sicher sind. Und auch ein'entkitschtes' Plädoyer dafür, dass es für die Liebe nie zu spät ist. Man muss nämlich schon um die Fünfzig sein, um so einigermaßen verstanden zu haben, wie die Welt, die Liebe und Beziehung funktioniert. Anika Decker ist da mit ihrem neuen Roman "Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben" etwas Großes gelungen - in eine amüsante Geschichte, handelnd in Berlin, bindet sie die Themen Älterwerden, 'wie funktioniert ein gutes Leben?', 'sich Lieben - ohne sich einander blind zu verfallen', die prägenden Erfahrungen von Kindheit und Jugend, Männerwelten und Frauenzusammenhalt ein. Natürlich bedient sich die Autorin dabei des einen oder anderen Klischees (allein der Handlungsort ist bereits eins) - diese wirken aber an keiner Stelle wie bemühte Plattitüden, weil wir es ja auch in den 2020-ern immer noch mit einer Vielzahl von Rollenklischees zu tun haben... und jede Epoche, jede Generation muss sich wohl mit den Klischees rumschlagen, die sie verdient hat. Nina ist kurz vor dem Fünfzigsten, Mutter zweier erwachsener Kinder und seit 2 Jahren von Phil geschieden, der inzwischen Zwillinge mit der wesentlich jüngeren Influencerin Lulu hat; Nina hat sich auf ihre Weise eingerichtet. Ihre Familie: Eine etwas durchgeknallte, alleinlebende Mutter mit Alkoholproblem und ihre jüngere Schwester Lena, ebenfalls zwei Kinder, verheiratet mit Flori - mit den Jahren nur noch mäßig glücklich. Zwei Dinge ereignen sich (neben anderem...): Nina lernt auf Lenas Geburtstagsparty den um 20 Jahre jüngeren David, Koch und Stullen-Meister, kennen und verliebt sich (man darf sich auf ein spannendes Hin & Her gefasst machern); in der Filmproduktionsfirma, für die Nina arbeitet (und auch Flori), entsteht der Verdacht, dass der beliebte Schauspieler Hotte Günther - das Zugpferd im Stall - seine mächtige (männliche) Position ausnutzt und gegenüber den jungen Schauspielerinnen sexuell übergriffig ist; ein Compliance-Team wird von der Firmenleitung engagiert; die Frauen sollen 'in geschütztem Rahmen ;-) ihre Aussagen machern; Lenas Mann Flori erhält in dem drohenden MeToo-Skandal eine Schlüsselaufgabe... Ständige Wendungen und neu dazukommende Ereignisse machen die 463-Seiten-Story zu einem lebensklugen, vergnüglich-erhellendem Leseerlebnis!!

marionhh am 27.12.2024 15:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Trau dich! Wundervoll warmherziges Buch darüber, das zu tun, was man wirklich will

