Eine Frau wird von einer Fremden angesprochen, die behauptet, sie hätten beide denselben Vater. Ein Roman von großer literarischer Tiefe und Schönheit, im Werk von Julia Schoch ein neuer Höhepunkt.
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Das Vorkommnis
Eine Frau wird von einer Fremden angesprochen, die behauptet, sie hätten beide denselben Vater. Die überraschende Begegnung bleibt flüchtig, löst in ihr aber eine Welle von Emotionen aus. Fragen drängen sich auf, über Ehe und Mutterschaft, über Adoption und andere Familiengeheimnisse, über Wahrheit überhaupt. In ›Das Vorkommnis‹ erzählt Julia Schoch – eine der eindrücklichsten Stimmen autofiktionalen Erzählens in der deutschen Literatur – von einem Leben, das urplötzlich eine andere Richtung bekommt. Fesselnd und klarsichtig, so zieht sie hinein in den Strudel der ungeheuerlichen Dinge, die gleichzeitig auch alltäglich sind. Ein Roman von großer literarischer Tiefe und Schönheit, im Werk von Julia Schoch ein neuer Höhepunkt.
Bibliografische Daten
1. Auflage
Julia Schoch
Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, aufgewachsen in Eggesin in Mecklenburg, gilt als »Virtuosin des Erinnerungserzählens« (FAZ). Zuletzt veröffentlichte sie die Romane ›Das Vorkommnis‹, ›Das Liebespaar des Jahrhunderts‹ und ›Wild nach einem wilden Traum‹ als die drei Bücher ihrer gefeierten Trilogie ›Biographie einer Frau‹. 2022 wurde ihr die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung verliehen, 2023 der Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen, 2024 der Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis. 2025 zeichnete man sie mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Sie lebt in Potsdam.
5 - 10 von 71 Leserstimme
gut, aber nicht fesselnd
Das Thema des Buches hat ich angesprochen. Es geht um die Begegnung mit einer fremden Frau, die sich als Halbschwester der Protagonistin entpuppt. Und das ganze Buch dreht sich dann um die Gedankenwelt der Protagonistin. Wie nimmt ihre Schwester die neue Begebenheit im Vergleich zu ihr auf. Was macht diese neue/fremde Frau in ihrem Leben mit ihr und vor allem, wie soll sie mit der Frau und mit den ganzen Gefühlen/ Informationen umgehen. Ich finde es sehr interessant in diese Gedankenwelt der Protagonistin einzutauchen und mit ihr auch in ihre Vergangenheit zu reisen und in ihre Familiengeschichte. Dabei werden viele Familienkonstellationen aufgezeigt und man reist auch mit der Protagonistin durch die Gegenwart. Jedoch kommt für mich nicht so richtig Fahrt in dieses Buch, so dass es nicht so einfach war es für mich zu lesen. Leider ein wenig schleppend.
