Nach zwei Jahrzehnten kehren drei Brüder zum Ort ihrer Kindheit zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen. Eine Reise durch die Zeit zeigt: Der Kampf um die Liebe der Mutter hat immer noch kein Ende gefunden.
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Die Überlebenden
Nach zwei Jahrzehnten kehren die Brüder Benjamin, Pierre und Nils zum Ort ihrer Kindheit – ein Holzhaus am See – zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen. Eine Reise durch die raue, unberührte Natur wie auch durch die Zeit. Im Kampf um die Liebe der Mutter, die abweisend und grob, dann wieder beinahe zärtlich war, haben die Jungen sich damals aufgerieben bis zur Erschöpfung. Heute fühlen sie sich so weit voneinander entfernt, dass es kein Aufeinanderzu mehr zu geben scheint. Und doch ist da dieser Rest Hoffnung, den Riss in der Welt zu kitten, wenn sie sich noch einmal gemeinsam in die Vergangenheit vorwagen.
Bibliografische Daten
2. Auflage
Alex Schulman
Alex Schulman, geboren 1976, ist einer der populärsten schwedischen Schriftsteller. Sein Roman ›Die Überlebenden‹, 2021 bei dtv erschienen, wurde in 30 Sprachen übersetzt. Mit ›Verbrenn all meine Briefe‹, bei dtv 2022, gelang ihm in Schweden 2018 der Durchbruch als literarischer Autor.
Hanna Granz
Hanna Granz, geboren 1977, hat unter anderem Werke von Patrik Svensson, Tove Alsterdal, Johanne Lykke Holm und Tone Schunnesson ins Deutsche übersetzt.
4 - 10 von 148 Leserstimme
Die Rückkehr
Meine Meinung und Inhalt "Jetzt stehen alle drei dicht beieinander, in einer Aggression, die ihnen völlig fremd ist. Plötzlich gibt es keine Wut mehr in ihren Augen, nur noch Verwirrung. Angespannt mustern sie einander. Sie wissen selbst nicht, was sie da tun." (ZITAT)Das Buch hat mich am Ende wirklich sprachlos gemacht, emotional mitgenommen und überraschen können.Der Schreibstil des Autors ist flüssig und klar. Die Haupterzählung wird rückwärts geschildert, beginnend, angefangen beim Eintreffen eines Polizeifahrzeugs, weil zwei der Brüder eine Prügelei begonnen haben, bis zum Tod der Mutter im Krankenhaus. Eine Rückblende kommt der Stroy chronologisch aufwärts entgegen, angefangen beim traumatischen Kindheitssommer der Brüder bis in die Therapiestunden des erwachsenen Benjamin."Die Überlebenden" bekommt eine absolute Leseempfehlung von mir!Nach zwei Jahrzehnten kehren die Brüder Benjamin, Pierre und Nils zum Ort ihrer Kindheit – ein Holzhaus am See – zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen. Eine Reise durch die raue, unberührte Natur wie auch durch die Zeit. Stellenweise war es als Leser nur schwer zu ertragen, wie sehr die Jungs sich um die Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern bemüht haben, nur um dann doch nur auf Ablehnung zu stoßen. "»Den könnt ihr übrigens behalten«, sagte Mama, und zeigte, ohne aufzublicken, auf den Butterblumenstrauß, der in einem fleckigen Wasserglas auf dem Tisch stand." (ZITAT)Schockierend war, dass so viel Unausgesprochenes zwischen den Protagonisten liegt. »Das habe ich nicht gewusst«, sagt Benjamin. »Ich wusste nicht, dass du mich retten wolltest. Ich wusste nicht, dass du mich gesucht hast.« Pierre zuckt die Achseln. »Warum hast du es mir nie erzählt?«, fragt Benjamin. »Ich habe immer gedacht, du wüsstest es«, sagt Pierre. »Und Mama und Papa wollten nicht, dass wir mit dir darüber reden, sie meinten, es ginge dir nicht so gut.