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»Ein grandioser Roman über Ruhm, Niedergang und den Körperkult in Cannes.« Christian Mayer, Süddeutsche Zeitung

Die Liebeshungrigen

Ein Jahr nachdem er den Élysée-Palast verlassen hat, ist der ehemalige Präsident Dan Lehman ein Schatten seiner selbst. Seine Ehe mit einer Schauspielerin ist nur noch Fassade. Er trinkt, wird in Gerichtsverfahren verwickelt und versucht mit einem Buch in die Medien zurückzukehren, während seine Frau die Rolle ihres Lebens spielt. Ihr Film ist ein Erfolg, wird für die Goldene Palme in Cannes nominiert. Und dort, in diesem Tempel des Kinos, in dem alles Illusion ist, vermischen sich Realität und Fiktion auf verheerende Weise.

Karine Tuil verbindet in einem packenden Gesellschaftsroman die Schicksale mehrerer Figuren miteinander und erzählt von den zerstörerischen Auswirkungen der Medienwelt auf Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen – aber vor allem von der Liebe.

»Kaum eine Bestseller-Autorin umkreist ethische Fragen so klug und spannend wie die zweimal für den Prix Goncourt nominierte Juristin Karine Tuil.« Kerstin Hellberg, Stern

Übersetzt von Maja Ueberle-Pfaff und Alexandra Baisch

Bibliografische Daten

EUR 25,00 [DE] – EUR 25,70 [AT]
ISBN : 978-3-423-28522-3
Erscheinungsdatum: 15.05.2026
4. Auflage
400 Seiten
Format : 12,8 x 21,0 cm
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Französischen von Maja Ueberle-Pfaff und Alexandra Baisch
Autor*innenporträt

Karine Tuil

Karine Tuil, geboren 1972, ist Juristin und Autorin mehrerer gefeierter Bücher, darunter der Roman ›Die Gierigen‹. Zuletzt erschien ihr viel beachteter Roman ›Diese eine Entscheidung‹, der mit Preisen ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Karine Tuil lebt mit ihrer Familie in Paris.

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Übersetzer*innenporträt

Maja Ueberle-Pfaff

Maja Ueberle-Pfaff studierte Anglistik, Geschichte und Filmtheorie. Nach Anfängen als Verlagslektorin und Sprachdozentin übersetzt sie seit vielen Jahren Belletristik aus dem Englischen und Französischen.

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Übersetzer*innenporträt

Alexandra Baisch

Alexandra Baisch hat in Frankreich studiert und lebt in München, wo sie als Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Spanischen und als freie Lektorin tätig ist.

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92 von 92 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.45 von 5 Sternen


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9 - 10 von 92 Leserstimme

lesebarbara am 22.04.2026 11:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Zwischen Glanz und Abgrund!

Karine Tuils Die Liebeshungrigen zieht schon mit seinem Cover in eine schillernde, zugleich kühle Welt hinein: elegant, distanziert und von einer unterschwelligen Spannung geprägt – passend zur Geschichte. Im Mittelpunkt steht der gefallene Ex-Präsident Dan Lehman, dessen Leben nach dem Machtverlust aus den Fugen gerät, während seine Frau als gefeierte Schauspielerin im Rampenlicht steht. Zwischen politischem Abstieg, medialer Inszenierung und einer bröckelnden Ehe entfaltet sich ein eindringliches Bild von Abhängigkeit, Sehnsucht und Selbstverlust.Tuils Schreibstil ist präzise und analytisch, fast schon kühl beobachtend, wodurch die Figuren in ihrer Zerrissenheit besonders greifbar werden. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, wie ich selbst in solchen Situationen handeln würde – zwischen öffentlichem Druck, persönlichen Krisen und der Sehnsucht nach Anerkennung. Diese Welt aus Macht, Ruhm und öffentlicher Beobachtung ist mir persönlich fremd, aber gerade deshalb faszinierend. Es ist spannend, hinter die glänzende Fassade zu blicken und die Abgründe dahinter zu entdecken. Ein Roman, der einen nachdenklich zurücklässt und die Schattenseiten von Erfolg eindrucksvoll beleuchtet.

melb2508 am 22.04.2026 11:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Absolut faszinierend!