Nina, knapp 50, kämpft mit Hormonschwankungen, mit ihrer mitunter chaotischen Mutter und mit ihrer eher ungewissen Lebens- und Jobsituation. Ihr Ex-Mann Phil macht auf heile Welt mit seiner neuen blutjungen Influencer-Ehefrau und ihre Schwester Lena keinen Hehl aus ihrer Verachtung für Nina. Da verliebt sie sich zu allem Überfluss auch noch Hals über Kopf in den 20 Jahre jüngeren David. Als ihre Mutter Karin schwer krank wird, wollen alle zusammenhalten. Doch am Krankenbett der Mutter kommen alle unterdrückten negativen Gefühle ans Licht, und nicht nur Nina muss ihr Leben komplett umkrempeln.Ein wundervoll warmherziges Buch über die Liebe in allen Konstellationen, über Zusammenhalt, aber auch über Selbstzweifel, über das Leben in einer scheinbar heilen Welt und über den großen Mut, auszubrechen aus verkrusteten Strukturen und seinen eigenen Weg zu gehen. Nina habe ich sofort geliebt und konnte mich wunderbar in sie hineinversetzen. Sie ist der dominante Charakter in diesem Buch und der Dreh- und Angelpunkt, aus ihrer Perspektive wird am häufigsten erzählt und die meisten der anderen Protagonisten kreisen um sie oder reiben sich an ihr. Nina ist emotional, empathisch und warmherzig und hat eine humorvolle und phasenweise philosophische Sicht auf ihr Leben. Sie selbst ist durchaus zufrieden, es sind die gesellschaftlichen Erwartungen und Normen, die sie stören und die ihren Widerstand wecken. So geht es in einem Erzählstrang um ihren Job, um das Publikmachen von Missständen, die Solidarität unter Frauen und das Auflehnen gegenüber zumeist männlichen Machtstrukturen. Im zweiten Erzählstrang geht es natürlich um Ninas Beziehung zu David und die Frage, soll sie oder soll sie nicht. Darf sie oder darf sie nicht mit ihm zusammen sein? Auch wenn sie von anderen, allen voran von David und auch von ihrer Schwester Lena, als attraktiv wahrgenommen wird, plagen Nina doch gehörige Selbstzweifel, die sie genüsslich und launig Tagesform abhängig mal den einen, mal den anderen Entschluss fassen lassen. Jeder hat selbstredend seine eigene Meinung dazu und die meisten raten ihr ab. Was will so ein junger Mann mit einer älteren Frau? Kann ja nichts werden.Die Autorin versteht es meisterhaft, die Achterbahnfahrt der Gefühle nicht nur bei Nina, sondern auch bei David und den anderen Protagonisten einzufangen und sie einfühlsam und pointiert an die Oberfläche zu holen. Am meisten sticht hier Lena, Ninas Schwester heraus, deren Lebensentwurf diametral entgegengesetzt zu Ninas eigenem steht. Je mehr Einblicke man als Leser in diese beiden Lebensweisen erhält, desto mehr wird klar, an welch seidenem Faden sie hängen und wie verknüpft sie doch miteinander sind. Ich fand es außerordentlich gelungen, welche Entwicklung beide Frauen durchmachen. War mir Lena mit ihrem krampfhaft dazu gehören Wollen, ihrer verletzenden Art und ihrem auf heile Welt machen lange Zeit furchtbar unsympathisch, bewies sie doch Voraussicht und Intelligenz im Hinblick auf Ninas Jobsituation und großen Mut, den schönen Schein nicht über ihre Prinzipien und ihre Familie zu stellen. Das Herausragende an Nina ist, dass sie sich nie unterkriegen lässt und sich alles, was ihre Kinder, ihre Familie und ihre Freunde im Hinblick auf ihr Liebesleben sagen, durch den Kopf gehen lässt, sie aber trotzdem ihre eigenen Entscheidungen trifft und zu diesen steht. Und so liegt die Erkenntnis des Ganzen auf der Hand: Man ist nie zu alt für einen Neuanfang.Fazit: Wer ein wunderschön gebundenes, in fröhlichen Farben gestaltetes Buch in den Händen halten will und in eine manchmal lustige, mitunter traurig oder wütend machende, aber immer kurzweilige Geschichte mit lebensnahen Figuren eintauchen will, dem sei diese Lektüre dringendst empfohlen. Mir jedenfalls sind die Menschen ans Herz gewachsen und ich konnte das Buch, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen.

libricino am 27.12.2024 15:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Großartige Studie unserer Zeit

Ein Titel, der sehr in die gegenwärtige Zeit passt, eine Gegenwartsstudie. Die Figuren sind treffsicher beschrieben und in ihren Beziehungen so dargestellt, dass sie real erscheinen und in der Nachbarschaft (Berliner Viertel sind natürlich noch einmal bekannter als die anderer deutscher Großstädte) wohnen könnten. Hier liegt eine genaue Beobachtungsgabe zu Grunde, die einen reichhaltigen Roman erschafft. Nach und nach werden neue Details aus der Vergangenheit bekannt, die die Handelnden lebendiger und nahbarer werden lassen. Klischees sind gekonnt genutzt, so dass sie die Fantasie des Lesenden anregen und fast schon ein Drehbuch darstellen. Die Anführung von Wegezeiten oder auch Einrichtungen sorgt dafür, dass schnell einprägsame Bilder entstehen.Modern sind auch die verarbeiteten gesellschaftlichen Themen, aufgegriffen werden beispielsweise die Me too-Debatte, Care-Arbeit und Schönheitsbehandlungen, die aktuelle bewegen.Cover und Gestaltung sind sehr stimmig, das Hardcover mit Lesebändchen liegt gut in der Hand und hat eine Schriftgröße, die Lesenden im Alter der Hauptfigur entgegenkommt.