« (ZITAT)Heute fühlen sie sich so weit voneinander entfernt, dass es kein Aufeinanderzu mehr zu geben scheint. Und doch ist da dieser Rest Hoffnung, den Riss in der Welt zu kitten, wenn sie sich noch einmal gemeinsam in die Vergangenheit vorwagen. "Er weiß nicht, dass diese Geschichte auf kein Stück Papier passen wird, dass er gerade in eine mehrere Jahrzehnte lange Erzählung einsteigt, von drei Brüdern, die einmal vor langer Zeit von hier fortgerissen wurden und jetzt gezwungen sind zurückzukehren; dass alles an diesem Ort zusammengehört, nichts steht für sich oder kann einzeln erklärt werden. Das Gewicht all dessen, was in diesem Moment passiert, ist groß, doch das meiste ist längst geschehen. Was sich hier auf der Steintreppe abspielt, das Weinen der drei Brüder, die geschwollenen Gesichter und all das Blut, ist nur der letzte Ring auf dem Wasser, der äußerste, der am weitesten vom Einschlagpunkt entfernt ist." (ZITAT)Alex Schulman wurde 1976 in Hemmesdynge geboren. Er ist der Sohn des Produzenten und Journalisten Allan Schulman und der Moderatorin Lisette Schulman. Er studierte Film, Literaturwissenschaft und Philosophie an der Stockholmer Universität. 2010 heiratete er Amanda Shulman, mit ihr hat er zwei Töchter und einen Sohn. Sein Memoir ›Glöm mig‹ wurde in Schweden 2017 zum Buch des Jahres gekürt. ›Die Überlebenden‹ ist sein erster Roman, von der schwedischen Presse gefeiert, stand er wochenlang auf Platz 1 der Bestsellerliste. Er erscheint in 31 Ländern.
Kindheitserinnerungen
„Er hatte alles erzählt, was er noch von der Kindheit wusste, hatte berichtet, was er und seine Brüder durchgemacht, worüber er aber nie mit irgendjemandem gesprochen hatte, nicht mal mit ihnen. Er hatte von Birkenreisern und Butterblumen erzählt, und auch von den schwersten Erinnerungen, den Dingen, die ihn verändert hatten.“ (DIE ÜBERLEBENDEN, S. 280)So oder so ähnlich könnte sich „Die Überlebenden“ kurz und knapp zusammenfassen lassen. All die kleinen, echten und schmerzhaften Anekdoten Schulman's lassen beim Lesen eine Art Melancholie spüren, von welcher ich nicht wusste, dass ich sie spüren könnte. War meine Kindheit doch so anders, als die des Protagonisten Benjamins. Weder bin ich in Schweden aufgewachsen, noch habe ich die Sommer meiner Kindheit in einem kleinen abgeschiedenen Haus am See verbracht.Trotzdem hat Alex Schulman es geschafft, seine Erlebnisse universell (be-)greifbar zu machen und mich durch seine fragmentarischen Erzählungen zutiefst berührt.
Von der ungeheuren Kraft der Psyche
Der Autor erzählt von der Beziehung dreier Brüder zueinander, zeigt ihre Brüche und ihre Unfähigkeit eine gemeinsame Verbindung aufrechtzuerhalten. Ich erlebe viele Familienszenen, die mich betroffen machen und teils auch abschrecken und doch bleibt immer ein gewisser emotionaler Abstand zu der Geschichte, der erst ganz am Ende aufgebrochen wird. Die Geschichte wird aus Sicht des mittleren Bruders Benjamin in zwei Erzählsträngen geformt. Der Aufbau der Geschichte ist akribisch geplant. Ungewöhnlich dabei ist, dass in einem Strang vom aktuellen Zeitpunkt rückwärts erzählt wird, während die Familienszenen aus der Jugend in chronologischer Reihenfolge präsentiert werden. Durch die ungewöhnlichen Konstruktion der Geschichte baut sich eine subtile Suspense auf. Mit jeder Szene bekommt man ein neues Puzzleteil gereicht und spürt doch, dass etwas Entscheidendes zum Familienbild fehlt. Es reihen sich fragwürdige und erschreckende Szenen der Familie aneinander, die dafür sorgen, dass ich mich unbehaglich fühle. Wie zielgerichtet diese Erzählstränge auf ein bestimmtes Ereignis zusteuern und mit welcher Wucht sich dieses dann entlädt, traf mich völlig unvorbereitet.Fazit: Ein Familiendrama aufgebaut wie ein Spannungsroman, bei dem am Ende durch eine riesige Erschütterung alle Teile an ihren Platz fallen. Etwas Durchhaltevermögen ist von Nöten.