Dan Lehmann steht im Mittelpunkt der absolut faszinierenden Geschichte: Eine Amtszeit lang war er der mächtigste Mann Frankreichs, ein Linkspolitiker jüdischer Herkunft. Die Wiederwahl hat er nicht geschafft und nun, ein Jahr später, schleppt er sich durch seine ereignislosen Tage. Verheiratet in 2. Ehe mit der schönen Schauspielerin Hilde Müller und spät nochmal Vater geworden, kümmert er sich hauptsächlich um die gemeinsame Tochter, während die Karriere seiner Frau nun nochmal Fahrt aufnimmt und ihr Film sogar in Cannes als Preisträger gehandelt wird. Seine Exfrau hat die Buchvorlage zu dem Film geschrieben. Die Geschichte dreht sich vor allem um Dan und sein Umfeld - seine Exfrau und die drei gemeinsamen erwachsenen Kinder, seine aktuelle Ehefrau, seine kleine Tochter, ehemalige Weggefährten, die ihm noch treu zur Seite stehen. Während Dan eindeutig kein Sympathieträger ist - er suhlt sich im Selbstmitleid, fährt seine aktuelle Ehe vor die Wand und vermisst sein altes Leben in jeder Hinsicht - sind die Nebenfiguren, allen voran die Exfrau Marianne - sehr viel sympathischer und vor allem allesamt sehr interessant. Es geht auch um feministische Themen, und zwar sehr oft - eine große Stärke des Buches! Am Stil hat mich vor allem begeistert, dass es Zwischenkapitel gibt, die mit M überschrieben sind und anders als der Rest des Romans in Ich-Form aus Sicht Mariannes geschrieben sind. Diese ist eine wahnsinnig tolle Figur - reflektiv, intelligent und zutiefst empathisch. Die Geschichte hat mich wie ein Sog in den Bann gezogen und ich konnte nicht aufhören zu lesen! Eine klare und eindeutige Leseempfehlung von mir!

chiaara.j am 21.04.2026 23:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Zwischen Macht, Sehnsucht und gebrechlicher Wahrheit

Inhaltlich begleitet man einen ehemaligen Präsidenten, dessen Leben nach dem Ende seiner Amtszeit zunehmend zerfällt, während seine Frau als Schauspielerin große Erfolge feiert. Dabei geht es weniger um klassische Handlung als vielmehr um das Zusammenspiel von Beziehungen, öffentlichem Druck und innerer Leere. Besonders interessant finde ich die Verbindung von Politik, Medien und persönlichem Leben, die zeigt, wie stark äußere Erwartungen das Private beeinflussen können. Der Schreibstil ist klar und teilweise bewusst distanziert. Genau das verstärkt jedoch die emotionale Wirkung, da die Gefühle der Figuren oft zwischen den Zeilen spürbar werden. Die Autorin verzichtet auf übertriebene Dramatik und setzt stattdessen auf eine ruhige, analytische Erzählweise, die den Leser zum Mitdenken zwingt.Die Figuren sind vielschichtig und alles andere als idealisiert. Gerade das macht sie authentisch. Niemand ist nur gut oder nur schlecht, vielmehr bewegen sich alle in moralischen Grauzonen. Besonders überzeugend ist, wie ihre Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung dargestellt wird, oft verbunden mit Entscheidungen, die genau das Gegenteil bewirken. Diese Widersprüchlichkeit verleiht dem Roman eine große Tiefe.Insgesamt ist Die Liebeshungrigen kein leichtes Buch, sondern ein anspruchsvoller, nachdenklicher Roman über Liebe, Identität und die Schattenseiten von Ruhm und Öffentlichkeit.

downey_jr am 21.04.2026 08:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Macht, Medien & der Hunger nach Liebe