lese-lausch am 27.12.2024 15:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Themenreich

Eigentlich hatte ich hier eine Art Liebesroman erwartet (zumindest als ich den Klappentext gelesen hatte). Bekommen habe ich einen Roman der viele gesellschaftliche Themen, wie Patchwork-Familie, ältere Frau liebt jüngeren Mann und umgekehrt, MeToo, Alkoholismus und unerfüllte Liebe vereint.Wir begleiten so die Hauptprotagonistinnen Nina und Lena sowie ihre Mutter Karin. Die einzelnen Kapitel sind aus der jeweiligen Perspektive geschrieben. Ohne zu viel verraten zu wollen, sehen wir, dass Jeder sein ganz eigenes Päckchen zu tragen hat und nichts einfach weiss oder schwarz ist, sondern, dass das Leben sehr viele Graustufen bereithält - auf die wir uns einlassen können und dürfen. Der Schreibstil war gut lesbar, toll pointiert und humorvoll aber er regt definitiv auch zum nachdenken an. Der einzige Wehmutstropfen ist der Titel, der für mich bezüglich des Inhaltes des Romans nicht ganz logisch ist. Dennoch ein außergewöhnlicher Roman, den ich gerne empfehlen.

paula am 27.12.2024 13:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Gute Unterhaltung

Dieses Buch ist ein reines Lesevergnügen. Mit einem Augenzwinkern und leicht spöttisch beschreibt die Autorin das Leben der fast 50 Jährigen Nina, die nach der Scheidung von ihrem Mann ein neues Leben begonnen hat. Durch die Trennung wurde sie aus ihrem bisherigen geruhsamen Umfeld herausgerissen, lebt statt in der Familienvilla in einer Anderthalbzimmerwohnung und muss das neue Glück ihres Ex mit einer jungen Influencerin mit ansehen. Dieser erlebt seinen 2. Frühling und hat dank künstlicher Befruchtung noch einmal Zwillinge in die Welt gesetzt. Per Zufall lernt Nina dann einen 30 Jährigen kennen, der sie spontan zu seiner Geburtstagsfeier einlädt. Langsam entsteht eine neue Liebe, was ihr vorher unmöglich schien. Doch kann das gutgehen? Ist der Altersunterschied nicht doch zu groß? Warum wird mit zweierlei Maß gemessen? Wenn ein Mann sich eine junge Frau nimmt, wird er bewundert, verguckt sich eine ältere Frau in einen 20 Jahr Jüngeren, wird sie schief angesehen!

kathitintenkleks am 27.12.2024 10:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein humorvoller, tiefgründiger Roman, der begeistert