Tiefgründig
Das Cover ist sehr schön - und zwiespältig. Die beiden Jungs, mit nacktem Oberkörper und feuchten Haaren - man assoziiert einen fröhlichen Schwimmbad-Tag und Gesichter, die in die Sonne gehalten werden. Gleichzeitig wirken die Brauntöne eher etwas trüb und "unsonnig" und dämpfen das Ganze.Nachdem ich inzwischen das Buch gelesen habe, finde ich, das Cover passt sehr gut zu der Geschichte.Die 3 Brüder werden gut eingeführt in ihren Charakteristika, vor allem in den Rückblenden.Der jeweilige Handlungsstrang in der Gegenwart - also das Treffen zur Bestattung der Mutter nach den vielen Jahren - mutet teilweise etwas skurril an, und da sich die Ereignisse der Vergangenheit erst nach und nach entrollen, kann man die Verhaltensweisen der Brüder manchmal nicht einordnen, schaut ihnen ein wenig verständnislos zu, aber neugierig - so ging es zumindest mir.Wunderbar finde ich die Beschreibungen der Landschaft. Man läuft regelrecht mit durch die Wälder, an den See, taucht ein ins Wasser, riecht die sommerliche Atmosphäre.Beklemmend erscheint von Anfang an das Verhalten der Eltern, es werden viele Szenen geschildert, die unheimlich anmuten, unverständlich, gruselig, bedrückend. Insgesamt entsteht eine Atmosphäre weit jenseits einer warmen, liebevollen FamilienumgebungZum Ende hin nimmt das Buch noch einmal gewaltig Fahrt und Spannung auf und hat mich immer mehr in seinen Bann gezogen.Die zeitlichen Hin- und Hersprünge in mehreren Zeitebenen und am Schluss als Rolle rückwärts in Zeitlupe erforderten schon meine erhöhte Lesekonzentration, machten es aber auch sehr interessant.Die 3 Brüder werden zum Ende hin noch einmal deutlich schärfer in ihren Konturen.Das Ende, die "Auflösung" ist schockierend und kam für mich wirklich überraschend.Fazit: tolle Sprache, flüssig und tiefgängig, Beschreibungen von Menschen und Landschaften mit allen SinnenKeine ganz leichte Kost, aber absolut lesenswert, fern aller Klischees.Eine meiner Lieblingsstellen, die sich um die ganze Handlung spannt:Doch sie redeten nicht über Dinge, die passiert waren, das hatten sie noch nie getan, weil keiner von ihnen wusste, wie das ging, und vielleicht war es auch nicht nötig, vielleicht war dieses Schweigen das Schönste, was sie gemeinsam erleben konnten, denn da waren nur sie beide, Benjamin und sein Vater,...
Eine bedrückende Familiengeschichte
Diese Buch ist definitiv nicht einfach zu lesen und das liegt nicht an dem Schreibstil des Autors, ganz im Gegenteil. Dieser ist wirklich toll. Durch den stetigen Wechsel aus der Vergangenheit in die Gegenwart und dadurch, dass er dem Leser nur sehr wohl dosiert mehr Informationen gibt, entsteht schnell Spannung und seine landschaftlichen Beschreibungen sind einfach schön.Die drei Brüder Benjamin, Nils und Pierre kehren auf den Wunsch ihrer verstorbenen Mutter nach zwanzig Jahren in das Sommerhaus der Familie zurück, um dort ihre Asche zu verstreuen. Die Brüder haben sich im Laufe der Jahre immer weiter voneinander entfernt und der Kontakt zwischen ihnen ist abgebrochen.Nach und nach erfährt man immer mehr prägende Ereignisse aus ihrer Kindheit, die alles andere als schön war. Es ist beklemmend, was die Brüder erleben mussten und es dauert bis zum Ende, bis sich ihre bis in die Gegenwart andauernde Sprachlosigkeit erschließt. Dieses Buch steckt voller Emotionen, leider hauptsächlich negativer, ist bedrückend und alles andere als leicht zu lesen. Trotzdem ist es lesenswert. Man muss sich nur von vornherein darüber im Klaren sein, dass es kein Wohlfühlbuch ist, sondern eines das berührt und erschüttert.