Der ehemalige Präsident Dan Lehman gewöhnt sich nur schwer daran, nicht mehr an der Macht zu sein: „In Wirklichkeit verlor nach dem Verlust der Macht alles andere an Bedeutung.“Seit er vor einem Jahr den den Élysée-Palast verlassen hat, ist seine Ehe mit einer Schauspielerin besteht nur noch auf dem Papier bzw. wegen der gemeinsamen Tochter. Während seine Frau unerwartet die Rolle ihres Lebens spielt, kämpft Dan Lehmann mit seiner Alkoholsucht und einem Gerichtsverfahren. Der Film seiner Frau wird für die „Goldene Palme“ in Cannes nominiert. Während des Filmfestivals gerät alles aus den Fugen ...„Der Erfolg ist ein trügerisches Glück, das schnell zur Last wird. Man überreicht es dir, du bedankst dich und glaubst, du hieltest die Chance deines Lebens in den Händen. Aber in Wirklichkeit - das weißt du nur noch nicht - entsteht um dich herum ein leerer Raum. Du wirst darunter leiden, aber beklagen darfst du dich nicht, das wäre unanständig. Jeder vergleicht sich mit dir und nimmt den Kontrast zu seinem eigenen Leben war, so fordert es die Gesellschaft.“Die Darstellung von Macht und deren Auswirkungen, vom Einfluss der Medien auf Politiker*innen, Schauspieler*innen und andere Personen des öffentlichen Interesses ist hervorragend dargestellt. Das ist nicht meine Welt, aber ich konnte mich gut hieinversetzen in diese Lebensrealitäten.„Man kann sich kaum vorstellen, wie brutal es ist, wenn das Privatleben überall zur Schau gestellt wird. Man wird bewertet, in seinem Aussehen, in seiner psychischen Verfassung, das persönliche Umfeld wird unter die Lupe genommen. Die Leute kommentieren in den sozialen Medien das Verhalten und die Worte anderer Menschen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie sich das auf die Betroffenen auswirkt - verheerend.“"'Ein politisches Amt untergräbt die Sensibilität und die Empathie. Man geht kaputt daran. Zu viel Gewalt, zu viele Tiefschläge und Demütigungen. Du wirst so heftig angegriffen, dass die Abgebrühtheit zu einer Art Überlebensreflex wird. Entweder du legst dir einen Panzer zu oder du stirbst.'"Ich habe schon mehrere Romane von Karine Tuil gelesen, ich mag ihre Art zu schreiben. Besonders ihr Buch „Menschliche Dinge“ hatte mir sehr gut gefallen. Im direkten Vergleich empfand ich „Die Liebeshungrigen“ als etwas schwächer. Zwar überzeugt der vielschichte, kluge Roman durch eine fesselnde Handlung, verliert sich für mich jedoch zwischendurch etwas in Längen und konnte mich emotional nur bedingt abholen. Aufgrund dieser kleinen Schwächen vergebe ich 4 von 5 Sternen.Vielen Dank an den dtv Verlag & Vorablesen.de für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

buecherfan.wit am 20.04.2026 19:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Machtkämpfe überall

Ein Jahr, nachdem Dan Lehman, der fiktive linke Präsident mit jüdischen Wurzeln, nicht wiedergewählt wurde und gegen die Kandidatin der extremen Rechten verloren hat, kämpft er nach dem plötzlichen totalen Absturz noch immer ums Überleben. Seine zweite Ehe mit der deutschen Schauspielerin Hilda ist nach fünf Jahren nur noch Fassade, die Scheidung eine Frage der Zeit, zumal die attraktive Schauspielerin mit ihrem neuen Film auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen ist. Kurioserweise beruht der Film auf dem neuen Roman von Marianne, Lehmans erster Frau, mit der er viele Jahre verheiratet war und drei Kinder hat. Er liebt seine Kinder sehr, auch die kleine taubstumme Tochter aus der Ehe mit Hilda. Er hat auch nie aufgehört, Marianne zu lieben und hofft, da wieder anknüpfen zu können, wo er die Beziehung einst beendet hat. Dan ist jedoch Alkoholiker, was einen Neuanfang zusätzlich erschwert und muss sich gegen diverse Anzeigen vor Gericht wehren.Aus wechselnder Perspektive erzählt der Roman die Geschichte verschiedener Figuren und behandelt dabei nicht nur das Thema Liebe in all ihren Facetten, sondern vor allem auch die Machtkämpfe in allen Bereichen: in der Politik, in der Ehe und allen Beziehungen, in der Filmindustrie und im Literaturbetrieb. Die Autorin zeigt, dass sich Frauen in der Filmbranche besonders häufig gegen dominante übergriffige Männer wehren müssen. Sie macht außerdem deutlich, welche Macht die Medien ausüben, wenn sie Personen im Rampenlicht aufbauen oder Existenzen zerstören. So muss sich Dan Lehman nach seiner Wahlniederlage üble antisemitische Beschimpfungen gefallen lassen und hinnehmen, dass die von ihm geleistete Arbeit nichts mehr gilt. Angesichts dieser Thematik finde ich den deutschen Titel nicht besonders passend gewählt für einen Roman, der im Original “La guerre par d´autres moyens“ (Krieg mit anderen Mitteln) betitelt ist. Ich kenne die Autorin schon seit vielen Jahren und habe auch ihren neuen Roman sehr gern gelesen. Ich empfehle ihn ohne Einschränkung.

söphken am 20.04.2026 13:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Toller Roman!