Reflexionen und Erinnerungen
Bei einer Lesung kommt auf die Ich- Erzählerin eine fremde Frau zu, mit der Bitte, ein Buch zu signieren und der Bemerkung: „ Wir haben übrigens denselben Vater.“Dieses titelgebende Vorkommnis steht am Anfang des neuen autofiktionalen Buchs der deutschen Autorin Julia Schoch. Und dieser Zwischenfall ist Auslöser für vielfältige Reflexionen und Erinnerungen. Mehrfach rekapituliert die Ich- Erzählerin dieses Zusammentreffen , analysiert auch ihr damaliges Verhalten (Sie fiel der fremden Frau um den Hals.) Hatte sie nicht immer schon geahnt, dass es irgendwann zu einer solchen Begegnung kommen würde? Denn gewusst hatte sie von der Existenz eines Kindes, das ihr Vater vor seiner Ehe gezeugt hatte.Sie beginnt ihre Kindheit in einem Provinzort an der DDR- Randzone zusammen mit ihren Eltern und einer sechs Jahre älteren Schwester in neuem Licht zu sehen. Die geometrische Form ihrer Familie wurde durch das Auftauchen eines neuen Mitglieds beschädigt. „ Bislang hatte die Familie, aus der ich kam, einem Quadrat geglichen….Einem recht großen Quadrat, die Ecken weit voneinander entfernt, aber noch in Sichtweite….Erst mit ihr, der fremden Frau, verschwand das Bild eines stabilen Quadrates. …wurde aus der sauberen geometrischen Form ein struppiges Gewächs.“Beim Rekapitulieren der frühen Kinderjahre entsteht so gleichsam ein Bild vom Aufwachsen in der DDR.Auch bei ihrem Aufenthalt in den USA Wochen später lässt die Ich- Erzählerin die Geschichte nicht los. Hierher ist sie gereist auf Einladung einer Universität, um Vorlesungen zu halten. Mit dabei sind die beiden kleinen Kinder der Autorin und ihre Mutter. Mit der führt sie Gespräche über früher, über das Leben der Mutter als junge Frau, über Kindererziehung damals und heute.Sogar das Verhältnis zu ihrem Mann leidet unter dem „ Vorkommniss“. Gibt es auch in ihrer Beziehung Geheimnisse, Dinge, die verschwiegen werden? Wen kennt man wirklich und wem kann man vertrauen? Fragen, die Misstrauen und Zweifel wecken. „Auch die Beziehung zu meinem Mann, die mir bis dahin als die größte Liebesgeschichte des späten 20. Jahrhunderts erschienen war, bekam Risse - allein dadurch, dass ich über sie nachdachte.“ Julia Schoch geht in ihrem unglaublich dichten Text assoziativ vor und erzählt in kurzen Kapiteln. Die Sprache ist präzise und klar; dabei findet sie immer wieder beeindruckende Bilder und Vergleiche. Gekonnt verzahnt sie eigene Erlebnisse, Familiengeschichte und Erinnerungen mit Reflexionen und sucht Antworten auf existenzielle Fragen. Mit Themen wie Ehe und Muttersein, Kindheit und Geschwisterbeziehungen, Vertrauen und Liebe setzt sie sich auseinander. Dabei holt sie sich öfter Hilfe in der Literatur. Gerne bin ich ihren Ausführungen gefolgt, wenn auch nicht jeder Gedankengang gleich nachvollziehbar war; habe manche kluge Sequenz unterstrichen.Liebhaber anspruchsvoller Literatur werden ihre Freude an diesem zwar handlungsarmen, aber klugen Roman haben. Viele Sätze lassen den Leser innehalten und nachdenken. Sätze wie diese: „Wenn in unserem Rücken etwas Unerwartetes sichtbar wird, ist das beunruhigend. Genauso ist es mit den Dingen, die hinter uns liegen. Wir wollen nicht, dass aus dem Nebel der Vergangenheit etwas auftaucht, das uns dazu zwingt, umzudrehen. Wir wollen nicht rückblickend alles revidieren müssen. Lieber verteidigen wir unsere Vergangenheit.“„ Das Vorkommnis“ ist, wie uns der Klappentext verrät, der Auftakt einer Trilogie „ Biografie einer Frau“. Man darf gespannt sein auf die nächsten beiden Bände.