Deprimierend wie berührend zugleich
„Die Überlebenden“ von Alex Schulman ist ein durchaus herausforderndes Familiendrama. Die Handlung wird dabei äußerst feinsinnig erzählt, trifft dann aber durch ihren Inhalt mitten ins Herz. Trotz ihrer Traurigkeit hat mich die Geschichte der drei Brüder deshalb sehr berührt. Schriftstellerisch gelungen konstruiert Autor Alex Schulman, durch einen vorläufigen und einen rückläufigen Zeitstrang, eine ganz eigene, einzigartige Erzählweise. So laufen die Ereignisse scheinbar aufeinander zu und nach und nach offenbart sich die gesamte Geschichte. So ergibt sich dank der Einblicke in die Kindheit, sowie das Erwachsenenalter der Brüder, eine vielschichtige Handlung. Nur schwer auszuhalten waren für mich die Verhaltensweisen der Eltern, welche mich stellenweise schockiert und fassungslos zurück ließen. Gerade durch diese Grausamkeiten, entsteht aber wiederum Authentizität, denn genau solche Geschichten schreibt das Leben eben auch. Von Hoffnung und Versöhnung war für mich allerdings nichts zu spüren. Durch ihren fesselnden und gut lesbaren Schreibstil blieb die Handlung bis zum Schluss spannend. Auch die eingebauten überraschenden Wendungen sorgten für ein herausragendes Leseerlebnis, dessen Wendungen man nicht leicht vorhersehen konnte. Gerne vergebe ich für diese emotionale Geschichte, welche auf hohem Niveau erzählt wird, 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!
'Schritt für Schritt zusammengehörend'
"Vor zwei Jahrzehnten ging hier ein Riss durch die Welt. Jetzt kehren die Brüder Benjamin, Pierre und Nils zum Ort ihrer Kindheit - ein Holzhaus am See - zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen. Eine Reise durch die raue, unberührte Natur Skandinaviens wie auch durch die Zeit. Was ist damals wirklich passiert?"(Klappentext)Kindheitserlebnisse schweißen zusammen, hinterlassen triefende Narben aller Art: Narben, die einem zeitverzögert in unregelmäßigen Rhythmen die Decke über den Kopf ziehen lassen und Narben, die einem das Gemüt zu den richtigen Zeitpunkten mit Meereswellen nähren.Geschwister teilen sich diese Narben, integrieren sie aber oft auf unterschiedlichen Ebenen in ihren Verhaltens- und Gedankenmustern, so dass ihr Zusammengehören auf die Probe gestellt wird. Pfade der verständigenden Empathie, die Schritt für Schritt gemeinsam zu begehen sind, um die Zusammengehörigkeit spüren zu können, werden beabsichtigt oder unbeabsichtigt verlassen. Eben so, wie das Leben gerade spielt - aktiv oder passiv!Manche Geschwister sind mutig, suchen mit wachen Blicken, überwinden energetisch umgefallene Mammutbäume, um verloren gegangene Pfade gemeinsam wieder neu zu entdecken. Manche irren griesgrämig, schauderlich in ihrer Sturheit frierend ein Leben lang durch den Gefühle verschlingenden Wald.Ich wünsche meinen beiden Kindern - die bis jetzt wie ein bewegtes, sich bis in jegliche Faser liebendes Ehepaar alle traurigen sowie glücklichen Narben stolz gemeinsam annehmen -, dass sie den bedingungslosen Pfad nicht verlassen müssen, sondern ihn stets, sich austauschend, Schritt für Schritt gemeinsam entlang stolzieren dürfen.Mit geschmeidig zärtlicher, dennoch robust beklemmender Sprachgestalt schafft @alexschulman mit 'Die Überlebenden' ein nachhallendes Werk, welches die schicksalhafte Dimension bedingungsloser Liebe sowie deren wackelige Existenz in den Fokus des Menschseins rückt. Mehr davon!