Ich habe dieses Buch einfach nicht aus der Hand legen können. Innerhalb von zwei Tagen war ich durch und hatte dabei durchgehend dieses seltene Gefühl, wirklich in eine Geschichte einzutauchen.Was mich besonders fasziniert hat, ist die Frage, was mit Menschen passiert, wenn Macht plötzlich wegbricht. Vor allem bei Männern wird hier sehr eindrücklich gezeigt, wie eng Identität und Selbstbild damit verknüpft sind. Mit meinem Hintergrund in der Politikwissenschaft habe ich das als unglaublich spannend und präzise beobachtet empfunden.Gleichzeitig richtet sich der Blick auch auf die Menschen im Umfeld. Partnerinnen, Kinder, all jene, die die Folgen mittragen müssen. Diese Perspektiven haben dem Ganzen eine Tiefe gegeben, die mich sehr berührt hat.Auch der Umgang mit Medien spielt eine große Rolle. Dieser schnelle Druck, die oft fehlenden Nuancen, die harten Urteile. Themen wie Antisemitismus und der abwertende Blick auf Frauen werden klar sichtbar gemacht, ohne dass es jemals platt wirkt.Am Ende bleibt für mich vor allem die leise Erkenntnis, dass es im Leben auf ganz andere Dinge ankommt als auf Macht oder Status. Dass Beziehungen und ein stabiles Selbstbild viel wichtiger sind.Ich habe das Buch wirklich sehr gerne gelesen und kann es von Herzen empfehlen. Auf die nächsten Bücher der Autorin freue ich mich jetzt schon.

milena am 20.04.2026 12:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Wenn die Öffentlichkeit einen fallen lässt

Zunächst hat mich der Titel "Die Liebeshungrigen" etwas auf die falsche Spur geführt und ich war eingestimmt, dass die Autorin von großen Gefühlen der romantischen Liebe schreibt. Es geht aber vielmehr um die öffentliche Anerkennung, die damit verbundene Zuneigung und Überhöhung der eigenen Person und natürlich auch um Macht. Die fiktive Figur Dan Lehmann ist als ehemaliger französischer Staatspräsident nach nur einer Amtszeit krachend gescheitert und kaut an der Niederlage im politischen, privaten und öffentlichen Bereich. Es gelingt ihm nicht zu verstehen, dass er die Hoffnungen seiner Wähler enttäuscht hat und sie ihm den Verrat an der linken Politik vorwerfen. Er hat Probleme die Intrigen seiner eigenen Parteifreunde richtig einzuschätzen und -was fatal für ihn ist- leidet an einer grandiosen Selbstüberschätzung. Dies führt ihn dazu ein Buch zu schreiben, was seine Angriffsfläche nur vergrößert, und sich in verschiedene gerichtliche Auseinandersetzungen verwickeln zu lassen. Seine zweite Ehe mit der deutschen Schauspielerin Hilda ist am Ende. Einst Glamourpaar, jetzt nur eine einzige Enttäuschung, hängt er am Alkohol und an seiner geschiedenen Frau, mit der er drei gemeinsame Kinder hat und die ihm nach dem Aufkommen der Affäre mit der viel jüngeren Hilda mit der Trennung zuvorgekommen ist. Diametral zu seinem fulminanten Scheitern erklimmt seine Frau die Stufen des Erfolgs erneut, pikanterweise mit einem Film, dem das Buch seiner geschiedenen Frau zugrundeliegt. Zunächst kann man der Figur des Dan Lehmann wenig Sympathie entgegenbringen. Abgesehen von seiner zärtlichen Zuneigung zu seiner gehörlosen kleinen Tochter erkennt man wenig ansprechende positiven Seiten an dem versoffenen, leicht größenwahnsinnigen und manipulativen Typ. Das ändert sich bei der Lektüre des Romans, der aus verschiedenen Erzählperspektiven geschrieben ist, und zum Vorschein kommt immer stärker das eigentlich Thema des Romans, die Macht der Medien, die einerseits eine Person sehr aufbauen können, andererseits aber auch einen brutalen Absturz bewirken können. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich spreche definitiv eine klare Leseempfehlung aus.

florinda am 19.04.2026 21:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Bedrückend & beeindruckend zugleich!