Mit „Zwei vernünftige Erwachsene, die sich schon mal nackt gesehen haben“ liefert Anika Decker einen Roman, der gleichermaßen unterhält und berührt.Das Cover ist schlicht, aber wirkungsvoll, und der bunt gestaltete, ungewöhnliche Titel zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Es passt zur humorvollen und leicht sarkastischen Atmosphäre des Buches, ohne zu viel zu verraten.Die Geschichte handelt von Nina, die nach einer schwierigen Phase ihres Lebens wieder Liebe, Chaos und Selbstbewusstsein entdeckt. Gleichzeitig begleiten wir ihre Schwester Lena, die ganz andere Herausforderungen bewältigt. Dabei greift der Roman ernste Themen wie Feminismus und MeToo auf, ohne den humorvollen Grundton zu verlieren. Diese Themen sind elegant in die Handlung integriert und regen zum Nachdenken an, während sie durch die Erlebnisse der Charaktere greifbar gemacht werden.Besonders beeindruckt hat mich der pointierte, humorvolle Schreibstil, der oft bissig und sarkastisch ist, aber niemals übertrieben wirkt. Anika Decker versteht es, ernste und komische Momente nahtlos zu verbinden, sodass der Leser zwischen Lachen und Mitgefühl hin- und hergerissen wird.Die Charaktere sind lebendig und vielschichtig. Ninas und Lenas Stärken und Schwächen, ihre Missgeschicke und Erfolge machen sie authentisch und nachvollziehbar. Besonders Ninas Entwicklung, von Unsicherheiten geprägt, hin zu einem stärkeren Selbstbewusstsein, ist überzeugend dargestellt.Ein kleiner Kritikpunkt sind für mich die stark variierenden Kapitellängen. Während einige Kapitel sehr kurz sind und den Lesefluss unterbrechen, sind andere Kapitel fast schon zu lang. Das schmälert den Gesamteindruck eines sehr guten Buches jedoch kaum.Mit ihrem humorvollen, intelligenten Schreibstil und authentischen Figuren schafft Anika Decker einen Roman, der leicht zu lesen ist, aber dennoch Tiefe besitzt. Themen wie Familie, Liebe und gesellschaftliche Herausforderungen werden gekonnt miteinander verknüpft und sorgen für ein abwechslungsreiches Leseerlebnis. Für Leser*innen, die kluge Unterhaltung mit einer Prise Gesellschaftskritik schätzen, ist dieses Buch ein absolutes Highlight. Von mir gibt es daher eine ganz klare Leseempfehlung für ein sehr gutes Buch.

asmoidia am 27.12.2024 07:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Liebe - Verständnis - sexuelle Freiheit

Das Cover des Buches besticht durch seine Schlichtheit: ein dunkelblauer Hintergrund, ergänzt durch regenbogenfarbene Schrift. Der Regenbogen steht dabei symbolisch für die LSBTIQ+-Community und verkörpert die zentralen Themen des Buches – sexuelle Freiheit und Vielfalt.Die Handlung dreht sich um Nina und ihr turbulentes Liebesleben, das die Leser*innen auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitnimmt. Humorvolle, tragische und nachdenkliche Momente wechseln sich ab, während Nina immer wieder mit gesellschaftlichen Vorurteilen konfrontiert wird. Ergänzt wird ihre Perspektive durch andere Erzählstimmen – darunter ihre Schwester Lena, deren Ehemann und Ninas Partner David.Das Buch greift darüber hinaus gewichtige Themen auf, wie sexuellen Missbrauch und dessen gesellschaftlichen Umgang, die Rolle der Frau, Kindererziehung sowie die Herausforderungen verschiedener gesellschaftlicher Schichten.Der Schreibstil ist dabei angenehm locker und oft humorvoll, was selbst ernste Themen zugänglich macht. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe immer wieder nach Gelegenheiten gesucht, weiterzulesen.Für mich eine klare Empfehlung – ein Buch, das berührt, zum Nachdenken anregt und gleichzeitig bestens unterhält!

meerblick am 27.12.2024 00:12 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein Blick auf unsere Gesellschaft

Anika Decker lässt in ihrem Roman 'Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben' ein Spiegelbild unserer modernen Gesellschaft entstehen, welches sich mit sehr aktuellen Themen wie Lebenspartnerschaft mit großem Altersunterschied, patriarchale Statussymbole, Machtspiele großer Konzerne, Sucht nach oberflächlicher Medienpräsenz aber auch mit Lebensfreude und tiefgründigen Überlegungen zu Wertvorstellungen, Lebensinhalten, respektvollem menschenwürdigen Verhalten scharfzüngig, urkomisch und gleichzeitig lebensnah auseinandersetzt. Ein wenig Familienzwist ist auch noch dabei. Mit einem geschulten Blick hinter die Kulissen des Alltags werden Schwächen zu Stärken und umgekehrt. Es gibt kein perfekt, eher die Suche nach dem ganz persönlichen Glück, das nicht immer die gesellschaftliche Anerkennung genießt und dennoch einfach nach Normalität verlangt. Denn was gibt es Schöneres als die Liebe?Nina, geschieden, Mutter erwachsener Kinder stößt auf totale Ablehnung in ihrer Familie, als ihre neue Beziehung zu einem wesentlich jüngeren Mann bekannt wird. Doch ihr turbulenter Alltag wird von Existenzangst, Sorge um die Mutter und frauenfeindlichen Tabuthemen überschattet, denen sie sich stellt. Dabei bekommt sie Hilfe von ungeahnter Stelle.Ich bin sehr tief eingetaucht in die Geschichte, die einen gewissen Sogcharakter an Unterhaltung nicht leugnen kann. Meine Leseempfehlung gebe daher ich sehr gern.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Podcast "Fest und Flauschig"
Das ist eines der unterhaltsamten Bücher, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Anika Decker kann wi...rklich so gut schreiben. (…) Alles, was ich an Berlin hasse, ist in diesem Buch drin. Es ist aber kein Zeigefingerbuch (…), es ist das Buch von einer Frau mit Erfahrung, die einen auf witzige Art und Weise mitnimmt und ich schwöre euch, kauft euch dieses Buch. (…) So eine leichte und trotzdem deepe Unterhaltung kriegt nicht jeder hin. mehr weniger