Was ist uns nur passiert?
Alex Schulman erzählt eine bedrückende Familientragödie. Die Brüder Pierre, Benjamin und Nils verbringen die Ferien mit ihren Eltern in einem Sommerhaus am See. Schnell zeigt sich, dass die Ferienidylle getrübt und die familiäre Situation schwierig ist. Die Kinder unterscheiden sich sehr in ihrem Wesen und reagieren unterschiedlich auf die familiären Herausforderungen. Alles scheint auf ein schlimmes Ereignis hinzusteuern: so einschneidend, dass die Familie danach nie mehr das Sommerhaus aufsuchte. 20 Jahre später kehren die Brüder dorthin zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie kaum mehr Kontakt zueinander, haben sich auseinander gelebt. Immer wieder steht die Frage im Raum, was eigentlich passiert ist?Axel Schulmann erzählt abwechselnd aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Durch die chronologisch erzählten Episoden aus der Vergangenheit und die rückwärtsgerichteten Schilderungen der nahen Gegenwart entsteht das Gefühl, dass beide Stränge auf einen alles entscheidenden Punkt zulaufen. Diese Erzählweise hat mir ausgesprochen gut gefallen und passt sehr gut zur Geschichte. Schulmans Schreibweise hat starke Bilder vor meinem inneren Auge erschaffen. Viele Szenen sind von großer Intensität und haben mich unmittelbar in die beängstigenden, bedrückenden, grausamen, manchmal auch schönen und zuweilen auch abgedrehten Erlebnisse der Brüder hineingezogen. Auch die Beschreibungen der Landschaft sind wunderbar atmosphärisch gelungen. Klug konstruiert, konnte mich der Roman immer wieder überraschen. Die Auflösung hat mich mit aller Wucht getroffen und mit diesem Wissen entfaltet sich plötzlich eine ganz neue Lesart. „Die Überlebenden“ haben mich in mehr als einer Hinsicht beeindruckt.
Vergangenheit trifft Gegenwart
Etwas scheint aus dem Ruder gelaufen zu sein, drei Männer, blutverschmiert, liegen sich weinend in den Armen. Zusammen gekommen nach Jahren, zum Sommerhaus, wo sie einen Teil ihrer Kindheit verbrachten. Der Vater schon lange tot, jetzt hieß es die Asche der Mutter am See zu verstreuen, ein letzter Wunsch. Doch die Kindheit von Nils, Benjamin und Piere bestand nicht aus guten Erinnerungen. Besonders die Mutter, unberechenbar, geizte mit der Liebe zu ihren Söhnen. Trinkgelage mit dem Vater, Verwahrlosung füllte ihr Leben, dennoch buhlte jeder auf seine Art um Anerkennung und Liebe. Bis zu jenem Tag, wo etwas passierte, ausgeblendet, nie zur Sprache gebracht wurde.Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Der Rückblick in die Vergangenheit trifft sich in der Gegenwart wieder. Eine ungewöhnliche Art des Schreibens, indem die Gegenwart rückwärts erzählt wird. So taucht man in die Geschichte ahnungslos hinein, lange nicht wissend, was sich tatsächlich vor Jahren ereignete. Ungereimtheiten ihren klaren Blick erst zum Ende der Geschichte in einem unerwarteten Höhepunkt ihre Auflösung finden. Die Brüder sind in ihrer Unterschiedlichkeit sehr präzise aufgestellt. Die Eltern zeigen nur wenige Lichtmomente, man ist eher angewidert wie sie ihr nicht vorhandenes Familienleben ruinieren.Alex Schulman hat mich total begeistert mit seinem Buch. Auch wenn die Geschichte eher traurig ist, mag man es nochmals lesen, gerade nach dem Wissen um das unerwartete Ende. Seine Landschaftsbeschreibungen führen den Leser an die Orte in des Geschehens. Man begleitet die Brüder während ihrer Streifzüge, ist mitten in der Natur, erlebt ihr Heranwachsen. Und man erfährt was mit Kindern passiert, wenn man nicht über Dinge redet, sich lieber voneinander entfernt. Für mich ein außergewöhnliches Leseerlebnis, noch lange im Gedächtnis verweilen wird, ich unbedingt empfehlen kann.