Karine Tuils von Maja Ueberle-Pfaff und Alexandra Baisch aus dem Französischen übersetzter 400-seitiger Roman "Die Liebeshungrigen" ist mit einem auf mich zunächst ein wenig befremdlich wirkenden Coverbild ausgestattet, das sich jedoch bei fortschreitender Lektüre als überaus passend erwies.Die spannende vielschichtige Handlung wird in einem kühl und klar wirkenden Schreibstil präsentiert und geht stellenweise ganz schön unter die Haut.Der ehemalige französische Staatspräsident Dan Lehman ist ein Jahr nach seinem Auszug aus dem Pariser Élysée-Palast depressiv und alkoholabhängig. Seine Frau dagegen feiert Erfolge als Schauspielerin in Cannes.Ich hatte das Paar Sarkozy-Bruni vor Augen.Die meisten Figuren sind recht kompliziert und in verschiedenste Probleme verstrickt. Selbst, wenn mir nicht alle sympathisch waren, weckten manche mein Mitgefühl, denn hinter ihren Schutzfassaden steckten oft Angst, Einsamkeit oder auch Verzweiflung.Sei es, weil sie erkennen, dass sie ohne Macht und Einfluss weniger Wertschätzung erfahren oder seien es die Auswirkungen der Medien, welche einen Menschen zum Star aufbauen, aber auch eben so schnell wieder verdammen können.Auf jeden Fall beeindruckte mich das Buch, denn es lieferte mir Stoff zum Nachdenken, weshalb ich es auch gern weiterempfehle.(Ab dem 15. 05. 2026 unter der ISBN 978-3-423-28522-3 bei dtv.)

katzendieb am 19.04.2026 18:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Vielschichtig

Karine Tuil entfaltet in ihrem Roman ein dichtes Geflecht aus Machtstreben, Erfolg, öffentlicher Wahrnehmung und zwischenmenschlichen Beziehungen. Im Zentrum steht der ehemalige französische Präsident Dan Lehmann, um den sich eine Vielzahl von Figuren aus Film, Politik und Literatur gruppiert. Diese sind alle auf ihre Weise mit eigenen Konflikten und Sehnsüchten konfrontiert.Die Autorin stellt ihre Figuren als vielschichtige und komplizierte Menschen dar. Auch die Personen, die wie echte Kotzbrocken wirken, sind in ihren Kämpfen mit sich selbst und der Welt so gefangen, dass man mit ihnen mitfühlen kann. Dieser Eindruck gelingt vor allem auch durch die wechselnden Erzählperspektiven.Der Einstieg in das Buch gelingt mühelos und zieht einen dann in seinen Bann. Gleichzeitig regt der Roman dazu an, über Beziehungsdynamiken, Lebensentscheidungen und den Einfluss medialer Öffentlichkeit nachzudenken.

leonie86 am 19.04.2026 13:04 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Zwischen Macht, Medien und der Sehnsucht nach Liebe

In Die Liebeshungrigen zeichnet Karine Tuil ein scharfes und zugleich vielschichtiges Porträt einer Welt, in der öffentliche Wahrnehmung und private Gefühle untrennbar miteinander verwoben sind. Im Mittelpunkt steht ein ehemaliger Präsident, dessen Leben nach dem Ende seiner Amtszeit aus den Fugen gerät, während seine Frau als Schauspielerin im Rampenlicht steht und berufliche Erfolge feiert.Der Roman lebt von seinen Gegensätzen: Macht und Ohnmacht, Inszenierung und Wahrheit, Nähe und Entfremdung. Besonders eindrucksvoll ist, wie Tuil die Dynamik der Medienwelt einfängt und zeigt, wie sehr sie das Leben und die Beziehungen ihrer Figuren beeinflusst. Hinter dem Glamour und den öffentlichen Fassaden offenbaren sich Einsamkeit, Unsicherheit und ein tiefes Bedürfnis nach echter Verbindung.Sprachlich ist das Buch präzise und eindringlich, stellenweise fast kühl beobachtend, was die emotionale Wucht der Geschichte noch verstärkt. Die Handlung entwickelt eine subtile, aber stetige Spannung, vor allem durch das Zusammenspiel von persönlichem Zerfall und öffentlicher Inszenierung.Die Liebeshungrigen ist ein kluger, intensiver Roman über Liebe, Macht und Identität in einer von Medien geprägten Welt – anspruchsvoll, nachdenklich und mit einer leisen, aber nachhaltigen Wirkung.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

Bunte
Karine Tuil beschreibt die Figuren klug und ohne sie je zu denunzieren, und ihr Roman birst geradezu... vor Themen – Machtverlust, Politik und Lügen, alter Mann und junge Frau, Betrug, Alterssexualität, Antisemitismus, Behinderung, Alkoholismus, Einsamkeit –, und das alles verpackt in eine spannende Handlung. mehr weniger

Elke Heidenreich, 25.06.2026

Süddeutsche Zeitung
Ein grandioser Roman über Ruhm, Niedergang und den Körperkult in Cannes.