Klare Worte
Julia Schoch erzählt uns hier in vielen kurzen Kapiteln, fast beiläufig die Geschichte eines Vorkommnisses, welches ihr Leben in vielerlei Hinsicht beeinflusst.Schochs Schreibstil ist wunderbar prosaisch, einfühlsam und trifft mich, als Leserin mitten ins Herz.Ihre Protagonistin wirkt so unheimlich echt und mitten aus dem Leben gegriffen, so dass, ihre Geschichte bzw. ihr ‚Porträt‘, stellvertretend für so viele Geschichten stehen könnte. Für mich besonders spannend, ist das Erinnerungserzählen, welches Julia Schoch so eindrücklich vornimmt, denn ich selbst, habe die Zeiten der politischen Trennung Deutschlands, nicht mehr miterlebt. Diese Heimatlosigkeit, welche sie anspricht, ist das Problem einer ganzen Generation.Es ist unfassbar schwer, dieses Buch in Worte zu fassen, denn es lässt fassungslos zurück - mir selbst hat es oftmals ‚Aha-Momente‘ beschert und ich musste lachen, weil ich mir dachte: Ja, solche Eigenheiten oder Gedanken habe ich auch manchmal.Ich kann es wirklich nur Jede*m empfehlen! Große Liebe für dieses Buch!Zum Schluss möchte ich noch mein Lieblingszitat teilen:ACHTUNG SPOILER:„Wir gehen von einem bestimmten Status quo aus. Wir gehen davon aus, dass die Dinge so und so liegen. Wenn sich diese Sichtweise als trügerisch erweist, sind wir beunruhigt, zumindest irritiert. Die Irritation hat damit zu tun, dass wir uns aufgefordert fühlen, die Vergangenheit zu revidieren. Was manchmal heißt, sie wegzuwerfen. Zumindest aber, sich von ihr zu lösen. Ich mochte dieses Revidieren nicht.“ - S. 112
Erinnerungen, Gefühle, Veränderung
„Das Vorkommnis“ ist das neue Buch von Julia Schoch. Ich habe es bei Vorablesen gewonnen Es kommt Mitte Februar auf den Markt. Es ist der Auftakt einer Trilogie „Biographie einer Frau“.Es handelt sich laut Untertitel um die „Biographie einer Frau“. Tatsächlich ist es ein Teil einer Biographie. Das eigentliche „Vorkommnis“ ist, dass die erzählende Protagonistin, eine Autorin bei einer Lesung von einer fremden Frau angesprochen wird, die behauptet, dass beide denselben Vater haben. Der Ausdruck „Vorkommnis“ deutet ja an, dass dies nicht unbedingt eine positive, unbeschwerte Erfahrung für die Autorin ist und die Begegnung ihre Sichtweise auf das Leben und die Familie beeinflusst. „Sie war in meiner Welt, meiner Gedankenwelt. Und würde es von nun an immer sein.“ (Seite 51) Die Personen in dem Buch werden nicht mit Namen genannt. Es heißt zum Beispiel immer nur „das ältere Kind“, „das jüngere Kind“, „mein Mann“, „meine Mutter“. Das Cover in scheinbar expressionistischem Stil zeigt das Porträt einer nachdenklichen Frau in violetten und roten Tönen. Das gefällt mir sehr gut und es passt zum Buch.Man muss sich an den Schreibstil ein wenig gewöhnen, aber das Buch lässt sich gut lesen. Man erlebt mehr oder weniger einen Teil des Lebens dieser Autorin/Protagonistin, bzw. sieht die Welt mit ihren Augen und erfährt ihre Gefühle. Es geht bei dem Buch eigentlich nicht um die Handlung, die stattfindet, sondern mehr um die Sichtweise auf das Leben und die Veränderungen, Unsicherheiten und Einstellungen gegenüber der Veränderung. Man merkt, dass das Leben der Autorin auch durch die Kindheit in der DDR und deren Auflösung geprägt ist.Der Leser erlebt die Sichtweise der Erzählerin auf das Leben und die Erfahrungen, die sie macht. Die Protagonistin kann sich nie sicher sein, dass ihre „Wahrheiten“ auch wirklich wahr sind. Die kurze Begegnung mit ihrer angeblichen Halbschwester beeinflusst sie nachhaltig, obwohl diese Begegnung nur sehr flüchtig war. Ihre Wahrnehmung der Realität ändert sich und Zweifel und Misstrauen nehmen zu. Sie hat das Mantra „Alles ist möglich“. - Von mir eine klare Leseempfehlung!