Vernachlässigung überleben
Benjamin und seine beiden Brüder hatten eine schwierige Kindheit, die insbesondere von einer Mutter dominiert war, deren Stimmungen wechselten wie das Wetter und oft von Aggression geprägt waren. Nun ist ihre Mutter verstorben und sie kehren gemeinsam zum Sommerhaus der Familie zurück, welches sie seit langer Zeit nicht mehr besucht haben. Doch sie möchten nun den letzten Willen ihrer Mutter erfüllen und dort ihre Asche am See verstreuen. Und nicht zuletzt auch endlich über den schicksalhaften Vorfall reden, der sie über Jahre voneinander distanziert hat.„Die Überlebenden“ ist ein sehr exzellent gelungenes Romandebüt von Alex Schumann. Mit nahezu poetischem sowie flüssigen und leichtem Schreibstil erzählt er eindringlich eine erschreckende Geschichte, die noch lange nachhallt. Ein unglaublich geschickter Aufbau des Romans mit zwei gegenläufigen Handlungssträngen der Vergangenheit und Gegenwart, die sich in kurzen Kapiteln abwechseln, halten den Leser in Spannung. Obwohl die Themen von Gewalt, Aggression und Vernachlässigung handeln und traurig stimmen, war ich so gefesselt an das Buch wie schon lange nicht mehr. Von Beginn an empfand ich eine beklemmende Atmosphäre, in der ich wie die Söhne auf die Stimmung und Explosionen der Eltern lauerte. Gleichzeitig werden bezaubernde Naturbeschreibungen und Vergleiche eingestreut, die das Leserherz erfreuen. Leider konnte ich diese ob der deprimierenden Thematik nicht vollends genießen. Der Inhalt regt zu lebhaften Diskussionen an und bleibt noch lange im Gedächtnis. Der schicksalhafte Vorfall wird erst zum Ende hin aufgelöst und beinhaltet einen raffinierten Kniff, den ich überhaupt nicht erwartet habe. Ich war gleichzeitig schockiert und überrascht – in intensives und emotionales Leseerlebnis. Der Roman war für mich in jeglicher Hinsicht atem(be)raubend – einerseits, weil er so unfassbar großartig aufgebaut und geschrieben ist und andererseits, weil er unglaublich traurig und bedrückend ist. Für mich eine echte Entdeckung und eines der Highlights aus 2021!
Pressestimmen
Ich habe ein sehr dunkles, düsteres Märchen gelesen. Kunstvoll.
Katrin Schumacher
Sie werden um diese Brüder weinen. Um die Männer, die sie wurden, um die Jungen, die sie waren, um d...ie Unschuld, die sie verloren haben. Brillant, eindringlich und unvergesslich. mehr weniger
Frederik Backman, Autor von ›Ein Mann namens Ove‹
Ein Meisterwerk.
Thomas Böhm
Ein Buch wie ein Pfeil. Präzise und schmerzhaft über eine tief dysfunktionale Familie – und gleichze...itig spannend und funkelnd schön. mehr weniger
Doris Dörrie
Es gibt diese unheimlich interessante literarische Bewegung, dass er einerseits vorwärts erzählt und... die Rahmenhandlung rückwärts erzählt. Es ist jenseits des dunklen Geheimnisses ein Roman über Geschwisterbeziehungen. Lesen! mehr weniger
Sandra Kegel
Der Roman ist genial gebaut. Er ist Fiktion: aber scheint am Ende echte Wirklichkeit in diese Fiktio...n eindringen zu lassen. Ich weiß nicht, ob ich das je so gekonnt in einem Roman gelesen habe. mehr weniger
Gert Scobel
Ein wichtiges Buch. Mitreißend, fesselnd, atemlos, bezwingend.