Olli Schulz, 25.01.2025

Brigitte
Anika Deckers Frauenfiguren erstarren nicht in Rollenklischees, sondern sind echte Menschen, die ihr... Leben nicht immer im Griff haben. Eine wie Nina, Protagonistin in ihrem neuen Roman. Der ist komisch, wie das Leben selbst. mehr weniger

Andrea Benda, 15.01.2025

Cosmopolitan
Funtastisch! Das neue Buch (…) der deutschen Drehbuchautorin Anika Decker spielt mit den Normen der ...Gesellschaft – und veranschaulicht auf albern-schlaue Weise was passiert, wenn die eigene Welt plötzlich auf den Kopf gestellt wird. mehr weniger

02.02.2024

Neues für die Frau
Eine etwas andere Liebesgeschichte mit viel Witz.

31.05.2025

ippen.Media
Ein Roman voller Witz und Wärme.

17.03.2025

Zwei Seiten - Der Podcast über Bücher (WDR)
Auf den ersten zehn Seiten immer mal ein Ufff… Aber dann hat sich das Uff in ein WOW verwandelt. Was... für eine schöne Geschichte! Ganz leicht erzählt, aber nie leichthin. Sie ist witzig, lustig, amüsant, fröhlich, traurig, hat Tiefgang. Und während man das liest, fragt man sich, warum das alles im richtigen Leben nie passiert. Wenn’s doch mal so wäre! mehr weniger

Christine Westermann, 11.03.2025

Zwei Seiten - Der Podcast über Bücher (WDR)
Es ist vor allem eine bezaubernde Liebesgeschichte, bei der ich mitfühlen und mitleiden konnte, bein...ahe fast körperlich. mehr weniger

Christine Westermann, 11.03.2025

Zwei Seiten - Der Podcast über Bücher (WDR)
Das Buch ist einfach hinreißend gut!

Christine Westermann, 11.03.2025

Emotion
Anika Decker lesen, fühlt sich an wie Deep Talk, mit einer Freundin, die, wie man selbst, in der Mit...te des Lebens steckt - sämtliche Herausforderung inklusive. mehr weniger

01.03.2025

myself
Ein humorvolles, warmherziges Chaos.

01.03.2025

Stuttgarter Nachrichten
Eine humorvolle, kluge Geschichte über die Liebe, gesellschaftliche Erwartungen und das Glück in der... zweiten Lebenshälfte. mehr weniger

Katrin Jokic, 17.02.2025

BR Fernsehen, Wir in Bayern
Eine wunderbare Mischung aus Liebesgeschichte, Emanzipationsroman und Familiengeschichte. Annika Dec...ker gewährt einen eindringlichen und manchmal gnadenlos ehrlichen Blick in die Gefühlswelt und den Alltag ihrer Hauptfigur. An manchen Stellen absurd, schräg und witzig, an anderen Stellen bleibt einem das Lachen im Hals stecken, mehr weniger

11.02.2025

Podcast Family Feelings
Autorin Anika Decker erzählt Marie von ihrem neuen Roman – eine bissige, ehrliche Geschichte über Li...ebe, Familie und Macht in der Medienbranche. mehr weniger

06.02.2025

Österreich
Zwischendurch zum laut Auflachen, macht die Lektüre einfach Spaß.