Christian Mayer, 23.05.2026

Deutschlandfunk
Karine Tuil beschreibt genau beobachtet und genüsslich zugespitzt eine realistisch grundierte Szener...ie aus Leidenschaften und Ich-Verwirklichungen, aus Maskeraden, Macht und Manipulationen in der feinen Pariser Gesellschaft. mehr weniger

Cornelius Wüllenkemper, 20.05.2026

DER SPIEGEL
Die Stärke des Buchs liegt darin, wie Tuil die Erfolgsmenschen auseinandernimmt.

Nadia Pantel, 16.05.2026

SWR Kultur
Unterhaltsam und mit glamouröser Garnitur.

Eberhard Falcke, 30.08.2026

Freundin
Das Dreiecksdrama um Macht, Liebe und Eifersucht ist scharfsinnig beobachtet und meisterhaft erzählt.... mehr weniger

29.07.2026

WDR 4
Ein kluger, hervorragend geschriebener Roman voller aktueller Themen und großer Gefühle. Packend erz...ählt und getragen von Figuren, die vor allem eines verbindet: der Hunger nach Liebe und Anerkennung mehr weniger

Elke Heidenreich, 19.07.2026

Kölner Stadt-Anzeiger
Ein großartiger, packender Roman.

Elke Heidenreich, 17.07.2026

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Man denkt mal an François Hollande, mal an Nicolas Sarkozy in dieser schön bösen Analyse von Macht u...nd Medien. mehr weniger

Julia Encke, 05.07.2026

Brigitte
Scharf, mitunter boshaft, komisch und zutiefst menschlich.

Ariane Heimbach, 01.07.2026

Münchner Merkur
Karine Tuil ist mit ›Die Liebeshungrigen‹ ein erstklassiger Gesellschaftsroman gelungen, der kühl di...e zerstörerischen Mechanismen von Polit-Business und Medienwelt beschreibt. mehr weniger

20.06.2026

denglers-buchkritik.de
Ein literarischer Geniestreich!

15.06.2026

Rheinische Post et al.
Tuil gelingt es, den Fall von Dan Lehmann so spannend und böse aufzuschreiben, dass die gegenwartssa...tten 400 Seiten wie eine Strandlektüre anmuten. mehr weniger

Philipp Holstein, 14.06.2026

SR 2 KulturRadio
Das Buch ist unglaublich unterhaltsam, Karine Tuil schreibt sehr, sehr gut und überrascht ihre Leser... immer wieder mit neuen Erkenntnissen. mehr weniger

Peter Henning, 11.06.2026

Nürnberger Nachrichten online
In Frankreich schlug der neue Roman von Karine Tuil wie eine Bombe ein. (…) Tuil schreibt sich indis...kret in diese Löwengrube, die mit dem alltäglichen Leben nichts zu tun hat, hinein. Dabei geht es ihr nicht um Voyeurismus, sondern um ethische Fragen. mehr weniger

Bernd Noack, 02.06.2026

Jolie
In dem klugen Gesellschaftsroman aus Frankreich geht es darum wie Menschen, die in der Öffentlichkei...t stehen von der unerbittlichen Medienwelt vernichtet werden können. mehr weniger

01.06.2026

IN München
Mit eiskalter Unerbittlichkeit, aber auch viel feinem Humor seziert Karine Tuil die Mechanismen der ...Mediendiktatur. Gruselig, gut. mehr weniger

Rupert Sommer, 01.06.2026

Straubinger Tagblatt et al.
Die Schriftstellerin Karine Tuil gilt als eine feine Beobachterin der französischen Politik und Gese...llschaft. mehr weniger

Birgit Holzer, 23.05.2026

Ruhr Nachrichten
Ein kluger, oft eindringlicher Roman über Macht und ihren Verlust.

Andreas Schröter, 20.05.2026

Hamburger Abendblatt
Genauso musste man mal über Macht, Ohnmacht und einen Ex-Präsidenten erzählen.

Thomas André, 19.05.2026

Podcast "Jetzt lass mich doch mal auslesen"
An Karine Tuils Roman ›Die Liebeshungrigen‹ kommt man nicht vorbei. Die Erzählerin seziert Politik, ...Medien und Kultur im Nachbarland. Ein Pageturner! mehr weniger

24.04.2026