Eine interessante Lektüre
Nichtsahnend wird die Ich-Erzählerin auf einer Lesung mit der Tatsache konfrontiert, dass sie eine Halbschwester hat. Die erste spontane Reaktion ist pure Freude – doch schnell kommt die Ernüchterung. Sie fragt sich: Was wurde mir vielleicht noch alles verheimlicht? Von meinem Vater, von meinem Ehemann?Die Ich-Erzählerin beschreibt eindringlich und für mich sehr gut nachvollziehbar, wie sich diese Begebenheit auf ihr Leben und vor allem auf ihre Sicht ihres Umfeldes auswirkt. Die Halbschwester, die sie nach der ersten Begegnung monatelang nicht mehr sieht, begleitet sie dennoch in ihren Gedanken auf Schritt und Tritt. Nicht die Existenz der Halbschwester ist das Problem, sondern es ihr verheimlicht wurde.Ich fand die Lektüre wirklich interessant und auch ungewöhnlich. Ich hatte immer wieder das Gefühl, direkt im Kopf der Ich-Erzählerin zu stecken.
Lesenswert
Bei diesem Buch ist das Cover sehr ansprechend und interessant gestaltet. Die Farben sind sehr harmonisch und passen sehr gut zueinander.Bei einer Lesung kommt eine fremde Frau zu der Autorin und sagt zu ihr das sie und die Autorin den selben Vater haben. Die Autorin ist überrascht und weiß so recht nicht, wie sie sich da verhalten soll.Diese Begegnung bleibt flüchtig, hinterlässt aber eine Menge Emotionen bei der Autorin. Somit verändert das Treffen das ganze Leben der Autorin und es wird vieles in Fragen gestellt. Es geht um Familiengeheimnisse, Mutterschaft und Adoptionen....Der Schreibstil der Autorin ist sehr interessant und ich habe dies Buch sehr gerne gelesen. Man muss sich auf diesen Schreibstil einlassen, aber dann muss man einfach wissen, wie es in dem Buch weitergeht. Bei diesem Buch handelt es sich um das erste Buch einer Trilogie.
Hin- und hergerissen
Das Buch hat mich gleichermaßen gepackt wie auch mit einem großen Fragezeichen zurück gelassen. Wirklich sehr erfrischend finde ich, dass es nur 191 Seiten hat und damit für einen Schnellleser für mich ein kleiner Happen zwischendurch ist. Vor allem war ich ab der ersten Minute in einem absoluten Leseflow und inhaltlich komplett drin. Es ist zugleich einfach geschrieben, als auch total gehoben. Wie auch das Cover des Buches es vermuten lässt, ist es eben kein Teenieroman, sondern Literatur. Es wird von alten Zeiten in der DDR erzählt, aber gleichermaßen wird eine Serie wie Dexter zitiert. Ein Buch, dass gleichzeitig über sehr viele schreibt, aber inhaltlich keine richtige Geschichte hat. Im Fazit hat mich das Buch trotz einer gewissen Barriere des Covers und der inhaltlichen Schwere mit der leichten Erzählung und der packenden Schreibweise zumindest auf den 191 Seiten unterhalten. Für eine kleine Geschichte zwischendurch kann ich es empfehlen. Wer eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Thematik „Halbgeschwister“ erwartet, findet sich hier eher in einer Biografie wieder.