Andrea Sawatzki
In seinem Romandebüt ›Die Überlebenden‹ erzählt Alex Schulman von einer durchschnittlich dysfunktion...alen Familie. Die Wucht und die Nuancen der Gefühle, die er erzeugt, sind atemberaubend. mehr weniger
Werner Bartens
Alex Schulman gelingt mit ›Die Überlebenden‹ ein belletristisches Debüt, das den Traum vom schwedisc...hen Sommer zerschmettert. mehr weniger
Elisa von Hof
Der Roman ›Die Überlebenden‹ von Alex Schulman ist eine bezwingend klar erzählte Geschichte über ein...e Kindheit in Ungeborgenheit. mehr weniger
Katharina Granzin
Schulman, der schon meherere Sachbücher veröffentlicht hat, bleibt bei seinem ersten Roman sehr nah ...an den Figuren. mehr weniger
Cornelia Geissler, 04.11.2021
Funkelndes Porträt dreier Brüder, die mit ihren trinkenden Eltern klarkommen müssen.
27.10.2021
Sehr langsam entblättert sich in diesem raffiniert komponierten Text, der von hinten nach vorne erzä...hlt und dennoch nirgends kompliziert ist, ein Drama, das unbedingt herzzerreißend ist. mehr weniger
Thomas Andre, 19.10.2021
So fulminant dieser Roman beginnt, so geht er auch weiter. Ein sehr skandinavisch düsteres Buch. Und... doch ist es nicht ohne lichte Momente, bis zu seinem überraschenden Ende. mehr weniger
Meike Schnitzler, 13.10.2021
Wunderschön.
01.10.2021
Ein meisterhaftes, formstrenges, ein tief anrührendes Buch.
Anna Hartwich, 17.09.2021
Klug konstruiert und sprachlich zurückhaltend enfaltet ›Die Überlebenden‹ eine stille Wucht ohne Pat...hos. Ein tieftrauriges und schmerzhaftes Buch - und genau deswegen eines, das glücklich machen kann. mehr weniger
Peter Twiehaus, 10.09.2021
Mit ›Die Überlebenden‹ ist dem Autor ein dichtes Debüt gelungen.
05.09.2021
Alex Schulman, geboren 1976, schafft in seinem Roman eine exzellente Verbindung von Autobiographisch...em und Fiktion (...). mehr weniger
Ulrich Noller, 31.08.2021
Eine spannend komponierte, verstörende Kindheitsgeschichte mit Gänsehautmomenten, in der es um Reden... und Schweigen, Vergeben und Vergessen geht. Starke Empfehlung. mehr weniger
Maria Holgersson
Schmal, leise und gewaltig: ein absolutes Lieblingsbuch indiesem Herbst.
Ein stilles und zugleich aufwühlendes Buch - man mag es nicht aus der Hand legen. Ein ganz großes Le...seerlebnis. mehr weniger
Susanne Dietrich
Ein Buch wie ein tiefer, anrührender See, der still aussieht, aber bis obenhin angefüllt ist mit Äng...sten, Sehnsucht, Rivalität und Unverstandenem, Grausamkeiten und trostloser Trauer. mehr weniger
Anke Wittkopp
Alex Schulman erzählt in seinem beeindruckenden und emotional sehr berührenden Debütroman, der dazu ...mit einem überraschenden Ende aufwartet, auf zwei Ebenen. mehr weniger
Seine Figuren bewahren bis zuletzt eine faszinierende Mehrdeutigkeit; keine von ihnen lässt sich auf... einem Gut-Böse-Schema eindeutig zuordnen. mehr weniger
Rainer Moritz, 21.04.2022
Ein aufwühlender, düsterer Roman, jedoch sehr lesenswert.
Ruth Ragettli, 14.01.2022
Ergreifend und ganz anders als das meiste, das man an schwedischer Literatur gewohnt ist.
11.01.2022
Zurecht erfährt das Werk des schwedischen Autors eine breite Leserschaft, wird in ihm doch eine zent...rale Erzählung der kulturellen Identität Schwedens problematisiert und zugleich ein klassischer Fehler familiärer Erziehung identifiziert. mehr weniger
Marcel Remme, 08.01.2022
Ein Buch für all jene, die spannende und hervorragend konsturierte Familiengeschichten lesen möchten.... mehr weniger
16.12.2021
Der internationale Bestseller aus Schweden, über Hoffnung, über Versöhnung, über Leben.
, 15.12.2021
Bedrückend und anrührend, meisterhaft konstruiert.