Judith Leopold, 05.02.2025

Berliner Morgenpost
Dieses Buch ist genauso amüsant, wie der Titel es verspricht.

01.02.2025

Berliner Morgenpost
Dieses Buch ist genauso amüsant, wie der Titel es verspricht.

Andreas Kurtz, 01.02.2025

Berliner Morgenpost
Dieses Buch ist genauso amüsant, wie der Titel es verspricht.

Andreas Kurtz, 01.02.2025

ORF TV
Eine sehr witzige und sehr vielschichtige Geschichte. (…) Ein tolles, kluges Buch, dass immer wieder... zum Lachen anregt. mehr weniger

Johannes Kössler, 28.01.2025

Podcast "Fest und Flauschig"
Das ist eines der unterhaltsamten Bücher, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Anika Decker kann wi...rklich so gut schreiben. (…) Alles, was ich an Berlin hasse, ist in diesem Buch drin. Es ist aber kein Zeigefingerbuch (…), es ist das Buch von einer Frau mit Erfahrung, die einen auf witzige Art und Weise mitnimmt und ich schwöre euch, kauft euch dieses Buch. (…) So eine leichte und trotzdem deepe Unterhaltung kriegt nicht jeder hin. mehr weniger

27.01.2025

Podcast "Fest und Flauschig"
Die Bibel ist ein schwaches Buch, da lese ich lieber das neue Buch von Anika Decker.

Olli Scholz, 25.01.2025

Welt am Sonntag
Anika Deckers neuer Roman widmet sich neben dem Altern und der Liebe einem Thema, das man im komödi...antischen Fach eher nicht vermuten würde: dem Machtmissbrauch in der Filmindustrie. Er liefert eine gewitzte und kluge Analyse des Systems. mehr weniger

Marie Luise Goldmann, 12.01.2025

Stern
Ein lustiger und manchmal zynischer Roman über gesellschaftliche Erwartungen, Rollenbilder und die H...erausforderungen des Alterns. mehr weniger

Amelie Graen, 09.01.2025

wunderweib.de
Erzählt mit Witz, Biss – und viel Gefühl: einfach perfekt zum Ein- und Abtauchen.

09.01.2025

Gala
„Keinohrhasen“-Drehbuch-Autorin Anika Decker erzählt in „Zwei vernünftige Erwachsene...“von Nina fas...t 50, geschieden, sauer auf das Älterwerden und ihren Ex bei der Männersuche. Lustig, klug. mehr weniger

09.01.2025

Für Sie
Berührend und voller Situationskomik. Eine hinreißende Komödie zum Verlieben!

02.01.2025

Zitat Wie gesagt, ich hasse es, dass ich fünfzig werde, und ich hasse es, dass ich es hasse.
Zitat Ich kann nicht fassen, wie sehr es mich erwischt hat, weiß nicht, ob ich mich darüber freuen oder schreiend vor meinem Leben davonlaufen soll.
Zitat Wenn das Steak gut ist und die Pommes und die Extrabeilagen, die ich gleich bestellen werde, nimmst du mich dann mit nach Hause?
Zitat So sitze ich zwischen zwei supercoolen jungen Männern in ironischen Neunzigerjahre-Klamotten und fühle mich wie ein original Vintage-Stück.
Zitat Brauche ich jetzt auch noch einen jungen Liebhaber, um mir zu beweisen, dass da noch so viel auf mich wartet?
Zitat Was immer da gerade beginnt, ich habe das Gefühl, dass es das Beste ist, was mir jemals passiert ist.
Zitat In meiner Erinnerung hießen die meisten meiner Ex-Geliebten Michael oder Stefan, was im Prinzip der gleiche Name ist.
Zitat Tja, und plötzlich ist man verheiratet und schreit sich wegen der vermeintlich unkorrekten Anbringung einer Klorolle an.
Zitat So ist das also, wenn man sich heftig verliebt. so hätte das wohl immer sein müssen. Schade, dass mir das so spät passiert.
Zitat Ich frage mich, ob die neue Libido eventuell von den Cremes kommt, die ich mir jetzt immer morgens auf die Arme schmiere.