Literarische Annäherung an eine totale Verunsicherung (sehr gut, aber düster)
Sich dem Buch "das Vorkommnis" von Julia Schoch zu nähern, ist schwierig. Bei der Beurteilung bin ich hin- und hergerissen, denn Gewissheiten gibt es in dem Buch eigentlich keine und alleine das hinzubekommen, ist schon eine Kunst. Autorin und Protagonistin sind eine Person. Man erkennt die Autorin eindeutig als Ich-Erzählerin, was von ihren Schilderungen und Einblicken jedoch wahr ist und was Fiktion, ist nicht eindeutig zuzuordnen. Das bleibt offen bis zum Schluß. "Aber das war doch nur Fiktion, rief ich. Rief ich wirklich?" (S. 191) .In dem Roman befindet sich die Erzählerin in einer Phase tiefer Depression, in einem "schwarzen Loch", so dass sie sogar einen Neurologen konsultieren muss. Auslöser dafür ist "das Vorkommnis", das Zusammentreffen mit einer bisher nicht näher bekannten, eventuellen Halbschwester. Ihr Auftreten wirft bei der Autorin viele persönliche und existenielle Fragen auf - bis hin zu der Frage, in wie weit kennen wir jemand wirklich. Kennen wir die (ganze) Wahrheit? Und ist das überhaupt möglich? Gewissenheiten, ja sogar die ganze Lebenswelt der Erzählerin waren mit dem Untergang der DDR bereits eingestürzt. Alle bisherigen Strukturen, Familie und Umwelt, erwiesen sich als unzuverlässig, nicht wirklich tragfähig, verlogen und verachtenswert. "War selbst diese Brieffreundschaft (zu einer sowjetischen Schülerin in der Kindheit) vielleicht nur ein heimtückischer Betrug, eine Hinterlist, wie so vieles in der Vergangenheit, an das ich viel zu lange in aller Unschuld geglaubt hatte?" (S. 42) Sogar dem eigenen Erinnerungsvermögen kann die Erzählerin nicht trauen. War die Umarmung mit der Halbschwester wirklich passiert oder nur ein Konstrukt der Fantasie? Was folgt ist eine Phase der totalen Verunsicherung. Meint er/sie das wirklich? Was steckt dahinter? Werde ich gestalked, ausgespitzelt oder manipuliert? Die Erzählerin entwickelt eine Paranoia und tiefe Depression.Die Erzählerin bleibt immer auf Distanz zu sich, zu anderen, zum Leser. Sie redet nie von "ihren" Kindern und schon gar nicht namentlich. Es gibt lediglich das ältere und das jüngere Kind. Türen werden immer wieder zugeschlagen. (Familien)konstellationen aufgestellt und umgehauen. Gemachte Aussagen und Gefühle immer wieder in Frage gestellt. In der Zeit wird vor- und zurückgegriffen, Sprünge gemacht. In den Roman fließt viel psychologisches,literaturwissenschaftliches und zeitgeschichtliches Wissen und Geschehen ein. Er ist wirklich meisterlich "komponiert". "Das Vorkommnis" ist Band 1 einer Triologie über das Leben einer Frau. DasTitelbild von der ostdeutschen KünstlerinTina Berning passt hervorragend zum Inhalt.Fazit: Der Roman hat mich an vielen Stellen tief beeindruckt, zugleich aber auch an anderen Stellen genauso abgestossen. Die allumfassende Verunsicherung der Erzählerin war mir zu düster und befremdlich. Die Aufbereitung des Themas jedoch einmalig. Dies Buch ist auf keinen Fall etwas für den "Normalo-Leser", der nur mal kurz abspannen will. Hier lässt man sich auf ein dunkles und gut konstruiertes Spiel mit Literatur und Wirklichkeit ein.
spannend
Das schön gezeichnete Gesicht auf dem Cover fällt sofort ins Auge. Die Farbwahl ist sehr harmonisch. Die ernstblickende Frau passt wunderbar zum Inhalt. Die Ich-Erzählerin lernt auf einer Lesung ihre Halbschwester kennen. Eine kurze Umarmung und ohne Austausch von Adressen ist sie wieder verschwunden. Unter Schock telefoniert sie mit ihrer Schwester, aber die Umarmung lässt sie aus, es ist ihr peinlich. nur warum? Erst ihr Vater bringt Licht ins Dunkle und schilderte wie es sich zugetragen hat, denn auch der Mutter war es bekannt. Es ist ein Buch, das über die Familie berichtet und einem auch Eindrücke in die Literatur gibt. Der Schreibstil ist eher traurig und düster erzählt und die kurzen Kapitel sehr sprunghaft, viele Gedankensprünge .Es war nicht leicht dieses Buch zu lesen. Ich hatte bei der Leseprobe eine andere Vorstellung, so wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Das Buch, das uns mit in die Familiengeschichte nimmt regt aber auch zum Nachdenken an. Denn wo lauern nicht überall Geheimnisse, über vieles wird in Familien verschwiegen. Auch ich hatte eine ähnliche Begegnung.Ich fand das Buch nicht so spannend.