Ulrich Waschki, 12.12.2021
Mein Fazit: ein tolles Debüt, vielschichtig und überaus fesselnd erzählt.
Ute Rodde, 22.11.2021
Über Hoffnung, über Versöhnung, über Leben
22.11.2021
Ein gelungens Romandebüt des schwedischen Autors: literarisch erzählt, raffi niert konstruiert - un...d mit einem atemberaubendem Schluss! mehr weniger
15.11.2021
Kommen Sie mit auf eine literarische Reise aus einer scheinbaren Hoffnungslosigkeit heraus in ein se...lbstbestimmtes Leben! Ein wunderschönes Buch, das Sie nicht verpassen sollten. mehr weniger
Sylvia Jongebloed, 09.11.2021
Alex Schulman hat den Kunstgriff gewagt, die Geschichte von hinten aufzurollen - und es ist ihm herv...orragend gelungen. mehr weniger
Bettina Wendland, 01.11.2021
Wer gerne skandinavische Bücher liest, dem wird diese deutsche Erstausgabe helfen, einen neuen Schri...ftsteller zu entdecken. Es lohnt sich. mehr weniger
Petra Breuig, 30.10.2021
Es ist eine klare, echte, gleichzeitig aber aufwühlende Geschichte, die dem Leser vor Augen führt, w...as im Leben wirklich wichtig ist. mehr weniger
Hannah Umlauf, 11.10.2021
Keine Ferien auf Saltkrokan.
02.10.2021
Ein sehr intensives und anspruchsvolles Debüt.
01.10.2021
Die feinen Schwingungen zwischen den Brüdern hält er mit der gleichen Intensität fest wie Gerüche, F...arben, überhaupt die ganze Sinnlichkeit einer rauen Natur. mehr weniger
18.09.2021
Alex Schulman gelingt ein Roman von hoher Intensität.
Martin Meyer, 11.09.2021
Eine Reise durch die Natur, die Zeit, den Kampf um Liebe, Hoffnung.
09.09.2021
Mit präziser Sprache erschafft Schulman eine Welt, in der die kleinen, alltäglichen Dinge von den gr...oßen menschlichen Hoffnungen, Sehnsüchten und Ängsten erzählen. mehr weniger
04.09.2021
Es ist ein lesenswerter Roman, voller Tiefe und intensiver Innenbetrachtung eines zerrütteten Famili...enlebens mit einem überraschenden Ende. mehr weniger
Claudine Borries, 29.08.2021
Im Rückblick emotionsgeladener Erinnerungen brechen tiefe Narben auf, die von Schuld sprechen, aber ...auch die Hoffnung auf Vergebung schürt. Leseempfehlung! mehr weniger
24.08.2021
Ein Lese-Erlebnis mit langem, intensiven Nachhall.
Werner Krause, 23.08.2021
Den Namen Alex Schulman sollte man sich auf jeden Fall merken.
Mirjam Martins, 22.08.2021
Diese Familiengeschichte ist ohne jede Romantik und deshalb umso bewegender.
Tanja Ochs, 21.08.2021
In einer klaren, reflektierenden aber auch poetischen, einfühlsamen Sprache fächert Alex Schulman da...s Leben der drei Brüder von ihrer Kindheit bis ins Erwachsenenalter auf, in dem sie nie gelernt haben, über Gefühle und einschneidende Erlebnisse, die Frag mehr weniger
Sabine Wagner, 21.08.2021
›Die Überlebenden‹ – eine emotional aufwühlende Familiengeschichte über die Wucht des Lebens.
Frank Zabel, 20.08.2021
Selten habe ich ein Buch mal wieder so intensiv erlebt, so reflektiert betrachtet und nicht einfach ...nur hingenommen, sondern richtiggehend aufgesogen. Ein tolles Buch! mehr weniger
Bianca Magens, 20.08.2021
Alex Schulman hat mit seinem Romanerstling ›Die Überlebenden‹ einen fulminanten Start hingelegt, vie...lschichtig, psychologisch genau, formal überzeugend. mehr weniger
Jutta Duhm-Heitzmann, 20.08.2021
Eine schmerzhafte, außergewöhnlich klug komponierte Geschichte, die man nicht vergisst.
Esther Willbrandt, 10.08.2021