Gedankenspiele
Julia Schoch nimmt in ihrem Roman Das Vorkommnis den Leser mit in ihr - fiktives - Leben und das ihrer Familie. Auslöser ist die Aussage einer Frau bei einer Lesung, die sagt, sie hätte den gleichen Vater wie die Ich-Erzählerin. Was bedeutet das für die Familie? Vielschichtig deckt die Autorin verschiedene Sichtweisen in unterschiedlichen Zeiten auf. Was bedeutet dieses Wissen für sie selbst? Für ihre Schwester? Ihre Mutter? Ja und ihren Vater? Was war bekannt, was unbekannt und wer ist diese Frau? Die Ich-Erzählerin beschreibt ihren Alltag in Detroit, in der Stadt sie für einige Monate mit ihren Kindern und der Mutter lebt. Ihre Gedanken vermischen sich immer wieder mit dem Thema der möglichen Halbschwester.Das Buch ist sehr gut geschrieben, man lässt sich beim Lesen treiben, aber am Ende bleibt bei mir der Wunsch nach etwas mehr Inhalt statt Gedanken.
Pressestimmen
Julia Schoch entwickelt aus Erinnerungsfragmenten ein Lebensbild, in dem Individuum und Gesellschaft... gleichermaßen Kontur bekommen. Und dies in einer Sprache, die an Klarheit und Direktheit ihresgleichen in der deutschen Literatur sucht. mehr weniger
Die ungeheure Dichte der Korrespondenzen zwischen allen Ebenen des Romans erzeugt ein so reiches 3-D...Puzzle, dass man am Abglanz des Lebens darin seine Freude hat, auch wenn es ein entgleisendes Leben ist. Julia Schoch hat einen neuen Weg eingeschlagen. Wir folgen gespannt. mehr weniger
Hubert Winkels, 31.03.2022
Dieses Buch ist wirklich, und das sage ich selten, ein literarisches Kunstwerk, ein virtuoses Meiste...rstück über Erinnerung und Verdrängung und über das, was wir eigentlich sind: Hilflose, schlecht verwurzelte, leicht zu erschütternde und zu irritierende Menschen. mehr weniger
Elke Heidenreich, 19.03.2022
Julia Schochs großartiger Roman handelt von einem Familiengeheimnis. Und damit auch von der Kunst, d...as eigene Leben neu zu erfinden. mehr weniger
Gregor Dotzauer, 17.03.2022
Julia Schoch folgt Christa Wolf in der Ernsthaftigkeit der Selbstbeobachtung (...) sowie mit dem ref...lexiven, betrachtenden Charakter ihrer Prosa. Von Schatten der Vergangenheit handelt dieses eindrucksvolle, aufrichtige Buch, das reich ist an klugen Einsichten und wunderschönen Sätzen. mehr weniger
Jörg Magenau, 10.03.2022
In ›Das Vorkommnis‹ geht Julia Schoch Brüchen in Biografien nach – in der eigenen und in denen der O...stdeutschen. (…) Aufregend gut geschrieben, in einem nüchternen, präzisen Stil. mehr weniger
Cornelia Geißler, 15.02.2022
Julia Schoch ist eine Meisterin darin, mit simplen Sätzen einen tiefen seelischen Schwindel zu besch...reiben und auch beim Leser zu erzeugen. mehr weniger
Richard Kämmerlings, 06.02.2022
Das Talent dieser Autorin besteht darin, auf wenig Raum viel zu sagen - ohne alles auszubuchstabiere...n. mehr weniger
Tina Rausch
Glänzend erzählte Geschichte einer Verunsicherung.
Silvia Feist
Das Verblüffende an Julia Schochs Erzählen ist, dass man beim Lesen selbst beginnt, sich die Fragen ...zu stellen, die die Autorin aufwirft. (...) Dieses sehr persönliche Erzählen gibt Julia Schoch alle Möglichkeiten an die Hand, mit ihrem literarischen Vermögen zu brillieren. mehr weniger
Monika Melchert
Es geht um eine Kindheit in der DDR, um familiäre Muster und um Strukturen von Liebesbeziehungen. Al...l das stellt Julia Schoch auf den Prüfstand. mehr weniger
Alle reden über Cusk oder Ernaux, Schoch ist noch ein Geheimtipp. Feinsinnige karge autofiktionale U...ntersuchung, was es bedeutet, eine innerlich widerspenstige Frau zu sein. mehr weniger
Mara Delius, 04.12.2022
Das Buch macht schon auf den nächsten Band der Trilogie neugierig und ist sehr zu empfehlen.
Monika Roth, 01.10.2022
Dicht, packend, klug.
Verena Carl, 20.07.2022
Wie stimmig sind unsere Erinnerungen? Wo gehen sie hin, wenn das Land unserer Kindheit verschwunden ...ist? Immer neue Fragen und Themen entfalten sich wie in einem Kaleidoskop. In präziser, klarer Sprache erzählt Julia Schoch eine persönliche Geschichte, die viele Fragestellungen in unser aller Leben anstoßen kann. mehr weniger
Ulrike Grünwald, 20.06.2022
Prosa, die exemplarisch entfaltet, was viele bewegt.
Tomas Gärtner, 27.05.2022
Wie das Vorkommnis auf die Ich-Erzählerin erst nach und nach seine mächtige Wirkung entfaltet, entwi...ckelt auch die Erzählung erst nach und nach ihre Intensität, der man sich nur schwer entziehen kann, obwohl oder gerade weil Julia Schoch keine voyeuristisch relevanten Tatbestände ans Licht zerrt. Was sich im Kopf der Protagonistin abspielt, ist spektakulär genug. mehr weniger
Irene Prugger, 21.05.2022
Ein Meisterwerk der psychologischen Erzählung.
Elke Heidenreich, 01.05.2022
Julia Schoch verknüpft furios Ich- und Alltagsgeschichte. (...) Ihr Auftakt zur Trilogie einer Fraue...ngeschichte macht gespannt auf das, was noch kommt. mehr weniger
01.05.2022
Seine Tiefe und geschliffene Sprache machen diesen Roman zu einem literarischen Juwel.
cvk, 01.04.2022
Manche Texte sind vorsichtig. Sie erzählen keine großen Geschichten, nicht von Krieg und Verderben, ...nicht von Geburt und Tod, nicht von der alles verschlingenden Liebe. Da werden keine Generationen umspannt, keine Rätsel gelöst, keine einzige große Frage wird hier gestellt (und erst recht wird keine beantwortet). Und dabei wachsen sie uns ans Herz wie die stillen Kinder in der Sandkiste, die in einem Eck ihre Puddingformen-Sandkuchen bauen und mit den Blättern des nahen Strauchs verzieren. (…) Schoch erzählt behutsam und dabei trotzdem so drängend, dass einem schwindelig werden kann. mehr weniger
Bettina Steiner, 26.03.2022
Schoch erzählt, brillant und beklemmend, wie die Gewissheiten einer Familie verrutschen.
26.03.2022
Julia Schoch geht in ihrer Biografie einer Frau sensibel für die kleinsten Erschütterungen den große...n Fragen nach. (...) Das ist klug und eigenwillig erzählt und der vielversprechende Auftakt zu einer Trilogie. mehr weniger
Sandra Kegel, 20.03.2022
Eine Autorin, der man sich anvertrauen darf: Sie enttäuscht nie, aber sie baut Täuschungen ab. (...)... Ein Gegenwartsroman, aus dem man klüger heraus- als hineingeht. mehr weniger
Christian Eger, 12.03.2022
Mit psychologischem Gespür und einer guten Dosis Selbstironie erkundet Julia Schoch die dunklen Seit...enstraßen und schlecht einsehbaren Winkel, die sich neben der gepflegten Hauptallee einer Familiengeschichte auftun. Man würde gern sofort den nächsten Teil dieser Trilogie lesen. mehr weniger
Sebastian Fasthuber, 09.03.2022
Julia Schoch beherrscht das Erinnerungserzählen wie kaum eine andere Autorin. Fiktion und Fakt verwi...schen zu einer Lektüre mit Sog, die jeden mitreißt in den Strudel des Lebens und Lesens. mehr weniger
Michael Schleicher, 08.03.2022
Julia Schochs Geschichte ist von so luftiger Melancholie, dass viele eigene Gedanken zwischen ihre Z...eilen passen. Sie kann Bitterkeit in Gelassenheit und Trauer in Dankbarkeit verwandeln. mehr weniger
Annemarie Stoltenberg, 08.03.2022
Raffiniert verwebt Julia Schoch Gelebtes und Erdachtes, um so tiefere Wahrheiten aufzuspüren.
Britta Heidemann, 08.03.2022
Ergreifend.
Detlev Stute, 07.03.2022
Alles beginnt mit einem grunderschütternden Vorkommnis, wie schon der Titel von Julia Schochs neuem ...Roman erwarten lässt. mehr weniger
06.03.2022
›Das Vorkommnis‹ entfaltet eine gewaltige Tiefe. Hier das Hinterfragen, dort die Erfindung und die d...amit verbundene Fragilität machen dieses leise Buch so beeindruckend. mehr weniger
Niels Beintker, 06.03.2022
›Das Vorkommnis‹ löst viele Fragen aus, nach Ehe und Mutterschaft, der Kindheit in der DDR, nach Ado...ption und anderen Familiengeheimnissen. mehr weniger
05.03.2022
Julia Schoch, die das Verschwinden eines ganzen Landes erlebte, verwandelt diese scheinbar ewigen Ge...wissheiten in Sprache, tastend und doch präzise, leise und doch von schmerzlicher Klarheit. mehr weniger
01.03.2022
Eine Selbsterlösung, die auch die mögliche Selbstheilung einer Gesellschaft spiegelt. Ein unaufgereg...tes und doch spannendes Buch, geschrieben in einer einfachen, bestechend klaren Sprache. mehr weniger
Jutta Duhm-Heitzmann, 22.02.2022
Beim Lesen fühlt man sich mitunter an Christa Wolf erinnert, die einen ähnlich eindringlichen Ton ha...tte. Das Hauptereignis dieses Buches ist nicht die Handlung, sondern die Sprache. mehr weniger
Welf Grombacher, 21.02.2022
Das eigene Leben als Steinbruch nutzen. Julia Schoch ist eine Meisterin darin (…), kunstvoll webt si...e ein Netz aus auf den ersten Blick schlichten Sätzen, ein lakonischer Ton, der einen magischen Sog entfaltet. mehr weniger
Antje Scherer, 19.02.2022
Wohin auch immer der Blick fällt, immer taucht noch ein anderes Detail auf, das die vorherige Erinne...rung in neuem Licht erscheinen lässt. Vielleicht liegt genau darin die ungemeine Kraft dieses Romans. mehr weniger
Lena Schneider, 17.02.2022
Interessant ist hier nicht, was wirklich passiert, sondern welche Gedanken sich die Erzählerin darüb...er macht. mehr weniger
Katrin Kaiser, 16.02.2022
Der Roman geht unter die Haut. (…) jedes Wort sitzt, kein Satz ist zu viel.
Claudia Ingenhoven, 16.02.2022